[0001] Die vorliegende Erfindung geht aus von einem Rotor einer Zerkleinerungsmaschine,
insbesondere eines Müll-, Kunststoff- oder Holzzerkleinerers,
- wobei der Rotor eine Rotorwelle aufweist, die in einer Drehrichtung um eine Rotationsachse
rotierbar ist,
- wobei um eine Mantelfläche der Rotorwelle herum eine Vielzahl von Messerhaltern für
Rotormesser befestigt ist,
- wobei die Messerhalter in Richtung der Rotationsachse verlaufende Reihen von Messerhaltern
bilden, die um die Rotationsachse herum gesehen voneinander beabstandet sind,
- wobei auf der Mantelfläche der Rotorwelle mittels Verbindungselementen lösbar Zwischenelemente
befestigt sind,
- wobei auf den Zwischenelementen jeweils eine Anzahl an Messerhaltern für Rotormesser
befestigt ist und
- wobei die Zwischenelemente tangential um die Rotationsachse herum gesehen an Stoßflächen
aneinander angrenzen, so dass die Zwischenelemente in ihrer Gesamtheit tangential
um die Rotationsachse herum gesehen die Mantelfläche der Rotorwelle vollständig abdecken.
[0002] Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einer Zerkleinerungsmaschine, insbesondere
einem Müll-, Kunststoff- oder Holzzerkleinerer, mit mindestens einem Stator und mindestens
einem derartigen Rotor.
[0003] Die obengenannten Gegenstände sind beispielsweise aus der
DE 195 22 056 A1 bekannt. Die aus der
DE 195 22 056 A1 bekannte Zerkleinerungsmaschine ist als Häcksler ausgebildet. Die Zwischenelemente
sind als gerade Platten ausgebildet. Die Verbindungselemente sind im Bereich der Messerhalter
angeordnet.
[0004] Aus der
US 9 386 741 B2 ist ebenfalls ein Zerkleinerer im landwirtschaftlichen Bereich bekannt. Der Zerkleinerer
weist eine Trommel auf. Auf der Trommel sind einstückige Elemente befestigt. Auf diese
Elemente sind Messer aufgeschraubt. Die Messerhalter tragen jeweils ein einzelnes
Messer. Die Messerhalter überlappen in Tangentialrichtung gesehen einander.
[0005] Von der Firma Lindner-Recyclingtech GmbH, Spittal/Drau (Österreich) wird unter der
Bezeichnung "Powerkomet" ein Müllzerkleinerer vertrieben, dessen Rotor eine Rotorwelle
aufweist, die in einer Drehrichtung um eine Rotationsachse rotierbar ist. Um eine
Mantelfläche der Rotorwelle herum ist auf dem Rotor eine Vielzahl von Messerhaltern
für Rotormesser befestigt. Die Messerhalter sind mit dem Rotor geschweißt. Die Messerhalter
bilden in Richtung der Rotationsachse verlaufende Reihen von Messerhaltern, die um
die Rotationsachse herum gesehen voneinander beabstandet sind.
[0006] Die aus der
DE 195 22 056 A1 bekannte Zerkleinerungsmaschine bietet den Vorteil, dass sie einfach von einer Konfiguration
auf eine andere Konfiguration umgerüstet werden kann. Die Konstruktion der
DE 195 22 056 A1 ist jedoch nur für relativ geringe Belastungen geeignet. Bei hohen Belastungen, wie
sie insbesondere bei Müllzerkleinerern auftreten, ist die Konstruktion der
DE 195 22 056 A1 nicht anwendbar. Insbesondere führen die hohen auftretenden Belastungen sehr rasch
zu einem Bruch der Verbindungselemente. Genau aus diesem Grund sind die Messerhalter
bei einem Müllzerkleinerer - beispielsweise bei dem Müllzerkleinerer "Powerkomet"
der Firma Lindner-Recyclingtech GmbH, aber auch bei Müllzerkleinerern anderer Firmen
- auf die Mantelfläche des Rotors aufgeschweißt.
[0007] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Möglichkeiten zu schaffen,
mittels derer einerseits die lösbare Befestigung der Zwischenelemente an der Mantelfläche
des Rotors beibehalten werden kann, die aber andererseits hohen Belastungen widerstehen
kann. Hierbei soll weiterhin eine einfache Konstruktion beibehalten werden.
[0008] Die Aufgabe wird durch einen Rotor einer Zerkleinerungsmaschine mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Rotors sind Gegenstand der
abhängigen Ansprüche 2 bis 9.
[0009] Erfindungsgemäß wird ein Rotor der eingangs genannten Art dadurch ausgestaltet,
- dass die Zwischenelemente als Platten ausgebildet sind, die tangential um die Rotationsachse
herum gesehen sich über die Messerhalter hinaus erstrecken und sowohl vor als auch
hinter den Messerhaltern jeweils einen abgeknickten Bereich aufweisen,
- wobei die Verbindungselemente, mittels derer die Zwischenelemente lösbar auf der Mantelfläche
der Rotorwelle befestigt sind, sowohl im abgeknickten Bereich vor den Messerhaltern
als auch im abgeknickten Bereich hinter den Messerhaltern angeordnet sind und
- wobei die Mantelfläche plane Flächen aufweist, an denen die Zwischenelemente einschließlich
ihrer abgeknickten Bereiche anliegen.
[0010] Die Zwischenelemente sind also von den Messerhaltern des jeweiligen Zwischenelements
aus tangential um die Rotationsachse herum gesehen beidseitig auf der Mantelfläche
des Rotors befestigt. Umgekehrt ausgedrückt sind die Messerhalter des jeweiligen Zwischenelements
zwischen den beiden tangential äußeren Verbindungselementen bzw. den entsprechenden
Reihen von Verbindungselementen angeordnet.
[0011] Aufgrund der Abstimmung der Mantelfläche der Rotorwelle und der Innenkonturen der
Zwischenelemente aufeinander liegen weiterhin die Innenkonturen der Zwischenelemente
vollflächig an der Mantelfläche der Rotorwelle an. Dadurch können insbesondere Druckbelastungen
der Zwischenelemente über große Flächen auf die Mantelfläche des Rotors übertragen
werden.
