(19)
(11) EP 3 284 878 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.02.2018  Patentblatt  2018/08

(21) Anmeldenummer: 17186082.8

(22) Anmeldetag:  14.08.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04F 15/02(2006.01)
E04D 13/04(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 18.08.2016 AT 507442016

(71) Anmelder:
  • Leitner, Franz
    4048 Puchenau (AT)
  • Möstl, Gerhard
    4020 Linz (AT)

(72) Erfinder:
  • Leitner, Franz
    4048 Puchenau (AT)
  • Möstl, Gerhard
    4020 Linz (AT)

(74) Vertreter: KLIMENT & HENHAPEL 
Patentanwälte OG Singerstrasse 8/3/9
1010 Wien
1010 Wien (AT)

   


(54) ENTWÄSSERUNGSVORRICHTUNG FÜR FLIESEN


(57) Entwässerungsvorrichtung (4) zur Ableitung von Flüssigkeit von der Oberseite einer in einer Verlegeebene mit Fugen verlegten Fliese (5), wobei zumindest ein von einem oberen Ende eines Fugenverankerungsschaftes (2) seitlich abstehender Entwässerungsdorn (1A,1B) zur Auflage an der Oberseite der Fliese oder ihrer Fase (9) vorgesehen ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Entwässerungsvorrichtung zur Ableitung von Flüssigkeit, insbesondere von Wasser, von der Oberseite einer in einer Verlegeebene mit Fugen verlegten Fliese, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.

[0002] Zur Herstellung von Terrassenflächen werden Fliesen auf einer wasseraufnehmenden und/oder wasserableitenden Grundschicht in einer Verlegeebene mit Fugen verlegt, um Regen- oder Schmelzwasser das Abfließen in die Fugen und in die Grundschicht zu ermöglichen. In der Praxis zeigt sich aber, dass sich insbesondere bei keramischen Fliesen auf den Fliesen Flüssigkeitsansammlungen bilden können, die nicht in die Fugen abfließen. Wenn diese Flüssigkeitsansammlungen nicht manuell unter Zuhilfenahme eines Schiebers, Schrubbers, Besens oder saugfähigen Materials in Form eines Tuches entfernt werden, kann es vorkommen, dass es mitunter Tage dauert, bis sie natürlich verdunsten. Im Winter kann Schmelzwasser bei entsprechenden Temperaturen gefrieren. In beiden Fällen können diese Flüssigkeitsansammlungen eine Rutschgefahr für Personen darstellen und zu Verletzungen führen. Zudem können nach dem Verdunsten Rückstände verbleiben, die eine optische Beeinträchtigung oder ungewünschte Verunreinigungen verursachen.

[0003] Es ist daher Aufgabe der Erfindung diese Nachteile zu überwinden und eine Vorrichtung vorzuschlagen, mittels derer eine Flüssigkeit und insbesondere Wasser von der Oberseite von Fliesen abgeleitet werden kann.

[0004] Diese Aufgabe wird durch eine Entwässerungsvorrichtung zur Ableitung von Flüssigkeit von der Oberseite einer in einer Verlegeebene mit Fugen verlegten Fliese erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass zumindest ein von einem oberen Endbereich eines Fugenverankerungsschaftes seitlich abstehender Entwässerungsdorn zur Auflage an der Oberseite der Fliese oder ihrer Fase vorgesehen ist.

[0005] Der Aufbau der erfindungsgemäßen Entwässerungsvorrichtung als Fugenverankerungsschaft mit zumindest einem, vom oberen Ende des Fugenverankerungsschafts abstehenden Entwässerungsdorn hat mehrere Vorteile, auf die noch im Detail eingegangen werden wird. Die Entwässerungsvorrichtung ist in einen Arbeitszustand bringbar, indem sie in die Fuge zwischen zwei Fliesen gesteckt wird, wobei der zumindest eine Entwässerungsdorn zumindest abschnittsweise auf der Fase oder der Oberseite der Fliese aufliegt. Aufgrund der hohen Oberflächenspannung von Wasser können Wasseransammlungen bis in die Fase der Fliesen reichen, ohne dass es in die Fuge abfließt. Durch die Auflage des Entwässerungsdorns auf der Fase oder der Oberseite der Fliese wird ein Kontakt des Entwässerungsdorns mit der Flüssigkeit hergestellt, der die Oberflächenspannung des Wassers aufgrund der bei der Grenzflächenspannung zwischen Festkörper und Flüssigkeit auftretenden Adhäsionskräfte zwischen der Wasseransammlung und des abstehenden Entwässerungsdorns verringert und dem Wasser somit ein Abfließen in Richtung des Fugenverankerungsschaftes und somit in die Fuge ermöglicht. Der abstehende Entwässerungsdorn kann auf unterschiedliche Weise ausgeführt werden, wie noch näher ausgeführt werden wird.

