[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschichten einer Bohrungswand einer Bohrung
in einem Werkstück, insbesondere einer Zylinderbohrung in einem Motorblock, bei dem
eine Beschichtungslanze einer Beschichtungsvorrichtung unter Abgabe von Beschichtungspartikeln
in die Bohrung von einer Seite des Werkstücks eingefahren wird, wobei die Bohrungswand
mit einer Beschichtung versehen wird, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
13.
[0003] Die Erfindung betrifft weiterhin einen Motorblock mit einem Grundkörper, in welchem
an einer Auflageseite mindestens eine Zylinderbohrung angeordnet ist, wobei die Auflageseite
zum Bilden einer planen Dichtfläche bearbeitet ist, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
15.
[0004] Ein gattungsgemäßes Verfahren zum Beschichten einer Bohrungswand an einem Motorblock
ist aus der
EP 3 047 914 A1 bekannt. Dabei ist eine Beschichtungsvorrichtung mit einer verfahrbaren Beschichtungslanze
vorgesehen, durch welche ein Metall-Plasmastrahl zum Bilden einer Beschichtung aus
Metallpartikeln erzeugt wird. Die Beschichtungslanze ist von einer ringförmigen Aufnahmeeinheit
umgeben, welche auf einer plan bearbeiteten Dichtfläche des zu bearbeitenden Motorblocks
aufgesetzt wird. Die hülsenförmige Aufnahmeeinheit dient dazu, einen sogenannten Overspray
an Metallpartikeln beim Einfahren der Beschichtungslanze in die zu beschichtende Bohrung
aufzunehmen. Hierdurch soll verhindert werden, dass sich Metallpartikel an dem Motorblock
außerhalb der zu beschichtenden Zylinderbohrung, insbesondere auf einer ebenen Dichtfläche,
absetzen. Denn derartige Fehlpartikel sind nach der Beschichtung der Zylinderbohrungen
in aufwändiger Weise zu entfernen, etwa durch eine nochmalige spanabhebende Bearbeitung
der gesamten Dichtfläche des Motorblocks. Die Dichtfläche dient vorzugsweise einem
Auflegen einer Zylinderkopfdichtung.
[0005] Selbst beim Aufsetzen einer ringförmigen Aufnahmeeinrichtung auf Stoß auf den Motorblock
kann zwar ein Großteil des Oversprays zuverlässig in der Aufnahmeeinheit aufgenommen.
Es hat sich jedoch gezeigt, dass in bestimmten Fällen Metallpartikel der Beschichtungslanze,
welche mit Überschallgeschwindigkeit die Düse der Beschichtungslanze verlassen, auf
die Dichtfläche des Motorblocks gelangen. Hierdurch kann trotz der Aufnahmeeinheit
die Dichtfläche des Motorblocks mit Metallpartikeln verschmutzt werden. Dies kann
eine abermalige Reinigung oder nochmalige spanabhebende Bearbeitung der Dichtfläche
des Motorblocks erfordern. Dieser zusätzliche Bearbeitungsschritt ist mit zusätzlichem
Zeit- und Kostenaufwand verbunden.
[0006] Zudem kann auch eine Kontaktseite der Aufnahmeeinheit durch Metallpartikel verschmutzt
werden. Dies kann ein zuverlässiges Anlegen der Aufnahmeeinheit an den nächsten Motorblock
beeinträchtigen, was ebenfalls zusätzliche Reinigungsschritte an der Aufnahmeeinheit
und dem nachfolgenden Motorblock erforderlich macht.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Beschichten, eine Vorrichtung
hierfür sowie einen Motorblock anzugeben, bei welchen eine besonders effiziente und
verschmutzungsarme Beschichtung einer Bohrungswand ermöglicht ist.
[0008] Die Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1, eine Vorrichtung
mit den Merkmalen des Anspruchs 13 und mit einem Motorblock mit den Merkmalen des
Anspruchs 15 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den jeweiligen
Ansprüchen angegeben.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Beschichten
an dem Rand der Bohrung ein ringförmiger Schutzring vorgesehen wird, welcher gegenüber
der Seite des Werkstücks axial vorsteht.
