[0001] Die Erfindungen betreffen das technische Gebiet der Verpackungstechnik. Speziell
betrifft eine Erfindung einen Behälter, dessen Inhalt durch einen Verbraucher komfortabel
entnehmbar ist, insbesondere unter einem erhöhten Innendruck im Vergleich zum Außendruck
steht. Speziell betrifft eine weitere Erfindung ein Druckventil für den genannten
Behälter. Speziell betrifft eine noch weitere Erfindung ein Regelverfahren für den
Druck in einem Behälter.
[0002] Der Behälter ist vergleichsweise voluminös, deutlich größer als eine gängige Getränkedose
und der Inhalt ist ein Getränk, das unter Druck gezapft werden soll.
[0003] Tragbare Bierfässer, solche mit einem Volumen unter 50 Liter, insbesondere unter
20 Liter und mehr als 2,5 Liter, deren Inhalt von Verbrauchern eigenständig gezapft
werden können sind in zwei gebräuchlichen Varianten von besonderer Bedeutung.
[0004] Eine Variante solcher, mit metallischem Mantel versehenen, tragbaren Bierfässer lässt
sich durch die Wirkung der Gravitationskraft entleeren. Ein Zapfhahn ist dabei im
unteren Bereich der Außenseite des Behälters angeordnet. Durch Öffnen des Hahns kann
das Bier ausfließen. Damit im Behälter kein Unterdruck entsteht, umfassen solche Behälter
eine Vorrichtung, die es erlaubt, dass Luft aus der Umgebung in das Innere des Behälters
gelangt. Solche Behälter sind wenig bedienerfreundlich, da zum Befüllen eines Glases
mit Bier das Fass beispielsweise an den Rand eines Tisches gestellt werden muss oder
das Fass unterbaut werden muss, um das Glas unterhalb des Zapfhahns befüllen zu können.
Zusätzlich wird die Haltbarkeit des Fassinhalts nach Anbruch des Fasses durch beim
Ausfließen des Bieres einströmenden Luftsauerstoff erheblich reduziert.
[0005] Eine andere Variante sind Behälter, die ein Innendrucksystem umfassen. Durch diese
Systeme wird der Druck im Inneren über dem Umgebungsdruck gehalten. Dies erlaubt die
Anordnung des Zapfhahns im oberen Bereich des Behälters. Ein Verbraucher hat dadurch
typischerweise ausreichend Raum zwischen dem unteren Auslaufende des Zapfhahns und
der Standebene des Behälters, um ein zu befüllendes Glas unter den Zapfhahn zu halten,
ohne das Fass speziell positionieren zu müssen. Durch die Verwendung von Innendrucksystemen
kann die Haltbarkeit des Bieres nach Anbruch des Fasses bis zu mehr als 30 Tage betragen,
da während der Bierentnahme kein Luftsauerstoff in das Fass einströmt.
[0006] Ein Bierfasssystem der zweiten Variante ist dem Fachmann aus
WO 1999/47451 (Heineken Technical Services) zugänglich. Dort ist ein Bierfasssystem beschrieben,
das eine Druckkartusche umfasst, die im Inneren des mit Bier befüllten Behälterraumes
angeordnet ist und einen Überdruck in diesem Raum erzeugt. Die Druckkartusche umfasst
Aktivkohle, wodurch eine gegenüber einer nicht mit Aktivkohle versehenen Kartusche
größere Menge an Druck- oder Treibgas in die Kartusche eingebracht werden kann ohne
den Druck in der Kartusche zu stark anzuheben. Im Handel und Verkauf werden diese
Kartuschen "Carbonator" genannt. Dieses System hat sich im Markt seit Jahren als die
bestmöglich funktionierende Lösung für tragbare Bierfässer mit einem Inhalt unter
20 Liter erwiesen. Sie wurde sozusagen zum Marktstandard. Hinsichtlich der möglichen
Vielseitigkeit beim eingefüllten Treibgas besteht indes eine eingeschränkte Flexibilität,
da solche Kartuschen vom Abfüller bereits mit Treibgas befüllt erworben werden und
in die Bierfässer (als metallische Behälter) eingebaut werden, um noch später vom
Abfüller mit dem Bier gefüllt zu werden.
[0007] Die Erfindung(en) stehen vor der Aufgabe ein System bereitzustellen, das bei hohem Bedienungskomfort durch einen Verbraucher
preiswert herstellbar ist, eine hohe Flexibilität hinsichtlich der Treibgaswahl (Druck
und Art des Gases) zur Verfügung stellt und eine lange Haltbarkeit des Inhalts, auch
nach Anbruch des Behälters, gewährleistet.
[0008] Die Aufgabe wird jeweils gelöst durch einen Behälter nach Anspruch 1, der als tragbares
Fass verwendet werden kann und der ein Druckventil nach Anspruch 13 umfassen kann
sowie durch ein Verfahren zum Regeln des Drucks in einem Behälter nach Anspruch 16.
Das Druckventil nach Anspruch 13 ermöglicht die Regelung des Drucks im Behälter nach
Anspruch 16.
[0009] Ein Behälter zum Aufbewahren einer Flüssigkeit umfasst einen Befüllraum (auch: Füllraum),
einen Druckraum und ein Druckventil. Der Befüllraum ist gebildet durch einen Behälterboden,
eine Behälterwand und eine Behälteroberseite und in dem Befüllraum herrscht ein erster
Druck. Der Druckraum ist gebildet durch den Behälterboden und einen Druckraumboden
und in dem Druckraum herrscht ein zweiter Druck. Das Druckventil ist mit dem Behälterboden
und dem Druckraumboden verbunden. In geöffnetem Zustand des Druckventils verbindet
das Druckventil den Befüllraum und den Druckraum fluidkommunizierend. In geschlossenem
Zustand des Druckventils trennt das Druckventil den Befüllraum und den Druckraum fluiddicht
gegeneinander ab (Anspruch 1).