[0012] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung können die Zwischenelemente zwischen den
Reihen von Messerhaltern mit der Mantelfläche der Rotorwelle befestigt sein. Aufgrund
dieser Befestigungsorte sind Hebel- und Scherkräfte erheblich geringer als bei einer
Befestigung im Bereich der Messerhalter auf der Mantelfläche des Rotors. Durch diese
Ausgestaltung kann daher erreicht werden, dass die großen Belastungen, die im Betrieb
der Zerkleinerungsmaschine auf die Rotormesser und über die Rotormesser auf die Messerhalter
wirken, über erheblich größere Hebel auf die Verbindungselemente wirken und dadurch
entsprechend geringere Kräfte auf diese ausüben. Diese entsprechend geringeren Kräfte
können auch mittels lösbarer Verbindungselemente übertragen werden. Lösbare Verbindungselemente
im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Verbindungselemente, die zerstörungsfrei
gelöst werden können. Ein typischer Vertreter eines lösbaren Verbindungselements ist
eine Schraubverbindung.
[0013] Die Ausbildung der Mantelfläche als Vielzahl von planen Flächen erleichtert weiterhin
die Positionierung der Zwischenelemente im Rahmen der Montage.
[0014] Vorzugsweise sind die Messerhalter auf den Zwischenelementen unlösbar befestigt.
In diesem Fall erfolgt die Übertragung der auf die Messerhalter wirkenden Kräfte auf
die Zwischenelemente weiterhin über eine unlösbare Verbindung (d.h. eine nur durch
Zerstörung lösbare Verbindung, in der Regel eine Schweißverbindung). Alternativ ist
es möglich, dass die Zwischenelemente und die Messerhalter aus einem einzigen Stück
gefertigt sind. Bei entsprechender Ausgestaltung der Verbindung zwischen Messerhalter
und Zwischenelementen kann jedoch auch eine lösbare Verbindung möglich sein.
[0015] Die Befestigung der Rotormesser an den Messerhaltern kann - wie im Stand der Technik
auch - lösbar sein, insbesondere als Schraubverbindung ausgebildet sein.
[0016] Vorzugsweise ist die Anzahl an Messerhaltern pro Zwischenelement derart bestimmt,
dass die Masse des jeweiligen Zwischenelements einschließlich der auf dem jeweiligen
Zwischenelement befestigten Messerhalter bei maximal 50 kg liegt, insbesondere bei
maximal 30 kg. Dadurch kann das Gewicht eines Zwischenelements mit zugehörigen Messerhaltern
(und gegebenenfalls auch Rotormessern) auf einen Bereich begrenzt werden, der von
einer einzelnen Person auch ohne technische Hilfsmittel noch gehalten und positioniert
werden kann. Dies gewährleistet die Handhabbarkeit des Zwischenelements mit den Messerhaltern
(und eventuell zusätzlich auch den Messern).
[0017] In vielen Fällen weisen bereits die Messerhalter als solche ein beträchtliches Gewicht
auf. Die Kombination mit den Zwischenelementen liegt daher auch bei nur einem einzigen
Messerhalter oftmals bereits im Bereich von oder sogar oberhalb von 10 kg. In derartigen
Fällen beträgt die Anzahl an Messerhaltern pro Zwischenelement maximal vier.
[0018] Die Verbindungselemente können insbesondere Reihen von Verbindungselementen bilden,
die in Richtung der Rotationsachse verlaufen.
[0019] Wie bereits erwähnt, ist es möglich, dass auf einem einzelnen Zwischenelement nur
ein einziger Messerhalter befestigt ist. Es ist jedoch ebenso möglich, dass auf einem
einzelnen Zwischenelement mehrere Messerhalter befestigt sind. In diesem Fall können
die Messerhalter entweder tangential um die Rotationsachse herum gesehen eine Reihe
bilden oder in Richtung der Rotationsachse gesehen eine Reihe bilden. Im Falle von
mindestens vier Messerhaltern ist zusätzlich auch eine Anordnung von mehreren Reihen
von Messerhaltern möglich, wobei die Reihen von Messerhaltern tangential um die Rotationsachse
herum gesehen voneinander beabstandet sind und jeweils mehrere Messerhalter aufweisen,
die in Richtung der Rotationsachse gesehen nebeneinander angeordnet sind.
[0020] Wenn auf den Zwischenelementen tangential um die Rotationsachse herum gesehen jeweils
mehrere Messerhalter befestigt sind, ist es möglich, dass die Verbindungselemente
das jeweilige Zwischenelement tangential um die Rotationsachse herum gesehen zusätzlich
auch an einem Ort, der zwischen den einzelnen Messerhaltern des jeweiligen Zwischenelements
angeordnet ist, mit der Rotorwelle verbinden. Auch hier ist wieder die Bildung von
entsprechenden in Richtung der Rotationsachse verlaufenden Reihen möglich. Es ist
möglich, dass nur ein einziges Verbindungselement bzw. eine einzige derartige Reihe
vorhanden ist. In diesem Fall verbinden die Verbindungselemente das jeweilige Zwischenelement
tangential um die Rotationsachse herum gesehen zwischen den tangential um die Rotationsachse
herum gesehen unmittelbar aufeinanderfolgenden Messerhaltern jeweils nur an einem
einzigen Ort mit der Rotorwelle. Unter Umständen kann es jedoch sinnvoll sein, tangential
um die Rotationsachse herum gesehen mehrere - insbesondere zwei - Verbindungselemente
bzw. derartige Reihen vorzusehen.
[0021] Es kann unter Umständen sinnvoll sein, dass bezüglich jeweils zwei tangential um
die Rotationsachse herum gesehen unmittelbar aufeinanderfolgender Zwischenelemente
das jeweils vordere Zwischenelement das jeweils hintere Zwischenelement übergreift.
Die Begriffe "vorne" und "hinten" und äquivalente Begriffe sind auf die normale Drehrichtung
bezogen, in welche der Rotor normalerweise - das heißt zum Zerkleinern - rotiert wird.
Insbesondere passiert das vordere Zwischenelement einen bestimmten Punkt des Stators
der Zerkleinerungsmaschine vor dem hinteren Zwischenelement.
[0022] Beispielsweise können zu diesem Zweck die Stoßflächen in Drehrichtung geneigt verlaufen.
Insbesondere durch diese Ausgestaltung können Kräfte, die bei einem Rotieren des Rotors
in der Drehrichtung auf die vor den Messerhaltern des jeweiligen Zwischenelements
angeordneten Verbindungselemente wirken, teilweise auf diejenigen Verbindungselemente
übertragen werden, die bei dem in Drehrichtung gesehen vorgeordneten Zwischenelement
nach dessen Messerhaltern angeordnet sind.
[0023] Besonders bevorzugt ist es, wenn die Stoßflächen einen radial äußeren Bereich, einen
radial inneren Bereich und dazwischen einen radial mittleren Bereich aufweisen, der
an den radial äußeren Bereich und den radial inneren Bereich angrenzt, der radial
äußere Bereich und der radial innere Bereich rein radial-axial verlaufen und der radial
äußere Bereich in Richtung um die Rotationsachse herum gesehen hinter dem radial inneren
Bereich liegt.
