[0001] Gegenstand dieser Anmeldung sind Zubereitungen, die mindestens ein Glycolipid-Biotensid
und mindestens ein alkoxyliertes Fettsäureamid enthalten. Das oder die alkoxylierten
Tenside basieren auf Fettsäuren von Pflanzenölen mit einem aussergewöhnlich hohen
Anteil an langkettigen, ungesättigten Kohlenwasserstoffketten. Weiterer Gegenstand
ist deren Verwendung als oder zur Herstellung von kosmetischen oder medizinischen
Reinigungs- oder Pflegemitteln.
Problem - Stand der Technik
[0002] Die vorliegende Erfindung richtet sich auf eine Zubereitung mit verbesserter dermatologischer
Verträglichkeit und die Verwendung der Mittel zur Körperreinigung und -pflege, der
Haarwäsche, dem Abschminken, der Zahnpflege, und der Rasur insbesondere für die Entfernung
von Kohlenhydraten und Anfärbungen unterschiedlichster Art.
[0003] Die Entfernung von kohlenhydrathaltigen Verunreinigungen ist in der Körperpflege
ausserordentlich wichtig. Insbesondere bei erkrankter Haut spielen Pilze oder Bakterien
eine zentrale Rolle wie z.B. Propionibacterium acnes (Akne), Streptococcen (Zahnbelag),
Malassezia furfur (Haarschnuppen). Bekannt ist, dass oberflächenaktive Mittel die
Permeabilität der biologischen Membranen modifizieren und damit antibakteriell, antiviral
oder fungizid wirken. So offenbart z.B. EP 209 783 (Wella) Sophorolipide und deren
Verwendung als Antischuppenmittel und bakteriostatisches Mittel. Abgesehen von der
antimikrobiellen Wirkung, ist es jedoch von grösster Bedeutung, der Besieldung durch
Mikroorganismen von vornherein präventiv entgegenzutreten. Dies ist möglich, indem
man den Mikroorganismen ihre Nahrungsgrundlage - welche in erster Linie aus Kohlenhydraten
bestehen- entzieht oder- im Falle von Zahnbelag- eine frühe Matrixbildung aus Kohlenhydraten
und Eiweiss - frühzeitig unterbindet. Insbesondere kommt erschwerend hinzu, dass Kohlenhydrate
zusätzlich die Zahngesundheit beeinträchtigen können, da sie von bestimmten Bakteriensorten
in der Mundhöhle zu beispielsweise Milchsäure abgebaut werden und den Zahnschmelz
der juvenilen oder adulten Zähne angreifen können (Karies).
Die Kohlenhydratentfernung ist auch in der Gesichtspflege und Rasur wichtig. Insbesondere
das Gesicht ist Umwelteinflüssen und -verschmutzung ausgesetzt. So können sich z.B.
Pollen, deren Hauptbestandteil Kohlenhydrate sind sowie Russ- und Staubteilchen an
Haut und Haaren adsorbieren.
Weiterhin ist die Kohlenhydratreinigung wichtig bei der Haarpflege um Reste von Styling-Produkten
leicht aus dem Haar auszuwaschen. Ein Ziel der Körperhygiene stellt daher die effektive
Entfernung von Kohlenhydraten dar.
[0004] Ein weiterer Aspekt hygienischer Körperreinigung ist die Entfernung der häufig pathogenen
Stoffwechselprodukte. So produziert beispielsweise Malassezia furfur fluoreszierende
Pigmente, welche mit der pathogenen Wirkung in Zusammenhang gebracht werden. So ist
es für eine Reinigung, sei es in der Mundhygiene, der Haut oder den Haaren, wichtig,
neben der guten Entfernung von Kohlenhydraten, auch die Entfernung von Farb-bzw. Pigmentschmutz
zu erzielen.
[0005] Anders als bei der Materialreinigung, ist eine gute Reinigungsleistung insbesondere
bei der Reinigung von Körper oder Fell problematisch, da die Reinigungsleistung auf
die Anwendung auf einen schmalen Temperaturbereich von ca. 15 - ca. 40°C begrenzt
ist und auch die mechanische Entfernung von Schmutz nur in limitiertem Masse möglich
ist. Weiterhin muss auf agressive Inhaltsstoffe sowie extreme pH-Werte <2 oder > 12
verzichtet werden. Insbesondere bei der Gesichtsreinigung und Entfernung von Augenmakeup
ist zudem erwünscht, eine sanfte Reinigung ohne mechanische Kräfte zu erzielen.
[0006] Üblicherweise werden für die Entfernung von hartnäckigem Schmutz Tensidgemische eingesetzt.
Häufig enthalten Reinigungsprodukte zur mechanischen Reinigung Reibekörper wie Holzmehl,
Cellulose, Plastikpartikel, Kaolin, Sand und andere. Besonders hartnäckige Verschmutzungen
werden unter Zusatz agressiver organischer Lösungsmittel entfernt, wie z.B. aliphatische
Kohlenwasserstoffe.
[0007] Je häufiger die Produkte angewendet werden, z.B. bei empfindlichen Partien wie Augenbereich,
Intimbereich oder auch im gewerblichen Bereich, desto deutlicher werden die nachteiligen
Wirkungen der enthaltenen Inhaltsstoffe. So ist zum Beispiel eine Vielzahl der üblicherweise
verwendeten Tenside als hautirritierend bekannt. Insbesondere führen auch die üblicherweise
verwendeten Lösungsmittel zu einer Entfettung und Austrocknung der Haut durch die
Zerstörung des Hydro-Lipid-Mantels. Die Haut wird damit permeabler für toxische oder
allergene Stoffe und reagiert durch Hautreizungen und allergene Hautreaktionen.
[0008] Zur Vermeidung der vorgenannten Hautproblematik sind in der Patentliteratur eine
Vielzahl von Formulierungen vorgeschlagen worden. Nichtsdestoweniger geht die verbesserte
Hautverträglichkeit sowie der verbesserte Schutz vor Hautaustrocknung mit einem Verlust
an Reinigungswirkung einher.
[0009] Die Entfernung von Farb- und Pigmentresten aus der dekorativen Kosmetik ist hier
eine weitere Herausforderung - eine milde Reinigung insbesondere von empfindlichen
Hautstellen, wie den Augenbereich, nimmt eine Schlüsselposition ein. Technisch herausfordernd
ist, dass die dekorative Kosmetik auf unterschiedlichen Formulierungskonzepten beruht
und der Konsument oftmals zu mehreren Produkten zur Entfernung von wasser- bzw. öllöslicher
Kosmetik greifen muss. Alternativ gibt es 2-Phasenprodukte.
[0010] Eine milde Reinigung von hartnäckigen Verunreinigungen ist weiterhin im gewerblichen
Bereich wünschenswert, wie z.B. Lackierer, Maler, Friseure, Automechaniker, Gärtner
u.a. Aber auch im künstlerischen, Freizeitbereich und Familienbereich ist die Entfernung
von Farbflecken von Haut und Haaren eine häufige Notwendigkeit. Nicht zuletzt ist
auch in der Tierpflege häufig eine Grobreinigung notwendig, zum Beispiel die Fellpflege
von Haustieren.
[0011] Neben dem ehrgeizigen Ziel eine bessere Hautverträglichkeit bei hoher Reinigungskraft
zu erreichen, sollen gleichzeitig die Inhaltsstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen
bezogen werden. Hierbei haben sich in den vergangenen Jahren Palmöle, für Wasch- und
Reinigungsmittel v.a. Palmkernöl, als pflanzliche Basis für Tenside etabliert.
[0012] Jedoch wird die Nachhaltigkeit der Tenside auf Basis Palmöle zunehmend in Frage gestellt,
da sie aus tropischen Monokulturen stammen, deren Anbaufläche oftmals durch unkontrollierte
Rodung wertvoller tropischer Regenwälder gewonnen wird. Diese Pflanzenöle werden aufgrund
ihrer technischen Eigenschaften wie vorteilhafte Schaum-, Wasch- und Reinigungsleistung
eingesetzt, die sie dank ihrem hohen Laurinsäuregehalt (C12- Fettsäure, gesättigt)
besitzen.
[0013] Alternativ werden in einem geringeren Mass auch andere Palmöle mit hohem Laurinsäuregehalt
wie bspw. Kokosöl oder Babassuöl eingesetzt. Zudem finden seit jeher auch tierische
Öle und Fette Anwendung. Aufgrund der ungünstigeren Fettsäurezusammensetzung, aus
hygienischen (z.B. TSE-Problematik) und weltanschaulichen Gründen (z.B. vegan-Trend)
sind allerdings tierische Rohstoffe aus Konsumentensicht oft nicht erwünscht. Weiterhin
wird Pflanzenseife seit Jahrtausenden für Wasch- und Reinigungszwecke eingesetzt,
deren Anwendung ist aufgrund der Bildung von Kalkseifen und Bindung an einen alkalischen
pH-Wert ebenfalls begrenzt.
[0014] Die Herausforderung dieser Erfindung besteht daher darin, auf Erdöl, tierische Fette
und Palmöle (Palmöl, Palmkernöl, Kokosöl, Babassuöl) als Fettsäurequelle für die Tenside
als Hauptkomponente zu verzichten und in einem grösstmöglichen Mass Tenside aus weniger
problematischen Quellen, wie zum Beispiel pflanzlichen Ölen aus europäischem Anbau
oder Fermentation einzusetzen.
[0015] Technisch ist dies ein Problem, da aus verfügbaren Ölen, zum Beispiel aus Mitteleuropa,
die gewünschte Laurinsäure nicht in ausreichendem Mass gewonnen werden kann und damit
heutzutage übliche Reinigungsmittel weitestgehend auf Erdöl oder Palmölen basieren.
[0016] Glycolipid-Biotenside, welche über Fermentation aus unterschiedlichsten Substraten
hergestellt werden können, erfüllen die Anforderungen an Nachhaltigkeit und zeichnen
sich zudem durch geringes Hautirritationspotential und Toxizität aus. Weiterhin verfügen
sie über ein ausgezeichnetes Fett- und Öllösevermögen, was für die kosmetische Verwendung
von Vorteil ist, jedoch die Haut stark austrocknen kann. Um alle Anforderungen an
kosmetische Mittel zu erfüllen, wie z.B. Schaum, Reinigungskraft, Stabilität u.a.
werden die Glycolipid-Biotenside in der Regel mit anderen Tensiden kombiniert.
[0017] Hierbei werden die Glycolipid-Biotenside nach Stand der Technik wiederum mit Tensiden
auf Laurinsäurebasis aus Palmen oder petrochemischer Herkunft kombiniert z.B.
DE19600743 (Henkel) hautverträgliche Geschirrspülmittel,
WO 2011120776 (Unilever) milde und schäumende Waschzusammensetzungen für die Körperreinigung,
JP 2009275145 (Seraya) Hautreinigung mit Sophorolipiden in Kombination mit Seifen,
WO 2016050439 (Evonik) biotensidhaltige Formulierungen mit verbessertem Schaumbildungs- und Fettlösevermögen.
Weiterhin bekannt aus
EP 0499434,
US 5520839 ist die Kombination von Biotensiden mit anionischen Tensiden u.a. Rapsseife für eine
verbesserte Öl- und Fettlöslichkeit.
Alle bisher vorgestellten Kombinationen von Biotensid-Glycolipiden mit Tensiden enthalten
hydrophobe Teil der Tenside, welche von Laurinsäure abgeleitet sind.
[0018] Desweiteren ist die Verwendung von langkettigen, ungesättigten alkoxylierten Fettsäureamiden
für kosmetische Zwecke in der Literatur bekannt. Diese Tensidklasse wird eingesetzt
für die milde Körperreinigung, dank Ihrer guten Verdickbarkeit, der Möglichkeit transparenter
Formulierungen, deren gutes Schaumvermögen (
DE 44 09 189, Chemische Fabrik, Chem-Y) sowie für eine erhöhte Stabilität der Zusammensetzungen
(z.B. Grobhandreinigung
EP 2 455 062, Stockhausen). Kombiniert werden die Amide nach Stand der Technik in den offenbarten
Ausführungsbeispielen wiederum bevorzugt mit Natrium Laurethsulfat.
[0019] Damit ist aber das Problem nicht gelöst. Nachhaltige Zubereitungen mit Biotensid-Glycolipiden
und Tensiden auf Basis von Pflanzölen mit einem hohen Gehalt an langkettigen, vorwiegend
ungesättigten Fettsäuren herzustellen, welche eine hohe Reinigungs- und Pflegeleistung,
insbesondere auf Kohlenhydrate und Anfärbungen, und gleichzeitig eine hervorragende
dermatologische Verträglichkeit aufweisen und zudem über den gesamten pH-Bereich angewendet
werden können.
[0020] Die komplexe technische Aufgabe der Erfindung hat darin bestanden, Tensidkombinationen
zu identifizieren, die neben einem vorteilhaften toxikologischen Profil ausgezeichnete
kosmetische Reinigungseigenschaften ausweisen. Gleichzeitig sollen aus Nachhaltigkeitsbetrachtungen
entgegen dem Stand der Technik möglichst keine Tenside abgeleitet aus den Fettsäuren
der Palmöle Kokos-, Palm-, Babassu- oder Palmkernöl oder Erdöl verwendet werden. Dies
ist technisch insofern anspruchsvoll, da gebräuchliche Tenside auf Basis Palmkernöl
in ihrer Fettsäurezusammensetzung einen hohen Anteil an Laurinsäure (C12) aufweisen,
welche dem Tensid vorteilhafte Eigenschaften wie Löslichkeit, Stabilität, Benetzungsfähigkeit,
Kompatibilität, u.a. verleihen. Die Herausforderung besteht somit darin, pflegende
und reinigende Zubereitungen von Tensiden auf Basis von Pflanzenölen mit einem hohen
Gehalt an Fettsäuren mit Kettenlängen über 18 Kohlenstoffatomen und überwiegend ungesättigt,
und Biotensid-Glycolipiden herzustellen. Weiterhin soll die Tensidkombination über
einen breiten pH-Bereich anwendbar sein.
[0021] Die erfindungsgemässen Zubereitungen sollten vorzugsweise zu einem grösstmöglichen
Umfang auf natürlichen Rohstoffen basieren und biologisch gut abbaubar sein.
Beschreibung der Erfindung
[0022] Überraschenderweise wurde gefunden, dass binäre Kombinationen von Glycolipid-Biotensiden
(B) mit alkoxylierten Fettsäureamide auf Basis von C18-Pflanzenölen (A) wie in den
Ansprüchen beschrieben, eine oder mehrere der genannten Aufgaben lösen.
[0023] Unerwarteterweise zeigte sich, dass die erfindungsgemässen Zubereitungen eine für
den Fachmann in keiner Weise vorhersehbare Reinigungswirkung auf spezifische Verschmutzungen
zeigt. Dies ermöglicht die Herstellung von hautmilden Zubereitungen selbst für hartnäckige
Verschmutzungen, wie Anfärbungen oder Kohlenhydratverunreinigungen.
[0024] Es wurde festgestellt, dass die erfindungsgemässen Zubereitungen für den Fachmann
nicht vorhersehbar synergistisch auf das Lösen von Kohlenhydratverschmutzungen wirken.
Hierbei wird unter synergistisch verstanden, dass die Reinigungskraft der Mischung
höher ist, als die Reinigungskraft der einzelnen Komponenten.
[0025] Überraschenderweise wurde auch eine synergistische Wirkung bei Farbverschmutzungen
festgestellt. Farbreste unterschiedlicher Art können durch die erfindungsgemässe Zusammensetzung
mit nur einem Mittel entfernt werden, was sich beispielsweise in der Verwendung als
Makeup-Entferner für fett- und wasserlösliche Kosmetik vorteilhaft erweist.
[0026] Weitere Erfindungsgegenstände basieren auf Inhaltstoffen, die mit der erfindungsgemässen
Zubereitung kombiniert werden können und erstaunlicherweise die synergistische Wirkung
zwischen (A) und (B) nicht beeinträchtigen. Die Synergie bleibt überraschenderweise
in vollem Umfang erhalten - dies ist insofern erstaunlich, da die Zugabe einer dritten
Komponente die Interaktion (A), (B) und die zu lösende Verunreinigung deutlich- und
meist negativ- beeinflusst.
[0027] Weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher die optionale zusätzliche Zugabe eines
alkoxylierten Tensids (C) wie in den Ansprüchen beschrieben. Bei gleichbleibend hoher
Reingungskraft auf Kohlenhydrate, Farben und Pigmente verbessert sich zudem die Reinigungsleistung
auf spezifische Anfärbungen wie z.B. Makeup sowie die Schaumeigenschaften der Zubereitung.
[0028] Eine deutliche Reduktion von Farbverschmutzungen wird durch die erfinderischen Zusammensetzungen
ohne zwingende Zugabe zusätzlicher Lösungsmittel beobachtet. Ein weiterer Gegenstand
der Erfindung ist die optionale zusätzliche Zugabe von milden Lösungsmitteln, welche
die Entfernung bestimmter Farb- und Pigmentverunreinigungen, wie z.B. Lidschatten
weiter verbessert. Die synergistische Wirkung zwischen (A) und (B) bleibt erstaunlicherweise
erhalten.
[0029] Weiterhin ist Gegenstand der Erfindung die optionale zusätzliche Zugabe von Chelatbildnern.
Auch hier wird die synergistische Wirkung zwischen (A) und (B) nicht beeinträchtigt,
im Gegenteil, die Reinigungsleistung auf Makeup wird verbessert sowie die Schaumbildung
und -stabilität verstärkt. Es entstehen klare Formulierungen.
[0030] Weiterer Gegenstand dieser Anmeldung ist die Verwendung der erfindungsgemässen Zubereitungen
als oder zur Herstellung von Reinigungs- und Pflegemitteln für Körper, Mund und Zähne,
Haut und Haare sowie zur Tierpflege.
[0031] Zu den Reinigungs- und Pflegemittel zählen im Rahmen der Erfindung auch Hilfsmittel,
die bei der Reinigung und Pflege zum eigentlichen Mittel zudosiert werden. Ferner
zählen zu Reinigungs- und Pflegemittel im Rahmen der Erfindung Vor- und Nachbehandlungsmittel,
also solche Mittel die vor der eigentlichen Reinigung angewendet werden, beispielsweise
zum Anlösen von hartnäckigen Verschmutzungen.
[0032] In einem weiteren Erfindungsgegenstand richtet sich die Erfindung auf ein Reinigungs-
und Pflegeverfahren umfassend
- a) die Bereitstellung eines Reinigungs- und Pflegemittel umfassend eine Zubereitung
gemäss den vorhergehenden Erfindungsgegenstände
- b) in Kontakt bringen einer biologischen oder natürlichen Oberflächen, z.B. Zähne,
Zahnfleisch, Haare, Haut, Fell u.a. mit dem Reinigungs - und Pflegemittel gemäss (a).
[0033] Eine besondere Produktform stellen feste Substrate, wie Tücher dar. Diese werden
mit einer kosmetischen Zubereitung getränkt und haben den Vorteil, dass in ihnen die
Zubereitung bereits in der richtigen Dosierung vorgegeben ist. Dies kommt insbesondere
dem Konsumentenwunsch der Convenience entgegen. Sie sind einfach handhabbar, direkt
zu verwenden ohne zusätzliche Arbeitsschritte und können auch unterwegs, z.B. auf
Reisen gut angewendet werden, selbst wenn kein Wasser zur Verfügung steht.
[0034] Tücher werden aus Textilien hergestellt, welche gewebt, gestrickt, oder gewirkt sein
können oder als Verbundstoff in Vlies, Papier, Watte oder Filz vorliegen, wobei Vliese
meist aus Polypropylen, Polyester oder Viskose hergestellt werden.
[0035] Mit kosmetischen Zubereitungen imprägnierte Substrate und Tücher können auf unterschiedliche
Weisen hergestellt werden - dem Tauch-, dem Abstreif- und dem Sprühverfahren. Letzteres
wird insbesondere für nicht oder schwach schäumende Zubereitungen angewendet.
[0036] Vorteilhaft ist, dass die erfindungsgemässen Zubereitungen über den gesamten pH-Bereich
eingesetzt werden kann, sowie eine hohe Kompatibilität mit anderen Inhaltsstoffen
aufweist - seien es anionische, kationische, amphotere, oder nichtionische Inhaltsstoffe.
[0037] Zudem zeigt die Zubereitung eine rückfettende Wirkung verbunden mit einem angenehmen
Hautgefühl.
[0038] Die erfindungsgemässe Zubereitung wird auch in einer konservierungsmittelfreien Ausführungsform
offenbart.
[0039] Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist, dass die Zubereitungen auch ohne Sulfattenside
hergestellt werden können und somit dem Kosmetiktrend "sulfatfrei" Sorge tragen.
[0040] Weiterhin zeigen die Zubereitungen überraschenderweise eine so gute Reinigungsleistung,
dass auf die gängigen Tenside Laurylsulfat, Laurylethersulfat und Cocoamidpropylbetain
auf Basis Palmkernöl vollständig verzichtet werden kann, welche in höheren Dosen haut-
und schleimhautreizend wirken können.
Definitionen:
[0041] Technisch unterscheiden sich die Pflanzenöle aus Ölpalmen, Babassu, Palmkernen, oder
Kokosnüssen deutlich in der Fettsäurezusammensetzung von den erfindungsgemässen C-18-Pflanzenölen:
In dieser Erfindung werden folgende Pflanzenöle, - fette, -wachse oder -harze als
C-18-Pflanzenöl bezeichnet:
Bevorzugt handelt es sich bei den C-18-Pflanzenölen um natürliche Triglyceride. C-18-Pflanzenöle
weisen ein Gemisch an gesättigten und ungesättigten Fettsäuren auf, wobei die Fettsäureverteilung
von Fettsäuren mit 18 und mehr Kohlenstoffatomen über 60 Gew.-%, besonders bevorzugt
über 72 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt von über 77 Gew.-% liegt und wobei der
Anteil an ungesättigten Fettsäuren über 55 Gew.-%, vorzugsweise über 65 Gew.-% und
besonders bevorzugt über 72 Gew.-% liegt.
[0042] Bevorzugt liegt der Anteil an Fettsäuren mit 16 und weniger Kohlenstoffatomen unter
30 Gew.-%, bevorzugt unter 27 Gew.-% und besonders bevorzugt unter 17 Gew.-%.
[0043] Bevorzugt enthalten die C-18-Pflanzenöle einen Anteil von < 0.5%, besonders bevorzugt
> 0.05% Fettsäuren mit 6 Kohlenstoffatomen.
[0044] Bevorzugt enthalten die C-18-Pflanzenöle einen Anteil von < 75 Gew-% Hydroxyfettsäuren,
bevorzugt < 25 Gew.-%, besonders bevorzugt < 5 Gew.-%.
[0045] Bevorzugt enthalten C-18-Pflanzenöle gesättigte oder ungesättigte Fettsäuren mit
20 und mehr Kohlenstoffatomen, wobei deren Gehalt bis zu 96 Gew.-% betragen kann.
Bevorzugt enthalten C-18-Pflanzenöle einen Anteil von gesättigten oder ungesättigten
Fettsäuren mit 20 und mehr Kohlenstoffatomen von > 0.01 Gew.-% und besonders bevorzugt
> 0.05 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt > 0.1 Gew-% und äusserst bevorzugt >= 0.2
Gew.-%
[0046] Bevorzugt enthalten die C-18-Pflanzenöle einen Anteil von weniger als 95 Gew.-% Ölsäure,
besonders bevorzugt unter 85 Gew.-% Ölsäure
[0047] Gew.-% hier jeweils bezogen auf den Gesamtgehalt an Fettsäuren im Pflanzenöl.
[0048] Aus folgenden Pflanzen bzw. Pflanzenteilen wie bspw. Samen, Kerne, Fruchtfleisch,
Blätter, Wurzeln und andere, im folgenden C-18-Pflanzen genannt, können C-18 Pflanzenöle
gewonnen werden: Amarant, Anis, Apfel, Aprikose, Argan, Arnika, Avocado, Baumwolle,
Borretsch, Brennessel, Brokkoli, Canola, Chia, Hanf, Haselnuss, Buche, Buchsbaum,
Distel, Dinkel, Erdnuss, Erdmandel, Flieder, Gartenkresse, Gerste, Granatapfel, Hafer,
Hanf, Haselnuss, Heidelbeere, Holunder, Jasmin, Johannisbeere, Johanniskraut, Jojoba,
Kamelie, Kamille, Kümmel, Karotte, Kirsche, Koriander, Königskerze, Krambe, Kreuzblättrige
Wolfsmilch, Kreuzblütengewächse, Kürbis, Iberischer Drachenkopf, Lavendel, Leindotter,
Leinsamen, Liguster, Lupine, Luzerne, Macademia, Mais, Mandel, Marula, Mirabelle,
Melone, Mohn, Mongongo, Nachtkerze, Olive, Ölrettich, Ölrauke, Passionsblume, Pekannuss,
Pfirsich, Pflaume, Pistazie, Preiselbeere, Purgiernuss (Jatropha), Raps, Reis, Ringelblume,
Rübsen, Saflor, Salbei, Sanddorn, Schwarzkümmel, Sesam, Sesamblatt, Senf, Sonnenblume,
Soja, Tabak, Walnuss, Weintraube, Weizen, Wiesenschaumkraut und Wildrose; sowie deren
Kombinationen.
[0049] Vorzugsweise ist das Öl ausgewählt aus der Gruppe: Aprikose, Avocado, Baumwolle,
Brokkoli, Buche, Distel, Dinkel, Erdmandel, Gerste, Hanf, Haselnuss, Jojoba, Kirsche,
Königskerze, Krambe, Kreuzblättrige Wolfsmilch, Kürbis, Iberischer Drachenkopf, Leindotter,
Leinsamen, Lupine, Luzerne, Macademia, Mandel, Mais, Mohn, Nachtkerze, Olive, Ölrettich,
Ölrauke, Pfirsich, Raps, Reis, Ringelblume, Rübsen, Saflor, Salbei, Sanddorn, Schwarzkümmel,
Sesam, Sesamblatt, Senf, Sonnenblume, Soja, Tabak, Walnuss, Weintraube und Weizen,
sowie deren Kombinationen.
[0050] Ganz besonders bevorzugt ist das Öl ausgewählt aus der Gruppe Aprikose, Distel, Erdmandel,
Hanf, Krambe, Iberischer Drachenkopf, Leindotter, Leinsamen, Lupine, Luzerne, Mais,
Mandel, Olive, Ölrettich, Pfirsich, Raps, Rübsen, Sesam, Sesamblatt, Sonnenblume,
Soja, Weintraube und Weizen, sowie deren Kombinationen.
[0051] Der Begriff Öle wird in dieser Erfindung stellvertretend für Fette, Wachse und Harze
verwendet.
[0052] Unter Tensid werden im Zusammenhang dieser Erfindung amphiphile organische Substanzen
mit grenzflächenaktiven Eigenschaften verstanden, die sich an die Grenzfläche zwischen
zwei Flüssigkeiten, wie beispielsweise Öl und Wasser adsorbieren und die Fähigkeit
besitzen, die Oberflächenspannung von Wasser zu verringern. In Lösung tendieren Tenside
zur Selbstaggregation und bilden Strukturen wie bspw. Micellen, lamellare Strukturen
u.a. Im Zusammenhang dieser Erfindung werden Emulgatoren unter den Begriff der Tenside
gefasst, jedoch nicht umgekehrt.
[0053] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung steht - soweit nicht anders angegeben- auf Basis
von oder abgeleitet von Pflanzenölen, -fetten oder -wachsen stellvertretend für Derivate
aus Fettsäuren - gereinigt oder als Gemisch - und/oder deren Reaktionsprodukte, wie
beispielsweise Additionsprodukte an die Doppelbindung, Reaktionen an der Fettsäurefunktion,
wie z.B. Fettalkohole und deren Ether und/ oder Carboxyether, Amine oder Fettsäureamide,
Fettsäureester, sowie Imine. Bevorzugt liegen diese Fettsäurederivate als Mischung
gemäss der Fettsäurenverteilung im nativen Öl vor oder wie sie bei der Umsetzung von
natürlich vorkommenden Pflanzenölen oder -fetten anfallen.
[0054] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung stehen Fettsäuren bzw. Fettalkohol bzw. deren
Derivate soweit nicht anders angegeben - stellvertretend für verzweigte oder unverzweigte,
gesättigte, einfach oder mehrfach ungesättigte Carbonsäuren bzw. Alkohole bzw. deren
Derivaten mit vorzugsweise 6 bis 24 Kohlenstoffatomen.
