[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Winkelbeschlag, insbesondere für die Montage
von Hängemöbeln, nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Die
DE 79 30 056 offenbart eine Aufhängevorrichtung für Möbel, bei der an einem wandfesten Haken ein
Aufhängehaken montierbar ist, der einen horizontalen Schlitz aufweist, der durch eine
Schraube durchgriffen ist. Die Schraube greift in eine Schraubhülse ein, die an der
Außenseite ein Gewinde umfasst und exzentrisch an einer Scheibe montiert ist. Die
Scheibe kann wiederum an einem Aufhänger drehfest festgelegt werden, so dass durch
die Aufhängevorrichtung eine Verstellung in drei Richtungen, nämlich seitlich, vertikal
und in die Tiefe, möglich ist. Die Aufhängevorrichtung ist jedoch relativ kompliziert
aus vielen Einzelteilen zusammengesetzt und die Montage ist folglich aufwändig.
[0003] Aus der
DE 1 901 685 ist ein mehrteiliger Beschlag zum Aufhängen eines Wandschrankes bekannt, bei dem
zwei Beschlagteile über Schrauben aneinander gehalten werden können. In den Beschlagteilen
sind Öffnungen teilweise als Langlöcher ausgebildet, so dass eine gewisse Verstellmöglichkeit
gegeben ist. Die Herstellung der Beschlagteile aus einem Metallblech besitzt den Nachteil,
dass die Beschlagteile relativ schwer und teuer in der Herstellung sind. Nachteilig
bei diesem Beschlag ist zudem, dass die einzelnen Beschlagteile lose einer Verpackungseinheit
zugeführt werden müssen und darauf geachtet werden muss, dass die richtigen Beschlagteile
einander zugeordnet werden.
[0004] Die
AT 305 527 offenbart einen Innenträger für Hängeschränke, mit einem Hakenteil, an dem eine Tragschraube
vorgesehen ist. Zusätzlich ist eine Verstellschraube zur Ausrichtung des Hängeschrankes
vorgesehen.
[0005] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Winkelbeschlag zu schaffen,
der einfach herstellbar ist und der eine Verstellmöglichkeit in horizontaler und vertikaler
Richtung aufweist.
[0006] Diese Aufgabe wird mit einem Winkelbeschlag mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
[0007] Erfindungsgemäß weist der plattenförmige Abschnitt des Winkelbeschlages mindestens
eine Öffnung auf, die wenigstens ein horizontal ausgerichtetes Langloch und einen
Verbindungsabschnitt mit einer Verbreiterung zum Durchführen eines Kopfes des Befestigungsmittels,
insbesondere eines Schraubenkopfes, aufweist. Dadurch ist sowohl eine Verstellmöglichkeit
in horizontale Richtung als auch in vertikale Richtung gegeben, da der Benutzer frei
wählen kann, an welcher Position des Langloches die Schraube festgelegt wird. Dadurch
entfällt die Notwendigkeit, den Beschlag mehrteilig auszubilden.
[0008] Vorzugsweise weist die Öffnung mindestens zwei horizontal ausgerichtete Langlöcher
auf, die über einen gemeinsamen Verbindungsabschnitt mit einer Verbreiterung zum Durchführen
eines verbreiterten Kopfes des Befestigungsmittels miteinander verbunden sind. Die
beiden Langlöcher können dabei an einer Ebene lotrecht zur Biegeachse des Winkelbeschlages
gespiegelt sein, derart, dass die Langlöcher beabstandet von einer Spiegelebene angeordnet
sind.
[0009] In einer Ausgestaltung sind zwei voneinander beabstandete Öffnungen in dem ersten
plattenförmigen Abschnitt eingebracht, die an einer Ebene lotrecht zur Biegeachse
gespiegelt sind, derart, dass die Langlöcher jeweils auf der Seite der Spiegelebene
angeordnet sind. Auch dadurch kann eine effektive Ausrichtung des Winkelbeschlages
relativ zu dem Befestigungsmittel erfolgen, wobei zudem auch mehrere Befestigungsmittel
an dem plattenförmigen Abschnitt montiert werden können.
[0010] Vorzugsweise ist der Verbindungsabschnitt im Wesentlichen mittig angeordnet, so dass
nach Einführen des Schaftes der Schraube in das Langloch dieser wahlweise in die eine
oder andere Richtung geführt werden kann. Zudem bleibt der plattenförmige Abschnitt
vergleichsweise stabil.