[0024] Die Verbindungselemente können, wie bereits erwähnt, insbesondere als Schrauben ausgebildet
sein. In diesem Fall können Schraubenköpfe der Schrauben in Aufnahmen der Zwischenelemente
vollständig versenkt angeordnet sein. Dadurch wird eine Verschmutzung des Rotors,
die im Betrieb unvermeidlich auftritt, minimiert. Die Schrauben können weiterhin als
Innensechskantschrauben ausgebildet sein. Durch diese Ausgestaltung ergibt sich eine
einfache und zuverlässige Möglichkeit, die Verbindungselemente zu lösen und zu befestigen.
[0025] Es ist möglich, dass die Zwischenelemente und die Rotorwelle formschlüssig miteinander
verbunden sind. Beispielsweise können die Zwischenelemente Ausnehmungen aufweisen,
in die beim Aufsetzen der Zwischenelemente auf die Rotorwelle in entsprechende Vorsprünge
auf der Rotorwelle eintauchen. Auch die umgekehrte Ausgestaltung ist möglich. Es ist
sogar möglich, dass sowohl die Zwischenelemente als auch die Rotorwelle Ausnehmungen
aufweisen und vor dem Aufsetzen der Zwischenelemente auf die Rotorwelle in die Ausnehmungen
des jeweiligen Zwischenelements oder der Rotorwelle Passfedern oder dergleichen eingesetzt
werden. Die Ausnehmungen können in Richtung der Rotationsachse gesehen durchgehend
sein.
[0026] Besonders bevorzugt ist jedoch, dass der Rotor auf seiner Mantelfläche Vorsprünge
aufweist, die Zwischenelemente mit den Vorsprüngen zusammenwirkende Nasen aufweisen
und aneinander angrenzende Flächen der Vorsprünge und der Nasen im wesentlichen radial
orientiert sind. Optimal ist hierbei eine rein radiale Orientierung der aneinander
angrenzenden Flächen oder eine Orientierung, bei der die aneinander angrenzenden Flächen
nach radial außen gesehen leicht nach vorne geneigt sind. Auch eine leichte Neigung
nach hinten ist jedoch möglich. Unter einer leichten Neigung ist eine Neigung von
maximal 20°, besser von nicht mehr als 15°, insbesondere von maximal 10° zu verstehen.
[0027] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung des Rotors ist vorgesehen,
- dass die Rotorwelle in Richtung der Rotationsachse gesehen mehrere Abschnitte aufweist
und
- dass die Abschnitte in einer orthogonal zur Rotationsachse verlaufenden Ebene gesehen
deckungsgleiche Querschnitte aufweisen, die Querschnitte von Abschnitt zu Abschnitt
jedoch um einen jeweiligen Drehwinkel gegeneinander verdreht sind.
[0028] Durch diese Ausgestaltung kann einerseits erreicht werden, dass die Teilevielfalt
gering gehalten werden kann und dennoch (nämlich durch eine entsprechende Anordnung
der Messerhalter auf den Zwischenelementen) ein leicht um die Rotationsachse umlaufender,
leicht schraubenförmiger Verlauf der Schneidkanten der Rotormesser erreicht werden
kann. Der schraubenförmige Verlauf kann unter Umständen seine Drehrichtung über die
Länge des Rotors gesehen einheitlich beibehalten. Alternativ ist es möglich, dass
der schraubenförmige Verlauf seine Drehrichtung über die Länge des Rotors gesehen
einmal oder mehrmals umkehrt. Weiterhin kann diese Ausgestaltung auch im Rahmen der
Montage eine leichtere Positionierung der Zwischenelemente in Richtung der Rotationsachse
gesehen ermöglichen.
[0029] Die Zwischenelemente weisen jeweils eine der Mantelfläche zugewandte Innenkontur
auf. Die Innenkontur wird von Grenzkanten begrenzt. Vorzugsweise verlaufen die Grenzkanten,
bezogen auf die Rotationsachse, entweder rein tangential oder rein axial. Durch diese
Ausgestaltung können insbesondere die Gesamtkonstruktion des Rotors vereinfacht sowie
die Montage und Demontage einzelner Zwischenelemente erleichtert werden.
[0030] Vorzugsweise grenzen die Zwischenelemente nicht nur tangential um die Rotationsachse
herum gesehen, sondern auch in Richtung der Rotationsachse gesehen an Stoßflächen
aneinander an, so dass die Zwischenelemente in ihrer Gesamtheit nicht nur tangential
um die Rotationsachse herum gesehen, sondern auch in Richtung der Rotationsachse gesehen
die Mantelfläche der Rotorwelle vollständig abdecken. Durch die vollständige Abdeckung
der Mantelfläche der Rotorwelle wird die im Betrieb des Rotors unvermeidlich auftretende
Verschmutzung der Rotorwelle minimiert.
[0031] Die Aufgabe wird weiterhin durch eine Zerkleinerungsmaschine mit den Merkmalen des
Anspruchs 10 gelöst. Erfindungsgemäß ist bei einer Zerkleinerungsmaschine der eingangs
genannten Art der mindestens eine Rotor erfindungsgemäß ausgebildet, weist also die
lösbar mit der Mantelfläche verbundenen Zwischenelemente auf, auf denen die Messerhalter
befestigt sind.
[0032] Weitere Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Zeichnungen. Es zeigen in Prinzipdarstellung:
- FIG 1
- einen Schnitt durch eine Zerkleinerungsmaschine,
- FIG 2
- einen Rotor in perspektivischer Ansicht,
- FIG 3
- einen Querschnitt durch den Rotor von FIG 2,
- FIG 4
- eine Schnittdarstellung durch einen Teil des Rotors von FIG 2,
- FIG 5
- eine Explosionsdarstellung eines Teils des Rotors von FIG 2,
- FIG 6
- schematisch ein Zwischenelement mit Messerhaltern von der Seite,
- FIG 7
- einen Ausschnitt des Rotors von FIG 2,
- FIG 8
- eine Rotorwelle im Querschnitt,
- FIG 9
- einen Ausschnitt einer Rotorwelle im Querschnitt und
- FIG 10
- eine weitere Rotorwelle im Querschnitt.
[0033] Gemäß FIG 1 weist eine Zerkleinerungsmaschine - beispielsweise ein Müll-, Kunststoff-
oder Holzzerkleinerer - mindestens einen Stator 1 und mindestens einen Rotor 2 auf.
