[0001] Die Erfindung betrifft einen Steckverbinder, der mit einem Gegensteckverbinder zusammensteckbar
ist, gemäß den Merkmalen des Oberbegriffes des Patentanspruches 1.
[0002] Es sind grundsätzlich Steckverbindungen bekannt, die aus einem Steckverbinder und
einem Gegensteckverbinder bestehen, wobei der Steckverbinder mit dem Gegensteckverbinder
lösbar zusammengesteckt und auch wieder ausgesteckt werden kann.
[0003] In der Praxis ist es erforderlich, dass die Steckverbindung zuverlässig zusammenhält,
wenn der Steckverbinder in den Gegensteckverbinder eingesteckt worden ist. Dies ist
für die Strom- und/oder Signalübertragung über eine solche Steckverbindung unbedingt
nötig, um unerwünschte Situationen beziehungsweise gefährliche Situationen zu verhindern.
Dabei sind nicht nur die äußeren Kräfte, insbesondere Zug- und Druckbeanspruchungen,
auf die gesamte Steckverbindung zu berücksichtigen, sondern vor allen Dingen auch
Zugbeanspruchungen, beispielsweise über ein Kabel, die auf den Steckverbinder und
die in dem Steckverbinder angeordneten Kontaktpartner wirken. Wird nämlich an dem
Kabel, an dessen Ende der Steckverbinder angeordnet ist, mit bestimmten Kräften, die
in der Praxis durchaus vorkommen können, gezogen, besteht die Gefahr, dass sich ein
Kontaktpartner aus dem Stecker herausbewegt und sich damit zwangsweise auch von dem
Kontaktpartner in dem Gegensteckverbinder, mit dem er vorher elektrisch kontaktiert
war, löst.
[0004] Um ein solches Lösen möglichst wirksam zu verhindern, ist es schon bekannt geworden,
den Kontaktpartner in seiner Kontaktkammer in dem Kontaktträger des Steckverbinders
nicht nur einmal festzulegen (zu verriegeln, sogenannte Primärverriegelung), sondern
eine weitere Verriegelung (sogenannte Sekundärverriegelung) vorzusehen.
[0005] Die Primärverriegelung erfolgt beispielsweise zwischen dem Kontaktpartner und einer
entsprechenden Innenkontur der Kontaktkammer. Dies erfolgt beispielsweise dadurch,
dass der Kontaktpartner eine abstehende Federlasche aufweist, die in eine entsprechende
Ausnehmung in der Innenkontur in der Kontaktkammer eingreift (hintergreift), wenn
der Kontaktpartner bestimmungsgemäß in seiner Endposition in seiner Kontaktkammer
angeordnet worden ist. Dadurch wird schon zum einen wirksam vermieden, dass der Kontaktpartner
sich aus seiner Kontaktkammer herausbewegen kann, sei es durch äußere Einwirkungen
(wie beispielsweise Vibrationen), die im üblichen Gebrauch des Steckverbinders vorkommen
können. Im Regelfall reicht jedoch diese Primärverriegelung nicht aus, um ungewöhnliche
Belastungen auf den Kontaktpartner abzufangen, wozu die Sekundärverriegelung gedacht
ist.
[0006] Eine solche Sekundärverriegelung wird beispielsweise mit einem zusätzlichen Verriegelungselement
realisiert, welches auch als Riegel oder CPA (Contact Position Assurance) bezeichnet
wird. Mit einem solchen Verriegelungselement wird, ähnlich wie bei der Primärverriegelung,
der Kontaktpartner in seiner Kontaktkammer festgelegt, in dem sich eine Sekundärverriegelungslasche
oder dergleichen des Kontaktpartners an dem Verriegelungselement abstützt, wenn sich
der Kontaktpartner in seiner bestimmungsgemäßen Position in seiner Kontaktkammer befindet.