[0055] PEGylierte Pflanzenöle sind ethoxylierte Pflanzenöle wie definiert in "
Safety Assessment of PEGylated Oils as Used in Cosmetics", International Journal of
Toxicology November/December 2014, 33. Im Rahmen dieser Erfindung wird die Terminologie verwendet, welche bei kosmetischen
Inhaltsstoffen Anwendung findet, welche die Veretherungs- und Veresterungsprodukte
von Glyceriden und Fettsäuren mit Ethylenoxid beschreibt. Im Rahmen dieser Erfindung
sind insbesondere Vertreter der C-18-Pflanzen bevorzugt; Beispiele sind unter den
Tensiden (C) gelistet. PEGylierten Fettsäureglyceride sind Mono-, Di- und/oder Triglyceride,
welche mit einer spezifischen Anzahl an Alkylenglycol-Einheiten, meist Ethylenglycoleinheiten
modifiziert wurden und Nebenprodukte der Reaktion enthalten können. Im Rahmen dieser
Erfindung werden PEGylierten Fettsäureglyceride definiert wie in "
Safety Assessment of PEGylated Alkyl Glycerides as Used in Cosmetics", Cosmetic Ingredient
Review (CIR) 2014. Zu bemerken ist, dass CIR unter "Alkyl" auch ungesättigte Fettsäuren berücksichtigt.
Im Rahmen dieser Erfindung sind insbesondere alkoxylierte Fettsäureglyceride (PEGyliert
und andere) der C-18-Pflanzen bevorzugt; Beispiele alkoxylierten Fettsäureglyceridester
der C-18-Pflanzen sind unter den Tensiden (C) gelistet.
[0056] Im Rahmen dieser Anmeldung wird unter "Schwefeltenside" anionische oder amphotere
Tenside mit einem schwefelhaltigen hydrophilen Rest verstanden wie z.B. Alkylsulfate,
Alkylethersulfate, (alkoxylierte) Sulfosuccinate, (alkoxylierte) Sulfonate, (alkoxylierte)
Isethionate, (alkoxylierte) Taurate, Sulfobetaine und Sultaine. Beispiele für sulfathaltige
Tenside stellen Sodium Laureth Sulfate, Sodium Lauryl Sulfate, Ammonium Laureth Sulfate,
Ammonium Lauryl Sulfate, Sodium Myreth Sulfate, Sodium Coco Sulfate, Sodium Trideceth
Sulfate oder MIPA-Laureth Sulfate dar.
[0057] Im Rahmen dieser Erfindung steht soweit nicht anders vermerkt Biotensid für die erfindungsgemäss
definierten Biotensid-Glycolipide.
[0058] Frei von Schwefeltensiden, Phosphaten, Phosphonaten bedeutet, dass die Zubereitung
keine nennenswerten Mengen an Schwefeltensiden, Phosphaten, Phosphonaten aufweisen.
Insbesondere ist hierunter zu verstehen, dass Schwefeltenside, Phosphate, Phosphonate
jeweils in Mengen von kleiner 0.1 Gew.-%, bevorzugt von kleiner 0.01 Gew.-% bezogen
auf die Gesamtmenge der Zubereitung, insbesondere keine nachweisbaren Mengen, enthalten
sind.
[0059] "Mindestens ein" wie hierin verwendet, bezieht sich auf 1 oder mehr, beispielsweise
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 oder mehr.
[0060] Unter "Reinigungs- und Pflegemittel" wird im Rahmen der Erfindung eine kosmetische
oder medizinische Zubereitung zur Pflege von Haut und Haar, Zähne, Zahnfleisch, Nägel
sowie zur Entfernung unerwünschter Verunreinigungen, z.B. Make-up, externe Verschmutzungen,
Farbe, Erde, u.a., Stoffwechselprodukten von biologischen Vorgängen, z.B. Schweiss,
Hautfett u.a. oder Gerüchen verstanden.
[0061] Die Zubereitungen können durch einreiben, zudosieren, sprayen, schäumen und andere
Methoden (z.B. salben, auflegen, etc.) direkt oder über ein Hilfsmittel, verdünnt
oder konzentriert, auf den zu behandelnden Stellen aufgebracht werden. Das Mittel
kann reinigen, die Attraktivität einer Person erhöhen, die Gesundheit von Haut und
Haar erhalten, inklusive der Rasur, verschönern und pflegen. In den Begriff eingeschlossen
ist die Tierpflege und -reinigung.
[0062] Unter "Reinigungsleistung" oder "Waschkraft" wird im Rahmen dieser Erfindung die
Entfernung von einer oder mehreren Verschmutzungen, Stoffwechselprodukten oder Gerüchen
verstanden.
[0063] Die Entfernung kann über eine Aufhellung oder Verringerung der Anschmutzung messtechnisch
erfasst, oleofaktorisch oder visuell beurteilt werden.
[0064] Der HLB (hydrophile-lipophile balance) Wert ist ein Mass für die Hydrophilie, bzw.
Lipophilie eines Stoffes, in der Regel eines nichtionischen Tensids. Der Wert kann
theoretisch wie in einschlägiger Literatur beschrieben (z.B. nach der Griffin-Methode)
oder experimentell durch den Vergleich des Löslichkeitsverhaltens von Standardzusammensetzungen
mit bekanntem HLB gemessen werden.
[0066] Soweit nicht explizit anders angegeben, beziehen sich die angegeben Menge in Gewichtsprozent
(Gew.-%) auf die gesamte Zubereitung. Dabei beziehen sich die prozentualen Mengenangaben
auf Aktivgehalte.
[0067] Ein erster Gegenstand der Erfindung richtet sich auf eine Zubereitung enthaltend
mindestens ein alkoxyliertes Tensid (A) aus der Gruppe der alkoxylierten Fettsäureamide
(I) und mindestens ein Glycolipid-Biotensid (B) umfassend Rhamnolipide, Sophorolipide,
Mannosylerythritollipide, Cellobiose Lipide und Trehaloselipde.
Tensid (A)
Alkoxylierte Fettsäureamide
[0068] Für die Erfindung geeignete alkoxylierte Fettsäureamide folgen der Formel (I),
(I) R-CO-NH-(C
mH
2mO)
n-H
wobei
m die ganze Zahlen 2 oder 3 ist, bevorzugt 2,
n Zahl im Bereich von 2-10, bevorzugt im Bereich 2-8, ganz besonders bevorzugt 2-4,
mit R = gesättigte, ein- oder mehrfach ungesättigter Kohlenwasserstoffkette mit 5-23 Kohlenstoffatomen
und RCO abgeleitet aus einem Fettsäuregemisch, wobei der Anteil von 18 und mehr Kohlenstoffatomen
des Fettsäurerestes RCO über 60 Gew.-%, bevorzugt über 72 Gew.-% und ganz besonders
bevorzugt von über 77 Gew.-% liegt;
und wobei der Anteil an ungesättigten Fettsäureresten über 55 Gew.-%, vorzugsweise
über 65 Gew.-% und besonders bevorzugt über 72 Gew.-% liegt, jeweils bezogen auf den
Gesamtanteil an Fettsäureresten RCO des eingesetzten Tensids (I);
und wobei das Tensid (I) aus einem Gemisch unterschiedlicher Kettenlängen und Sättigungsgrade
des Fettsäurerests RCO wie oben definiert besteht und abgeleitet ist von einem C-18-Pflanzenöl
aus der Gruppe umfassend: Amarant, Anis, Apfel, Aprikose, Argan, Arnika, Avocado,
Baumwolle, Borretsch, Brennessel, Brokkoli, Canola, Chia, Hanf, Haselnuss, Buche,
Buchsbaum, Distel, Dinkel, Erdnuss, Erdmandel, Flieder, Gartenkresse, Gerste, Granatapfel,
Hafer, Hanf, Haselnuss, Heidelbeere, Holunder, Jasmin, Johannisbeere, Johanniskraut,
Jojoba, Kamelie, Kamille, Kümmel, Karotte, Kirsche, Koriander, Königskerze, Krambe,
Kreuzblättrige Wolfsmilch, Kürbis, Iberischer Drachenkopf, Lavendel, Leindotter, Leinsamen,
Liguster, Lupine, Luzerne, Macademia, Mais, Mandel, Marula, Mirabelle, Melone, Mohn,
Mongongo, Moringa, Nachtkerze, Olive, Ölrettich, Ölrauke, Passionsblume,
Pekannuss, Pfirsich, Pflaume, Pistazie, Preiselbeere, Purgiernuss (Jatropha), Raps,
Reis, Ringelblume, Rübsen, Saflor, Salbei, Sanddorn, Schwarzkümmel, Sesam, Sesamblatt,
Senf, Sonnenblume, Soja, Tabak, Walnuss, Weintraube, Weizen, Wiesenschaumkraut und
Wildrose; sowie deren Kombinationen;
und wobei bevorzugt der Anteil an Fettsäureresten RCO von 20 oder mehr Kohlenstoffatomen
> 0.01 Gew.-%, besonders bevorzugt > 0.05 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt > 0.1
Gew.-% und äusserst bevorzugt ≥ 0.2 Gew.-% beträgt;
und wobei bevorzugt der Anteil an Fettsäureresten RCO mit Fettsäuren von 16 und weniger
Kohlenstoffatomen unter 30 Gew.-%, bevorzugt unter 27 Gew.% und besonders bevorzugt
unter 17 Gew.% liegt;
und wobei bevorzugt der Anteil an Fettsäureresten RCO mit Fettsäuren von 6 und weniger
Kohlenstoffatomen < 0.5 Gew.-%, besonders bevorzugt < 0.05 Gew.-% liegt;
und wobei bevorzugt der Anteil an Fettsäureresten RCO mit Hydroxyfettsäuren < 75 Gew-%,
bevorzugt < 25 Gew.-%, besonders bevorzugt < 5 Gew.-% liegt;
und wobei bevorzugt der Anteil an Fettsäureresten RCO des Ölsäureacylrestes RCO bei
weniger als 95 Gew.-%, besonders bevorzugt unter 85 Gew.-% liegt;
jeweils bezogen auf den Gesamtanteil an Fettsäureresten RCO des eingesetzten Tensids
(I).
[0069] Besonders bevorzugt sind Fettsäureamide der Formel (I) abgeleitet von Distel, Erdmandel,
Hanf, Krambe, Iberischer Drachenkopf, Leindotter, Leinsamen, Lupine, Luzerne, Mais,
Olive, Ölrettich, Raps, Rübsen, Sesamblatt, Sonnenblume, Soja, Weintraube und Weizen,
sowie deren Kombinationen.
[0070] Besonders bevorzugt sind Fettsäureamide der Formel (I) mit einem HLB > 10.5 und <12.0.
[0071] Erfindungsgemäss äusserst bevorzugt ist das ethoxylierte Fettsäureamid auf Basis
Rapsöl, IUPAC Name: Amides, rape oil,
N-(hydroxyethyl), ethoxylated; INCI Name: PEG-4 Rapssamenamid, oder Rübsamenamid bzw.
PEG-4 Rapeseedamide. Handelsname: Amidet® N der Firma Kao.
[0072] Im Vergleich zu dem meist verwendeten Tensid Natrium Laureth Sulfat, weist PEG-4
Rapssamenamid eine niedrigere akute orale Toxizität (Ratte > 2,000 mg/kg), eine vergleichbar
niedrige akute dermale Toxizität (Ratte > 2,000 mg/kg), eine vergleichbare Hautirritation
(Cat.2), und ein deutlich niedrigeres Augenirritationspotential auf und eignet sich
damit hervorragend für die erfindungsgemässen Verwendungen.
Verwendung von Fettsäuregemischen
[0073] Im Sinne dieser Anmeldung liegt dem alkoxylierten Tensid (A) eine Mischung von Fettsäurederivaten
auf Basis von C18-Pflanzenölen mit unterschiedlicher Kettenlänge und Sättigungsgrad
zugrunde. Die Mischung folgt bevorzugt der Fettsäureverteilung im nativen Öl oder
wie sie bei der Umsetzung von natürlich vorkommenden Pflanzenöle oder Fette anfallen.
Indem für die Synthese der Tensidklasse Fettsäureamidgemische verwendet werden - wie
sie bei der Umsetzung von natürlich vorkommenden Pflanzenöle oder Fette anfallen -
können die Tenside kostengünstig, ressourceneffizient und umweltschonend produziert
werden. Zusätzliche Reinigungsverfahren, wie z.B. die Trennung der Fettsäuren, bzw.
Fettsäureester oder -amide durch fraktionierte Destillation oder zusätzliche Syntheseschritte,
wie z.B. zum Fettalkohol, werden hier nicht benötigt. Neben den ökologischen und ökomischen
Vorteilen der Verwendung von natürlichen Fettsäuregemischen, zeigen die verwendeten
Tensidmischungen eine erhöhte Reinigungsleistung.
[0074] Die Zubereitungen enthalten bevorzugt 0.1 bis 50 Gew.-% eines oder mehrerer alkoxylierter
Tenside (A), bevorzugter 0.1 bis 25 Gew-%, besonders bevorzugt 0.1 bis 10 Gew.-% und
ganz besonders bevorzugt 0.25 Gew.-% bis 5 Gew.-%. Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge
der Zubereitung.
Biotenside allgemein
[0075] Als Biotenside werden allgemein Tenside biologischen Ursprungs bezeichnet. Sie erfahren
keine chemische Umsetzung wie die synthetischen Glycolipide z.B. Alkylpolyglycoside
(APG). Biotenside können in lebenden Organismen vorkommen, oder entstehen bei der
Kultivierung diverser Mikroorganismen wie z.B. Pilze, Hefen, Viren, Bakterien oder
Enzyme.
[0076] Glycolipid- Biotenside können unmittelbar durch die Verwendung von natürlichen Rohstoffen
durch mikrobiologische Prozesse gewonnen werden, während die Herstellung von synthetischen
Glycolipide meist weitere chemische Schritte, wie bspw. die Reduktion der Fettsäure
zum Fettalkohol bedingt. Durch die biologische Modifizierung des Zuckerteils weisen
Glycolipid-Biotenside spezielle Eigenschaften auf, wie zum Beispiel dem Fachmann bekannt,
eine gute Hautverträglichkeit und eine sehr geringe Toxizität, womit sie für die erfindungsgemässen
Verwendungen bevorzugt geeignet sind. Die Struktur der Glycolipid- Biotenside sowie
die Kettenlängen des hydrophoben Teils variiert je nach verwendetem Mikroorganismus
bzw. Substrat.
[0077] Im Rahmen dieser Erfindung umfassen Glycolipid-Biotenside (B) Rhamnolipide, insbesondere
Mono-, Di- oder Polyrhamnolipide, Sophorolipide in ihrer Säure- oder Laktonform oder
als deren Gemische, diacetyliert, acetyliert oder nicht-acetyliert, Trehaloselipiden,
Mannosylerythritollipide und Cellobioselipide.
[0078] Als Substrate für Glycolipid- Biotenside eignen sich die unterschiedlichsten, literaturbekannten
Kohlenstoffquellen, wie z.B. Pflanzenöle und den daraus erhaltenen Glyceriden oder
Fettsäuremethylestern, Fettsäuren, Fettalkohole, Fettsäuremethylester oder -ethylester,
Kohlenhydrate, z.B. Cellulose, Glucose, Stärke, C4-Quellen wie Succinate, Butan, Buttersäure,
C1-Quellen wie CO
2, CO oder Methan, öl- und/oder kohlenhydrathaltige Abwässer aus Raffinerien oder der
Lebensmittelindustrie und auch Mischungen derselben.
Biotensid Mikroorganismen
[0079] Bevorzugte Mikroorganismen zur Herstellung der Biotenside sind Bacillus, Candida,
Pseudomonas, Trichosporan und/oder Pseudozyma Stämme und weitere wie in einschlägiger
Literatur beschrieben, insbesondere Arthrobacter spec., Bacillus licheniformis, Bacillus
subtilis, Burkholderia, Candida apicola, Candida antarctica, Candida batistae, Candida
bogoriensis, Candida bombicola, Candida sp., Cryptococcus humicola, Gordonia, Mycobacterium
tuberculosis, Nocardia cornynebacterium, Pichia anomala, Pseudomonas aeruginosa, Pseudozyma
aphidis (MEL), Pseudomonas sp, Pseudozyma antarctica (MEL), Pseudozyma parantarctica,
Pseudozyma fusiformata, Rhodococcus, Rhodococcus erythropolis, Rhodotorula bogoriensis,
Sphingomonas sp. NM05, Starmerella bombicola, Trichosporon cutaneum, Trichosporan
loubieri; Torulopsis magnoliae, Torulopsis bombicola, Tsukamurella spec., Yarrowia
alipolytica, Yarrowia lipolytica, Ustilago maydis (MEL), Wickerhamiella domercqiae
Y2A.
[0080] Die Glycolipid-Biotenside können z. B. wie in
EP 0 499 434,
US 7,985 722,
WO 03/006146,
JP 60-183032,
DE 19648439,
DE 19600743,
JP 01-304034,
CN 1337439,
JP 2006-
274233,
KR 2004033376,
JP 2006-083238,
JP 2006-070231,
WO 03/002700,
FR 2740779,
DE 2939519,
US 7,556,654,
FR 2855752,
EP 1445302,
JP 2008-062179 und
JP 2007-181789 , Mannosylerythritol:
WO 2004/020647,
JP 20042544595, oder den dort zitierten Schriften hergestellt werden.
Biotenside Strukturen
Rhamnolipide
[0081] Unter dem Begriff Rhamnolipid im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung werden
insbesondere Verbindungen der allgemeinen Formel (II) oder deren Salze verstanden,

wobei
- m = 2, 1 oder 0,
- n = 1 oder 0,
- R1 und R2 = unabhängig voneinander gleicher oder verschiedener organischer Rest mit 2 bis 24
Kohlenstoffatomen, insbesondere gesättigter, ein- oder mehrfach ungesättigter, linear
oder verzweigter, gegebenenfalls substituierter, insbesondere hydroxy-substituierter
Kohlenwasserstoffrest, bevorzugt mit 5 bis 13 Kohlenstoffatomen, bevorzugt ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Pentenyl, Heptenyl, Nonenyl, Undecenyl und Tridecenyl
und (CH2)o-CH3 mit o = 1 bis 23, besonders bevorzugt 4 bis 12, äusserst bevorzugt o= 6.
- R3 - H, CH3, oder Kation, insbesondere Alkalikation, bevorzugt H
- R4 - H oder die Gruppe CH3(CH2)aCH=CH-CO, mit a Zahlen zwischen 4 und 10, bevorzugt H.
[0082] Unter dem Begriff "di-Rhamnolipid" im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung
werden Verbindungen der allgemeinen Formel (II) oder deren Salze verstanden, bei denen
n =1 ist.
Unter dem Begriff "mono-Rhamnolipid" im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung
werden Verbindungen der allgemeinen Formel (II) oder deren Salze verstanden, bei denen
n =0 ist.
[0083] Rhamnolipide sind über Organismen wie Pseudomonas und Burkholderia, beides Wildtypen
zugänglich. Desweiteren werden sie über rekombinante Zellen hergestellt. Kommerziell
erhältlich sind Rhamnolipide bei der Firma Evonik unter dem Handelsnamen Rewoferm®,
The Gene Biotech oder bei Jeneil Biosurfactant Co.LLC.
[0084] Besonders bevorzugt in dieser Erfindung sind die Rhamnolipide der Firma Evonik Rewoferm®
und JBR 425 von Jeneil Biosurfactant, insbesondere JBR 425.
Sophorolipide
[0085] Unter dem Begriff Sophorolipid im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung werden
insbesondere Verbindungen der offenen Form oder Säureform, der Ring- oder Laktonform,
oder deren Gemische verstanden, vorzugsweise Formel (III) folgend

wobei
- R5 und R6 unabhängig voneinander H oder Acetylgruppen sind
- R7 ist H oder reine gesättigte oder ungesättigte, hydroxylierte oder nichthydroxylierte
Kohlenwasserstoffkette mit 1-9 Kohlenstoffatomen, bevorzugt H oder CH3
- R8 ist eine gesättigte oder ungesättigte, hydroxylierte oder nichthydroxylierte, lineare
oder verzweigte Kohlenwasserstoffkette mit 1-22 Kohlenstoffatomen, bevorzugt besteht
R8 aus einer gesättigten Kohlenwasserstoffkette aus 11 bis 22 Kohlenstoffatomen oder
aus einer einfach oder zweifach ungesättigten Kohlenwasserstoffkette aus 13 bis 22
Kohlenstoffatomen, besonders bevorzugt aus einer einfachen oder zweifach ungesättigten
Kohlenwasserstoffkette aus 15 oder 16 Kohlenstoffatomen stammend aus Rapsöl als Substrat.
- R9 ist COOH oder ein kationisches Salz desselben, oder COO(CH2)mCH3 mit m zwischen 0 und 3,
[0086] In der Laktonkonfiguration kann die Laktonbildung der Carboxylgruppe mit Hydroxylgruppe
an C4", wie hier exemplarisch in Formel (III) dargestellt, oder alternativ an C6"
oder C6' erfolgen, an der C4" Position befindet sich dann eine Hydroxylgruppe.
[0087] Zusätzlich können die Sophorolipide Verunreinigungen enthalten, wie Fettalkohole,
Fettsäuren, Fettsäureester, Triglyceride oder Öle, Zucker, besonders Glucose, Sophorose,
oder organische Säuren.
[0088] Erfindungsgemäss können unterschiedlichste Substrate verwendet werden, wie in
C. Mulligan, Biosurfactants: Research Trends and Application, CRC Press 2014, S. 112. Beispiele für bevorzugten Substrate für Sophorolipide aus der Literatur sind: Maisöl
(
EP 0282942), Öl von C22 Fettsäuren (
KR20100022289), Olivenöl (
ES 2018637,
CN 1431312), Rapsöl oder -ester (
CN 102250790,
US2008032383), Sonnenblumen- oder Rapsfettsäureester (
DE4319540,
FR 2692593) oder Abfallöle bzw. -fette (
JP 2004254595,
JP 2007252279,
CN 101845468,
CN 101948786).
[0089] Sophorolipide sind durch eine Vielzahl unterschiedlicher dem Fachmann bekannten Organismen
wie Candida bombicola, Starmerella oder Wickerhamiella zugänglich.
[0090] Weiterhin sind sie kommerziell erhältlich, z.B. von der Firma Evonik z.B. unter dem
Handelsnamen Rewoferm SL 446 oder von Soliance/Givaudan.
Besonders bevorzugt in dieser Erfindung sind die Sophorolipide mit den Handelsnamen
Sophogreen, Sophoclean, Soliance S.
Mannosyterythritollipide
[0091] Unter dem Begriff Mannosylerythritollipide im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung
werden insbesondere Verbindungen der allgemeinen Formel (IV) oder deren Salze verstanden,

wobei
R10 und R11 unabhängig voneinander H oder -COCH3,
R12 und R13 unabhängig voneinander, lineare oder verzweigte C1 bis C23, vorzugsweise C1 bis C17, und besonders bevorzugt C7 bis C15 Alkylgruppen; oder lineare oder verzweigte C2 bis C23, bevorzugt C2 bis C17, und besonders bevorzugt C7 bis C15 Alkenylgruppen; oder lineare oder verzweigte C5 bis C23, vorzugsweise C5 bis C17, und besonders bevorzugt C7 bis C15 Alkadienylgruppen; oder lineare oder verzweigte C8 bis C19, bevorzugt C8 bis C17, und besonders bevorzugt C8 bis C15 Alkatrienylgruppen.
[0092] Mannosylerythritollipide können durch Pseudozyma Antarctica NBRC 10736 in einem Nährmedium
mit Sojaöl erhalten werden, alternativ sind sie durch den Brandpilz Ustilago maydis
oder Candida spec. bzw. Antarctica zugänglich.
Cellobiose Lipid
[0093] Unter dem Begriff Cellobioselipid im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung
werden insbesondere Verbindungen der allgemeinen Formel (V) oder deren Salze verstanden
R14, R15 und R17= unabhängig voneinander H oder -COCH3,
R16 = gesättigter oder ungesättigter, hydroxylierter oder nicht-hydroxylierter Kohlenwasserstoff
mit 5 bis 23 Kohlenstoffatomen, oder -CH3, bevorzugt - CH3 oder - CH2-CH(OH)-(CH2)n-CH3 mit n= 2-4,
R18= H oder -OH,
R19= gesättigter oder ungesättigter, hydroxylierter oder nicht-hydroxylierter Kohlenwasserstoff
mit 9 bis 21 Kohlenstoffatomen, bevorzugt 13 Kohlenstoffatome, besonders bevorzugt
- (CH2)n-CH(OH)- mit n= 12,
R20= H, oder ein Kation,
Cellobioselipide können durch literaturbeschriebe Verfahren durch Crypotcoccus humicola,
Pseudozyma fusiformata oder durch den Brandpilz Ustilago maydis erhalten werden.
Trehaloselipide
[0094] Unter dem Begriff Trehaloselipide im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung
werden insbesondere Verbindungen der allgemeinen Formel (VI) oder deren Salze verstanden.
R21, R22, R31 und R32= jeweils unabhängig voneinander Wasserstoff oder COR27 mit R27 gesättigtem oder ungesättigtem, hydroxyliertem oder nicht-, hydroxyliertem Kohlenwasserstoff
mit 5 bis 23 Kohlenstoffatomen;
R25 und R26 jeweils unabhängig voneinander Wasserstoff oder COR28 mit R28 gesättigtem oder ungesättigtem, verzweigt oder nicht-verzweigtem, hydroxyliertem
oder nicht-, hydroxyliertem Kohlenwasserstoff mit 5 bis 23 Kohlenstoffatomen oder
R28 = CH[(CH2)cCH3]CHOH(CH2)dCH3 mit c+d = 27;
R29 und R23 jeweils unabhängig voneinander Wasserstoff, COR30 mit R30 gesättigtem oder ungesättigtem, verzweigt oder nicht-verzweigtem, hydroxyliertem
oder nicht-, hydroxyliertem Kohlenwasserstoff mit 5 bis 23 Kohlenstoffatomen oder
R30 = (CH)2COOR24 mit R24= H oder Kation.
[0095] Erfindungsgemäss eignen sich vorzugsweise Tetralose Dimycolate, Tetralose Monomycolate,
Succinyl Trehalose Lipide und Trehalose Tetraester oder Gemische derselben.
[0096] Trehaloselipide können durch literaturbeschriebene Verfahren durch Rhodococcus erythropolis,
Arthobacter spec., Gordonia, Mycobacterium tuberculosis, Nocardia Cornynebacterium
spec. oder Tsukamurella spec. erhalten werden.
[0097] Die Zubereitungen enthalten bevorzugt 0.1 bis 50 Gew.-% eines oder mehrerer Glycolipid-Biotenside,
bevorzugter 0.1 bis 25 Gew.-%, besonders bevorzugt 0.1 bis 10 Gew.-% und ganz besonders
bevorzugt 0.3 bis 8 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung.
Verhältnis Tensid (A): Biotensid-Glycolipid (B)
[0098] Das oder die alkoxylierten Tenside (A) und das oder die Glycolipid-Biotenside (B)
können in jedem beliebigen Verhältnis kombiniert werden.
[0099] Bevorzugt liegen die Tenside (A) zu den Glycolipid-Biotensiden (B) in einem Verhältnis
zwischen (A) :(B) ≤ 20:1 und ≥1:20 vor; beispielsweise 20:1, 9:1, 8:1 u.s.w. Besonders
bevorzugt liegen die Tenside (A) zu den Glycolipid-Biotensiden (B) in einem Verhältnis
zwischen (A) :(B) ≤ 10:1 und ≥1:10 vor und ganz besonders bevorzugt liegen die Tenside
(A) zu den Glycolipid-Biotensiden (B) in einem Verhältnis zwischen (A) :(B) ≤ 2:1
und ≥1:6 vor, äusserst bevorzugt liegt (A) :(B) ≤ 1:1 und ≥1:6; jeweils bezogen auf
Gewichtsprozent Aktivgehalt im gesamten Mittel.
