[0001] Die Erfindung betrifft ein Bett, insbesondere ein Kranken- und/oder Pflegebett, mit
einer elektromotorisch betriebenen Funktionskomponente und/oder einem Betriebszustände
detektierenden Sensor sowie einer Kommunikationseinheit, die in kommunikationstechnischer
Verbindung mit der Funktionskomponente und/oder dem Sensor steht, wobei die Kommunikationseinheit
eine Funkschnittstelle aufweist. Die Erfindung betrifft ferner ein System zur Fernabfrage
und -übermittlung von Betriebszuständen eines Bettes und/oder zur Fernbedienung desselben,
mit einer bettseitigen Kommunikationseinheit, die in kommunikationstechnischer Verbindung
mit einer elektromotorisch betriebenen Funktionskomponente und/oder einem Sensor des
Bettes steht und ihrerseits eine in Funkverbindung mit einer Kommunikationsbasis stehende
Funkschnittstelle aufweist.
[0002] Betten typischer Bauart verfügen über ein Bettgestell, dass ein Liegeflächenelement
beispielsweise in der Ausgestaltung eines Lattenrosts bereitstellt. Im bestimmungsgemäßen
Verwendungsfall dient das Liegeflächenelement der Aufnahme einer Bettmatratze.
[0003] Kranken- und/oder Pflegebetten verfügen ob ihres besonderen Einsatzgebietes zumeist
über mehrteilig ausgebildete Liegeflächenelemente, die relativ zueinander verschwenkbar
ausgebildet sind. Einer im Bett liegenden Person ist es so gestattet, eine individuellen
Anforderungen gerecht werdende Liege- und/oder Sitzposition einnehmen zu können. Marktüblich
sind Liegeflächenelemente, die aus vier oder fünf Teilen, das heißt Abschnitten bestehen,
die im Bedarfsfall relativ zueinander verschwenkt werden können. Dabei erfolgt die
Verschwenkung vorzugsweise mittels motorischer Antriebe, was den Verwendungskomfort
erhöht.
[0004] Vorbekannte Kranken- und/oder Pflegebetten verfügen zudem typischerweise über Seitengitter.
Diese können im Bedarfsfall aus einer Gebrauchsstellung in eine Nichtgebrauchsstellung
überführt werden und umgekehrt. In der Gebrauchsstellung schützt ein Seitengitter
eine im Bett liegende Person vor einem ungewollten Herausfallen aus dem Bett. In der
Nichtgebrauchsstellung ist das Seitengitter indes in eine solche Position verfahren,
dass ein ungehinderter Einstieg ins Bett gestattet ist.
[0005] Aus dem Stand der Technik ist es ferner bekannt, Kranken- und/oder Pflegebetten mit
Sensoren auszurüsten, die bestimmte Betriebszustände des Bettes detektieren können.
Im Detektionsfall kann dann eine Signalausgabe erfolgen, beispielsweise ein akustischer
Alarm.
[0006] Desweiteren ist es aus dem Stand der Technik bekannt, von Bettsensoren detektierte
Betriebszustände fern zu überwachen. So offenbart beispielsweise die
WO 98/24577 A1 ein gattungsgemäßes Bett, das nicht nur über Sensoren, sondern auch über eine Kommunikationseinheit
verfügt, die eine Funkschnittstelle aufweist. Nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der
WO 98/24577 A1 dient zur Funkverbindung ein hausinternes Mobilfunksystem, vorzugsweise nach dem
DECT-Standard. Es findet mithin eine Funkverbindung über den Voice-Kanal des Mobilfunksystems
statt.
[0007] Vorbeschriebene Kranken- und/oder Pflegebetten haben sich im alltäglichen Praxiseinsatz
bewährt. Es besteht gleichwohl Verbesserungsbedarf. Es ist insbesondere anwenderseitig
gewünscht, den Handhabungskomfort sowie die Handhabungssicherheit zu verbessern.
[0008] Es ist deshalb die Aufgabe der Erfindung, ein neuartiges Bett vorzuschlagen, das
bei gleichzeitiger Erhöhung der Anwendungssicherheit eine verbesserte Handhabung gestattet.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung ein Bett der eingangs genannten
Art vorgeschlagen, das sich dadurch auszeichnet, dass die Funkschnittstelle einen
Datenkanal bereitstellt, der einer Funkübertragung von Daten über ein proprietäres
DECT-Funkprotokoll auf der Basis eines vorgebbaren Layer-Protokolls dient.