Der Rotor 2 weist eine Rotorwelle 2' auf. Die Rotorwelle 2' besteht in der Regel aus
Stahl. Sie ist mittels eines nicht dargestellten Antriebs in einer Drehrichtung 3
um eine Rotationsachse 4 rotierbar. In manchen Fällen ist zusätzlich auch eine Rotation
entgegen der Drehrichtung 3 möglich. Auf dem Stator 1 sind Statormesser 5 angeordnet.
Messerhalter, an denen die Statormesser 5 befestigt sind, sind nicht mit dargestellt.
Die Statormesser 5 bestehen in der Regel aus gehärtetem Stahl oder einem anderen Hartmetall.
[0034] Soweit nachfolgend die Begriffe "axial", "radial" und "tangential" verwendet werden,
sind sie stets auf die Rotationsachse 4 bezogen. Axial ist eine Richtung parallel
zur Rotationsachse 4. Radial ist eine Richtung orthogonal zur Axialrichtung direkt
auf die Rotationsachse 4 zu oder von ihr weg. Tangential ist eine Richtung, die sowohl
orthogonal zur Axialrichtung als auch orthogonal zur Radialrichtung verläuft. Tangential
ist also eine Richtung, die bei einer konstanten Axialposition und in einem konstanten
radialen Abstand kreisförmig um die Rotationsachse 4 herum gerichtet ist. Die Drehrichtung
3 definiert weiterhin in Tangentialrichtung die Begriffe "vorne" und "hinten". Insbesondere
zeigt die Drehrichtung 3 nach vorne.
[0035] Um eine Mantelfläche 2" der Rotorwelle 2' herum ist eine Vielzahl von Messerhaltern
6 für Rotormesser 7 angeordnet. Die Rotormesser 7 bestehen in der Regel - ebenso wie
die Statormesser 5 - aus gehärtetem Stahl oder einem anderen Hartmetall. Die Messerhalter
6 bestehen in der Regel ebenfalls aus Stahl. Dieser Stahl ist in der Regel jedoch
weicher als der Stahl, aus dem die Rotormesser 7 bestehen. Die Messerhalter 6 können
insbesondere so ausgestaltet sein, wie dies in der
DE 20 2016 101 582 U1 beschrieben ist. Zwingend ist dies jedoch nicht erforderlich.
[0036] In FIG 2 sind der Übersichtlichkeit halber nur einige wenige der dort dargestellten
Elemente mit ihrem jeweiligen Bezugszeichen versehen. Gleiches gilt für die weiteren
FIG.
[0037] Gemäß den FIG 2 bis 4 sind die Messerhalter 6 in Axialrichtung gesehen nebeneinander
angeordnet und bilden somit eine jeweilige Reihe von Messerhaltern 6. Die Reihen von
Messerhaltern 6 verlaufen jedoch vorzugsweise nicht rein axial. Vielmehr sind die
Messerhalter 6 der jeweiligen Reihe von Messerhaltern 6 vorzugsweise tangential leicht
gegeneinander versetzt. Weiterhin bilden die Messerhalter 6 ersichtlich mehrere Reihen
von Messerhaltern 6, wobei die Reihen von Messerhaltern 6 tangential voneinander beabstandet
sind. Die Messerhalter 6 der jeweiligen Reihe von Messerhaltern 6 sind vorzugsweise
tangential geringfügig gegeneinander versetzt und weiterhin gegenüber einer reinen
Axialrichtung leicht tangential geneigt. Der Neigungswinkel ist in der Regel relativ
gering und liegt meist zwischen 3° und 15°.
[0038] Es ist möglich, dass die Messerhalter 6 der jeweiligen Reihe von Messerhaltern 6
eine einheitliche Linie bilden. Alternativ kann die jeweilige Reihe von Messerhaltern
6 einen oder mehrere Scheitelpunkte aufweisen. Je nach Anzahl von Scheitelpunkten
können die Messerhalter 6 der jeweiligen Reihe von Messerhaltern 6 dadurch beispielsweise
die beiden Schenkel eines V, die drei Schenkel eines N oder - wie in FIG 2 dargestellt
- die vier Schenkel eines W bilden. Innerhalb eines jeweiligen Schenkels sind die
Messerhalter 6 untereinander in der Regel baugleich. Die Messerhalter 6 benachbarter
Schenkel können sich jedoch geringfügig voneinander unterscheiden. Auch im Falle unterschiedlich
ausgestalteter Messerhalter 6 sind die Messerhalter 6 der beiden benachbarten Schenkel
jedoch in der Regel spiegelbildlich zueinander ausgebildet. Weiterhin ist es auch
möglich, dass die Messerhalter 6 spiralförmig um die Rotationsachse 4 umlaufen. In
diesem Fall müssen die Zwischenelemente 8 in Tangentialrichtung entsprechend versetzt
auf dem Rotor 2 angeordnet sein.
[0039] Die Abmessungen der Zerkleinerungsmaschine sind oftmals beachtlich. So kann beispielsweise
der Rotor 2 eine Länge L zwischen 1 m und 4 m aufweisen, beispielsweise von ca. 2,8
m. Der Durchmesser D (siehe FIG 1) des Rotors 2 kann zwischen 50 cm und 1 m liegen
und in manchen Fällen sogar noch größer sein. Die konkreten Zahlenangaben sind selbstverständlich
nur rein beispielhaft, verdeutlichen jedoch die Größenordnung der Zerkleinerungsmaschine.
[0040] Die Messerhalter 6 sind in der Regel im wesentlichen quaderförmig ausgebildet, verjüngen
sich jedoch ähnlich einem Pyramidenstumpf, je größer der Abstand von den Rotormessern
7 wird. Sie weisen oftmals ebenfalls nennenswerte Abmessungen auf. Beispielsweise
können sie sich in Axialrichtung über 15 cm bis 20 cm erstrecken, in Tangentialrichtung
zwischen 10 cm und 15 cm und in Radialrichtung zwischen 7 cm und 12 cm. Auch hier
sind die konkreten Zahlenangaben jedoch nur rein beispielhaft.
[0041] Die Messerhalter 6 sollen erfindungsgemäß im Ergebnis mit der Mantelfläche 2" der
Rotorwelle 2' lösbar verbunden sein. Um dies erreichen zu können, sind auf der Mantelfläche
2" der Rotorwelle 2 lösbar Zwischenelemente 8 befestigt. Die Zwischenelemente 8 sind
erfindungsgemäß als geknickte Platten ausgebildet. Sie weisen also einen mittleren
Bereich 8a, einen vorderen Bereich 8b und einen hinteren Bereich 8c auf. Die Bereiche
8a, 8b, 8c sind jeweils gerade (plan). An den beiden Grenzen des mittleren Bereichs
8a zum vorderen und zum hinteren Bereich 8b, 8c ist jedoch jeweils ein Knick ausgebildet.
