[0001] Die Erfindung betrifft eine Spulenvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist eine Mehrzahl von Spulenvorrichtungen, beispielsweise
Drosselspulen, die aus mehreren Lagen eines isolierten Leiters gewickelt werden, bekannt.
Aufgrund der elektrischen Beanspruchung einer Spulenvorrichtung treten thermische
Verluste, beispielsweise innerhalb der Wicklungen der Spulenvorrichtung oder in ihrem
Spulenkern, der beispielsweise aus Eisen gebildet ist, auf. Typischerweise werden
die einzelnen Wicklungen der Spulenvorrichtung durch die Einbringung eines Isolationsmaterials
elektrisch voneinander isoliert. Hierbei ist eine ausreichend gute Entwärmung der
Spulenvorrichtung sicherzustellen. Eine bevorzugte Entwärmung oder Kühlung der Spulenvorrichtung
beziehungsweise ihrer Wicklungslagen ist kontaktdimensioniert, sodass der vorgegebene
Bauraum möglichst optimal ausgenutzt werden kann. Hierzu wird beispielsweise eine
Kühlplatte in die Spulenvorrichtung eingebracht, die insbesondere gegenüber einem
Joch einer Wicklung der Spulenvorrichtung elektrisch isoliert werden muss. Die Einbringung
einer Kühlplatte, insbesondere einer metallischen Kühlplatte, innerhalb der Spulenvorrichtung
hat jedoch den Nachteil, dass aufgrund der auftretenden Magnetfelder elektrische Ströme
in dieser induziert werden, die zu Verlusten führen (ohmsche Verluste durch Wirbelströme).
[0003] Weiterhin sind aus dem Stand der Technik Wasserkühlungen bekannt, die insbesondere
für Drosselspulen verwendet werden, und auf einer Einbringung von metallischen Kühlkörpern
in die Spulenvorrichtung basieren.
[0004] Aus dem Stand der Technik sind Hohlleiter bekannt, die für die Wicklungen der Spulenvorrichtung
eingesetzt werden. Durch die Hohleiter kann ein Kühlmittel geführt werden, das die
Spulenvorrichtung entwärmt.
[0005] Aus der
DE 10 2012 217 607 A1 sind Kühltaschen aus Kunststoff mit einer Y-Struktur bekannt, die in die Spulenvorrichtung
oder einer ihrer Wicklungen eingebracht werden kann. Um die thermische Leitfähigkeit
zwischen den Wicklungen der Spulenvorrichtung und der genannten Y-Struktur zu erhöhen,
werden diese wenigstens zum Teil in einem Harz eingebettet, sodass Lufteinschlüsse
vermindert oder bestenfalls verhindert werden können. Weiterhin ist es bekannt Spulenvorrichtungen,
insbesondere Drosselspulen, vollständig zu vergießen, sodass eine verbesserte interne
thermische Leitfähigkeit erreicht wird.
[0006] Aus der
EP 2977996 A1 ist eine Drosselspule eines Stromrichters bekannt, die eine hohlzylindrische Spulenwicklung
aufweist an deren Deckfläche eine Kühlplatte thermisch angebunden ist. Hierbei besteht
der Nachteil, dass sich innerhalb der Kühlplatte Wirbelströme ausbilden, die zu Verlusten
führen. Weiterhin hat sich herausgestellt, dass eine Kühlung der Kühlplatte zu ihrer
Entwärmung technisch schwierig ist.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Spulenvorrichtung mit
einer verbesserten Kühlung bereitzustellen.
[0008] Die Aufgabe wird durch eine Spulenvorrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen
Patentanspruches 1 gelöst. In den abhängigen Patentansprüchen sind vorteilhafte Ausgestaltungen
und Weiterbildungen der Erfindung angegeben.