Zusätzliches Tensid (C)
[0100] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung richtet sich auf eine Zubereitung zusätzlich
enthaltend mindestens ein alkoxyliertes Tensid (C). In dieser weiteren Ausführungsform
enthält die Zubereitung zusätzlich ein oder mehrere alkoxylierte Tenside (C), ausgewählt
aus der Gruppe der alkoxylierten Fettsäureester, der alkoxylierten Fettsäureglyceridester,
oder der alkoxylierten Pflanzenölester vorzugsweise der Formel (VIII) folgend,
(VIII) RCO-O(C
mH
2mO)
o-{CH
2-CH[O(C
mH
2mO)
pR"]-CH
2O}
w-(C
mH
2mO)
q-R"'
mit R und RCO definiert wie in Formel (I), d.h. gesättigte, ein- oder mehrfach ungesättigter
Kohlenwasserstoffkette mit 5-23 Kohlenstoffatomen und RCO abgeleitet aus einem Fettsäuregemisch,
wobei der Anteil von 18 und mehr Kohlenstoffatomen des Fettsäurerestes RCO über 60
Gew.-%, bevorzugt über 72 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt von über 77 Gew.-% liegt;
und wobei der Anteil an ungesättigten Fettsäureresten RCO über 55 Gew.-%, vorzugsweise
über 65 Gew.-% und besonders bevorzugt über 72 Gew.-% liegt, jeweils bezogen auf den
Gesamtanteil an Fettsäureresten RCO des eingesetzten Tensids (C);
und wobei das Tensid (C) aus einem Gemisch unterschiedlicher Kettenlängen und Sättigungsgrade
des Fettsäurerests RCO wie oben definiert besteht und abgeleitet ist von einem C-18-Pflanzenöl.
m ist 2, 3 oder 4, bevorzugt 2 oder 3, besonders bevorzugt 2,
o, p, q sind unabhängig voneinander Zahlen von 0 bis 75, bevorzugt 0-10, bevorzugter
0-8, wobei o+p+q ≠ 0. Die Zahlen o, p, q repräsentieren den Alkoxylierungsgrad. Obwohl
diese Zahlen auf molekularer Ebene nur ganze Zahlen einschliesslich der Null annehmen
können, kann der Gesamtalkoxylierungsgrad x als Dezimalzahl angegeben werden, da dieser
die stöchiometrischen Äquivalente von Ethylenoxid darstellt,
R" ist H, oder COR,
R"' ist H, COR, oder ein linearer oder verzweigter Alkylrest mit 1-8 C-Atomen.
w ist eine ganze Zahl zwischen 0 und 10;
Überraschenderweise zeigen die Kombinationen (A), (B) und (C) eine unverändert hohe
oder sogar bessere Reinigungskraft auf Kohlenhydratflecken oder Farbstoff- und Pigmentflecken.
[0101] Dies ist insofern erstaunlich, da die Kombination (A)/(B) auch mit einem dritten
Tensid (C) synergistisch auf Kohlenhydratflecken oder Farbstoff- und Pigmentflecken
wirkt. Zudem wurde eine noch bessere Reinigungskraft, welche für den Fachmann nicht
vorhersehbar ist, bei der Entfernung von Farbstoffen und Pigmenten von Makeup auf
Haut festgestellt.
[0102] Ein weiterer Vorteil der Kombinationen (A), (B) und (C) ist eine stärkere Schaumbildung
als bei der reinen Kombination (A) und (B), insbesondere überraschend war, dass der
Schaum zudem deutlich länger stabil bleibt. Die schäumende Ausführungsform ist für
einige Verwendungen wünschenswert und ist in den Ausführungsbeispielen exemplarisch
dargestellt.
[0103] Überraschenderweise können die Mittel bestehend aus dem oder den Tensiden (A) und
dem oder den Glycolipid-Biotensiden (B) bei beliebigem pH-Wert zusätzlich mit einem
Tensid (C) kombiniert werden.
Beispielhafte Vertreter der erfindungsgemäss geeigneten Tenside (C) sind
[0104] PEG-6 Mandelöl, PEG-8 Mandelöl, PEG-8 Aprikosenkernöl, PEG-8 Buxus Chinensis Oil,
PEG-6 Aprikosenkernöl, PEG-40 Aprikosenkernöl, PEG-8 Arganöl, PEG-8 Avocadoöl, PEG-11
Avocadoöl, PEG-8 Borretschsamenöl, PEG-8 Macademia Tenuifolia Öl, PEG-6 Maisöl, PEG-8
Maisöl, PEG-8 Traubenkernöl, PEG-8 Haselnussöl, PEG-8 Leinsamenöl, PEG-6 Olivenöl,
PEG-7 Olivenöl, PEG-7 Olivenöl, PEG-8 Olea Europaea Öl, PEG-7 Olivenöl, PEG-7 Olivenöl,
PEG-8 Olivenöl, PEG-10 Olivenöl, PEG-8 Oryza Sativa Öl, PEG-8 Prunus Dulcis, PEG-8
Persea Gratissma Öl, PEG-8 Passiflora edulis seed oil, PEG-6 Erdnussöl, PEG-45 Crambe
Absyssinica Seed oil, PEG-75 Wiesenschaumkrautöl, PEG-8 Kürbiskernöl, PEG-3 Rapssamenöl,
PEG-20 Rapssamenöl, PEG-8 Diestelöl, PEG-8 Schinziophyton Rautaneii Kernöl, PEG-8
Sesamsamenöl, PEG-8 Senum Indicum Öl, PEG-8 Sojabohnenöl, PEG-20 Sojabohnenöl, PEG-36
Sojabohnenöl, PEG-8 Sonnenblumenöl, PEG-32 Sonnenblumenöl, PEG-8 Süssmandelöl, PEG-8
Wassermelonenkernöl, PEG-8 Weizenkeimöl, PEG-8 Zea Mais Öl
[0105] PEG-6 Mandelglycerid, Mandelöl Glycereth-8 Ester, PEG-20 Mandelglycerid, PEG-35 Mandelglycerid,
PEG-60 Mandelglycerid, Avocadoöl Glycereth-8 Ester, PEG-11 Avocadoglycerid, Arganöl
Glycereth-8 Ester, Mandelöl Glycereth-8 Ester, PEG-14 Mandelglycerid, Maisöl Glycereth-8
Ester, PEG-20 Maisglycerid, PEG-60 Maisglycerid, PEG-20 Nachtkerzenglycerid, PEG-60
Nachtkerzenglycerid, Traubenkernöl Glycereth-8 Ester, Cannabis Sativa Kernöl Glycereth-8
Ester, Jojobaöl Glycereth-8 Ester, PEG-16 Macademiaglycerid, PEG-25 Moringaglycerid,
PEG-2 Olivenglycerid, PEG-6 Olivenglycerid, PEG-7 Olivenglycerid, Olivenöl Glycereth-8
Ester, PEG-10 Olivenglycerid, PEG-40 Olivenglycerid, Pfirsichkernöl Glycereth-8 Ester,
PEG-60 Passiflora edulis seed glycerid, PEG-60 Passiflora Incarnata seed glycerid,
PEG-40 Diestelglycerid, Sojaöl Glycereth-8 Ester, PEG-35 Soja glycerid, PEG-75 Soja
glycerid Ester, PEG-2 Sonnenblumenglycerid, PEG-7 Sonnenblumenglycerid, Sonnenblumenöl
Glycereth-8 Ester, PEG-10 Sonnenblumenglycerid, PEG-13 Sonnenblumenglycerid, PEG-7
Rapsglycerid, PEG-4 Rapsglycerid, PEG-10 Canolaglycerid, PEG-5 Tsubakiateglycerid,
PEG-10 Tsubakiateglycerid, PEG-20 Tsubakiateglycerid, PEG-60 Tsubakiateglycerid, Baumwollöl
Glycereth-8 Ester, Reisöl Glycereth-8 Ester, Sesamöl Glycereth-8 Ester, Weizenkeimöl
Glycereth-8 Ester.
[0106] Ethoxylierte Rapsmethylester (EO 7-15), Ethoxylierte Rapsethylester (EO 7-15), Ethoxylierte
Sojamethylester (EO 7-15), Ethoxylierte Sojaethylester (EO 7-15).
[0107] Besonders bevorzugt sind alkoxylierte Tenside mit einem HLB > 10.5 und <12.0. Beispiele
dieser Vertreter sind Rapsmethylester oxylat 7 EO, Olivenöl Glycereth-PEG-8 Ester,
Mandelöl PEG-7 Ester, PEG-10 Oliven Glyceride.
Ganz besonders bevorzugt sind die Vertreter Pflanzenöl Glycereth-y Ester, Pflanze-PEG-y-ester,
Ethoxylierter Rapsmethylester (y EO), mit Pflanze = Aprikose(nkern), Avocado, Baumwolle,
Distel, Hanf, Jojoba, Leinsamen, Macademia, Mandel, Mais, Olive, Pfirsichkern, Reis,
Sesam, Soja,
Sonnenblume, Traube(nkern), Weizen(keim), Raps, Rüböl mit y= 6-10,
bevorzugt 7-8.
[0108] In dieser Ausführungsform bevorzugt sind Zubereitungen, die dadurch gekennzeichnet
sind, dass sie 0.1 bis 50 Gew.-%, bevorzugt 0.1 bis 20 Gew.-% und besonders bevorzugt
0.2 bis 10 Gew.-% eines oder mehrerer zusätzlicher alkoxylierter Tenside enthalten;
Gew-% bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung.
[0109] Das oder die Tenside (C) können in jedem beliebigen Verhältnis mit (A) und (B) kombiniert
werden.
[0110] Bevorzugt liegen die Tenside (C) zu dem Tensid (A)/ Glycolipid-Biotensid (B)-Gemisch
in einem Verhältnis zwischen (C) :(A/B) ≤ 20:1 und ≥1:20 vor; beispielsweise 20:1,
9:1, 8:1 u.s.w.
Besonders bevorzugt liegen die Tenside (C) in einem Verhältnis zwischen (C) :(A/B)
≤ 10:1 und ≥1:10 vor und ganz besonders bevorzugt liegen die Tenside (C) in einem
Verhältnis zwischen (C) :(A/B) ≤ 2:1 und ≥1:6 vor, äusserst bevorzugt liegt (C) :(A/B)
≤ 3:1 und ≥1:10; jeweils bezogen auf Gewichtsprozent Aktivgehalt im gesamten Mittel.
(Verhältnis von A:B hier beliebig).
Weitere optionale Tenside und Emulgatoren (D)
[0111] Unter Tensid werden in diesem Zusammenhang amphiphile organische Substanzen mit grenzflächenaktiven
Eigenschaften verstanden, die sich an die Grenzfläche zwischen zwei Flüssigkeiten,
wie beispielsweise Öl und Wasser adsorbieren und die Fähigkeit besitzen, die Oberflächenspannung
von Wasser zu verringern. In Lösung tendieren Tenside zur Selbstaggregation und bilden
Strukturen wie bspw. Micellen, lamellare Strukturen u.a. Im Zusammenhang dieser Erfindung,
werden Emulgatoren unter den Begriff der Tenside gefasst, jedoch nicht umgekehrt.
[0112] Vorzugsweise sind die Tenside geeignet, die die Fähigkeit besitzen, die Oberflächenspannung
von Wasser bei 20°C und bei einer Konzentration von 0.5 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge
der Zubereitung auf unter 45 mN/m zu verringern.
Seifen und Fettsäuren
[0113] In einer weiteren Ausführungsform, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn das
Mittel als anionisches Tensid zusätzlich mindestens eine Seife bzw. deren korrespondierende
Säure enthält. Seifen sind Alkali- oder Ammoniumsalze gesättigter oder ungesättigter
Fettsäuren von 6 bis 24 Kohlenstoffatomen.
[0114] Überraschenderweise können die Mittel bestehend aus dem oder den Tensiden (A) und
dem oder den Glycolipid-Biotensiden (B) bei neutralem oder alkalischem pH zusätzlich
mit einer Seife kombiniert werden, bzw. bei saurem pH mit der korrespondierenden Fettsäure,
so dass das Gesamtergebnis weiter verbessert wird, d.h. mit einer hohen Reinigungskraft
auf Kohlenhydratflecken oder Farbstoffflecken. Es können auch Fettsäuren zugegeben
werden, die beispielsweise in einem späteren Verfahrensschritt zur Herstellung des
Reinigungs- und Pflegemittels dienen. Aus diesem Grund werden Fettsäuren im Zusammenhang
mit dieser Erfindung als Tenside behandelt. Weiterhin kann die Zugabe von Fettsäuren
oder Seife für andere Eigenschaften der Formulierung wie Konsistenz, Stabilität, Hautgefühl
und nicht zuletzt den Kosten wünschenswert sein.
[0115] Besonders bevorzugt in dieser Erfindung sind Salze von Fettsäuren der Formel (VII)
RCOOM (X)
M ist ein Alkali- oder Ammoniumkation oder H
R bzw. RCO wie in Formel (I) definiert und abgeleitet von C-18-Pflanzenölen.
das bedeutet: R = gesättigte, ein- oder mehrfach ungesättigter Kohlenwasserstoffkette
mit 5-23 Kohlenstoffatomen und RCO abgeleitet aus einem Fettsäuregemisch, wobei der
Anteil von 18 und mehr Kohlenstoffatomen des Fettsäurerestes RCO über 60 Gew.-%, bevorzugt
über 72 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt von über 77 Gew.-% liegt;
und wobei der Anteil an ungesättigten Fettsäureresten über 55 Gew.-%, vorzugsweise
über 65 Gew.-% und besonders bevorzugt über 72 Gew.-% liegt, jeweils bezogen auf den
Gesamtanteil an Fettsäureresten RCO des eingesetzten Tensids (I);
und wobei das Tensid (I) aus einem Gemisch unterschiedlicher Kettenlängen und Sättigungsgrade
des Fettsäurerests RCO wie oben definiert besteht und abgeleitet ist von einem C-18-Pflanzenöl.
[0116] Beispielhafte Vertreter der erfindungsgemäss geeigneten Produkte sind:
Natrium Olivenölseifen, Kalium Rapsölseifen, Ammonium Diestelölseifen, Natrium Leinsamenölseifen,
Natrium Sonnenblumenölseifen, Natrium Sojaölseifen, Leinsamenfettsäure, Olivenölfettsäuren
und andere.
[0117] Erfindungmässig bevorzugt sind die Salze der Fettsäuren.
[0118] In dieser Ausführungsform bevorzugt sind Zubereitungen, die dadurch gekennzeichnet
sind, dass sie - bezogen auf ihr Gewicht - 0.001 bis 50 Gew.-%, bevorzugter 0.01 bis
20 Gew.-% und besonders bevorzugt 0.1 bis 20 Gew.-% Seifen bzw. Fettsäuren und ganz
besonders bevorzugt 0.5 bis 10 Gew.-% enthalten; Gewichtsprozent bezogen auf die Gesamtmenge
der Zubereitung.
Weitere optionale Tenside
[0119] Weiterhin kann die Zubereitung zusätzlich mit weiteren dem Fachmann gut bekannten
Tensiden kombiniert werden, wobei es erfindungsgemäss keine Einschränkungen auf den
Ursprung, Kettenlänge oder Sättigungsgrad der gewählten Tenside gibt. Vorzugsweise
jedoch werden Tenside verwendet, welche von C-18-Pflanzenölen abgeleitet sind.
[0120] Unter Tensid werden in diesem Zusammenhang amphiphile organische Substanzen mit grenzflächenaktiven
Eigenschaften verstanden, die sich an die Grenzfläche zwischen zwei Flüssigkeiten,
wie beispielsweise Öl und Wasser adsorbieren und die Fähigkeit besitzen, die Oberflächenspannung
von Wasser zu verringern. In Lösung tendieren Tenside zur Selbstaggregation und bilden
Strukturen wie bspw. Mizellen, lamellare Strukturen u.a. Vorzugsweise sind diejenigen
Tenside (E) geeignet, die die Fähigkeit besitzen, die Oberflächenspannung von Wasser
bei 20°C und bei einer Konzentration von 0.5 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge der
Zubereitung auf unter 45 mN/m zu verringern.
Weitere anionischen Tenside
[0121] Geeignete optionale anionische Tenside, welche vom Fachmann frei mit der erfindungsgemässen
Zubereitung kombiniert werden können, sind weitere Seifen, Fettalkoholcarboxylat,
Alkylpolyglykolethercarboxylate, Acyllactylat, u.s.w. sowie deren Mischungen.
[0122] Daneben können zusätzlich optional die weniger bevorzugten Schwefeltenside, Phosphate
oder Phosphonate verwendet werden. Beispiele sind Alkylbenzolsulfonate, Alkan-/Alkensulfonate,
Alkylsulfate bzw. Fettalkoholsulfate, Alkylpolyglykolethersulfate mit 2 bis 6 Ethylenoxideinheiten
(EO) im Etherteil, sowie Sulfosuccinate, Carbonsäureamidethersulfate, Sulfobernsteinsäuremono-
und diAlkylester, α-Olefinsulfonate, Alkylisethionat, Acylisethionat, Alkylsulfoacetate,
sulfonierte Fettsäuren, sulfonierte Fettsäureester, wie sulfonierte Fettsäureglycerinester
und sulfonierte Fettsäuremethylester, N-Acylaminosulfonsäuren, Alkylphosphate und
Alkyletherphosphate, Phosphor- und Polyphosphorsäureester.
Überraschenderweise zeigen die erfindungsgemässen Zubereitungen eine vergleichbare
Reinigungsleistung zu üblichen Mitteln mit Schwefeltensiden, auch ohne deren Verwendung.
Aus Umweltschutzgründen und den zunehmenden Sulfatgehalten in Trinkwasser sowie der
Konsumentenpräferenz von sulfatfreien Kosmetikprodukten ist eine bevorzugte Ausführungsvariante
frei von allen Schwefeltensiden.
[0123] Ebenso kann auf die gewässerbelastenden Tenside auf Basis Phosphate und Phosphonate
ohne Kompromisse an die Reinigungsleistung und Pflegeleistung verzichtet werden. Eine
weitere bevorzugte Ausführungsform ist phosphat- und phosphonatfrei.
Weitere nichtionische Tenside
[0124] Als weitere optionale nichtionische Tenside welche vom Fachmann frei mit der erfindungsgemässen
Zubereitung kombiniert werden können, eignen sich beispielsweise Alkoholpolyglykolether
d.h. ethoxylierte und/oder propoxylierte Alkohole mit 1-40 Ethylenoxid (EO) und/oder
Propylenoxid (PO)- Einheiten, Aminoxide, Amidoamine, Amidopropyl dimethylamine, Polyethylenglykolmercaptane,
Glykolipide, wie zum Beispiel Alkylpolyglykoside mit 1-10 Glykosideinheiten, Polyhydroxyfettsäureamide,
Polyhydroxyfettsäureester, Carbonsäureester, Sorbitanester, sowie alkoxylierte Sorbitanester,
Alkanolamin-Carbonsäure-Kondensate, N-Alkylpyrrolidone, Amidoalkyl-2-pyrrolidone.
Optionale amphotere Tenside
[0125] Weiterhin können optional amphotere Tenside, welche vom Fachmann frei mit der erfindungsgemässen
Zubereitung kombiniert werden können, zusätzlich enthalten sein, wie beispielsweise
N-Alkylbetaine, Alkylamidobetaine, Imidazoliniumbetaine, Aminoxide, und weniger bevorzugt
Sulfobetaine, Phosphobetaine und Sultaine.
Optionale kationische Tenside
[0126] Weiterhin kann die Zubereitung optional zusätzlich kationische Tenside enthalten,
beispielsweise primäre, sekundäre, tertiäre oder quartäre Alkylammoniumsalze der Formel
(RI)(RII)(RIII)(RIV)N
+X
-, in der RI bis RVI unabhängig voneinander gleich- oder verschiedenartige organische
Reste, verzweigte und unverzweigt, gesättigt oder ungesättigt, unsubstituiert, einfach
oder mehrfach substituiert oder H, wobei mindestens einer der Reste RI - RIV kein
H darstellt; und X
- für ein Anion stehen.
[0127] Für weitere zusätzliche optionale Tenside, welche vom Fachmann frei mit der erfindungsgemässen
Zubereitung kombiniert werden können, wird auf die einschlägige Fachliteratur wie
z.B. Richard J. Farn, Chemistry and Technology of Surfactants, Blackwell Publishing,
verwiesen.
Emulgatoren
[0128] Weiterhin können in der erfindungsgemässen Zubereitung als optionale Tenside (D)
zusätzlich Verbindungen, die in der Literatur z.T. unter Emulgatoren geführt werden,
enthalten sein.
[0129] Geeignet sind beispielsweise Anlagerungsprodukte von 2 bis 30 Mol Ethylenoxid und/oder
0 bis 5 Mol Propylenoxid an lineare Fettalkohole mit 8 bis 22 C-Atomen, an Fettsäuren
mit 12 bis 22 C-Atomen, an Alkylphenole mit 8 bis 15 C-Atomen in der Alkylgruppe sowie
Alkylamine mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen im Alkylrest; Ethoxylierte Analoga von Alkyl-
und/oder Alkenyloligoglykoside mit 8 bis 24 Kohlenstoffatomen im Alk(en)ylrest; Anlagerungsprodukte
von 1 bis 15 Mol Ethylenoxid an Ricinusöl und/oder gehärtetes Ricinusöl; Anlagerungsprodukte
von 15 bis 60 Mol Ethylenoxid an Ricinusöl und/oder gehärtetes Ricinusöl; Addukte
mit 1 bis 30 Mol Ethylenoxid von Partialestern von Glycerin und/oder Sorbitan mit
ungesättigten, linearen oder gesättigten, verzweigten Fettsäuren mit 12 bis 24 Kohlenstoffatomen
und/oder Hydroxycarbonsäuren mit 3 bis 18 Kohlenstoffatomen; alkoxylierte Sterine,
also Steroide, die am C-Atom 3 des Steroid-Gerüstes eine Hydroxylgruppe tragen und
sowohl aus tierischem Gewebe (Zoosterine, z. B. Cholesterin, Lanosterin) wie auch
aus Pflanzen (Phytosterine, z. B. Ergosterin, Stigmasterin, Sitosterin) und aus Pilzen
und Hefen (Mykosterine) isoliert werden und die niedrig ethoxyliert (1 - 5 EO) sein
können; niedrig ethoxylierte (1 - 4 EO) Alkanole und Carbonsäuren mit 8 - 24 C-Atomen,
Polyethylenglycol (Molekulargewicht 400 bis 5000); Alkoxylierte Partialester von Polyglycerin
(durchschnittlicher Eigenkondensationsgrad 2 bis 8), sowie Partialester von Trimethylolpropan,
Pentaerythrit, mit gesättigten und/oder ungesättigten, linearen oder verzweigten Fettsäuren
mit 12 bis 24 Kohlenstoffatomen und/oder Hydroxycarbonsäuren mit 3 bis 18 Kohlenstoffatomen;
Mono-, Di- und Trialkylphosphate sowie Mono-, Di- und/oder Tri-PEG-alkylphosphate
und deren Salze; Polysiloxan-Polyalkyl-Polyether-Copolymere bzw. entsprechende Derivate;
Block-Copolymere z. B. Polyethylenglycol-30 Dipolyhydroxystearate; Polymeremulgatoren,
z. B. Pemulen-Typen; Polyalkylenglycole; Wollwachsalkohole; Gemische derselben; Fettalkohole,
Partialester von Polyglycerin (durchschnittlicher Eigenkondensationsgrad 2 bis 8),
Pentaerythrit, Zuckeralkoholen (z. B. Sorbit), Alkylglucosiden sowie Polyglucosiden
(z. B. Cellulose) mit gesättigten und/oder ungesättigten, linearen oder verzweigten
Fettsäuren mit 12 bis 24 Kohlenstoffatomen und/oder Hydroxycarbonsäuren mit 3 bis
18 Kohlenstoffatomen; Polyglycerinester, Polyolester, umgesetzte Mono-, Di- und Triester
von Trimethylolpropan oder Pentaerythrit mit C8-C24 Fettsäuren,
Alkyl- und/oder Alkenyloligoglykoside mit 8 bis 24 Kohlenstoffatomen im Alk(en)ylrest,
Acylglutamine, Partialestern von Glycerin und/oder Sorbitan mit ungesättigten, linearen
oder gesättigten, verzweigten Fettsäuren mit 12 bis 22 Kohlenstoffatomen und/oder
Hydroxycarbonsäuren mit 3 bis 18 Kohlenstoffatomen, Glyceride wie Weinsäuremonoglycerid,
Weinsäurediglycerid, Citronensäuremonoglycerid, Citronendiglycerid, Äpfelsäuremonoglycerid,
Äpfelsäurediglycerid sowie deren technische Gemische, die untergeordnet aus dem Herstellungsprozess
noch geringe Mengen an Triglycerid enthalten können. Mischester aus Pentaerythrit,
Fettsäuren, Citronensäure und Fettalkohol und/oder Mischester von Fettsäuren mit 6
bis 24 Kohlenstoffatomen, Methylglucose und Polyole, vorzugsweise Glycerin oder Polyglycerin,
Glycerincarbonat, Gemische derselben. Besonders geeignete Beispiele sind Glyceryl
Stearate citrat, Glyceryl stearate tartrate.
[0130] Dicarbonsäuren mit 12 bis 24 Kohlenstoffatomen, wie beispielsweise Azelainsäure oder
Sebacinsäure
[0131] Weitere erfindungsgemäss geeignete Emulgatoren sind dem Fachmann allgemein bekannt
und können aus der einschlägigen Literatur, beispielsweise Kirk-Othmer, "Encylcopedia
of Chemical Technology", 5. Aufl. 2007 entnommen werden.
[0132] Im Folgenden werden einige bevorzugte Beispiele genannt:
Bevorzugte Emulgatoren sind lineare gesättigte Alkanole mit 12 - 30 Kohlenstoffatomen,
insbesondere mit 16 - 22 Kohlenstoffatomen. Typische Beispiele sind Capronalkohol,
Caprylalkohol, 2-Ethylhexylalkohol, Caprinalkohol, Laurylalkohol, Isotride- cylalkohol,
Myristylalkohol, Cetylalkohol, Palmoleylalkohol, Stearylalkohol, Isostearylalkohol,
Oleylalkohol, Elaidylalkohol, Petroselinylalkohol, Linolylalkohol, Linolenylalkohol,
Elaeostearylalkohol, Arachidyl- alkohol, Gadoleylalkohol, Behenylalkohol, Erucylalkohol
und Brassidylalkohol sowie deren Gemische dieser Alkohole, wie sie bei der technischen
Hydrierung von pflanzlichen und tierischen Fettsäuren erhältlich sind.
[0133] Erfindungsgemäss besonders bevorzugt sind Fettalkohole abgeleitet aus C18-Pflanzen,
insbesondere Mischungen aus Fettalkohlen welche der natürlichen Zusammensetzung des
Pflanzenöls entsprechen oder der Mischung, welche durch Umsetzung des Pflanzenöls
zum Fettsäure- bzw. Fettsäureestergemisches mit anschliessender Reduktion zum Fettalkoholgemisch
erhalten wird.
[0134] Vorzugsweise sind die Tenside (D) ausgewählt aus Seife bzw. Fettsäuren, Polyhydroxyfettsäureamide,
Polyhydroxyfettsäureester, sowie Glyceryl- und Polyglycerylester mit 1-20 Glycerineinheiten,
Carbonsäureester, Sorbitanester, sowie alkoxylierte Sorbitanester, acylierte Aminosäuren
oder Peptide, N-Alkylbetaine, Amidoaminen, Alkylamidobetaine, Imidazoliniumbetaine,
Aminoxide, Fettalkoholen. Die bevorzugte erfindungsgemäße Zubereitungen können ein
oder mehrere zusätzliche Tenside (D) in einer Gesamtmenge von 0.05-50 Gew.-%, vorzugsweise
0.2-20 Gew.-%, insbesondere 0.5-10 Gew.-% enthalten, bezogen auf die Gesamtmenge der
Zubereitung.
[0135] Besonders bevorzugt enthalten die Zubereitungen Tenside (D), die abgeleitet sind
von C-18-Pflanzenölen mit den lipophilen Resten R, stammend aus Fettsäuren RCOOH,
wie unter (I) definiert. Die Reste R liegen bevorzugt als Gemisch gemäss der Fettsäureverteilung
im nativen Öl vor oder wie sie bei der Umsetzung von nativen Ölen entstehen.
Weitere Biotenside / Bioemulgatoren (E)
[0136] In der erfindungsgemässen Zubereitung können zusätzlich weitere optionale Biotenside
(E) enthalten sein, insbesondere Lipopeptide, welche vorzugsweise aus einem Cycloheptapeptid,
mit gesättigten, ungesättigten, substituierten oder unsubstituierten Fettsäurereste
von Kettenlängen von 2-30 Kohlenstoffatomen bestehen, welche an die Aminosäurereste
gebunden sind, beispielsweise Surfactin, Iturin, Fengycin.