[0006] Der zumindest eine Entwässerungsdorn verjüngt sich vom Fugenverankerungsschaft der Entwässerungsvorrichtung in Richtung seines freien Endabschnittes, wodurch seine strukturelle Elastizität erhöht wird und die Ableitung der Flüssigkeit von der Oberseite der Fliese begünstigt wird.

[0007] Vorzugsweise ist der zumindest eine Entwässerungsdorn elastisch, sodass er sich besser der angrenzenden Fliese anpassen kann.

[0008] Eine bevorzugte Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Entwässerungsvorrichtung sieht vor, dass zwei in jeweils entgegengesetzte Richtungen vom oberen Ende des Fugenverankerungsschaftes abstehende Entwässerungsdorne vorgesehen sind, um gleichzeitig Flüssigkeit von zwei gegenüberliegenden Fliesen in Richtung des Fugenverankerungsschaftes ableiten zu können.

[0009] In einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung ist der abstehende Entwässerungsdorn bogenförmig ausgeführt. Durch die bogenförmige Ausführung wird bei zumindest abschnittsweiser Auflage des Entwässerungsdorns mit der Oberseite der Fliese im Arbeitszustand durch elastische Verformung ein Druck auf die Fliese erzeugt, der die Anlage an die Fliese und somit die Funktion der Entwässerungsvorrichtung begünstigt.

[0010] Der Fugenverankerungsschaft kann in seiner Länge und Breite variieren und etwa rechteckig oder rund ausgeführt sein. Vorzugsweise ist jedoch zumindest ein Rückhalteelement am Fugenverankerungsschaft angeordnet, um den Sitz der Entwässerungsvorrichtung in der Fuge zwischen zwei Fliesen zu verbessern. In einer Ausführungsvariante der Erfindung ist etwa vorgesehen, dass das zumindest eine Rückhalteelement in Form einer Lamelle ausgebildet ist. Auch der Fugenverankerungsschaft selbst könnte als Rückhalteelement fungieren, wenn er aus elastischem, kompressiblen Kunststoff gefertigt ist und sich durch Kompression an die Fuge zwischen zwei Fliesen anpasst.

[0011] Vorzugsweise kann der Fugenverankerungsschaft in seinem oberen Endbereich eine Ableitrinne aufweisen, um Flüssigkeit von der Oberseite der abstehenden Entwässerungsdornen effizienter ableiten zu können.

[0012] Die Oberflächenbeschaffenheit des abstehenden Entwässerungsdorns spielt eine Rolle bezüglich der Effizienz der Ableitung der Flüssigkeit. Ausführungsvarianten wären hierbei eine glatte, aufgeraute, oder auch nanostrukturierte Oberfläche. Durch eine solche Oberfläche werden die Adhäsionskräfte zwischen der Flüssigkeit auf der Oberseite der Fliese und dem Entwässerungsdorn begünstigt, sodass eine beschleunigte Ableitung der Flüssigkeit erfolgt. Auch ein Ableitkanal im Entwässerungsdorn in Form einer Kapillare wäre denkbar, um die Wirksamkeit der Ableitung zusätzlich zu begünstigen.

[0013] Die Erfindung wird in weiterer Folge anhand zweier Ausführungsbeispiele mithilfe der beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen hierbei die

Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Entwässerungsvorrichtung zur Ableitung von Flüssigkeiten auf Fliesen;

Fig. 2 eine Seitenansicht der Entwässerungsvorrichtung gemäß Fig. 1;

Fig. 3 eine Aufsicht der Entwässerungsvorrichtung gemäß Fig. 1;

Fig. 4 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Entwässerungsvorrichtung mit bogenförmigen Entwässerungsdornen und Ableitrinne;

Fig. 5 eine Aufsicht der Entwässerungsvorrichtung gemäß Fig. 4;

Fig. 6 eine Seitenansicht der Entwässerungsvorrichtung gemäß Fig. 4; und die

Fig. 7 eine Aufsicht der erfindungsgemäßen Entwässerungsvorrichtung im Arbeitszustand zwischen zwei Fliesen mit Fase.



[0014] Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Entwässerungsvorrichtung 4 zur Ableitung von Flüssigkeiten, insbesondere Wasser von der Oberseite von Fliesen. Die Entwässerungsvorrichtung 4 umfasst einen Fugenverankerungsschaft 2, an dem an gegenüberliegenden Seiten im gezeigten Beispiel jeweils sechs Rückhalteelemente 3 in Form von Lamellen angeordnet sind. Am oberen Endbereich 6 des Fugenverankerungsschaftes 2 sind zwei in entgegengesetzte Richtungen abstehende Entwässerungsdorne 1A,1B angeordnet, die jeweils einen vom Fugenverankerungsschaft 2 abgewandten, freien Endabschnitt 8A,8B aufweisen.

