[0001] Die Erfindung betrifft ein optisch variables Sicherheitselement zur Absicherung von
Wertgegenständen, ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Sicherheitselements
und einen entsprechend ausgestatteten Datenträger.
[0002] Datenträger, wie etwa Wert- oder Ausweisdokumente, oder andere Wertgegenstände, wie
etwa Markenartikel, werden zur Absicherung oft mit Sicherheitselementen versehen,
die eine Überprüfung der Echtheit der Datenträger gestatten und die zugleich als Schutz
vor unerlaubter Reproduktion dienen. Eine besondere Rolle bei der Echtheitsabsicherung
spielen Sicherheitselemente mit betrachtungswinkelabhängigen Effekten, da diese selbst
mit modernsten Kopiergeräten nicht reproduziert werden können. Die Sicherheitselemente
werden dabei mit optisch variablen Elementen ausgestattet, die dem Betrachter unter
unterschiedlichen Betrachtungswinkeln einen unterschiedlichen Bildeindruck vermitteln
und beispielsweise je nach Betrachtungswinkel einen anderen Farb- oder Helligkeitseindruck
und/oder ein anderes graphisches Motiv zeigen.
[0003] In diesem Zusammenhang sind optisch variable Sicherheitselemente bekannt, die beim
Kippen des Sicherheitselements verschiedene Bewegungs- oder Kippeffekte zeigen, wie
etwa bewegte Balken, bewegte bildliche Darstellungen, Pumpeffekte oder dreidimensionale
Darstellungen. Zur Umsetzung der optisch variablen Erscheinungsbilder werden im Stand
der Technik unterschiedliche Techniken eingesetzt, mit denen sich typischerweise manche
dieser Bewegungseffekte besonders gut und andere weniger gut realisieren lassen.
[0004] Beispielsweise können mit Moiré-Vergrößerungsanordnungen auf der Basis von Mikrofokussierelementen
und Mikrobildern vor allem bewegte periodische Motive gut dargestellt werden. Dagegen
sind Kippbilder oder Darstellungen mit einer ausgezeichneten Mittelstellung, also
einer Ansicht, die bei gleichem Betrachtungswinkel bei allen produzierten Sicherheitselementen
immer gleich aussieht, wegen der erforderlichen hochgenauen Registrierung der Mikrofokussierelemente
und Mikrobilder oft schwierig zu realisieren.
[0005] Hologramme können durch ineinander verschachtelte Darstellungen, die unter verschiedenen
Kippwinkeln sichtbar werden, grundsätzlich beliebige Animationen zeigen, allerdings
ist die Qualität und Leuchtkraft der Darstellungen stark von einer guten Beleuchtung
abhängig. Ähnliches gilt für Sicherheitselemente mit Mikrospiegelanordnungen, wenn
die verschiedenen Ansichten einer Animation dort ineinander verschachtelt werden sollen,
auch wenn Mikrospiegelanordnungen in der Regel lichtstärker sind als Hologramme.
[0006] Aus der Druckschrift
WO 2011/051669 A1 ist eine Sicherheitsvorrichtung bekannt, die mindestens zwei Lentikularvorrichtungen
umfasst, wobei jede Lentikularvorrichtung eine Anordnung von länglichen linsenförmigen
Fokussierungselementen aufweist, die jeweils über einem Satz von Bildstreifen angeordnet
sind. Die Längsrichtungen, in die sich die linsenförmigen Fokussierungselemente der
zwei Lentikularvorrichtungen erstrecken, sind dabei unterschiedlich.
[0007] Die Druckschrift
EP 1 710 756 A1 beschreibt ein gedrucktes Bild, das in Form einer Anordnung von in Form und Größen
gleichförmigen magnetisch ausgerichteten Plättchen oder Flocken vorliegt, wobei die
magnetischen Plättchen derart angeordnet sind, dass sie optisch illusorische Bilder
erzeugen, die als Sicherheitsvorrichtungen dienen können.
[0008] Bei optisch variablen Sicherheitsmerkmalen auf der Basis von Druckfarben mit magnetisch
ausgerichteten reflektierenden Pigmenten sind die erzeugten Effekte sehr lichtstark,
zur Realisierung eines bestimmten Bewegungseffekts werden allerdings immer auch entsprechende
Magnete zur Ausrichtung der Pigmente benötigt, was die Effektvielfalt und die Auflösung
in der Praxis stark einschränkt.
