Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Räumfahrzeug mit einem Traggestell und einer Kehrblasanordnung,
welche um eine durch das Räumfahrzeug verlaufende Vertikalachse gegenüber dem Traggestell
einstellbar schwenkbar ist und eine Blasluftvorrichtung umfasst. Im Weiteren weist
das Räumfahrzeug ein am Traggestell angeordnetes Gebläse und einen Hohlkörper zur
Leitung der Blasluft von dem Gebläse zur Blasluftvorrichtung auf. Ferner betrifft
die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb eines Räumfahrzeugs.
Hintergrund
[0002] Aus
EP3042996 ist ein Schneeräumfahrzeug bekannt, welches eine Kehrwalzenbürste und eine Kehrblasanordnung
aufweist zum Abführen von Schnee mittels eines Luftstroms. Die Kehrblasanordnung weist
mehrere Blasluftöffnungen zum gleichzeitigen, gleichwirkenden Blasen auf. Angestrebt
wird eine möglichst gleichmässige Blasluftverteilung entlang der Kehrwalzenbürste
für eine deutlich bessere Abfuhr des vom Pflug zurück gelassenen Schnees bzw. des
von der Kehrwalzenbürste gelösten Schnees.
[0003] Die Kehrblasanordnung ist um eine durch das Räumfahrzeug verlaufende Vertikalachse
einstellbar verschwenkbar. Sie kann dabei in unterschiedliche Arbeitspositionen oder
in eine Transportposition geschwenkt werden.
[0004] Solche Schneeräumfahrzeuge haben sich bewährt. Sie werden insbesondere für die Schneeräumung
auf Start- und Landebahnen für Flugzeuge eingesetzt, wo grosse Schneemengen rasch
beseitigt werden müssen.
Darstellung der Erfindung
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein verbessertes Räumfahrzeug zu schaffen.
Insbesondere soll die Kehrblasanordnung einfacher geschwenkt werden können.
[0006] Diese Aufgabe wird gemäss dem unabhängigen Vorrichtungsanspruch gelöst.
[0007] Demgemäss umfasst das Räumfahrzeug, welches bevorzugt ein Schneeräumfahrzeug ist,
ein Traggestell und eine Kehrblasanordnung. Die Kehrblasanordnung ist um eine durch
das Räumfahrzeug verlaufende Vertikalachse gegenüber dem Traggestell einstellbar schwenkbar
angeordnet. Ebenfalls umfasst die Kehrblasanordnung eine Blasluftvorrichtung.
[0008] Im Weiteren umfasst das Räumfahrzeug ein an dem Traggestell angeordnetes Gebläse
zur Erzeugung von Blasluft und einen Hohlkörper zur Leitung der Blasluft von dem Gebläse
zur Blasluftvorrichtung.
[0009] Die Kehrblasanordnung mit der Blasluftvorrichtung ist mit einer ersten Schwenkbewegung
in eine Arbeitsstellung und mit einer zweiten Schwenkbewegung in eine Transportstellung
schwenkbar.
[0010] Das Schwenken in die Transportstellung ist insbesondere dann vorgesehen, wenn das
Räumfahrzeug über längere Strecken mit erhöhter Geschwindigkeit bewegt werden soll,
ohne dass die Kehrblasanordnung in Betrieb ist und auch wenn das Räumfahrzeug geparkt
wird. In die Arbeitsstellung wird dann ausgeschwenkt, wenn die Kehrblasanordnung betrieben
werden soll.
[0011] Der Hohlkörper und die Blasluftvorrichtung sind derart ausgestaltet und angeordnet,
dass sie durch die erste Schwenkbewegung in Blasluftverbindung bringbar sind und durch
die zweite Schwenkbewegung die Blasluftverbindung aufhebbar ist.
[0012] Dies führt zum Ergebnis, dass der Hohlkörper und die Blasluftvorrichtung in der Transportstellung
nicht zur Leitung von Blasluft verbunden sind. In der Arbeitsstellung ist die Blasluftverbindung
allerdings gewährleistet und Blasluft kann vom Hohlkörper zur Blasluftvorrichtung
geleitet werden.
[0013] Dies hat den Vorteil, dass die Blasluftverbindung zwischen Hohlkörper und Blasluftvorrichtung
durch die Schwenkbewegung erstellt werden kann, und es beispielsweise nicht erforderlich
ist, den Hohlkörper oder die Blasluftvorrichtung von Hand in Position zu bringen,
um die Blasluftverbindung zu erstellen. Dadurch muss der Fahrer des Räumfahrzeugs
beim Schwenken von der Transportstellung in die Arbeitsstellung das Fahrzeug nicht
verlassen, um den Hohlkörper und die Blasluftvorrichtung in Blasluftverbindung zu
bringen.
