[0001] Die Erfindung betrifft eine Entwässerungsvorrichtung zur Ableitung von Flüssigkeit,
insbesondere von Wasser, von der Oberseite einer in einer Verlegeebene mit Fugen verlegten
Fliese, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Zur Herstellung von Terrassenflächen werden Fliesen auf einer wasseraufnehmenden
und/oder wasserableitenden Grundschicht in einer Verlegeebene mit Fugen verlegt, um
Regen- oder Schmelzwasser das Abfließen in die Fugen und in die Grundschicht zu ermöglichen.
In der Praxis zeigt sich aber, dass sich insbesondere bei keramischen Fliesen auf
den Fliesen Flüssigkeitsansammlungen bilden können, die nicht in die Fugen abfließen.
Wenn diese Flüssigkeitsansammlungen nicht manuell unter Zuhilfenahme eines Schiebers,
Schrubbers, Besens oder saugfähigen Materials in Form eines Tuches entfernt werden,
kann es vorkommen, dass es mitunter Tage dauert, bis sie natürlich verdunsten. Im
Winter kann Schmelzwasser bei entsprechenden Temperaturen gefrieren. In beiden Fällen
können diese Flüssigkeitsansammlungen eine Rutschgefahr für Personen darstellen und
zu Verletzungen führen. Zudem können nach dem Verdunsten Rückstände verbleiben, die
eine optische Beeinträchtigung oder ungewünschte Verunreinigungen verursachen.
[0003] Es ist daher Aufgabe der Erfindung diese Nachteile zu überwinden und eine Vorrichtung
vorzuschlagen, mittels derer eine Flüssigkeit und insbesondere Wasser von der Oberseite
von Fliesen abgeleitet werden kann.
[0004] Diese Aufgabe wird durch eine Entwässerungsvorrichtung zur Ableitung von Flüssigkeit
von der Oberseite einer in einer Verlegeebene mit Fugen verlegten Fliese erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass zumindest ein von einem oberen Endbereich eines Fugenverankerungsschaftes
seitlich abstehender Entwässerungsdorn zur Auflage an der Oberseite der Fliese oder
ihrer Fase vorgesehen ist.
[0005] Der Aufbau der erfindungsgemäßen Entwässerungsvorrichtung als Fugenverankerungsschaft
mit zumindest einem, vom oberen Ende des Fugenverankerungsschafts abstehenden Entwässerungsdorn
hat mehrere Vorteile, auf die noch im Detail eingegangen werden wird. Die Entwässerungsvorrichtung
ist in einen Arbeitszustand bringbar, indem sie in die Fuge zwischen zwei Fliesen
gesteckt wird, wobei der zumindest eine Entwässerungsdorn zumindest abschnittsweise
auf der Fase oder der Oberseite der Fliese aufliegt. Aufgrund der hohen Oberflächenspannung
von Wasser können Wasseransammlungen bis in die Fase der Fliesen reichen, ohne dass
es in die Fuge abfließt. Durch die Auflage des Entwässerungsdorns auf der Fase oder
der Oberseite der Fliese wird ein Kontakt des Entwässerungsdorns mit der Flüssigkeit
hergestellt, der die Oberflächenspannung des Wassers aufgrund der bei der Grenzflächenspannung
zwischen Festkörper und Flüssigkeit auftretenden Adhäsionskräfte zwischen der Wasseransammlung
und des abstehenden Entwässerungsdorns verringert und dem Wasser somit ein Abfließen
in Richtung des Fugenverankerungsschaftes und somit in die Fuge ermöglicht. Der abstehende
Entwässerungsdorn kann auf unterschiedliche Weise ausgeführt werden, wie noch näher
ausgeführt werden wird.
[0006] Der zumindest eine Entwässerungsdorn verjüngt sich vom Fugenverankerungsschaft der
Entwässerungsvorrichtung in Richtung seines freien Endabschnittes, wodurch seine strukturelle
Elastizität erhöht wird und die Ableitung der Flüssigkeit von der Oberseite der Fliese
begünstigt wird.
[0007] Vorzugsweise ist der zumindest eine Entwässerungsdorn elastisch, sodass er sich besser
der angrenzenden Fliese anpassen kann.
[0008] Eine bevorzugte Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Entwässerungsvorrichtung
sieht vor, dass zwei in jeweils entgegengesetzte Richtungen vom oberen Ende des Fugenverankerungsschaftes
abstehende Entwässerungsdorne vorgesehen sind, um gleichzeitig Flüssigkeit von zwei
gegenüberliegenden Fliesen in Richtung des Fugenverankerungsschaftes ableiten zu können.
