[0001] Die Erfindung betrifft eine Haltevorrichtung zum Justieren eines Projektils, insbesondere
einer Missile, in einer Abschussröhre oder Abschussrampe. Alternativ wird eine derartige
Haltevorrichtung auch als Latch Mechanismus bezeichnet. Die Haltevorrichtung umfasst
ein Parallelogramm mit einer zu einer Aufnahmevorrichtung parallel verlaufenden Längskomponente,
wobei auf der Längskomponente ein Pin angeordnet ist. Der Pin ist in einer quer verlaufenden
Ausnehmung des Projektils justierbar. Insbesondere kann die Ausnehmung senkrecht zu
einer Abschussrichtung des Projektils ausgebildet sein. Mit anderen Worten befindet
sich der Pin des Parallelogramms vor einem Abschuss des Projektils in einer Halteposition
und das Projektil wird durch den Pin in der Abschussröhre gehalten. Der hier beschriebene
Pin ist ferner während eines Abgangs bzw. Beschleunigen des Projektils durch das Parallelogramms
in die Aufnahmevorrichtung absenkbar. Das heißt, dass der Pin aus der Ausnehmung des
Projektils tritt.
[0002] Die Aufnahmevorrichtung weist eine Bodenfläche, eine der Bodenfläche gegenüberliegende
Oberseite sowie eine Stirnseite auf, wobei die Stirnseite die Bodenfläche mit der
Oberseite der Aufnahmevorrichtung verbindet.
[0003] In der Wehrtechnik werden zur Bekämpfung von Zielen mit zunehmender Tendenz autonom
agierende Projektile eingesetzt. Diese Projektile finden je nach Einsatz Spezifikation
gegen leicht bis schwer gepanzerte Fahrzeuge Anwendung. Die Bedeutung derartiger Projektile
bzw. Flugkörper nimmt stetig zu. Insbesondere sind Projektile für den Schulterverschluss
von großer Bedeutung und werden stets weiterentwickelt.
[0004] Um beim Transport des Projektils in einem Lenkflugkörpersystem zu verhindern, dass
das Projektil herausfallen kann, sind Haltevorrichtungen bekannt. Die Haltevorrichtung
hält das Projektil sowohl während des Transportes als auch während einer Einweisungsphase
eines Schützens in der Abschussröhre oder Abschussrampe.
[0005] Bei gegenwärtigen Haltevorrichtungen, insbesondere in Lenkflugkörpersystemen eingesetzten
Latch Mechanismen, wird während des Abgangs des Projektils das Parallelogramm derart
stark beschleunigt, dass es an der Aufnahmevorrichtung so stark aufschlägt, dass es
wieder in Richtung des Projektils zurückkatapultiert wird. Hierbei übt der auf dem
Parallelogramm befindliche Pin ein negatives Nickmoment - einen sogenannten Pitch
Down Moment - an dem Projektil aus. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass
beim Beschleunigen des Projektils das Parallelogramm derart schnell bzw. beschleunigt
in die Aufnahmevorrichtung abgesenkt wird, dass das Parallelogramm und somit der Pin
in Richtung seiner Initialposition bzw. Halteposition zurückgeschleudert, zurückschnellt,
oder zurückkatapultiert wird. Hierbei trifft der auf dem Parallelogramm befindliche
Pin auf das in Abschussrichtung beschleunigte Projektil und verursacht den hier beschriebenen
Pitch Down Moment.
[0006] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Haltevorrichtung weiterzuentwickeln,
so dass insbesondere durch die Haltevorrichtung ein Beeinflussen einer Flugbahn des
Projektils verhindert wird.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Haltevorrichtung der eingangs genannten Art,
wobei die Aufnahmevorrichtung eine Fangvorrichtung umfasst, wobei durch die Fangvorrichtung
das Parallelogramm nach dem Absenken fixierbar ist. So lässt sich durch die Fangvorrichtung
ein Zurückschleudern, Zurückschnellen, oder Zurückkatapultieren des Parallelogramms
und des Pins verhindern.
[0008] Bei der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung besteht die Lösung der Aufgabe also im
Wesentlichen darin, die Aufnahmevorrichtung weiterzuentwickeln und mit der Fangvorrichtung
zu versehen. Ferner kann durch die erfindungsgemäße Haltevorrichtung ein Lenkflugkörpersystem
betrieben werden.
[0009] Die Erfindung schafft eine Haltevorrichtung nach Anspruch 1 und ein Verfahren zum
Betreiben eines Lenkflugkörpersystems nach Anspruch 10.