[0010] Das erfindungsgemäße Bett erlaubt eine Fernwartung sowie eine Fernbedienung. Zu diesem
Zweck ist konstruktiv vorgesehen, dass das Bett mit einer Kommunikationseinheit ausgerüstet
ist, die über eine Funkschnittstelle verfügt. Diese Funkschnittstelle arbeitet nach
dem DECT-Standard, was der Betriebssicherheit dient. Dabei dient in Abkehr zum vorbekannten
Stand der Technik nach der
WO 98/34577 A1 für eine Funkverbindung nicht ein Voice-Kanal eines hausinternen Mobilfunksystems.
Es ist vielmehr vorgesehen, dass die Funkverbindung über einen Datenkanal abgewickelt
wird, weshalb die FunkSchnittstelle des erfindungsgemäßen Bettes einen Datenkanal
bereitstellt. Dieser Datenkanal dient einer Funkübertragung von Daten über ein proprietäres
DECT-Funkprotokoll auf der Basis eines vorgebbaren Layer-Protokolls.
[0011] Gemäß der erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist der nach dem Stand der Technik übliche
Voice-Kanal durch einen sicheren Datenkanal ersetzt. Eine Datenübertragung in einem
DECT-Mobilfunksystem gemäß dem Stand der Technik ist also gerade nicht gewollt und
auch nicht vorgesehen. Es wird vielmehr ergänzend zu einem unter Umständen vor Ort
bereits bestehenden Mobilfunksystem ein ausschließlich zur Kommunikation mit der bettseitigen
Kommunikationseinheit vorgesehenes Funknetz auf Basis eines Datenkanals zur Verfügung
gestellt, wobei über diesen Datenkanal eine Funkübertragung von Daten mittels eines
proprietären DECT-Funkprotokolls auf der Basis eines vorgebbaren Layer-Protokolls
erfolgt.
[0012] Bettseitig steht die Kommunikationseinheit mit elektromotorisch betriebenen Funktionskomponenten
des Bettes und/oder mit Sensoren in Verbindung, die dazu vorgesehen sind, Betriebszustände
des Bettes zu erfassen. Als elektromotorisch betriebene Funktionskomponenten des Bettes
kommen insbesondere in ihrer Lage verstellbare Liegeflächenelemente, Seitengitter
und/oder dergleichen sowie eine Einrichtung zur Höhenverstellung des Bettes in Frage.
Betriebszustände detektierende Sensoren sind insbesondere Sensoren zur Lageerfassung
des Bettes im Raum, zur Erfassung der Höhenstellung eines Bettes, zur Erfassung der
Stellung der Seitengitter, zur Erfassung der Stellung des Liegeflächenelements und/oder
dergleichen. Als weitere Sensoren können Sensoren vorgesehen sein, die als Drucksensoren
ausgebildet einen Belegzustand des Bettes detektieren, die als Temperatur- und/oder
Feuchtigkeitssensoren ausgebildet die Umgebungsatmosphäre detektieren und/oder dergleichen
mehr. Von erfindungswesentlicher Bedeutung ist, dass sämtliche Funktionskomponenten
und/oder Sensoren an eine zentrale Kommunikationseinheit des Bettes angeschlossen
sind, über welche Kommunikationseinheit ein Zugriff auf die einzelnen Funktionskomponenten
und/oder Sensoren gestattet ist.
[0013] Die Kommunikationseinheit selbst verfügt in der schon vorbeschriebenen Weise über
eine Funkschnittstelle. Dies gestattet es, von einer bettentfernten Kontroll- oder
Bedieneinheit auf die Kommunikationseinheit des Bettes und damit auf die daran angeschlossenen
Funktionskomponenten und/oder Sensoren zugreifen zu können. So ist es insbesondere
gestattet, von der bettentfernten Kontroll- und Bedieneinheit Betriebszustände des
Bettes überprüfen zu können, beispielsweise ob ein Seitengitter in bestimmungsgemäßer
Gebrauchs- oder Nichtgebrauchsstellung verrastet ist, ob das Liegeflächenelement die
wunschgemäße Position eingenommen hat und/oder ob das Bett in seiner Stellung im Raum
lagegesichert ist. Ferner kann überprüft werden, ob die Raumtemperatur und/oder die
Temperatur einer im Bett liegenden Person innerhalb vorgebbarer Parameter liegt. Gleiches
gilt für andere von entsprechenden Sensoren detektierbaren Parametern, wie beispielsweise
Druck, Feuchte und/oder dergleichen.