[0137] Bioemulgatoren (E) werden von Mikroorganismen produziert. Bioemulgatoren gehören
den Biotensiden an, werden aber in der Literatur als höhermolekulare Verbindungen
als die klassischen Glycolipid- Biotenside verstanden (
Chibuzo Uzoigwe et al., Front. Microbiol. 2015; 6; 245), welche aus komplexen Mischungen von Heteropolysacchariden, Lipopolysacchariden,
Lipoproteinen und Proteinen bestehen. Weitere Beispiele für Bioemulgatoren (E) sind
Emulsan, produziert durch Acinetobacter calcoaceticus, Alasan, produziert durch A.
redioresistens, oder mannoprotein bioemulsifiers von Kluyveromyces marxianus, Saccharomyces
cerevisiae, oder Acinetobacter sp.
[0138] Desweiteren werden unter Bioemulgatoren (E) Biotenside verstanden, die dadurch gekennzeichnet
sind, dass das Biotensid-Glycolipide (B) oder der Bioemulgatoren (E) chemisch oder
enzymatisch so derivatisiert wurde, dass die Zuordnung unter (B) nicht mehr möglich
ist, wie beispielsweise Amidierung, Glycosylierung, Deglycosilierung, Veresterung,
Oxidation der Hydroxylgruppen oder C,C-Doppelbindungen, Additionen an die C,C-Doppelbindungen
(z.B. nukleophil oder Cylcoadditionen), und andere.
[0139] Ein Beispiel für eine Modifizierung ist das Sophorolipid der Formel (III) mit R
9 = COO(CH
2)
m Z mit m= 2-8, Z = OH, CH
3, N(CH
3)
2, N(CH
3)
3+, NH
2, NH
3+, (1-pyrrolinyl), (2-imidazolyl), oder CONH(CH
2)
mZ mit m= 2-8, Z = NH
2, NH (CH
2)
4NH(CH
2)
3 NH
2, (1-Imidazole), sowie, deren Ammoniumsalze
[0140] Die bevorzugte erfindungsgemäße Zubereitungen können ein oder mehrere zusätzliche
Bioemulgatoren (E) in einer Gesamtmenge von 0.05-50 Gew.-%, vorzugsweise 0.2-20 Gew.-%,
insbesondere 0.5-10 Gew.-% enthalten, bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung.
[0141] Besonders bevorzugt enthalten die Zubereitungen Tenside und Emulgatoren(E), die abgeleitet
sind von C-18-Pflanzenölen mit den lipophilen Resten R, stammend aus Fettsäuren RCOOH,
wie unter (I) definiert. Die Reste R liegen bevorzugt als Gemisch gemäss der Fettsäureverteilung
im nativen Öl vor oder wie sie bei der Umsetzung von nativen Ölen entstehen.
Gesamt-Tensidzusammensetzung
[0142] Bevorzugt enthält die Zubereitung einen Anteil an Tensiden, bestehend aus Tensid
(A), Tensid (C) und gegebenenfalls den Tensiden (D) und (E), mit der Vorgabe, dass
das oder die Tenside (D) und (E) von einem C-18-Pflanzenöl abgeleitet sind, und Biotensid-Glycolipid
(B), welcher in Summe ≥ 30%, bevorzugt ≥ 60 %, besonders bevorzugt ≥ 95 % und äusserst
bevorzugt ≥ 99 % beträgt, bezogen auf den Gesamtgehalt an Tensiden in Gew.-% in dem
Mittel.
[0143] Dieser Anteil in % stellt den Anteil an Tensiden in der Zubereitung dar, welcher
von C-18-Pflanzen abgeleitet ist, und wird bestimmt nach der Formel:

Wobei
(A), (B), u.s.w. jeweils die Menge an dem oder den Tensiden (A), (B), u.s.w. angegeben,
bezogen auf Gew.-% bezogen auf die Gesamtzusammensetzung,
wobei (C), (D) und (E) jeweils unabhängig voneinander Null sein können,
wobei (D) und (E) weitere optionale Tenside (RX mit X = hydrophiler Rest) wie oben
definiert darstellen, mit der Vorgabe, dass sie die Fähigkeit besitzen, die Oberflächenspannung
von Wasser bei 20°C und bei einer Konzentration von 0.5 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge
der Zubereitung auf unter 45 mN/m zu verringern.
[0144] (D) und (E) können entweder abgeleitet sind aus C-18-Pflanzen (Hier genannt D
C18, E
C18) - mit R stammend aus den Fettsäuren RCOOH mit R, bzw. RCO definiert wie unter Formel
(I) - oder abgeleitet sein von anderen Ölen oder Fetten wie beispielsweise Erdöl,
Palmkernöl, Kokosöl, tierischen Fetten, Rizinusöl oder Silikontenside u.a. (hier genannt
D
Rest bzw. E
Rest). D.h. (E) = (E
C18 + E
Rest).bzw. (D) = (D
C18 + D
Rest).
[0145] [(A) + (B) + (C) +(D) + (E)] stellt den Gesamtgehalt an Tensiden in Gew.-% in der
Zubereitung dar.
Weitere Zusatzstoffe & Eigenschaften der kosmetischen Zubereitung
Chelatbildner
[0146] Chelatbildner erhöhen die Stabilität der Zubereitungen, können jedoch auch gegen
Zahnstein wirksam sein.
[0147] Überraschenderweise zeigen die Chelatbildner in Kombination mit den erfindungsgemässen
Zubereitungen eine unverändert hohe bis verbesserte Reinigungsleistung auf Kohlenhydrate,
Farb- und Pigmentanschmutzungen und beeinträchtigen somit die synergistische Wirkung
zwischen den Biotensid-Glycolipiden und Tensid (A) nicht. Dies ist insofern erstaunlich,
da die Chelatbildner aufgrund Ihrer Nukleophilie mit dem hydrophilen Teil des Biotensid-Glycolipid
strukturell in Konkurrenz treten.
Erstaunlicherweise erhöht die Zugabe von Chelatbildner zu den erfindungsgemässen Zubereitungen
deutlich die Reinigungskraft für Makeup auf der Haut und erhöht die Schaumbildung
der Zubereitung und die Schaumstabilität erheblich. Weiterhin wurde festgestellt,
dass die Zugabe von Chelatbildnern die Zubereitungen in einer nicht vorhersehbaren
Weise klarstellten. Es sind dadurch auch transparente Formulierungen möglich.
In den Ausführungsbeispielen sind exemplarische Zubereitungen mit Chelatbildnern offenbart.
[0148] Erfindungsgemäss geeignet sind alle in Reinigungs- und Pflegemittel üblichen Chelatbildner,
z.B. aus den Gruppen der Phosphate und Phosphonate, Schichtsilikate, Zeolithe, Carbonate
und Polycarboxylate, Aminopolycarbonsäuren, wie Aminoessigsäuren und Polyaminoessigsäuren
sowie deren Salze, Hydroxycarbonsäuren und deren Salze, Polyglycoside und-gluconsäuren
und deren Salze.
[0149] Vetreter geeigneter Chelatbildner sind beispielsweise die folgenden gemäss INCI bezeichneten
Verbindungen:
Aminotrimethylene Phosphonsäure, Beta-Alanine Acetessigsäure, Calcium Disodium EDTA,
Chitosan, Zitronensäure und dessen Salze und Hydrate, Cyclodextrin, Cyclohexanediamin
Tetraessigsäure, Diammonium Citrat, Diammonium EDTA, Diethylenetriaminepentaacetic
Acid, Diethylenetriamine Pentamethylene Phosphorsäure, Dikalium EDTA, Dinatrium Azacycloheptane
Diphosphonat, Dinatrium EDTA, Dinatrium Pyrophosphate, EDTA, Ethylenediamine- N,N'-disuccinic acid (EDDS), Etidronsäure, Galactarsäure, β-Glucan, Gluconsäure, Glucuronsäure,
Glucoheptonsäure, HEDTA, Hydroxypropyl Cyclodextrin, Methyl Cyclodextrin, Pentapotassium
Triphosphat, Pentasodium Aminotrimethylene Phosphonat, Phosphonobutane tricarbonsäure
(PBTC), Pentasodium Ethylenediamine Tetramethylene Phosphonat, Pentasodium Pentetate,
Pentasodium Triphosphate, Pentetic Acid, (DTPA), Phytic Acid, Potassium Citrate, Potassium
EDTMP, Kalium Gluconate, Kalium Polyphosphate, Kalium Trisphosphonomethylamine Oxide,
Ribonsäure, Natrium Chitosan Methylene Phosphonate, Natriumcitrat, Natrium Diethylenetriamine
Pentamethylene Phosphonate, Natrium Dihydroxyethylglycinate, Natrium EDTMP, Natrium
Glucoheptate, Natrium Gluconate, Natrium Glycereth-1 Polyphosphate, Natrium Hexametaphosphate,
Natrium Metaphosphate, Natrium Metasilicate, Natrium Phytate, Natrium Polydimethylglycinophenolsulfonate,
Natrium Trimetaphosphate, TEA-EDTA, TEA Polyphosphate, Tetrahydroxyethyl Ethylenediamin,
Tetrahydroxypropyl Ethylenediamin, Tetrakalium Etidronat, Tetranatrium Iminodisuccinat
(IDS), Tetrakalium Pyrophosphat, Tetranatrium EDTA, Tetranatrium Etidronat, Tetranatrium
Pyrophosphat, Trikalium EDTA, Trikalium Dicarboxymethyl Alaninat, Trinatrium EDTA,
Trinatrium HEDTA, Trinatrium Methylglycin dieacetic acid (MGDA- Na3), Trinatrium NTA und Trinatrium Phosphate, Phytinsäure, Plfanzenextrakte wie z.B.
Lupinus Albus Seed Extract, Carnosine, Bambusa Arundinacea Leaf Extract, Citrus Paradisi
(Grapefruit) Peel Extract, Sambucus Nigra Extract; oder im Falle von Säuren, deren
Salze.
[0150] Diese Chelatbildner können vom Fachmann frei mit anderen hier genannten Inhaltstoffen
kombiniert werden.
[0151] In einer bevorzugten Ausführungsform enthalten die erfindungsgemässen Zubereitungen
Chelatbildner, die biologisch abbaubar sind. Bevorzugt enthalten die erfindungsgemässen
Zubereitungen daher keine Phosphate, keine Phosphonate, kein EDTA und keine Polycarboxylate.
[0152] Bevorzugt in dieser Erfindung sind daher folgende Komplexbildner auf Basis erneuerbarer
Rohstoffe, bzw. mit einer sehr guten biologischen Abbaubarkeit: Beta-Alanine, Beta-Glucan,
Chitosan, Diacetic acid, Cyclodextrin, Ethylenediamine-
N,
N'-disuccinic acid (EDDS), Galactarsäure, Gluconsäure, Glucuronsäure, Glucoheptonsäure,
Methylcyclodextrin, Hydroxypropyl cyclodextrin, Phytinsäure, Polyasparaginsäure, Natrium
Carbonat, Carboxy methyl inulin und Natrium Carboxymethyl inulin (NaCMI), Natrium
Dihydroxyethylglycinat, Natrium Iminodisuccinat, Natrium Lignosulfate, Tetranatrium
Iminodisuccinat (IDS, Tetranatrium Glutamate Diacetat (GLDA, I-glutamic acid, N,N-di
(acetic acid), tetrasodium salt), Trinatrium Methylglycin dieacetic acid (MGDA- Na
3), Zitronensäure, Milchsäure und jeweils deren Salze, Plfanzenextrakte wie z.B. Lupinus
Albus Seed Extract, Carnosine, Bambusa Arundinacea Leaf Extract, Citrus Paradisi (Grapefruit)
Peel Extract, Sambucus Nigra Extract, oder im Falle von Säuren, deren Salze.
[0153] Äusserst bevorzugt sind die Chelatbildner Tetranatrium Glutamate Diacetat (GLDA,
I-glutamic acid, N,N-di (acetic acid), tetrasodium salt), Tetranatrium Iminodisuccinat
(IDS), Ethylenediamine-
N,
N'-disuccinic acid (EDDS), Trinatrium Methylglycin dieacetic acid (MGDA- Na
3), Gluconsäure, Glucuronsäure, Glucoheponsäure, Polyasparaginsäure, sowie deren Salze.
[0154] Bevorzugte erfindungsgemäße Zubereitungen enthalten mindestens einen Komplexbildner
in einer Gesamtmenge von 0,1-20 Gew.-%, vorzugsweise 0,2-15 Gew.-%, insbesondere 0,5-10
Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung.
[0155] In den Ausführungsbeispielen werden examplarisch Zubereitungen mit Tetranatrium GLDA,
MGDA- Na
3, IDS, Chitosan, Natrium carbonat, Beta-Glucan, Citrus Paradisi (Grapefruit) Peel
Extract und Natrium Gluconat als Kompexbildner offenbart.
Abrasiva und Poliermittel
[0156] Die erfindungsgemässen Zubereitungen zeigen eine gute Reinigungswirkung, so dass
der Zusatz von Abrasiva entbehrlich ist. Nichtsdestoweniger können die Zubereitungen,
insbesondere im Bereich der Mund- und Zahnpflege oder im Bereich der Grobreiniger
gegebenenfalls für bestimmte Reinigungsanwendungen Abrasiva als Komponenten enthalten.
Hierzu gehören Kunststoffreibemittel auf der Basis von Polyethylen oder Polyurethan,
organische Polymere, mineralische Reibemittel wie Kieselsäuren z.B. Gelkieselsäuren,
Hydrogelkieselsäuren und Fällungskieselsäuren, Aluminiumhydroxid, Aluminiumoxid, Magnesiumsulfat,
Natriumaluminiumsilikate, Calciumcarbonat, Kaolin, Sand, Kreide, Calciumpyrophosphat,
Dicalcium-phosphatdihydrat und andere sowie Reibemittel auf pflanzlicher Basis wie
Cellulosederivate, Holzmehl oder Kern- und Schalenmehle, sowie deren Gemische.
[0157] Insbesondere bevorzugt sind für die Verwendung als Grobreinigung sind Reibemittel
auf der Basis von natürlichen Kern- und/oder Schalenmehlen, insbesondere Walnussschalen,
Mandelschalen, Hasselnussschalen, Olivenkern-, Aprikosenkern- und Kirschkernmehl oder
Perlen aus Wachsen (z.B. Jojobawachse).
[0158] Für die Verwendung in der Zahnpflege bevorzugt geeignete Poliermittelkomponenten
sind calciumarm wie Kieselsäuren, Aluminiumhydroxid, Aluminiumoxid, Natriumaluminiumsilikate,
organische Polymere oder Gemische solcher Reibkörper.
[0159] Die Konzentration der Reibemittel kann bis zu 50 Gew.-% betragen, bevorzugt 0 - 30
Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung.
Lösungsmittel
[0160] Die erfindungsgemässe Zubereitung kann alle in Kosmetik üblichen Lösungsmittel enthalten.
Sie dienen der Stabilisierung der Formulierung, der Solubilisierung von schlecht löslichen
Inhaltsstoffen, dem Feuchthalten der Haut und daraus resultierenden verbesserten sensorischen
Eigenschaften und der Erhöhung der Reinigungsleistung insbesondere auf Fett und Öl.
[0161] Überraschenderweise wird in den erfindungsgemässen Zubereitungen durch Zugabe eines
milden organischen Lösungsmittels die Synergie von Tensid (A) mit den Biotensid-Glycolipiden
(B) nicht beeinträchtigt. Es wird sogar eine Verbesserung bei einzelnen Verunreinigungen
festgestellt, exemplarisch in den Ausführungsbeispielen an Lidschatten offenbart.
Hierbei wurde ein Teil des Wassers durch ein mildes organisches Lösungsmittel ersetzt
ohne Beeinträchtigung der synergistischen Wirkung von Tensid (A) mit den Biotensid-Glycolipiden
(B). Dies ist insofern nicht selbstverständlich, als dass die Interaktionen Tensid-
Wasser stark durch Wasserstoffbrückenbindung gesteuert sind, die durch die Zugabe
eines Lösungsmittels wesentlich verändert wird. Bekanntermassen führt dies zu veränderten
Solubilisierungs- bzw. Dispergiervermögen, deren Richtung und Ausprägung jedoch a
priori nicht vorhergesagt werden kann.
Im Falle der Biotensid-Glycolipide (B) mit Tensid (A) zeigt sich eine verbesserte
Reinigung für pigmentäre Verunreinigungen, wie hier am Lidschatten offenbart. Weitere
Tests haben diesen Effekt auch auf anderen Substraten bestätigt.
[0162] Gegenstand der Erfindung ist daher die Zubereitung gemäss einem der vorgehenden Ansprüche
zusätzlich enthaltend ein oder mehrere milde organische Lösungsmittel.
[0163] In einer bevorzugten flüssigen oder gelförmigen Ausführungsform enthält die Zubereitung
Wasser als Lösungsmittel, wobei mehr als 5 Gew.-%, bevorzugt mehr als 15 Gew.-% und
besonders bevorzugt mehr als 25 Gew.-% Wasser enthält, jeweils bezogen auf den Aktivgehalt
in der Gesamtmenge der Zubereitung. Besonders bevorzugte Zubereitungen enthalten -
bezogen auf ihr Gewicht- 5 bis 99.5 Gew.-%, bevorzugt 15 bis 90 Gew.-%, besonders
bevorzugt 25 bis 75 Gew.-% Wasser.
[0164] Alternativ kann es sich um wasserarme oder wasserfreie Zubereitungen handeln, wobei
der Gehalt an Wasser in einer bevorzugten Ausführungsform weniger als 10 Gew.-%, besonders
bevorzugt weniger als 8 Gew.-% enthält, jeweils bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung.
[0165] In einer weiteren flüssigen oder gelförmigen Ausführungsform ist die Zubereitung
wasserfrei, wobei die Zubereitung ein mildes organisches Lösungsmittel als Hauptlösungsmittel
enthält. Dabei ist es bevorzugt, dass das Mittel 5 bis 99.5 Gew.-%, bevorzugt 10 bis
90 Gew.-%, besonders bevorzugt 25 bis 75 Gew.-% Lösungsmittel enthält, bezogen auf
die Gesamtmenge der Zubereitung.
[0166] Beispielhafte geeignete organische Lösungsmittel sind die folgenden gemäss INCI benannten
Verbindungen: Alcohol (Ethanol), Alkohole, Buteth-3, Butoxydiglycol, Butoxyethanol,
Butoxyisopropanol, Butoxypropanol, n-Butyl Alcohol, t-Butyl Alcohol, Butyl-3-hydroxybutyrate,
Butylene Glycol, Butyloctanol, C1-C6-Alkane, C7-C15-Alkane, Diethylene Glycol, Diethylenglycol
monobutylether, Dimethoxydiglycol, Dimethyl Ether, Dimethyl 2-methylglutarat, Dipropylene
Glycol, Dipropylenglycol Phenylether, Ethyllactat, 2-Ethyllactat, Ethyl levulinate
glycerol ketal, Ethyl levulinate propylene glycol ketal, Ethyl levulinate ethylene
glycol ketal, Ethoxydiglycol, Ethoxyethanol, Ethyl Hexanediol, Fettsäuremethylester
z.B. auf Basis C18-Pflanzen, Gammalaverolacton, Glycol, Glycerin, Hexanediol, 1,2,6-Hexanetriol,
Hexyl Alcohol, Hexylene Glycol, Isobutoxypropanol, Isopentyldiol, Isopropyl Alcohol
(iso-Propanol), Lävulinsäure ester, 3-Methoxybutanol, Methoxydiglycol, Methoxyethanol,
Methoxyisopropanol, Methoxymethylbutanol, Methoxy PEG-10, Methylal, Methyl Alcohol,
Methyl-9-dodecenoate, Methyl Hexyl Ether, Methylpropanediol, 2-Methyl THF, Neopentyl
Glycol, N,N-Dimethyl-9-decenamide, Polyole, PEG-4, PEG-6, PEG-7, PEG-8, PEG-9, PEG-6
Methyl Ether, Pentylene Glycol, PPG-7, PPG-2-Buteth-3, PPG-2 Butyl Ether, PPG-3 Butyl
Ether, PPG-2 Methyl Ether, PPG-3 Methyl Ether, PPG-2 Propyl Ether, 1,2-Propanediol,
1,3-Propandiol, Propyl Alcohol (n-Propanol), Propylene Glycol, Propylene Glycol Butyl
Ether, Propylene Glycol Propyl Ether, Terpene, z.B. Limonen, Thymol, u.a. insbesondere
natürlichen Ursprungs wie Zitronenöl, Lavendelöl, Thymianöl, u.a., Tetrahydrofurfuryl
Alcohol, Trimethylhexanol. Erfindungsgemäss können diese Lösungsmittel in einer dem
Fachmann durchaus bekannten Art und Weise frei mit anderen Inhaltsstoffen kombiniert
werden.
[0167] In einer bevorzugten Ausführungsform, werden Lösungsmittel aus der Gruppe Lösungsmittel,
die aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen werden und biologisch abbaubar sind, verwendet.
Erfindungsgemäss bevorzugte milde organische Lösungsmittel sind daher ausgewählt aus
der Gruppe Ethanol, C1-C6-Alkane, C7-C15-Alkane, Dimethyl 2-methylglutarat, Ethyllactat,
2-Ethyllactat, Ethyl levulinate glycerol ketal, Ethyl levulinate propylene glycol
ketal, Ethyl levulinate ethylene glycol ketal, Fettsäuremethylester auf Basis C18-Pflanzen,
Gammalaverolacton, Glycerin, 2-Methyl THF, Polyole, Pentylene Glycol, 1,2-Propanediol,
1,3-Propandiol, Pentylenglycol, Fettsäurealkylester von C-18-Pflanzen, insbesondere
Rapsmethylester, Sonnenblumenmethylester, Sojamethylester, Terpene, z.B. D-Limonen,
Tetrahydrofurfuryl Alcohol.
[0168] Ganz besonders bevorzugt ist die Ausführungsform enthaltend Ethanol, Glycerin, 1,2-Propanediol,
1,3-Propandiol, Pentylenglycol, oder einen Fettsäurealkylester von C-18-Pflanzen,
insbesondere Rapsmethylester und Sojamethylester als mildes organisches Lösungsmittel.
[0169] Das Lösungsmittel kann dabei in der wässrigen, der wasserarmen sowie der wasserfreien
Ausführungsform enhalten sein, dabei ist es bevorzugt, dass die Zubereitung 0.2- 99.5
Gew.-% Lösungsmittel, besonders bevorzugt 0.5 -98 Gew.-% enthält, wobei die Konzentration
jeweils bezogen ist auf den Aktivgehalt in der gesamten Zubereitung.
pH- Stellmittel und Puffersubstanzen
[0170] Der pH-Wert der erfindungsgemässen Zubereitung kann mittels üblicher pH-Regulatoren
eingestellt werden, wobei je nach Anwendung dem Fachmann bekannte, unterschiedliche
pH-Bereiche von sauer (pH 1-4) zu neutral (pH 5-7) bis hin zu basisch (pH 8-11) eingestellt
werden.
pH-Stellmittel und Puffersubstanzen, deren Auswahl dem Fachmann keine Mühe bereitet,
sind beispielsweise Carbonsäuren, Mineralsäuren, Ammoniak und Amine, z.B. Natriumbicarbonat,
Natriumeitrat, Natriumbenzoat, Zitronensäure, Milchsäure, Glycolsäure, Phosphorsäure
oder saure Salze, z.B. NaH
2PO4, Alkali- oder Erdalkalihydroxide oder organische Amine, wie Monoethanolamin, Monoisopropanolamin,
2-Amino-2-methyl-propanol, 2-Amino-2-methyl-1,3-propandiol, 2-Amino-2-ethyl-1,3-propandiol,
2-Amino-2-methylbutanol und Triethanolamin. Auch die Verwendung von Omega-Aminosäuren
wie Omega-Aminocapronsäure als Alkalisierungsmittel ist möglich
[0171] Die Zubereitung ist über einen weiten pH-Bereich stabil, so werden unterschiedliche
Ausführungsformen ermöglicht, wie zum Beispiel Haarfärbebereich zwischen 5 und 11,
Rasur/ Haarentfernung zwischen 3 und 10, Seifen und Gesichtswasser pH 5-9, insbesondere
ein hautneutraler pH von 5.5.
Vorzugsweise hat die Zubereitung einen pH-Wert zwischen 0-14, besonders bevorzugt
zwischen 3 und 11.
Antioxidantien
[0172] Bevorzugt werden der kosmetischen Zubereitung Antioxidantien zugesetzt, einerseits
um die ungesättigten Kohlenwasserstoffketten der erfinderischen Zubereitung zu schützen
und andererseits, um bei der Anwendung schädliche oxidative Einflüsse auf Haut bzw.
Haare zu mindern. Beispielsweise werden die Antioxidantien ausgewählt aus der Gruppe
bestehend aus Aminosäuren (z.B. Glycin, Histidin, Tyrosin, Tryptophan) und deren Derivaten,
Imidazole (z.B. Urocaninsäure) und deren Derivaten, Peptide wie D,L-Carnosin, D-Carnosin,
L-Carnosin und deren Derivaten (z.B. Anserin), Carotinoide, Carotine und deren Derivate,
Chlorogensäure und deren Derivate, Liponsäure und deren Derivate, Aurothioglucose,
Propylthiouracil und andere Thiole (z.B. Thioredoxin, Glutathion, Cystein, Cystin,
Cystamin und deren Glycosyl-, N-Acetyl-, Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Amyl-, Butyl- und
Lauryl-, Palmitoyl-, Oleyl-, [gamma]-Linoleyl-, Cholesteryl- und Glycerylester) sowie
deren Salze, Dilaurylthiodipropionat, Distearylthiodipropionat, Thiodipropionsäure
und deren Derivate (Ester, Ether, Peptide, Lipide, Nukleotide, Nukleoside und Salze)
sowie Sulfoximinverbindungen (z.B. Buthioninsulfoximine, Homocysteinsulfoximin, Buthioninsulfone,
Penta-, Hexa-, Heptathioninsulfoximin) in sehr geringen verträglichen Dosierungen,
ferner (Metall)-Chelatoren (z.B. [alpha]-Hydroxyfettsäuren, Palmitinsäure, Phytinsäure,
Lactoferrin), [alpha]-Hydroxysäuren (z.B. Citronensäure, Milchsäure, Apfelsäure),
Numinsäure, Gallensäure, Gallenextrakte, Bilirubin, Biliverdin, EDTA, EGTA und deren
Derivate, ungesättigte Fettsäuren und deren Derivate (z.B. [gamma]-Linolensäure, Linolsäure,
Ölsäure), Folsäure und deren Derivate, Ubichinon und Ubichinol und deren Derivate,
Vitamin C und Derivate (z.B. Ascorbylpalmitat, Mg-Ascorbylphosphat, Ascorbylacetat),
Tocopherole und Derivate (z.B. Vitamin-E-acetat), Vitamin A und Derivate (Vitamin-A-palmitat)
sowie Koniferylbenzoat des Benzoeharzes, Rutinsäure und deren Derivate, [alpha]-Glycosylrutin,
Ferulasäure, Furfurylidenglucitol, Carnosin, Butylhydroxytoluol, Butylhydroxyanisol,
Nordihydroguajakharzsäure, Nordihydroguajaretsäure, Trihydroxybutyrophenon, Harnsäure
und deren Derivate, Mannose und deren Derivate, Zink und dessen Derivate (z.B. ZnO,
ZnSO4) Selen und dessen Derivate (z.B. Selenmethionin), Stilbene und deren Derivate
(z.B. Stilbenoxid, Trans-Stilbenoxid), Superoxid-Dismutase und die erfindungsgemäss
geeigneten Derivate (Salze, Ester, Ether, Zucker, Nukleotide, Nukleoside, Peptide
und Lipide) dieser genannten Stoffe.
[0173] Erfindungsgemäss bevorzugt sind Antioxidantien, die auf Rohstoffen aus Pflanzen,
bevorzugt C-18-Pflanzen beruhen, wie beispielsweise Antioxidantien aus den Gruppen
der Aminosäuren, Peptide, Cartinoide, Chelatoren, Pflanzenextrakten und Hydroxysäuren,
sowie Mischungen derselben.