Die Messerhalter 6 sind im mittleren Bereich 8a mit dem jeweiligen Zwischenelement
8 verbunden. Die Zwischenelemente 8 erstrecken sich aufgrund des vorderen und des
hinteren Bereichs 8b, 8c zumindest in Tangentialrichtung über die Messerhalter 6 hinaus.
Sie weisen in Radialrichtung in der Regel eine Stärke oberhalb von 2 cm auf. Beispielsweise
kann die Stärke zwischen 3,5 cm und 5,5 cm liegen, insbesondere zwischen 4 cm und
5 cm. Die Stärke ist in der Regel einheitlich. Die Zwischenelemente 8 bestehen in
der Regel aus Stahl.
[0042] Die Befestigung der Zwischenelemente 8 erfolgt mittels Verbindungselementen 9a, 9b.
Die Verbindungselemente 9a, 9b können entsprechend der Darstellung in den FIG 2 bis
5 insbesondere als Schrauben ausgebildet sein. Besonders bevorzugt ist eine Ausbildung
der Schrauben als Innensechskantschrauben. Schraubenköpfe 9' der Schrauben sind vorzugsweise
in Aufnahmen 10 der Zwischenelemente 8 vollständig versenkt angeordnet. Die Schraubenköpfe
9' stehen also nicht über die radial äußere Seite der Zwischenelemente 8 über. Die
Zwischenelemente 8 weisen zu diesem Zweck entsprechend ausgebildete Aufnahmen 10 auf.
Insbesondere weisen die Aufnahmen 10 eine - in den FIG jedoch nicht erkennbare - Anlageschulter
auf, an denen die Schraubenköpfe 9' anliegen. Die Aufnahmen 10 können insbesondere
als Bohrungen ausgebildet sein. Die Verbindungselemente 9a sind im vorderen Bereich
8b angeordnet, die Verbindungselemente 9b im hinteren Bereich 8c.
[0043] Die Zwischenelemente 8 erstrecken sich in Tangentialrichtung über 360°/n, wobei n
- eine natürliche Zahl oberhalb von 1 - die Anzahl an Zwischenelementen 8 ist, die
in Tangentialrichtung gesehen über den Umfang der Rotorwelle 2' verteilt angeordnet
sind. Die Zwischenelemente 8 erstrecken sich in Tangentialrichtung somit maximal über
180°. In der Regel erstrecken sich die Zwischenelemente 8 über 120° oder weniger,
beispielsweise bei vier bis acht Zwischenelementen 8 über 90°, 72°, 60°, knapp 51,5°
oder 45°. Die Zwischenelemente 8 grenzen in Tangentialrichtung an Stoßflächen 15 aneinander
an. In Tangentialrichtung gesehen decken die Zwischenelemente 8 somit die Mantelfläche
2" der Rotorwelle 2' vollständig ab.
[0044] Auf den Zwischenelementen 8 ist jeweils eine Anzahl an Messerhaltern 6 befestigt.
Die Anzahl an Messerhaltern 6 pro Zwischenelement 8 liegt in der Regel zwischen eins
und vier. Gemäß der Darstellung in den FIG 2, 5 und 6 kann sie beispielsweise bei
zwei liegen. Die Messerhalter 6 des jeweiligen Zwischenelements 8 sind gemäß der Darstellung
in den FIG 2 und 5 axial nebeneinander angeordnet. Alternativ können die Messerhalter
6 des jeweiligen Zwischenelements 8 entsprechend der Darstellung von FIG 6 in Tangentialrichtung
hintereinander angeordnet sein. In diesem Fall weist das entsprechende Zwischenelement
8 weitere Bereiche auf, die jeweils über einen Knick aneinander angrenzen. Die Knicke
sind in FIG 6 der Übersichtlichkeit halber nicht mit dargestellt. Weiterhin können
in diesem Fall entsprechend der Darstellung in FIG 6 auch zwischen den Messerhaltern
6 des jeweiligen Zwischenelements weitere Verbindungselemente 9c angeordnet sein.
[0045] Wenn auf dem jeweiligen Zwischenelement 8 mindestens vier Messerhalter 6 befestigt
sind, können die Messerhalter 6 auch mehrere tangential voneinander beabstandete Reihen
von Messerhaltern 6 bilden, wobei jede dieser Reihen jeweils mehrere Messerhalter
6 umfasst. Unabhängig von der Anzahl an Messerhaltern 6 pro Zwischenelement 8 sollte
jedoch vorzugsweise die Masse des jeweiligen Zwischenelements 8 einschließlich der
auf dem jeweiligen Zwischenelement 8 befestigten Messerhalter 6 bei maximal 50 kg
liegen, insbesondere bei maximal 30 kg.
[0046] In der Regel sind die Messerhalter 6 auf den Zwischenelementen 8 unlösbar befestigt.
Sie können insbesondere mit dem jeweiligen Zwischenelement 8 geschweißt sein. Entsprechende
Schweißnähte 11 sind nur in FIG 4 dargestellt. Zusätzlich können - vorzugsweise nur
innerhalb des jeweiligen Zwischenelements 8 - axial unmittelbar benachbarte Messerhalter
6 ebenfalls unlösbar miteinander verbunden sein, beispielsweise miteinander geschweißt
sein. Diese Schweißnähte sind in den FIG nicht mit dargestellt. Es sind jedoch auch
andere Arten der Befestigung - auch lösbare - denkbar. Beispielsweise kann ein Messerhalter
6 an einem Ende in einer Hinterschneidung des jeweiligen Zwischenelements 8 angeordnet
sein und am anderen Ende mittels einer Schraubverbindung (oder mehreren Schraubverbindungen)
festgelegt sein.
[0047] Die Verbindungselemente 9a, 9b, 9c bilden gemäß den FIG 2 bis 6 pro Zwischenelement
8 Reihen von Verbindungselementen 9a, 9b, 9c. Die Reihen von Verbindungselementen
9a, 9b, 9c erstrecken sich in Axialrichtung. Die Reihen weisen jeweils mindestens
zwei Verbindungselemente 9a, 9b, 9c auf. Insbesondere wenn die Zwischenelemente 8
mehrere Messerhalter 6 tragen, welche in Axialrichtung gesehen nebeneinander angeordnet
sind, sind in der Regel die Reihen von Verbindungselementen 9a, 9b, 9c vorhanden.
