[0001] Die Erfindung betrifft eine Schließvorrichtung für eine Tür, mit einer Verriegelungseinrichtung,
einer Handhabe zur Betätigung der Verriegelungseinrichtung, wobei die Handhabe Teil
eines Türbeschlags ist, und einer Kupplungseinrichtung zur Kopplung von Handhabe und
Verriegelungseinrichtung.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Schließvorrichtungen der eingangs genannten Art bekannt.
Beispielsweise ist aus der
DE 10 2011 008 213 A1 eine Türschlossvorrichtung bekannt, bei der der Kraftfluss zwischen Türdrücker und
Schließelement unterbrochen werden kann, so dass die Tür in diesem Zustand nicht geöffnet
werden kann.
[0003] Allerdings ist bei einer solchen Türschlossvorrichtung von Nachteil, dass diese einen
komplexen Aufbau aufweist und einen großen Bauraum beansprucht. Eine Montage der Türschlossvorrichtung
ist aufwändig, wobei einzelne Komponenten ggf. zu justieren sind. Staub, Späne oder
Schmiermittel im Inneren der Türschließvorrichtung können deren Komponenten beeinträchtigen,
so dass eine zuverlässige Freigabe der Türschließvorrichtung und damit auch der Tür
insgesamt nicht gewährleistet ist.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit einfachen konstruktiven Mitteln eine
zuverlässige Freigabe einer Schließvorrichtung zu ermöglichen.
[0005] Die Erfindung löst die Aufgabe mit einer Schließvorrichtung mit den Merkmalen des
Anspruchs 1. Danach zeichnet sich die Schließvorrichtung dadurch aus, dass die Kupplungseinrichtung
in einem Kupplungsgehäuse gekapselt ist und zur Anordnung zwischen einem Türblatt
der Tür und dem Türbeschlag ausgebildet ist und dass die Kupplungseinrichtung eine
motorische Antriebseinrichtung aufweist, wobei durch Verlagerung eines ein Kupplungselement
betätigenden Kraftübertragungselements ein erstes, mit der Handhabe verbundenes Kupplungsglied
mit einem zweiten, mit der Verriegelungseinrichtung verbundenen Kupplungsglied koppelbar
oder gekoppelt ist.
[0006] Auf diese Weise kann bei vorliegender Zutrittsberechtigung durch Kopplung der Kupplungsglieder
eine Freigabe der Schließvorrichtung und damit der Tür erfolgen. Dabei ist eine kompakte
und gegen Verschmutzungen geschützte Ausgestaltung der Kupplungseinrichtung geschaffen,
wobei deren Komponenten, im Kupplungsgehäuse gekapselt, vor Umwelteinflüssen und/oder
Verschmutzungen geschützt sind. Die Kupplungseinrichtung ist dabei für eine Montage
zwischen einem Türblatt einer Tür und einem Türbeschlag ausgebildet und wird beispielsweise
zwischen einem Türblatt und einem Abdeckelement eines Türbeschlags montiert. Dies
hat den Vorteil, dass die Kupplungseinrichtung unabhängig von der Mechanik einer Verriegelungseinrichtung,
beispielsweise eines Einsteckschlosses, ist. Dies ermöglicht neben einem einfachen
Austausch auch eine einfach zu bewerkstelligende Nachrüstung einer Kupplungseinrichtung.
Eine Adaption an die Verriegelungsvorrichtung ist nicht erforderlich. Auf Grund der
Unabhängigkeit von Kupplungseinrichtung und Verriegelungseinrichtung kann ein vorhandener
Beschlag beibehalten werden. Somit ist eine kostengünstige Nachrüstung bestehender
Schließvorrichtungen ermöglicht.
[0007] Bei der Schließvorrichtung kann es sich um einen Türverschluss für eine Tür handeln,
der eine Verriegelungseinrichtung, eine Handhabe zur Betätigung der Verriegelungseinrichtung
und einen Türbeschlag zur Befestigung und Verkleidung der Handhabe umfasst.
[0008] Die Schließvorrichtung kann nicht nur an einer Tür, sondern auch an einem Fenster
oder dergleichen verwendet werden.