[0014] Die Ausgestaltung der Kommunikationseinheit mit einer Funkschnittstelle bietet dabei
den Vorteil, dass das Bett lageunabhängig von einer etwaigen Verkabelung im Raum oder
einem Teil hiervon positioniert werden kann. Dabei liegt der besonderer Aspekt der
Erfindung darin, dass die Funkschnittstelle nach dem DECT-Standard arbeitet, wobei
in Abkehr zum Stand der Technik nicht der DECT-Voice-Kanal sondern ein Datenkanal
zur Kommunikation genutzt wird, der einer Funkübertragung von Daten über ein proprietäres
DECT-Funkprotokoll dient. Zum einen wird hierdurch ein störungsfreier Frequenzbereich
genutzt, zum anderen ist eine bidirektionale Kommunikation möglich, was es gestattet,
einerseits Betriebsparameter des Bettes abfragen zu können sowie andererseits eine
Fernbedienung des Bettes zu ermöglichen. Dabei bietet der DECT-Standard im Unterschied
zu anderen Funkstandards, wie zum Beispiel WLAN oder Bluetooth Manipulationssicherheit
sowie insbesondere Funktionssicherheit. Insbesondere die Überlagerung mit anderen
Funksignalen führt nicht zu einer Überlastung oder gar einem Ausfall der Funkstrecke.
Es ist somit ein sicherer Datenzugriff aus der Ferne auf die Kommunikationseinheit
des Bettes gestattet.
[0015] Die Funkschnittstelle der Kommunikationseinheit steht bevorzugterweise in Funkverbindung
mit einer Kommunikationsbasis. Diese Kommunikationsbasis ist bettnah ausgebildet.
"Bettnah" im Sinne der Erfindung meint dabei eine solche Entfernung zum Bett, die
noch eine sichere Funkverbindung zwischen der Kommunikationseinheit einerseits und
der Kommunikationsbasis andererseits gestattet.
[0016] Bei der Kommunikationsbasis kann es sich gemäß einer ersten Alternative der Erfindung
um ein mobiles Endgerät, wie beispielsweise ein Tablet handeln. Im bestimmungsgemäßen
Verwendungsfall steht die Kommunikationsbasis in direkter kommunikationstechnischer
Verbindung mit der Kommunikationseinheit des Bettes, was es gestattet, eine Fernbedienung
und/oder eine Fernabfrage des Bettes vornehmen zu können. Aus Sicherheitsgründen ist
bevorzugterweise vorgesehen, dass die Funkstrecke zwischen Kommunikationsbasis und
Kommunikationseinheit eine solche räumliche Distanz zwischen Kommunikationsbasis und
Bett gestattet, das insbesondere bei einer Fernbedienung des Bettes Sichtkontakt besteht
zwischen einem die Kommunikationsbasis nutzenden Verwender einerseits und einer möglicherweise
sich im Bett befindlichen Person andererseits.
[0017] Alternativ kann vorgesehen sein, dass die Kommunikationsbasis durch einen Server
und/oder ein Gateway gebildet ist. Eine solche Kommunikationsbasis steht vorzugsweise
ihrerseits in kommunikationstechnischer Verbindung mit einem Kommunikationsmodul,
beispielsweise einem Rechner. Dabei kommt als kommunikationstechnische Verbindung
insbesondere eine Funkverbindung beispielsweise über WLAN oder eine Kabelverbindung
beispielsweise über LAN in Betracht. Ohne Einrichtung weiterer technischer Komponenten
ist damit eine Kommunikation zwischen dem Kommunikationsmodul und der Kommunikationsbasis
gestattet, und zwar bettentfernt. Das Kommunikationsmodul steht seinerseits wiederum
in kommunikationstechnischer Verbindung mit einer Kontroll- und Bedieneinheit. Dies
kann mittels Funk geschehen, aber auch kabelgestützt. Im bestimmungsgemäßen Verwendungsfall
kommuniziert die Kontroll- und Bedieneinheit mithin via dem Kommunikationsmodul über
Funk oder Kabel mit der Kommunikationsbasis, die ihrerseits in Funkverbindung mit
der Funkschnittstelle der Kommunikationseinheit des Bettes steht.