Für die Montage des Kontaktpartners in seiner Kontaktkammer ist dazu vorgesehen, dass
er zunächst in die Kontaktkammer eingeführt wird und dadurch die Primärverriegelung
realisiert wird. Die Sekundärverriegelung wird danach dadurch realisiert, dass das
Verriegelungselement, welches zunächst nicht an dem Steckverbinder angeordnet ist
oder sich in einer Vorverraststellung an dem Steckverbinder, insbesondere dessen Kontaktträger,
befindet, in eine Endposition (Endverraststellung) bewegt, insbesondere verschoben
wird, damit dadurch die Sekundärverriegelungslasche des Kontaktpartners zur Anlage
an dem Verriegelungselement kommt, wodurch sichergestellt wird, dass der Kontaktpartner
nicht mehr aus seiner Kontaktkammer herausbewegt werden kann.
[0007] Ein solcher Steckverbinder mit einer Primärverriegelung und einer Sekundärverriegelung
mittels eines Riegels ist aus der
DE 10 2016 208 673 bekannt.
[0008] Es hat sich jedoch in der Praxis herausgestellt, dass beim Einsatz solcher Steckverbinder
äußere Beanspruchungen, insbesondere Zugbeanspruchungen auf das Kabel, vorkommen können,
die trotz Primär- und Sekundärverriegelung des Kontaktpartners in seiner Kontaktkammer
dazu führen, dass der Kontaktpartner aus seiner Kontaktkammer herausgezogen wird.
Selbst wenn solche Zugbeanspruchungen in der Praxis nicht vorkommen würden, gibt es
Testvorschriften für mindestens zu erfüllende Haltekräfte des Kontaktpartners in seiner
Kontaktkammer.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Steckverbinder einer Steckverbindung,
der mit einem Gegensteckverbinder zusammengesteckt werden kann und der an einem Ende
eines Kabels angeordnet ist, bereitzustellen, mit dem höhere Haltekräfte erzielt werden
können und der entsprechenden Prüfvorschriften standhält.
[0010] Diese Aufgabe ist durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
[0011] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass zusätzlich zu der Sekundärverriegelungslasche
des Kontaktpartners ein mit dem Verriegelungselement zusammenwirkender Sicherungssteg
an dem Kontaktpartner angeordnet ist.
[0012] Das grundsätzliche Prinzip der Primär- und Sekundärverriegelung des Kontaktpartners
in seiner Kontaktkammer wird zunächst beibehalten. Allerdings wird nach der Erfindung
die Sekundärverriegelungslasche durch ein weiteres Element, nämlich einen mit dem
Verriegelungselement zusammenwirkenden Sicherungssteg an dem Kontaktpartner, verstärkt.
Somit können schon übliche Haltekräfte mittels der Primärverriegelungs- und Sekundärverriegelungslasche
abgefangen werden, wobei deutlich höhere Haltekräfte, die gegen Zugbeanspruchungen
auf den Kontaktpartner wirken, durch ein zusätzliches Element realisiert werden können.
Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn der Kontaktpartner als ein Stanzbiegeteil
aus einem flachen Metallwerkstoff hergestellt wird, da die Haltekräfte nicht durch
einfache Materialverdickung oder-verstärkung der Sekundärverriegelungslasche erzielt
werden können. Außerdem kann ein solcher Sicherungssteg genau in die Richtung ausgerichtet
werden, in die die Zugbelastung wirkt. Dadurch werden in vorteilhafter Weise die Zugbeanspruchungen,
die auf den Kontaktpartner wirken, wirksam durch diesen in Richtung der Zugbeanspruchung
wirkenden Richtung abgefangen und auf das Verriegelungselement übertragen.
[0013] In besonders vorteilhafter Weise genügt der Steckverbinder nach der Erfindung einer
von Automobilherstellern vorgegebenen Prüfvorschrift LV214, in der definiert ist,
dass eine Kontaktpartnerausreiskraft aus dem Gehäuse beziehungsweise seiner Kontaktkammer
bezüglich nur der Sekundärverriegelung größer 55 Newton sein muss.
[0014] Im Rahmen der Erfindung wird der Begriff "Sekundärverriegelungslasche" stellvertretend
für jede Geometrie des Kontaktpartners verwendet, die dazu geeignet und bestimmt ist,
eine Sekundärverriegelung des Kontaktpartners in seiner Kontaktkammer zu realisieren.
