[0001] Die Erfindung betrifft eine Arbeitsmaschine, insbesondere Baumaschine, mit einem
Mast, entlang welchem mittels einer Stelleinrichtung ein Kraftdrehkopf vertikal verfahrbar
ist, durch welchen ein teleskopierbares Kellygestänge mit mindestens zwei Kellystangen
verschiebbar geführt ist, wobei eine Außenkellystange, die zur Auflage auf den Kraftdrehkopf
ausgebildet ist, und eine Innenkellystange vorgesehen sind, welche eine Seilaufhängung
für ein Seil umfasst, durch welche mittels einer Hauptseilwinde die Innenkellystange
vertikal verfahrbar ist, wobei Kellystangen an ihren Außen- und/oder Innenseiten zur
Drehmomentübertragung mit axial verlaufenden Mitnehmerleisten sowie Verriegelungstaschen
an den Mitnehmerleisten und/oder axialen Riegelelementen versehen sind, welche zum
axialen Verriegeln der Kellystangen in die Verriegelungstaschen einfahrbar beziehungsweise
zum Entriegeln aus den Verriegelungstaschen ausfahrbar sind, gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Bearbeiten eines Bodens mit einer
Arbeitsmaschine, mit einem Mast, entlang welchem entlang einer Stelleinrichtung ein
Kraftdrehkopf vertikal verfahren wird, durch welchen ein teleskopierbares Kellygestänge
mit mindestens zwei Kellystangen verschoben und geführt wird, wobei eine Außenkellystange,
die auf dem Kraftdrehkopf aufliegt, und eine Innenkellystange vorgesehen sind, welche
an einem Seil aufgehängt ist, durch welches mittels einer Hauptseilwinde die Innenkellystange
vertikal verfahren wird, wobei die Kellystangen an ihren Außen- und/oder Innenseiten
zur Drehmomentübertragung mit axial verlaufenden Mitnehmerleisten sowie Verriegelungstaschen
an den Mitnehmerleisten und/oder axialen Riegelelementen versehen sind, welche zum
axialen Verriegeln der Kellystangen in die Verriegelungstaschen eingefahren beziehungsweise
zum Entriegeln aus den Verriegelungstaschen ausgefahren werden, gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 7.
[0003] Ein Kellygestänge ist ein teleskopierbares Werkzeuggestänge, welches aus mehreren
rohrförmigen Stangenelementen aufgebaut ist und zumindest eine Außenkellystange und
eine Innenkellystange aufweist. Die Innenkellystange und damit das Kellygestänge insgesamt
ist an einem Seil aufgehängt, wobei das Kellygestänge durch eine Kellyführung und/oder
einen ringförmigen Drehantrieb, auch Kraftdrehkopf genannt, geführt ist. Über das
Kellygestänge kann von dem Drehantrieb ein Drehmoment auf ein Bodenbearbeitungswerkzeug,
insbesondere ein Bohrwerkzeug, übertragen werden, welches am unteren Ende der Innenkellystange
angebracht ist. Durch ein entsprechendes Austeleskopieren der einzelnen Kellystangenelemente
zueinander können auch größere Bohrtiefen erreicht werden.
[0004] Zur Drehmomentübertragung weisen die einzelnen Kellystangenelemente an ihrer Außenseite
und an ihrer Innenseite axial verlaufende Anschlagleisten auf, welche der Drehmomentübertragung
dienen. Zudem sind an bestimmten Axialpositionen, insbesondere an einem Anfangs- und
Endbereich, Verriegelungstaschen oder Riegelelemente vorgesehen, durch welche die
Kellystangenelemente zueinander axial festgelegt werden können. Auf diese Weise können
über den Bohrantrieb auch axiale Druckkräfte auf das Kellygestänge und damit das Bodenbearbeitungswerkzeug
aufgebracht werden. Auch die Außenkellystange kann mit dem Bohrantrieb axial fest
verbunden werden.