[0010] Eine Grundidee der Erfindung besteht darin, an der Eintrittsseite für die Beschichtungslanze
einen Schutzring vorzusehen, welcher axial vorsteht. Die Metallpartikel aus der Beschichtungslanze
verlassen diese im Wesentlichen in einer radialen Richtung. Durch das ringförmige
Schutzelement wird somit ein Einschießen der Metallpartikel unmittelbar auf die Oberfläche
der Eintrittsseite verhindert. Die radial in Richtung der Seite fliegenden Metallpartikel
lagern sich somit an dem Schutzring an und können so nicht mehr auf die Oberfläche
der Eintrittsseite gelangen. Der Schutzring kann unmittelbar an dem Rand oder bis
zu einigen Millimetern radial davon beabstandet sein.
[0011] Im Übrigen kann zur Durchführung des Verfahrens eine Vorrichtung verwendet werden,
wie sie in der eingangs genannten
EP 3 047 914 A1 gelehrt ist.
[0012] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist es bevorzugt, dass nach dem Beschichten
der Schutzring entfernt wird. Damit ist die gewünschte Geometrie des Werkstücks durch
den Schutzring nicht beeinträchtigt.
[0013] Grundsätzlich kann der Schutzring ein separates Element sein, welcher auf den Motorblock
zum Abdecken der Stoßfuge vorgesehen wird. Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung
ist es besonders vorteilhaft, dass der Schutzring unmittelbar an dem Werkstück ausgebildet
wird. Der Schutzring kann dabei insbesondere bei einem gießenden oder spanabhebenden
Bearbeiten des Motorblocks an diesem fugenlos ausgebildet sein.
[0014] Besonders vorteilhaft ist es nach einer Weiterbildung der Erfindung, dass der Schutzring
durch spanloses Umformen aus einem duktilen Material des Werkstücks gebildet wird.
Das Werkstück, insbesondere ein Motorblock für einen Verbrennungsmotor für Fahrzeuge,
ist aus einem duktilen Metallmaterial, insbesondere Aluminium oder Stahl hergestellt.
Derartige Metalle sind bis zu einem gewissen Grad spanlos umformbar. Beispielsweise
kann mittels eines Drückstiftes oder Drückdornes, welcher entlang einem oberen Rand
der zu beschichtenden Zylinderbohrung in das Material des Werkstücks eingedrückt und
kreisförmig verfahren wird, durch spanlose Materialverdrängung ein zur freien Dicht-
oder Auflageseite vorspringender Schutzring ausgeformt werden. Der Schutzring ist
somit einstückig an dem Werkstück ausgebildet. Ein derartiges spanloses Umformverfahren
ist einfach und präzise durchführbar. Die Dimensionierung des Schutzringes ist abhängig
vom jeweiligen Werkstück und dessen Dimensionierungen. Besonders bevorzugt ist es,
dass der Schutzring mit einer axialen Länge von 0,05 mm bis 3 mm ausgebildet wird.
In bestimmten Fällen können auch abweichende Längen eingestellt werden.
[0015] Grundsätzlich ist es möglich, den Schutzring mit einem gewissen radialen Abstand
zur Innenwand der zu beschichtenden Bohrung auszubilden. Besonders vorteilhaft ist
es nach einer Ausführungsvariante der Erfindung, dass der Schutzring mit einem Innendurchmesser
ausgebildet wird, welcher einem Innendurchmesser der Bohrung entspricht. Der Schutzring
stellt somit eine gewisse axiale Verlängerung der Innenwand der Bohrung dar.
[0016] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung besteht darin, dass der Schutzring
und die Bohrungswand mit der Beschichtung versehen werden. Da der Schutzring eine
Verlängerung der Bohrungswand darstellt, wird hierdurch zuverlässig eine gute Beschichtung
der Bohrungswand bis zum eigentlich gewünschten Randbereich erzeugt. Dies gewährleistet
eine besonders stabile Beschichtung an der Bohrungswand.