[0010] Bevorzugte Weiterbildungen sind Gegenstand der jeweiligen Unteransprüche.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung umfasst das Parallelogramm vier Gelenke, wobei
durch die vier Gelenke eine bewegliche, parallelengetreue Verlagerung des Pins durchführbar
ist. Das heißt, dass der Pin durch eine Parallelogrammführung aus der Ausnehmung des
Projektils tritt bzw. verlässt. Somit lässt sich die Haltevorrichtung besonders platzsparend
insbesondere in dem Lenkflugkörpersystem integrieren.
[0012] Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist die Fangvorrichtung als eine Schnappvorrichtung
mit einer Welle an der Stirnseite der Aufnahmevorrichtung ausgebildet. Die Stirnseite
der Aufnahmevorrichtung kann insbesondere in der Abschussrichtung des Projektils angeordnet
sein. Die Schnappvorrichtung hält den Pin nach dem Absenken des Parallelogramms in
seiner Endposition fest. Vorteilhalfter Weise weist die Schnappvorrichtung eine leichten
Widerstand auf, so dass die Schnappvorrichtung beim Absenken des Parallelogramms mit
möglichst wenig Kraft wegdrückbar ist. Gleichzeitig ist es allerdings erforderlich,
den Widerstand derart einzustellen, das ein Zuschnappen der Schnappvorrichtung entsprechend
schnell erfolgt, um das Zurückschleudern, Zurückschnellen, oder Zurückkatapultieren
des Parallelogramm zu verhindern. Hierfür kann eine beispielsweise Torsionsfeder verwendet
werden, die über einen Drehpunkt der Schnappvorrichtung integrierbar ist. An der Schnappvorrichtung
selbst wurde eine Anlagefläche ausgebildet, welche im unbelasteten Zustand in einer
90°-Position zu der Bodenfläche der Aufnahmevorrichtung ausrichtet ist und zu der
Stirnseite der Aufnahmevorrichtung abgewandt sein kann.
[0013] Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist die Fangvorrichtung als Federhaken
an der Stirnseite der Aufnahmevorrichtung ausgebildet. Der Federhaken hakt sich zumindest
bereichsweise an einer Oberkante der Längskomponente des Parallelogramms ein. Insbesondere
ist auf der Oberkante der Pin angeordnet. Durch den Federhaken kann das Parallelogramm
in seiner Endposition fixiert werden. Dabei wird der Federhaken während des Absenkens
des Parallelogramms in Richtung der Stirnseite gedrückt, und sobald der Federhaken
über die Oberkante der Längskomponente rutscht, federt er wieder in seine Ausgangsposition
zurück. Das heißt, der Federhaken verhindert das Zurückkatapultieren des Parallelogramms
bzw. des Pins.
[0014] Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist die Fangvorrichtung als Feder,
die zwischen einer Unterseite der Längskomponente und der Bodenfläche der Aufnahmevorrichtung
angeordnet ist, ausgebildet. So lässt sich alternativ durch Zusammenziehen der Feder
nach dem Absenken des Parallelogramms ein Zurückkatapultieren des Pins verhindern.
Beispielsweise ist die Feder als Torsionsfeder ausgebildet.
[0015] Insbesondere kann zumindest ein der Oberkante der Längskomponente abgewandter Eckbereich
der Längskomponente in der Absenkrichtung des Parallelogramms abgerundet sein. Hierdurch
lässt sich insbesondere beim Absenken des Parallelogramms das Einhaken vereinfachen.
[0016] Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung schließt eine Oberkante der Längskomponente
nach dem Absenken des Parallelogramms bündig mit der Oberseite der Aufnahmevorrichtung
ab. Hierdurch kann die Fangvorrichtung besonders einfach in der Aufnahmevorrichtung
angeordnet werden. Insbesondere kann hierdurch eine Ebene vordefiniert werden in der
sich der Federhaken oder die Schnappvorrichtung an der Oberkante der Längskomponente
zum Fixieren des Parallelogramms verhakt bzw. einschnappt.
[0017] Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung sind die Feder oder der Federhaken
aus einem Federstahl gebildet. Durch Federstahl kann eine Zuverlässigkeit der Fangvorrichtung
erhöht werden. Federstahl ist ferner nichtrostend und warmfest, wodurch sich Federstahl
besonders zum Einsatz als Fangvorrichtung eignet.