[0014] Grundsätzlich könnten der Hohlkörper und die Blasluftvorrichtung über die gesamte
Schwenkbewegung, d.h. auch in der Transportstellung, verbunden bleiben, sodass kein
Erstellen und Aufheben der Blasluftverbindung notwendig wäre. Dies ist allerdings
angesichts der komplexen Ausgestaltung des Räumfahrzeuges, insbesondere des Trägers
und des Hohlkörpers, konstruktiv kaum oder zumindest nur mit Schwierigkeiten zu bewerkstelligen.
[0015] Aus diesen Gründen hat sich deshalb gezeigt, dass es vorteilhaft ist, den Hohlkörper
und die Blasluftvorrichtung durch eine erste Schwenkbewegung in Blasluftverbindung
zu bringen und die Blasluftverbindung durch eine zweite Schwenkbewegung aufzuheben.
[0016] Im Weiteren kann das Räumfahrzeug eine Koppelvorrichtung zur Kopplung des Hohlkörpers
und der Blasluftvorrichtung aufweisen.
[0017] Bei einer Koppelvorrichtung handelt es sich um eine beliebe Vorrichtung, welche die
Verbindung von Hohlkörper und Blasluftvorrichtung unterstützt. Beispielsweise hält
die Koppelvorrichtung den Hohlkörper und die Blasluftvorrichtung zusammen, oder sie
hält zumindest beide in Position, sodass die Blasluftverbindung gewährleistet bleibt,
auch wenn das Fahrzeug während des Fahrens starke Erschütterungen erfährt.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Koppelvorrichtung derart ausgestaltet,
dass der Hohlkörper und die Blasluftverbindung mit Kraft der ersten Schwenkbewegung
mittels der Koppelvorrichtung gegenseitig koppelbar sind, und mit Kraft der zweiten
Schwenkbewegung gegenseitig entkoppelbar sind, d.h. aus der Kopplung gelöst werden.
[0019] Dies hat den Vorteil, dass mit der Kraft der Schwenkbewegung selbst die Kopplung
erstellt werden kann. Es sind somit keine weiteren Manipulationen, beispielsweise
von Hand oder mittels einem zusätzlichen Aktuator zur Betätigung der Kopplung notwendig.
Solche Manipulationen sind aber dennoch möglich, falls die durch die Schwenkbewegung
bereits erfolgte Kopplung durch eine zusätzliche Kopplung verstärkt werden soll.
[0020] Mit Vorteil ist die Koppelvorrichtung am Traggestell angeordnet. Die Blasluftvorrichtung
ist in ihren Schwenkbewegungen von der Koppelvorrichtung zumindest teilweise, insbesondere
vollständig, geführt, und ein koppelbares Ende des Hohlkörpers ist an der Koppelvorrichtung
angeordnet.
[0021] Da die Koppelvorrichtung am Traggestell angeordnet ist, schwenkt sie mit der Schwenkbewegung
der Blasluftvorrichtung nicht mit. Die Blasluftvorrichtung schwenkt somit entlang
der Koppelvorrichtung, welche die Schwenkbewegung führt.
[0022] Die Koppelvorrichtung muss die Blasluftvorrichtung nicht zwingend über die gesamte
Schwenkbewegung führen. Vorteilhaft wird die Schwenkbewegung allerdings an den Arbeitspositionen
geführt, sodass der Hohlkörper und die Blasluftvorrichtung präzise aufeinander ausgerichtet
sind zur Durchleitung der Blasluft.
[0023] Vorteilhaft weist die Koppelvorrichtung eine Führungsschiene auf, entlang welcher
die Blasluftvorrichtung bewegbar angeordnet ist.
[0024] Weiter kann die Koppelvorrichtung am Traggestell über einen Dreharm drehbar und in
gekoppeltem Zustand mit der Blasluftvorrichtung mitschwenkend angeordnet sein, derart,
dass die Blasluftvorrichtung durch den Dreharm und die Koppelvorrichtung geführt ist.
[0025] In einer besonderen Ausführungsform sind mindestens zwei Hohlkörperteile gegenüber
dem Traggestell nicht schwenkbar angeordnet. Die Blasluftvorrichtung ist je nach eingestellter
Arbeitsstellung, mit jeweils einem der mindestens zwei nicht schwenkbaren Hohlkörperteile
in Blasluftverbindung.