[0018] Aus Sicherheitsgründen ist bevorzugt, dass mittels der mit dem Kommunikationsmodul
in kommunikationstechnischer Verbindung stehenden Kontroll- und Bedieneinheit kein
Zugriff auf bettseitige Funktionskomponenten gestattet ist. Mittels der Kontroll-
und Bedieneinheit ist lediglich eine Auswahl und/oder Abfrage der bettseitigen Sensoren
ermöglicht. Es ist so sichergestellt, dass eine Fernbedienung des Bettes von einer
Kontroll- und Bedieneinheit aus nicht möglich ist, die im Verwendungsfall bedingt,
dass das bediente Bett für den Verwender außer Sichtweite ist. Eine Fernbedienung
des Bettes ist indes nur mittels einer in direkter Funkverbindung mit dem Bett stehenden
Kommunikationsbasis, beispielsweise einem Tablet möglich. Zu diesem Zweck ist das
Tablet mit dem Bett funktechnisch direkt zu verbinden. Solange diese direkte Verbindung
besteht, ist die kommunikationstechnische Verbindung zu etwaigen anderen Kommunikationsbasen,
wie beispielsweise einem Server oder einem Gateway unterbrochen. Insofern ist die
direkte Verbindung zwischen einer Kommunikationsbasis und der bettseitigen Kommunikationseinheit
notwendige Voraussetzung für eine
[0019] Fernbedienung des Bettes mittels der Kommunikationsbasis, weil nur dort Feldstärkemessungen
durchgeführt werden können.
[0020] In der Ausgestaltung der Kommunikationsbasis als Server und/oder Gateway können in
vorteilhafter Weise eine Vielzahl von Kommunikationseinheiten, das heißt Betten kommunikationstechnisch
angeschlossen werden. Die Kommunikationsbasis beziehungsweise das daran kommunikationstechnisch
angeschlossene Kommunikationsmodul können insofern als zentrale Kommunikationseinrichtung
genutzt werden, die wahlweise mit den daran angeschlossenen Kommunikationseinheiten,
das heißt Betten in Verbindung treten können. Mittels des Kommunikationsmoduls können
mithin eine Vielzahl von Betten überwacht werden. Im Bedienfall findet eine Fernbedienung
des Bettes in schon vorbeschriebener Weise über eine Kommunikationsbasis statt, die
in direkter Funkverbindung mit dem jeweiligen Bett steht, wobei als Kommunikationsbasis
in diesem Fall insbesondere ein mobiles Endgerät zum Einsatz kommt.
[0021] Es ist gemäß einem besonderen Merkmal der Erfindung vorgesehen, dass der Datenkanal
10 Frequenzbänder mit jeweils 12 Kanälen, also insgesamt 120 Kanäle nutzt. Dabei läuft
die Kommunikation synchron und bidirektional. Es können so im proprietären Broadcastmode
bis zu 250 Teilnehmer angesprochen werden.
[0022] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass das Layer-Protokoll
vier Layer aufweist, wobei die ersten drei Layer über ein proprietäres DECT-Protokoll
abgewickelt werden, und zwar zur Funkübertragung an eine Kommunikationsbasis, bei
der es sich gemäß erster Alternative entweder um einen Server und/oder einen Gateway
beziehungsweise gemäß zweiter Alternative um ein mobiles Endgerät handeln kann.
[0023] Es ist gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgesehen, dass über den ersten
drei Layern ein Transportkontroll-Protokoll liegt, das den vierten Layer abbildet.
Dies gestattet die Übertragung mehrerer Nachrichten in einem Frame, die Absicherung
von Übertragungsfehlern durch CRC sowie den gesicherten Transport durch Acknowledge.
[0024] Es ist gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgesehen, dass in das Transportkontroll-Protokoll
Nachrichten mit 29 Bit-Identifiern und Prüfsummen sowie Acknowledge-Algorithmen eingebettet
sind. Dies erlaubt die Zuordnung der Nachrichten zu einer Funktionsgruppe sowie das
Routing, ohne die Nachricht auswerten oder kennen zu müssen.