Entsprechend der Darstellung in den Figur 2, 5 und 7 weisen sie beispielsweise jeweils
fünf Verbindungselemente 9a, 9b, 9c pro Reihe von Verbindungselementen 9a, 9b, 9c
auf. Die Reihen von Verbindungselementen 9a, 9b, 9c verlaufen jeweils (zumindest im
wesentlichen) axial. In anderen Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung könnten
die "Reihen" jedoch entartet sein, d.h. aus nur jeweils einem einzigen Verbindungselement
9a, 9b, 9c bestehen. Soweit die vorliegende Erfindung nachstehend in Verbindung mit
(echten) Reihen von Verbindungselementen 9a, 9b, 9c erläutert wird, ist dies daher
nicht einschränkend auf echte Reihen von Verbindungselementen 9a, 9b, 9c, sondern
generisch zu verstehen.
[0048] Die Verbindungselemente 9a - d.h. diejenigen Verbindungselemente 9a, die in Drehrichtung
3 gesehen vor den Messerhaltern 6 des jeweiligen Zwischenelements 8 angeordnet sind
- verbinden das jeweilige Zwischenelement 8 an einem Ort, der in der Drehrichtung
3 gesehen vor den Messerhaltern 6 des jeweiligen Zwischenelements 8 angeordnet ist,
mit der Rotorwelle 2'. Die Verbindungselemente 9b - d.h. diejenigen Verbindungselemente
9b, die in Drehrichtung 3 gesehen hinter den Messerhaltern 6 des jeweiligen Zwischenelements
8 angeordnet sind - verbinden das jeweilige Zwischenelement 8 zusätzlich an einem
Ort, der in der Drehrichtung 3 gesehen hinter den Messerhaltern 6 des jeweiligen Zwischenelements
8 angeordnet ist, mit der Rotorwelle 2'.
[0049] Im Falle der Ausgestaltung von FIG 6, wenn also auf den Zwischenelementen 8 in Tangentialrichtung
gesehen jeweils mehrere Messerhalter 6 befestigt sind, ist entsprechend der Darstellung
in FIG 6 vorzugsweise auch zwischen den tangential unmittelbar aufeinanderfolgenden
Messerhaltern 6 des entsprechenden Verbindungselements 8 jeweils mindestens eine weitere
Reihe von Verbindungselementen 9c vorhanden. Die Verbindungselemente 9c verbinden
das jeweilige Zwischenelement 8 somit in Tangentialrichtung gesehen zusätzlich auch
an einem Ort, der zwischen den einzelnen Messerhaltern 6 des jeweiligen Zwischenelements
8 angeordnet ist, mit der Rotorwelle 2'.
[0050] Es kann im Falle der Ausgestaltung gemäß FIG 6 im Einzelfall sinnvoll sein, wenn
die Verbindungselemente 9c zwischen den tangential unmittelbar aufeinanderfolgenden
Messerhaltern 6 jeweils zwei Reihen von Verbindungselementen 9c bilden. Dies kann
insbesondere dann sinnvoll sein, wenn verschiedene Ausgestaltungen von Zwischenelementen
8 verwendbar sein sollen, wobei bei der einen Art von Zwischenelementen 8 nur ein
einziger Messerhalter 6 vorhanden ist oder die Messerhalter 6 in Tangentialrichtung
gesehen eine einzige Reihe von Messerhaltern bilden und bei der anderen Art von Zwischenelementen
8 in Tangentialrichtung gesehen mehrere Messerhalter 6 bzw. Reihen von Messerhaltern
6 vorhanden sind. In der Regel bilden die Verbindungselemente 9c zwischen den tangential
unmittelbar aufeinanderfolgenden Messerhaltern 6 jedoch jeweils nur eine einzige weitere
Reihe von Verbindungselementen 9c. In diesem Fall verbinden die Verbindungselemente
9c das jeweilige Zwischenelement 8 in Tangentialrichtung gesehen zwischen den in Tangentialrichtung
gesehen unmittelbar aufeinanderfolgenden Messerhaltern 6 jeweils nur an einem einzigen
Ort mit der Rotorwelle 2'.
[0051] Es ist möglich, dass die Mantelfläche 2" der Rotorwelle 2' und Innenkonturen 8' der
Zwischenelemente 8 (siehe die FIG 4 und 5) nur im Bereich der Verbindungselemente
9a, 9b, 9c aneinander anliegen. Vorzugsweise sind die Mantelfläche 2" der Rotorwelle
2' und die Innenkonturen 8' jedoch - siehe insbesondere die Darstellungen in den FIG
4 und 7 - derart aufeinander abgestimmt, dass die Innenkonturen 8' vollflächig an
der Mantelfläche 2" anliegen.
[0052] Insbesondere weist die Mantelfläche 2" plane Flächen 12 auf, an denen die Zwischenelemente
8 mit ihren Innenkonturen 8' - also sowohl mit dem mittleren Bereich 8a als auch mit
den abgeknickten Bereichen 8b, 8c - anliegen. Dies ist insbesondere aus den Darstellungen
in den FIG 2 bis 5 und 7 ersichtlich. In diesem Fall weist die Rotorwelle 2' entsprechend
der Darstellung in FIG 8 im Querschnitt (also orthogonal zur Rotationsachse 4 gesehen)
einen polygonalen Querschnitt auf. Es ist möglich, dass Kanten 13, an denen die planen
Flächen 12 aneinander angrenzen, sich vom einen axialen Ende der Rotorwelle 2' bis
zum anderen axialen Ende der Rotorwelle 2' erstrecken. Vorzugsweise erstrecken die
Kanten 13 sich jedoch jeweils nur über Abschnitte 14, die sich ihrerseits nur über
einen Teil der Axialerstreckung der Rotorwelle 2' erstrecken. Die Rotorwelle 2' weist
also in Axialrichtung gesehen eine Abfolge von mehreren derartigen Abschnitten 14
auf. Zwei der Abschnitte 14 sind rein beispielhaft in FIG 2 als solche markiert. Die
Länge der Abschnitte 14 in Axialrichtung kann gleich sein oder - wie aus FIG 2 ersichtlich
- variieren. Der Querschnitt der Abschnitte 14 ist jedoch stets der gleiche, wie dies
in FIG 8 rein beispielhaft für einen achteckigen Querschnitt dargestellt ist. Die
Querschnitte der Abschnitte 14 sind also deckungsgleich (kongruent). Von Abschnitt
14 zu Abschnitt 14 sind die Querschnitte jedoch um einen jeweiligen Drehwinkel α gegeneinander
verdreht. Der Drehwinkel α ist in der Regel relativ klein. Er kann beispielsweise
bei ca. 1° bis ca. 5° liegen, insbesondere zwischen 2° und 4°.