[0026] Mit anderen Worten ist die Blasluftverbindung zum Betrieb in einer ersten Arbeitsstellung
mit einem ersten Hohlkörperteil verbunden und zum Betrieb in einer zweiten Arbeitsstellung
mit einem zweiten Hohlkörperteil verbunden. Der erste und der zweite Hohlkörperteil
haben somit unterschiedliche Auslässe, mit denen die Blasluftvorrichtung in Blasluftverbindung
steht.
[0027] Die beiden Hohlkörperteile können zusammengeführt werden und über einen gemeinsamen
Abschnitt des Hohlkörpers mit dem Gebläse verbunden sein. D.h. nicht jeder einzelne
Hohlkörperteil muss für sich alleine mit dem Gebläse verbunden sein, sondern ein einzelner
vom Gebläse wegführender Hohlkörper kann beispielsweise in zwei Hohlkörperteile verzweigen.
[0028] Eine derartige Anordnung des Hohlkörpers hat den Vorteil, dass dieser relativ einfach
ausgestaltet werden kann, weil die Hohlkörperteile statisch und nicht drehbar am Traggestell
angeordnet sein müssen.
[0029] Mit Vorteil ist die Blasluftvorrichtung mit einem ersten Hohlkörperteil in Blasluftverbindung,
falls die Kehrblasanordnung derart geschwenkt ist, dass auf eine erste Räumfahrzeugseite,
insbesondere in Fahrtrichtung nach rechts, geräumt wird, und mit einem zweiten Hohlkörperteil
in Blasluftverbindung, falls die Kehrblasanordnung derart geschwenkt ist, dass auf
eine zweite Räumfahrzeugseite, insbesondere in Fahrtrichtung nach links, geräumt wird.
[0030] Alternativ zu einer statischen Anordnung des Hohlkörpers kann auch vorgesehen sein,
dass der Hohlkörper schwenkbar am Traggestell angeordnet ist. Die Koppelvorrichtung
ist dabei derart ausgestaltet, dass der Hohlkörper mit den Schwenkbewegungen der Blasluftvorrichtung
synchron mitschwenkend gekoppelt ist.
[0031] Insbesondere erstreckt sich die synchrone Schwenkbewegung über einen Winkelabschnitt
von mindestens 45°, insbesondere von mindestens 60°, insbesondere von mindestens 90°.
[0032] Ein drehbar angeordneter Hohlkörper ist im Vergleich zu einem statisch angeordneten
Hohlkörper zwar aufwändiger und komplexer auszugestalten, andererseits lässt sich
im Schwenkbereich aber eine beliebige Anzahl von Positionen anfahren. Die Blasluftvorrichtung
ist dadurch nicht nur an denjenigen Positionen, an welchen statische Hohlkörperteile
angeordnet sind, mit diesen in Blasluftverbindung bringbar.
[0033] Mit Vorteil ist die Koppelvorrichtung derart ausgestaltet, dass die Blasluftvorrichtung
über einen Winkelabschnitt von mindestens 60°, insbesondere von mindestens 75°, insbesondere
von mindestens 90°, insbesondere von mindestens 135° in ihren Schwenkbewegungen geführt
ist, insbesondere wobei die Blasluftvorrichtung über einen Winkelabschnitt von maximal
150°, insbesondere maximal 135°, insbesondere von maximal 110°, insbesondere von maximal
90°, insbesondere von maximal 60°, in ihren Schwenkbewegungen geführt ist.
[0034] Im Weiteren kann das Räumfahrzeug eine Anpressvorrichtung aufweisen, welche die mindestens
eine Blasluftvorrichtung an die Koppelvorrichtung und/oder an den mindestens einen
Hohlkörper bzw. Hohlkörperteil anpresst.
[0035] Dies hat den Vorteil, dass sofern der Hohlkörper und die Blasluftvorrichtung nicht
über eine steife Verbindung in einer Arbeitsposition miteinander gekoppelt sind, diese
trotzdem zuverlässig in Blasluftverbindung verbleiben, auch wenn das Fahrzeug durch
Unebenheiten auf der Fahrtstrecke starke Vibrationen erfährt.
[0036] In einer bevorzugten Ausführung ist die Kehrblasanordnung um einen Winkel von mindestens
90°, insbesondere von mindestens 110°, insbesondere von mindestens 130°, insbesondere
von mindestens 135°, schwenkbar angeordnet, insbesondere wobei sich die Kehrblasanordnung
bei einem Winkel 0° in der Transportstellung befindet, und bei einem Winkel zwischen
30°, insbesondere 45°, bis 135°, insbesondere 120°, in der Arbeitsstellung befindet.
[0037] Das Räumfahrzeug kann auf bekannte Weise ein Fahrzeug mit eigenem Fahrantrieb und
insbesondere einem frontseitigen Schneepflug sein. Alternativ kann das Räumfahrzeug
ein ziehbares Fahrzeug ohne eigenen Fahrantrieb sein, so dass es als Anhänger hinter
einem Fahrzeug, insbesondere mit Schneepflug, mitgeführt wird.