[0018] Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist das Parallelogramm durch eine
integrierte Kommunikationsvorrichtung steuerbar. Beispielsweise ist die integrierte
Kommunikationsvorrichtung auf der Längskomponente des Parallelogramms angeordnet.
Insbesondere kann durch die integrierte Kommunikationsvorrichtung, welche beispielsweise
über eine gemeinsamen Schnittstelle mit dem Parallelogramm kommuniziert kurz vor dem
Abgang des Projektils das Parallelogramm aus seiner Halteposition entkoppeln. So lässt
sich während des Transports sowie einer Einweisungsphase eines Schützens das Projektils
sicher in der Abschussröhre justieren.
[0019] Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist der Pin an einer der quer verlaufenden
Ausnehmung zugewandten Seite kugelförmig ausgebildet. Durch die kugelförmige Ausgestaltung
des Pins lässt sich ein Verkanten des Pins beim Einführen in die Ausnehmung vermeiden.
[0020] Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen in der Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen in teilweise schematisierter Darstellung
- Fig.1a-1c
- schematische Darstellungen einer konventionellen Haltevorrichtung in einer Halteposition
(Fig. 1a), in einer Position während eines Abgangs eines Projektils (Fig. 1b) und
einer Endposition (Fig. 1c);
- Fig.2a,b
- schematische Darstellungen einer Haltevorrichtung mit detaillierter Darstellung einer
Fangvorrichtung in einer Halteposition (Fig. 2a) und einer Endposition (Fig. 2b) gemäß
eines ersten Ausführungsbeispiels;
- Fig.3
- eine schematische Darstellung einer Haltevorrichtung mit detaillierter Darstellung
einer Fangvorrichtung gemäß eines zweiten Ausführungsbeispiels; und
- Fig.4
- eine schematische Darstellung einer Haltevorrichtung mit detaillierter Darstellung
einer Fangvorrichtung gemäß eines dritten Ausführungsbeispiels.
[0021] In allen Figuren sind gleiche bzw. funktionsgleiche Elemente und Vorrichtungen -
sofern nichts Anderes angegeben ist - mit denselben Bezugszeichen versehen worden.
[0022] Fig.1a-1c zeigen schematische Darstellungen einer konventionellen Haltevorrichtung
in einer Halteposition (Fig. 1a), in einer Position während eines Abgangs eines Projektils
(Fig. 1b) und einer Endposition (Fig. 1c).
[0023] Beispielhaft zeigt die Fig.1a eine Haltevorrichtung 100 und ein Projektil 50 in einer
Halteposition. Das Projektil 50 kann beispielsweise eine Missile sein und befindet
sich einer Abschussröhre 4. Die hier beschriebene Haltevorrichtung ist insbesondere
zum Einsatz in Lenkflugkörpersystemen 200 geeignet. Das Bezugszeichen 20 der Haltevorrichtung
100 bezeichnet ein Parallelogramm, wobei eine Längskomponente 22 des Parallelogramms
20 parallel zu einer Aufnahmevorrichtung 30 verläuft. Die Längskomponente 22 kann
beispielsweise mittels zweier Verbindungsschenkel 23 mit der Aufnahmevorrichtung 30
verbunden sein.
[0024] Wie in Fig. 1a gezeigt ist auf der Längskomponente 22 ein Pin 21 angeordnet. Der
Pin 21 befindet sich in der Halteposition in einer Ausnehmung 10 des Projektils 50.
Ferner umfasst das Parallelogramm 20 vier Gelenke G1, G2, G3, G4, wobei durch die
vier Gelenke G1, G2, G3, G4 eine bewegliche, parallelengetreue Verlagerung des Pins
21 durchführbar ist.
[0025] In der Halteposition schließen die Verbindungschenkel 23 zu der Längskomponente 22
einen rechten Winkel ein, wobei das Projektil 50 durch den Pin 21 in der Abschussröhre
4 justierbar ist. Das heißt, dass durch den Pin 21 das Projektil 50 in der Abschussröhre
4 gehalten wird.
[0026] Die Längskomponente 22 des Parallelogramms 20 umfasst ferner eine integrierte Kommunikationsvorrichtung
60 durch welche das Parallelogramm 20 steuerbar ist. Die Fig. 1b zeigt die Haltevorrichtung
100 während eines Abgangs des Projektils 50 in Abschussrichtung A1. Die Verbindungsschenkel
23 neigen sich hierbei in die Abschussrichtung A1 bzw. Abgangsrichtung des Projektils
50. Hierdurch senkt sich das Parallelogramm 20 in die Aufnahmevorrichtung 30 ab und
der Pin 21 verlässt die Ausnehmung 10 des Projektils 50.