[0009] Bei der Verriegelungseinrichtung handelt es sich vorzugweise um ein Einsteckschloss
zur Montage in einem Türblatt. Die Handhabe kann als Türdrücker oder (betätigbarer)
Türknauf ausgebildet sein.
[0010] Das Kupplungsgehäuse kann einen Gehäusekern und mindestens ein Abdeckelement aufweisen,
welches den Gehäusekern an einer Stirnseite zumindest teilweise abdeckt. Der Gehäusekern
kann aus einem thermoplastischen Kunststoff, beispielsweise aus Polyoxymethylen (POM),
ausgebildet sein. Das Abdeckelement kann als Abdeckblech ausgebildet sein.
[0011] Bei der Antriebseinrichtung kann es sich um einen Elektromotor mit Getriebeschnecke
handeln, der das Kraftübertragungselement mittelbar oder unmittelbar antreibt oder
betätigt.
[0012] Zur Ansteuerung der motorischen Antriebseinheit ist ein Freigabesignal erforderlich.
Dieses kann von einer an oder nahe an der Tür angeordneten Authentifizierungseinrichtung,
insbesondere einem Kartenleser für Berechtigungskarten, erzeugt werden.
[0013] Im Rahmen einer bevorzugten Ausgestaltung kann eines der Kupplungsglieder als Außennuss
ausgebildet sein und ein zweites der Kupplungsglieder kann als zumindest teilweise
in der Außennuss angeordnete Innennuss ausgebildet sein. Dadurch ist eine kompakte
und zugleich stabile Ausführung der Kupplungsglieder und damit der Kupplungseinrichtung
insgesamt ermöglicht. Zudem erlaubt die konzentrische Anordnung der Kupplungsglieder
ein einfach ausgestaltetes Kupplungselement, welches für eine Kopplung von radial
außen nach radial innen geführt werden kann. Im Konkreten kann das erste Kupplungsglied
als Außennuss ausgebildet sein und das zweite Kupplungsglied als Innennuss.
[0014] Im Rahmen einer bevorzugten Ausgestaltung kann das Kupplungselement als Kupplungsstift
ausgebildet sein, der mittels des Kraftübertragungselements entlang einer Betätigungsrichtung
verlagerbar ist. Mit dem Kupplungsstift ist ein konstruktiv einfaches und stabiles
Kupplungselement geschaffen. Die Betätigungsrichtung kann bezogen auf die Kupplungsglieder
in radialer Richtung angeordnet sein.
[0015] Zweckmäßigerweise können die Kupplungsglieder jeweils eine Ausnehmung aufweisen,
mit denen die Kupplungsglieder durch Eingriff des Kupplungselements drehfest miteinander
verbindbar oder verbunden sind. Auch dies trägt zu einer konstruktiv einfachen Ausgestaltung
der Kupplungsglieder und damit der Kupplungseinrichtung insgesamt bei. Dabei sind
die Ausnehmungen komplementär zum Kupplungselement ausgebildet. Im Falle eines Kupplungsstifts
können die Ausnehmungen als Bohrungen (Sackloch oder Durchgang) ausgebildet sein.
[0016] In vorteilhafter Weise kann der Kupplungsstift an seinem dem Kraftübertragungselement
zugewandten Ende einen abgerundeten Kopf aufweisen. Damit ist auf konstruktiv einfache
Weise eine reibungsarme Bewegung des Kupplungselements relativ zum Kraftübertragungselement
ermöglicht. Beispielsweise ist so eine Schwenkbewegung des im ersten Kupplungsglied
gelagerten Kupplungsstifts bei Anlage am Kraftübertragungselement ermöglicht.
[0017] Vorzugsweise kann das Kupplungsgehäuse, insbesondere ein Kern des Kupplungsgehäuses,
im Bereich des ersten Kupplungsglieds an der dem Kraftübertragungselement zugewandten
Seite eine Ausnehmung in Form eines Kreisringabschnitts aufweisen. Damit ist ein Verschwenken
von Handhabe und erstem Kupplungsglied bei nicht aktivierter Antriebseinrichtung ermöglicht,
also dann, wenn das erste und das zweite Kupplungsglied nicht miteinander gekoppelt
sind. Damit ist eine Beschädigung des Kupplungselements und/oder des Kupplungsgliedes
im nicht gekuppelten Zustand vermieden.