[0015] In Figur 2 ist eine Seitenansicht der Entwässerungsvorrichtung gemäß Fig. 1 gezeigt, wobei ersichtlich ist, dass der Fugenverankerungsschaft 2 einen rechteckigen Querschnitt aufweist. In der Fig. 3 ist ersichtlich, dass sich die abstehenden Entwässerungsdorne 1A,1B vom Fugenverankerungsschaft 2 in Richtung ihres jeweiligen freien Endabschnitts 8A,8B verjüngen.

[0016] Eine Ausführungsvariante der Entwässerungsvorrichtung 4 mit zwei bogenförmig abstehenden Entwässerungsdornen 1A,1B und einer Ableitrinne 7 im oberen Endbereich 6 des Fugenverankerungsschafts 2 ist in der Figur 4 gezeigt. Der obere Endbereich 6 des Fugenverankerungsschafts 2 weist dabei einen Einschnitt auf, der auf diese Weise die Ableitrinne 7 bildet.

[0017] In der Figur 5 ist eine Aufsicht der Entwässerungsvorrichtung 4 gemäß der Fig. 4 gezeigt. Die abstehenden Entwässerungsdorne 1A,1B verjüngen sich wiederum vom Fugenverankerungsschaft 2 in Richtung ihres jeweiligen freien Endabschnitts 8A,8B.

[0018] In der Figur 6 ist eine Seitenansicht der Entwässerungsvorrichtung 4 gemäß der Fig. 4 dargestellt. Des Weiteren sind die beidseitig am Fugenverankerungsschaft 2 angeordneten Rückhalteelemente 3 in Form von Lamellen ersichtlich.

[0019] Die Fig. 7 zeigt die Entwässerungsvorrichtung 4 in einem Arbeitszustand, bei dem sie in die Fuge zwischen zwei Fliesen 5 gesteckt wurde. Der Fugenverankerungsschaft 2 bewirkt dabei einen sicheren Sitz in der Fuge. Die beiden Entwässerungsdorne 1A, 1B liegen zumindest abschnittsweise auf der Fase 9 oder der Oberseite der Fliese 5 auf. Durch die Auflage der Entwässerungsdorne 1A, 1B auf der Fase 9 oder der Oberseite der Fliese 5 wird ein Kontakt des jeweiligen Entwässerungsdorns 1A, 1B mit der Flüssigkeit hergestellt, der die Oberflächenspannung des Wassers aufgrund der bei der Grenzflächenspannung zwischen Festkörper und Flüssigkeit auftretenden Adhäsionskräfte zwischen der Wasseransammlung und des abstehenden Entwässerungsdorns verringert und dem Wasser somit en Abfließen in Richtung des Fugenverankerungsschaftes 2 und somit in die Fuge ermöglicht.

BEZUGSZEICHENLISTE



[0020] 
1A,1B
Vom oberen Ende des Fugenverankerungsschafts abstehende Entwässerungsdorne
2
Fugenverankerungsschaft
3
Rückhalteelement
4
Entwässerungsvorrichtung
5
Oberseite einer in einer Verlegeebene mit Fugen verlegten Fliese
6
oberer Endbereich des Fugenverankerungsschafts
7
Ableitrinne
8A,8B
freie Endabschnitte der abstehenden Entwässerungsdorne
9
Fase einer Fliese



Ansprüche

1. Entwässerungsvorrichtung (4) zur Ableitung von Flüssigkeit von der Oberseite einer in einer Verlegeebene mit Fugen verlegten Fliese (5), dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein von einem oberen Endbereich (6) eines Fugenverankerungsschaftes (2) seitlich abstehender Entwässerungsdorn (1A,1B) zur Auflage an der Oberseite der Fliese oder ihrer Fase (9) vorgesehen ist.
 
2. Entwässerungsvorrichtung (4) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwei in jeweils entgegengesetzte Richtungen vom oberen Ende des Fugenverankerungsschaftes (2) abstehende Entwässerungsdorne (1A,1B) vorgesehen sind.
 
3. Entwässerungsvorrichtung (4) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Entwässerungsdorn (1A,1B) elastisch ist.
 
4. Entwässerungsvorrichtung (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Entwässerungsdorn (1A,1B) bogenförmig ausgeführt ist.
 
5. Entwässerungsvorrichtung (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Rückhalteelement (3) am Fugenverankerungsschaft (2) angeordnet ist.
 
6. Entwässerungsvorrichtung (4) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine Rückhalteelement (3) in Form einer Lamelle ausgebildet ist.
 
7. Entwässerungsvorrichtung (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Fugenverankerungsschaft (2) in seinem oberen Endbereich (6) eine Ableitrinne (7) aufweist.
 




Zeichnung

























Recherchenbericht









Recherchenbericht