[0011] In einer Ausgestaltung der Erfindung ist die Öffnung zu den beiden Mittellinien des
plattenförmigen Abschnittes symmetrisch ausgebildet. Der plattenförmige Abschnitt
besitzt eine rechteckige Form, wobei die Anordnung der Öffnung derart, dass die Öffnung
symmetrisch zu den beiden Mittellinien angeordnet ist, den Einsatz des Winkelbeschlages
sowohl an einer rechten als auch an einer linken Seite ermöglicht. Dadurch entfällt
die Notwendigkeit, für die unterschiedlichen Seiten eines Möbelkorpus zwei Beschläge
bereitzuhalten.
[0012] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind zwei zu den beiden Mittellinien
des plattenförmigen Abschnittes symmetrisch ausgebildete Öffnungen ausgebildet, so
dass auch diese Ausführungsvariante für eine rechte und linke Seite eines Möbelkorpus
verwendet werden kann.
[0013] Der Winkelbeschlag umfasst ferner vorzugsweise einen zweiten plattenförmigen Abschnitt
mit mindestens einer als Langloch ausgeführten Öffnung für Befestigungsmittel, die
beispielsweise zur Festlegung eines Möbelkorpus dienen. Mit Hilfe dieser Öffnungen
kann man den Möbelkorpus vertikal verstellen.
[0014] Die Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Ausführungsbeispiele mit Bezug auf
die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Explosionsdarstellung eines erfindungsgemäßen Winkelbeschlages;
- Figur 2
- eine Ansicht des plattenförmigen Abschnittes des Winkelbeschlages der Figur 1;
- Figur 3
- eine perspektivische Ansicht einer Abdeckkappe für den Winkelbeschlag;
- Figuren 4A und 4B
- zwei Ansichten des Winkelbeschlages der Figur 1 bei der Montage;
- Figuren 5A bis 5D
- vier Ansichten einer modifizierten Ausgestaltung eines Winkelbeschlages bei der Montage.
[0015] Eine in Figur 1 abgebildeter Winkelbeschlag 201 ist durch Stanzen und Biegen eines
Metallbleches hergestellt und umfasst einen ersten plattenförmigen Abschnitt 202,
an dem eine Öffnung 203 ausgespart ist. Der erste plattenförmige Abschnitt 202 ist
über eine Biegekante 204 mit einem zweiten plattenförmigen Abschnitt 205 verbunden,
an dem mehrere Öffnungen 206 für Befestigungsmittel ausgespart sind, beispielsweise
zur Festlegung eines Möbelkorpus. Mit Hilfe der Öffnungen 206 kann der Möbelkorpus
vertikal verstellt werden. An einem oberen Ende und einem unteren Ende der Biegekante
204 sind hervorstehende Stege 207 ausgebildet, an denen eine Abdeckung 220 verrastet
werden kann.
[0016] Die Öffnung 203 ist in Figur 2 im Detail dargestellt. Sie umfasst zwei horizontal
ausgerichtete Langlöcher 208 und 209, die in einem mittleren Bereich über einen Verbindungsabschnitt
210 miteinander verbunden sind und sich senkrecht zu der Biegekante 204 bzw. einer
Biegeachse erstrecken. Dadurch ergibt sich eine im Wesentlichen doppel-T-förmige Ausbildung
der Öffnung 203. Der Verbindungsabschnitt 210 ist verbreitert ausgebildet und besitzt
eine im Wesentlichen kreisförmige Kontur, so dass ein Schraubenkopf durch die Verbreiterung
eingeführt werden kann.
[0017] Die Abdeckung 220 besitzt Vorsprünge 221, die an den Stegen 207 des Winkelbeschlages
201 verrastet werden können.
[0018] Für die Montage des Winkelbeschlages 201 wird zunächst eine Schraube 215 an einer
Wand festgelegt (Figur 4A). Danach wird der Winkelbeschlag 201 auf die Schraube 215
gesteckt, wobei der Schraubenkopf durch den Verbindungsabschnitt 210 durchgeführt
wird. Anschließend kann der Benutzer entscheiden, in welches Langloch 208 oder 209
der Schaft der Schraube 215 eingefügt wird (Figur 4B). Zur horizontalen Ausrichtung
kann dann der Schaft der Schraube 215 in Längsrichtung der Langlöcher 208 und 209
verschoben werden, bis die gewünschte Position erreicht ist. Anschließend kann die
Schraube 215 festgezogen werden, um die Position des Winkelbeschlages 201 an der Schraube
zu fixieren.