[0027] Die Fig. 1c zeigt die Haltevorrichtung 100 in der Endposition. Das heißt, dass das
Parallelogramm 20 vollständig in die Aufnahmevorrichtung 30 abgesenkt ist und die
Verbindungsschenkel 23 im Wesentlichen parallel zu der Oberkante 25 der Längskomponente
22 verlaufen. Bevor sich jedoch die Endposition der Haltevorrichtung 100 einstellt,
wird das Parallelogramm 20 so stark durch den Abgang des Projektils 50beschleunigt,
das es an seiner Endposition so stark aufschlägt, dass insbesondere der Pin 21 in
Richtung des Projektils 50 zurückkatapultiert wird (siehe Pfeil in Richtung des Projektils
Z1). Dadurch schlägt der Pin 21 wieder auf das sich noch in der Abschussröhre 4 befindliche
Projektil 50 auf, wodurch ein Pitch Down Moment induziert wird. Der Pitch Down Moment
kann insbesondere das Projektil von einer im Vorfeld des Abgangs berechneten Flugbahn
bringen.
[0028] Um insbesondere den Pitch-Down Moment zu vermeiden umfasst die erfindungsgemäße Haltevorrichtung
100 die Aufnahmevorrichtung 30 mit einer Fangvorrichtung 40, wobei durch die Fangvorrichtung
40 das Parallelogramm 20 nach dem Absenken fixierbar ist (siehe Fig. 2a-2b, 3 und
4). Mit anderen Worten verhindert die Fangvorrichtung 40 das Zurückkatapultieren des
Pins 21 nach dem Absenken des Parallelogramms 20 in die Aufnahmevorrichtung 30 bzw.
Erreichen der Endposition.
[0029] Die Aufnahmevorrichtung 30 weist eine Bodenfläche 32, eine der Bodenfläche 32 gegenüberliegende
Oberseite 33 sowie eine Stirnseite 31 auf, wobei die Stirnseite 31 die Bodenfläche
32 mit der Oberseite 33 der Aufnahmevorrichtung 30 verbindet.
[0030] Fig.2a,b zeigen schematische Darstellungen einer Haltevorrichtung mit detaillierter
Darstellung einer Fangvorrichtung in einer Halteposition (Fig. 2a) und einer Endposition
(Fig. 2b) gemäß eines ersten Ausführungsbeispiels.
[0031] In Fig 2a. bezeichnet Bezugszeichen 100 eine Haltevorrichtung in der Halteposition.
Die Fangvorrichtung 40 ist als eine Schnappvorrichtung 45 mit einer Welle 46 an der
Stirnseite 31 der Aufnahmevorrichtung 30 ausgebildet. Die Stirnseite 31 der Aufnahmevorrichtung
30 ist in der Abschussrichtung A1 des Projektils 50 angeordnet. Die Verbindungsschenkel
23 schließen in der Halteposition mit der Oberseite 33 der Aufnahmevorrichtung 30
einen rechten Winkel ein. Wie in Fig. 2a gezeigt, ist ein einer Oberkante 25 der Längskomponente
22 abgewandter Eckbereich 27 der Längskomponente 22 in der Absenkrichtung des Parallelogramms
20 abgerundet. Hierdurch lässt sich insbesondere beim Absenken des Parallelogramms
20 das Einhaken vereinfachen.
[0032] In Fig 2.b bezeichnet Bezugszeichen 100 eine Haltevorrichtung in der Endposition.
In der Endposition verlaufen die Verbindungsschenkel 23 im Wesentlichen parallel zu
der Oberseite 33 der Aufnahmevorrichtung 30. Die Schnappvorrichtung 45 hält den Pin
21 nach dem Absenken des Parallelogramms 20 in seiner Endposition fest. Vorteilhalfter
Weise weist die Schnappvorrichtung 45 einen leichten Widerstand auf, so dass die Schnappvorrichtung
45 beim Absenken des Parallelogramms 20 mit möglichst wenig Kraft wegdrückbar ist.