[0010] Wenn der zweite Druck im Druckraum größer ist als der Umgebungsdruck und/oder der
Druck im Befüllraum, wirken Kräfte auf den Behälterboden und auf den Druckraumboden,
die jeweils vom Inneren des Druckraumbodens nach außen gerichtet sind. In Abhängigkeit
der Druckdifferenz und der Materialstärke des Druckraumbodens und des Behälterbodens
kann es zu einer Verformung oder Ausbeulung des Behälterbodens und/oder des Druckraumbodens
kommen. Durch das Verbinden des Druckventils mit dem Behälterboden und mit dem Druckraumboden,
kann ein Teil der Kräfte durch das Druckventil aufgenommen werden.
[0011] Dies erlaubt bei konstanter Druckdifferenz die Wahl einer geringeren Materialstärke
des Behälterbodens und/oder des Druckraumbodens als eine Materialstärke, die unter
Vermeidung einer Verformung oder Ausbeulung des Behälterbodens und/oder des Druckraumbodens
notwendig wäre. Bei konstanter Materialstärke erlaubt die Anordnung des Druckventils
einen höheren Differenzdruck (beispielsweise hoher Druck im Druckraum) bei gleichzeitiger
Vermeidung der erwähnten Verformung oder Ausbeulung.
[0012] Fluidkommunizierend bedeutet, dass ein Fluidaustausch zwischen zwei Räumen (beispielsweise
Befüllraum und Druckraum) möglich insbesondere zügig und nicht zäh. Fluiddicht bedeutet,
dass zwischen zwei Räumen praktisch kein Fluidaustausch stattfinden kann; dabei versteht
der Fachmann, dass eine perfekte Abdichtung zweier Räume ohne jedweden Fluidaustausch
oder Fluidfluss stattfindet praktisch nicht realisierbar ist. Parasitärer Fluss oder
Austausch ist immer gegeben, so dass es kein praktisch erheblicher Austausch ist.
Ein marginaler Fluidfluss oder Fluidaustausch wird auch zwischen zwei fluiddicht gegeneinander
abgetrennten Räumen stattfinden, wobei die Druckdifferenz zwischen den beiden Räumen
einen Einfluss auf die Menge des parasitär ausgetauschten Fluids pro Zeiteinheit hat.
Jedenfalls ist der Fluidaustausch in geschlossenem Zustand des Druckventils, also
fluiddicht, sehr viel geringer als der Fluidaustausch bei geöffnetem Zustand des Druckventils,
also fluidkommunizierend.
[0013] Der Behälterboden und der Druckraumboden können je eine Ausnehmung aufweisen. In
diese Ausnehmungen kann das Druckventil eingreifen, wodurch eine Kraft, die aus einer
Druckdifferenz zwischen dem Druckraum und dem Befüllraum und dem Druckraum und der
Umgebung resultiert, aufgenommen werden kann (Anspruch 2).
[0014] Das Druckventil kann einen Druckventilkörper aufweisen. Am oberen und am unteren
Ende des Druckventils kann jeweils ein Vorsprung angeordnet sein, wobei der obere
und der untere Vorsprung jeweils zumindest teilumfänglich in r-Richtung über zumindest
einen radialen Teil des Druckventilkörpers ragen (Anspruch 3). Dabei können die Vorsprünge
(oben und unten) über den kompletten Umfang des Druckventils ausgebildet sein oder
teilumfänglich ausgebildet sein. Auch eine Ausbildung mehrerer Vorsprünge pro axialem
Ende des Druckventils (oben und unten) ist möglich, wobei jeder der Vorsprünge teilumfänglich
ausgebildet sein kann.
[0015] Bevorzugt kontaktiert der Vorsprung am oberen Ende des Druckventils die obere Seite
des Behälterbodens und der Vorsprung am unteren Ende des Druckventils die untere Seite
des Druckraumbodens (Anspruch 4). Dadurch kann wiederum die auf dem Behälterboden
und dem Druckraumboden wirkende Kraft, die aus der beschriebenen Druckdifferenz resultiert,
zumindest teilweise durch das Druckventil aufgenommen werden.
[0016] Die Vorsprünge des Druckventils können ein Dichtelement umfassen. Je nach Ausbildung
der Vorsprünge (oben und unten am Druckventil), können mehrere Dichtelemente pro Seite
des Druckventils angeordnet sein oder lediglich ein Dichtelement oder Dichtelemente
an einem Vorsprung oder an Vorsprüngen einer Seite des Druckventils angeordnet sein.
Durch das Anbringen eines Dichtelements ist eine verbesserte Dichtheit an der Kontaktstelle
zwischen Druckventil und Behälterboden und/oder Druckraumboden erreichbar.
[0017] Der Druckraum kann mit einem Treibgas befüllt sein. Das Treibgas ist bevorzugt Kohlenstoffdioxid
(CO
2), Stickstoff (N
2), Lachgas (N
2O) oder Mischungen der Gase (Anspruch 6).
[0018] Bevorzugt liegt der Druck im Druckraum zwischen 5 bar (0,5 MPa) und 35 bar (3,5 MPa),
speziell liegt der Druck zwischen 5 bar und 30 bar, spezieller zwischen 8 bar und
25 bar (Anspruch 7). Der Druck im Druckraum bestimmt sich auch über das Volumen des
Druckraums, sodass bei einem größeren Volumen des Druckraums unter Vorhandensein einer
konstanten Stoffmenge geringer sein kann oder bei einem größeren Volumen des Druckraums
der Druck höher liegen kann.
[0019] Der Druck im Befüllraum kann kleiner als der Druck im Druckraum sein. Speziell kann
der Druck im Befüllraum zwischen 1,2 bar (0,12 MPa) und 7 bar (0,7 MPa), spezieller
zwischen 1,5 bar und 6 bar, noch spezieller zwischen 1,7 und 5 bar liegen (Anspruch
8).
[0020] Das Volumen des Druckraums kann zwischen 0,1 L und 5 L, speziell zwischen 0,1 L und
3 L, spezieller zwischen 0,5 L und 2,5 L, noch spezieller zwischen 0,5 L und 1,5 L
liegen (Anspruch 9).
[0021] Das Volumen des Befüllraums kann zwischen 1 L und 25 L speziell zwischen 2 L und
20 L liegen (Anspruch 10). Bevorzugt besitzt der Befüllraum ein Volumen, das es erlaubt,
2 L, 3 L, 5 L oder 20 L einer Flüssigkeit aufzunehmen, sodass bevorzugt neben der
Flüssigkeit im Befüllraum ein gasgefüllter Bereich von mindestens 0,05 L besteht.