[0009] Die genannten optisch variablen Effekte lassen sich oft nur schwer individualisieren,
das heißt, beispielsweise auf eine bestimmte Währung oder eine bestimmte Wertzahl
abstimmen. Eine verbreitete Möglichkeit der Individualisierung besteht in einer bereichsweisen
Demetallisierung, bei der eine Effektschicht bereichsweise etwa in Form einer Wertzahl
ausgespart wird. Solche Negativtexte sind jedoch vergleichsweise unauffällig, wodurch
die Gefahr steigt, dass ein Fälscher beispielsweise ein echtes Sicherheitselement
aus einer Banknote mit niedrigem Wert zur Fälschung einer Banknote mit höherem Wert
verwendet, ohne dass es dem ungeschulten oder flüchtigen Betrachter auffällt.
[0010] Ausgehend davon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Sicherheitselement
der eingangs genannten Art anzugeben, das einen neuartigen und sich von herkömmlichen
Effekten deutlich abhebenden optisch variablen Effekt zeigt. Idealerweise ermöglicht
der optisch variable Effekt auch eine auffällige und gut einprägbare Individualisierung
des Sicherheitselements bzw. des damit versehenen Datenträgers.
[0011] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0012] Gemäß der Erfindung zeigt ein gattungsgemäßes Sicherheitselement betrachtungswinkelabhängig
ein Motiv mit zumindest einer Kurvendarstellung, die aus einer ersten Betrachtungsrichtung
als Ausgangskurve mit zwei oder mehr zusammenhängenden, nicht kollinearen Segmenten
sichtbar ist, und die beim Kippen des Sicherheitselements um eine vorbestimmte Achse
in die einzelnen Segmente zerfällt, indem sich die Segmente der Ausgangskurve abwechselnd
in unterschiedliche Richtungen von der Ausgangskurve weg bewegen.
[0013] Erfindungsgemäß weist das Sicherheitselement dabei einen flächigen Motivbereich mit
einer Mehrzahl optisch wirksamer Elemente auf, die einfallendes Licht jeweils in eine
Vorzugsrichtung lenken, wobei den Segmenten der Ausgangskurve in dem flächigen Motivbereich
jeweils ein Bewegungssegment in Form eines Teilbereichs des flächigen Motivbereichs
zugeordnet ist, in dem die optisch wirksamen Elemente so angeordnet und ausgerichtet
sind, dass sie aus der ersten Betrachtungsrichtung die Ausgangskurve mit den zusammenhängenden
Segmenten zeigen, und dass sie aus um die vorbestimmte Achse gekippten Betrachtungsrichtungen
Kurvendarstellungen zeigen, in denen die Segmente abwechselnd in unterschiedliche
Richtungen und mit zunehmendem Kippwinkel zunehmend weiter von der Ausgangskurve entfernt
liegen.
[0014] Die zusammenhängenden Segmente der Ausgangskurve sind nicht kollinear, das heißt,
sie liegen nicht alle auf einer Geraden. So liegen zumindest zwei der zusammenhängenden
Segmente der Ausgangskurve nicht auf einer Geraden. Dies schließt auch nicht aus,
dass voneinander beabstandete Segmente parallel zueinander sind, wie etwa die beiden
durch die Diagonale verbundenen Deckstriche des Buchstabens "Z".
[0015] Bevorzugt zerfällt zumindest eine Kurvendarstellung des Motivs beim Kippen des Sicherheitselements
in drei oder mehr, vorzugsweise vier oder mehr, oder sogar sechs oder mehr Segmente.
Da sich die Segmente beim Kippen des Sicherheitselements abwechselnd in unterschiedliche
Richtungen von der Ausgangskurve weg bewegen, sind die bewegten Segmente nicht mehr
zusammenhängend aber zunächst noch benachbart, so dass der visuelle Eindruck einer
in die einzelnen Segmente zerfallenden Kurve entsteht.
[0016] Die Ausgangskurve zumindest einer Kurvendarstellung zeigt mit Vorteil ein alphanumerisches
Zeichen, ein Symbol, wie etwa das Eurosymbol oder ein anderes Währungssymbol, oder
ein anderes informationstragendes Zeichen. Insbesondere können auch zwei oder mehr
Ausgangskurven vorgesehen sein, die zusammen eine Zahl, wie etwa Wertzahl einer Banknote,
eine Buchstabenfolge oder eine Symbolfolge bilden.
[0017] Die Bewegungssegmente der Kurvendarstellungen weisen vorteilhaft eine Breite auf,
die zwischen 10% und 100%, vorzugsweise zwischen 20% und 50% der Ausdehnung der Ausgangskurve
der Kurvendarstellung liegt. Als Breite der Bewegungssegmente wird dabei die Ausdehnung
der Bewegungssegmente senkrecht zu dem zugehörigen Segment der Ausgangskurve bezeichnet.