[0174] Die Menge der Antioxidantien (eine oder mehrere Verbindungen) in den Zubereitungen
beträgt vorzugsweise 0.001 bis 30 Gew.-%, besonders bevorzugt 0.05-20 Gew.-%, insbesondere
1-10 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung. Diese Antioxidatien können
vom Fachmann mit anderen hier genannten Inhaltstoffen kombiniert werden.
Konditionierungsmittel
Desodorierende Wirkstoffe
[0176] Das Mittel kann Deodorant-Wirkstoffe enthalten. Hierunter werden Geruchsabsorber,
desodorierend wirkende lonenaustauscher, keimhemmende Mittel, präbiotisch wirksame
Komponenten sowie Enzyminhibitoren oder Kombinationen der genannten Wirkstoffe verstanden.
[0177] Als Geruchsabsorber dienen Silicate, die auch gleichzeitig die Viskosität der erfindungsgemäßen
Mittel vorteilhaft unterstützen können. Hierzu zählen Schichtsilicate, insbesondere
Montmorillonit, Kaolinit, Ilit, Beidellit, Nontronit, Saponit, Hectorit, Bentonit,
Smectit und Talkum. Weitere vorteilhafte Geruchsabsorber sind beispielsweise Zeolithe,
Zinkricinoleat, Cyclodextrine, bestimmte Metalloxide, wie z. B. Aluminiumoxid, sowie
Chlorophyll.
[0178] Sie werden in einer Menge von 0.1 - 10 Gew.-%, vorzugsweise 0.5 - 7 Gew.-% und insbesondere
1 - 5 Gew.-%, jeweils bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung eingesetzt.
Keimhemmende, fungizide und antimikrobielle Wirkstoffe
[0179] Optional kann die erfindungsgemässe Zubereitung Wirkstoffe gegen Mikroorganismen
wie Pilze oder Bakterien enthalten um Geruch, Schuppenbildung, Karies, Akne u.a. zu
unterbinden.
[0180] Als keimhemmende oder antimikrobielle Wirkstoffe erfindungsgemäß einsetzbar sind
Organohalogenverbindungen sowie -halogenide, quartäre Ammoniumverbindungen, eine Reihe
von Pflanzenextrakten und Zinkverbindungen. Hierzu zählen u. a. Triclosan, Chlorhexidin
und Chlorhexidingluconat, 3,4,4'-Trichlorcarbanilid, Bromchlorophen, Dichlorophen,
Chlorothymol, Chloroxylenol, Hexachlorophen, Dichloro-m-xylenol, Dequaliniumchlorid,
Domiphenbromid, Ammoniumphenolsulfonat, Benzalkoniumhalogenide, Benzalkoniumcetylphosphat,
Benzalkoniumsaccharinate, Benzethoniumchlorid, Cetylpyridiniumchlorid, Laurylpyridiniumchlorid,
Laurylisoquinoliniumbromid, Methylbenzedoniumchlorid. Desweiteren sind Phenol, Phenoxyethanol,
Dinatriumdihydroxyethylsulfosuccinylundecylenat, Natriumbicarbonat, Zinklactat, Natriumphenolsulfonat
und Zinkphenolsulfonat, Ketoglutarsäure, Terpenalkohole wie z. B. Farnesol, Chlorophyllin-Kupfer-Komplexe,
α-Monoalkylglycerinether mit einem verzweigten oder linearen gesättigten oder ungesättigten,
gegebenenfalls hydroxylierten C
6 - C
22-Alkylrest, besonders bevorzugt α-(2-Ethylhexyl)glycerinether, Carbonsäureester des
Mono-, Di- und Triglycerins (z. B. Glycerinmonolaurat, Diglycerinmonocaprinat), Lantibiotika
sowie Pflanzenextrakte (z. B. grüner Tee und Bestandteile des Lindenblütenöls) einsetzbar.
[0181] Weitere bevorzugte Wirkstoffe sind ausgewählt aus sogenannten präbiotisch wirksamen
Komponenten, worunter erfindungsgemäß solche Komponenten zu verstehen sind, die nur
oder zumindest überwiegend die unerwünschten Keime der Hautmikroflora hemmen, nicht
aber die erwünschten, das heißt, diejenigen, die zu einer gesunden Hautmikroflora
gehören. Dazu gehören Nadelbaumextrakte, insbesondere aus der Gruppe der Pinaceae,
und Pflanzenextrakte aus der Gruppe der Sapindaceae, Araliaceae, Lamiaceae und Saxifragaceae,
insbeondere Extrakte aus Picea sp., Paullinia sp., Panax sp., Lamium album oder Ribes
nigrum sowie Mischungen dieser Substanzen.
[0182] Weitere bevorzugte Wirkstoffe sind ausgewählt aus den keimhemmend wirkenden Parfümölen
bzw. ätherischen Ölen.
[0183] Weiterhin kann das Mittel Enzyminhibitoren enthalten, die die für die Schweißzersetzung
verantwortlichen Enzyme, insbesondere die Arylsulfatase, β-Glucuronidase, Aminoacylase,
die esterspaltenden Lipasen und die Lipoxigenase, hemmen, z. B. Trialkylcitronensäureester,
insbesondere Triethylcitrat, oder Zinkglycinat.
[0184] Die Menge der Deodorant-Wirkstoffe in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen beträgt
0,1 - 10 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 - 7 Gew.-%, insbesondere 0,3 - 5 Gew.-% und außerordentlich
bevorzugt 0,4 - 1,0 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung.
Antitranspirant-Wirkstoffe
[0185] Optional können auch Antitranspirant-Wirkstoffe enthalten sein wie wasserlösliche
adstringierende anorganische und organische Salze des Aluminiums, Zirkoniums und Zinks
bzw. beliebige Mischungen dieser Salze. Hierzu zählen Aluminiumchlorhydraten, zum
Beispiel Aluminiumsesquichlorhydrat, Aluminiumchlorhydrex-Propylenglykol (PG) oder
-Polyethylenglykol (PEG), Aluminiumsesquichlorhydrex-PG oder -PEG, Aluminium-PG-dichlorhydrex
oder Aluminium-PEG-dichlorhydrex, Aluminiumhydroxid, weiterhin Aluminiumzirconiumchlorhydraten,
wie Aluminiumzirconiumtrichlorhydrat, Aluminiumzirconiumtetrachlorhydrat, Aluminiumzirconiumpentachlorhydrat,
Aluminiumzirconiumoctachlorhydrat, den Aluminium-Zirkonium-Chlorohydrat- Glycin-Komplexen
wie Aluminiumzirconiumtrichlorhydrexglycin, Aluminiumzirconiumtetrachlorhydrexglycin,
Aluminiumzirconiumpentachlorhydrexglycin, Aluminiumzirconiumoctachlorhydrexglycin,
Kaliumaluminiumsulfat (KAI(SO
4)
2·12 H
2O, Alaun), Aluminiumundecylenoylkollagenaminosäure, Natriumaluminiumlactat + Aluminiumsulfat,
Natriumaluminiumchlorhydroxylactat, Aluminiumbromhydrat, Aluminiumchlorid, den Komplexen
von Zink- und Natriumsalzen, den Komplexe von Lanthan und Cer, den Aluminiumsalzen
von Lipoaminosäuren, Aluminiumsulfat, Aluminiumlactat, Aluminiumchlorhydroxyallantoinat,
Natrium-Aluminium-Chlorhydroxylactat, Zinkchlorid, Zinksulfocarbolat, Zinksulfat und
Zirkoniumchlorohydrat.
[0186] Die Menge der Antitranspirant-Wirkstoffe in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
kann bis zu 10 Gew.-% betragen, vorzugsweise 0.2 - 7 Gew.-%, insbesondere 0.3 - 5
Gew.-% und außerordentlich bevorzugt 0.4 - 1.0 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge
der Zubereitung.
[0187] Eine bevorzugte Ausführungsvariante enthält keine Antitranspirant-Wirkstoffe.
Konservierungsmittel
[0188] Die erfindungsgemässe Zubereitung kann alle in Kosmetika üblichen Konservierungsmittel
enthalten. Diese haben teilweise auch antimikrobielle Eigenschaften.
[0189] Erfindungsgemäss geeignet sind beispielsweise Wirkstoffe aus den Gruppen der Alkohole,
Aldehyde, antimikrobiellen Säuren bzw. deren Salze, Carbonsäureester, Säureamide,
Phenole, Phenolderivate, Diphenyle, Diphenylalkane, Harnstoffderivate, Sauerstoff-
und Stickstoff-Acetale sowie -Formale, Benzamidine, Isothiazole und deren Derivate
wie Isothiazolinone, Phtalimidderivate, Pyridinderivate, oberflächenaktive Verbindungen,
Guanidine, antimikrobielle amphoterer Verbindungen, Chinoline, 1,2-Dibrom-2,4-dicyanobutan,
lodo-2-propynyl-butyl-carbamat, Iod, lodophore und Peroxide. Derartige Stoffe können
z. B. ausgewählt sein aus p- Hydroxybenzoesäuremethyl-, -ethyl- oder propylester,
Natriumsorbat, Natriumbenzoat, Bromchlorophen, Triclosan, Phenyl- Salicylsäureester,
Biguanide, z. B. Chlorhexidin und Thymol.
[0190] Für Kosmetika als Konservierungsstoffe bevorzugt geeignet sind beispielsweise Benzoesäure
und deren Derivate (z. B. Propyl-, Phenyl- und Butylbenzoat, Ammonium-, Natrium, Kalium-
und Magnesiumbenzoat), Propionsäure und deren Derivate (z. B. Ammonium-, Natrium-,
Kalium-, und Magnesiumpropionat), Salicylsäure und deren Derivate (z. B. Natrium-,
Kalium- und Magnesiumsalicylat), 4-Hydroxybenzoesäure und deren Ester und Alkalimetallsalze
(z. B. Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Isopropyl-, Butyl-, Isobutyl-, Isodecyl-, Phenyl-,
Phenoxyethyl- und Benzylparaben, Hexamidinparaben und - diparaben, Natrium- und Kaliumparaben,
Natrium- und Kaliummethylparaben, Kaliumbutylparaben, Natrium- und Kaliumpropylparaben),
Alkohole und deren Salze (z.B. Ethanol, Propanol, Isopropanol, Benzylalkohol, Phenethylalkohol,
Phenol, Kaliumphenolat, Phenoxyethanol, Phenoxyisopropanol, o-Phenylphenol), Guajacol
und dessen Derivate, Chlorhexidin und dessen Derivate (z. B. Chlorhexidindiacetat,
-digluconat, und -dihydrochlorid), Hydantoin und dessen Derivate (z. B. DEDM- und
DMDM-Hydantoin, DEDM-Hydantoindilaurat), Harnstoff und Harnstoffderivate (z. B. Diazolidinylharnstoff,
Imidazolidinylharnstoff), Ferulasäure und deren Derivate (z. B. Ethylferulat), Sorbinsäure
und deren Derivate (z. B. Isopropylsorbat, TEA-Sorbat, Natrium-, Kalium-, und Magnesiumsorbat),
Isothiazol- und Oxazolderivate (z. B. Methylisothiazolinon, Methylchloroisothiazolinon,
Dimethyloxazolidin), quartäre Ammoniumverbindungen (z. B. Polyquaternium-42, Quaternium-8,
Quaternium-14, Quaternium-15), Carbamate (z. B. lodopropynylbutylcarbamat), Formaldehyd
und Natriumformat, Glutaraldehyd, Glyoxal, Hexamidin, Dehydracetsäure, 2-Bromo-2-nitropropan-1,3-diol,
Isopropylkresol, Methyldibromoglutaronitril, Polyaminopropylbiguanid, Natriumhydroxymethylglycinat,
Natriumphenolsulfonat, Triclocarban, Thymol, Triclosan, Zinkpyrithion sowie diverse
Peptid-Antibiotika (z. B. Nisin).
[0191] Erfindungsgemäss bevorzugt ist eine milde Konservierung der Zubereitung auf Basis
von Wirkstoffen, ausgewählt aus Ethanol, Benzylalkohol, Dehydroessigsäure und deren
Salzen, pflanzlichen organischen Säuren, Glycerin, Zitronensäure, Milchsäure, Benzoesäure,
Salicylsäure, Kaliumsorbat.
[0192] Die hier genannten Inhaltstoffe können vom Fachmann mit anderen kosmetischen Inhaltstoffen
kombiniert werden.
[0193] Die Menge der Konservierungsmittel in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen beträgt
0.001 - 10 Gew.-%, vorzugsweise 0.01 - 5 Gew.-% und insbesondere 0.1 - 3 Gew.-%, bezogen
auf die Gesamtmenge der Zubereitung.
[0194] In einer bevorzugten Ausführungsvariante ist die Zubereitung konservierungsmittelfrei.
UV-Filter
[0195] Es ist auch möglich und vorteilhaft im Sinne der vorliegenden Erfindung, einen Gehalt
an UV-Schutzsubstanzen zu verwenden. Die erfindungsgemässe Zubereitung eignet sich
insbesondere, da die Pigmente in der Kombination der Tenside wie offenbart ausserordentlich
gut dispergiert werden. Neben dem Effekt, dass dadurch Pigmente gut von einem Substrat
gelöst werden können, hat dies gleichzeitig den Effekt, dass Zubereitungen mit Farbe
oder Pigmenten stabilisiert werden. Beispiele für pigmentäre UV-Filter sind Zinc oxid,
Titan dioxid, Methylene Bis-Benzotriazolyl Tetramethylbutylphenol, u.a.
[0196] Vorteilhaft können daher erfindungsgemässe Zubereitungen Substanzen enthalten, die
UV-Strahlung im UVA und UVB-Bereich absorbieren, wobei die Gesamtmenge der Filtersubstanzen
an der gesamten Zubereitung vorzugsweise zwischen 0.1 Gew.-% bis 30 Gew.-% betragen
kann. Bevorzugt sind handelsübliche wasser- oder öllösliche UV-Filter. Üblicherweise
werden Kombinationen von UV-Filtern eingesetzt, die vom Fachmann mit anderen hier
genannten Inhaltstoffen kombiniert werden können.
Antischuppenmittel
[0197] Das kosmetische Mittel kann Kompontenten enthalten, die gegen Kopfschuppen wirksam
sind. Beispiele hierfür sind Zinkpyrithion, Selendisulfid, Piroctone Olamin, Climbazol
oder auch Pflanzenextrakte wie Vitis Vinifera Seed Extract, Thymus Serpyllum Extrakt,
Rosmarinus officialis Leaf Extrakt, Leuconostoc / Radish Root Ferment Filtrate, Leptospermone/
Isoleptospermone/ Flavesone, Leptospermum Scoparoi, Branch/ Leaf Oil, Fragaria ananassa
(Strawberry) Seed oil, Adianthum Capillus Veneris Leaf Extrakt, Brennessel Extrakt,
Wacholder Extrakt, Thymian Extrakt und andere.
[0198] In den erfindungsmässigen Zubereitungen mit Anti-Schuppen-Wirkstoff werden diese
in Konzentrationen bis zu 7 Gew.-%, bevorzugt 0.1- 4 Gew.-%, besonders bevorzugt 0.1-2
Gew.-% eingesetzt, jeweils bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung.
Farb-, Duft- und Aromastoffe
[0199] Um den ästhetischen bzw. organoleptischen Eindruck der erfindungsgemässen Zubereitungen
zu verbessern, können alle in Kosmetika üblichen Duftstoffe zugesetzt werden.
Bevorzugte Duftstoffe, deren Auswahl dem Fachmann keinerlei Schwierigkeit bereitet,
besitzen eine hohe Lagerstabilität und Unempfindlichkeit gegenüber den übrigen Inhaltsstoffen
der kosmetischen Zubereitung.
[0200] Als Parfümöle können einzelne Duftstoffverbindungen, wie z.B. Ester, Ether, Aldehyde,
Ketone, Alkohole und Kohlenwasserstoffe verwendet werden. Duftstoffverbindungen auf
Basis von Estern sind z.B. Phenoxyethylisobutyrat, Benzylacetat, p-tert.-Butylcyclohexylacetat,
Dimethylbenzylcarbinylacetat, Linalylacetat, Phenylethylacetat, Linalylbenzoat, Ethylmethylphenylglycinat,
Benzylformiat, Allylcyclohexylpropionat, Styrallylpropionat und Benzylsalicylat. Zu
den Ethern zählen beispielsweise Benzylethylether, zu den Aldehyden z.B. die linearen
Alkanale mit 8 bis 18 C-Atomen, Citral, Citronellal, Citronellyloxyacetaldehyd, Cyclamenaldehyd,
Hydroxycitronellal, Lilial und Bourgeonal, zu den Ketonen z.B. die lonone α-Isomethylionon
und Methylcedrylketon, zu den Alkoholen Anethol, Citronellol, Eugenol, Geraniol, Linalool,
Phenylethylalkohol und Terpineol, zu den Kohlenwasserstoffen gehören hauptsächlich
die Terpene und Balsame. Bevorzugt werden jedoch Mischungen verschiedener Riechstoffe
verwendet.
Geeignete Parfümöle können auch natürliche Duftstoffgemische aus pflanzlichen oder
tierischen Quellen sein, z.B. Pinien-, Citrus-, Jasmin-, Lilien-, Rosen- oder Ylang-Ylang-Öl.
Auch ätherische Öle eignen sich als Parfümöle, z.B. Salbeiöl, Kamillenöl, Nelkenöl,
Melissenöl, Minzenöl, Zimtblätteröl, Lindenblütenöl, Wacholderbeerenöl, Vetiveröl,
Olibanöl, Galbanumöl und Laudanumöl.
[0201] Besonders bevorzugt werden Farbstoffe und Duftstoffe, welche in der Literatur nicht
als Allergene beschrieben werden und auf natürlichen Rohstoffen basieren, wie zum
Beispiel Extrakte aus Pflanzen.
[0202] Als Aromaöle kommen alle gebräuchlichen natürlichen und synthetischen Aromen in Frage.
Bevorzugt in der Ausführungsform der Zahnpflegeprodukte sind Aromaöle aus der Gruppe
Pfefferminzöl, Krauseminzöl, Anisöl, Kümmelöl, Eukalyptusöl, Fenchelöl, Zimtöl, Geraniumöl,
Salbeiöl, Thymianöl, Majoranöl, Basilikumöl, Citrusöl, Gaultheriaöl oder eine oder
mehrere daraus isolierte synthetisch erzeugten Komponenten dieser Öle enthalten sein.
Die wichtigsten Komponenten der genannten Öle sind z.B. Menthol, Carvon, Anethol,
Cineol, Eugenol, Zimtaldehyd, Geraniol, Citronellol, Linalool, Salven, Thymol, Terpinen,
Terpinol, Methylchavicol und Methylsalicylat. Weitere geeignete Aromen sind z.B. Menthylacetat,
Vanillin, Jonone, Linalylacetat, Rhodinol und Piperiton. Als Süßungsmittel eignen
sich entweder natürliche Zucker wie Sucrose, Maltose, Lactose und Fructose oder synthetische
Süßstoffe wie z.B. Saccharin-Natriumsalz, Na- triumcyclamat oder Aspartam.
[0203] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, werden keinerlei Duftstoffe
zugesetzt, beispielsweise für Anwendungen bei Konsumenten mit Allergien und/oder sensibler
Haut.
[0204] Die erfindungsgemäßen Zubereitungen enthalten in der parfümierten Ausführungsvariante
die Duftstoffkomponente/n in Mengen von bis zu 5 Gew.-%, bevorzugt 0.1 - 3 Gew.-%,
besonders bevorzugt 0.2 -2 Gew.-%; jeweils bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung;
in der unparfümierten Ausführungsform sind keinerlei Duftsstoffe enthalten.
Wirkstoffe
Anti-Karies
[0205] Eine weitere bevorzugte Gruppe von Inhaltsstoffen, die in den erfindungsgemäßen Mitteln
enthalten sein kann, sind Antikaries-Wirkstoffe. Diese können beispielsweise aus organischen
oder anorganischen Fluoriden ausgewählt sein, z. B. aus Natriumfluorid, Kaliumfluorid,
Natriummonofluorphosphat, Natriumfluorosilikat, Zinkfluorid und Zinn-(II)-fluorid.
Bevorzugt sollte eine Menge von 0.01 - 0.5 Gew.-% Fluor in Form der genannten Verbindungen
enthalten sein.
Wundheilende und entzündungshemmende Wirkstoffe
[0206] Die kosmetische Zubereitung kann weitere Wirkstoffe z. B. gegen Zahnfleischentzündungen,
Hautentzündungen, insbesondere bei erkrankter oder beanspruchter Haut wie z.B. während
der Rasur enthalten. Derartige Stoffe können z. B. ausgewählt sein aus Acetylsalicylsäurederivate,
Allantoin, Aloe Vera, Azulen, Harnstoff, Kamillenextrakten, Tocopherol, Panthenol,
Pantothensäure Bisabolol, Propolis, Rhodanid, Retinol, Salbeiextrakten. Als nicht-kationische,
bakterizide Komponente eignen sich z.B. Phenole, Resorcine, Bisphenole, Salicylanilide
und deren halogenierte Derivate, halogenierte Carbanilide und p-Hydroxybenzoesäureester.
Weiterhin können halogenierte Diphenylether, z.B. 2,4-Dichlor-2Hhydroxydiphenylether,
4,4-Dichlor-2-hydroxydiphenylether, 2,4,4-Tribrom-2-hydroxydiphenylether und 2,4,4-Trichlor-2-hydroxydiphenylether
(Triclosan) verwendet werden. Eingesetzt werden können zahlreiche Pflanzenextrakte,
wie einige Beispiele stellvertretend für die Klasse der Pflanzenextrakte in den Ausführungsbeispielen
offenbart.
[0207] Diese Wirkstoffe werden bevorzugt in Mengen von 0.01- 5 Gew.-% in die erfindungsgemäßen
Zubereitungen eingesetzt, Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung.
Anti-Akne Wirkstoffe
[0208] Das Mittel kann weiterhin übliche Wirkstoffe gegen Akne enthalten, wie beispielsweise
Azelainsäure, Antibiotika, Retinoide, Zinc Oxid, α-Hydroxysäuren, Linolsäure, pflanzliche
Extrakte wie z.B. Kamillenextrakte, Teebaumöl, Grüner Tee und andere.
Sie werden bevorzugt in Mengen von 0.01- 5 Gew.-% in die erfindungsgemäßen Zubereitungen
eingesetzt, Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung.
Weitere Wirkstoffe
[0209] Weiterhin können andere Wirkstoffe in dem kosmetischen Mittel enthalten sein, wie
beispielsweise Anti-Ageing-Wirkstoffe, Peptide, UV-Absorber, Vitamine & Mineralstoffe
(z.B. Ascorbinsäure, Biotin, Tocopherol oder Rutin, Niacin), Mineralsalze wie z.B.
Mangan-, Zink- oder Magnesiumsalze, weitere pflanzliche Extrakte.
[0210] Sie werden bevorzugt in Mengen von 0.01- 5 Gew.-% in die erfindungsgemäßen Zubereitungen
eingesetzt, Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung.
Haarfarben
[0211] Die erfindungsgemässen Zubereitungen können auch Farbstoffe zur direkten oder oxidativen
Färbung von Haaren enthalten. Die Färbezubereitungen sollen das Haar schützen und
möglichst wenig schädigen. Auf Basis der erfindungsgemässen Zubereitungen können sowohl
Haarfärbemittel als auch Tönungsshampoos hergestellt werden.
[0212] In einer weiteren bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform enthält die Zubereitung
mindestens ein Farbstoffvorprodukt und/oder mindestens einen Farbstoff zur Färbung
keratinischer Fasern, insbesondere zur Färbung menschlicher Haare.
Die Zubereitung eignet sich hierfür insbesondere, da die Pigmente und Farben in der
Kombination der Tenside wie offenbart ausserordentlich gut gelöst bzw. dispergiert
werden. Der Überschuss an Farbstoffen und Pigmenten, welche nach dem Färbevorgang
noch auf Haar und Kopfhaut verblieben sind, können dank der erfindungsgemässen Zubereitung
in einem Schritt ausgewaschen werden ohne dass ein zusätzliches Nachwaschen zum Ausspülen
der Farbreste notwendig ist.
[0213] Als Farbstoff(vorprodukt)e können
- Oxidationsfarbstoffvorprodukte vom Entwickler- und Kuppler-Typ,
- natürliche und synthetische direktziehende Farbstoffe und
- Vorstufen naturanaloger Farbstoffe, wie Indol- und Indolin-Derivate, sowie Mischungen
von Vertretern einer oder mehrerer dieser Gruppen eingesetzt werden.
Als Oxidationsfarbstoffvorprodukte vom Entwickler-Typ werden üblicherweise primäre
aromatische Amine mit einer weiteren, in para- oder ortho-Position befindlichen, freien
oder substituierten Hydroxy- oder Aminogruppe, Diaminopyridinderivate, heterocyclische
Hydrazone, 4-Aminopyrazolderivate sowie 2,4,5,6-Tetraaminopyrimidin und dessen Derivate
eingesetzt. Geeignete Entwicklerkomponenten sind beispielsweise p-Phenylendiamin,
p-Toluylendiamin, p-Aminophenol, o-Aminophenol, 1-(2'-Hydroxyethyl)-2,5-diaminobenzol,
N,N-Bis-(2-hydroxy-ethyl)-p-phenylendiamin, 2-(2,5-Diaminophenoxy)-ethanol, 4-Amino-3-methylphenol,
2,4,5,6-Tetraaminopyrimidin, 2-Hydroxy-4,5,6-triaminopyrimidin, 4-Hydroxy-2,5,6-triaminopyrimidin,
2,4-Dihydroxy-5,6-diaminopyrimidin, 2-Dimethylamino-4,5,6-triaminopyrimidin, 2-Hydroxymethylamino-4-amino-phenol,
Bis(4-aminophenyl)amin, 4-Amino-3-fluorphenol, 2-Aminomethyl-4-aminophenol, 2-Hydroxymethyl-4-aminophenol,
4-Amino-2-((diethylamino)-methyl)-phenol, Bis-(2-hydroxy-5-aminophenyl)-methan, 1,4-Bis-(4-aminophenyl)-diazacycloheptan,
1,3-Bis(N(2-hydroxyethyl)-N(4-aminophenylamino))-2-propanol, 4-Amino-2-(2-hydroxyethoxy)-phenol,
1,10-Bis-(2,5-diaminophenyl)-1,4,7,10-tetraoxa decan sowie 4,5-Diaminopyrazol-Derivate
wie z.B. 4,5-Diamino-1-(2'-hydroxyethyl)-pyrazol. Besonders vorteilhafte Entwicklerkomponenten
sind p-Phenylendiamin, p-Toluylendiamin, p-Aminophenol, 1-(2'-Hydroxyethyl)-2,5-diaminobenzol,
4-Amino-3-methylphenol, 2-Aminomethyl-4-aminophenol, 2,4,5,6-Tetraaminopyrimidin,
2-Hydroxy-4,5,6-triaminopyrimidin, 4-Hydroxy-2,5,6-triaminopyrimidin.
[0214] Als Oxidationsfarbstoffvorprodukte vom Kuppler-Typ werden in der Regel m-Phenylendiaminderivate,
Naphthole, Resorcin und Resorcinderivate, Pyrazolone und m-Aminophenolderivate verwendet.