[0025] Mit der Erfindung wird ferner vorgeschlagen ein System zur Fernabfrage und -übermittlung
von Betriebszuständen eines Bettes und/oder zur Fernbedienung desselben, mit einer
bettseitigen Kommunikationseinheit, die in kommunikationstechnischer Verbindung mit
einer elektromotorisch betriebenen Funktionskomponente und/oder einem Sensor des Bettes
steht und ihrerseits eine in Funkverbindung mit einer Kommunikationsbasis stehende
Funkschnittstelle aufweist, wobei die Funkschnittstelle einen Datenkanal bereitstellt,
der einer Funkübertragung von Daten über ein proprietäres DECT-Funkprotokoll auf der
Basis eines vorgebbaren Layer-Protokolls dient.
[0026] Im Notfall kann über die bettentfernte Kontroll- und Bedieneinheit auch eine Ansteuerung
der motorisch betriebenen Funktionskomponenten des Bettes eingeleitet werden, quasi
als Sofortmaßnahme. Da aber seitens des Verwenders der bettentfernten Kontroll- und
Bedieneinheit kein Sichtkontakt zum fernzusteuernden Bett besteht, kann aus Sicherheitsgründen
vorgesehen sein, dass eine Fernbedienung des Bettes mittels der Kontroll- und Bedieneinheit
nur dann möglich ist, wenn eine Videoüberwachung des Bettes installiert ist, so dass
eine visuelle Prüfung des Bettes durch den Verwender der Kontroll- und Bedieneinheit
vor einer Betätigung derselben gestattet ist.
[0027] Das vorbeschriebene System kann insbesondere in der häuslichen Pflege Anwendung finden.
Räumlich voneinander getrennte Betten können mittels des erfindungsgemäßen Systems
von zentraler Stelle aus überwacht, kontrolliert und gegebenenfalls bedient werden.
So lässt sich insbesondere von zentraler Stelle aus nachvollziehen, ob sich ein daran
kommunikationstechnisch angeschlossenes Bett in einem verwendungsfertigen und einwandfreien
Zustand befindet. So kann insbesondere festgestellt werden, ob sich bei einem belegten
Bett die Bettseitengitter in Gebrauchsstellung befinden oder nicht. Es lässt sich
ferner detektieren, ob eine im Bett liegende Person gegebenenfalls der Hilfe bedarf,
in welchem Fall von der zentralen Kontroll- und Bedieneinheit eine entsprechende Benachrichtigung
an die dafür zuständige Stelle, Behörde oder Person ergeht.
[0028] Das Bett kann gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung über Kommunikationseinheiten,
wie zum Beispiel Notrufsender oder dergleichen verfügen, die im Bedienungsfall zu
einer sofortigen Alarmanzeige bei der zentralen Kontroll- und Bedieneinheit führen.
[0029] Das erfindungsgemäße System verschafft mithin einer kranken und/oder pflegebedürftigen
Person die Möglichkeit, sich in häuslicher Umgebung aufhalten zu können, auf die einem
Krankenhaus und/oder einem Pflegeheim vorhandenen Kontroll- und/oder Prüfsysteme insbesondere
zur Überwachung der eigenen Gesundheit aber nicht verzichten zu müssen. Hilfspersonal
kann nach entsprechender Sensierung mittels der zentralen Kontroll- und Bedieneinheit
benachrichtigt werden.
[0030] Die Kommunikationseinheit des erfindungsgemäßen Bettes stellt bevorzugter Weise eine
Vielzahl von frei zuschaltbaren Funktionen zur Verfügung. Diese können je nach Verwenderwunsch
wahlweise frei geschaltet oder gesperrt werden. Je nach verwenderseitig gewünschtem
Handhabungs- und/oder Sicherheitskomfort können demnach über die nach der erfindungsgemäßen
Ausgestaltung mögliche Fernwartung Funktionalitäten durch Freischaltung ermöglicht
beziehungsweise durch Sperrung eingeschränkt werden.
[0031] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
anhand der Figuren. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- in rein schematischer Darstellung der prinzipielle Aufbau des erfindungsgemäßen Systems;
- Fig. 2
- in rein schematischer Darstellung eine Mehrzahl von Betten in der Ausgestaltung nach
der Erfindung als Teil eines erfindungsgemäßen Systems;
- Fig. 3
- in schematischer Darstellung der Einsatz einer Kommunikationsbasis gemäß einer ersten
Ausführungsform;
- Fig. 4
- in schematischer Darstellung der Einsatz einer Kommunikationsbasis gemäß einer zweiten
Ausführungsform als sogenannte kleine Lösung und
- Fig. 5
- in schematischer Darstellung der Einsatz einer Kommunikationsbasis gemäß der zweiten
Ausführungsform als sogenannte große Lösung.