Gleichzeitig ist es allerdings erforderlich, den Widerstand derart einzustellen, das
ein Zuschnappen der Schnappvorrichtung 45 entsprechend schnell erfolgt um das Zurückschleudern,
Zurückschnellen, oder Zurückkatapultieren des Parallelogramm zu verhindern. Hierfür
kann insbesondere eine Torsionsfeder 47, beispielsweise eine Schraubenfeder oder Stabfeder
eingesetzt werden, die über einem Drehpunkt der Schnappvorrichtung 45 integrierbar
ist. An der Schnappvorrichtung selbst ist eine Anlagefläche 48 ausgebildet, welche
im unbelasteten Zustand in der 90°-Position zu der Bodenfläche 32 der Aufnahmevorrichtung
30 ausrichtet ist. Die Schnappvorrichtung 45 weist ferner einen Vorsprung 49 auf,
der zumindest bereichsweise über die Anlagefläche 48 ragt und zum Einhaken bzw. Einschnappen
der Schnappvorrichtung 45 auf der Oberkante 25 der Längskomponente 22 vorgesehen ist.
Insbesondere schließt der Vorsprung 49 mit der Anlagefläche 48 einen rechten Winkel
ein.
[0033] Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung einer Haltevorrichtung mit detaillierter
Darstellung einer Fangvorrichtung gemäß eines zweiten Ausführungsbeispiels.
[0034] In Fig. 3 bezeichnet Bezugszeichen 100 eine Haltevorrichtung in der Endposition.
Die Fangvorrichtung 40 ist als Federhaken 16 an der Stirnseite 31 der Aufnahmevorrichtung
30 befestigt. Der Federhaken 16 hakt sich zumindest bereichsweise an der Oberkante
25 der Längskomponente 22 des Parallelogramms 20 ein. Auf der Oberkante 25 ist der
Pin 21 angeordnet. Durch den Federhaken 16 kann das Parallelogramm 20 in seiner Endposition
gefangen bzw. fixiert werden. Dabei wird der Federhaken 16 während des Absenkens des
Parallelogramms 20 in Richtung der Stirnseite 31 gedrückt, und sobald der Federhaken
16 über die Oberkante 25 der Längskomponente 22 rutscht, federt er wieder in seine
Ausgangsposition zurück. Das heißt, der Federhaken 16 verhindert das Zurückkatapultieren
des Parallelogramms 20 bzw. des Pins 21.
[0035] Wie in den Figuren 2b und 3 gezeigt schließt die Oberkante 25 der Längskomponente
22 nach dem Absenken des Parallelogramms 20 bündig mit der Oberseite 33 der Aufnahmevorrichtung
30 ab. Hierdurch kann die Fangvorrichtung 40 besonders einfach in der Aufnahmevorrichtung
30 angeordnet werden. Insbesondere kann hierdurch eine Ebene E1 vordefiniert werden
in der sich der Federhaken 16 oder die Schnappvorrichtung 45 an der Oberkante 25 der
Längskomponente 22 zum Fixieren des Parallelogramms 20 verhakt bzw. einschnappt.
[0036] Fig.4 zeigt eine schematische Darstellung einer Haltevorrichtung mit detaillierter
Darstellung einer Fangvorrichtung gemäß eines dritten Ausführungsbeispiels.
[0037] In Fig. 4 bezeichnet Bezugszeichen 100 eine Haltevorrichtung in der Endposition.
Die Fangvorrichtung 40 ist in Fig. 4 als Feder 15, die zwischen einer Unterseite 26
der Längskomponente 22 und der Bodenfläche 32 der Aufnahmevorrichtung 30 angeordnet
ist, ausgebildet. So lässt sich durch Zusammenziehen der Feder 15, beispielsweise
eine Schraubenfeder, nach dem Absenken des Parallelogramms 20 ein Zurückkatapultieren
des Pins 21 verhindern.
[0038] Obwohl die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele vorstehend
beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige Art und
Weise modifizierbar. Insbesondere lässt sich die Erfindung in mannigfaltiger Weise
verändern oder modifizieren, ohne vom Kern der Erfindung abzuweichen.
[0039] Denn das Konzept der Aufnahmevorrichtung 30 mit der Fangeinrichtung 40 kann auf eine
Vielzahl anderer Anwendungen wie beispielsweise maschinelle Komponenten ausgedehnt
werden und ist daher nicht auf Lenkflugkörpersysteme beschränkt.