[0009] Die erfindungsgemäße Spulenvorrichtung für einen Stromrichter, umfasst eine Kühlplatte
und eine Mehrzahl
N von Spulenwicklungen, wobei die Kühlplatte mit wenigstens einer Stirnseite einer
der Spulenwicklungen thermisch gekoppelt ist. Erfindungsgemäß sind die Spulenwicklungen
räumlich um einen Winkel von 2π/
N (= 360°/
N) versetzt zueinander angeordnet und die Kühlplatte weist einen Kühlkanal auf, der
sich wenigstens teilweise um jede der Spulenwicklungen erstreckt.
[0010] Mit anderen Worten weist die Spulenvorrichtung wenigstens zwei Spulenwicklungen auf.
Hierbei erstreckt sich der Kühlkanal um jede der zwei Spulenwicklungen. Dadurch wird
vorteilhafterweise eine verbesserte Entwärmung der Spulenwicklungen sichergestellt.
Hierbei ist besonders die Stirnseite der Spulenwicklung bevorzugt, da diese typischerweise
eine ausreichend große Fläche aufweist und somit besonders gut für die Entwärmung
der Spulenwicklungen geeignet ist.
[0011] Durch den erfindungsgemäßen symmetrischen Aufbau der Spulenvorrichtung, der durch
die räumliche Anordnung der Spulenwicklungen in einem Winkel von 2π/
N gegeben ist, ergibt sich eine elektromagnetisch vorteilhafte Anordnung, die insbesondere
auch für die Kühlung der Spulenvorrichtung besonders bevorzugt ist.
[0012] Die Kühlplatte sowie ihr Kühlkanal können beispielsweise mittels eines regenerativen
Verfahrens, insbesondere eines 3D-Drucks, gefertigt sein. Weiterhin ist der Kühlkanal
dazu geeignet ein Kühlmittel, beispielsweise Wasser, insbesondere ein Fluorketon,
zur Kühlung oder Entwärmung der Spulenvorrichtung aufzunehmen. Besonders bevorzugt
ist das für die Kühlung vorgesehene Kühlmittel elektrisch nicht leitend. Dadurch können
vorteilhafterweise Wirbelströme innerhalb der Kühlplatte verringert werden.
[0013] Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, dass alle Spulenwicklungen der
Spulenvorrichtung mittels eines gemeinsamen Kühlkanals entwärmt werden. Hierbei erstreckt
sich erfindungsgemäß der Kühlkanal wenigstens teilweise um jede der Spulenwicklungen.
Dadurch lässt sich eine mechanisch vorteilhafte und kompakte Bauweise der Spulenvorrichtung
erreichen. Weiterhin wird durch die Kühlplatte die mechanische Stabilität der Spulenvorrichtung
verbessert. Beispielsweise kann die Spulenvorrichtung mittels der Kühlplatte oder
mittels einer Mehrzahl von Kühlplatten verpresst werden, sodass sich das Gewicht der
erfindungsgemäßen Spulenvorrichtung verringert und zusätzlich Bauraum eingespart werden
kann.
[0014] Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Spulenvorrichtung
genau drei Spulenwicklungen.
[0015] Dadurch wird eine besonders bevorzugte symmetrische Ausgestaltung der Spulenvorrichtung
bereitgestellt. Insbesondere entsprechen die drei Spulenwicklungen den drei bekannten
Phasen des Drei-Phasen-Wechselstromes. Mit anderen Worten ist für jede Phase des Drei-Phasen-Wechselstromes
eine Spulenvorrichtung vorgesehen. Die erfindungsgemäße Spulenvorrichtung kann somit
für einen Stromrichter, insbesondere einen Umrichter, vorgesehen sein.
[0016] Weiterhin erfolgt hierbei die Erstreckung des Kühlkanals derart, dass dieser sich
möglichst lange und möglichst nahe um die Spulenwicklungen erstreckt. Dadurch wird
vorteilhafterweise die Entwärmung der Spulenvorrichtung mittels der Kühlplatte verbessert.