[0018] In vorteilhafter Weise kann die Antriebseinrichtung ein Schieberelement zur Betätigung
des Kraftübertragungselements aufweisen, wobei das Schieberelement und das Kraftübertragungselement
mittels Federelementen gekoppelt sind. Dadurch ist das Kraftübertragungselement relativ
zum Schieberelement verlagerbar. Eine Beschädigung der Kupplungseinrichtung bei Ansteuerung
der Antriebseinrichtung und bereits betätigter Handhabe ist somit vermieden, da das
erste Kupplungsglied und das Kupplungselement verschwenkt werden können, wobei das
Kraftübertragungselement in Richtung Schieberelement "nachgibt". Damit ist ein zuverlässiges
Einkuppeln ermöglicht. Bei der motorischen Antriebseinrichtung kann es sich um einen
Elektromotor mit einer Gewindeschnecke handeln. Am Schieberelement kann ein Stift
angeordnet sein, der in den Windungen der Gewindeschnecke läuft.
[0019] In vorteilhafter Weise kann die Kupplungseinrichtung derart verstellbar sein, dass
die Betätigungsrichtung der Handhabe umschaltbar ist. Hiermit ist lediglich eine Kupplungseinrichtung
für DIN rechts/DIN links-Türen erforderlich. Fertigung und Lagerhaltung sind erheblich
vereinfacht. Hierzu kann an der Außennuss ein fester und/oder einstückig mit der Außennuss
ausgebildeter Anschlagabschnitt vorgesehen sein, der mit einem Gehäuseabschnitt, insbesondere
einem Abdeckblech des Kupplungsgehäuses zusammenwirkt. Mittels einer Anschlagschraube,
die in die Außennuss eingeschraubt wird und ebenfalls mit einem Gehäuseabschnitt,
insbesondere einem Abdeckblech des Kupplungsgehäuses, zusammenwirkt, wird die Rotation
der Außennuss in Richtung der Nulllage (Rückstellrichtung) begrenzt.
[0020] Zweckmäßigerweise kann die Kupplungseinrichtung mindestens eine Rückstelleinrichtung
zur Rückstellung der Handhabe in die Nulllage aufweisen, wobei die Rückstelleinrichtung
auf das erste Kupplungsglied, insbesondere auf die Außennuss, wirkt. Hiermit kann
eine zuverlässige Rückstellung der Handhabe in Nulllage/Ausgangslage erreicht werden,
und zwar unabhängig von einer Verriegelungseinrichtung, beispielsweise einem Einsteckschloss.
Dabei sind zwei Rückstelleinrichtungen bevorzugt, insbesondere dann, wenn die Kupplungseinrichtung
derart verstellbar ist, dass die Betätigungsrichtung der Handhabe umschaltbar ist.
Eine Rückstelleinrichtung weist eine Feder (Druckfeder) und ein Rückstellelement auf,
welches als Plattstift ausgebildet sein kann.
[0021] In vorteilhafter Weise ist die Rückstelleinrichtung deaktivierbar ausgebildet. Dadurch
kann eine Rückstelleinrichtung gezielt verwendet werden oder nicht, was insbesondere
bei verstellbarer Betätigungsrichtung von Vorteil ist. Durch eine Feststellschraube,
die am oder im Kupplungsgehäuse, insbesondere im Kern des Kupplungsgehäuses, geführt
ist, lässt sich ein Rückstellelement (Plattstift) blockieren.
[0022] Zweckmäßigerweise kann die Handhabe mittels eines Mehrkantstifts, insbesondere mittels
eines Vierkantstifts, mit dem ersten Kupplungsglied gekoppelt sein. Hiermit ist eine
einfache und stabile Kopplung von Handhabe und erstem Kupplungsglied geschaffen.