Es kann sich dabei auch um einen Absatz, einen Block oder dergleichen handeln, so
dass die Sekundärverriegelung nicht oder nicht nur als Lasche ausgebildet sein muss.
[0015] In Weiterbildung der Erfindung ist daher der Sicherungssteg in Längsrichtung des
Kontaktpartners an diesem angeordnet und ausgerichtet. Während bei einer Ausführungsform
die Sekundärverriegelungslasche beispielsweise quer zu der Längsrichtung des Kontaktpartners
angeordnet und ausgerichtet ist (wobei diese Anordnung und Ausrichtung für ein gewisses
Maß an Haltekräften ausreichend ist), ist der erfindungsgemäße Sicherungssteg in Längsrichtung
ausgerichtet, sodass eine insgesamt höhere Stabilität des gesamten Kontaktpartners
und damit eine wesentlich bessere Übertragung der Zugbeanspruchungen auf den Kontaktpartner
über dessen Sicherungssteg auf das Verriegelungselement erzielt wird. Darüber hinaus
lässt sich ein solcher länglicher und in Längsrichtung des Kontaktpartners ausgerichteter
Sicherungssteg dann besonders einfach realisieren, wenn der Kontaktpartner in einem
Stanzbiegeverfahren (oder möglicherweise auch in einem Stanzrollverfahren) hergestellt
wird.
[0016] In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Sicherungssteg und die Sekundärverriegelungslasche
abgewinkelt zueinander ausgerichtet und angeordnet sind. Zum einen lässt sich eine
solche Anordnung wiederum einfach, schnell und kostengünstig in einem Stanzbiegeverfahren
oder vergleichbarem Verfahren herstellen. Außerdem werden mit der Sekundärverriegelungslasche
Haltekräfte bis zu einer gewissen Größenordnung realisiert, die im Regelfall in der
Praxis oder während der Prüfung des Steckverbinders nicht vorkommen. Sollen jedoch
die Haltekräfte während der Prüfung erhöht einzuhalten sein oder ist es denkbar, dass
solche Zugbeanspruchungen in der Praxis vorkommen, ist zusätzlich der Sicherungssteg
in einer anderen Richtung als die Sekundärverriegelungslasche angeordnet und ausgerichtet,
um diese erhöhten Haltekräfte abfangen zu können.
[0017] In einer besonderen Ausgestaltung der Erfindung sind der Sicherungssteg und die Sekundärverriegelungslasche
in etwa um 90 Grad, genau um 90 Grad zueinander ausgerichtet und angeordnet. Eine
solche Anordnung bewirkt in vorteilhafter Weise eine einfache Herstellung, da eine
Abwinklung in einem Stanzbiegeverfahren sehr einfach zu realisieren ist. Zum anderen
kann sich dadurch der Kontaktpartner zur Erhöhung der Haltekräfte wesentlich besser
an dem Verriegelungselement abstützen, als wenn diese beiden Elemente (Sicherungssteg
und Sekundärverriegelungslasche) In Weiterbildung der Erfindung weist das Verriegelungselement
ein mit dem Sicherungssteg und der Sekundärverriegelungslasche zusammenwirkendes Kontaktsicherungsende
auf. Dieses Kontaktsicherungsende bewirkt eine Anlage des Sicherungssteges und der
Sekundärverriegelungslasche an dem Verriegelungselement, wenn dies von einer ersten
Position, insbesondere seiner Vorverraststellung, in die Endposition, insbesondere
seine Endverraststellung, bewegt wurde. Vor der Bewegung des Verriegelungselementes
von seiner ersten Stellung in seine Endverraststellung ist es möglich, den Kontaktpartner
in seine Kontaktkammer einzusetzen. Dies wäre nicht möglich, wenn sich das Verriegelungselement
schon in seiner Endverraststellung an oder in dem Steckverbinder, genauer an oder
in dem Kontaktträger des Steckverbinders, befinden würde. Das bedeutet, dass der Kontaktpartner
zunächst in seine Kontaktkammer eingesetzt werden muss, bevor das Verriegelungselement
in seine Endverraststellung gebracht werden kann. Dies hat den zusätzlichen Vorteil,
dass auf jeden Fall sichergestellt wird, dass die Funktion des Verriegelungselementes
realisiert ist, wenn der Kontaktpartner bestimmungsgemäß in seine Kontaktkammer eingesetzt
worden ist. Dies ist vorher nicht möglich für den Fall, dass sich das Verriegelungselement
schon in seiner Endverraststellung befinden würde. Dadurch ist zusätzlich noch eine
erhöhte Montagefreundlichkeit gegeben.