[0017] Besonders bevorzugt ist es hierbei, wenn sich der Kühlkanal über einen Winkel von
wenigstens 5π/3 (=300°), insbesondere von 11π/6 (= 330°), besonders bevorzugt von
2π (= 360°), um die jeweilige Spulenwicklung erstreckt.
[0018] Mit anderen Worten ergibt sich bevorzugt ein Winkelbereich von höchstens π/3 (=60°),
insbesondere von höchstens π/6 (=30°), um die Spulenwicklung, in welchem der Kühlkanal
diese nicht umschließt. Vorteilhafterweise wird dadurch die Entwärmung der Spulenvorrichtung,
insbesondere ihrer Spulenwicklungen, weiter verbessert.
[0019] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Querschnitt des Kühlkanals
im Bereich der Spulenwicklung vergrößert.
[0020] Durch den vergrößerten Querschnitt des Kühlkanals im Bereich der Spulenwicklung kann
vorteilhafterweise mehr Wärme von den Spulenwicklungen abgeführt werden. Insgesamt
wird dadurch die Entwärmung der Spulenvorrichtung beziehungsweise der Spulenwicklungen
weiter verbessert.
[0021] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Kühlplatte dreiecksartig
oder dreiecksförmig ausgebildet.
[0022] Vorteilhafterweise ergibt sich dadurch eine symmetrische Ausgestaltung der Kühlplatte,
die besonders für genau drei Spulenwicklungen von Vorteil ist. Somit ist die geometrische
Form beziehungsweise die geometrische Ausgestaltung der Kühlplatte an genau drei Spulenwicklungen
angepasst. Dadurch kann vorteilhafterweise Bauraum eingespart werden. Insbesondere
ist es hierbei vorgesehen, dass die Ecken der dreiecksartigen oder dreiecksförmigen
ausgebildeten Kühlplatte abgerundet sind, sodass weiterer Bauraum eingespart werden
kann.
[0023] Hierbei ist es besonders bevorzugt, wenn die Kühlplatte drei Seitenränder aufweist,
wobei sich der Kühlkanal entlang zwei Seitenrändern der drei Seitenränder erstreckt.
[0024] Dadurch wird vorteilhafterweise die Wärme über wenigstens zwei der Seitenränder an
die Umgebung der Kühlplatte abgegeben. An dem weiteren Seitenrand, an welchem sich
der Kühlkanal nicht erstreckt, können vorteilhafterweise der Vorlauf und der Rücklauf
für den Kühlkanal und/oder weitere mechanische, elektrische, thermische und/oder fluidische
Anschlüsse für die Spulenvorrichtung vorgesehen sein.
[0025] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Kühlplatte wenigstens
eine Aussparung, insbesondere einen Schlitz, auf.
[0026] Vorteilhafterweise können dadurch das Auftreten von Wirbelströmen und deren Auswirkungen
verringert werden. Hierdurch wird vorteilhafterweise die Entwärmung der Spulenvorrichtung
sowie der Kühlplatte verbessert. Weiterhin wird die Effizienz einer elektrischen Maschine,
die beispielsweise die Spulenvorrichtung umfasst, verbessert.
[0027] Hierbei ist es besonders bevorzugt, wenn die Aussparung sternenartig oder sternenförmig
ausgebildet ist.
[0028] Dadurch wird eine besonders vorteilhafte Verminderung von Wirbelströmen innerhalb
der Kühlplatte erreicht.
[0029] Weiterhin ist es hierbei bevorzugt, wenn die Aussparung aus einer Mehrzahl von Schlitzen
gebildet ist, wobei sich die Schlitze, ausgehend von einem gemeinsamen Zentrum, sternenartig
in verschiedene Richtungen erstrecken.
[0030] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung erstreckt sich hierbei
der Kühlkanal laschenartig zwischen den Schlitzen.