[0023] Im Rahmen einer bevorzugten Ausgestaltung kann der Mehrkantstift mittels einer Feststellschraube
an dem ersten Kupplungsglied drehfest befestigbar sein. Hiermit ist eine einfache
und zuverlässige Befestigung erreicht. Dabei ist von Vorteil, wenn die Feststellschraube
ausgehend von der von der Handhabe abgewandten Seite in den Mehrkantstift verschraubt
wird.
[0024] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- in schematischer Ansicht eine Schließvorrichtung für eine Tür in Einbaulage;
- Fig.2
- eine Kupplungseinrichtung der Schließvorrichtung aus Fig.1 in perspektivischer Ansicht
zusammen mit einer Handhabe und einem Beschlag;
- Fig.3
- die Kupplungseinrichtung aus Fig.2 in einer Explosionsdarstellung;
- Fig.4
- die Befestigung der Handhabe an der Kupplungseinrichtung aus Fig.2 in perspektivischer,
teilweise geschnittener Ansicht;
- Fig.5
- ein Deaktivieren einer Rückstelleinrichtung der Kupplungseinrichtung aus Fig.2 in
perspektivischer, teilweise vergrößerter Ansicht;
- Fig.6
- in einer Schnittdarstellung eine deaktivierte Rückstelleinrichtung der Kupplungseinrichtung
aus Fig.2;
- Fig.7
- in perspektivischer, teilweise vergrößerter Ansicht ein Einstellen des Endlagenanschlags
der Kupplungsvorrichtung aus Fig.2; und
- Fig.8
- in mehreren geschnittenen Teilansichten (a), (b) und (c) der Kupplungseinrichtung
aus Fig.2 ein Koppelvorgang bei betätigter Handhabe.
[0025] Figur 1 zeigt eine Schließvorrichtung 10 für eine Tür 12. Die Tür 12 weist ein Türblatt
14 auf, welches mittels Türbändern 16 schwenkbar an einem Türrahmen 18 gelagert ist.
[0026] Die Schließvorrichtung 10 weist eine Verriegelungseinrichtung 20 auf, die als Einsteckschloss
ausgebildet ist. Ferner weist die Schließvorrichtung 10 eine Handhabe 22 in Form eines
Türdrückers zur Betätigung der Verriegelungseinrichtung 20 auf. Die Handhabe 22 ist
Teil eines Türbeschlags 24. Zudem weist die Schließvorrichtung 10 eine Kupplungseinrichtung
26 zur Kopplung von Handhabe 22 und Verriegelungseinrichtung 20 auf (siehe Figur 2).
[0027] Die Kupplungseinrichtung 26 ist in einem Kupplungsgehäuse 28 gekapselt und zur Anordnung
zwischen einem Türblatt 14 der Tür 12 und dem Türbeschlag 24 ausgebildet. Der Türbeschlag
24 weist ein Grundschild 25 zur Montage am Türblatt 14 und ein Außenschild 27 auf,
welches die Kupplungseinrichtung 26 und ggf. weitere Komponenten der Schließvorrichtung
10 abdeckt. Insoweit ist die Kupplungseinrichtung 26 zur Montage zwischen dem Grundschild
25 und dem Außenschild 27 ausgebildet. Die Kupplungseinrichtung 26 weist weiter eine
motorische Antriebseinrichtung 30 auf (siehe Figur 3).
[0028] Durch Verlagerung eines ein Kupplungselement 32 betätigenden Kraftübertragungselements
34 ist ein erstes, mit der Handhabe 22 verbundenes Kupplungsglied 36 mit einem zweiten,
mit der Verriegelungseinrichtung 20 verbundenen Kupplungsglied 38 koppelbar oder gekoppelt
(siehe Figur 3 sowie Figur 8(c)).
[0029] Eines der Kupplungsglieder 36, 38, nämlich das erste Kupplungsglied 36, ist als Außennuss
40 ausgebildet und ein zweites der Kupplungsglieder 36, 38, nämlich das zweite Kupplungsglied
38 ist als zumindest teilweise in der Außennuss 40 angeordnete Innennuss 42 ausgebildet.