[0018] In Weiterbildung der Erfindung ist das Kontaktsicherungsende L-förmig ausgebildet.
Durch diese L-Form des Kontaktsicherungsendes werden zwei Anlageflächen realisiert,
nämlich zum einen eine Anlagefläche für die Sekundärverriegelungslasche und zum anderen
eine Anlagefläche für den Sicherungssteg, vorzugsweise eine Stirnseite des Sicherungssteges.
[0019] In Weiterbildung der Erfindung weist das Verriegelungselement und/oder der Kontaktträger
eine Führungsfläche auf, an dem/an denen der Kontaktpartner während des Einführens
in seine Kontaktkammer geführt entlanggleitet. Dadurch wird wirksam vermieden, dass
der Kontaktpartner beim Einführen in seine Kontaktkammer zum Beispiel schräg und damit
nicht mehr bestimmungsgemäß eingeführt wird. Diese Führungsfläche erleichtert somit
das Einsetzen des Kontaktpartners in seine zugehörige Kontaktkammer. Von besonderem
Vorteil ist es, wenn während des Einsetzvorganges des Kontaktpartners in seine Kontaktkammer
nicht nur der Kontaktträger eine entsprechende Führungsfläche aufweist, sondern wenn
auch das Verriegelungselement schon in seiner Vorverraststellung an dem Kontaktträger
festgelegt ist und seinerseits ebenfalls eine Führungsfläche für den Kontaktpartner
aufweist. Dadurch steht insgesamt zusätzlich zu den übrigen Flächen der Innenkontur
der Kontaktkammer eine weitere gemeinschaftliche Führungsfläche während des Entlanggleitens
des Kontaktpartners beim Einsetzen in seine Kontaktkammer zur Verfügung.
[0020] In Weiterbildung der Erfindung wird das Einsetzen des Kontaktpartners in seine Kontaktkammer
dadurch erhöht, wenn nicht nur jeweils eine Führungsfläche des Kontaktträgers und
des Verriegelungselementes zur Verfügung stehen, sondern wenn die Führungsflächen
in der Vorverraststellung des Verriegelungselementes fluchtend zueinander ausgerichtet
sind. Dadurch ergibt sich eine Gesamtführungsfläche, die vorzugsweise parallel zu
der äußeren Fläche des Sicherungssteges verläuft, sodass durch diese Anlage der einander
zugewandten Flächen der Kontaktpartner optimal geführt wird, wenn er in seine Kontaktkammer
eingesetzt wird.
[0021] Ein erfindungsgemäßer Steckverbinder ist in verschiedenen Ansichten und Details in
den Figuren 1 bis 41 gezeigt und im Folgenden beschrieben.
[0022] In den Figuren 1 bis 9 ist, soweit im Einzelnen dargestellt, ein Kontaktträger 1
in verschiedenen Ansichten dargestellt. Dieser Kontaktträger 1 ist Bestandteil eines
nicht näher dargestellten Steckverbinders.
[0023] Mit Bezug insbesondere auf die Figuren 5 und 6 ist erkennbar, dass der Kontaktträger
1 zumindest eine Kontaktkammer, bei diesem Ausführungsbeispiel zwei nebeneinanderliegende
Kontaktkammern 2 aufweist. Es können auch mehr als zwei Kontaktkammern in einer Reihe
oder auch mehrere Kontaktkammern in Reihen übereinander, das heißt parallel zueinander,
vorgesehen sein.
[0024] Der Kontaktträger 1 weist eine Aufnahmegeometrie 3 (Figur 5) auf, in die noch ein
darzustellendes und zu beschreibendes Verriegelungselement für eine Sekundärverriegelung
eingesetzt werden kann.