[0009] In einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung ist der abstehende Entwässerungsdorn
bogenförmig ausgeführt. Durch die bogenförmige Ausführung wird bei zumindest abschnittsweiser
Auflage des Entwässerungsdorns mit der Oberseite der Fliese im Arbeitszustand durch
elastische Verformung ein Druck auf die Fliese erzeugt, der die Anlage an die Fliese
und somit die Funktion der Entwässerungsvorrichtung begünstigt.
[0010] Der Fugenverankerungsschaft kann in seiner Länge und Breite variieren und etwa rechteckig
oder rund ausgeführt sein. Vorzugsweise ist jedoch zumindest ein Rückhalteelement
am Fugenverankerungsschaft angeordnet, um den Sitz der Entwässerungsvorrichtung in
der Fuge zwischen zwei Fliesen zu verbessern. In einer Ausführungsvariante der Erfindung
ist etwa vorgesehen, dass das zumindest eine Rückhalteelement in Form einer Lamelle
ausgebildet ist. Auch der Fugenverankerungsschaft selbst könnte als Rückhalteelement
fungieren, wenn er aus elastischem, kompressiblen Kunststoff gefertigt ist und sich
durch Kompression an die Fuge zwischen zwei Fliesen anpasst.
[0011] Vorzugsweise kann der Fugenverankerungsschaft in seinem oberen Endbereich eine Ableitrinne
aufweisen, um Flüssigkeit von der Oberseite der abstehenden Entwässerungsdornen effizienter
ableiten zu können.
[0012] Die Oberflächenbeschaffenheit des abstehenden Entwässerungsdorns spielt eine Rolle
bezüglich der Effizienz der Ableitung der Flüssigkeit. Ausführungsvarianten wären
hierbei eine glatte, aufgeraute, oder auch nanostrukturierte Oberfläche. Durch eine
solche Oberfläche werden die Adhäsionskräfte zwischen der Flüssigkeit auf der Oberseite
der Fliese und dem Entwässerungsdorn begünstigt, sodass eine beschleunigte Ableitung
der Flüssigkeit erfolgt. Auch ein Ableitkanal im Entwässerungsdorn in Form einer Kapillare
wäre denkbar, um die Wirksamkeit der Ableitung zusätzlich zu begünstigen.
[0013] Die Erfindung wird in weiterer Folge anhand zweier Ausführungsbeispiele mithilfe
der beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen hierbei die
Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Entwässerungsvorrichtung
zur Ableitung von Flüssigkeiten auf Fliesen;
Fig. 2 eine Seitenansicht der Entwässerungsvorrichtung gemäß Fig. 1;
Fig. 3 eine Aufsicht der Entwässerungsvorrichtung gemäß Fig. 1;
Fig. 4 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Entwässerungsvorrichtung
mit bogenförmigen Entwässerungsdornen und Ableitrinne;
Fig. 5 eine Aufsicht der Entwässerungsvorrichtung gemäß Fig. 4;
Fig. 6 eine Seitenansicht der Entwässerungsvorrichtung gemäß Fig. 4; und die
Fig. 7 eine Aufsicht der erfindungsgemäßen Entwässerungsvorrichtung im Arbeitszustand
zwischen zwei Fliesen mit Fase.
[0014] Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Entwässerungsvorrichtung 4 zur Ableitung von
Flüssigkeiten, insbesondere Wasser von der Oberseite von Fliesen. Die Entwässerungsvorrichtung
4 umfasst einen Fugenverankerungsschaft 2, an dem an gegenüberliegenden Seiten im
gezeigten Beispiel jeweils sechs Rückhalteelemente 3 in Form von Lamellen angeordnet
sind. Am oberen Endbereich 6 des Fugenverankerungsschaftes 2 sind zwei in entgegengesetzte
Richtungen abstehende Entwässerungsdorne 1A,1B angeordnet, die jeweils einen vom Fugenverankerungsschaft
2 abgewandten, freien Endabschnitt 8A,8B aufweisen.
[0015] In Figur 2 ist eine Seitenansicht der Entwässerungsvorrichtung gemäß Fig. 1 gezeigt,
wobei ersichtlich ist, dass der Fugenverankerungsschaft 2 einen rechteckigen Querschnitt
aufweist. In der Fig. 3 ist ersichtlich, dass sich die abstehenden Entwässerungsdorne
1A,1B vom Fugenverankerungsschaft 2 in Richtung ihres jeweiligen freien Endabschnitts
8A,8B verjüngen.