[0038] Der Erfindung liegt weiter die Aufgabe zu Grunde eine verbesserte Räumung, insbesondere
eine Schneeräumung, mit einem Räumfahrzeug zu schaffen.
[0039] Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren gemäss dem unabhängigen Verfahrensanspruch
gelöst.
[0040] Demgemäss weist das Räumfahrzeug eine Kehrblasanordnung auf, welche mindestens eine
Blasluftvorrichtung umfasst.
[0041] Die Kehrblasanordnung wird durch eine erste Schwenkbewegung aus einer Transportstellung
in eine erste Arbeitsstellung geschwenkt, derart, dass die mindestens eine Blasluftvorrichtung
mit mindestens einem Hohlkörper in Blasluftverbindung gebracht wird. Mit einer zweiten
Schwenkbewegung wird die Kehrblasanordnung aus einer zweiten Arbeitsstellung in eine
Transportstellung geschwenkt, derart, dass die Blasluftverbindung zwischen der mindestens
einen Blasluftvorrichtung und dem mindestens einen Hohlkörper aufgehoben wird.
[0042] Es ergeben sich dieselben Vorteile wie bereits beim unabhängigen Vorrichtungsanspruch
beschrieben wurde.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0043] Weitere Ausgestaltungen, Vorteile und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus
den abhängigen Ansprüchen und aus der nun folgenden Beschreibung anhand der Figuren.
Dabei zeigen:
Fig. 1 ein Räumfahrzeug (Stand der Technik),
Fig. 2 eine Kehrblasanordnung mit einem nicht schwenkbaren Hohlkörper in einer Transportstellung
in Ansicht von oben,
Fig. 3 eine Kehrblasanordnung mit einem nicht schwenkbaren Hohlkörper in einer Transportstellung
in seitlicher Ansicht,
Fig. 4 eine Kehrblasanordnung mit einem nicht schwenkbaren Hohlkörper in einer Arbeitsstellung
in Ansicht von oben,
Fig. 5 eine Kehrblasanordnung mit einem nicht schwenkbaren Hohlkörper in einer Arbeitsstellung
in seitlicher Ansicht,
Fig. 6 eine Kehrblasanordnung mit einem schwenkbaren Hohlkörper in einer Transportstellung
in seitlicher Ansicht,
Fig. 7 eine Kehrblasanordnung mit einem schwenkbaren Hohlkörper in einer Arbeitsstellung
in Ansicht von oben, und
Fig. 8 eine Kehrblasanordnung mit einem schwenkbaren Hohlkörper in einer Arbeitsstellung
in seitlicher Ansicht.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0044] In Fig. 1 wird ein Räumfahrzeug zur Räumung von Schnee dargestellt, wie es einem
Fachmann aus dem Stand der Technik bekannt ist. Dieses weist einen Anhänger 1 und
ein Zugfahrzeug 2 auf. Das Räumfahrzeug steht auf der Fläche, auf der sich der zu
räumende Schnee befindet und die zum Beispiel eine Start- und Landebahn eines Flughafens
ist. Ein solches Fahrzeug weist die bei Räumfahrzeugen üblichen Antriebe auf, die
hier nicht weiter erläutert werden. Das Räumfahrzeug ist an der Front mit einem Schneepflug
(nicht gezeigt) ausgerüstet, was hier ebenfalls nicht weiter erläutert wird, da dies
dem Fachmann für Schneeräumfahrzeuge bekannt ist. Das Räumfahrzeug weist ein Traggestell
3 und eine Kehrblasanordnung 4 auf. Die Kehrblasanordnung 4 ist dabei um eine durch
das Räumfahrzeug verlaufende Vertikalachse 5 schwenkbar angeordnet.
[0045] Mit dem Räumfahrzeug soll der Boden möglichst sauber vom Schnee befreit werden. Derjenige
Schnee, den der an der Frontseite des Räumfahrzeuges angeordnete Schneepflug nicht
sauber vom Boden räumt, wird anschliessend durch die Kehrblasanordnung 4 vom Boden
entfernt.
[0046] Die Kehrblasanordnung 4 weist hierfür eine Kehrwalzenbürste 11, mit welcher der Schnee
vom Boden gelöst bzw. aufgeputzt und aufgewirbelt wird, und eine Blasluftvorrichtung
8, mit welcher der aufgewirbelte Schnee zur Seite geblasen wird, auf. Zum Versorgen
der Blasluftvorrichtung 8 mit Blasluft ist am Traggestell 3 ein Gebläse 6 angeordnet,
welches Blasluft über zwei Teile eines Hohlkörpers 7 zur Blasluftvorrichtung 8 befördert.