[0031] Vorteilhafterweise wird dadurch die Entwärmung der Kühlplatte verbessert sowie eine
Verminderung von Wirbelströmen erreicht. Das ist deshalb der Fall, da durch die laschenartige
Erstreckung des Kühlkanals seine Länge vergrößert und somit mehr Wärme übertragen
werden kann.
[0032] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Kühlplatte an
Wicklungskernen der Spulenwicklungen angeordnet, wobei eine den Wicklungskernen zugewandte
Seitenfläche der Kühlplatte eine elektrisch isolierende Schicht oder Beschichtung
aufweist.
[0033] Mit anderen Worten ist die Kühlplatte wenigstens zweiteilig aufgebaut. Der erste
Teil der Kühlplatte, der den Kühlkanal umfasst, ist beispielsweise aus Aluminium und/oder
Kupfer, das heißt einem metallischen und gut wärmeleitenden Material gebildet. Ein
zweiter Teil der Kühlplatte ist mittels der elektrisch isolierenden Schicht beziehungsweise
Beschichtung gebildet. Hierzu ist es von Vorteil Noryl und/oder Ryton für die elektrisch
isolierende Schicht oder die Beschichtung vorzusehen. Vorteilhafterweise kann dadurch
die Kühlplatte gegenüber spannungsführenden Teilen der Spulenvorrichtung elektrisch
isoliert werden.
[0034] Weiterhin kann für die elektrisch isolierende Schicht ein elektrisch isolierendes
Thermal-Interface-Material (TIM) vorgesehen sein. Zudem ist die Verwendung von wenigwasseraufnehmenden
Kunststoffen, insbesondere von PPS oder einer Keramik, beispielsweise Aluminiumnitrit,
von Vorteil. Dadurch wird insgesamt ein kosteneffizienter Aufbau der Spulenvorrichtung
ermöglicht, bei dem die Führung eines Kühlmittels im metallischen Teil der Kühlplatte
(erster Teil) angeordnet ist und die elektrisch isolierenden Bauteile der Kühlplatte,
das heißt die elektrisch isolierende Schicht, durch einfache Abschlussplatten ohne
Kontaktierung und Konturierung ausgebildet sind.
[0035] Hierbei ist es bevorzugt wenn, beispielsweise wie vorstehend ausgeführt, eine dem
Wicklungskern abgewandte Seitenfläche der Kühlplatte eine elektrisch isolierende Schicht
oder Beschichtung aufweist.
[0036] Dadurch können die Wicklungskerne sowie die Spulenwicklungen der Spulenvorrichtung
gegenüber einem Joch, insbesondere einem Eisenjoch, isoliert werden.
[0037] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Kühlplatte aus Aluminium,
Kupfer, Edelstahl oder Kupfernickelferrit oder einer Mischung hieraus gebildet.
[0038] Hierbei kann die Kühlplatte weitere Materialien oder Stoffe umfassen, beispielsweise
Kunststoffe, insbesondere PPS oder eine Keramik, beispielsweise Aluminiumnitrid. Die
genannten metallischen Werkstoffe, das heißt Aluminium, Kupfer, Edelstahl oder Kupfernickelferrit
weisen vorteilhafterweise eine hohe Wärmeleitfähigkeit auf, sodass die thermische
Entwärmung der Spulenvorrichtung beziehungsweise der Kühlplatte verbessert wird.
[0039] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist jede der Spulenwicklungen
ein Kontaktierungselement zur elektrischen Kontaktierung auf, wobei jedes der Kontaktierungselemente
wenigstens teilweise vom Kühlkanal umgeben ist.
[0040] Vorteilhafterweise wird dadurch die Entwärmung der Spulenvorrichtung sowie der Kühlplatte
weiter verbessert. Insbesondere werden hierdurch die Kontaktierungselemente ebenso
durch den Kühlkanal, der diese wenigstens teilweise umgibt, wenigstens teilweise entwärmt.