[0025] Mit Verweis insbesondere auf die Figur 7 ist dargestellt, dass der Kontaktträger
1 ein Kabelabgangsende 4 und an seinem dem gegenüberliegenden Ende ein Steckgesicht
5 aufweist. Über das Kabelabgangsende 4 wird ein nicht dargestelltes elektrisches
Kabel eingeführt, wobei an jedem elektrischen Leiter des Kabels ein Kontaktpartner
angeordnet ist, der von dem Kabelabgangsende 4 in Richtung des Kontaktträgers 1 eingeschoben
und dort festgelegt wird. Aus Richtung des Steckgesichtes 5 wird ein nicht dargestellter
Gegensteckverbinder, vorzugsweise dessen Kontaktträger, in den Kontaktträger 1 eingesteckt.
Bei diesem Einstecken wird eine Steckverbindung bestehend aus Steckverbinder und Gegensteckverbinder
realisiert, wobei ein jeder Kontaktpartner des Steckverbinders mit einem jeden Kontaktpartner
des Gegensteckverbinders korrespondiert und zusammengesteckt wird, um eine elektrische
Verbindung herzustellen.
[0026] Die Figuren 8 und 9 zeigen Schnitte durch den Kontaktträger 1 gemäß der Figuren 5
und 6.
[0027] In den Figuren 10 und 11 ist nochmals der Kontaktträger 1 gezeigt, in welches für
die Sekundärverriegelung ein Verriegelungselement 6 in einer Einschubrichtung ER eingesetzt
werden kann. Während in Figur 10 dargestellt ist, dass das Verriegelungselement 6
noch nicht in den Kontaktträger 1 eingesetzt und dort vorzugsweise in eine Vorverraststellung
gebracht wurde, ist in Figur 11 dargestellt, dass das Verriegelungselement 6 in Einschubrichtung
ER in das Innere des Kontaktträgers 1, insbesondere in Richtung dessen Aufnahmegeometrie
3 eingeschoben und in einer Vorverraststellung dort festgelegt wurde. Das Verriegelungselement
6 befindet sich bei der Darstellung in Figur 11 noch nicht in dessen Vorverraststellung.
Diese wird erst erreicht, wenn das Verriegelungselement 6 (auch als Riegel zu bezeichnen)
vollständig an seinem Endanschlag in den Kontaktträger 1 montiert (eingeschoben und
verrastet) wurde.
[0028] In den Figuren 12 bis 17 sind verschiedene Ansichten des Verriegelungselementes 6
dargestellt. Wie es erkennbar ist, weist das Verriegelungselement 6 Geometrien auf,
die zum einen an die Aufnahmegeometrie im Inneren des Kontaktträgers 1 angepasst sind.
Diese Geometrien bewirken ein geführtes Einschieben des Verriegelungselementes 6 in
die Aufnahmegeometrie 3 des Kontaktträgers 1 in Einschubrichtung ER. Außerdem bewirken
die Geometrien des Verriegelungselementes 6 im Zusammenspiel mit entsprechenden Geometrien
innerhalb des Kontaktträgers 1, dass das Verriegelungselement 6 in einer Vorverraststellung
dort festlegbar ist und unter Aufwendung einer Kraft von der Vorverraststellung in
die Endverraststellung gebracht werden kann. Dies kann, muss aber nicht erst dann
möglich sein, wenn der jeweilige Kontaktpartner in seiner zugehörigen Kontaktkammer
innerhalb des Kontaktträgers 1 eingesetzt worden ist. Das bedeutet, dass ein Verschieben
des Verriegelungselementes 6 auch möglich wäre, ohne das die Kontaktpartner 2 (zum
Beispiel Stiftkontakte) vorher montiert worden sind.