[0047] Die Kehrblasanordnung 8 ist in Fig. 1 in eine Arbeitsstellung geschwenkt, sodass
in Fahrtrichtung (Pfeil 9) nach rechts (Pfeil 10) der Schnee geräumt und geblasen
werden kann. Dabei sind die zwei Hohlkörperteile des Hohlkörpers 7 mit der Blasluftvorrichtung
8 gekoppelt, um die vom Gebläse erzeugte Blasluft der Blasluftvorrichtung 8 zuzuführen.
[0048] Die Kehrblasanordnung 4 ist in eine Transportstellung schwenkbar, in welcher die
Kehrwalzenbürste 11 mit ihrer Drehachse im Wesentlichen in Längsrichtung des Räumfahrzeuges
liegend angeordnet wird. Die Transportstellung ist beispielsweise nützlich für den
Transport über weite Fahrtwege, insbesondere über schmale Strassen, oder um das Räumfahrzeug
platzsparend in einer Garage abzustellen.
[0049] Bei einem in Fig. 1 dargestellten, aus dem Stand der Technik bekannten Räumfahrzeug
müssen die Hohlkörperteile des Hohlkörpers 7 von den Blasluftvorrichtungen 8 entkoppelt
werden, um die Kehrblasanordnung 4 in die Transportstellung zu schwenken.
[0050] In den weiteren Figuren werden zwei unterschiedliche Ausführungen eines verbesserten
Räumfahrzeuges dargestellt, bei welchen die Kehrblasanordnung 4 zwischen Transportstellung
und Arbeitsstellung möglichst einfach geschwenkt werden kann.
[0051] In den Fig. 2 bis 5 wird die erste Ausführungsform des Räumfahrzeuges dargestellt,
wobei diese statische Hohlkörperteile des Hohlkörpers 7 aufweist, d.h. die Hohlkörperteile
bzw. der Hohlkörper 7 drehen nicht mit der Schwenkbewegung der Kehrblasanordnung mit.
In den Fig. 6 bis 8 weist das Räumfahrzeug in einer zweiten Ausführungsform Hohlkörperteile
des Hohlkörpers 7 auf, welche mit der Schwenkbewegung der Kehrblasanordnung 4 mitgeschwenkt
werden können.
[0052] In den Fig. 2 und 3 ist das Räumfahrzeug der ersten Ausführungsform in der Transportstellung
dargestellt. In der Transportstellung ist die Kehrblasanordnung 4 mit der Kehrwalzenbürste
11 und der Blasluftvorrichtung 8 parallel zur Fahrtrichtung 9 angeordnet, bzw. die
Längsachse der Kehrwalzenbürste liegt im Wesentlichen koaxial zur Längsachse des Traggestells
3, sodass das Räumfahrzeug in seiner seitlichen Ausdehnung möglichst schmal ist.
[0053] In der Transportstellung stehen die Hohlkörperteile des Hohlkörpers 7 und die Blasluftvorrichtungen
8 nicht in Blasluftverbindung. Die Hohlkörperauslässe 12, d.h. die koppelbaren Enden
der Hohlkörperteile des Hohlkörpers 7, sind nicht mit den Blasluftvorrichtungseinlässen
13, d.h. mit den koppelbaren Enden der Blasluftvorrichtung 8, verbunden.
[0054] Zur Versorgung der Blasluftvorrichtung führen zwei Hohlkörperteile des Hohlkörpers
7 vom Gebläse 6 weg bzw. der Hohlkörper 7 verzweigt in zwei separate Hohlkörperteile
bzw. Hohlkörperstränge, sodass insgesamt vier Hohlkörperauslässe 12 vorhanden sind.
In Fahrtrichtung 9 gesehen sind zwei Hohlkörperauslässe 12 links und zwei Hohlkörperauslässe
rechts vom Traggestell 3 angeordnet. In dieser Ausführungsform sind sämtliche Teile
des Hohlkörpers 7 gegenüber dem Traggestell 3 statisch angeordnet und werden nicht
mit der Kehrblasanordnung um die Vertikalachse 5 mitgeschwenkt.
[0055] Im Weiteren weist das Räumfahrzeug eine Koppelvorrichtung 14 auf, welche die Blasluftverbindung
zwischen Hohlkörper 7 und Blasluftvorrichtung 8 unterstützt. In der vorliegenden Ausführungsform
weist die Koppelvorrichtung 14 eine Führungsschiene 15 auf, welche die Blasluftvorrichtungen
8 bzw. die Blasluftvorrichtungseinlässe 13 in ihren Bewegungen führt, sodass diese
bei Erreichen der Arbeitsstellungen mit den Hohlkörperteilen des Hohlkörpers 7 präzise
in Blasluftverbindung stehen.