[0041] Bevorzugt sind die Kontaktierungselemente hierbei als Kupferlaschen, insbesondere
als gebogene Kupferlaschen, ausgebildet.
[0042] Vorteilhafterweise wird dadurch die elektrische Kontaktierung der Spulenvorrichtung
verbessert sowie die thermische Leitfähigkeit der Kontaktierungselemente erhöht.
[0043] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den im
Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnungen. Dabei
zeigen schematisiert:
- Figur 1
- eine schematische Draufsicht einer erfindungsgemäßen Spulenvorrichtung mit einer dreiecksartigen
Kühlplatte;
- Figur 2
- eine weitere schematische Draufsicht einer erfindungsgemäßen Spulenvorrichtung, wobei
eine Kühlplatte der Spulenvorrichtung T-förmig ausgebildet ist;
- Figur 3
- eine weitere Draufsicht einer erfindungsgemäßen Spulenvorrichtung, wobei hierbei die
Kühlplatte sternenartig ausgebildet ist;
- Figur 4
- eine seitliche Darstellung einer erfindungsgemäßen Spulenvorrichtung.
[0044] Gleichartige, gleichwertige oder gleichwirkende Elemente können in den Figuren mit
denselben Bezugszeichen versehen sein.
[0045] In Figur 1 ist eine schematische Draufsicht der erfindungsgemäßen Spulenvorrichtung
1 dargestellt. Hierbei umfasst die Spulenvorrichtung 1 eine Kühlplatte 2, die einen
Kühlkanal 24 aufweist. Der Kühlkanal 24 ist zur Führung eines Kühlmittels, beispielsweise
von Wasser oder eines Fluids, das insbesondere ein Fluorketon umfasst, ausgebildet
und vorgesehen. Hierzu weist der Kühlkanal 24 einen Vorlauf 61 sowie einen Rücklauf
62 auf.
[0046] Die Kühlplatte 2 der Spulenvorrichtung 1 ist dreiecksartig ausgebildet. Hierbei weist
die Kühlplatte 2 drei Seitenränder 21, 22, 23 auf, die die Seiten eines gedachten
gleichschenkligen Dreieckes ausbilden. Die Ecken des gedachten gleichschenkligen Dreieckes
sind hierbei abgerundet, sodass Bauraum eingespart wird. Zudem können durch die abgerundeten
Ecken Wirbelströme innerhalb der Kühlplatte 2 verringert werden.
[0047] Zur weiteren Verringerung von Wirbelströmen ist eine Aussparung 8, die als Schlitz
ausgebildet ist, vorgesehen. Hierbei erstreckt sich der Schlitz 8, der länglich ausgebildet
ist, von einem Zentrum 800 der Kühlplatte 2, insbesondere einem Symmetriezentrum der
Kühlplatte 2, zum dritten Seitenrand 23 der Kühlplatte 2. Weiterhin liegt die Aussparung
8 zwischen zwei Abschnitten des Kühlkanals 24.
[0048] Die Spulenvorrichtung 1 weist drei Spulenwicklungen 4 auf, die in der dargestellten
Figur in ihrem Querschnitt kreisförmig ausgebildet sind. Weiterhin weisen die Spulenwicklungen
4 eine Stirnseite 400 auf, die beispielsweise durch eine Stirnseite eines Wicklungskerns,
der der jeweiligen Spulenwicklung 4 zugeordnet ist, ausgebildet ist.
[0049] Die Spulenwicklungen 4 sind symmetrisch zueinander angeordnet. Hierbei weisen die
Spulenwicklungen 4 einen Winkel 41 von 2π/3 (=120°) zueinander auf. Mit anderen Worten
sind die Spulenwicklungen 4 räumlich um den Winkel 41 von 2π/3 versetzt zueinander
angeordnet. Hierbei bezieht sich der Winkel 41 auf das gemeinsame Zentrum 800. Mit
anderen Worten sind die Spulenwicklungen 4 im Wesentlichen im Bereich der abgerundeten
Ecken der dreiecksartigen Kühlplatte 2 angeordnet.