[0005] Insbesondere bei einer diskontinuierlichen Bodenbearbeitung, etwa beim Erstellen
einer Bohrung mit einem Bohreimer, muss der Bohreimer wiederholt in das Bohrloch eingefahren
und wieder ausgefahren werden. Abhängig von der jeweiligen Bohrlochtiefe wird das
Kellygestänge entsprechend wiederholt ein- und austeleskopiert. Nach dem Füllen des
Bohreimers mit abgetragenem Bodenmaterial muss dieser zum Entleeren aus dem Bohrloch
gezogen werden. Hierzu ist es notwendig, die einzelnen Kellystangenelemente wieder
zu entriegeln und ineinander einzufahren. In dieser eingefahrenen Position kann das
Kellygestänge zusammen mit dem Bohreimer aus dem Bohrloch gezogen und zu einer Entleerposition
verschwenkt werden. Anschließend erfolgt für einen weiteren Bohrschritt wieder ein
Einfahren des Bohrwerkzeuges in das Bohrloch mit erneutem Austeleskopieren des Kellygestänges.
[0006] Das Ein- und Austeleskopieren eines Kellygestänges benötigt Zeit und Geschick des
Bohrgerätefahrers. Üblicherweise sind die Verriegelungsstellen verdeckt, so dass der
Bohrgerätefahrer nicht erkennen kann, wo das Riegelelement und eine Verriegelungstasche
liegen. Es ist bekannt, dem Bohrgerätefahrer an seinem Bedienmonitor die Lage der
einzelnen Kellystangenelemente zueinander anzuzeigen. Allerdings sind derartige Anzeigen
steuerungstechnisch sehr aufwändig und bedürfen vor einem Bohrbeginn einer exakten
Kalibrierung der einzelnen Antriebskomponenten sowie der Positionen des Kellygestänges.
Zudem muss in die Steuerung eingegeben sein, welche Art von Kellygestänge benutzt
wird.
[0008] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Arbeitsmaschine und ein Verfahren zum Bearbeiten eines Bodens anzugeben,
welche ein besonders effizientes Arbeiten mit einem Kellygestänge ermöglichen.
[0009] Die Aufgabe wird zum einen durch eine Arbeitsmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und zum anderen durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 7 gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen der Erfindung sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0010] Die erfindungsgemäße Arbeitsmaschine ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerung
vorgesehen ist, welche zum automatischen Verriegeln und/oder Entriegeln der Kellystange
ausgebildet ist, dass mittels einer ersten Erfassungseinrichtung ein Drehwinkel mindestens
einer Kellystange erfassbar ist und/oder mittels einer zweiten Erfassungseinrichtung
eine Kraft-, Drehmoment- oder Druckänderung in einem Antriebssystem erfassbar ist,
durch welches die Stelleinrichtung, der Kraftdrehkopf und/oder die Hauptseilwinde
angetrieben sind, und dass die Steuerung ausgebildet ist, abhängig von dem erfassten
Drehwinkel und/oder der erfassten Kraft-, Drehmoment- oder Druckänderung ein Verriegeln
und/oder Entriegeln der Kellystangen zu ermöglichen.
[0011] Eine Grundidee der Erfindung liegt darin, eine Steuerung vorzusehen, welche zum automatischen
Verriegeln und/oder Entriegeln der Kellystangen ausgebildet ist. Dabei kann mittels
einer ersten Erfassungseinrichtung ein Drehwinkel mit mindestens einer Kellystange
erfasst werden. So kann ein Riegelelement einer ersten Kellystange mit einem gewissen
leichten Druck an die Mitnehmerleiste einer zweiten gegenüberliegenden Kellystange
angelegt werden. Bei einem relativen axialen Verfahren der beiden Kellystangen zueinander
verbleibt der Drehwinkel zunächst gleich. Sobald bei diesem axialen Verfahren das
Riegelelement zu einer Verriegelungstasche kommt, welche eine axiale Ausnehmung entlang
der Mitnehmerleiste darstellt, dreht das Riegelelement in die Verriegelungstasche
ein. Diese abrupte Drehwinkeländerung ist durch die erste Erfassungseinrichtung als
ein Anzeichen dafür erfassbar, dass eine Verriegelung erfolgt ist. Die Drehwinkeländerung
kann durch entsprechende Winkelgeber, etwa Inkrementalgebern, direkt oder über eine
Kraft-, Drehmoment- oder Druckänderung im Antriebssystem des Drehantriebs etwa als
kurzfristiger Lastabfall indirekt erfasst werden. Das Antriebssystem kann als ein
elektrisches oder vorzugsweise ein hydraulisches Antriebssystem ausgebildet sein.