[0022] Der Druckraum kann keinen Filler umfassen (Anspruch 6). Ein Filler ist eine Komponente,
die typischerweise bei Umgebungsbedingungen in festem Aggregatzustand vorliegt und
die Aufnahme einer Stoffmenge eines Stoffes erlaubt. Dabei fällt die Druckzunahme,
in dem Raum, in dem der Filler eingebracht ist, durch das Einbringen des Stoffes geringer
aus, verglichen mit dem Einbringen der gleichen Stoffmenge in den gleichen Raum ohne
Filler.
[0023] Der Dampfdruck des Treibgases oder der Treibgasmischung kann über dem Druck des Druckraums
liegen, speziell bis zu einer Temperatur von -5 °C hinab. Entsprechend liegt das Treibgas
oder die Treibgasmischung im Druckraum zum allergrößten Teil gasförmig vor, wobei
dem Fachmann bewusst ist, dass auch in diesem Zustand ein (sehr) geringer Anteil des
Treibgases oder der Treibgasmischung in flüssiger Form vorliegt (vgl. Oberflächenenergie-
oder Oberflächenspannungseffekte an stark gekrümmten Oberflächen).
[0024] Bevorzugt ist der Behälterboden gewölbt ausgebildet. Speziell ist der Behälterboden
in z-Richtung zum Behälterinneren gewölbt ausgebildet (Anspruch 11). Durch eine Wölbung
des Behälterbodens lässt sich ein Raum aus nur insgesamt zwei Bauteilen (hier Behälterboden
und Druckraumboden) bilden. Zusätzlich ergibt sich eine verbesserte Kraftaufnahme
des gewölbten Bauteils gegenüber einem nicht gewölbten Bauteil. Weiterhin erlaubt
ein nach innen gewölbter Behälterboden eine verbesserte Entleerbarkeit eines befüllten
Behälters, da sich bei konstanter Restfüllmenge im Randbereich des Behälters eine
gegenüber einem nicht gewölbten Behälterboden eine vergrößerte Füllhöhe ergibt (kleinere
Querschnittsfläche).
[0025] Der Druckraumboden kann im Wesentlichen ebenflächig ausgestaltet sein, speziell ist
der Druckraumboden im Wesentlichen parallel zur Behälteroberseite ausgebildet (Anspruch
11). Das "im Wesentlichen" erlaubt eine Abweichung zur Ebenflächigkeit und Parallelität
um 10%.
[0026] Der Druckraumboden kann so ausgestaltet sein, dass beim aufrechten Stehen des Behälters
auf einem ebenflächigen Untergrund der Druckraumboden nicht den ebenflächigen Untergrund
kontaktiert (Anspruch 12).
[0027] Ein Druckventil für einen Behälter kann einen Druckventilkörper, einen ersten Druckventilraum,
einen zweiten Druckventilraum und einen dritten Druckventilraum umfassen, Anspruch
13. Der erste Druckventilraum ist durch den Druckventilkörper und einen ersten bewegbaren
Kolben gebildet. Der zweite Druckventilraum ist durch den Druckventilkörper, den ersten
bewegbaren Kolben und einen zweiten bewegbaren Kolben begrenzt. Der zweite Druckventilraum
ist über einen Befüllraum-Kanal mit einem ersten, außerhalb des Druckventils liegenden
Raum fluidkommunizierend verbunden. Der dritte Druckventilraum ist durch den Druckventilkörper
und den zweiten Kolben begrenzt und ist über einen ersten Druckraumkanal mit einem
zweiten, außerhalb des Druckventils liegenden Raum fluidkommunizierend verbunden (Anspruch
13).
[0028] Der erste und zweite bewegbare Kolben wird bevorzugt in ihrer jeweiligen Bewegung
geführt und speziell ist eine Bewegung im Wesentlichen nur in axialer Richtung (z-Richtung)
möglich. Dabei bezieht sich das "im Wesentlichen" darauf, dass bei erfindungsgemäßem
Gebrauch die axiale Bewegbarkeit die Hauptbewegbarkeit ist. Der erste, außerhalb des
Druckventils liegende Raum kann jeder Raum sein, der außerhalb des Druckventils liegt,
speziell ist es ein Befüllraum. Ebenso kann der zweite, außerhalb des Druckventils
liegende Raum jeder Raum sein, der außerhalb des Druckventils liegt. Bevorzugt ist
dieser Raum der Druckraum. Zur Fluidkommunikation wird auf die Ausführungen oben verwiesen.
[0029] Der Druckventilkörper kann einen zweiten Druckraumkanal umfassen, der im geschlossenen
Zustand des Druckventils an einem Ende des zweiten Druckraumkanals durch den ersten
Kolben fluiddicht abgeschlossen ist und an einem anderen Ende gegenüber dem zweiten,
außerhalb des Druckventils liegenden Raum geöffnet ist (Anspruch 14).
[0030] Der zweite Druckventilraum und der zweite, außerhalb des Druckventils liegende Raum
sind bei geöffnetem Zustand des Druckventils durch den zweiten Druckraumkanal fluidkommunizierend
verbunden (Anspruch 14). Speziell sind in geöffnetem Zustand des Druckventils der
erste, außerhalb des Druckventils liegende Raum und der zweite, außerhalb des Druckventils
liegende Raum fluidkommunizierend verbunden.
[0031] Das Druckventil kann ein Sitzventil umfassen. In abdichtendem Zustand des Sitzventils
ist das Druckventil geschlossen und in nicht abdichtendem Zustand des Sitzventils
ist das Druckventil geöffnet.
[0032] Bevorzugt umfasst das Sitzventil ein Dichtelement, wobei das Dichtelement durch einen
Abschnitt des zweiten Kolbens gebildet und das Dichtelement fluiddichtend an einem
Abschnitt des Druckventilkörpers anliegen kann. Speziell ist das Dichtelement kegelförmig,
kugelförmig oder tellerförmig ausgebildet, sodass sich ein Kegelsitzventil, Kugelsitzventil
oder Tellersitzventil ergibt.