Beispiele für solche Kupplerkomponenten sind
- m-Aminophenol und dessen Derivate wie beispielsweise 5-Amino-2-methylphenol, 5-(3-Hydroxypropylamino)-2-methylphenol,
3-Amino-2-chlor-6-methylphenol, 2-Hydroxy-4-aminophenoxyethanol, 2,6-Dimethyl-3-aminophenol,
3-Trifluoroacetylamino-2-chlor-6-methylphenol, 5-Amino-4-chlor-2-methylphenol, 5-Amino-4-methoxy-2-methylphenol,
5-(2'-Hydroxyethyl)-amino-2-methylphenol, 3-(Diethylamino)-phenol, N-Cyclopentyl-3-aminophenol,
1,3-Dihydroxy-5-(methylamino)-benzol, 3-(Ethylamino)-4-methylphenol und 2,4-Dichlor-3-aminophenol,
- o-Aminophenol und dessen Derivate,
- m-Diaminobenzol und dessen Derivate wie beispielsweise 2,4-Diaminophenoxyethanol,
1,3-Bis-(2,4-diaminophenoxy)-propan, 1-Methoxy-2-amino-4-(2'-hydroxyethylamino)benzol,
1,3-Bis-(2,4-diaminophenyl)-propan, 2,6-Bis-(2-hydroxyethylamino)-1-methylbenzol und
1-Amino-3-bis-(2'-hydroxyethyl)-aminobenzol,
- o-Diaminobenzol und dessen Derivate wie beispielsweise 3,4-Diaminobenzoesäure und
2,3-Diamino-1-methylbenzol,
- Di- beziehungsweise Trihydroxybenzolderivate wie beispielsweise Resorcin, Resorcinmonomethylether,
2-Methylresorcin, 5-Methylresorcin, 2,5-Dimethylresorcin, 2-Chlorresorcin, 4-Chlorresorcin,
Pyrogallol und 1,2,4-Trihydroxybenzol,
- Pyridinderivate wie beispielsweise 2,6-Dihydroxypyridin, 2-Amino-3-hydroxypyridin,
2-Amino-5-chlor-3-hydroxypyridin, 3-Amino-2-methylamino-6-methoxypyridin, 2,6-Dihydroxy-3,4-dimethylpyridin,
2,6-Dihydroxy-4-methylpyridin, 2,6-Diaminopyridin, 2,3-Diamino-6-methoxypyridin und
3,5-Diamino-2,6-dimethoxypyridin,
- Naphthalinderivate wie beispielsweise 1-Naphthol, 2-Methyl-1-naphthol, 2-Hydroxymethyl-1-naphthol,
2-Hydroxyethyl-1-naphthol, 1,5-Dihydroxynaphthalin, 1,6-Dihydroxynaphthalin, 1,7-Dihydroxynaphthalin,
1,8-Dihydroxynaphthalin, 2,7-Dihydroxynaphthalin und 2,3-Dihydroxynaphthalin,
- Morpholinderivate wie beispielsweise 6-Hydroxybenzomorpholin und 6-Aminobenzomorpholin,
- Chinoxalinderivate wie beispielsweise 6-Methyl-1,2,3,4-tetrahydrochinoxalin,
- Pyrazolderivate wie beispielsweise 1-Phenyl-3-methylpyrazol-5-on,
- Indolderivate wie beispielsweise 4-Hydroxyindol, 6-Hydroxyindol und 7-Hydroxyindol,
- Methylendioxybenzolderivate wie beispielsweise 1-Hydroxy-3,4-methylendioxybenzol,
1-Amino-3,4-methylendioxybenzol und 1-(2'-Hydroxyethyl)-amino-3,4-methylendioxybenzol,
[0215] Besonders geeignete Kupplerkomponenten sind 1-Naphthol, 1,5-, 2,7- und 1,7-Dihydroxynaphthalin,
3-Aminophenol, 5-Amino-2-methylphenol, 2-Amino-3-hydroxypyridin, Resorcin, 4-Chlorresorcin,
2-Chlor-6-methyl-3-aminophenol, 2-Methylresorcin, 5-Methylresorcin, 2,5-Dimethylresorcin
und 2,6-Dihydroxy-3,4-dimethylpyridin.
Direktziehende Farbstoffe sind üblicherweise Nitrophenylendiamine, Nitroaminophenole,
Azofarbstoffe, Anthrachinone oder Indophenole. Besonders geeignete direktziehende
Farbstoffe sind die unter den internationalen Bezeichnungen bzw. Handelsnamen HC Yellow
2, HC Yellow 4, HC Yellow 5, HC Yellow 6, Basic Yellow 57, Disperse Orange 3, HC Red
3, HC Red BN, Basic Red 76, HC Blue 2, HC Blue 12, Disperse Blue 3, Basic Blue 99,
HC Violet 1, Disperse Violet 1, Disperse Violet 4, Disperse Black 9, Basic Brown 16
und Basic Brown 17 bekannten Verbindungen sowie 1,4-Bis-(β-hydroxyethyl)-amino-2-nitrobenzol,
4-Amino-2-nitrodiphenylamin-2'-carbonsäure, 6-Nitro-1,2,3,4-tetrahydrochinoxalin,
Hydroxyethyl-2-nitro-toluidin, Pikraminsäure, 2-Amino-6-chloro-4-nitrophenol, 4-Ethylamino-3-nitrobenzoesäure
und 2-Chloro-6-ethylamino-1-hydroxy-4-nitrobenzol.
[0216] In der Natur vorkommende direktziehende Farbstoffe sind beispielsweise Henna rot,
Henna neutral, Henna schwarz, Kamillenblüte, Sandelholz, schwarzen Tee, Faulbaumrinde,
Salbei, Blauholz, Krappwurzel, Catechu, Sedre und Alkannawurzel enthalten.
Es ist nicht erforderlich, dass die Oxidationsfarbstoffvorprodukte oder die direktziehenden
Farbstoffe jeweils einheitliche Verbindungen darstellen. Vielmehr können in den erfindungsgemäßen
Haarfärbemitteln, bedingt durch die Herstellungsverfahren für die einzelnen Farbstoffe,
in untergeordneten Mengen noch weitere Komponenten enthalten sein, soweit diese nicht
das Färbeergebnis nachteilig beeinflussen oder aus anderen Gründen, z.B. toxikologischen,
ausgeschlossen werden müssen.
[0217] Als Vorstufen naturanaloger Farbstoffe werden beispielsweise Indole und Indoline
sowie deren physiologisch verträgliche Salze verwendet. Bevorzugt werden solche Indole
und Indoline eingesetzt, die mindestens eine Hydroxy- oder Aminogruppe, bevorzugt
als Substituent am Sechsring, aufweisen. Diese Gruppen können weitere Substituenten
tragen, z.B. in Form einer Veretherung oder Veresterung der Hydroxygruppe oder eine
Alkylierung der Aminogruppe. Besonders vorteilhafte Eigenschaften haben 5,6-Dihydroxyindolin,
N-Methyl-5,6-dihydroxyindolin, N-Ethyl-5,6-dihydroxyindolin, N-Propyl-5,6-dihydroxyindolin,
N-Butyl-5,6-dihydroxyindolin, 5,6-Dihydroxyindolin-2-carbonsäure, 6-Hydroxyindolin,
6-Aminoindolin und 4-Aminoindolin sowie 5,6-Dihydroxyindol, N-Methyl-5,6-dihydroxyindol,
N-Ethyl-5,6-dihydroxyindol, N-Propyl-5,6-dihydroxyindol, N-Butyl-5,6-dihydroxyindol,
5,6-Dihydroxyindol-2-carbonsäure, 6-Hydroxyindol, 6-Aminoindol und 4-Aminoindol. Besonders
hervorzuheben sind innerhalb dieser Gruppe N-Methyl-5,6-dihydroxyindolin, N-Ethyl-5,6-dihydroxyindolin,
N-Propyl-5,6-dihydroxyindolin, N-Butyl-5,6-dihydroxyindolin und insbesondere das 5,6-Dihydroxyindolin
sowie N-Methyl-5,6-dihydroxyindol, N-Ethyl-5,6-dihydroxyindol, N-Propyl-5,6-dihydroxyindol,
N-Butyl-5,6-dihydroxyindol sowie insbesondere das 5,6-Dihydroxyindol.
[0218] Die Indolin- und Indol-Derivate können sowohl als freie Basen als auch in Form ihrer
physiologisch verträglichen Salze mit anorganischen oder organischen Säuren, z.B.
der Hydrochloride, der Sulfate und Hydrobromide, eingesetzt werden.
[0219] Bei der Verwendung von Farbstoff-Vorstufen vom Indolin- oder Indol-Typ kann es bevorzugt
sein, diese zusammen mit mindestens einer Aminosäure und/oder mindestens einem Oligopeptid
einzusetzen. Bevorzugte Aminosäuren sind Aminocarbonsäuren, insbesondere alpha-Aminocarbonsäuren
und Omega-Aminocarbonsäuren. Unter den alpha-Aminocarbonsäuren sind wiederum Arginin,
Lysin, Ornithin und Histidin besonders bevorzugt. Eine ganz besonders bevorzugte Aminosäure
ist Arginin, insbesondere in freier Form, aber auch als Hydrochlorid eingesetzt.
[0220] Haarfärbemittel, insbesondere wenn die Ausfärbung oxidativ, sei es mit Luftsauerstoff
oder anderen Oxidationsmitteln wie Wasserstoffperoxid, erfolgt, werden üblicherweise
über pH-Stellmittel schwach sauer bis alkalisch, d.h. auf pH-Werte im Bereich von
etwa 5 bis 11, eingestellt.
[0221] Erfolgt die Ausbildung der eigentlichen Haarfarben im Rahmen eines oxidativen Prozesses,
so können übliche Oxidationsmittel verwendet werden. Die Oxidation mit Luftsauerstoff
als einzigem Oxidationsmittel kann allerdings bevorzugt sein. Weiterhin ist es möglich,
die Oxidation mit Hilfe von Enzymen durchzuführen. Bevorzugt sind dabei Oxidasen wie
Tyrosinase, Ascorbatoxidase und Laccase aber auch Glucoseoxidase, Uricase oder Pyruvatoxidase.
[0222] Zweckmäßigerweise wird die Zubereitung des Oxidationsmittels unmittelbar vor dem
Färben der Haare mit der erfindungsgemässen Zubereitung mit den Farbstoffvorprodukten
vermischt. Das dabei entstehende gebrauchsfertige Haarfärbepräparat sollte bevorzugt
einen pH-Wert im Bereich von 6 bis 10 aufweisen. Nach einer Einwirkungszeit von ca.
5 bis 45, insbesondere 15 bis 30, Minuten wird das Haarfärbemittel durch Ausspülen
von dem zu färbenden Haar entfernt.
Weiterer Vorteil der erfindungsgemässen Zubereitung ist, dass das Nachwaschen mit
einem Shampoo entfallen kann, da die Farbstoffzubereitung bereits tensidhaltig ist.
[0223] Besonders bevorzugte erfindungsgemäße Ausführungsformen sind dadurch gekennzeichnet,
dass die Zubereitung nicht gleichzeitig Oxidationsmittel und (davon verschiedene)
Reduktionsmittel enthält.
Bindemittel/ Konsistenzgeber
[0224] Die erfindungsgemässe Zubereitung kann als Bindemittel bzw. Konsistenzregler dienen
z. B. natürliche und/oder synthetische wasserlösliche Polymere wie Alginate, Carrageenate,
Traganth, Stärke und Stärkeether, Celluloseether wie z. B. Carboxymethylcellulose
(Na-Salz), Hydroxyethylcellulose, Methylhydroxypropylcellulose, Guar, Akaziengum,
Agar-Agar, Xanthan- Gum, Succinoglycan-Gum, Johannisbrotmehl, Pectine, wasserlösliche
Carboxyvinylpolymere Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon, Polyethylenglycole.
[0225] Sie werden bevorzugt in Mengen von 0,01- 10 Gew.-% in die erfindungsgemäßen Zubereitungen
eingesetzt, Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung.
Viskosität
[0226] Die erfindungsgemässe Zubereitung kann alle in der Kosmetik üblichen, dem Fachmann
bekannten, Viskositätsregulatoren enthalten und können mit anderen kosmetischen Inhaltsstoffen
in der erfindungsgemässen Zubereitung kombiniert werden. Die Viskosität wird je nach
Anwendung auf die dem Fachmann bekannten und im Markt üblichen Werte eingestellt.
Geeignete Viskositätsregulatoren sind beispielsweise organische abgewandelte Naturstoffe
(Carboxymethylcellulose und andere Celluloseether, Hydroxyethyl- und - propylcellulose
und dergleichen, Kernmehlether), organische vollsynthetische Verdickungsmittel (Polyacryl-
und Polymethacryl-Verbindungen, Vinylpolymere, Polycarbonsäuren, Polyether, Polyimine,
Polyamide) und anorganische Verdickungsmittel (Polykieselsäuren, Schichtsilikate,
Tonmineralien wie Montmorillonite, Zeolithe, Kieselsäuren), sowie organische natürliche
Verdickungsmittel (Agar-Agar, Carrageen, Xanthan, Traganth, Gummi arabicum, Alginate,
Pektine, Polyosen, Guar-Mehl, Johannisbrotbaumkernmehl, Stärke, Dextrine, Gelatine,
Casein) und Mischungen derselben.
Bevorzugte Viskositätsregulatoren sind natürliche organische Verdickungsmittel aus
pflanzlichen Rohstoffen - einschliesslich Algen - beispielsweise Polysaccharide wie
Pektine oder Stärke. Des Weiteren bevorzugt sind biotechnologisch hergestellte Verdickungsmittel
mithilfe von nicht genmodifizierten Organismen (non GMO), wie beispielsweise Xanthan.
Bevorzugt sind zudem mineralische Verdickungsmittel wie Polykieselsäuren, Schichtsilikate,
Tonmineralien wie Montmorillonite, Zeolithe, Kieselsäuren.
[0227] Bevorzugt werden in den kosmetischen Zubereitungen bis zu 5 Gew.-% der Verdickungsmittel
eingesetzt, besonders bevorzugt 0.01- 3 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung.
Schaum
[0228] Generell zeigen die erfindungsgemässen Zubereitungen eine geringere Schaumbildung
als herkömmliche Mittel auf Basis kurzkettiger Tenside. Die geringe Schaumbildung
ist für viele Verwendungen wünschenswert, wie zum Beispiel die Gesichtspflege.
[0229] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform, bei der Schaumbildung auftritt, ist die
Zugabe des alkoxylierten Tensids (C) oder die Zugabe eines Chelatbildners, wie oben
ausgeführt.
[0230] Weiterhin können den erfindungsgemässen Zubereitungen zusätzliche Schaumbildner zugegeben
werden. Die Schaumbildung bei Dusch- und Waschzubereitungen wird durch die Wahl der
Tenside, wie z.B. Tensid (C) beeinflusst. Geeignet sind ausserdem bekannte Kombinationen
mit stark schäumenden Tensiden, beispielsweise Aminosäurederivate von Fettsäuren,
wie Glycinate, Alanate, Taurate, oder Sarcosinate. Geeignet für eine gute Schaumbildung
sind zudem amphotere Tenside, wie zum Beispiel Betaine, Imidazolcarboxylate oder Alkenylaminopropionsäuren.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen kosmetischen Zubereitung
enthält Saponine als Schaumbildner. Saponine sind natürliche Glykoside, die als Pflanzeninhaltsstoffe
weit verbreitet sind. Geeignet sind beispielsweise Saponine aus der indischen Waschnuss
(Sapindus mukorossi), Koreanischen Ginsengs (Panax ginseng), Agavengewächsen, Inka-Gurke
(Cyclanthera pedata), Süssholz
(Glycyrrhiza glabra) und Seifenrinde (
Quillaja saponaria Molina) und Mischungen derselben.
[0231] Besonders bevorzugt werden Saponine, die aufgrund ihres Vorkommens keine langen Transportwege
erfordern, in der erfindungsgemässen Zubereitung eingesetzt. Hierbei handelt es sich
um Saponine aus folgenden bevorzugten Pflanzen: Efeu (Hedera), Schlüsselblume (Primula
veris), Vogelmiere (Stellaria media), Wald-Sanickel (Sanicula europaea), Dornige Hauhechel
(Ononis spinosa), Hülsenfrüchten (Leguminosae), Spinat (Spinacia), Spargel (Asparagaceae),
Hafer (Avena), (Ononis spinosa), Schattenblümchen (Maianthemum bifolium), Seifenkraut
(Saponaria officinalis), Walnuss (Aesculus hippocastanum), Acker-Gauchheil (Anagallis
arvensis), Gelber Hohlzahn (Galeopsis segetum), Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum),
Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) und Mischungen derselben.
[0232] Die Menge an Saponinen beträgt üblicherweise bis zu 5 Gew.-%, vorzugsweise 0.001
bis 3 Gew.-%, insbesondere 0.01 bis 2 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung.
Ölkörper
[0233] Die erfindungsgemässe Zubereitung kann übliche, dem Fachmann bekannte Ölkörper enthalten.
Zu Ölkörpern zählen wasserunlösliche, organische Verbindungen, wobei die Wasserunlöslichkeit
erfindungsgemäß als eine Löslichkeit von weniger als 10 Gew.-% bei 20° C verstanden
wird.
[0234] Zu den erfindungsgemäß einsetzbaren Ölkörpern zählen beispielsweise Glyceride, Kohlenwasserstoffe,
Silikonöle, Dialkylether, Dialkylcarbonate, Wachsester, etc. Auch beliebige Gemische
von Ölkörpern sind erfindungsgemäß einsetzbar.
[0235] Glyceride sind Fettsäureester des Glycerins, die natürlicher (tierischer, mikrobieller,
algenbasierter und pflanzlicher) oder synthetischer Herkunft sein können. Man unterscheidet
zwischen Mono-, Di- und Triglyceriden. Es handelt sich um bekannte Stoffe, die nach
einschlägigen Verfahren der präparativen organischen Chemie hergestellt werden können.
Synthetisch hergestellte Glyceride sind üblicherweise Mischungen von Mono-, Di- und
Triglyceriden, die durch Umesterung der entsprechenden Triglyceride mit Glycerin oder
durch gezielte Veresterung von Fettsäuren erhalten werden. Triglyceride oder Glycerid-Gemische
mit einem hohen Triglycerid-Anteil (> 90 Gew.-%) sind bevorzugt. Als Fettsäure sind
erfindungsgemäß C6-C30-Fettsäuren geeignet. Die Fettsäuren können verzweigt oder unverzweigt,
hydroxyliert oder nicht-hydroxyliert, gesättigt oder ungesättigt sein. Erfindungsgemäß
bevorzugt ist die Verwendung Glyceride pflanzlicher Herkunft, besonders bevorzugt
sind Glyceride der C-18-Pflanzen, z.B. Sojaöl, Baumwollsaatöl, Sonnenblumenöl, Leinöl,
Mandelöl, Maisöl, Olivenöl, Rapsöl, Sesamöl, Distelöl, Weizenkeimöl, Pfirsichkernöl
und dergleichen. Exemplarisch sind einige Zubereitungen mit Ölkörpern in den Ausführungsbeispielen
offenbart.
[0236] Zu den erfindungsgemäß einsetzbaren Ölkörpern zählen auch natürliche und synthetische,
aliphatische und/oder naphthenische Kohlenwasserstoffe, wie z. B. Squalan, Squalen,
Paraffinöle, Isohexadecan, Isoeicosan oder Polydecene sowie Dialkycyclohexane.
[0237] Erfindungsgemäß sind als Ölkörper auch Siliconöle geeignet. Zu diesen zählen z. B.
Dialkyl- und Alkyl- arylsiloxane, wie beispielsweise Cyclomethicone, Dimethylpolysiloxan
und Methylphenylpolysiloxan, sowie deren alkoxylierte und quaternisierte Analoga.
Geeignete nicht-flüchtige Siliconöle, wie z. B. Polyalkylsiloxane, Polyalkylarylsiloxane
und Polyethersiloxan-Copolymere sind in
Cosmetics: Science and Technology, Hrsg.: M. Balsam und E. Sagarin, Bd. 1, 1972, S.
27-104 zu entnehmen.
Siliconöle sind aus Nachhaltigkeitsbetrachtungen in den erfindungsgemässen Zubereitungen
nicht bevorzugt.
[0238] Geeignete und erfindungsgemäß bevorzugte Öle sind weiterhin verzweigte gesättigte
oder ungesättigte Fettalkohole mit 6 - 30 Kohlenstoffatomen. Diese Alkohole werden
häufig auch als Guerbet-Alkohole bezeichnet, da sie nach der Guerbet-Reaktion erhältlich
sind. Beispiele bevorzugter Alkoholöle sind Hexyldecanol, Octyldodecanol, 2-Ethylhexylalkohol
und die Handelsprodukte Guerbitol® 18, Isofol® 12, Isofol® 16, Isofol® 24, Isofol®
36, Isocarb® 12, Isocarb® 16 oder Isocarb® 24.
[0239] Weitere geeignete Ölkomponenten sind Mischungen aus Guerbetalkoholen und Guerbetalkoholestern,
z.B. Hexyldecanol und Hexyldecyllaurat.
[0240] Als Ölkörper kommen auch Ester von linearen, gesättigten oder ungesättigten C6-C30-Fettsäuren
mit linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten C6-C30-Fettalkoholen
bzw. Ester von verzweigten C6-C30-Carbonsäuren mit linearen oder verzweigten, gesättigten
oder ungesättigten C6-C
30-Fettalkoholen, welche hydroxyliert sein können (sogenannte Wachsester) in Frage.
[0241] Unter den Wachsestern seien expemplarisch folgende Vertreter genannt: Myristylmyristat,
Myristylpalmitat, Myristylstearat, Myristylisostearat, Myristyloleat, Myristylbehenat,
Myristylerucat, Cetylmyristat, Cetylpalmitat, Cetylstearat, Cetylisostearat, Cetyloleat,
Cetylbehenat, Cetylerucat, Stearyl- myristat, Stearylpalmitat, Stearylstearat, Stearylisostearat,
Stearyloleat, Stearylbehenat, Stearylerucat, Isostearylmyristat, Isostearylpalmitat,
Isostearylstearat, Isostearylisostearat, Isostearyloleat, Isostearyl- behenat, Isostearyloleat,
Oleylmyristat, Oleylpalmitat, Oleylstearat, Oleylisostearat, Oleyloleat, Oleylbe-
henat, Oleylerucat, Behenylmyristat, Behenylpalmitat, Behenylstearat, Behenylisostearat,
Behenyloleat, Behenylbehenat, Behenylerucat, Erucylmyristat, Erucylpalmitat, Erucylstearat,
Erucylisostearat, Erucyloleat, Erucylbehenat und Erucylerucat. Vorzugsweise werden
ein- oder mehrfach ungesättigte Wachsester, wie beispielsweise Oleyloleat und Oleylerucat
eingesetzt. Insbesondere bevorzugt sind diese Wachsester abgeleitet aus C18-Pflanzen.
Daneben eignen sich auch Ester von linearen C6-C22-Fettsäuren mit verzweigten Alkoholen,
insbesondere 2-Ethylhexanol, Ester von C2-C38-Alkylhydroxycarbonsäuren mit linearen
oder verzweigten C6-C22-Fettalkoholen, Ester von linearen und/oder verzweigten Fettsäuren
mit mehrwertigen Alkoholen (wie z. B. Propylenglycol, Dimerdiol oder Trimertriol)
und/oder Guerbetalkoholen, sowie Ester von C6-C22-Fettalkoholen und/oder Guerbet-
alkoholen mit aromatischen Carbonsäuren, insbesondere Benzoesäure, Ester von C2-C12-
Dicarbonsäuren mit linearen oder verzweigten Alkoholen mit 1 bis 22 Kohlenstoffatomen
(z. B. Dioctyl Malate) oder Polyolen mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen und 2 bis 6 Hydroxylgruppen.
Weitere beispielhafte Vertreter sind: Hexyldecylstearat , Hexyldecyllaurat, Isodecylneopentanoat,
Isononylisononanoat, 2-Ethylhexylpalmitat und 2-Ethylhexylstearat, Isopropylmyristat,
Isopropylpalmitat, Isopropylstearat, Isopropylisostearat, Isopropyloleat, Isooctylstearat,
Isononylstearat, Isocetylstearat, Isononylisononanoat, Isotridecylisononanoat, Cetearylisononanoat,
2-Ethylhexyllaurat, 2-Ethylhexylisostearat, 2-Ethylhexylcocoat, 2-Octyldodecylpalmitat,
Butyloctansäure-2-butyloctanoat, Diisotridecylacetat, n-Butylstearat, n-Hexyllaurat,
n-Decyloleat, Ethylenglycoldioleat und -dipalmitat, Linolylmyristat, Linolylpalmitat,
Linoleylmyristat, Linoleylpalmitat, Isostearyloleat, Isostearylbehenat, Isostearyloleat,
, Linoylstearat, Linoleylstearat, Oleyloleat, Oleyllinolat, Oleyllinolenat, Oleylrizinat,
Oleylerucat, Linolyloleat Linolyllinolat, Linolylrizinat, Linolylerucat, Linolenyloleat,
Linolenyllinolat, Linolenyllinenolat, Linolenylrizinat, Linolenylerucat, Erucyllinolat,
Erucyllinolenat, Erucylrizinat, wobei die Linolenderivate alpha-, sowie gamma-Linolenderivate
einschliessen.
[0242] Als Ölkörper geeignet sind lineare oder verzweigte, symmetrische oder unsymmetrische,
gesättigte oder ungesättigte Di-n-alkyl(en)ether mit 12 bis 24 C-Atomen pro Alkyl(en)gruppe,
wie z. B. Di-n-octylether, Di-(2-ethylhexyl)-ether, Laurylmethylether oder Octylbutylether,
Didodecylether oder Dibehenylether, wobei bevorzugt Ether abgeleitet aus C18-Pflanzen
verwendet werden.
[0243] Besonders bevorzugt sind als Ölkörper lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte
C6-C40-Fettalkoholcarbonate geeignet. Diese Verbindungen lassen sich durch Umesterung
von Dimethyl- oder Diethylcarbonat mit den entsprechenden Hydroxyverbindungen nach
Verfahren des Standes der Technik herstellen; eine Übersicht hierzu findet sich in
Chem.Rev. 96, 951 (1996). Typische Beispiele für Dialkyl(en)carbonate sind vollständige oder partielle Umesterungsprodukte
von Dimethyl- und/oder Diethylcarbonat mit Capronalkohol, Caprylalkohol, 2-Ethylhexylalkohol,
Caprinalkohol, Laurylalkohol, Isotride- cylalkohol, Myristylalkohol, Cetylalkohol,
Palmoleylalkohol, Stearylalkohol, Isostearylalkohol, Oleylalko- hol, Elaidylalkohol,
Petroselinylalkohol, Linolylalkohol, Linolenylalkohol, Elaeostearylalkohol, Arachidyl-
alkohol, Gadoleylalkohol, Behenylalkohol, Erucylalkohol und Brassidylalkohol sowie
deren technische Mischungen, die z. B. bei der Hochdruckhydrierung von technischen
Methylestern auf Basis von Fetten und Ölen anfallen. Bevorzugt geeignet Dialkylcarbonate
abgeleitet von C-18-Pflanzenölen.
[0244] Weitere erfindungsgemäß geeignete Öle sind ausgewählt aus den Dicarbonsäureestern
von linearen oder verzweigten C
2-C
10-Alkanolen, insbesondere Diisopropyladipat, Di-n-butyladipat, Di-(2-ethylhexyl)adipat,
Dioctyladipat, Diethyl-/Din-butyl/ Dioctylsebacat, Diisopropylsebacat, Dioctylmalat,
Dioctylmaleat, Dicaprylylmaleat, Diisooctylsuccinat, Di-2-ethylhexylsuccinat und Di-(2-hexyldecyl)-succinat.
[0245] Weiterhin geeignet sind Ölkörper aus Ester von linearen oder verzweigten, gesättigten
oder ungesättigten Fettalkoholen mit 2-30 Kohlenstoffatomen mit linearen, oder verzweigten
gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren mit 2 - 30 Kohlenstoffatomen, die hydroxyliert
sein können.
Weitere Öle, sind ausgewählt aus den Anlagerungsprodukten von Ethylenoxid und/oder
Propylenoxid an ein- oder mehrwertige C
3-20-Alkanole wie Butanol, Butandiol, Myristylalkohol und Stearylalkohol, z. B. PPG-14-Butylether,
PPG-9-Butylether, PPG-10-Butandiol, PPG-3-Myristylether und PPG-15-Stearylether.
[0246] Vorzugsweise werden Ölkörper eingesetzt, die auf C-18-Pflanzen basieren, wie beispielsweise
Pflanzenöle und entsprechende Mono-/Di-/Triglyceridmischungen auf Basis von gesättigten
und ungesättigten C6-C24-Fettsäuren, Ester von C6-C24-Fettalkoholen und/oder Fettalkohole
mit Carbonsäuren oder Polyolen, wie zum Beispiel Zucker mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen
und 2 bis 6 Hydroxylgruppen.
In einer bevorzugten Ausführungsform werden keine Silikone eingesetzt.