[0017] Dabei ist es nach einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung besonders vorteilhaft,
dass der Schutzring nach dem Beschichten spanabhebend entfernt wird. Damit wird die
gewünschte Geometrie des Motorblocks, insbesondere eine plane Aufsatzseite des Motorblocks,
welche insbesondere für eine Zylinderkopfdichtung benötigt wird, erreicht. Durch das
spanabhebende Entfernen des Schutzringes, insbesondere wenn dieser mit der Beschichtung
versehen wurde, wird ein definierter sauberer Randabschluss der Beschichtung an der
Bohrungswand erzielt. Dies ist für eine Langlebigkeit der Beschichtung vorteilhaft.
[0018] In bevorzugter Weise ist dies nach einer Weiterbildung der Erfindung noch dadurch
verbessert, dass beim Entfernen des Schutzrings an dem Rand der Bohrung eine Fase
ausgebildet wird. Eine Fase, insbesondere mit einem Fasenwinkel von 15° bis 30°, wirkt
einem Abscheren der Beschichtung besonders gut entgegen.
[0019] Eine weitere bevorzugte Verfahrensvariante nach der Erfindung besteht darin, dass
vor einem Ausbilden des Schutzrings die Seite plan bearbeitet wird. Die Planbearbeitung
erfolgt insbesondere durch spanabhebendes Bearbeiten, insbesondere durch Abfräsen.
Dabei kann bereits bevorzugterweise die Endbemaßung des Motorblocks erfolgen, da keine
weitere Reinigungsmaßnahme der Seite mit ebener Dichtfläche benötigt wird. Alternativ
kann eine Planbearbeitung der Seite auch erst nach oder bei dem Entfernen des Schutzrings
erfolgen. Durch die verbesserte Dichtwirkung des Schutzrings beim Beschichten kann
ein Auflagering der Beschichtungsvorrichtung auf eine rauere Oberfläche aufgesetzt
werden.
[0020] Grundsätzlich kann die Beschichtung mit jeder geeigneten Beschichtungsmethode auf
die Bohrungswand aufgebracht werden. Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist
es besonders vorteilhaft, dass die Beschichtung mittels Plasmabeschichtung oder thermischer
Beschichtung aufgetragen wird. Derartige Beschichtungsweisen ermöglichen eine besonders
gute Anhaftung der Metallpartikel an einer metallischen Bohrungswand.
[0021] Eine weitere bevorzugte Verfahrensvariante der Erfindung besteht darin, dass die
Beschichtungsvorrichtung mit einem Auflagering auf die Seite des Werkstücks aufgesetzt
wird, wobei der Auflagering auf Stoß auf der Seite aufliegt und einen Rand der zu
beschichtenden Bohrung ringförmig umschließt, und dass der Schutzring eine Stoßfuge
zwischen dem Auflagering und der Seite des Werkstücks axial überdeckt. Der Schutzring
kann je nach seiner axialen Größe einige Zehntel oder einige Millimeter, im Extremfall
sogar einige Zentimeter von der Stoßfuge entfernt sein. Durch den Schutzring wird
ein Einschießen der Metallpartikel unmittelbar in die Stoßfuge verhindert. Hierdurch
werden sowohl die ebene Dichtfläche der Seite als auch die Auflagefläche des Auflagerings
von Metallpartikeln sauber gehalten. Es werden auch metallische Verbindungseffekte
zwischen der Seite und dem Auflagering vermieden, welche beim Abheben des Auflagerings
Beschädigungen an der Dichtfläche oder der Auflagefläche bewirken können.
[0022] Hinsichtlich der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Bearbeiten eines Bohrungswand
einer Bohrung, insbesondere zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens, ist
es nach der Erfindung vorgesehen, dass ein Drückelement vorgesehen ist, welches entlang
eines Randes einer Bohrung in einem Werkstück verfahrbar und in das Werkstück eindrückbar
ist, wobei ein axial vorstehender Schutzring spanlos ausformbar ist. Das Drückelement
ist vorzugsweise stiftförmig als ein Drückstift ausgebildet, der vorzugsweise drehbar
gelagert ist. Der drehbare Drückstift kann mit einer entsprechenden Zustellvorrichtung
unter Aufbringung einer entsprechenden radial gerichteten Kraft entlang des Randes
der Bohrung verfahren werden. Hierbei entsteht eine gewisse Einformung, wobei durch
das so verdrängte Material der gewünschte axial vorstehende Schutzring am Rand der
Bohrung erstellt wird.