[0033] Der erste bewegbare Kolben kann mit dem zweiten bewegbaren Kolben mechanisch gekoppelt
sein, sobald der Druck im ersten Druckventilraum so groß ist, dass sich der erste
Kolben auf Grundlage des Drucks in z-Richtung auf den zweiten Kolben zu bewegt und
diesen kontaktiert (Anspruch 15). Durch den Druck im ersten Druckventilraum wirkt
eine Kraft auf den ersten Kolben in Abhängigkeit der Fläche des ersten Kolbens auf
die der Druck wirkt. Durch Überwindung zumindest einer Reibungskraft und ggf. einer
Gewichtskraft kann sich der erste Kolben bewegen.
[0034] Bevorzugt umfasst der erste Kolben ein Aufnahmeelement, wodurch der erste Kolben
und der zweite Kolben koppelbar sind.
[0035] Der erste Kolben kann eine Dichtung umfassen. Bevorzugt ist die Dichtung eine angespritzte
Dichtung oder ein O-Ring. Speziell kann die angespritzte Dichtung durch eine 2-Komponenten-Herstellung
gefertigt sein (Mehrkomponenten-Spritzgießen).
[0036] Zwischen dem Druckventilkörper und dem zweiten Kolben kann ein Spannelement eingespannt
sein. Bevorzugt handelt es sich bei dem Spannelement um eine Feder aus Metall oder
Kunststoff. Das Spannelement ist vorgesehen, um den zweiten Kolben relativ zum Druckventilkörper
in einer festgelegten Position zu halten, auch dann, wenn keine zusätzlichen Kräfte
auf die Elemente des Druckventils wirken.
[0037] Bevorzugt ist das Spannelement im dritten Druckventilraum angeordnet.
[0038] Der Druckventilkörper kann einen fluiddicht verschließbaren Druckventileinlass aufweisen,
durch den ein Stoff in den ersten Druckventilraum einbringbar ist. Der Stoff ist bevorzugt
ein Gas und speziell ein Treibgas. Ebenso möglich ist das Einbringen eines Stoffes
in flüssiger oder fester Form, wobei die Phasenumwandlung in die Gasform später im
ersten Druckventilraum geschieht. Beispielsweise kann Kohlenstoffdioxid in Form von
Trockeneis eingebracht werden oder flüssig eingebracht werden, wobei im ersten Druckventilraum
eine Sublimation oder eine Verdampfung des nicht gasförmigen Kohlenstoffdioxids geschieht.
[0039] Der beschriebene Behälter kann als tragbares Fass verwendet werden, wobei das Fass
ein Füllvolumen von nicht mehr als 20 L aufweist, bevorzugt nicht mehr als 10 L oder
5 L. Speziell ist das Volumen größer als 1 L und insbesondere größer als 2L.
[0040] Der Druck in dem Befüllraum eines beschriebenen Behälters kann in einem Verfahren
(selbsttätig) geregelt werden, Anspruch 16. Der Befüllraum ist zumindest teilweise
mit einer Flüssigkeit befüllt und der Druckraum ist zumindest teilweise mit einem
Treibgas befüllt. Der Behälter umfasst eine Auslassleitung mit einem Ventil. Bei geöffnetem
Ventil verbindet die Auslassleitung den Befüllraum und einen den Behälter umgebenden
Raum fluidkommunizierend. Innerhalb des Verfahrens wird das Ventil betätigt, wodurch
ein Anteil der Flüssigkeit im Befüllraum in den - den Behälter umgebenden - Raum abgelassen
wird und entsprechend des abgelassenen Volumens der Flüssigkeit der Druck im Befüllraum
sinkt. Das Druckventil öffnet bei Unterschreiben eines Schwellenwerts des Drucks im
Befüllraum, was dazu führt, dass ein Anteil des Treibgasvolumens im Druckraum in den
Befüllraum strömt. Bei Überschreiten eines zweiten Schwellenwerts des Drucks im Befüllraum
schließt das Druckventil und erlaubt kein weiteres Strömen von Treibgas aus dem Druckraum
in den Befüllraum.
[0041] Der erste und der zweite Schwellenwert ergeben sich aus den Charakteristika des Behälters
und des Druckventils und sind später anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0042] Das Verfahren (Anspruch 16) kann ein vorher beschriebenes Druckventil benutzen (Anspruch
13).
[0043] Ein metallischer Behälter kann eine unter Druck stehende Flüssigkeit, bevorzugt Bier,
aufbewahren. Der Behälter umfasst einen Befüllraum für die Flüssigkeit und einen Druckraum
für ein Treibgas. Der Befüllraum ist zwischen einem nach aufwärts gewölbten Behälterboden
und einer Behälteroberseite gebildet. Der Befüllraum nimmt die Flüssigkeit und einen
ersten Überdruck gegenüber dem Äußeren auf. Der Druckraum ist zwischen dem Behälterboden
und einem weiter unten (bei einem aufrecht stehenden Behälter) gelegenen Druckraumboden
gebildet. Der Druckraum nimmt einen zweiten Überdruck eines Treibgases auf. Im Behälterboden
ist eine erste Ausnehmung vorgesehen und im Druckraumboden ist eine zweite Ausnehmung
vorgesehen, wobei die Ausnehmungen axial fluchten, um ein abdichtendes Druckventil
aufzunehmen, das beide Ausnehmungen schließt und abdichtet.
[0044] Die Ausführungsformen der Erfindungen sind
anhand von Beispielen dargestellt und nicht auf eine Weise offenbart, mit der Beschränkungen aus den Figuren
in die Patentansprüche übertragen oder hineingelesen werden.
[0045] Diese Beispiele sind auch dann als Beispiele zu lesen und zu verstehen, wenn nicht
überall und an jeder Stelle "bspw.", "insbesondere" oder "z.B." steht. Die Darlegung
einer Ausführung ist auch nicht so zu lesen, dass es keine andere gibt oder andere
Möglichkeiten ausgeschlossen werden, wenn nur ein Beispiel präsentiert wird. Diese
Maßgaben sind in die ganze folgende Beschreibung zu lesen.
- Figur 1
- zeigt eine schematische Darstellung eines Behälters 1 in Zylinderkoordinaten z-r mit
einem Befüllraum 40, einem Druckraum 6 und einem Druckventil 10.
- Figur 2
- Schnittansicht durch den Bodenbereich eines Behälters 1 in z-Richtung mit detaillierter
Darstellung eines speziell bodenseitig verwendbaren und bodenseitig anbringbaren Druckventils
10.