Öle, Fette und Wachse
[0247] Typische Beispiele für Fette und Öle sind Glyceride, d. h. feste oder flüssige pflanzliche
oder tierische Produkte, die im Wesentlichen aus gemischten Glycerinestern höherer
Fettsäuren bestehen. Als Wachse kommen u. a. natürliche Wachse, wie z. B. Bienenwachs,
Bürzelfett, Candelillawachs, Carnaubawachs, Ceresin, Espartograswachs, Guarumawachs,
Japanwachs, Korkwachs, Lanolin (Wollwachs), Mikrowachse, Montanwachs, Ozokerit (Erdwachs),
Petrolatum, Paraffinwachse, Ouricourywachs, Reiskeimölwachs, Schellackwachs, Sonnenblumenwachs,
Fruchtwachse wie Orangenwachse, Zitronenwachse, Grapefruitwachse, Zuckerrohrwachs,
chemisch modifizierte Wachse (Hartwachse), wie z. B. Montanesterwachse, Sasolwachse,
hydrierte Jojobawachse, hydriertes Rinzinusöl sowie synthetische Wachse, wie z. B.
Polyalkylenwachse und Polyethylenglycolwachse in Frage.
[0248] Neben den Fetten kommen als Zusatzstoffe auch fettähnliche Substanzen, wie Lecithine
und Phospholipide in Frage. Als Beispiele für natürliche Lecithine seien die Kephaline
genannt. Daneben kommen auch Sphingosine bzw. Sphingolipide in Frage. Desweiteren
sind auch Mischungen der genannten Öle und Wachse möglich. Erfinderisch besonders
bevorzugt eingesetzt werden Pflanzenöle, bzw. Triglyceride, wie sie aus den Pflanzen
der gemässigten Zonen isoliert werden können. Ganz besonders bevorzugt werden Öle
der Pflanzen und Pflanzenfamilien wie sie in der Anmeldung im Abschnitt "C18-Pflanzen"
beschrieben wurden.
[0249] Die Ölkörper können in den erfindungsgemässen Zubereitungen in einer Menge von 0.2
bis 80 Gew.-%, bevorzugt Mengen von 0.2 bis 70 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge
der Zubereitung.
Perlglanzwachse
[0250] Als Perlglanzwachse kommen beispielsweise in Frage: Alkylenglycolester, speziell
Ethylenglycoldistearat; Fettsäurealkanolamide, Partialglyceride, Ester von mehrwertigen,
gegebenenfalls hydroxysubstituierte Carbonsäuren mit Fettalkoholen mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen,
Fettstoffe, wie beispielsweise Fettalkohole, Fettketone, Fettaldehyde, Fettether und
Fettcarbonate, die in Summe mindestens 24 Kohlenstoffatome aufweisen; Fettsäuren wie
Stearinsäure, Hydroxystearinsäure oder Behensäure, Ringöffnungsprodukte von Olefinepoxiden
mit 12 bis 24 Kohlenstoffatomen mit Fettalkoholen mit 12 bis 24 Kohlenstoffatomen
und/oder Polyolen mit 2 bis 15 Kohlenstoffatomen und 2 bis 10 Hydroxylgruppen sowie
deren Mischungen.
[0251] Erfindungsgemäss bevorzugt sind Perlglanzwachse basierend auf C18-Pflanzen.
[0252] Die Einsatzmenge der Perlglanzwachse kann - bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung
- bei 0.1 bis 5, vorzugsweise 0.5 bis 3 und insbesondere 1 bis 1.5 Gew.- % liegen.
Weitere Inhaltsstoffe
[0253] Neben den bisher genannten Komponenten können die erfindungsgemässen Zubereitungen
weitere übliche Inhaltsstoffe für Kosmetika enthalten, die dem Fachmann durchaus bekannt
sind.
[0254] Die erfindungsgemässen kosmetischen und dermatologischen Zubereitungen können dementsprechend
ferner kosmetische Hilfsstoffe enthalten, wie sie üblicherweise in solchen Zubereitungen
verwendet werden; beispielsweise, Desensibilisierende Zusätze (z.B. Hydroxylapatit,
Arginin mit Calciumcarbonat, Zinn-, Kalium-, Strontiumchlorid, Kaliumnitrat u.a.),
Konsistenzgeber, kationische Polymere, Filmbildner, Überfettungsmittel, Stabilisatoren,
biogene Wirkstoffe, Trübungsmittel, ferner Eiweissderivate wie Gelatine, Collagenhydrolysate,
Aminosäuren, Oligo- oder Polypeptide auf natürlicher und synthetischer Basis, DNA-
oder RNA-Oligonucleotide, Desoxyzucker oder Desoxyzucker-Bausteine enthaltende Polysaccharide,
Kreatin, Xanthin-Derivate, z.B. Coffein, Theophyllin, Theobromin, Aminophyllin, Eigelb,
Honig, Lanolin und Lanolinderivate, Stoffe mit keratolytischer und keratoplastischer
Wirkung, Enzyme und Trägersubstanzen, Pflanzenextrakte, Vitamine, Provitamine und
deren Ester, Antiageing- Mittel, Füllstoffe, Pigmente, , Suspendiermittel, Puffergemische,
oberflächenaktive Substanzen, weichmachende, anfeuchtende und/oder feuchthaltende
Substanzen, entzündungshemmende Substanzen, Meristem Wirkstoffe, Flavonoide und flavonoid-reiche
Pflanzenextrakte, Isoflavonoide und isoflavonoid-reiche Pflanzenextrakte, Ubichinon
und ubichinonreiche Pflanzenextrakte, Silymarin, selbstbräunende Wirkstoffe, haarentfernende
Wirkstoffe und haarwachstumanregende bzw. haarwuchsregulierende Wirkstoffe, sebumregulierende
Wirkstoffe, hautaufhellende Wirkstoffe oder Weissmacher in Zahnpasten (z.B. Phosphate
oder Papain), Lichtschutzmittel, Insektenrepellentien, Bakterizide, Salze, antimikrobiell,
proteolytische oder wirksame Substanzen, Medikamente oder andere übliche Bestandteile
einer kosmetischen oder dermatologischen Formulierung wie Alkohole, Polyole, Polymere,
Schaumstabilisatoren, organische Lösungsmittel oder auch Elektrolyte, sowie Gemische
derselben.
[0255] Diese sind vorzugsweise in einer Menge von 0,001 - 20 Gew.-% in der Zubereitung enthalten.
Verfahren
[0256] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung richtet sich auf ein Verfahren zur Reinigung
und/oder Pflege.
Verfahren zur Reinigung und Pflege zeichnen sich im allgemeinen dadurch aus, dass
in mehreren Verfahrensschritten verschieden aktive Substanzen auf den Körper, bzw.-
das Körperteil oder auf ein Substrat, z.B. ein Textil, ein Tuch, eine Bürste etc.
aufgebracht und nach der Einwirkzeit abgewaschen werden, oder dass der Körper, der
Mund, die Zähne, die Haare, das Fell oder die Haut in sonstiger Weise mit der erfindungsgemässen
Zubereitung behandelt wird.
[0257] Das Reinigungs- und/oder Pflegeverfahren umfassend die Verfahrensschritte:
- a) Bereitstellen einer Zubereitung umfassend ein Reinigungs- oder Pflegemittel gemäss
den vorhergehenden Beschreibungen
- b) In Kontakt bringen von Körper, Zähne, Zahnfleisch, Haaren oder Fell mit dem Reinigungs-
oder Pflegemittel gemäss a)
[0258] In einem weiteren Verfahren wird das Mittel auf feste Substrate, wie Tücher aus Textil,
Verbundstoff, non woven, Vlies, Papier, Watte oder Filz u.a. aufgebracht. Diese werden
mit der Zubereitung durch ein Press-, Tauch-, Abstreif- oder Sprühverfahren imprägniert.
[0259] Alle Sachverhalte, Gegenstände und Ausführungsformen, die für die Zubereitung beschrieben
sind, sind auch auf das Reinigungs-und Pflegeverfahren sowie deren Verwendung anwendbar
und umgekehrt.
Verwendungen
[0260] Gegenstand dieser Anmeldung ist die Verwendung der erfindungsgemässen Zubereitungen
als oder zur Herstellung von Reinigungs- und Pflegemitteln für Körper, Mund und Zähne,
Haut und Haare sowie zur Tierpflege.
[0261] Wie oben beschrieben, betrifft die Erfindung insbesondere die Verwendung der Zubereitung
zur Entfernung von Farb- oder Kohlenhydratverschmutzungen.
[0262] In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Zubereitung in bei saurem pH zwischen
0 und 7, bevorzugt zwischen 1 und 6 eingesetzt und ganz besonders bevorzugt bei einem
pH zwischen 2 und 5.5. Überraschenderweise zeigt die erfindungsgemässe Zubereitung
eine ausgesprochen gute Eignung im Sauren. Das erfindungsgemässe Mittel eignet sich
dadurch für die Verwendung in Haarentfernern, medizinischen Produkten wie zum Beispiel
gegen Schuppenflechte oder Neurodermitis, insbesondere zu deren Prävention, weiterhin
für Haarfärbeprodukte und für die Verwendung im Intimbereich.
[0263] In einer weiteren bevorzugen Ausführungsform wird die Zubereitung bei neutralem pH
zwischen 5 und 8 eingesetzt, z.B. wenn ein hautneutraler pH wünschenswert ist, wie
beispielsweise in einer Handseife, der Gesichtpflege, Gesichtswasser, AugenMakeup-Entferner,
Makeup Entferner, Shampoo, Duschzubereitungen, Kontaktlinsenreinigung und andere.
[0264] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform wird das Mittel bei alkalischem pH zwischen
7 und 14 eingesetzt, bevorzugt zwischen 8 und 12 eingesetzt. Typische Beispiele für
die Verwendungen bei alkalischem pH sind Rasierseife, Haarfärbemittel, Hautreinigung
auf Seifenbasis.
[0265] Die erfindungsgemässen Zubereitungen werden als oder für die Herstellung von Reinigungs-
und Pflegemitteln verwendet, bevorzugt als kosmetisches, dermatologische oder medizinisches
Reinigungs- und/oder Pflegemittel, welches direkt oder indirekt mit dem menschlichen
Körper in Berührung kommt. Dies sind beispielsweise: Duschzubereitungen, Badezusätze,
Handseifen, auch zur Grobreinigung, Handpasten, Intimreinigung, Reinigung des Augenbereichs,
Kontaktlinsenreinigung, Makeup-Entferner, Augenmakeup-Entferner, Körperreinigung,
Mund- und Zahnpflege, Haarshampoos, konditionierende Shampoos, Antischuppen-Shampoo,
Babyshampoo, Reinigungs- und Pflegeprodukte bei Schuppenflechte, Neurodermitis, Akne;
insbesondere für die Prävention, Körper-, bzw. Gesichtstonic, Gesichtslotion, Feuchttücher,
auch mit pflegenden oder anderen Wirkstoffen, z.B. desodorierend, anti-ageing u.a.,
Haarentfernung und Rasierprodukte, Haar-Tonicen, Haarfärbeshampoos, Haarfärbemittel
und Haarstyling-Zubereitungen, Mundpflegeprodukt (Mundhygieneprodukt), insbesondere
in Form von Zahnpasta, Zahncreme, Zahngel, Zahnpulver, Zahnputzflüssigkeit, Zahnputzschaum,
Mundwasser, Mundwasserkonzentrat, Zahncreme und Mundwasser als 2-in-1 Produkt, Mundspray.
[0266] Eingeschlossen ist erfindungsgemäss die Tierpfege und -reinigung.
[0267] Im Sinne dieser Anmeldung kann das Mittel als Flüssigkeit, Lösung oder Dispersion,
Emulsion, Lotion, Gel, Spray oder Schaum verwendet werden. So können sie z. B. eine
Lösung, eine Emulsion (O/W), oder eine multiple Emulsion, beispielsweise vom Typ Wasser-in-Öl-in-Wasser
(W/O/W), ein Gel, eine Hydrodispersion, eine lamellare Phase, eine flüssige isotrope
Lösungsphase oder eine micellare Phase, darstellen bevorzugt ist die flüssige oder
gelförmige Ausführungsform mit Wasser oder einem organischen Lösungsmittel, ganz besonders
bevorzugt ist die wässrige Ausführungsform.
[0268] Die Zubereitungen eignen sich hierbei sowohl zur verdünnten Anwendung, als auch zur
direkten Applikation als auch zur Anwendung über ein Hilfsmittel.
[0269] Sie können als auf der Haut und dem Haar verbleibende ("leave-on") oder abzuspülende
("rinse-off") Produkte formuliert werden.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei den erfindungsgemässen
Zubereitungen um Rinse-off-Formulierungen. Moderne Rinse-off Produkte haben häufig
einen hohen Anteil an konditionierenden Wirkstoffen, die auch aus Ölanteilen bestehen
können. Folglich können diese Zubereitungen als Emulsionen vorliegen.
[0270] Weitere Aspekte der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Beispielen
sowie den beigefügten Patentansprüchen.
Ausführungsbeispiele:
[0271] In den Beispielen sind die Tenside wie folgt bezeichnet. Alle Konzentrationsangaben
beziehen sich auf den Aktivgehalt der Inhaltsstoffe in der gesamten Zubereitung.
| Tensid A1 |
Alkoxyliertes Fettsäureamid |
Rapeseed PEG-4amide |
Kao |
| Biotensid 1 |
Sophorolipid |
Sophoclean, aktiv |
Soliance |
| Biotensid 2 |
Sophorolipid |
Soliance S |
Soliance |
| Biotensid 3 |
Sophorolipid |
Sophogreen |
Soliance |
| Biotensid 4 |
Rhamnolipid |
JBR 425 |
Jeneil |
| Biotensid 5 |
Mannosylerythritollipide |
via Ustilago maydis |
|
| Biotensid 6 |
Cellobioselipid |
via Ustilago maydis |
|
| Biotensid 7 |
Trehaloselipid |
via Rhodococcus |
|
Kohlenhydrat- Waschkraft
[0272] Versuchsdurchführung: Die Waschkraft auf Kohlenhydrate wurde über eine 1%-ige Tensidlösung
in einem Natriumcitrat/ Zitronensäure-Puffer bei pH= 5.5 getestet. Hierzu wurde eine
definierte Menge an Saccharose/Glucosegemisch verdichtet und eingefärbt, bei 20°C
in die Testlösung eingebracht und die Zeit bestimmt, nach der die Tablette ohne Rühren
oder andere mechanische Einwirkung vollständig aufgelöst ist (= Waschkraft)
[0273] Auswertung: Zur vergleichenden Bestimmung der Waschkraft der Kohlenhydrate werden
die Versuchsreihen jeweils auf die Waschkraft eines Tensids standardisiert. Für die
Vergleichbarkeit wurde in Tabelle 1 Biotensid Glycolipid 1, für Tabelle 2 Tensid A
als Standard gewählt. Der Testwert der Tensidmischungen wird relativ zur Waschkraft
des Standards angegeben, wobei das aufgeführte Ergebnis jeweils der Mittelwert der
Einzelergebnisse pro Versuchsreihe ist (Tabelle 1).
[0274] In Tabelle 1 werden exemplarisch die Ergebnisse der Kombination mit Biotensid 1 bei
pH = 3 für die Kohlenhydratlösekraft offenbart. Dabei wird die Kohlenhydratlösekraft
der Versuchslösungen bezogen auf die Kohlenhydratlösekraft des Glycolipid- Biotensids
1 als 100%. Für die vergleichenden Versuche wurde Cocamid DEA gewählt, ein Tensid
welches betreffend Verwendung und Verhalten Tensid A am nächsten kommt. Cocamid DEA
ist abgeleitet von Kokos- oder Palmöl
Tabelle 1: Kohlenhydratlösekraft bei pH = 3, 1%-ige Tensidlösung
| Kohlenhydrat-Lösekraft |
1%-ige Lösung Biotensid 1 |
1%-ige Lösung Tensid A bzw. R |
Tensid A bzw. R kombiniert mit Biotensid 1, je 0.5 Gew.-% |
| Tensid A |
100% |
94% |
108% |
| Tensid R |
100% |
100% |
93% |
[0275] Ergebnis: Synergien sind deutlich bei in dem erfindungsgemässen Mitteln in Kombination
mit Tensid A, während eine negative Synergie bei dem Kokosfettsäure-Tensid R auftritt
(Verschlechterung der Reinigungsleistung um 7%).
[0276] Die Waschkraft für Zubereitungen bei pH = 6 mit weiteren Biotensid Glykolipid ist
exemplarisch in Tabelle 2 gezeigt.
Tabelle 2: Synergistische Waschkraft für Kohlenhydrate
| 1% Gesamttensidkonzentration in Zitratpuffer, pH = 6, Werte relativ zur Waschkraft
von Tensid A |
| Kohlenhydratlösekraft |
Tensid A |
Biotensid (B) |
A: B = 1:1 |
| Biotensid 2 |
100% |
106% |
123% |
| Biotensid 3 |
100% |
106% |
110% |
| Biotensid 4 |
100% |
110% |
125% |
[0277] Ergebnis: Alle erfindungsgemässen Testlösungen A : B zeigen eine erhöhte Waschkraft
auf Kohlenhydrate, welche deutlich über der Waschkraft der Einzelkomponenten liegt.
[0278] Durch weitere Versuche wurde bestätigt, dass die Synergie auch bei basischem pH von
9.7 erhalten bleibt. Bevorzugt sind Kombinationen mit A:B ≤ 2:1. Ebenso bleibt die
Synergie bei Zugabe der erfindungsgemässen Tenside (C) oder Lösungsmittel bzw. Chelatbildner
erhalten. Exemplarisch sind einige Ausführungsbeispiele bei den Verwendungen offenbart.
Reinigungskraft Farbstoffe, Pigmente, Make-up
[0279] Versuchsdurchführung: Das Make-up wird bei mehreren Versuchspersonen als Fleck von
ca. 1 cm Durchmesser auf die Haut (Arm, oder Bein) aufgetragen und 5 min getrocknet.
Als Testsubstanzen wurden typisches Augen- und Gesichtsmakeup verwendet (Lidschatten
L'Oreal, luminous; Mascara L'Oreal Volume Million Lashes extra black, wasserlöslich;
Make-up der Löscher, Silikonbasis; Maybelline, Kajal Expression Maybelline). Anschliessend
wird ein Kosmetiktuch mit 1 ml Testlösung getränkt und der Fleck ohne Druck einmalig
abgewischt und beurteilt. Anschliessend wird der Fleck vollständig versucht zu entfernen.
Die Versuche werden nach folgender Bewertungsskala von 0 bis 4 bewertet (Tabelle 3)
und statistisch ausgewertet. Die gemittelten und gerundeten Ergebnisse sind den Tabelle
4 zu entnehmen.
Tabelle 3: Bewertungsskala Makeup-Entferner
| Bewertungsskala |
Ergebnis bei einmaligem Wischen |
Notwendige Schritte zur vollständigen Entfernung |
| 4 |
Farbe nicht angelöst |
Nicht möglich |
| 3 |
Farbe leicht angelöst, Streifen |
Kräftiges Reiben mit Druck notwendig |
| 2 |
Farbe deutlich angelöst |
Leichtes Reiben mit Druck notwendig |
| 1 |
Farbe fast vollständig entfernt |
Sanftes 2-3 maliges Wischen ohne Druck |
| 0 |
Farbe vollständig entfernt |
Sanftes 1-maliges Reiben ohne Druck |
Tabelle 4: Synergistische Reinigungswirkung auf Makeup, Gesamttensidkonzentration 8% in Wasser
| |
Tensid A |
Biotensid B1 |
A/B1 = 1:1 |
| Lidschatten |
3 |
2 |
1 |
| Make-up |
3 |
3 |
2 |
| Mascara (wasserlösl.) |
2 |
4 |
1 |
| Lidstrich Kajal |
3 |
4 |
1 |
| |
2.75 |
3.25 |
1.25 |
[0280] Ergebnis: Überraschenderweise wird eine synergistische Wirkung zwischen Tensid A
und Biotensid B (hier beispielhaft Biotensid B1) festgestellt. Für alle repräsentativen
Makeup-Kategorien wurde eine deutlich bessere Reinigungswirkung für die erfindungsgemässe
Kombination beider Tenside festgestellt. Besonders markant sind diese Ergebnisse für
Mascara und Lidstrich auf Basis von Farbstoffen und Pigmenten trotz unterschiedlicher
Basis wasser- bzw. fettlöslich. Selbst bei Make-up auf Basis Silikon ist der Effekt
deutlich sichtbar.
Betrachtet man das gemittelte Gesamtergebnis, so liegt die erfindungsgemässe Kombination
bei 1.5-2 Bewertungspunkten über der Bewertung der Einzeltenside, was einer Verbesserung
des Gesamtreinigungseffektes von 30-40% entspricht.
[0281] Die Durchführung mit anderen Biotensiden lieferte analoge Ergebnisse, bspw. liefert
das Biotensid-Glycolipid 4 ein Gesamtergebnis von 3.3 als 8%-ige Lösung, während die
1:1-Mischung mit Tensid (A) eine Gesamtwaschkraft von 1.32 aufweist. Bei weiteren
Versuchen wurde weiterhin bestätigt, dass die Synergie zur Reinigung anderer Farb-
bzw. Pigmentflecken wie bspw. Kugelschreiber, Erde, etc. auch auf unterschiedlichen
Oberflächen gegeben ist. Exemplarisch sind einige Ausführungsbeispiele offenbart.
Zugabe eines weiteren alkoxylierten Tensids (C)
[0282] Exemplarisch sind die Testergebnisse zur Makeup-Entfernung nach der zusätzlichen
Zugabe von alkoxylierten Tensiden (C) in Tabelle 5 abgebildet. Gesamttensidkonzentration
hier 12% in Wasser, Verhältnis Tensid (A) : Biotensid Glycolipid (B1) : Tensid (C)
= 1:1:1, am Beispiel Biotensid 1.
Tabelle 5:
| Reinigungswirkung auf Make-up nach zusätzlicher Zugabe eines 3. Tensids (C) zu A/B1 |
| |
A/B1 = 1:1 |
Mandelöl PEG-8 Esters |
Pfirsichkernöl Glycereth-8 Esters |
Rapssamenmethylester Oxylat 7EO |
| Make-up |
2 |
1 |
0 |
0 |
| Gesamt |
1.25 |
1.38 |
1.25 |
0.81 |
Bewertung gemäss Skala Tabelle 3
[0283] Ergebnis: Durch Zugabe des 3. Tensids wird die Reinigungswirkung auf Make-up auf
Silikonbasis deutlich verbessert. Es ist eindeutig zu erkennen, dass der Synergieeffekt
erhalten bleibt und die Veränderungen der Gesamtreinigungskraft nur in einem relativ
kleinen Bereich variiert.
[0284] Weiterhin wird durch die Zugabe eines 3. Tensids (C) die Schaumbildung verstärkt.
Exemplarisch sind die Testergebnisse zur Schaumhöhe und -stabilität für die Zugabe
von alkoxylierten Tensiden (C) zu einer 1:1-Mischung von Tensid (A) und Biotensid-Glycolipid
B1 in Tabelle 6 abgebildet. Gesamttensidkonzentration hier 3.5%, Verhältnis Tensid
(A) : Biotensid Glycolipid (B) : Tensid (C) = 1:1:1, am Beispiel Biotensid 1. Die
Schaumbildung wird bestimmt durch unmittelbares Messen der Schaumhöhe nach Schütteln
der Testmischung. Die angegebene Schaumhöhe wird bezogen auf die Mischung Tensid (A)/
Biotensid 1 = 1:1 als 100% Die Schaumstabilität wird bestimmt durch Messen der Schaumhöhe
nach 15 min. Die angegebene Schaumstabilität wird wiederum bezogen auf die Schaumhöhe
der Mischung Tensid (A)/ Biotensid 1 = 1:1 als 100% (Tabelle 6).
Tabelle 6:
| Erhöhte Schaumbildung und -stabilität durch zusätzliches Tensid (C) zu A/B1 |
| |
Tensid A |
Biotensid B1 |
A/B 1 = 1:1 |
Mandelöl PEG-8 Esters |
Pfirsichkernöl Glycereth-8 Esters |
Rapssamenmethylester Oxylat 7EO |
| Schaumbildung |
53% |
100% |
100% |
133% |
127% |
120% |
| Schaumstabilität |
133% |
0% |
100% |
217% |
167% |
217% |
[0285] Ergebnis: Durch zusätzliche Zugabe des 3. Tensids wird die Schaumbildung der Mischungen
verbessert. Alle tertiären Mischungen liegen über 100%, d.h. haben eine grössere Schaumbildung
als das binäre Gemisch aus Tensid (A) und Biotensid-Glycolipid (B). Gleichzeitig zeigen
alle tertiären Mischungen eine deutlich höhere Schaumbildung als die Einzeltenside.
Die binäre Mischung zeigt zudem einen positiven Effekt betreffend Schaumbildung gegenüber
den Einzeltensiden.
[0286] Der schaumstabilisierende Effekt von Tensid (A) auf Tensidmischungen ist bekannt.
Die Schaumstabilität des Biotensids wird erwartungsgemäss bei der binären Mischung
(A)/(B) durch Tensid A verbessert. Überraschend zeigt sich dagegen, dass die tertiären
Mischungen mit Tensid (C) die Schaumstabilität der binären Mischung um etwa das Doppelte
übertreffen.
Zugabe eines milden Lösungsmittels
[0287] Exemplarisch sind die Testergebnisse zur Makeup-Entfernung für die synergistische
Mischung A/B in Wasser und A/B in Wasser unter zusätzlicher Zugabe von milden Lösungsmitteln
in Tabelle 7 abgebildet. Gesamttensidkonzentration hier 8 % in Wasser, Lösungsmittel
sind zu je 4%; bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung, hier gezeigt am Beispiel
Biotensid 1. Bewertung gemäss Bewertungsskala wie oben angegeben.
Tabelle 7:
| Reinigungswirkung auf Make-up nach Zugabe eines zusätzlichen milden Lösungsmittels
zu A/B1 |
| |
A/B 1 = 1:1 |
Rapsmethylester |
Glycerin |
Pentylenglycol |
Propandiol |
| Lidschatten |
1 |
0 |
0 |
0 |
0 |
| Gesamt |
1.25 |
1.10 |
1.38 |
1.19 |
1.20 |
[0288] Ergebnis: Durch Zugabe des milden Lösungsmittels wird die synergistische Gesamtreinigungswirkung
auf dekorative Kosmetik nur geringfügig beeinflusst. Jedoch wird eine Verbesserung
bei einzelnen Farbkategorien festgestellt, exemplarisch ist hier Lidschatten offenbart;
die Ergebnisse sind in der Tabelle 7 gezeigt. Ein Teil des Wassers wird durch ein
Lösungsmittel ersetzt ohne Beeinflussung der synergistischen Wirkung. Dies ist insofern
nicht selbstverständlich, als dass die Interaktionen Tensid- Wasser stark durch Wasserstoffbrückenbindung
gesteuert sind, die durch die Zugabe eines Lösungsmittels wesentlich verändert wird.
Bekanntermassen führt dies zu veränderten Solubilisierungs- bzw. Dispergiervermögen,
deren Richtung und Ausprägung jedoch a priori nicht vorhergesagt werden kann.
Zugabe eines Chelatbildners:
[0289] Exemplarisch sind die Testergebnisse zur Makeup-Entfernung für die synergistische
Mischung A/B1 in Wasser und A/B1 in Wasser unter zusätzlicher Zugabe von Chelatbildnern
in Tabelle 8 abgebildet. Gesamttensidkonzentration hier 8 % in Wasser, Chelatbildner
zu je 4%; bezogen auf die Gesamtmenge der Zubereitung, am Beispiel Biotensid 1. Bewertung
gemäss Bewertungsskala (Tabelle 3) wie oben angegeben.
Tabelle 8:
| Reinigungswirkung auf Make-up nach zusätzlicher Zugabe eines Chelatbildners zu A/B1 |
| |
A/B1 = 1:1 |
Tetrasodium Glutamate Diacetate |
Tetrasodium Iminodisuccinate |
| Lidschatten |
1 |
0 |
0 |
| Make-up |
2 |
0 |
0 |
| Gesamt |
1.25 |
1.00 |
1.13 |
[0290] Ergebnis: Durch Zugabe des Chelatbildners wird die Gesamt-Reinigungswirkung leicht
verbessert, als auch die Reinigungsleistung auf Make-up (Silikonbasis) und Lidschatten.
Es ist zu erkennen, dass der Synergieeffekt erhalten bleibt und sich die Gesamtreinigungskraft
zusätzlich leicht verbessert. Dieser Effekt konnte generell bei Farben und Pigmente,
auch auf anderen Substraten, bestätigt werden.
[0291] Weiterhin wird durch die Zugabe eines Chelatbildners die Schaumbildung verstärkt.