[0050] Der Kühlkanal 24 erstreckt sich wenigstens teilweise entlang der Spulenwicklungen
4. Bevorzugt erstreckt sich der Kühlkanal 24 annähernd vollständig entlang der Spulenwicklungen
4. Mit anderen Worten sind die Spulenwicklungen 4 bis auf einen Winkel 43 von dem
Kühlkanal 24 umgeben. Entsprechend dem Winkel 43 erstreckt sich der Kühlkanal wenigstens
über einen Winkel 42 von wenigstens 5π/3, insbesondere von wenigstens 11π/3, besonders
bevorzugt von 2π um die jeweilige Spulenwicklung 4. Der Winkel 43 führt zu einer Aussparung
eines Winkelbereiches der Spulenwicklung 4, der nicht von dem Kühlkanal 24 umgeben
ist und dem Winkel 43 entspricht. Mit anderen Worten weist eine aus dem Winkel 42
und dem Winkel 43 gebildete Winkelsumme den Wert 2π auf. Der Winkelbereich, der dem
Winkel 43 entspricht, kann für eine elektrische Kontaktierung mittels Kontaktierungselementen
10, insbesondere mittels einer gebogenen Kupferlasche, vorgesehen sein.
[0051] Durch den Verlauf des Kühlkanals 24 wird vorteilhafterweise eine bevorzugte Entwärmung
der Spulenvorrichtungen 4 mittels der Kühlplatte 2 ermöglicht. Zudem wird durch die
Kühlplatte 2 die mechanische Stabilität der Spulenvorrichtung 1 erhöht und verbessert.
Weiterhin kann durch ein Zusammendrücken der Spulenvorrichtung 1, beispielsweise mittels
der Kühlplatte 2, Bauraum und Gewicht eingespart werden. Mit anderen Worten wird durch
die Kühlplatte 2 eine Verpressung der Spulenvorrichtung 1 ermöglicht. Zudem wird die
genannte Verpressung der Kühlplatte 2 mit den Stirnseiten 400 der Spulenvorrichtungen
4 erleichtert.
[0052] Figur 2 zeigt eine Draufsicht einer erfindungsgemäßen Spulenvorrichtung 1, die vergleichbar
mit der in Figur 1 dargestellten Spulenvorrichtung ist. Mit anderen Worten kann das
unter Figur 1 Gesagte auf Figur 2 angewandt und übertragen werden.
[0053] Die Spulenvorrichtung 1 in Figur 2 weist eine T-artige oder T-förmige Kühlplatte
2 auf. Zudem zeigt Figur 2 eine komplexere Anordnung und Erstreckung des Kühlkanals
24. Dieser erstreckt sich mäanderartig innerhalb der Kühlplatte 2 um die Spulenvorrichtungen
4. Ein Vorteil der mäanderartigen Anordnung des Kühlkanal 24 ist, dass dadurch die
Entwärmung der Kühlplatte 2 und somit der Spulenvorrichtung 1 verbessert wird. Zudem
können der Vorlauf 61 sowie der Rücklauf 62 des Kühlkanals 24 in einem gemeinsamen
Bereich der Kühlplatte 2 angeordnet werden, sodass deren fluidische Kontaktierung
vereinfacht wird.
[0054] Wie bereits in Figur 1 weist die Spulenvorrichtung in Figur 2 eine Aussparung 8 auf,
die sich von einem Zentrum 800 radial nach außen erstreckt. Hierbei ist eine kreisförmige
Aussparung innerhalb des Zentrums 800 vorgesehen. Dadurch wird ein Aufstecken der
Kühlplatte 2 auf eine gemeinsame Achse, die zur Anordnung der Spulenvorrichtungen
4 vorgesehen ist, ermöglicht. Weiterhin wird dadurch eine Verpressung der Kühlplatte
2 mit den Stirnseiten 400 der Spulenvorrichtungen 4 erleichtert.