- Figur 3
- zeigt einen Behälterbodenbereich 1a ohne bodenseitiges Druckventil 10 im Schnitt in
z-Richtung.
- Figur 4
- zeigt ein bodenseitig einzusetzendes Druckventil 10 im Schnitt in z-Richtung, wobei
ein erster Kolben 12 und ein zweiter Kolben 13 gekoppelt sind.
- Figur 5
- zeigt ein anderes bodenseitig einsetzbares Druckventil 10a im Schnitt in z-Richtung,
wobei der erste Kolben 12 und der zweite Kolben 13 nicht gekoppelt sind.
[0046] Eine Ausführungsform eines Behälters 1 ist schematisch in Figur 1 gezeigt. Im oberen
Bereich des Behälters 1 ist ein Befüllraum 40 angeordnet. Der Befüllraum 40 ist teilweise
mit einer Flüssigkeit gefüllt und der oberste Bereich des Befüllraums 40 ist mit einem
Gas gefüllt. Der Befüllraum 40 ist gebildet durch eine Behälterwand 7, eine Behälteroberseite
8 und einen Behälterboden 2. Im unteren Bereich des Behälters 1 befindet sich ein
Druckraum 6, der gebildet ist durch den Behälterboden 2 und den Druckraumboden 5.
Ein Druckventil 10 verbindet den Behälterboden 2 und den Druckraumboden 5 und erstreckt
sich durch den Druckraum 6. Im Befüllraum 40 herrscht ein Druck p
B und im Druckraum 6 herrscht ein Druck p
D. Der Druck p
D im Druckraum 6 ist größer als der Druck p
B im Befüllraum 40.
[0047] In diesem befüllten Zustand des Behälters 1 ergibt sich durch die Flüssigkeit im
Befüllraum 40 eine Abhängigkeit des herrschenden Drucks von der axialen Höhe im Befüllraum
40. Unter dem Druck p
B ist der Druck zu verstehen, der auf der Befüllraumseite des Druckventils wirkt. In
der Ausführungsform der Figur 1 entspricht der Druck p
B dem Druck im gasgefüllten Bereich des Befüllraums 40 plus dem aus der Flüssigkeitssäule
resultierenden Druckanteil bis zu der Höhe, an der der Druck p
B befüllraumseitig auf das Druckventil 10 wirkt.
[0048] Der Druck p
B im Befüllraum 40 ist größer als der Umgebungsdruck des Behälters 1, sodass durch
öffnen eines Ventils 32 die Flüssigkeit im Befüllraum 40 aus einer Auslassleitung
30 strömt. Durch das Ausströmen der Flüssigkeit im Befüllraum 40 sinkt der Druck p
B entsprechend des entnommenen Flüssigkeitsvolumens. Bei Unterschreiten eines gewissen
Drucks (unten detailliert erörtert) öffnet das Druckventil 10 und ein Gas strömt aus
dem Druckraum 6 in den Befüllraum 40 bis ein gewisser Druck im Befüllraum 40 erreicht
ist. Dann schließt das Druckventil 10 und kein weiteres Gas kann aus dem Druckraum
6 in den Befüllraum 40 strömen. Dadurch wird gewährleistet, dass der Druck p
B im Befüllraum 40 ständig ausreichend hoch ist, um ein Ausströmen von flüssigem Inhalt
des Befüllraums 40 durch Öffnen des Ventils 32 über die Auslassleitung 30 zu ermöglichen.
[0049] Durch die Wölbung des Behälterbodens 2 in Richtung des Behälterinneren ergibt sich
im Randbereich des unteren Bereichs des Befüllraums 40 ein Bereich mit geringer Fläche,
sodass Restmengen an Flüssigkeit im Befüllraum 40 durch die Auslassleitung 30 gut
erreichbar sind und lediglich eine (sehr) geringe Menge von Flüssigkeit nicht entnehmbar
ist.
[0050] An der Behälteroberseite 8 ist ein Befüllraum-Einlass 45 angeordnet, über den der
Befüllraum 40 mit einer Flüssigkeit befüllt werden kann und ggf. ein erster Überdruck
aufgebracht werden kann.
[0051] In Figur 2 ist eine Schnittansicht durch den Bodenbereich 1a eines Behälters 1 mit
detaillierter Darstellung eines Druckventils 10. Der Behälterbodenbereich 1a zeigt
einen unteren Bereich des Befüllraums 40, den Druckraum 6 und das Druckventil 10.
Der Behälterboden 2 ist mit der Behälterwand 7 über einen Falz verbunden. Der Druckraumboden
5 ist mit dem Behälterboden 2 verbunden. In Ausnehmungen des Behälterbodens 2 und
des Druckraumbodens 5 greift das Druckventil 10. Dabei ist das Druckventil 10 so ausgestaltet,
dass von dem Druckraum 6 nach außen gerichtete Kräfte, die auf den Behälterboden 2
und den Druckraumboden 6 wirken, durch das Druckventil 10 aufgenommen werden, zumindest
teilweise.
[0052] Figur 3 zeigt einen Behälterbodenbereich 1a im Schnitt in z-Richtung ähnlich der
Ausführungsform in Figur 2, jedoch ohne das Druckventil 10. Der Behälterboden 2 weist
eine Ausnehmung 2a auf und der Druckraumboden 5 weist eine Ausnehmung 5a auf. In dieser
Ausführungsform sind die Ausnehmungen 2a, 5a axial (z-Richtung) fluchtend entlang
der Achse A.
[0053] Um ein Druckventil 10 so in die Ausnehmungen 2a, 5a einzubringen wie es beispielsweise
in Figur 2 dargestellt ist, ist das Druckventil 10 typischerweise zweiteilig ausgestaltet.
Eine solche zweiteilige Ausgestaltung des Druckventils lässt sich beispielsweise über
eine Verschraubung zu einem einteiligen Druckventil 10 verbinden, wobei ein Teil des
Druckventils 10 ein Außengewinde aufweist und ein anderer Teil des Druckventils 10
ein Innengewinde aufweist, das zu dem Außengewinde passt. Das Druckventil 10 lässt
sich beispielsweise durch Einstecken eines Teiles des Druckventils in eine der beiden
Ausnehmungen 2a, 5a, einstecken des zweiten Teils des Druckventils 10 in die verbleibende
der beiden Ausnehmungen 2a, 5a und verschrauben der beiden Druckventilteile in den
Druckraum 6 einbringen. Dadurch werden die Ausnehmungen 2a, 5a abgedichtet verschlossen
und das Druckventil 10 ist mit dem Behälterboden 2 und dem Druckraumboden 5 verbunden.