[0032] Fig. 1 lässt in rein schematischer Darstellung in Form eines Blockdiagramms ein Bett
1 erkennen. Dies verfügt über nicht näher dargestellte Funktionskomponenten 2 sowie
Sensoren 3. Als Funktionskomponenten 2 seien beispielsweise eine zur Höhenverstellung
des Bettes vorgesehene Hubeinrichtung, ein Liegeflächenelement beziehungsweise dessen
Abschnitte, eine Seitengitteranordnung und/oder dergleichen genannt. Sensoren 3 können
beispielsweise Drucksensoren, Feuchtigkeitssensoren, Temperatursensoren und/oder dergleichen
sein.
[0033] Das Bett 1 verfügt desweiteren über eine Kommunikationseinheit 4. Die bettseitigen
Funktionskomponenten 2 und Sensoren 3 stehen in kommunikationstechnischer Verbindung
5 mit der Kommunikationseinheit 4. Diese kommunikationstechnische Verbindung 5 kann
beispielsweise kabelgestützt ausgebildet sein. Mittels der Kommunikationseinheit 4
erfolgt ein Datenzugriff auf die daran angeschlossenen Funktionskomponenten 2 und
Sensoren 3, wobei entweder eine Zustands- oder Parameterabfrage im Sinne eines Downlinks
oder eine Fernbedienung im Sinnes eines Uplinks möglich sind.
[0034] Die Kommunikationseinheit 4 verfügt ihrerseits über ein Funkschnittstelle 6. Erfindungsgemäß
handelt es sich dabei um eine Funkschnittstelle 6, die nach dem DECT-Standard arbeitet,
das heißt im Frequenzbereich zwischen 1,88 GHz und 1,93 GHz.
[0035] Die Funkschnittstelle 6 stellt einen Datenkanal bereit, der einer Funkübertragung
von Daten über ein proprietäres DECT-Funkprotokoll auf der Basis eines vorgebbaren
Layer-Protokolls dient. Das Layer-Protokoll weist vorzugsweise vier Layer auf, von
denen die ersten drei Layer über ein proprietäres DECT-Protokoll abgebildet sind.
Über diesen ersten drei Layern ist ein Transportkontroll-Protokoll gelegt, dass den
vierten Layer abbildet.
[0036] Die Funkschnittstelle 6 steht in Funkverbindung 7 mit einer Kommunikationsbasis 8.
Diese ist bettnah ausgebildet, was im Sinne der Erfindung meint, dass die räumliche
Nähe von Kommunikationsbasis 8 und Bett 1 derart gewählt ist, dass eine dauerhaft
sichere Funkverbindung zwischen Kommunikationseinheit 4 und Kommunikationsbasis 8
gewährleistet ist.
[0037] Die Kommunikationsbasis 8 steht via einer kommunikationstechnischen Verbindung 10
mit einem Kommunikationsmodul 9 in Verbindung, das wiederum in Kommunikationstechnischer
Verbindung mit einer Kontroll- und Bedieneinheit 12 steht, welche kommunikationstechnische
Verbindung eine Funkverbindung 11 sein kann.
[0038] Im bestimmungsgemäßen Verwendungsfall kann über die vorbeschriebene Kommunikationsstrecke
über die Kontroll- und Bedieneinheit 12 eine Fernabfrage und -übermittlung von Betriebszuständen
des Bettes 1 und/oder eine Fernbedienung des Bettes 1 erfolgen. Das so bereitgestellte
System 13 gestattet es, von außerhalb auf das Bett 1 kommunikationstechnisch zuzugreifen.
Zudem ist es gestattet, eine zentrale Kontroll- und Bedieneinheit 12 bereitzustellen,
an die eine Vielzahl von Betten 1 angeschlossen ist, wie dies die Darstellung nach
Figur 2 beispielhaft zeigt.
[0039] Fig. 2 ist anhand des gezeigten Ausführungsbeispiels zu entnehmen, dass vier Betten
1 an eine gemeinsame, zentrale Kontroll- und Bedieneinheit 12 kommunikationstechnisch
angeschlossen sind. Jedes der einzelnen Betten 1 kann hinsichtlich seines Betriebszustandes
fernabgefragt beziehungsweise fernbedient werden. Das erfindungsgemäße System gestattet
es mithin, Betten 1 dezentral in bestimmungsgemäßer Weise zu verwenden, gleichwohl
aber eine zentrale Kontroll-, Überwachungs- und Bedienfunktion sicherzustellen. Damit
eignet sich das erfindungsgemäße System insbesondere im Anwendungsbereich der häuslichen
Pflege.