[0023] Als Zustellvorrichtung kann insbesondere eine grundsätzlich bekannte CNC-Fräsmaschine
oder ein CNC-Bearbeitungszentrum verwendet werden, wobei jedoch statt eines spanabhebenden
Fräskopfes das nach der Erfindung ausgebildete stiftförmige Drückelement eingesetzt
ist. Diese kann aktiv durch eine angetriebene Spindel an der Zustellvorrichtung oder
passiv durch Abrollen an dem Werkstück gedreht werden.
[0024] Die eingangs genannte Aufgabe wird hinsichtlich des Motorblocks gemäß der Erfindung
dadurch gelöst, dass an einem Rand der mindestens einen Zylinderbohrung zu der Aufsatzseite
ein von der Dichtfläche axial vorstehender Schutzring einstückig an dem Grundkörper
ausgebildet ist. Der Motorblock kann dabei das Endwerkstück oder vorzugsweise eine
Zwischenform sein. Das Erzeugen des Schutzringes kann beim Gießen oder spanabhebenden
Bearbeiten des Motorblocks vor einer Beschichtung der Zylinderbohrung erfolgen.
[0025] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass der mindestens
eine Schutzring nach einer Planbearbeitung der Dichtfläche durch spanloses Umformen
aus dem Grundkörper angeformt ist. Das spanlose Umformen kann insbesondere durch einen
Drückvorgang bewirkt werden. Dabei wird an einem oberen Randbereich der Bohrung eine
ringförmige Nut in die Bohrungswand eingeformt. Hierdurch wird eine Materialverdrängung
bewirkt, welche an der freien Auflageseite zu einem Ausbilden oder axialen Aufwölben
des Schutzringes entlang des Bohrungsrandes führt. Nach einer Beschichtung kann der
so ausgebildete Schutzring zusammen mit der eingedrückten Nut am oberen Rand der Bohrung
durch spanabhebendes Bearbeiten, insbesondere durch AnFasen, entfernt werden.
[0026] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen weiter
erläutert, welche schematisch in den beigefügten Zeichnungen dargestellt sind. In
den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine Teilquerschnittsansicht eines Werkstücks mit einer zu beschichtenden Bohrung;
- Fig. 2
- eine Teilquerschnittsansicht des Werkstücks nach dem Ausbilden eines Schutzrings;
- Fig. 3
- eine Teilquerschnittsansicht des Werkstücks von Fig. 2 mit aufgesetzter Beschichtungsvorrichtung;
und
- Fig. 4
- eine Teilquerschnittsansicht des beschichteten Werkstücks nach Entfernen des Schutzrings,
und
- Fig. 5
- eine schematische Detailansicht zu einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0027] Ein zu beschichtendes Werkstück 10 mit mindestens einer Bohrung 12 mit einer zu beschichtenden
Bohrungswand 14 ist in Fig. 1 dargestellt. In einen Grundkörper 11 des metallischen
Werkstücks 10, welcher vorzugsweise als ein Motorblock eines Verbrennungsmotors ausgebildet
ist, können mehrere Bohrungen 12 als Zylinderbohrungen vorgesehen sein. Wie bei einem
Motorblock üblich, weist das Werkstück 10 an einer Oberseite eine plan bearbeitete
Seite 16 auf, welche beispielsweise zum Aufnehmen einer Flachdichtung, insbesondere
einer Zylinderkopfdichtung, dient.
[0028] Vor dem Aufbringen einer Beschichtung wird gemäß Fig. 2 nahe der Seite 16 an einem
oberen Randbereich der Bohrung 12 in die Bohrungswand 14 eine ringförmige Nut 22 eingedrückt.
Das spanlose Eindrücken der Nut 22 führt aufgrund des duktilen metallischen Materials
des Grundkörpers 11 zu einer Materialverdrängung. Durch eine entsprechende Gestaltung
einer Drückvorrichtung mit verfahrbarem Drückdorn und mit Abstützflächen an der Bohrungswand
14 kann die Materialverdrängung gezielt zum Ausbilden eines axial vorstehenden Schutzrings
20 am oberen Rand der Bohrung 12 erzeugt werden. Die Dimensionierung des Schutzrings
20 hängt von der Größe der Nut 22 und der dadurch bewirkten Materialverdrängung ab.