[0054] In Figur 4 ist eine Ausführungsform eines Druckventils 10 im Schnitt in z-Richtung
dargestellt, das bodenseitig in einem Behälter 1 eingesetzt werden kann, wie oben
beschrieben. Das Druckventil 10 umfasst einen ersten Druckventilraum 15 in dem ein
Druck p
V herrscht. Der erste Druckventilraum 15 ist begrenzt durch einen Druckventilkörper
11 und einen ersten Kolben 12. Im Druckventilkörper 11 ist ein Druckventileinlass
24 angeordnet, über den der erste Druckventilraum 15 mit einem Gas befüllt werden
kann. Der Druckventileinlass 24 ist fluiddichtend durch eine Abdeckung 25 abschließbar.
Weiterhin umfasst das Druckventil einen zweiten Druckventilraum 16, der begrenzt ist
durch den Druckventilkörper 11, den ersten Kolben 12 und einem zweiten Kolben 13.
Der zweite Druckventilraum 16 ist über einen Befüllraum-Kanal 22 mit einem Raum fluidkommunizierend
verbunden, der außerhalb des Druckventils 10 liegt. Das Druckventil 10 umfasst außerdem
einen dritten Druckventilraum 17, der begrenzt ist durch den zweiten Kolben 13 und
den Druckventilkörper 11. Über einen ersten Druckraumkanal ist der dritte Druckventilraum
17 fluidkommunizierend mit einem Raum außerhalb des Druckventils 10 verbunden.
[0055] Im dritten Druckventilraum 17 ist ein Spannelement 19 zwischen dem Druckventilkörper
11 und dem zweiten Kolben 13 eingespannt. In dieser Ausführungsform ist das Spannelement
19 eine Feder. Durch das Spannelement 19 wird ein kegelförmiger Abschnitt des zweiten
Kolbens 13 in einer im Druckventilkörper 11 gebildeten Gegenstruktur gehalten, sodass
der kegelförmige Abschnitt des zweiten Kolbens 13 als Kegelsitzventil agiert. In diesem
Zustand, mit an der Gegenstruktur des Druckventilkörpers 11 dichtend anliegenden kegelförmigen
Abschnitts des zweiten Kolbens 13, ist das Druckventil 10 geschlossen. Im geschlossenen
Zustand des Druckventils 10 ist der Raum, der außerhalb des Befüllraum-Kanals 22 liegt,
von dem Raum, der außerhalb des ersten Druckraumkanals 20 liegt, fluiddichtend abgetrennt.
[0056] Am unteren und am oberen Ende des Druckventils 10 ist jeweils ein Vorsprung 28a,
28b angeordnet. Die Vorsprünge 28a, 28b ragen radial (r-Richtung) über die radiale
Erstreckung des Druckventilkörpers 10 hinaus. Diese Vorsprünge 28a, 28b verbessern
den Sitz des Druckventils 10, wenn das Druckventil 10 in die Ausnehmungen 2a, 5a des
Behälterbodens 2 und des Druckraumbodens 5 (vgl. Figur 2 und 3) eingebracht werden.
An den jeweils zum Druckventilmittelpunkt zeigenden Seiten der Vorsprünge 28a, 28b
und an einem jeweils axialen Abschnitt des Druckventilkörpers 11 sind Dichtelemente
27a, 27b angeordnet. Wenn das Druckventil 10 in die Ausnehmungen 2a, 5a des Behälterbodens
2 und des Druckraumbodens 5 eingebracht wird, liegen die Dichtelemente 27a, 27b entsprechend
an der Oberseite des Behälterbodens 2 und an der Unterseite des Druckraumbodens 5
an. Dadurch wird eine bessere Dichtheit gewährleistet.
[0057] Am ersten Kolben 12 sind zwei Dichtungen 14a, 14b angeordnet. In dieser Ausführungsform
sind die Dichtungen 14a, 14b als O-Ringe ausgestaltet, ebenso können die Dichtungen
14a, 14b als angespritzte Dichtungen realisiert werden. Durch die Dichtungen 14a,
14b werden der erste Druckventilraum 15 und der zweite Druckventilraum 16 verbessert
fluiddichtend voneinander getrennt und verursachen einen Großteil der Reibungskraft
bei einer Bewegung des ersten Kolbens 12.
[0058] In dem in Figur 4 dargestellten Zustand ist ein Gas in den ersten Druckventilraum
15 eingebracht worden, sodass ein ausreichend großer Druck p
V im ersten Druckventilraum 15 herrscht, um die Reibungskraft zwischen dem ersten Kolben
12 bzw. der Dichtungen 14a, 15b und dem Druckventilkörper 11 sowie die Gravitationskraft
zu überwinden. Dadurch hat sich der erste Kolben 12 so weit in positiver z-Richtung
bewegt, bis das Aufnahmeelement 18 die Stirnseite des zweiten Kolbens 13 kontaktiert.
[0059] Im Druckventil 10 herrscht ein Kräftegleichgewicht. Auf den ersten Kolben 12 wirkt
in positiver z-Richtung eine Kraft, die resultiert aus dem Druck p
V im ersten Druckventilraum 15 in Verbindung mit der Fläche des ersten Kolbens 12,
an der der Druck p
V anliegt. Außerdem wirkt eine Kraft in positiver z-Richtung, die resultiert aus dem
Druck in dem Raum außerhalb des Befüllraum-Kanals 22, der axial wirkend am kegelförmigen
Abschnitt des zweiten Kolbens 13 anliegt. In negativer z-Richtung wirkt eine Kraft
auf den ersten Kolben 12, die resultiert aus dem Druck außerhalb des Befüllraum-Kanals
22, der stirnseitig am ersten Kolben 12 anliegt. Weiterhin wirkt in negativer z-Richtung
eine Kraft, die durch das Spannelement 19 auf den zweiten Kolben 13 ausgeübt wird
sowie die Gravitationskräfte des ersten und zweiten Kolbens 12, 13. In negativer z-Richtung
wirkt außerdem eine Kraft, die aus dem Druck außerhalb des ersten Druckraumkanals
20 resultiert, soweit der Druck an der oberen Stirnseite des zweiten Kolbens 13 anliegt.