[0040] Aus insbesondere Sicherheitsgründen kann vorgesehen sein, dass eine Fernbedienung
des Bettes 1 nur dann ermöglicht ist, wenn sich der Verwender eine Kommunikationsbasis
8 in Sichtweite zum Bett 1 befindet. Dies ist beispielhaft in Fig. 3 dargestellt,
wonach als Kommunikationsbasis 8 ein Tablet zum Einsatz kommt. Dieses steht in direktem
Funkkontakt mit der Kommunikationseinheit 4 des Bettes 1.
[0041] Alternativ zu einem mobilen Endgerät als Kommunikationsbasis 8 kann als Kommunikationsbasis
8 ein Server 15 und/oder ein Gateway 14 eingesetzt werden, wie dies die Figuren 4
und 5 schematisch darstellen. Dabei betrifft Fig. 4 die sogenannte kleine Lösung,
wohingegen Fig. 5 die sogenannten große Lösung zeigt.
[0042] Unter einem "Server" im Sinne der Erfindung ist eine Komponente zu verstehen, die
sowohl eine Datensicherung in Form einer Datenbank übernimmt, als auch einen Dienst/Service
zur Verfügung stellt, in dem Teile der Datenbank visualisiert werden (Webserver, Web-Visualisierung).
Die Datenspeicherung kann dabei redundant aufgebaut sein. Darüber hinaus stellt der
Server einen Remotezugriff für (Fern-)Wartung zur Verfügung. Die Ausbaustufe ist dabei
abhängig von der Anzahl der Betten 1, dem Grad der Datensicherheit (Redundanz) und
der Anzahl der Geräte (Webzugriff).
[0043] Unter einem "Gateway" im Sinne der Erfindung ist eine Hardwarekomponente zu verstehen,
die eine Umsetzung von DECT (Kommunikation mit dem Bett 1) zu einer IP-Verbindung
(LAN/WLAN) ermöglicht. Das Gateway kann sowohl ein eigenständiges Gerät als auch Teil
einer anderen Komponente sein. Ein Gateway unterstützt bevorzugterweise bis zu sechzehn
Betten. Es benötigt im bestimmungsgemäßen Verwendungsfall immer eine kommunikationstechnische
Verbindung zu einem Server.
[0044] Gemäß der sogenannten kleinen Lösung gemäß Fig. 4 ist für die zentrale Verwaltung
einer Mehrzahl von Betten 1 ein Server 15 eingesetzt, der als Basis dient und an den
alls Kommunikationsbasis 8 bis zu sechzehn Betten 1 kommunikationstechnisch angeschlossen
sind. Der Server 15 steht über LAN und/oder WLAN mit einer Mehrzahl von Gateways 14
in kommunikationstechnischer Verbindung, an die jeweils auch bis zu sechzehn Betten
1 kommunikationstechnisch angeschlossen sind. Über die Anzahl der insgesamt vorgesehen
Gateways 14 ist das Gesamtsystem skalierbar.
[0045] Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist an den Server 15 eine aus Kommunikationsmodul
9 und Kontroll- und Bedieneinheit 12 kombinierte Gesamteinrichtung in Form beispielsweise
eines PCs, eines Tablets oder eines sonstigen mobilen Endgerätes kommunikationstechnisch
angeschlossen, und zwar vorzugsweise via LAN und/oder WLAN.
[0046] Die sogenannte große Lösung gemäß Fig. 5 sieht ein Server-System vor, wobei an einen
Server 15 eine Mehrzahl von Gateways 14 angeschlossen sind, wobei jeder Gateway 14
in kommunikationstechnischer Verbindung mit maximal sechzehn Betten 1 steht. Parallel
zum Server 15 geschaltet ist ein Rechner oder ein Tablet vorgesehen, die jeweils ein
Kommunikationsmodul 9 und eine Kontroll- und Bedieneinheit 12 in sich vereinen.
[0047] Es ist insgesamt bevorzugt, dass eine Fernbedienung eines Bettes 1 mittels einer
Kommunikationsbasis 8 in Form eines mobilen Endgerätes erfolgt, wie in Fig. 3 dargestellt.