[0055] In Figur 3 ist eine weitere Draufsicht einer erfindungsgemäßen Spulenvorrichtung
1 dargestellt. Hierbei zeigt Figur 3 im Wesentlichen die gleichen Elemente wie bereits
Figur 1 und/oder Figur 2.
[0056] Figur 3 weist im Unterschied zu den Figuren 1 und/oder 2 eine sternenartig oder sternenförmig
ausgebildete Kühlplatte 2 auf. Vorteilhafterweise kann dadurch weiterer Bauraum eingespart
werden. Die Kühlplatte 2 weist wiederum einen Kühlkanal 24 auf, der sich wenigstens
teilweise um die Spulenwicklungen 4 der Spulenvorrichtungen 1 erstreckt. Hierbei sind
der Vorlauf 61 sowie Rücklauf 62 des Kühlkanals 24 innerhalb eines gemeinsamen Bereiches
angeordnet, sodass deren fluidische Kontaktierung erleichtert und verbessert wird.
[0057] Die Spulenvorrichtung 1 weist eine Aussparung 8 auf, die sternenartig oder sternenförmig
ausgebildet ist. Hierzu weist diese eine Mehrzahl von länglichen Schlitzen 81 auf,
die sich von dem gemeinsamen Zentrum 800 in verschiedene Richtungen erstrecken. Vorteilhafterweise
wird dadurch die Ausbildung von Wirbelströmen deutlich verringert. Einer der Schlitze
81 ist hierbei zwischen dem Vorlauf 61 und dem Rücklauf 62 des Kühlkanals 24 angeordnet.
Mit anderen Worten sind der Vorlauf 61 und der Rücklauf 62 durch einen der Schlitze
81 beabstandet.
[0058] Die gestrichelten Linien entsprechen einer alternativen Erstreckung des Kühlkanals
24. Hierbei erstreckt sich der Kühlkanal 24 laschenartig zwischen jeweils zwei benachbarten
Schlitze 81. Dadurch wird vorteilhafterweise die Entwärmung der Spulenvorrichtung
verbessert.
[0059] Weiterhin weist die Spulenvorrichtung 1 Kontaktierungselemente 10, insbesondere Kupferlaschen,
auf, die zwischen den Spulenvorrichtungen 4 und dem Kühlkanal 24 angeordnet sind.
Hierbei erstreckt sich der Kühlkanal 24 entlang der Kontaktierungselemente 10, sodass
diese durch den Kühlkanal 24 beziehungsweise durch ein Kühlmittel, welches innerhalb
des Kühlkanals 24 angeordnet ist oder diesen durchströmt, gekühlt werden.
[0060] In Figur 4 ist eine seitliche Schnittdarstellung eines Teils einer erfindungsgemäßen
Spulenvorrichtung 1 dargestellt.
[0061] Hierbei ist im dargestellten Schnitt eine der Spulenvorrichtungen 4 sowie die Kühlplatte
24 zu erkennen. Auf einer der Spulenwicklung 4 zugewandten Seite der Kühlplatte 24
ist eine elektrisch isolierende Beschichtung 14 angeordnet oder aufgebracht. Diese
dient zur elektrischen Isolierung der Kühlplatte 24 gegenüber den spannungstragenden
Bauteilen der Spulenwicklung 4. Hierbei kann das elektrische isolierende Material
beziehungsweise die isolierende Beschichtung 14 beispielsweise aus einem wenig wasseraufnehmenden
Kunststoff, insbesondere PPS, oder einer Keramik, beispielsweise Aluminiumnitrit,
gebildet sein. Weiterhin ist eine Anordnung mittels einer Silikonschicht von Vorteil,
da dadurch Unebenheiten der Spulenwicklung 4 und/oder der Kühlplatte 24 ausgeglichen
werden können.