[0030] Das Kupplungselement 32 ist als Kupplungsstift 44 ausgebildet, der mittels des Kraftübertragungselements
34 entlang einer Betätigungsrichtung 46 verlagerbar ist. Bei der Betätigungsrichtung
46 handelt es sich um eine bezogen auf das erste und zweite Kupplungsglied 36, 38
radiale Richtung. Eine Feder 47 in Form einer Druckfeder dient zur Vorspannung des
Kupplungsstifts 44 in Freigabestellung, drückt den Kupplungsstift 44 also von der
Außennuss 40 weg.
[0031] Die Kupplungsglieder 36, 38 weisen jeweils eine Ausnehmung 48,50 auf, mit denen die
Kupplungsglieder 36,38 durch Eingriff des Kupplungselements 32 drehfest miteinander
verbindbar oder verbunden sind (siehe Figur 8). Dabei ist die Ausnehmung 48 als Durchgang
und die Ausnehmung 50 als Sackloch ausgebildet.
[0032] Der Kupplungsstift 44 weist an seinem dem Kraftübertragungselement 34 zugewandten
Ende einen abgerundeten Kopf 52 auf.
[0033] Das Kupplungsgehäuse 28 weist im Bereich des ersten Kupplungsglieds 36 an der dem
Kraftübertragungselement 34 zugewandten Seite eine Ausnehmung 54 in Form eines Kreisringabschnitts
auf.
[0034] Die Antriebseinrichtung 30 weist ein Schieberelement 56 zur Betätigung des Kraftübertragungselements
34 auf, wobei das Schieberelement 56 und das Kraftübertragungselement 34 mittels zwei
Federelementen 58 gekoppelt sind (siehe Figur 3 und Figur 8). Für eine sichere Führung
der Federelemente 58 können am Schieberelement 56 Zapfen 60 ausgebildet sein (siehe
Figur 8). Zudem können zwischen dem Kraftübertragungselement 34 und dem Kupplungsgehäuse
28, insbesondere einem Kern 62 des Kupplungsgehäuses 28, weitere Federelemente 64
angeordnet sein. Am Schieberelement können beidseitig Zapfen 65, 67 zur Führung der
Federelemente 58 oder der weiteren Federelemente 64 angeordnet sein.
[0035] Die Kupplungseinrichtung 26 ist derart verstellbar, dass die Betätigungsrichtung
der Handhabe 22 umschaltbar ist. Dies wird nachfolgend erläutert.
[0036] Die Kupplungseinrichtung 26 weist zwei Rückstelleinrichtungen 66 zur Rückstellung
der Handhabe 22 auf, wobei die Rückstelleinrichtungen 66 auf das erste Kupplungsglied
36, insbesondere die Außennuss 40, wirken (siehe Figur 3 und Figur 6). Dabei weist
eine Rückstelleinrichtung 66 eine Feder 68 in Form einer Druckfeder und ein Rückstellelement
70 in Form eines Plattstifts auf.
[0037] Die Rückstelleinrichtungen 66 sind deaktivierbar ausgebildet. Hierzu kann mittels
einer Feststellschraube 72 das Rückstellelement 70 blockiert werden, so dass dieses
in Nulllage der Handhabe 22 nicht (mehr) mit der Außennuss 40 in Kontakt gelangt (siehe
Figur 6). Zwischen Außennuss 40 und Rückstellelement 70 befindet sich dann ein Zwischenraum
73. Die Feststellschraube 72 ist am Kern 62 des Kupplungsgehäuse 28 geführt.
[0038] Bei einem Wählen oder Umschalten der Betätigungsrichtung der Handhabe 22 wird somit
die Rückstelleinrichtung 66 auf der der Betätigungsrichtung der Handhabe 22 abgewandten
Seite der Kupplungseinrichtung 26 deaktiviert.
[0039] Das Deaktivieren einer Rückstelleinrichtung 66 stellt einen ersten Schritt beim Umschalten
der Betätigungsrichtung der Handhabe 22 dar, wobei die Handhabe 22 hierzu um einen
Winkel von beispielsweise 10-20° entgegen der gewünschten Betätigungsrichtung verschwenkt
wird (siehe Figur 5). In dieser Stellung der Handhabe 22 wird mittels der Feststellschraube
22 das Rückstellelement 70 blockiert und damit die Rückstelleinrichtung 66 deaktiviert.