[0056] Aus der Transportstellung kann die Kehrblasanordnung 4 um die Vertikalachse 5 in
eine erste Arbeitsstellung geschwenkt werden (Pfeil 16). In den Fig. 4 und 5 ist das
Räumfahrzeug in der ersten Arbeitsstellung dargestellt. Dabei wird wie in Fig. 1 der
Schnee in Fahrtrichtung (Pfeil 9) nach rechts (Pfeil 10) weggeräumt. Hierfür wurde
die Kehrblasanordnung 4 von der Transportstellung um einen Winkel 17 von 45° in Gegenuhrzeigerrichtung
(Pfeil 16) geschwenkt. Wie in Fig. 5 sichtbar, steht die Blasluftvorrichtung 8 mit
dem Hohlkörper 7 in der ersten Arbeitsstellung in Blasluftverbindung. Durch die Führungsschiene
15 wurde die Blasluftvorrichtung 8 präzise an einen ersten Hohlkörperauslass 121 herangeführt.
Auf der dem Traggestell 3 gegenüberliegenden Seite steht die Blasluftvorrichtung 8
ebenfalls mit dem Hohlkörper 7 an einem ersten Hohlkörperauslass 121 in Blasluftverbindung.
[0057] Würde die Kehrblasanordnung um weitere 90° im Gegenuhrzeigersinn gedreht werden,
so stünden die Blasluftvorrichtungen 8 und der Hohlkörper 7 an den zweiten Hohlkörperauslässen
122 in einer zweiten Arbeitsstellung in Blasluftverbindung, sodass der Schnee nach
links weggeblasen würde. In diesem Fall wäre die Blasluftvorrichtung 8 ausgehend von
der Transportstellung um insgesamt 135° in Gegenuhrzeigerrichtung geschwenkt worden.
Bei der Schwenkbewegung von der ersten Arbeitsstellung zur zweiten Arbeitsstellung
bewegt sich die Blasluftvorrichtung 8 entlang der Führungsschiene 15, wobei die Blasluftverbindung
mit dem ersten Hohlkörperauslass 121 aufgelöst wird, und eine Blasluftverbindung mit
dem zweiten Hohlkörperauslass 122 hergestellt wird.
[0058] Im Weiteren weist das Räumfahrzeug eine Anpressvorrichtung 18 auf, mit welcher die
Blasluftvorrichtung 8 an die Führungsschiene 15 bzw. den Hohlkörper 7 gedrückt wird.
[0059] Beginnend mit Fig. 6 wird nun eine alternative Ausführungsform des Räumfahrzeugs
dargestellt. Dieses weist einen Hohlkörper 7 mit Hohlkörperteilen auf, welche nicht
mehr statisch am Traggestell 3 angeordnet sind, sondern mit der Schwenkbewegung der
Kehrblasanordnung zumindest teilweise mitgeschwenkt werden können.
[0060] In Fig. 6 ist das Räumfahrzeug wie in den Fig. 2 und 3 in der Transportstellung dargestellt.
Die Blasluftvorrichtung 8 und die Hohlkörperteile des Hohlkörpers 7 stehen nicht in
Blasluftverbindung. Der Hohlkörper 7 wird dabei über einen Dreharm 19 in Position
gehalten.
[0061] Der Dreharm 19 weist an seinen äusseren Enden jeweils einen Mitnehmer 20 mit einer
Auffangvorrichtung 24 auf. Während der Schwenkbewegung der Kehrblasanordnung von der
Transportstellung in die erste Arbeitsstellung fängt die Auffangvorrichtung 24 die
Blasluftvorrichtung auf, sodass der Hohlkörper 7 und die Blasluftvorrichtung 8 in
Blasluftverbindung gebracht werden.
[0062] Ausgehend von der ersten Arbeitsstellung, welche in den Fig. 7 und 8 dargestellt
ist, kann die Kehrblasanordnung wiederum über weitere 90° in Gegenuhrzeigerrichtung
in eine zweite Arbeitsstellung geschwenkt werden. Hierbei überträgt der Mitnehmer
20 die Kraft der Schwenkbewegung der Kehrblasanordnung in eine erste Richtung (Pfeilrichtung
21) auf die Hohlkörperteile des Hohlkörpers 7, sodass die Hohlkörperteile synchron
mit der Blasluftvorrichtung 8 mitschwenken.