[0012] Alternativ oder ergänzend ist nach einem weiteren Aspekt der Erfindung vorgesehen,
mittels einer zweiten Erfassungseinrichtung eine Kraft-, Drehmoment- oder Druckänderung
in dem Antriebssystem zu erfassen, durch welches die Stelleinrichtung, der Kraftdrehkopf
und/oder die Hauptseilwinde angetrieben sind. Bei einem Einrasten eines Riegelelementes
in eine Verriegelungstasche werden zwei aneinander liegende Kellystangen miteinander
verriegelt. Ein einfaches axiales Verfahren des Riegelelementes ist nunmehr nicht
mehr möglich, was sich in einem entsprechenden Leistungsanstieg im Antriebssystem
der axialen Antriebseinheit feststellen lässt. Das axiale Verschieben der beiden Kellystangen
axial zueinander kann dabei über die Stelleinrichtung, den Kraftdrehkopf und/oder
die Hauptseilwinde erfolgen. Je nachdem welche Antriebseinheit verwendet wird, kann
der etwa Druck in dem jeweiligen hydraulischen System oder in dem Gesamtsystem überwacht
und so ein eventueller Druckanstieg erfasst werden. Entsprechendes gilt in umgekehrter
Weise bei einem Entriegeln.
[0013] Abhängig von dem erfassten Drehwinkel und/oder der erfassten Leistungsänderung kann
die Steuerung so ein Verriegeln und/oder Entriegeln der Kellystange zuverlässig ermitteln.
[0014] Im einfachsten Fall besteht das Kellygestänge aus lediglich zwei Kellystangen, nämlich
einer rohrförmigen Außenkellystange und einer darin verschiebbar angeordneten Innenkellystange.
Zum Erreichen größerer Bohrtiefen ist es gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorteilhaft,
dass das Kellygestänge eine oder mehrere Zwischenkellystangen aufweist, welche zwischen
der Außenkellystange und der Innenkellystange angeordnet sind. Bevorzugt sind insbesondere
Kellygestänge mit drei oder vier Kellystangen.
[0015] Grundsätzlich kann die erfindungsgemäße Arbeitsmaschine mit dem Kellygestänge für
verschiedenste Tätigkeiten eingesetzt werden. Besonders zweckmäßig ist es nach einer
Weiterbildung der Erfindung, dass am unteren Ende der Innenkellystange ein Bohrwerkzeug,
insbesondere ein Bohreimer oder eine Bohrschnecke, lösbar angebracht ist. Derartige
Bohrwerkzeuge können für ein diskontinuierliches Bohren eingesetzt werden, bei welchem
ein Kellygestänge wiederholt aus- und eingefahren werden muss.
[0016] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass mindestens
eine Eingabeeinrichtung vorgesehen ist, mit welcher eine Art und/oder Größe des Kellygestänges,
eine Position der Stelleinrichtung für den Kraftdrehkopf, eine Position des Seils
und/oder eine Art und/oder Größe des Kraftdrehkopfes eingebbar sind. Eine Eingabe
kann im einfachsten Fall über ein Eingabeterminal erfolgen. Alternativ können die
Positionen automatisch mittels Sensoren erfasst werden. Des Weiteren ist es möglich,
die jeweiligen Komponenten in eine definierte Ausgangsposition zu bringen und die
Arbeitsmaschine mit diesen Komponenten zu kalibrieren. Eine bevorzugte Weiterbildung
der Erfindung kann darin gesehen werden, dass die erste Erfassungseinrichtung zum
Erfassen eines Drehwinkels einen Drehwinkelgeber aufweist. Der Drehwinkelgeber ist
dabei vorzugsweise in dem Kraftdrehkopf integriert. Es können jedoch andere beliebige
Sensoranordnungen vorgesehen sein, welche für ein direktes oder indirektes Erfassen
des Drehwinkels geeignet sind.
[0017] Eine weitere zweckmäßige Ausführungsvariante der Erfindung besteht darin, dass die
zweite Erfassungseinrichtung zum Erfassen eines Druckanstiegs einen Drucksensor aufweist.