[0040] Für ein Umschalten der Betätigungsrichtung der Handhabe 22 muss als zweiter Schritt
der Anschlag in Richtung Nulllage (unbetätigte Ausgangslage) eingestellt werden. Hierzu
muss die Handhabe 22 in Betätigungsrichtung 75 verschwenkt werden, beispielsweise
um einen Winkel von 10-20° (siehe Figur 7). Anschließend muss in eine Öffnung der
Außennuss 40 eine Anschlagschraube 74 eingedreht werden, die eine Rotation der Außennuss
40 in Richtung der Nulllage (Rückstellrichtung) begrenzt, und zwar durch Anschlagen
an eine Ausnehmung 76 in einem als Abdeckblech ausgeführten Abdeckelement 78. Die
Handhabe 22 kann somit ausgehend von der Nulllage nicht mehr oder nur noch minimal
entgegen der gewünschten Betätigungsrichtung verschwenkt werden.
[0041] Das Kupplungsgehäuse 28 weist an der der Handhabe 22 zugewandten Seite ein weiteres
Abdeckelement 79 (siehe Figur 3). Die Außennuss 40 weist einen an der Außennuss befestigten
oder einstückig mit der Außennuss 40 ausgebildeten Anschlagabschnitt 84 auf, der ein
Verschwenken der Handhabe 22 und der Außennuss 40 durch Anschlagen an der Ausnehmung
76 im Abdeckelement 78 in Betätigungsrichtung 75 der Handhabe 22 begrenzt (siehe Figur
7)
[0042] Die Handhabe 22 kann mittels eines Mehrkantstifts 80, insbesondere einem Vierkantstift,
mit dem ersten Kupplungsglied 36, insbesondere der Außennuss 40, gekoppelt sein (siehe
Figur 3 und Figur 4).
[0043] Dabei ist der Mehrkantstift 80 mittels einer weiteren Feststellschraube 82 an dem
ersten Kupplungsglied 36, insbesondere der Außennuss 40, drehfest befestigbar oder
befestigt.
[0044] Der Einkuppelvorgang bei betätigter Handhabe 22 und somit bei verschwenkter Außennuss
40 wird in Verbindung mit Figur 8 erläutert. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist
lediglich Figur 8(a) vollständig mit Bezugszeichen versehen.
[0045] Ist die Handhabe 22 betätigt und somit die Außennuss 40 verschwenkt, kann die Antriebseinrichtung
30 aktiviert werden, so dass über den in der Antriebsschnecke der Antriebseinrichtung
30 laufenden Stift des Schieberelements 56 und die Federelemente 58 das Kraftübertragungselement
34 in Richtung Außennuss 40 verlagert ist (siehe Figur 8(a)). Da die Ausnehmungen
48, 50 in dieser Stellung nicht miteinander fluchten, sind die Außennuss 40 und die
Innennuss 38 nicht miteinander gekoppelt. Eine Freigabe der Schließvorrichtung 10
und der Tür 12 erfolgt somit nicht.
[0046] Wird die Handhabe 22 und damit die Außennuss 40 in Richtung der Nulllage (unbetätigte
Ausgangslage) verschwenkt, gleitet der Kupplungsstift 44 mit seinem abgerundeten Kopf
52 an einem ebenfalls abgerundeten Abschnitt des Kraftübertragungselements 34, wobei
das Kraftübertragungselement 34 gegen die Kraft der Federelemente 58 in Richtung der
Antriebseinrichtung 30 verlagert wird (siehe Figur 8(b)).
[0047] Bei oder kurz vor Erreichen der Nulllage fluchten die Ausnehmungen 48, 50 miteinander
(siehe Figur 8(c)). Der Kupplungsstift 44 wird infolge der Vorspannung der Federelemente
58 durch das Kraftübertragungselement 34 in die Ausnehmung 50 gedrückt. Damit sind
die Außennuss 40 und die Innennuss 42 drehfest miteinander gekoppelt. Eine Freigabe
der Schließvorrichtung 10 und der Tür 12 ist damit erfolgt, durch Betätigen der Handhabe
22 kann die Verriegelungseinrichtung oder das Einsteckschloss betätigt werden.