[0053] In vielen Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung decken die Zwischenelemente
8 entsprechend der Darstellung in den FIG 2 bis 7 in ihrer Gesamtheit die Mantelfläche
2" der Rotorwelle 2' vollständig ab. In diesem Fall grenzen die Zwischenelemente 8
nicht nur in Tangentialrichtung gesehen an den Stoßflächen 15 aneinander an, sondern
zusätzlich auch in Axialrichtung gesehen an Stoßflächen 16. Die Stoßflächen 16 verlaufen
vorzugsweise rein radial-tangential, also ohne Axialkomponente. Die Stoßflächen 15
können in analoger Weise rein radial-axial verlaufen, also ohne Tangentialkomponente.
[0054] Dies ist beispielsweise in den FIG 3 bis 5 dargestellt. Es ist jedoch in manchen
Ausgestaltungen alternativ möglich, dass die Stoßflächen 15 geneigt verlaufen (oder
in Tangentialrichtung unmittelbar aufeinanderfolgende Zwischenelemente 8 einander
anderweitig übergreifen bzw. untergreifen). Der Sinn und Zweck derartiger Ausgestaltungen
wird nachfolgend in Verbindung mit den FIG 9 und 10 in Verbindung mit einer Neigung
der Stoßflächen 15 näher erläutert. Die entsprechenden Ausführungen gelten jedoch
in analoger Weise auch bei einem andersartigen Übergreifen bzw. Untergreifen.
[0055] So ist es entsprechend der Darstellung in FIG 9 beispielsweise möglich, dass die
Stoßflächen 15 in Drehrichtung 3 geneigt verlaufen. Durch diese Ausgestaltung werden
Zugkräfte Z, die aufgrund der Rotation des Rotors 2 in der Drehrichtung 3 über die
Rotormesser 7 und die Messerhalter 6 des jeweiligen Zwischenelements 8 auf die Verbindungselemente
9a der vorderen Reihe von Verbindungselementen 9a wirken, zum Teil auf das vorgeordnete
Zwischenelement 8 und dessen hintere Reihe von Verbindungselementen 9b übertragen.
Die Verbindungselemente 9a der vorderen Reihe von Verbindungselementen 9a werden dadurch
entlastet.
[0056] Alternativ ist es entsprechend der Darstellung in FIG 10 möglich, dass die Stoßflächen
15 einen radial äußeren Bereich 15a, einen radial inneren Bereich 15b und dazwischen
einen radial mittleren Bereich 15c aufweisen. In Radialrichtung gesehen weisen die
Bereiche 15a, 15b und 15c untereinander im wesentlichen (±10 %) gleiche Erstreckungen
auf. Der radial mittlere Bereich 15c grenzt in Radialrichtung gesehen an den radial
äußeren Bereich 15a und den radial inneren Bereich 15b an. Der radial äußere Bereich
15a und der radial innere Bereich 15b verlaufen im Falle der Ausgestaltung gemäß FIG
10 rein radial-axial. Der radial äußere Bereich 15a liegt jedoch in Drehrichtung 3
gesehen hinter dem radial inneren Bereich 15b. Dementsprechend verläuft nur der radial
mittlere Bereich 15c geneigt.
[0057] FIG 10 zeigt noch eine weitere Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung. Diese Ausgestaltung
ist unabhängig von der Ausgestaltung der Stoßflächen 15 realisierbar. Insbesondere
weist der Rotor 2 entsprechend der Darstellung in FIG 10 auf seiner Mantelfläche 2"
nach radial außen ragende Vorsprünge 19 auf. Die Vorsprünge 19 wirken mit Nasen 20
zusammen, die Bestandteile der Zwischenelemente 8 sind. Vorzugsweise sind die Nasen
20 im mittleren Bereich 8a angeordnet, insbesondere in unmittelbarer Nähe zum Übergang
zum vorderen Bereich 8b. Durch die Vorsprünge 19 und die Nasen 20 wird ein Formschluss
der Zwischenelemente 8 mit dem Rotor 2 bewirkt, über den die beim Betrieb des Rotors
2 auftretenden, in Tangentialrichtung wirkenden Zugkräfte Z zu einem erheblichen Teil
von den Zwischenelementen 8 auf den Rotor 2 übertragen werden können. Beispielsweise
können die Vorsprünge 19 und die Nasen 20 entsprechend der Darstellung in FIG 10 aneinander
angrenzende Flächen 21 aufweisen, die im wesentlichen radial orientiert sind. Insbesondere
kann ein Winkel β, den die Flächen 20 jeweils mit einer die Flächen 20 mittig schneidenden
Radialebene einschließen, zwischen -20° und +20° liegen. Vorzugsweise liegt der Winkel
β sogar nur zwischen -15° und +15°, beispielsweise zwischen -10° und +10° Im Optimalfall
verschwindet der Winkel β (β = 0).
[0058] Die Innenkontur 8' der Zwischenelemente 8 grenzt gemäß FIG 5 an Grenzkanten 17 an
die Stoßflächen 15 und an Grenzkanten 18 an die Stoßflächen 16 bzw. allgemein an den
Grenzkanten 17, 18 an die sich (auch) in Radialrichtung erstreckenden Flächen 15,
16 der Zwischenelemente 8 an. Unabhängig davon, ob die Stoßflächen 15 geneigt sind
oder rein radial-axial verlaufen, verlaufen die Grenzkanten 17, 18 vorzugsweise rein
tangential oder rein axial.
[0059] Die vorliegende Erfindung weist viele Vorteile auf. Insbesondere ist es möglich,
im Falle eines Verschleißes von Rotormessern 7 und/oder von Messerhaltern 6 das jeweilige
Zwischenelement 8 zu demontieren und durch ein neues Zwischenelement 8 zu ersetzen.
Das Zwischenelement 8 mit den verschlissenen Elementen 6, 7 kann dann außerhalb der
Zerkleinerungsmaschine weiter behandelt werden. Beispielsweise können die Rotormesser
7 ausgewechselt oder die Messerhalter 6 demontiert und neue Messerhalter 6 montiert
werden. Während dieses Zeitraums kann die Zerkleinerungsmaschine bereits weiter betrieben
werden. Auch ist es möglich, durch Austausch der Zwischenelemente 8 gegen andersartige
Zwischenelemente 8 (in Verbindung mit einem entsprechenden Austausch der Statormesser
5) die Zerkleinerungsmaschine auf einen anderen Messertyp umzurüsten. Auch ist es
möglich, bereits ab Werk mehrere gleichartige Rotorwellen 2' mit verschiedenen Zwischenelementen
8 auszustatten und dadurch die Typenvielfalt an Rotorwellen 2' zu reduzieren. Bei
geeigneter Auslegung ist es sogar möglich, dass die ein und dieselben Zwischenelemente
8 bei einer bestimmten Axialposition in mehreren voneinander verschiedenen Tangentialpositionen
mit der Rotorwelle 2' verbunden werden können. Zu diesem Zweck ist es in der Regel
unter anderem erforderlich, dass die Anzahl an Aufnahmen für die Verbindungselemente
9a, 9b, 9c der Rotorwelle 2' hinreichend groß ist. Insbesondere sollte es sich in
diesem Fall um ein ganzzahliges Vielfaches der Zahl N = n x m handeln, wobei n die
Anzahl an Zwischenelementen 8 ist und m die Anzahl an Reihen von Verbindungselementen
9a, 9b, 9c pro Zwischenelement 8.