[0060] Wenn das Druckventil 10 in den Behälterboden eines Behälters 1, wie beispielsweise
in Figur 1 und 2 dargestellt, eingebracht ist, entspricht der Druck außerhalb des
Befüllraum-Kanals 22 dem Druck p
B des Befüllraums 40 und der Druck außerhalb des ersten Druckraumkanals 20 dem Druck
p
D des Druckraums 6. Sinkt der Druck p
B im Befüllraum 40 durch die Entnahme eines Flüssigkeitsvolumens, kann das Kräftegleichgewicht
(wie oben dargestellt) verändert werden. Ist die Druckabnahme ausreichend groß bewegen
sich der erste und der zweite Kolben (Kopplung) in positiver z-Richtung und das Druckventil
10 ist geöffnet. Im geöffneten Zustand des Druckventils 10 findet ein Fluidaustausch
über den zweiten Druckraumkanal 21 so lange statt, bis die in negativer z-Richtung
wirkende Kraft auf den ersten Kolben 12 ausreichend groß ist, um den ersten und zweiten
Kolben 12, 13 in negativer z-Richtung zu verschieben, bis das Druckventil in geschlossenem
Zustand vorliegt. Dabei wirkt die Reibungskraft zwischen dem ersten Kolben bzw. der
Dichtungen 14a, 14b und dem Druckventilkörper 11 sowohl in positiver als in negativer
z-Richtung in Abhängigkeit der Bewegungsrichtung des ersten Kolbens 12.
[0061] Dieses Kräftegleichgewicht bestimmt die Schwellenwerte S1 und S2. Die Schwellenwerte
S1 und S2 ergeben sich aus der geometrischen Ausgestaltung des Druckventils 10, speziell
aus den Flächen, an denen die dargestellten Drücke angreifen, und aus der Höhe der
Drücke sowie der Spannkraft des Spannelements 19.
[0062] Bei Unterschreiten des ersten Schwellenwerts S
1 des Drucks außerhalb des Befüllraum-Kanals 22, öffnet das Druckventil 10 durch eine
Bewegung des ersten und zweiten Kolbens 12, 13 in positiver z-Richtung. Bei Überschreiten
des zweiten Schwellenwerts S
2 des Drucks außerhalb des ersten Druckraumkanals 20, schließt das Druckventil 10 durch
eine Bewegung des ersten und zweiten Kolbens 12, 13 in negativer z-Richtung. Ist das
Druckventil 10 in einem Behälter 1 angeordnet, kann der Druck außerhalb des Befüllraum-Kanals
22 dem Druck p
B im Befüllraum 40 entsprechen und der Druck außerhalb des ersten Druckraumkanals 20
kann dem Druck p
D im Druckraum 6 entsprechen.
[0063] In Figur 4 ist außerdem ein Einsatz 23 gezeigt, der in den Druckventilkörper 11 eingesetzt
werden kann. Durch die Öffnung im Druckventilkörper 11, in die der Einsatz 23 eingebracht
werden kann, kann während der Herstellung eines Druckventils 10 das Spannelement 23
und der zweite Kolben 13 in das Innere des Druckventils 10 eingebracht werden. Nach
Montage des Einsatzes 23 in die dafür vorgesehene Öffnung des Druckventilkörpers 11
wird der Einsatz 23 ein Teil des Druckventilkörpers 11.
[0064] Der Druckventilkörper 11 kann zweigeteilt sein (nicht in Figur 4 dargestellt), speziell
so, dass einer der beiden Vorsprünge 28a, 28b an einem Teil des zweiteiligen Druckventilkörpers
11 angeordnet ist und der andere der beiden Vorsprünge 28a, 28b an dem anderen Teil
des zweiteiligen Druckventilkörpers 11 angeordnet ist. Die beiden Teile des Druckventilkörpers
11 können beispielsweise durch eine Verschraubung verbindbar sein. In verbundenem
Zustand der beiden Teile ergibt sich ein zweiteiliger Druckventilkörper 11.
[0065] Figur 5 zeigt ein Druckventil 10a, das bodenseitig in einem Behälter 1 eingesetzt
werden kann. Der Unterschied zu dem Druckventil 10 aus Figur 4 liegt darin, dass kein
Gas durch den Druckventileinlass 24 in das Druckventil 10a eingebracht wurde, sodass
der erste Kolben 12 nicht mit dem zweiten Kolben 13 gekoppelt ist.
1. Behälter zum Aufbewahren einer Flüssigkeit, mit einem Befüllraum (40), einem Druckraum (6)
und einem Druckventil (10), wobei
(a) der Befüllraum (40) durch einen Behälterboden (2), eine Behälterwand (7) und eine
Behälteroberseite (8) gebildet ist und in dem Befüllraum (40) ein erster Druck (pB) herrscht;
(b) der Druckraum (6) durch den Behälterboden (2) und einen Druckraumboden (5) gebildet
ist und in dem Druckraum (6) ein zweiter Druck (pD) herrscht;
(c) das Druckventil (10) mit dem Behälterboden (2) und dem Druckraumboden (5) verbunden
ist;
(d) das Druckventil (10) in geöffnetem Zustand den Befüllraum (40) und den Druckraum
(6) fluidkommunizierend verbindet und das Druckventil (10) in geschlossenem Zustand
den Befüllraum (40) und den Druckraum (6) fluiddicht gegeneinander abtrennt.
2. Behälter nach Anspruch 1, wobei das Druckventil (10) in eine Ausnehmung (2a) des Behälterbodens
(2) und in eine Ausnehmung (5a) des Druckraumbodens (5) eingreift.
3. Behälter nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei das Druckventil (10) einen Druckventilkörper
(11) aufweist, wobei am oberen und am unteren Ende des Druckventils (10) jeweils ein
Vorsprung (28a,28b) angeordnet ist, und wobei die Vorsprünge zumindest teilumfänglich
in r-Richtung über zumindest einen radialen Teil des Druckventilkörpers (11) ragen.