[0016] Eine Ausführungsvariante der Entwässerungsvorrichtung 4 mit zwei bogenförmig abstehenden
Entwässerungsdornen 1A,1B und einer Ableitrinne 7 im oberen Endbereich 6 des Fugenverankerungsschafts
2 ist in der Figur 4 gezeigt. Der obere Endbereich 6 des Fugenverankerungsschafts
2 weist dabei einen Einschnitt auf, der auf diese Weise die Ableitrinne 7 bildet.
[0017] In der Figur 5 ist eine Aufsicht der Entwässerungsvorrichtung 4 gemäß der Fig. 4
gezeigt. Die abstehenden Entwässerungsdorne 1A,1B verjüngen sich wiederum vom Fugenverankerungsschaft
2 in Richtung ihres jeweiligen freien Endabschnitts 8A,8B.
[0018] In der Figur 6 ist eine Seitenansicht der Entwässerungsvorrichtung 4 gemäß der Fig.
4 dargestellt. Des Weiteren sind die beidseitig am Fugenverankerungsschaft 2 angeordneten
Rückhalteelemente 3 in Form von Lamellen ersichtlich.
[0019] Die Fig. 7 zeigt die Entwässerungsvorrichtung 4 in einem Arbeitszustand, bei dem
sie in die Fuge zwischen zwei Fliesen 5 gesteckt wurde. Der Fugenverankerungsschaft
2 bewirkt dabei einen sicheren Sitz in der Fuge. Die beiden Entwässerungsdorne 1A,
1B liegen zumindest abschnittsweise auf der Fase 9 oder der Oberseite der Fliese 5
auf. Durch die Auflage der Entwässerungsdorne 1A, 1B auf der Fase 9 oder der Oberseite
der Fliese 5 wird ein Kontakt des jeweiligen Entwässerungsdorns 1A, 1B mit der Flüssigkeit
hergestellt, der die Oberflächenspannung des Wassers aufgrund der bei der Grenzflächenspannung
zwischen Festkörper und Flüssigkeit auftretenden Adhäsionskräfte zwischen der Wasseransammlung
und des abstehenden Entwässerungsdorns verringert und dem Wasser somit en Abfließen
in Richtung des Fugenverankerungsschaftes 2 und somit in die Fuge ermöglicht.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0020]
- 1A,1B
- Vom oberen Ende des Fugenverankerungsschafts abstehende Entwässerungsdorne
- 2
- Fugenverankerungsschaft
- 3
- Rückhalteelement
- 4
- Entwässerungsvorrichtung
- 5
- Oberseite einer in einer Verlegeebene mit Fugen verlegten Fliese
- 6
- oberer Endbereich des Fugenverankerungsschafts
- 7
- Ableitrinne
- 8A,8B
- freie Endabschnitte der abstehenden Entwässerungsdorne
- 9
- Fase einer Fliese
1. Entwässerungsvorrichtung (4) zur Ableitung von Flüssigkeit von der Oberseite einer
in einer Verlegeebene mit Fugen verlegten Fliese (5), dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein von einem oberen Endbereich (6) eines Fugenverankerungsschaftes (2)
seitlich abstehender Entwässerungsdorn (1A,1B) zur Auflage an der Oberseite der Fliese
oder ihrer Fase (9) vorgesehen ist.
2. Entwässerungsvorrichtung (4) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwei in jeweils entgegengesetzte Richtungen vom oberen Ende des Fugenverankerungsschaftes
(2) abstehende Entwässerungsdorne (1A,1B) vorgesehen sind.
3. Entwässerungsvorrichtung (4) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Entwässerungsdorn (1A,1B) elastisch ist.
4. Entwässerungsvorrichtung (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Entwässerungsdorn (1A,1B) bogenförmig ausgeführt ist.
5. Entwässerungsvorrichtung (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Rückhalteelement (3) am Fugenverankerungsschaft (2) angeordnet ist.
6. Entwässerungsvorrichtung (4) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine Rückhalteelement (3) in Form einer Lamelle ausgebildet ist.
7. Entwässerungsvorrichtung (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Fugenverankerungsschaft (2) in seinem oberen Endbereich (6) eine Ableitrinne
(7) aufweist.