[0060] Die obige Beschreibung dient ausschließlich der Erläuterung der vorliegenden Erfindung.
Der Schutzumfang der vorliegenden Erfindung soll hingegen ausschließlich durch die
beigefügten Ansprüche bestimmt sein.
Bezugszeichenliste
[0061]
- 1
- Stator
- 2
- Rotor
- 2'
- Rotorwelle
- 2"
- Mantelfläche
- 3
- Drehrichtung
- 4
- Rotationsachse
- 5
- Statormesser
- 6
- Messerhalter
- 7
- Rotormesser
- 8
- Zwischenelemente
- 8'
- Innenkonturen
- 8a, 8b, 8c
- Bereiche der Zwischenelemente
- 9a, 9b, 9c
- Verbindungselemente
- 9'
- Schraubenköpfe
- 10
- Aufnahmen
- 11
- Schweißnähte
- 12
- plane Flächen
- 13
- Kanten
- 14
- Abschnitte
- 15, 16
- Stoßflächen
- 15a, 15b, 15c
- radiale Bereiche der Stoßflächen 15
- 17, 18
- Grenzkanten
- 19
- Vorsprünge
- 20
- Nasen
- 21
- Flächen
- D
- Durchmesser
- L
- Länge
- Z
- Zugkräfte
- α
- Drehwinkel
- β
- Winkel
1. Rotor einer Zerkleinerungsmaschine, insbesondere eines Müll-, Kunststoff- oder Holzzerkleinerers,
- wobei der Rotor eine Rotorwelle (2') aufweist, die in einer Drehrichtung (3) um
eine Rotationsachse (4) rotierbar ist,
- wobei auf einer Mantelfläche (2") der Rotorwelle (2') mittels Verbindungselementen
(9) lösbar Zwischenelemente (8) befestigt sind,
- wobei auf den Zwischenelementen (8) jeweils eine Anzahl an Messerhaltern (6) für
Rotormesser (7) befestigt ist,
- wobei die Zwischenelemente (8) tangential um die Rotationsachse (4) herum gesehen
an Stoßflächen (15) aneinander angrenzen, so dass die Zwischenelemente (8) in ihrer
Gesamtheit tangential um die Rotationsachse (4) herum gesehen die Mantelfläche (2")
der Rotorwelle (2') vollständig abdecken, und
- wobei die Messerhalter (6) in Richtung der Rotationsachse (4) verlaufende Reihen
von Messerhaltern (6) bilden, die um die Rotationsachse (4) herum gesehen voneinander
beabstandet sind,
- wobei die Zwischenelemente (8) als Platten ausgebildet sind, die tangential um die
Rotationsachse (4) herum gesehen sich über die Messerhalter (6) hinaus erstrecken
und sowohl vor als auch hinter den Messerhaltern (6) jeweils einen abgeknickten Bereich
(8b, 8c) aufweisen,
- wobei die Verbindungselemente (9), mittels derer die Zwischenelemente (8) lösbar
auf der Mantelfläche (2") der Rotorwelle (2') befestigt sind, sowohl im abgeknickten
Bereich (8b) vor den Messerhaltern (6) als auch im abgeknickten Bereich (8c) hinter
den Messerhaltern (6) angeordnet sind und
- wobei die Mantelfläche (2") plane Flächen (12) aufweist, an denen die Zwischenelemente
(8) einschließlich ihrer abgeknickten Bereiche (8b, 8c) anliegen.
2. Rotor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messerhalter (6) auf den Zwischenelementen (8) unlösbar befestigt sind.
3. Rotor nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anzahl an Messerhaltern (6) pro Zwischenelement (8) derart bestimmt ist, dass
die Masse des jeweiligen Zwischenelements (8) einschließlich der auf dem jeweiligen
Zwischenelement (8) befestigten Messerhalter (6) bei maximal 50 kg liegt, insbesondere
bei maximal 30 kg.
4. Rotor nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass bezüglich jeweils zwei tangential um die Rotationsachse (4) herum gesehen unmittelbar
aufeinanderfolgender Zwischenelemente (8) das jeweils vordere Zwischenelement (8)
das jeweils hintere Zwischenelement (8) übergreift.
5. Rotor nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Stoßflächen (15) einen radial äußeren Bereich (15a), einen radial inneren Bereich
(15c) und dazwischen einen radial mittleren Bereich (15b) aufweisen, der an den radial
äußeren Bereich (15a) und den radial inneren Bereich (15c) angrenzt,
- dass der radial äußere Bereich (15a) und der radial innere Bereich (15c) rein radial-axial
verlaufen und
- dass der radial äußere Bereich (15a) in Richtung um die Rotationsachse (4) herum gesehen
hinter dem radial inneren Bereich (15c) liegt.
6. Rotor nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zwischenelemente (8) und die Rotorwelle (2') tangential um die Rotationsachse
(4) herum gesehen formschlüssig miteinander verbunden sind.
7. Rotor nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rotor auf seiner Mantelfläche (2") nach radial außen ragende Vorsprünge (19)
aufweist und dass die Zwischenelemente (8) mit den Vorsprüngen (19) zusammenwirkende
Nasen (20) aufweisen.
8. Rotor nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass aneinander angrenzende Flächen (21) der Vorsprünge (19) und der Nasen (20) im wesentlichen
radial orientiert sind.
9. Rotor nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Rotorwelle (2') in Richtung der Rotationsachse (4) gesehen mehrere Abschnitte
(14) aufweist,
- dass die Abschnitte (14) in einer orthogonal zur Rotationsachse (4) verlaufenden Ebene
gesehen deckungsgleiche Querschnitte aufweisen,
- dass die Querschnitte von Abschnitt (14) zu Abschnitt (14) jedoch um einen jeweiligen
Drehwinkel (α) gegeneinander verdreht sind.
10. Zerkleinerungsmaschine, insbesondere Müll-, Kunststoff- oder Holzzerkleinerer, mit
mindestens einem Stator (1) und mindestens einem Rotor (2), wobei der mindestens eine
Rotor (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 ausgebildet ist.