4. Behälter nach Anspruch 3, wobei der Vorsprung (28a) am oberen Ende des Druckventils
(10) die obere Seite des Behälterbodens (2) kontaktiert und der Vorsprung (28b) am
unteren Ende des Druckventils (10) die untere Seite des Druckraumbodens (5) kontaktiert.
5. Behälter nach einem der Ansprüche 3 oder 4, wobei die Vorsprünge (28a, 28b) ein Dichtelement
(27a, 27b) umfassen.
6. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Druckraum (6) mit einem Treibgas
befüllt ist, bevorzugt umfasst das Treibgas Kohlenstoffdioxid (CO2), Stickstoff (N2), Lachgas (N2O) oder Mischungen davon, wobei insbesondere der Druckraum (6) keinen Filler umfasst.
7. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der Druck (pD) im Druckraum (6) zwischen 5 bar und 35 bar, bevorzugt zwischen 5 bar und 30 bar,
besonders bevorzugt zwischen 8 bar und 25 bar liegt.
8. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei der Druck (pB) im Befüllraum (40) kleiner ist als der Druck (pD) im Druckraum (6), bevorzugt liegt der Druck (pB) im Befüllraum (40) zwischen 1,2 bar und 7 bar, besonders bevorzugt zwischen 1,5
bar und 6 bar, noch bevorzugter zwischen 1,7 bar und 5 bar.
9. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei das Volumen des Druckraums (6) zwischen
0,1 L und 5 L, bevorzugt zwischen 0,1 L und 3 L, besonders bevorzugt zwischen 0,5
L und 2,5 L, noch bevorzugter zwischen 0,5 L und 1,5 L liegt.
10. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei das Volumen des Befüllraums (40)
zwischen 1 L und 25 L, bevorzugt zwischen 2 L und 20 L liegt.
11. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei
der Behälterboden (2) gewölbt ausgebildet ist, bevorzugt der Behälterboden (2) in
z-Richtung zum Behälterinneren gewölbt ausgebildet ist;
und
der Druckraumboden (5) im Wesentlich ebenflächig ausgestaltet ist, bevorzugt der Druckraumboden
(5) im Wesentlichen parallel zur Behälteroberseite (8) ausgebildet ist.
12. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei der Druckraumboden (5) beim aufrechten
Stehen des Behälters auf einem ebenflächigen Untergrund nicht den ebenflächigen Untergrund
kontaktiert.
13. Druckventil für einen Behälter, mit einem Druckventilkörper (11), einem ersten Druckventilraum
(15), einem zweiten Druckventilraum (16) und einem dritten Druckventilraum (17), wobei
(a) der erste Druckventilraum (15) durch den Druckventilkörper (11) und einen ersten
bewegbaren Kolben (12) gebildet ist;
(b) der zweite Druckventilraum (16) durch den Druckventilkörper (11), den ersten bewegbaren
Kolben (12) und einen zweiten bewegbaren Kolben (13) begrenzt ist und über einen Befüllraumkanal
(22) mit einem ersten, außerhalb des Druckventils liegenden Raum fluidkommunizierend
verbunden ist;
(c) der dritte Druckventilraum (17) durch den Druckventilkörper (11) und den zweiten
Kolben (13) begrenzt ist und über einen ersten Druckraumkanal (20) mit einem zweiten,
außerhalb des Druckventils liegenden Raum fluidkommunizierend verbunden ist.
14. Druckventil nach Anspruch 13,
wobei der Druckventilkörper (11) einen zweiten Druckraumkanal (21) umfasst, der in
geschlossenem Zustand des Druckventils an einem Ende durch den ersten Kolben (12)
fluiddicht abgeschlossen ist und an einem anderen Ende gegenüber dem zweiten, außerhalb
des Druckventils liegenden Raum geöffnet ist; und
in geöffnetem Zustand des Druckventils der zweite Druckventilraum (16) und der zweite,
außerhalb des Druckventils liegende Raum fluidkommunizierend durch den zweiten Druckraumkanal
(21) verbunden sind.
15. Druckventil nach einem der Ansprüche 13 oder 14, wobei der erste bewegbare Kolben
(12) mit dem zweiten bewegbaren Kolben (13) mechanisch gekoppelt ist, sobald der Druck
(pV) im ersten Druckventilraum (15) so groß ist, dass sich der erste Kolben (12) auf
Grundlage des Drucks (pV) in z-Richtung auf den zweiten Kolben (13) zu bewegt und den zweiten Kolben (13)
kontaktiert.
16. Verfahren zum Regeln des Drucks (p
B) in dem Befüllraum (40) eines Behälters nach einem der Ansprüche 1 bis 15, wobei
der Befüllraum (40) zumindest teilweise mit einer Flüssigkeit befüllt ist, der Druckraum
(6) zumindest teilweise mit einem Treibgas befüllt ist und der Behälter eine Auslassleitung
(30) mit einem Ventil (32) umfasst, wobei die Auslassleitung (30) bei geöffnetem Ventil
(32) den Befüllraum (40) und einen den Behälter umgebenden Raum fluidkommunizierend
verbindet; das Verfahren umfasst die folgenden Schritte:
(a) Betätigen des Ventils (32), womit durch die Auslassleitung (30) ein Anteil der
Flüssigkeit des Befüllraums (40) in den den Behälter umgebenden Raum abgelassen wird
und der Druck (pB) im Befüllraum (40) entsprechend des abgelassenen Volumens der Flüssigkeit des Befüllraums
(40) sinkt;
(b) Öffnen des Druckventils (10) bei Unterschreiten eines ersten Schwellenwerts (S1) des Drucks (pB) im Befüllraum (40), wodurch ein Volumenanteil des Treibgases des Druckraums (6)
in den Befüllraum (40) strömt;
(c) Schließen des Druckventils (10) bei Überschreiten eines zweiten Schwellenwerts
(S2) des Druckes (pB) im Befüllraum (40) zum Absperren des Strömens von weiterem Treibgas des Druckraums
(6) in den Befüllraum (40).
17. Verfahren zum Regeln nach Anspruch 30, mit dem Druckventil nach einem der Ansprüche
13 bis 15.