Der Drucksensor kann dabei vorzugsweise in einer Druckleitung in dem jeweiligen hydraulischen
System vorgesehen sein. Vorzugsweise ist der Drucksensor nahe an der Komponente, dessen
Druck zur Steuerung des Verriegelns überwacht werden soll.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer Steuerung
die Kellystangen automatisch verriegelt oder entriegelt werden, dass mittels einer
ersten Erfassungseinrichtung ein Drehwinkel mindestens einer Kellystange erfasst wird
und/oder mittels einer zweiten Erfassungseinrichtung eine Kraft-, Drehmoment- oder
Druckänderung in einem Antriebssystem erfasst wird, durch welches die Stelleinrichtung,
der Kraftdrehkopf und/oder die Hauptseilwinde angetrieben werden, und dass durch die
Steuerung abhängig von dem erfassten Drehwinkel und/oder der erfassten Kraft-, Drehmoment-
oder Druckänderung ein Verriegeln und/oder Entriegeln der Kellystangen ermittelt wird.
[0019] Das erfindungsgemäße Verfahren kann insbesondere mit einer Arbeitsmaschine durchgeführt
werden, wie dieses zuvor beschrieben wurde. Es können entsprechend die zuvor beschriebenen
Vorteile erzielt werden.
[0020] Eine vorteilhafte Verfahrensvariante der Erfindung besteht darin, dass zum Verriegeln
und/oder Entriegeln ein Bodenbearbeitungswerkzeug an dem Kellygestänge auf den Boden,
insbesondere einen Bohrlochgrund, aufgesetzt wird. Damit befindet sich das Bodenbearbeitungswerkzeug
und die damit fest verbundene Innenkellystange in einer definierten Position. Vorzugsweise
kann nunmehr die Außenkellystange oder eine Zwischenkellystange gemäß der Erfindung
relativ zu der Innenkellystange verfahren werden, bis das gewünschte Verriegeln oder
Entriegeln gegeben ist. Grundsätzlich kann das erfindungsgemäße Verfahren bei jeder
Anwendung eingesetzt werden, bei welchen ein Werkzeug mit einem Kellygestänge benötigt
wird. Besonders bevorzugt ist es nach einer Ausführungsvariante, dass in dem Boden
ein Bohrloch erstellt wird. Das Erstellen des Bohrlochs kann unter Aushub des Bodenmaterials
durchgeführt werden.
[0021] Gemäß einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung ist es vorgesehen, dass das
Bohrloch zum Bilden eines Gründungselementes verfüllt wird. Das Gründungselement kann
dabei in einem einfachen Fall durch ein schüttfähiges Material, etwa Sand oder Kies,
verfüllt werden. Bevorzugt ist es, dass das Gründungselement durch Verfüllen mit einer
aushärtbaren Masse, insbesondere einem Betonmaterial erfolgt.
[0022] Gemäß einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es vorteilhaft, dass
zum Verriegeln einer Kellystange an diese ein erstes Drehmoment angelegt wird, wobei
ein Riegelelement an eine Mitnehmerleiste der gegenüberliegenden Kellystange mit einem
leichten Druck angelegt wird, und dass die beiden Kellystangen relativ zueinander
axial verfahren werden, bis das Riegelelement in Umfangsrichtung in eine Verriegelungstasche
eindreht und/oder axial anschlägt. Das relative Andrücken zwischen Riegelelement und
Mitnehmerleiste erfolgt mit einem ersten, leichten Druck, welcher durch die Steuerung
vorgegeben wird. Der Druck wird dabei so eingestellt, dass die beiden Kellystangen
mit relativ geringen Reibkräften noch relativ zueinander axial verfahren werden können.
Bei einem Passieren des Riegelelementes an einer Verriegelungstasche dreht das Riegelelement
in die Verriegelungstasche in Umfangsrichtung ein. Dieses Verriegeln ist sowohl durch
eine Drehwinkeländerung zwischen den beiden gegenüberliegenden Kellystangen als auch
durch eine Druckänderung bei der axialen Antriebseinheit feststellbar. Um die Steuerung
wird dann automatisch ein axiales Verschieben der beiden Kellystangen zueinander eingestellt.
Gegebenenfalls kann ein weiteres axiales Verfahren erfolgen, wenn eine weitere Verriegelung
zu einer anderen Kellystange gewünscht ist.
[0023] Eine weitere Verfahrensvariante besteht nach der Erfindung darin, dass die Kellystange
mit dem Riegelelement über eine vorgegebene Strecke axial relativ verfahren wird.
Die vorgegebene Strecke kann einige zehn Zentmeter bis zu einigen Metern betragen.