Die axiale Länge und die radiale Breite des Schutzrings 20 kann von einigen zehntel
Millimetern bis zu einigen Millimetern reichen. Durch entsprechende Abstützelemente
oder Abstützringe der vorgesehenen Drückeinrichtung kann eine gezielt Ausgestaltung
des Schutzrings durch das verdrängte Material bewirkt werden.
[0029] Zum Aufbringen der Beschichtung wird gemäß Fig. 3 auf die plane Seite 16 eine Beschichtungsvorrichtung
50 mit einem etwa zylindrischen Gehäuse 54 und einem zentrischen Auflagering 56 aufgesetzt.
Der Auflagering 56 weist an seiner Unterseite eine plane Auflagefläche 58 auf. Beim
Kontaktieren der planen Auflagefläche 58 des Auflagerings 56 auf der planen Seite
16 des Werkstücks 10 bildet sich eine Kontakt- oder Stoßfuge 5 aus. Ein Innendurchmesser
des Auflagerings 56 ist vorzugsweise geringfügig größer als ein Außendurchmesser des
ausgeformten Schutzrings 20. Durch den axial vorstehenden Schutzring 20 wird in einer
radialen Richtung eine Abdeckung oder ein Schutz der Stoßfuge 5 gegen ein radiales
Eindringen von Plasmapartikeln bewirkt.
[0030] Zum Beschichten der Bohrungswand 14 wird eine stabförmige Beschichtungslanze 52 aus
dem zylindrischen Gehäuse 54 der Beschichtungsvorrichtung 50 axial ausgefahren. Vorzugsweise
befindet sich die Beschichtungslanze 52 bereits in dem Gehäuse 54 in einem Sprühbetrieb,
wobei an einem unteren Ende der Beschichtungslanze 52 aufgeschmolzene Metallpartikel
mit hoher Geschwindigkeit austreten, was durch Sprühstrahlen 53 in Fig. 3 verdeutlicht
ist. Es ist ersichtlich, dass sich die Stoßfuge 5 in einem Sprühschatten befindet,
welcher durch den axial vorstehenden Schutzring 20 gebildet ist. Hierdurch wird zuverlässig
verhindert, dass Plasmapartikel in die Stoßfuge 5 eindringen und die Seite 16 des
Werkstücks 10 oder die Auflagefläche 58 des Auflagerings 56 verunreinigen.
[0031] An einer Innenseite des Auflagerings 56 ist eine abgeschrägte Ablenkfläche 59 vorgesehen,
durch welche Metallpartikel des Plasmastrahls axial in Richtung des Inneren des Gehäuses
54 abgelenkt werden. Das Gehäuse 54 ist zum Aufnehmen derartiger Metallpartikel ausgebildet
und kann in bestimmten Zeitabständen zum Entleeren gewechselt werden.
[0032] Zum Bilden der Beschichtung 30 fährt die Beschichtungslanze 52 in die Bohrung 12
ein, wobei die Beschichtungslanze 52 gedreht wird. Hierdurch wird gezielt eine Beschichtung
30 an der Bohrungswand 14 ausgebildet, wie in Fig. 4 gezeigt ist.
[0033] Nach einem Beenden des Beschichtens wird die Beschichtungslanze 52 aus der Bohrung
12 zurückgezogen und die Beschichtungsvorrichtung insgesamt von dem Werkstück 10 entfernt.
Abschließend kann der axial vorstehende Schutzring 20 durch eine spanabhebende Bearbeitung
entfernt werden. Es kann am Rand der Beschichtung 30 eine Abschrägung oder Fase 32
ausgebildet werden. Dabei kann auch der Bereich mit der Nut 22 entfernt werden, soweit
dies notwendig sein sollte.
[0034] Eine abschließende flächige Bearbeitung der Seite 16 des Werkstücks 10 ist bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren nicht oder allenfalls in einem sehr reduzierten Umfang
notwendig.