Exemplarisch sind die Testergebnisse zur Schaumhöhe und -stabilität für die Zugabe
von Chelatbildners in Tabelle 9 abgebildet. Gesamttensidkonzentration hier 3.5%, Der
Chelatbildner wird zusätzlich der Mischung A/B beigegeben, Verhältnis Tensid (A) :
Biotensid-Glycolipid (B) = 1:1, am Beispiel Biotensid B1. Die Schaumbildung wird bestimmt
durch unmittelbares Messen der Schaumhöhe nach Schütteln der Testmischung. Die angegebene
Schaumhöhe wird bezogen auf die Mischung Tensid (A)/ Biotensid 1 = 1:1 als 100% Die
Schaumstabilität wird bestimmt durch Messen der Schaumhöhe nach 15 min. Die angegebene
Schaumstabilität wird wiederum bezogen auf die Schaumhöhe der Mischung Tensid (A)/
Biotensid B1 = 1:1 als 100% (Tabelle 9).
Tabelle 9: Erhöhte Schaumbildung und -stabilität durch Zugabe zusätzlicher Chelatbildner zu
A/B1
| |
Tensid A |
Biotensid B1 |
A/B1 = 1:1 |
Tetrasodium Glutamate Diacetate |
Tetrasodium Iminodisuccinate |
| Schaumbildung |
53% |
100% |
100% |
233% |
233% |
| Schaumstabi lität |
133% |
0% |
100% |
417% |
417% |
[0292] Ergebnis: Durch zusätzliche Zugabe eines Chelatbildners wird die Schaumbildung der
Mischungen deutlich verbessert. Die Mischungen mit Chelatbildner liegen über 200%,
d.h. bilden ungefähr doppelt so viel Schaum wie das binäre Gemisch aus Tensid (A)
und Biotensid B1.
[0293] Zusätzlich bewirken die Chelatbildner einen schaumstabilisierenden Effekt. Die Schaumstabilität
des Biotensids (B) wird erwartungsgemäss bei der binären Mischung (A)/(B) durch Tensid
A verbessert. Überraschend zeigt sich allerdings, dass die Mischungen mit einem zusätzlichen
Chelatbildner die Schaumstabilität der binären Mischung um etwa das Vierfache übertreffen.
[0294] Ausserdem wurde überraschenderweise festgestellt, dass die Zugabe von Chelatbildner
eine Klarstellung der Zubereitung erwirkt. Während die binäre Mischungen (A) und (B),
auch bei Zugabe eines weiteren Tensids (C) nicht transparent sind, wird die Mischung
mit Chelatbildnern, z.B. mit Tetrasodium Glutamate Diacetat oder Tetrasodium Iminosuccinat,
transparent. Dies ist aus optischen bzw. marketingtechnischen Gründen oftmals erwünscht
ist.
Ausführungsbeispiele
[0295] In Tabelle 10 sind Beispiele für erfindungsgemässe Shampoo-Zubereitungen gezeigt,
Konzentrationen jeweils Aktivsubstanz. Beispiele für Shampoo 1-8, Beispiele für Konditionierende
Shampoos 9-11.
[0296] In Tabelle 11 sind Beispiele für erfindungsgemässe Körperreinigungs-Zubereitungen
gezeigt, Konzentrationen jeweils Aktivsubstanz. Beispiele für milde Shampoo und Duschgele/
Babyshampoo, tränenfreie Shampoos und Intimreinigung 12-15, Beispiele für Handwaschpasten
16-18, Schaum- und Ölbad 19-20, Handseife 21-22.
[0297] In Tabelle 12 sind Beispiele für erfindungsgemässe Gesichts-Zubereitungen gezeigt,
Konzentrationen jeweils Aktivsubstanz. Beispiele für Gesichtsmilch und - lotionen,
z.B. zur Gesichtsreinigung oder die Entfernung von Make-up, bzw. Augenmakeup, auf
Wasser- sowie auf Ölbasis, als auch 2-Phasen-Gemische, und zur Gesichtsreinigung bei
Akne.
[0298] Weiterer Vorteil bei der erfindungsgemässen Gesichtsreinigung mit Biotensid-Glycolipide
und Tensid A ist insbesondere, dass die Zusammensetzungen nicht oder nur schwach schäumend
sind und, da die erfindungsgemässen Mittel nicht oder nur schwach augenreizend sind,
auch für empfindliche Stellen verwendet werden können, wie hier beispielhaft gezeigt
für die Entfernung des Augen-Makeups.
[0299] In Tabelle 13 sind Beispiele für erfindungsgemässe Rinse-off Haarpflege-Zubereitungen
gezeigt, Konzentrationen jeweils Aktivsubstanz. Beispiele für Haarkur 33, Konditionierer
34-35, Haarfärbemittel und -shampoos 36-40.
[0300] In Tabelle 14 sind Beispiele für erfindungsgemässe Zubereitungen vorzugsweise für
Feuchttücher gezeigt, Konzentrationen jeweils Aktivsubstanz. Beispiele für unterschiedliche
Reinigungstücher mit Wirksubstanzen 41-44, Mittel mit Pflegewirkstoffen 45-46, Mittel
für Grobreinigung mit Lösungsmittel 47-49, Mittel für Baby Pflege- und Reinigungstücher
50-53.
[0301] In Tabelle 15 sind Beispiele für erfindungsgemässe Zubereitungen für die Mundpflege
und -reinigung. Konzentrationen jeweils Aktivsubstanz. Beispiele für Zahnpflegemittel
54-58 und Mundwasser 59-62. Neben der geringen Toxikologie der erfindungsgemässen
Zubereitung ist ein weiterer Vorteil die Vermeidung von Natrium laureth sulfat als
gängigesTensid im Mundpflegebereich, welches Inkompatibilität mit einigen üblichen
kationischen Wirkstoffen, wie bspw. Chlorhexidin zeigt.
[0302] In Tabelle 16 sind Beispiele für erfindungsgemässe Zubereitungen für die Rasur und
Haarentfernung. Konzentrationen jeweils Aktivsubstanz. Beispiele für Rasiercreme,
Rasierlotionen, Rasierseifen und 2-in-1 Rasur & Reinigung
Tabelle 10: Beispiele für Shampoo (Konzentrationen in Gew.-% Aktivsubstanz)
| |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
11 |
| Biotensid 1 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
1 |
| Biotensid 2 |
|
|
2.5 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Biotensid 3 |
3.5 |
|
|
3.5 |
3.5 |
|
|
4 |
|
|
|
| Biotensid 4 |
|
2.5 |
|
1.5 |
|
|
|
|
4 |
|
|
| Biotensid 5 |
|
|
|
|
|
2.5 |
|
|
|
1 |
|
| Biotensid 6 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Biotensid 7 |
|
|
|
|
|
|
2.5 |
|
|
|
|
| Tensid A |
1.5 |
2.5 |
2.5 |
1.5 |
1.5 |
2.5 |
2.5 |
1 |
2 |
0.3 |
0.3 |
| Oliveamido propylbetain |
|
|
|
|
2 |
|
|
|
|
|
|
| Brassicamidopropyl dimethylamine |
|
|
|
|
|
|
|
|
1.5 |
2 |
2 |
| Mandelöl Glycereth-8 ester |
|
|
|
0.5 |
|
|
2 |
|
|
|
|
| Saponin |
|
|
|
|
|
2 |
|
|
|
|
|
| Brassica alcohol |
|
|
|
|
|
|
|
|
0.4 |
0.5 |
0.5 |
| Glycerin |
|
|
|
0.5 |
0.5 |
0.5 |
|
|
|
|
|
| 1,2-Propandiol |
|
|
|
|
|
|
0.5 |
0.5 |
|
|
|
| EDTA |
0.2 |
0.2 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Zinc Omadine |
2 |
2 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Piroctone Olamine |
|
|
2 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Teebaumöl |
|
|
|
|
0.5 |
0.5 |
|
|
|
|
|
| Brennessel Extrakt |
|
|
|
2 |
|
|
|
|
|
|
|
| Rosmarinus Officinalis (Rosemary) Blätterextrakt |
|
|
|
|
|
|
5 |
5 |
|
|
|
| Panthenol |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
0.1 |
0.1 |
| Optional: Verdicker, Parfum, Konservierung, silikone, pH-Stellmittel, Actives |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Wasser |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
Tabelle 11: Beispiele für Mittel zur Körperreinigung (Konzentrationen in Gew.-% Aktivsubstanz)
| |
12 |
13 |
14 |
15 |
16 |
17 |
18 |
19 |
20 |
21 |
22 |
| Biotensid 1 |
|
|
5 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Biotensid 2 |
|
3 |
|
|
|
|
0.2 |
|
|
|
3 |
| Biotensid 3 |
|
|
|
|
|
|
0.6 |
|
|
|
|
| Biotensid 4 |
|
|
|
6 |
6 |
6 |
|
|
|
|
|
| Biotensid 5 |
|
|
|
|
|
|
|
|
3 |
|
|
| Biotensid 6 |
3 |
|
|
|
|
|
|
4.5 |
|
|
|
| Biotensid 7 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
3 |
|
| Tensid A |
0.3 |
0.3 |
0.3 |
1.5 |
1.5 |
1.5 |
4 |
8 |
3 |
1.5 |
1.5 |
| Natrium Olivenölfettsäuren |
|
|
|
|
|
|
0.5 |
|
|
5 |
5 |
| Sonnenblumenöl PEG-20 |
|
|
|
|
4 |
4 |
|
|
5 |
|
|
| Oliveamido propylbetain |
|
|
2 |
|
|
|
|
2 |
|
|
|
| Sonnenblumenöl Glycereth-8 ester |
|
|
0.5 |
3 |
1.5 |
1.5 |
|
|
10 |
|
|
| Mandelöl PEG-7 ester |
|
|
|
2.5 |
|
|
|
|
|
2 |
|
| Ethoxylierter Rapsmethylester (7EO) |
|
|
|
|
|
|
5 |
|
|
|
|
| Aprikosenkernöl |
|
|
|
|
|
|
|
|
10 |
|
|
| Saponin |
|
3 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Ethanol |
|
|
|
|
|
7 |
|
|
|
2 |
|
| Glycerin |
|
|
|
2.5 |
|
|
|
|
|
1 |
|
| 1,2-Propandiol |
|
2 |
|
0.5 |
|
|
|
|
|
|
|
| Rapsmethylester |
|
|
|
|
0.3 |
|
|
|
|
|
|
| Sojamethylester |
|
|
|
|
|
0.3 |
|
|
|
|
|
| Limonene |
|
|
|
|
|
0.5 |
|
|
|
|
0.1 |
| Walnussschalenmehl |
|
|
|
|
15 |
|
|
|
|
|
|
| Quarzsand |
|
|
|
|
|
|
35 |
|
|
|
|
| Aloe Vera extract |
|
|
0.1 |
|
|
|
|
|
|
0.2 |
|
| Hydrolisiertes Weizenprotein |
|
|
|
|
|
|
|
4 |
|
|
|
| Lecithin |
|
|
|
|
|
|
|
|
0.5 |
|
|
| Carboxymethylcellulose |
|
|
|
|
0.6 |
0.6 |
|
|
|
|
|
| Natriumcarbonat |
|
|
|
|
|
|
0.5 |
|
|
|
|
| Tetrasodium iminodisuccinate (IDS) |
|
|
|
|
|
0.2 |
|
|
|
|
|
| Ethylendiamine-N,N'-disuccinic acid (EDDS) |
|
|
|
|
|
|
0.2 |
|
|
|
|
| Panthenol |
|
0.2 |
0.2 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Optional: Verdicker, Parfum, Konservierung, silikone, pH-Stellmittel, Actives |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Wasser |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
Tabelle 12: Beispiele für Mittel für die Gesichtsreinigung (Konzentrationen in Gew.-% Aktivsubstanz)
| |
23 |
24 |
25 |
26 |
27 |
28 |
29 |
30 |
31 |
32 |
| Biotensid 1 |
|
3 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Biotensid 2 |
0.5 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Biotensid 3 |
|
|
|
0.3 |
0.3 |
|
|
|
|
|
| Biotensid 4 |
|
|
|
|
|
|
15 |
15 |
|
|
| Biotensid 5 |
|
|
|
|
|
5 |
|
|
|
15 |
| Biotensid 6 |
|
|
3 |
|
|
|
|
|
|
|
| Biotensid 7 |
|
|
|
|
|
|
|
|
15 |
|
| Tensid A |
0.5 |
0.5 |
0.5 |
0.5 |
0.5 |
|
5 |
10 |
5 |
5 |
| Aprikosenkernöl |
|
|
|
5 |
5 |
|
|
|
|
|
| Nachtkernzenöl |
|
|
|
|
|
|
30 |
|
30 |
30 |
| Cathamus Tinctorius Öl |
|
|
|
|
|
|
|
40 |
|
|
| Mandelöl |
|
|
|
5 |
5 |
|
|
|
|
|
| Sonnenblumenöl Glycereth-8 ester |
|
|
|
|
|
|
30 |
20 |
30 |
30 |
| Mandelöl Glycereth-8 ester |
1.75 |
5 |
5 |
|
|
|
|
|
|
|
| Alkohol denat. |
|
|
|
20 |
20 |
20 |
|
|
|
|
| Glycerin |
2 |
|
|
10 |
10 |
|
10 |
|
10 |
10 |
| Pentylenglycol |
6 |
|
|
|
|
|
5 |
|
5 |
5 |
| 1,2-Propandiol |
|
|
|
5 |
5 |
|
|
5 |
|
|
| Limonene |
|
|
|
0.001 |
0.001 |
|
|
|
|
|
| Aloe Barbadensis Gel |
0.05 |
|
|
0.05 |
0.05 |
|
|
|
|
|
| Lecithin |
|
|
|
0.5 |
0.5 |
|
|
0.5 |
|
|
| Hydrolisiertes Weizenprotein |
|
|
|
0.2 |
0.2 |
|
|
|
|
|
| Bentonite |
|
|
|
0.1 |
0.1 |
|
|
|
|
|
| Panthenol |
|
0.5 |
0.5 |
0.1 |
0.1 |
|
|
|
|
|
| Optional: Verdicker, Parfum, Konservierung, silikone, pH-Stellmittel, Actives |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Wasser |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
Tabelle 13: Beispiele für Mittel zur Haarpflege (Konzentrationen in Gew.-% Aktivsubstanz)
| |
33 |
34 |
35 |
36 |
37 |
38 |
39 |
40 |
| Biotensid 1 |
|
2 |
|
|
|
|
|
4 |
| Biotensid 2 |
|
|
|
10 |
|
|
|
|
| Biotensid 3 |
0.5 |
|
|
|
|
|
|
|
| Biotensid 4 |
|
|
|
|
15 |
|
|
|
| Biotensid 5 |
|
|
2 |
|
|
15 |
|
|
| Biotensid 6 |
|
|
|
|
|
|
3 |
|
| Biotensid 7 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Tensid A |
2 |
0.5 |
0.5 |
5 |
5 |
5 |
0.5 |
2 |
| Hydrolisiertes Mandelprotein |
0.6 |
|
|
|
|
|
|
|
| hydrolisiertes Weizenprotein |
0.2 |
|
|
|
|
|
|
0.2 |
| Weizenkeimöl PEG-8 ester |
0.5 |
0.3 |
0.3 |
|
|
|
|
|
| Brassicamidopropyl dimethylamine |
|
0.9 |
0.9 |
1.5 |
1.5 |
1.5 |
|
|
| Ethanol |
10 |
|
|
|
|
|
7 |
|
| Glycerin |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Tocopherol |
0.2 |
|
|
|
|
|
|
|
| Propylenglycol |
|
2 |
2 |
5 |
5 |
5 |
2 |
|
| Mandelöl PEG-7 Ester |
|
|
|
2 |
2 |
2 |
|
|
| Sojabohnenöl PEG-20 Ester |
|
|
|
3 |
3 |
3 |
|
|
| p-Aminophenol |
|
|
|
0.35 |
0.35 |
0.35 |
|
|
| p-Toluylendiamin |
|
|
|
0.85 |
0.85 |
0.85 |
|
|
| 2-Methylresorcin |
|
|
|
0.14 |
0.14 |
0.14 |
|
|
| 6-Methyl-m-aminophenol |
|
|
|
0.42 |
0.42 |
0.42 |
|
|
| Natriumsulfit |
|
|
|
0.6 |
0.6 |
0.6 |
|
|
| Tetranatrium GLDA |
|
|
|
0.2 |
0.2 |
0.2 |
|
|
| Ammoniak (28%) |
|
|
|
5 |
|
|
|
|
| Ethanolamin |
|
|
|
|
3 |
3 |
|
|
| Herbasec Henna |
|
|
|
|
|
|
5 |
|
| Beta Vulgaris Wurzelextract |
|
|
|
|
|
|
0.2 |
|
| Juglans Regia Schalenextrakt |
|
|
|
|
|
|
|
0.2 |
| Mignonette Tree extract |
|
|
|
|
|
|
0.4 |
0.2 |
| Optional: Verdicker, Parfum, Konservierung, silikone, pH-Stellmittel, Actives, weitere
Actives |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Wasser |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
Tabelle14 : Beispiele für Mittel für Feuch und Reinigungstücher (Konzentrationen in Gew.-%
Aktivsubstanz)
| |
41 |
42 |
43 |
44 |
45 |
46 |
47 |
48 |
49 |
50 |
51 |
52 |
53 |
| Biotensid 1 |
|
|
|
|
|
|
5 |
|
|
|
|
|
|
| Biotensid 2 |
3 |
|
2 |
|
2 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Biotensid 3 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
3 |
|
|
|
| Biotensid 4 |
|
2 |
|
5 |
|
2 |
|
5 |
|
|
3 |
|
|
| Biotensid 5 |
|
|
|
|
|
|
|
|
5 |
|
|
|
|
| Biotensid 6 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
3 |
| Biotensid 7 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
3 |
|
| Tensid A |
0.5 |
0.5 |
0.5 |
1 |
0.5 |
0.5 |
5 |
5 |
5 |
0.3 |
0.3 |
0.3 |
0.3 |
| Olivenöl glycereth-8 esters |
|
|
|
|
3 |
3 |
|
|
10 |
|
|
|
|
| Rapsmethylester |
|
|
|
|
|
|
|
10 |
|
|
|
|
|
| Oenothera Biennis Öl |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
10 |
10 |
10 |
10 |
| Alkohol |
25 |
40 |
|
|
|
|
40 |
40 |
|
|
|
|
|
| Glycerin |
|
|
|
|
|
|
10 |
|
40 |
5 |
5 |
5 |
5 |
| Pentylenglycol |
|
|
|
ad 100 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 1,2-Propandiol |
|
3 |
ad 100 |
|
ad 100 |
5 |
|
|
|
2 |
2 |
2 |
2 |
| Chitosan |
0.2 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Glycolsäure |
0.08 |
0.04 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Triethylcitrat |
|
2 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Niacinamid |
|
|
0.1 |
0.1 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Salicylsäure |
|
|
0.1 |
0.1 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Aloe Barbadensis Gel |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
0.2 |
0.2 |
0.2 |
0.2 |
| Hydroxy Propyl Methyl Cellulose |
0.8 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Matrixyl Synthe 6 |
|
|
|
|
2 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Glycerin (and) Aqua (and) Malpighia Glabra (Acerola) Fruit Extract |
|
|
|
|
|
3 |
|
|
|
|
|
|
|
| Dimethyl glutarate |
|
|
|
|
|
|
40 |
40 |
40 |
|
|
|
|
| Potassium sorbate |
|
|
|
|
0.1 |
0.2 |
|
|
|
0.2 |
0.2 |
0.2 |
0.2 |
| Panthenol |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Optional: Verdicker, Parfum, Konservierung, silikone, pH-Stellmittel, Actives |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Wasser |
ad 100 |
ad 100 |
- |
- |
ad 100 |
ad 100 |
|
|
|
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
Tabelle 15: Beispiele für Mittel zur Zahn- und Mundreinigung (Konzentrationen in Gew.-% Aktivsubstanz)
| |
54 |
55 |
56 |
57 |
58 |
59 |
60 |
61 |
62 |
| Biotensid 2 |
3 |
|
|
|
|
0.8 |
|
|
|
| Biotensid 3 |
|
|
|
|
|
|
0.5 |
|
|
| Biotensid 4 |
|
3 |
|
|
|
|
|
|
|
| Biotensid 5 |
|
|
3 |
|
|
|
|
0.5 |
|
| Biotensid 6 |
|
|
|
1.5 |
|
|
|
|
0.5 |
| Biotensid 7 |
|
|
|
|
3 |
|
|
|
|
| Tensid A |
0.1 |
0.05 |
0.3 |
0.05 |
0.05 |
0.2 |
0.05 |
0.05 |
0.1 |
| Glycerin |
60 |
10 |
|
|
10 |
|
13 |
|
|
| Hydrated Silica |
20 |
25 |
25 |
25 |
25 |
|
|
|
|
| Natrium fluorid |
|
0.2 |
0.1 |
0.2 |
|
|
|
|
0.2 |
| Sorbitol |
|
35 |
35 |
20 |
20 |
|
|
|
5 |
| Meersalz |
|
|
7 |
|
|
|
|
|
|
| Pflanzenextrakte (z.B. Kamille, Pfefferminze, Myrrhe, Thymian, Salbei, etc.) |
1.2 |
|
0.8 |
|
|
3.5 |
|
|
|
| Alkohol |
0.3 |
|
|
|
|
|
|
15 |
|
| 1,2-Propandiol |
|
|
|
|
|
|
|
|
5 |
| Xanthan gum |
|
1 |
0.8 |
|
|
|
|
|
|
| Hydroxycellulose |
|
1 |
|
1.3 |
1 |
|
|
|
|
| Natrium gluconate |
|
0.8 |
|
|
|
|
|
|
|
| Titandioxid |
|
0.8 |
|
|
|
|
|
|
|
| Saccharin |
|
0.7 |
|
0.1 |
0.5 |
|
|
|
0.2 |
| Chitosan |
|
|
|
|
0.1 |
|
0.1 |
|
|
| ß- Glucan |
|
|
|
|
0.3 |
|
|
|
|
| Citrus Paradisi (Grapefruit) Peel Extract |
|
|
0.1 |
|
|
|
|
0.2 |
|
| Natrium benzoate |
|
0.2 |
|
|
|
0.2 |
|
|
0.2 |
| optional: Geschmacksstoffe, Farbstoffe, pH-Stellmittel |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Wasser |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
Tabelle 16: Beispiele für Mittel für die Rasur und Reinigungstücher (Konzentrationen in Gew.-%
Aktivsubstanz)
| |
63 |
64 |
65 |
66 |
67 |
68 |
69 |
| Biotensid 1 |
|
|
|
10 |
|
|
|
| Biotensid 2 |
|
|
|
|
|
|
0.3 |
| Biotensid 3 |
|
|
3 |
|
|
|
|
| Biotensid 4 |
3.5 |
|
|
|
|
|
|
| Biotensid 5 |
|
6 |
|
|
|
|
|
| Biotensid 6 |
|
|
|
|
2 |
|
|
| Biotensid 7 |
|
|
|
|
|
2 |
|
| Tensid A |
1.5 |
3 |
1 |
|
5 |
1 |
0.3 |
| Olivenöl Fettsäuren |
|
|
|
|
|
5 |
|
| Natrium/Kalium Olivenölseife |
18 |
|
|
|
|
|
25 |
| Monoethanolamin |
|
|
|
|
|
1.3 |
|
| Nachtkerzenöl |
5 |
10 |
0.3 |
|
0.5 |
|
|
| Arnicaöl |
|
10 |
|
|
|
|
|
| Camellia Oleifera Seed Oil |
|
10 |
|
|
|
|
|
| Oliveamido propylbetain |
|
|
|
3 |
2 |
2 |
|
| Brassicamidopropyl dimethylamine |
|
|
0.5 |
|
|
|
|
| PEG-20 sonnenblumenöl |
|
|
|
|
4 |
|
|
| Traubenkernöl Glycereth-8 ester |
|
|
|
1.5 |
|
|
|
| Saponin |
|
|
|
|
|
|
|
| Brassica alcohol |
|
|
0.5 |
|
|
|
|
| Glycerin |
5 |
|
1 |
3 |
|
5 |
10 |
| 1,2-Propandiol |
|
|
2 |
|
|
|
|
| Natrium Glucoheptonate |
|
|
|
|
|
0.2 |
|
| Natrium Glucuronat |
|
|
|
|
|
|
0.2 |
| Panthenol |
0.5 |
|
0.05 |
|
0.2 |
|
|
| Allantoin |
0.5 |
|
0.1 |
|
|
|
10 |
| Aloe Vera |
|
|
|
|
0.2 |
|
|
| Hydroxypropyl Methylcellulose |
|
|
|
|
|
0.7 |
|
| Optional: Verdicker, Parfum, Konservierung, silikone, pH-Stellmittel, Actives, |
|
|
|
|
|
|
|
| Wasser |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
Liste der verwendeten Rohstoffe
[0303]
Cocamid DEA Rewomid DC 212 S, Evonik Industries
Xanthan Gum, Keltrol, CP Kelco
Panthenol, BASF
Tocopheryl Acetat, BASF
Sodium Lactat, Evonik Industries
Hydrolyzed Wheat Protein, Gluadin WLM, BASF
Climbazol Crinipan AD, Symrise
Octopirox Clariant
Zinc Pyrithion, Lonza
Glycerin, Cremer
Hydroxypropylmethylcellulose, Evonik
Oliveamidopropylbetain, Soliance
Brassicoamidopropyldimethylamine, Kao
Saponine, Baja YE, Desert King
Mandelöl- PEG Glyceridester, Mulsifan, Zschimmer & Schwarz
Peg-20Sonnenblumenöl, Levenol, Kao
1,2-Propandiol, Dow
EDTA, Dow
Teebaumöl, Lucas Meyer
Brennnessel Extract, Phytotex Nettle, Crodarom
Rosemary Officinalis, Rosmary Eco, Provital
Sonnenblumenöl Glycereth-8ester
Sojamethylester, Stepan
Limonen, Symrise
Walnussschalenmehl, Walnut Shell Powder 40/100, Elementis Specialties
Carboxmethylcellulose, BASF
Tetrasodium Iminodisuccinat, Lanxess
Ethylendiamine-N,N-disuccinicacid, Natrlquest E30, Innospec
Aprikosenkernöl, Refined Apricot Kernel Oil - BCE1021, Biocosmethic
Nachtkerzenöl, Refined Evening Primrose Oil - BCE1014, Biocosmethic
Cathamus Tinctorius Öl, Seatons Safflower Oil, Croda
Mandelöl, Refined SweetAlmond Oil - BCE1082, Biocosmethic
Aloe Barbadensis Gel, Aloe Vera Gel - Eco Provital Group
Lecithin, Bergasom sun 75, Berg & Schmidt
Bentonite, Gelwhite H, Eckart Effect Pigments
PEG-20-Sojabohnenöl
Haarfarben, BASF
Natrium GLDA, Akzo Nobel
Herbasec Henna, Lipoid Cosmetics
Beta Vulgaris Wurzelextrakt, Day Moist CLR, CLR Chemisches Laboratorium Dr. Kurt Richter
GmbH
Oenothera Biennis Öl, Organic Evening Primrose Oil - BCE1516, Biocosmethic
Chitosan, Marine Biopolymer, Lucas Meyer
Triethylcitrat, Jungbunzlauer
Salicylsäure, A& E Connock
Niacinamid, Lonza
Matrixyl Synthe 6, Sederma
Glycerin (and) Aqua (and) Malpighia Glabra (Acerola) Fruit Extract, Fruitliquid, Crodarom
Dimethyl glutarate, Solvay
Kalium Sorbate, Tri-K Industries
Hydrated Silica, Evonik
Sorbitol 70% Food Grade, Global Starch
Zinklactat, Jungbunzlauer
Xylit, Foodchem
Natrium Gluconate, Jungbunzlauer
Titandioxid, AEROXIDE® TIO2 P 25, Evonik Corporation Silica
Natrium saccharinate/Saccharine, I.H.C. Chempharm
Beta Glucan, Clariant
Citrus Paradisi (Grapefruit) Peel Extract, Solid Extract Grapefruit FR-O, Frutarome
Industries Ltd.
Natrium Benzoate, I.H.C. Chempharm
Camellia Oleifera Seed Oil, Organic Camellia Oil - BCE1542, Biocosmethic
Natrium Glucoheptonate, Akzo Nobel