[0029] In Figur 18 ist die Situation dargestellt, in der das Verriegelungselement 6 in seiner
Vorverraststellung innerhalb des Kontaktträgers 1 angeordnet worden ist. Bei der Montage
des Verriegelungselementes 6 (auch als Riegel bezeichnet) wird der Kontaktträger 1
(auch als Steckerhülse bezeichnet) in seinem Inneren aufgeweitet. Sobald das Verriegelungselement
6 seine Endposition hat, verrastet dieses in dem mit dem Rechteck markierten Bereich
(Verrastbereich VB). Anstelle diese Verrastung, wie sie durch einen Hinterschnitt
dargestellt ist, ist es denkbar, auch ein Federelement bzw. diese Funktion mit dem
Verrastelement (Vorverrast- und Endverraststellung) an dem Verriegelungselement 6
zu realisieren.
[0030] Die Aufweitung erfolgt, wenn das Verriegelungselement 6 von außen eingeschoben wird.
Beim Verschieben des Verriegelungselementes 6 von dessen Vor- in seine Endverraststellung
erfolgt die Auslenkung im Normalfall über einen Rasthaken am Verriegelungselement
6. Es können aber alternativ auch Lösungen erstellt werden, bei denen sich die Wand
von dem Kontaktträger 2 beim Verschieben des Verriegelungselementes 6 ebenfalls aufweitet.
[0031] In den Figuren 19 bis 24 ist in verschiedenen Ansichten gezeigt, dass das Verriegelungselement
6 sich in der Vorverraststellung innerhalb des Kontaktträgers befindet. Damit ist
es möglich, dass ein jeder Kontaktpartner (hier noch nicht dargestellt) in seine zugehörige
Kontaktkammer 2 innerhalb des Kontaktträgers 1 eingesetzt werden kann, und zwar aus
Richtung des Kabelabgangsendes 4 in Richtung des Steckgesichtes 5.
[0032] Die Bezugsziffern in den Figuren 19 bis 28 werden an späterer Stelle im Zusammenhang
mit dem Kontaktpartner erläutert.
[0033] In den Figuren 25 und 26 wird die optimale Führungsabstimmung, Bestückung von dem
Kontaktpartner zwischen dem Kontaktträger und dem Verriegelungselement 6 (Riegel)
verdeutlicht.
[0034] In Figur 29 ist eine beispielhafte Ausgestaltung eines elektrischen Kontaktpartners
7 dargestellt, der vorzugsweise in einem Stanzbiegeverfahren bzw. in einem Stanzrollverfahren
hergestellt wird. Dieser Kontaktpartner 7 weist beispielsweise einen Kontaktstift
8 auf, der im Bereich des Steckgesichtes 5 innerhalb des Kontaktträgers 1 angeordnet
wird, also aus der Kontaktkammer 2 herausschaut. Auf der gegenüberliegenden Seite
ist ein Kontaktierungsbereich 9 dargestellt, der dazu ausgebildet und geeignet ist,
den Kontaktpartner 7 auf geeignete Art und Weise an einen elektrischen Leiter festzulegen.
Dies kann beispielsweise durch Verlöten oder Verschweißen oder aber auch durch eine
Crimpverbindung realisiert werden.
[0035] Wesentlich für die Erfindung ist es, dass der Kontaktpartner ein Element für eine
Primärverriegelung aufweist, mit dem er innerhalb der Kontaktkammer 2 des Kontaktträgers
1 primärverriegelt werden kann, wenn er sich in seiner bestimmungsgemäßen, das heißt
endgültigen Lage innerhalb der Kontaktkammer 2 nach dem Einsetzen befindet. In diesem
Fall ist das Element hierfür als Primärverriegelungslasche 10 ausgebildet, die von
dem Kontaktpartner 7 absteht. Wird der Kontaktpartner 7 in seine Kontaktkammer 2 eingesetzt,
wird die Primärverriegelungslasche 10 elastisch nachgiebig verformt und gleitet mit
ihrem Ende an der Innenkontur der Kontaktkammer 2 entlang. ist die Endposition des
Kontaktpartners 2 in seiner Kontaktkammer 3 erreicht, kann das Ende der Primärverriegelungslasche
10 in eine entsprechende Ausnehmung in der Innengeometrie der Kontaktkammer 3 zurückspringen,
sodass die Stirnseite der Primärverriegelungslasche 10 diese Innengeometrie (Absatz)
hintergreift und ein Herausziehen des Kontaktpartners 7 aus seiner Kontaktkammer 2
verhindert wird. Um ein definiertes Einsetzen des Kontaktpartners 7 in seine Kontaktkammer
2 zu gewährleisten, kann, muss aber nicht, ein Anschlag 11 vorhanden sein, der an
einem Ende der Kontaktkammer 2 zur Anlage kommt, wenn der Kontaktpartner 7 in seiner
Endlage in seiner Kontaktkammer 2 eingesetzt worden ist.