[0048] Somit ist auch bei bereits betätigter Handhabe 22 und verschwenkter Außennuss 40
eine zuverlässige Kupplung von Außennuss 40 und Innennuss 42 ermöglicht. Damit ist
ein Fehlbedienungsschutz realisiert, da eine Beschädigung oder Zerstörung der Kupplungseinrichtung
26 verhindert ist.
1. Schließvorrichtung (10) für eine Tür (12), mit einer Verriegelungseinrichtung (20),
einer Handhabe (22) zur Betätigung der Verriegelungseinrichtung (20), wobei die Handhabe
(22) Teil eines Türbeschlags (24) ist, und einer Kupplungseinrichtung (26) zur Kopplung
von Handhabe (22) und Verriegelungseinrichtung (20), dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungseinrichtung (26) in einem Kupplungsgehäuse (28) gekapselt ist und zur
Anordnung zwischen einem Türblatt (14) der Tür (12) und dem Türbeschlag (24) ausgebildet
ist und dass die Kupplungseinrichtung (26) eine motorische Antriebseinrichtung (30)
aufweist, wobei durch Verlagerung eines ein Kupplungselement (32) betätigenden Kraftübertragungselements
(34) ein erstes, mit der Handhabe (22) verbundenes Kupplungsglied (36) mit einem zweiten,
mit der Verriegelungseinrichtung (20) verbundenen Kupplungsglied (38) koppelbar ist.
2. Schließvorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eines der Kupplungsglieder (36, 38) als Außennuss (40) ausgebildet ist und ein zweites
der Kupplungsglieder (36, 38) als zumindest teilweise in der Außennuss (40) angeordnete
Innennuss (42) ausgebildet ist.
3. Schließvorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungselement (32) als Kupplungsstift (44) ausgebildet ist, der mittels des
Kraftübertragungselements (34) entlang einer Betätigungsrichtung (46) verlagerbar
ist.
4. Schließvorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungsglieder (36, 38) jeweils eine Ausnehmung (48, 50) aufweisen, mit denen
die Kupplungsglieder (36, 38) durch Eingriff des Kupplungselements (32) drehfest miteinander
verbindbar sind.
5. Schließvorrichtung (10) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kupplungsstift (32) an seinem dem Kraftübertragungselement (34) zugewandten Ende
einen abgerundeten Kopf (52) aufweist.
6. Schließvorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungsgehäuse (28) im Bereich des ersten Kupplungsglieds (36) an der dem Kraftübertragungselement
(34) zugewandten Seite eine Ausnehmung (54) in Form eines Kreisringabschnitts aufweist.
7. Schließvorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung (30) ein Schieberelement (56) zur Betätigung des Kraftübertragungselements
(34) aufweist, wobei das Schieberelement (56) und das Kraftübertragungselement (34)
mittels Federelementen (58) gekoppelt sind.
8. Schließvorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungseinrichtung (26) derart verstellbar ist, dass die Betätigungsrichtung
der Handhabe (22) umschaltbar ist.
9. Schließvorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungseinrichtung (26) mindestens eine Rückstelleinrichtung (66) zur Rückstellung
der Handhabe (22) aufweist, wobei die Rückstelleinrichtung (66) auf das erste Kupplungsglied
(36) wirkt.
10. Schließvorrichtung (10) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückstelleinrichtung (66) deaktivierbar ausgebildet ist.
11. Schließvorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Handhabe (22) mittels eines Mehrkantstifts (80), insbesondere mittels eines Vierkantstifts,
mit dem ersten Kupplungsglied (36) gekoppelt ist.
12. Schließvorrichtung (10) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Mehrkantstift (80) mittels einer Feststellschraube (82) an dem ersten Kupplungsglied
(36) drehfest befestigbar ist.