Wird beim Durchlauf dieser vorgegebenen Strecke keine Verriegelung festgestellt, kann
die verfahrbare Kellystange durch die Steuerung wieder auf den Ausgangspunkt rückgestellt
werden, wobei dann abermals ein axiales Verfahren über die vorgegebene Strecke erfolgt.
Dieser Vorgang kann ein oder mehrmals wiederholt werden. Erfolgt dann noch immer kein
Verriegeln, kann eine Fehleranzeige oder eine Aufforderung an den Bohrgerätefahrer
bewirkt werden, die Verriegelung in herkömmlicher Weise vorzunehmen.
[0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen weiter
erläutert, welche schematisch in den Zeichnungen dargestellt sind. In den Zeichnungen
zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Teilansicht einer ersten erfindungsgemäßen Arbeitsmaschine;
- Fig. 2
- eine schematische Teilansicht einer zweiten erfindungsgemäßen Arbeitsmaschine;
- Fig.3
- eine schematische aufgebrochene Darstellung eines Kellygestänges vor einem Entriegeln;
und
- Fig. 4
- eine schematische aufgebrochene Darstellung des Kellygestänges von Fig. 3 nach dem
Verriegeln.
[0025] Die Arbeitsmaschine 10 gemäß den Figuren 1 und 2 weist jeweils einen im Wesentlichen
vertikalen Mast 12 auf, welcher jeweils über einen nur in Fig. 1 dargestellten Mastkopf
14 verfügt. Über ein Seil 52, welches von einer Hauptseilwinde 50 angetrieben und
über Umlenkrollen 16 am Mastkopf 14 geführt ist, ist ein Kellygestänge 40 vertikal
verschiebbar entlang des Mastes 12 aufgehängt.
[0026] Das Kellygestänge 40 ist gemäß den beiden Ausführungsformen nach den Figuren 1 und
2 jeweils mit einer obenliegenden Außenkellystange 42, einer untenliegenden Innenkellystange
46 sowie einer dazwischen angeordneten Zwischenkellystange 44 ausgebildet. Am oberen
Ende der Innenkellystange 46 ist eine Seilaufhängung 48 vorgesehen, an welcher das
Seil 52 zum vertikalen Verschieben der Innenkellystange 46 und auch der weiteren rohrförmigen
Kellystangenelemente ausgebildet ist.
[0027] Die Außenkellystange 42 weist an ihrem oberen Ende einen Auflagekragen 43 auf, mit
welchem die Außenkellystange 43 auf einem Kraftdrehkopf 30, also einem ringförmigen
Drehantrieb, aufliegt. Bei der Ausführungsform gemäß Figur 1 ist zum Abdämpfen von
Stößen zwischen dem Kraftdrehkopf 30 und dem Auflagekragen 43 eine Dämpfungseinrichtung
32 mit Federn angeordnet. Der Kraftdrehkopf 30 und damit die Außenkellystange 42 können
über eine Stelleinrichtung 20 vertikal entlang des Mastes 12 verfahren werden. Die
Stelleinrichtung 20 ist bei der Ausführungsform gemäß Figur 1 als ein Hydraulikzylinder
ausgebildet. Zur Übertragung des Drehmomentes von dem Kraftdrehkopf 30 auf die Außenkellystange
42 und damit das Kellygestänge 40 insgesamt sind an der Außenkellystange 42 an ihrer
Außenseite Mitnehmerleisten 66 angeordnet, wie aus Figur 2 zu ersehen ist.
[0028] In bekannter Weise sind entsprechende Mitnehmerleisten 66 oder Riegelelemente auch
an den weiteren Außenseiten und Innenseiten der weiteren Kellystangenelemente angeordnet.
An einer Unterseite der Innenkellystange 46 ist ein zapfenförmiges Anschlußelement
49 vorgesehen, mit welchem drehfest ein Bodenbearbeitungswerkzeug 36 angebracht werden
kann. Das Bodenbearbeitungswerkzeug 36 ist in den Ausführungsbeispielen gemäß den
Figuren 1 und 2 als eine Bohrschnecke ausgebildet.
[0029] In den Figuren 3 und 4 ist ein vereinfachtes Kellygestänge 40 mit einer Außenkellystange
42 und einer Innenkellystange 46 dargestellt. Zur Drehmomentübertragung von der Außenkellystange
42 auf die Innenkellystange 46 weist die Außenkellystange 42 an ihrer Innenseite mindestens
ein Riegelelement 62 auf, welches in Umfangsrichtung an eine axial verlaufende Mitnehmerleiste
66 an der Außenseite der Innenkellystange 46 anliegt.