[0036] Wesentlich wichtiger für die Erzielung der geforderten Haltekräfte ist nicht nur
das Vorhandensein der an sich bekannten Sekundärverriegelungslasche 12, sondern auch
das Vorhandensein des erfindungsgemäßen Sicherungssteges 13, der zusätzlich die Sekundärverriegelung
des Kontaktpartners 7 in seiner Kontaktkammer 2 realisiert. Während bei diesem Ausführungsbeispiel
die Sekundärverriegelungslasche 12 in etwa quer zu der Längsachse des Kontaktpartners
7 ausgerichtet ist, ist der Sicherungssteg 13 parallel zu der Längsachse des Kontaktpartners
7 ausgerichtet.
[0037] In Figur 30 ist dargestellt, wie der Kontaktpartner 7 in seiner Kontaktkammer 2 des
Kontaktträgers 1 eingesetzt ist und vor allen Dingen die Sekundärverriegelungselemente
mit dem Verriegelungselement 6 zusammenwirken. Es sind zunächst die Sekundärverriegelungslasche
12 und der Sicherungssteg 13 erkennbar. Darüber hinaus ist erkennbar, dass das Verriegelungselement
6 ein Kontaktsicherungsende 14 aufweist. Dieses Kontaktsicherungsende 14 des Verriegelungselementes
6 in seiner Endverraststellung bewirkt, dass nicht nur die Sekundärverriegelungslasche
12 zumindest teilweise, ggf. auch vollständig, sondern auch der Sicherungssteg 13,
insbesondere dessen Stirnseite, die in Längsrichtung des Kontaktpartners 7 weist,
an diesem Kontaktsicherungsende 14 anliegt. Während mit dem Anliegen zumindest eines
Teiles der Sekundärverriegelungslasche 12 an dem Kontaktsicherungsende 14 schon gewisse
Haltekräfte erzielt werden, werden diese Haltekräfte jedoch deutlich dadurch gesteigert,
dass auch der Sicherungssteg 13, insbesondere dessen Stirnseite, an dem Kontaktsicherungsende
14 anliegen.
[0038] Der Vollständigkeit halber ist in den Figuren 31 und 32 das Verriegelungselement
6 in seiner Vorverraststellung in dem Kontaktträger 1 dargestellt, und zwar einmal
aus Sicht auf das Steckgesicht 5 (Figur 31) und einmal auf das Kabelabgangsende 4
(Figur 32).
[0039] Die Figuren 34 und 35 zeigen analog zu den Figuren 31 und 32 das Verriegelungselement
6 in seiner Endverraststellung, wobei durch die eingezeichneten Rechtecke deutlich
wird, dass nicht nur das Verriegelungselement 6 verschoben worden ist, sondern dass
dadurch auch das Kontaktsicherungsende 14 wirksam wurde für den der besseren Übersichtlichkeit
halber hier nicht eingezeichneten Kontaktpartner.
[0040] Unter Bezugnahme auf die Figuren 19 bis 28 ist noch zu erwähnen, dass für eine optimale
Führung bei der Bestückung des Kontaktpartners 7 in seine Kontaktkammer 2 die jeweilige
Kontaktkammer 2 eine Führungsfläche 15 und auch das Verriegelungselement 6 eine eigene
Führungsfläche 16 aufweist. Idealerweise sind diese beiden Führungsflächen 15, 16
fluchtend zueinander angeordnet, was insbesondere in Figur 22 sehr gut erkennbar ist.
[0041] Die Führungsfläche 16 ist in der Figur 16 ersichtlich, oben (Einführfase auf der
linken Seite vom jeweiligen Sekundärverriegelungssteg).