[0063] Mit der Schwenkbewegung in die erste Richtung (Pfeilrichtung 21) wird eine Rückstellvorrichtung
23 gespannt. Diese bewegt den Hohlkörper 7 bzw. dessen Teile in eine zweite Richtung
(Pfeilrichtung 22), welche der ersten Richtung entgegengesetzt ist, sobald die Kehrblasanordnung
in Pfeilrichtung 22 zurückgeschwenkt wird. Damit der Hohlkörper 7 synchron mitschwenken
kann, ist er aus flexiblen Schläuchen gebildet.
[0064] Der Vorteil eines flexiblen Hohlkörpers 7 liegt darin, dass nicht nur zwei Arbeitsstellungen
wie in der ersten Ausführungsform möglich sind, sondern dass die Kehrblasanordnung
in einen beliebigen Winkel zwischen der ersten Arbeitsstellung und der zweiten Arbeitsstellung
geschwenkt werden kann.
[0065] Während in der vorliegenden Anmeldung bevorzugte Ausführungen der Erfindung beschrieben
sind, ist klar darauf hinzuweisen, dass die Erfindung nicht auf diese beschränkt ist
und in auch anderer Weise innerhalb des Umfangs der folgenden Ansprüche ausgeführt
werden kann.
1. Räumfahrzeug, insbesondere Schneeräumfahrzeug, mit
- einem Traggestell (3),
- einer Kehrblasanordnung (4), welche um eine durch das Räumfahrzeug verlaufende Vertikalachse
(5) gegenüber dem Traggestell (3) einstellbar schwenkbar ist und eine Blasluftvorrichtung
(8) umfasst,
- einem an dem Traggestell (3) angeordneten Gebläse (6) zur Erzeugung von Blasluft,
- einem Hohlkörper (7) zur Leitung der Blasluft von dem Gebläse (5) zur Blasluftvorrichtung
(8),
wobei die Kehrblasanordnung (4) mit der Blasluftvorrichtung (8) mit einer ersten Schwenkbewegung
in eine Arbeitsstellung und mit einer zweiten Schwenkbewegung in eine Transportstellung
schwenkbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlkörper (7) und die Blasluftvorrichtung (8) derart ausgestaltet und angeordnet
sind, dass sie
- durch die erste Schwenkbewegung in Blasluftverbindung bringbar sind, und
- die Blasluftverbindung durch die zweite Schwenkbewegung aufhebbar ist.
2. Räumfahrzeug nach Anspruch 1, wobei dieses eine Koppelvorrichtung (14) zur Kopplung
des Hohlkörpers (7) und der Blasluftvorrichtung (8) aufweist.
3. Räumfahrzeug nach Anspruch 2, wobei die Koppelvorrichtung (14) derart ausgestaltet
ist, dass der Hohlkörper (8) und die Blasluftvorrichtung (7)
- mit Kraft der ersten Schwenkbewegung mittels der Koppelvorrichtung (14) gegenseitig
koppelbar sind, und
- mit Kraft der zweiten Schwenkbewegung gegenseitig entkoppelbar sind.
4. Räumfahrzeug nach einem der Ansprüche 2 bis 3, wobei
- die Koppelvorrichtung (14) an dem Traggestell (3) angeordnet ist, und
- die Blasluftvorrichtung (8) in ihren Schwenkbewegungen von der Koppelvorrichtung
(14) zumindest teilweise, insbesondere vollständig, geführt ist, und
- wobei ein koppelbares Ende des Hohlkörpers (7) an der Koppelvorrichtung (14) angeordnet
ist.
5. Räumfahrzeug nach Anspruch 4, wobei
- die Koppelvorrichtung (14) eine Führungsschiene (15) aufweist, entlang welcher die
Blasluftvorrichtung (8) bewegbar angeordnet ist, und/oder
- die Koppelvorrichtung (14) am Traggestell (3) über einen Dreharm (19) drehbar und
in gekoppeltem Zustand mit der Blasluftvorrichtung (8) mitschwenkend angeordnet ist,
derart, dass die Blasluftvorrichtung (8) durch den Dreharm (19) und die Koppelvorrichtung
(14) geführt ist.
6. Räumfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei mindestens zwei Hohlkörperteile des Hohlkörpers (7) vorgesehen sind, die gegenüber
dem Traggestell (3) nicht schwenkbar angeordnet sind,
wobei die Blasluftvorrichtung (8) je nach eingestellter Arbeitsstellung mit jeweils
einem der mindestens zwei nicht schwenkbaren Hohlkörperteile des Hohlkörpers (7) in
Blasluftverbindung ist.
7. Räumfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Blasluftvorrichtung
(8)
- mit einem ersten Hohlkörperteil des Hohlkörpers (7) in Blasluftverbindung ist, falls
die Kehrblasanordnung (4) derart geschwenkt ist, dass auf eine erste Räumfahrzeugseite,
insbesondere in Fahrtrichtung (9) nach rechts (10), geräumt wird,
- mit einem zweiten Hohlkörperteil des Hohlkörpers (7) in Blasluftverbindung ist,
falls die Kehrblasanordnung (4) derart geschwenkt ist, dass auf eine zweite Räumfahrzeugseite,
insbesondere in Fahrtrichtung (9) nach links, geräumt wird.
8. Räumfahrzeug nach einem der Ansprüche 2 bis 5, wobei die Koppelvorrichtung (14) derart
ausgestaltet ist, dass der Hohlkörper (7) zumindest teilweise mit den Schwenkbewegungen
der Blasluftvorrichtung (8) synchron mitschwenkend gekoppelt ist, insbesondere über
einen Winkelabschnitt von mindestens 45°, insbesondere von mindestens 60°, insbesondere
von mindestens 90°.
9. Räumfahrzeug nach einem der Ansprüche 2 bis 8, wobei die Koppelvorrichtung (14) derart
ausgestaltet ist, dass die Blasluftvorrichtung (8) über einen Winkelabschnitt von
mindestens 60°, insbesondere von mindestens 75°, insbesondere von mindestens 90°,
insbesondere von mindestens 135° in ihren Schwenkbewegungen geführt ist,
insbesondere wobei die Blasluftvorrichtung (8) über einen Winkelabschnitt von maximal
150°, insbesondere maximal 135°, insbesondere von maximal 110°, insbesondere von maximal
90°, insbesondere von maximal 60°, in ihren Schwenkbewegungen geführt ist.
10. Räumfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei dieses eine Anpressvorrichtung
(18), zum Anpressen der mindestens einen Blasluftvorrichtung (8) an die Koppelvorrichtung
(14) und/oder an den Hohlkörper (7) aufweist.
11. Verfahren zum Betrieb eines Räumfahrzeuges, insbesondere nach einem der vorangehenden
Ansprüche, wobei das Räumfahrzeug eine Kehrblasanordnung (4) mit einer Blasluftvorrichtung
(8) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kehrblasanordnung (4)
- durch eine erste Schwenkbewegung aus einer Transportstellung in eine erste Arbeitsstellung
geschwenkt wird, derart, dass die Blasluftvorrichtung (8) mit einem Hohlkörper (7),
welcher in einem Blasbetrieb Blasluft von einem Gebläse (6) zur Blasluftvorrichtung
(8) leitet, in Blasluftverbindung gebracht wird,
- durch eine zweite Schwenkbewegung aus einer Arbeitsstellung in eine Transportstellung
geschwenkt wird, derart, dass die Blasluftverbindung zwischen der Blasluftvorrichtung
(8) und dem mindestens einen Hohlkörper (7) aufgehoben wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei die Kehrblasanordnung (4)
- durch eine erste Schwenkbewegung aus einer Transportstellung in eine erste Arbeitsstellung
geschwenkt wird, derart, dass die Blasluftvorrichtung (8) mit einem Hohlkörper (7),
welcher in einem Blasbetrieb Blasluft von mindestens einem Gebläse (6) zur Blasluftvorrichtung
(8) leitet, mit Kraft der ersten Schwenkbewegung gekoppelt wird,
- durch eine zweite Schwenkbewegung aus einer Arbeitsstellung in eine Transportstellung
geschwenkt wird, derart, dass die Blasluftvorrichtung (8) mit Kraft der zweiten Schwenkbewegung
von dem Hohlkörper (7) entkoppelt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, wobei von einer ersten Arbeitsstellung in eine
zweite Arbeitsstellung geschwenkt wird, derart,
- dass die Blasluftvorrichtung (8) und der Hohlkörper (7) synchron und gekoppelt mitschwenken,
oder
- dass die Blasluftvorrichtung (8) durch Kraft dieser Schwenkbewegung von einem ersten
Hohlkörperteil des Hohlkörpers (7) entkoppelt wird, und durch Kraft dieser Schwenkbewegung
mit einem zweiten Hohlkörperteil des Hohlkörpers (7) gekoppelt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei von der ersten Arbeitsstellung in die zweite Arbeitsstellung
in Form einer Rotation über einen Winkel von
- mindestens 30°, insbesondere von mindestens 60°, insbesondere von mindestens 75°,
insbesondere von mindestens 90°,
- maximal 120°, insbesondere von maximal 105°, insbesondere von maximal 90°, insbesondere
von maximal 60°,
geschwenkt wird.