[0040] Die vorstehend beschriebene Erfindung betrifft demnach eine Haltevorrichtung 100
zum Justieren eines Projektils 50 in einer Abschussröhre 4 mit einem Parallelogramm
20 mit einer zu einer Aufnahmevorrichtung 30 parallel verlaufenden Längskomponente
22, wobei auf der Längskomponente ein Pin 21 angeordnet ist, der Pin 21 in einer quer
verlaufenden Ausnehmung 10 des Projektils justierbar ist, und der Pin 21 während eines
Abgangs des Projektils 50 durch das Parallelogramm 20 in die Aufnahmevorrichtung 30
absenkbar ist und die Aufnahmevorrichtung 30 eine Fangvorrichtung 40 aufweist, wobei
durch die Fangvorrichtung 40 das Parallelogramm 20 nach dem Absenken fixierbar ist.
Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben einer Lenkflugkörpersystems
200 mit einer Haltevorrichtung 100.
Bezugszeichen
[0041]
- 4
- Abschussröhre
- 10
- Ausnehmung
- 15
- Feder
- 16
- Federhaken
- 20
- Parallelogramm
- 21
- Pin
- 22
- Längskomponente des Parallelogramms
- 23
- Verbindungsschenkel
- 25
- Oberkante der Längskomponente
- 26
- Unterseite der Längskomponente
- 27
- Eckbereich
- 30
- Aufnahmevorrichtung
- 31
- Stirnseite der Aufnahmevorrichtung
- 32
- Bodenfläche der Aufnahmevorrichtung
- 33
- Oberseite der Aufnahmevorrichtung
- 40
- Fangvorrichtung
- 45
- Schnappvorrichtung
- 46
- Welle
- 47
- Torsionsfeder
- 48
- Anlagefläche
- 49
- Vorsprung
- 50
- Projektil
- 60
- integrierte Kommunikationsvorrichtung
- 100
- Haltevorrichtung
- 200
- Lenkflugkörpersystem
- A1
- Abschussrichtung
- G1,G2,G3,G4
- Gelenke
- E1
- Ebene
- Z1
- Pfeil in Projektilrichtung
1. Haltevorrichtung (100) zum Justieren eines Projektils (50), insbesondere einer Missile,
in einer Abschussröhre (4), umfassend:
einem Parallelogramm (20) mit einer zu einer Aufnahmevorrichtung (30) parallel verlaufenden
Längskomponente (22), wobei auf der Längskomponente ein Pin (21) angeordnet ist,
der Pin (21) in einer quer verlaufenden Ausnehmung (10) des Projektils justierbar
ist, und
der Pin (21) während eines Abgangs des Projektils (50) durch das Parallelogramm (20)
in die Aufnahmevorrichtung (30) absenkbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Aufnahmevorrichtung (30) eine Fangvorrichtung (40) aufweist, wobei durch die
Fangvorrichtung (40) das Parallelogramm (20) nach dem Absenken fixierbar ist.
2. Haltevorrichtung (100) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Parallelogramm (20) vier Gelenke (G1, G2, G3, G4) umfasst, wobei durch die vier
Gelenke (G1, G2, G3, G4) eine bewegliche, parallelengetreue Verlagerung des Pins (21)
durchführbar ist.
3. Haltevorrichtung (100) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fangvorrichtung (40) als eine Schnappvorrichtung (45) mit einer Welle (46) an
einer Stirnseite (31) der Aufnahmevorrichtung (30) ausgebildet ist.
4. Haltevorrichtung (100) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fangvorrichtung (40) als Federhaken (16) an der Stirnseite (31) der Aufnahmevorrichtung
(30) ausgebildet ist.
5. Haltevorrichtung (100) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fangvorrichtung (40) als Feder (15), die zwischen einer Unterseite (26) der Längskomponente
(22) und einer Bodenfläche (32) der Aufnahmevorrichtung (30) angeordnet ist, ausgebildet
ist.
6. Haltevorrichtung (100) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Oberkante (25) der Längskomponente (20) nach dem Absenken des Parallelogramms
(20) bündig mit einer Oberseite (33) der Aufnahmevorrichtung (30) abschließt.
7. Haltevorrichtung (100) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Feder (15) oder der Federhaken (16) aus einem Federstahl gebildet sind.
8. Haltevorrichtung (100) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Parallelogramm (20) durch eine integrierte Kommunikationsvorrichtung (60) steuerbar
ist.
9. Haltevorrichtung (100) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Pin (21) an einer der Ausnehmung (10) zugewandten Seite kugelförmig ausgebildet
ist.
10. Verfahren zum Betreiben einer Lenkflugkörpersystems (200) mit einer Haltevorrichtung
(100) nach Anspruch 1.