[0042] Insbesondere der Stecker selbst verfügt über kein Dichtelement. Die Abdichtung erfolgt
jeweils nur über die Einzeladerabdichtungen an den Kontaktpartnern von Steck- und
Gegensteckverbinder (insbesondere Stift- und Buchsenkontakte) sowie über eine Dichtung
zwischen Steck- und Gegensteckverbinder.
[0043] In den Figuren 36 und 37 ist eine andere Ausführungsform des Kontaktträgers 2 dargestellt.
Hierzu gehört das Verriegelungselement 6, welches in den Figuren 38 bis 41 dargestellt
ist. Obwohl die Geometrie von Kontaktträger 2 und Verriegelungselement 6 in den Figuren
36 bis 41 etwas anders ist als in dem Ausführungsbeispiel, welches in den Figuren
1 bis 35 dargestellt ist, ist trotzdem die gleiche Funktionsweise und Zielrichtung
realisiert.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 1.
- Kontaktträger
- 2.
- Kontaktkammer
- 3.
- Aufnahmegeometrie
- 4.
- Kabelabgangsende
- 5.
- Steckgesicht
- 6.
- Verriegelungselement
- 7.
- Kontaktpartner
- 8.
- Kontaktstift
- 9.
- Kontaktierungsbereich
- 10.
- Primärverriegelungslasche
- 11.
- Anschlag
- 12.
- Sekundärverriegelungslasche
- 13.
- Sicherungssteg
- 14.
- Kontaktsicherungsende
- 15.
- Führungsfläche
- 16.
- Führungsfläche
- ER
- Einschubrichtung
- VB
- Verrastbereich
1. Steckverbinder, aufweisend einen Kontaktträger (1) mit zumindest einer Kontaktkammer
(2), wobei in der zumindest einen Kontaktkammer (2) ein Kontaktpartner (7) angeordnet
ist, wobei der Kontaktpartner (7) eine mit seiner Kontaktkammer (2) zusammenwirkende
Primärverriegelungslasche (10) aufweist, wobei weiterhin an und/oder in dem Kontaktträger
(2) ein zwischen einer Vorverraststellung und einer Endverraststellung verschiebbares
Verriegelungselement (6) angeordnet ist, wobei das Verriegelungselement (6) zur Sekundärverriegelung
des eine Sekundärverriegelungslasche (12) aufweisenden Kontaktpartners (7) in seiner
Kontaktkammer (2) ausgebildet ist, wenn sich der Kontaktpartner (2) in seiner bestimmungsgemäßen
Position in seiner Kontaktkammer (2) befindet und das Verriegelungselement (6) von
seiner Vorverraststellung in seine Endverraststellung verschoben worden ist, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zu der Sekundärverriegelungslasche (12) des Kontaktpartners (7) ein mit
dem Verriegelungselement (6) zusammenwirkender Sicherungssteg (13) an dem Kontaktpartner
(7) angeordnet ist.
2. Steckverbinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherungssteg (13) in Längsrichtung des Kontaktpartners (7) an diesem angeordnet
und ausgerichtet ist.
3. Steckverbinder nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherungssteg (13) und die Sekundärverriegelungslasche (12) abgewinkelt zueinander
ausgerichtet und angeordnet sind.
4. Steckverbinder nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherungssteg (13) und die Sekundärverriegelungslasche (12) in etwa um 90° zueinander
ausgerichtet und angeordnet sind.
5. Steckverbinder nach Anspruch 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungselement (6) ein mit dem Sicherungssteg (13) und der Sekundärverriegelungslasche
(12) zusammenwirkendes Kontaktsicherungsende (16) aufweist.
6. Steckverbinder nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktsicherungsende (16) L-förmig ausgebildet ist.
7. Steckverbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungselement (6) und / oder der Kontaktträger (2) eine Führungsfläche
(14, 15) aufweist, an dem / an denen der Kontaktpartner (7) während des Einführens
in seine Kontaktkammer (2) geführt entlanggleitet.
8. Steckverbinder nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsflächen (14, 15) in der Vorverraststellung des Verriegelungselementes
(6) fluchtend zueinander ausgerichtet sind.