[0062] Auf einer der Spulenwicklung 4 abgewandten Seite der Kühlplatte 2 ist eine weitere
elektrisch isolierende Schicht oder Beschichtung 16 angebracht. Wie bereits die elektrisch
isolierende Schicht 14 kann diese aus einem wenig wasseraufnehmenden Kunststoff, beispielsweise
PPS, oder einer Keramik, beispielsweise Aluminiumnitrit, gebildet sein. Die weitere
elektrisch isolierende Schicht 16 ist zur elektrischen Isolierung gegenüber einem
Eisenjoch 12 der Spulenvorrichtung 1 vorgesehen.
[0063] Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausführungsbeispiele näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt oder andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
1. Spulenvorrichtung (1) für einen Stromrichter, umfassend eine Kühlplatte (2) und eine
Mehrzahl N von Spulenwicklungen (4), wobei die Kühlplatte (2) mit wenigstens einer
Stirnseite (400) einer der Spulenwicklungen (4) thermisch gekoppelt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Spulenwicklungen (4) räumlich um einen Winkel (41) von 2π/N versetzt zueinander angeordnet sind, und die Kühlplatte (2) einen Kühlkanal (24)
aufweist, der sich wenigstens teilweise um jede der N Spulenwicklungen (4) erstreckt.
2. Spulenvorrichtung (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass diese genau drei Spulenwicklungen (4) umfasst.
3. Spulenvorrichtung (1) gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Kühlkanal (6) über einen Winkel (42) von wenigstens 5π/3, insbesondere von
wenigstens 11π/6, besonders bevorzugt von 2π, um die jeweilige Spulenwicklung (4)
erstreckt.
4. Spulenvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des Kühlkanals (24) im Bereich der Spulenwicklungen (4) vergrößert
ist.
5. Spulenvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlplatte (2) dreiecksartig oder dreiecksförmig ausgebildet ist.
6. Spulenvorrichtung (1) gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlplatte (2) drei Seitenränder (21, 22, 23) aufweist, wobei sich der Kühlkanal
(24) entlang zwei Seitenrändern (21, 22) der drei Seitenränder (21, 22, 23) erstreckt.
7. Spulenvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlplatte (2) wenigstens eine Aussparung (8), insbesondere einen Schlitz, aufweist.
8. Spulenvorrichtung (1) gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparung (8) sternenartig oder sternenförmig ausgebildet ist.
9. Spulenvorrichtung (1) gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparung (8) aus einer Mehrzahl von Schlitzen (81) gebildet ist, wobei sich
die Schlitze (81) ausgehend von einem gemeinsamen Zentrum (800) sternenartig in verschiedene
Richtungen erstrecken.
10. Spulenvorrichtung (1) gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Kühlkanal (24) laschenartig zwischen den Schlitzen (81) erstreckt.
11. Spulenvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlplatte (2) an Wicklungskernen der Spulenwicklungen (4) angeordnet ist, wobei
eine den Wicklungskernen zugewandte Seitenfläche der Kühlplatte (2) eine elektrisch
isolierende Schicht (14) oder Beschichtung aufweist.
12. Spulenvorrichtung (1) gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine den Wicklungskernen abgewandte Seitenfläche der Kühlplatte (2) eine elektrisch
isolierende Schicht (16) oder Beschichtung aufweist.
13. Spulenvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlplatte (2) aus Aluminium, Kupfer, Edelstahl oder Kupfer-Nickel-Ferrit oder
einer Mischung hieraus gebildet ist.
14. Spulenvorrichtung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede der Spulenwicklungen (4) ein Kontaktierungselement (10) zur elektrischen Kontaktierung
aufweist, wobei jedes der Kontaktierungselemente (10) wenigstens teilweise vom Kühlkanal
(24) umgeben ist.
15. Spulenvorrichtung (1) gemäß Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktierungselemente (10) als Kupferlaschen ausgebildet sind.