[0019] Die Figuren 5A bis 5D zeigen eine modifizierte Ausgestaltung eines plattenförmigen
Abschnittes 202' eines Winkelbeschlages. An dem plattenförmigen Abschnitt 202' sind
zwei voneinander getrennte Öffnungen 216 ausgebildet. Die Öffnungen 216 sind dabei
zu einer Spiegelebene, die lotrecht zur Biegekante 204 verläuft, symmetrisch angeordnet,
so dass der Winkelbeschlag für eine Montage an einer linken Seite (Fig. 5A und 5B)
oder einer rechten Seite (Fig. 5C und 5D) verwendbar ist. Für die Montage wird zunächst
eine Schraube 215 an einer Wand festgelegt und der Schraubenkopf durch den verbreiterten
Verbindungsabschnitt 213, 214 hindurchgeführt (Fig. 5A und 5C). Der Schaft der Schraube
215 kann dann in die Langlöcher 211 bzw. 212 eingefügt und dort verschoben werden,
so dass eine horizontale Ausrichtung ermöglicht ist. Dann erfolgt eine Fixierung des
Winkelbeschlages 201 durch Festziehen der Schraube 215.
[0020] Der Winkelbeschlag 201 kann insbesondere zur Montage von Hängemöbeln dienen, wobei
der plattenförmige Abschnitt 202, 202' an einer Wand festlegbar ist und der zweite
plattenförmige Abschnitt 205 an einer Innenseite eines Möbelkorpus.
[0021] In einem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Öffnung 203 so ausgebildet, das
zwei Langlöcher 208 und 209 über einen Verbindungsabschnitt 210 miteinander verbunden
sind. Es ist natürlich auch möglich, mehr als zwei Langlöcher 208 und 209 an dem ersten
plattenförmigen Abschnitt 202 vorzusehen, die dann miteinander verbunden sind, um
noch eine weitere Möglichkeit für die Höhenverstellung vorzusehen.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 201
- Winkelbeschlag
- 202
- Erster plattenförmiger Abschnitt
- 202'
- Erster plattenförmiger Abschnitt
- 203
- Öffnung
- 204
- Biegekante
- 205
- Zweiter plattenförmiger Abschnitt
- 206
- Öffnung
- 207
- Steg
- 208
- Langloch
- 209
- Langloch
- 210
- Verbindungsabschnitt
- 211
- Langloch
- 212
- Langloch
- 213
- Verbindungsabschnitt
- 214
- Verbindungsabschnitt
- 215
- Schraube
- 216
- Öffnung
- 220
- Abdeckung
- 221
- Vorsprung
1. Winkelbeschlag (201), insbesondere zur Montage von Hängemöbeln, mit einem plattenförmigen
Abschnitt (202), an dem mindestens eine Öffnung (203, 216) für ein Befestigungsmittel
(215) ausgespart ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (203, 216) mindestens ein horizontal ausgerichtetes Langloch (208, 209,
211, 212) aufweist, das über einen Verbindungsabschnitt (210, 213, 214) mit einer
Verbreiterung zum Durchführen eines verbreiterten Kopfes des Befestigungsmittels (215)
miteinander verbunden ist, wobei der Verbindungsabschnitt (210, 213, 214) im Wesentlichen
mittig an den Langlöchern (208, 209, 211, 212) mündet.
2. Winkelbeschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (203) mindestens zwei horizontal ausgerichtete Langlöcher (208, 209)
aufweist, die je über einen Verbindungsabschnitt (210) mit einer gemeinsamen Verbreiterung
zum Durchführen eines verbreiterten Kopfes des Befestigungsmittels (215) miteinander
verbunden sind.
3. Winkelbeschlag nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Langlöcher (208, 209) an einer Ebene lotrecht zur Biegeachse gespiegelt sind,
derart, dass die Langlöcher (208, 209) beabstandet von der Spiegelebene angeordnet
sind.
4. Winkelbeschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Öffnungen (216) in dem ersten platten förmigen Abschnitt (202) eingebracht sind,
die an einer Ebene lotrecht zur Biegeachse gespiegelt sind, derart, dass die Langlöcher
(211, 212) jeweils auf der Seite der Spiegelebene angeordnet sind.
5. Winkelbeschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (203) zu den beiden Mittellinien des plattenförmigen Abschnitts (204)
symmetrisch ausgebildet ist.
6. Winkelbeschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkelbeschlag aus einem Metallblech durch Stanzen und Biegen hergestellt ist.
7. Winkelbeschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass an einem zweiten plattenförmigen Abschnitt (205) mindestens eine Öffnung (206) für
ein Befestigungsmittel ausgespart ist
8. Winkelbeschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass mit Hilfe der als Langlöcher (208, 209, 211, 212) ausgeführten Öffnungen (206) ein
Möbelkorpus vertikal verstellbar ist.