[0030] Für ein axiales Verriegeln der Außenkellystange 42 und der Innenkellystange 46 wird
mittels einer erfindungsgemäßen Steuerung durch Anlegen eines leichten Drehmoments
über den Kraftdrehkopf 30 das Riegelelement 62 an der Außenkellystange 42 leicht an
die Mitnehmerleiste 66 angedrückt. In dieser angedrückten Position werden nunmehr
die Außenkellystange 42 und die Innenkellystange 46 entweder über die Stelleinrichtung
20 oder die Hauptseilwinde 50 axial zueinander verfahren. Bei Erreichen der in Figur
4 dargestellten Position dreht die Außenkellystange 42 mit dem Riegelelement 62 bei
Erreichen einer Verriegelungstasche 68, welche als eine axiale Ausnehmung in der Mitnehmerleiste
66 ausgebildet ist, in dem dargestellten Ausführungsbeispiel entgegen dem Uhrzeigersinn
in Umfangsrichtung in die Verriegelungstasche 68 ein. Hierbei stellt sich eine Verdrehung
zwischen der Außenkellystange 42 und der Innenkellystange 46 ein, welche über eine
erste Erfassungseinrichtung, insbesondere eine Sensoreinrichtung, als ein Anzeichen
für eine Verriegelung feststellbar ist.
[0031] Bei einem weiteren axialen Verfahren der Außenkellystange 42 gegenüber der Innenkellystange
46 schlägt das blockartige Riegelelement 62 axial gegen einen Axialanschlag 69 der
Verriegelungstasche 68 an. Ein weiteres axiales Verfahren der Außenkellystange 42
ist nun mehr oder nur unter einem erhöhten Kraftaufwand möglich, was als ein Druckanstieg
in dem hydraulischen System erfassbar ist, durch welches das axiale Antriebsorgan
angetrieben ist. Auch ein Anschlagen des Riegelelementes 62 in Umformrichtung an einer
Seitenfläche der Verriegelungstasche 68 ist als eine Druckänderung mittels einer zweiten
Erfassungseinrichtung, etwa eines Drucksensors, im hydraulischen System zum Antrieb
des Kraftdrehkopfes feststellbar. Diese jeweiligen Druckänderungen können als weiteres
Anzeichen für das Vorliegen einer erfolgreichen Verriegelung der Kellystangen erfasst
und von der Steuerung registriert werden.
1. Arbeitsmaschine, insbesondere Baumaschine, mit einem Mast (12), entlang welchem mittels
einer Stelleinrichtung (20) ein Kraftdrehkopf (30) vertikal verfahrbar ist, durch
welchen ein teleskopierbares Kellygestänge (40) mit mindestens zwei Kellystangen verschiebbar
geführt ist, wobei eine Außenkellystange (42), die zur Auflage auf den Kraftdrehkopf
(30) ausgebildet ist, und eine Innenkellystange (46) vorgesehen sind, welche eine
Seilaufhängung (48) für ein Seil (52) umfasst, durch welches mittels einer Hauptseilwinde
(50) die Innenkellystange (46) vertikal verfahrbar ist, wobei Kellystangen an ihren
Außen- und/oder Innenseiten zur Drehmomentübertragung mit axial verlaufenden Mitnehmerleisten
(66) sowie Verriegelungstaschen (68) an den Mitnehmerleisten (66) und/oder axialen
Riegelelementen (62) versehen sind, welche zum axialen Verriegeln der Kellystangen
in die Verriegelungstaschen (68) einfahrbar beziehungsweise zum Entriegeln aus den
Verriegelungstaschen (68) ausfahrbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Steuerung vorgesehen ist, welche zum automatischen Verriegeln und/oder Entriegeln
der Kellystangen ausgebildet ist,
dass mittels einer ersten Erfassungseinrichtung ein Drehwinkel mindestens einer Kellystange
erfassbar ist und/oder dass mittels einer zweiten Erfassungseinrichtung eine Kraft-,
Drehmoment- oder Druckänderung in einem Antriebssystem erfassbar ist, durch welches
die Stelleinrichtung (20), der Kraftdrehkopf (40) und/oder die Hauptseilwinde (50)
angetrieben sind, und
dass die Steuerung ausgebildet ist, abhängig von dem erfassten Drehwinkel und/oder der
erfassten Kraft-, Drehmoment- oder Druckänderung im Antriebssystem ein Verriegeln
und/oder Entriegeln der Kellystangen zu ermitteln.
2. Arbeitsmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kellygestänge (40) eine oder mehrere Zwischenkellystangen (44) aufweist, welche
zwischen der Außenkellystange (42) und der Innenkellystange (46) angeordnet sind.
3. Arbeitsmaschine nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass an einem unteren Ende der Innenkellystange (46) ein Bodenbearbeitungswerkzeug (30),
insbesondere ein Bohreimer oder eine Bohrschnecke, lösbar angebracht ist.
4. Arbeitsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Eingabeeinrichtung vorgesehen ist, mit welcher eine Art und/oder
Größe des Kellygestänges (40), eine Position der Stelleinrichtung (20) für den Kraftdrehkopf
(30), eine Position des Seiles (52) und/oder eine Art und/oder Größe des Kraftdrehkopfes
(30) eingebbar sind.
5. Arbeitsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Erfassungseinrichtung zum Erfassen eines Drehwinkels einen Drehwinkelgeber
aufweist.
6. Arbeitsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zweite Erfassungseinrichtung zum Erfassen eines Druckanstiegs in einem hydraulischen
Antriebssystem einen Drucksensor aufweist.
7. Verfahren zum Bearbeiten eines Bodens mit einer Arbeitsmaschine (10), insbesondere
nach einem der Ansprüche 1 bis 6, mit einem Mast (12), entlang welchem mittels einer
Stelleinrichtung (20) ein Kraftdrehkopf (30) vertikal verfahren wird, durch welchen
ein teleskopierbares Kellygestänge (40) mit mindestens zwei Kellystangen verschoben
und geführt wird, wobei eine Außenkellystange (42), die auf dem Kraftdrehkopf (30)
aufliegt, und eine Innenkellystange (46) vorgesehen sind, welche an einem Seil (52)
aufgehängt ist, durch welches mittels einer Hauptseilwinde (50) die Innenkellystange
(46) vertikal verfahren wird, wobei die Kellystangen an ihren Außen- und/oder Innenseiten
zur Drehmomentübertragung mit axial verlaufenden Mitnehmerleisten (66) sowie Verriegelungstaschen
(68) an den Mitnehmerleisten (66) und/oder axialen Riegelelementen (62) versehen sind,
welche zum axialen Verriegeln der Kellystangen in die Verriegelungstaschen (68) eingefahren
beziehungsweise zum Entriegeln aus den Verriegelungstaschen (68) ausfahren werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass mittels einer Steuerung die Kellystangen automatisch verriegelt oder entriegelt werden,
dass mittels einer ersten Erfassungseinrichtung ein Drehwinkel mindestens einer Kellystange
erfasst wird und/oder mittels einer zweiten Erfassungseinrichtung eine Kraft-, Drehmoment-
oder Druckänderung in einem Antriebssystem erfasst wird, durch welches die Stelleinrichtung
(20), der Kraftdrehkopf (30) und/oder die Hauptseilwinde (50) angetrieben werden,
und
dass durch die Steuerung abhängig von dem erfassten Drehwinkel und/oder der erfassten
Kraft-, Drehmoment- oder Druckänderung ein Verriegeln und/oder Entriegeln der Kellystangen
ermittelt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Verriegeln und/oder Entriegeln ein Bodenbearbeitungswerkzeug (36) an dem Kellygestänge
(40) auf den Boden, insbesondere einen Bohrlochgrund, aufgesetzt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem Boden ein Bohrloch erstellt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bohrloch zum Bilden eines Gründungselementes verfüllt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Verriegeln einer Kellystange an diese ein erstes Drehmoment angelegt wird, wobei
ein Riegelelement (62) an eine Mitnehmerleiste (66) der gegenüberliegenden Kellystange
mit einem leichten Druck angelegt wird, und
dass die beiden Kellystangen relativ zueinander axial verfahren werden, bis das Riegelelement
(62) in Umfangsrichtung in eine Verriegelungstasche (68) eindreht und/oder axial anschlägt.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kellystange mit dem Riegelelement (62) über eine vorgegebene Strecke axial relativ
verfahren wird.