Dies ist dann möglich, wenn die Kommunikationsbasis 8 in direkter Funkverbindung mit
dem zugehörigen Bett 1 steht.
[0048] Besteht eine solche direkte Funkverbindung nicht, so steht das Bett 1 in kommunikationstechnischer
Verbindung mit einem Server 15 oder einem Gateway 14, wie in Fig. 4 beziehungsweise
Fig. 5 dargestellt. Bei einer Verbindung des Bettes 1 mit einem Server 15 oder einem
Gateway 14 findet eine ausschließliche Kontrolle beziehungsweise Parameterüberwachung
eines Bettes 1 statt. Sobald eine Fernbedienung des Bettes 1 vorzunehmen ist, ist
das Bett 1 in direkte Funkverbindung mit einem als Kommunikationsbasis 8 dienenden
Mobilendgerät zu bringen, in welchem Fall die kommunikationstechnische Verbindung
dieses Bettes 1 zum Server 15 beziehungsweise Gateway14 aufgehoben wird. Diese Funkverbindung
wird erst dann wieder aufgebaut, wenn keine direkte Funkverbindung mehr zum mobilen
Endgerät besteht.
Bezugszeichen
[0049]
- 1
- Bett
- 2
- Funktionskomponente
- 3
- Sensor
- 4
- Kommunikationseinheit
- 5
- kommunikationstechnische Verbindung
- 6
- Funkschnittstelle
- 7
- Funkverbindung
- 8
- Kommunikationsbasis
- 9
- Kommunikationsmodul
- 10
- WLAN/LAN
- 11
- Funkverbindung
- 12
- Kontroll- und Bedieneinheit
- 13
- System
- 14
- Gateway
- 15
- Server
1. Bett, insbesondere Kranken- und/oder Pflegebett, mit einer elektromotorisch betriebenen
Funktionskomponente (2) und/oder einem Betriebszustände detektierenden Sensor (3)
sowie einer Kommunikationseinheit (4), die in kommunikationstechnischer Verbindung
(5) mit der Funktionskomponente (2) und/oder dem Sensor (3) steht, wobei die Kommunikationseinheit
(4) eine Funkschnittstelle (6) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Funkschnittstelle (6) einen Datenkanal bereitstellt, der einer Funkübertragung
von Daten über ein proprietäres DECT-Funkprotokoll auf der Basis eines vorgebbaren
Layer-Protokolls dient.
2. System zur Fernabfrage und -übermittlung von Betriebszuständen eines Bettes (1) und/oder
zur Fernbedienung desselben, mit einer bettseitigen Kommunikationseinheit (4), die
in kommunikationstechnischer Verbindung (5) mit einer elektromotorisch betriebenen
Funktionskomponente (2) und/oder einem Sensor (3) des Bettes (1) steht und ihrerseits
eine in Funkverbindung (7) mit einer Kommunikationsbasis (8) stehende Funkschnittstelle
(6) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Funkschnittstelle (6) einen Datenkanal bereitstellt, der einer Funkübertragung
von Daten über ein proprietäres DECT-Funkprotokoll auf der Basis eines vorgebaren
Layer-Protokolls dient.
3. Bett nach Anspruch 1 oder System nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Datenkanal zehn Frequenzbänder mit jeweils zwölf Kanälen aufweist.
4. Bett nach Anspruch 1 oder System nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Layer-Protokoll vier Layer aufweist, wobei die ersten drei Layer über ein proprietäres
DECT-Protokoll abgebildet sind.
5. Bett oder System nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass über den ersten drei Layern ein Transportkontroll-Protokoll liegt, dass den vierten
Layer abbildet.
6. Bett nach Anspruch 5 oder System nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass in das Transportkontroll-Protokoll Nachrichten mit neunundzwanzig Bit-Identifiern
und Prüfsummen sowie Acknowledge-Algorithmen eingebettet sind.
7. System nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine bettentfernte Kontroll- und Bedieneinheit (12), die mittels einer Kommunikationseinheit
(9) mit der Kommunikationsbasis (8) in kommunikationstechnischer Verbindung (10) steht.
8. System nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die kommunikationstechnische Verbindung (10) kabelgestützt ist.
9. System nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die kommunikationstechnische Verbindung (10) funkgestützt ist.