[0035] In Fig. 5 ist stark schematisiert ein Teil einer erfindungsgemäße Vorrichtung 40
zum Bearbeiten einer Bohrungswand 14 einer Bohrung 12 in einem Werkstück 10 dargestellt.
Die Vorrichtung 40 weist ein stiftförmiges Drückelement 42 auf, welches drehbar angetrieben
in einer Zustelleinheit 44 gelagert ist. Mit der Zustelleinheit 44 kann das Drückelement
42 kreisförmig entlang des Randes der Bohrung 12 verfahren werden, wobei eine Einformung
gebildet wird. Durch das verdrängte Material 21 der Einformung wird am oberen Rand
der Bohrung 12 ein Schutzring 20 ausgebildet.
1. Verfahren zum Beschichten einer Bohrungswand (14) einer Bohrung (12) in einem Werkstück
(10), insbesondere einer Zylinderbohrung in einem Motorblock, bei dem
- eine Beschichtungslanze (52) einer Beschichtungsvorrichtung (50) unter Abgabe von
Beschichtungspartikeln in die Bohrung (12) von einer Seite (16) des Werkstücks (10)
eingefahren wird, wobei die Bohrungswand (14) mit einer Beschichtung (30) versehen
wird,
dadurch gekennzeichnet,
- dass vor dem Beschichten an dem Rand der Bohrung (12) ein ringförmiger Schutzring (20)
vorgesehen wird, welcher gegenüber der Seite (16) des Werkstücks (10) axial vorsteht.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach dem Beschichten der Schutzring (20) entfernt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schutzring (20) unmittelbar an dem Werkstück (10) ausgebildet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schutzring (20) durch spanloses Umformen aus einem duktilen Material des Werkstücks
(10) gebildet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schutzring (20) mit einer axialen Länge von 0,05 mm bis 3 mm ausgebildet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schutzring (20) mit einem Innendurchmesser ausgebildet wird, welcher etwa einem
Innendurchmesser der Bohrung (12) entspricht.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schutzring (20) und die Bohrungswand (14) mit der Beschichtung (30) versehen
werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schutzring (20) nach dem Beschichten spanabhebend entfernt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass beim Entfernen des Schutzrings (20) an dem Rand der Bohrung (12) eine Fase (32) ausgebildet
wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass vor einem Ausbilden des Schutzrings (20) die Seite (16) des Werkstücks (10) zum Bilden
einer planen Fläche bearbeitet wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Beschichtung (30) mittels Plasmabeschichtung oder thermischer Beschichtung aufgetragen
wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Beschichtungsvorrichtung (50) mit einem Auflagering (56) auf die Seite (16) des
Werkstücks (10) aufgesetzt wird, wobei der Auflagering (56) auf Stoß auf der Seite
(16) aufliegt und einen Rand der zu beschichtenden Bohrung (12) ringförmig umschließt,
und
dass der Schutzring (20) eine Stoßfuge (5) zwischen dem Auflagering (56) und der Seite
(16) des Werkstücks (10) axial überdeckt.
13. Vorrichtung zum Bearbeiten einer Bohrungswand (14) einer Bohrung (12), insbesondere
zum Durchführen eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
dass ein Drückelement (42) vorgesehen ist, welches entlang eines Randes einer Bohrung
in einem Werkstück (10) verfahrbar und in das Werkstück (10) eindrückbar ist, wobei
ein axial vorstehender Schutzring (20) spanlos ausformbar ist.
14. Motorblock mit einem Grundkörper (11), in welchem an einer Seite (16) mindestens eine
Zylinderbohrung (12) angeordnet ist, wobei die Seite (16) zum Bilden einer planen
Fläche bearbeitet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass an einem Rand der mindestens einen Zylinderbohrung (12) zu der Seite (16) ein axial
vorstehender Schutzring (20) einstückig an dem Grundkörper (11) ausgebildet ist.
15. Motorblock nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass der mindestens eine Schutzring (20) nach einer Planbearbeitung der Seite (16) durch
spanloses Umformen aus dem Grundkörper (11) angeformt ist.