Innerhalb einer Kurvendarstellung weisen die Bewegungssegmente mit Vorteil alle dieselbe
Breite auf.
[0018] Die optisch wirksamen Elemente lenken einfallendes Licht jeweils in eine Vorzugsrichtung,
wobei der Mechanismus der Lichtablenkung von der Art der optisch wirksamen Elemente
abhängt. Beispielsweise können die optisch wirksamen Elemente reflektierende Facetten
sein, die kleine Mikrospiegel bilden, die einfallendes Licht in eine durch die Bedingung
"Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel" gegebene Vorzugsrichtung lenken. Neben Reflexion
kommt insbesondere auch Lichtbrechung, beispielsweise durch Linsenelemente oder Prismenelemente,
oder Lichtbeugung, beispielsweise durch Hologrammgitterbereiche in Betracht. Die Lichtablenkung
durch die optisch wirksamen Elemente kann in Reflexion, in Transmission oder sowohl
in Reflexion als auch in Transmission erfolgen.
[0019] In einer vorteilhaften Erfindungsvariante sind die optisch wirksamen Elemente durch
strahlungsoptisch wirkende Facetten gebildet, deren Orientierung jeweils durch einen
Neigungswinkel α gegen die Ebene des flächigen Motivbereichs und durch einen Azimutwinkel
θ in der Ebene des flächigen Motivbereichs charakterisiert ist. Die Abmessung der
Facetten ist dabei vorzugweise so groß, dass keine oder kaum Beugungseffekte auftreten,
so dass die Facetten im Wesentlichen nur strahlungsoptisch wirken. Insbesondere weisen
die Facetten mit Vorteil eine kleinste Abmessung von mehr als 2 µm, vorzugsweise von
mehr als 5 µm, insbesondere von mehr als 10 µm auf. Insbesondere für die Anwendung
bei Banknoten und anderen Wertdokumenten weisen die Facetten bevorzugt eine Höhe unterhalb
von 100 µm, bevorzugt unterhalb von 50 µm, insbesondere von weniger als 10 µm auf.
Die Facetten können regelmäßig, beispielsweise in Form eines 1- oder 2-dimensionalen
periodischen Rasters, etwa eines Sägezahngitters, oder auch aperiodisch angeordnet
sein.
[0020] Die optisch wirksamen Elemente können auch mit Vorteil durch beugungsoptisch wirkende
Gitterfelder mit einem Gittermuster aus parallelen Strichgitterlinien gebildet sein.
Die Vorzugsrichtung der Lichtablenkung ist dabei durch die Gitterparameter des Gittermusters
gegeben, insbesondere durch die Gitterperiode
p und den Azimutwinkel
ϕ, welcher den Winkel angibt, den die Strichgitterlinien des Gittermusters mit einer
Referenzrichtung einschließen.
[0021] In einer weiteren vorteilhaften Erfindungsvariante sind die optisch wirksamen Elemente
durch rinnen- und/oder rippenförmige, nebeneinander liegende und sich längs einer
Längsrichtung erstreckende Strukturelemente gebildet, wie sie beispielsweise in der
Druckschrift
WO 2014/117938 A1 genauer beschrieben sind, deren Offenbarungsgehalt insoweit in die vorliegende Anmeldung
aufgenommen wird.
[0022] Der flächige Motivbereich kann reflektierend ausgebildet sein, so dass die Ausgangskurve
und der Zerfall der Ausgangskurve in einzelne Segmente in Reflexion sichtbar sind.
[0023] In vorteilhaften Gestaltungen sind die optisch wirksamen Elemente durch Reflexionselemente
gebildet, die in einen Prägelack abgeformt und mit einer reflexionserhöhenden Beschichtung
versehen sind. Die reflexionserhöhende Beschichtung kann durch eine Metallisierung
gebildet sein und/oder kann einen Farbkippeffekt aufweisen, in welchem Fall die Beschichtung
mit Vorteil aus einem Dünnfilminterferenzschichtsystem mit Reflektor, dielektrischer
Abstandsschicht und Absorber besteht.
[0024] Der flächige Motivbereich kann auch zumindest teilweise transmittierend sein, so
dass die Ausgangskurve und der Zerfall der Ausgangskurve in einzelne Segmente in Transmission
sichtbar sind. Dabei kann der flächige Motivbereich auch sowohl teilweise reflektierend
als auch teilweise transmittierend ausgebildet sein, so dass die Ausgangskurve und
der Zerfall der Ausgangskurve in einzelne Segmente sowohl in Reflexion als auch in
Transmission sichtbar sind.
[0025] In vorteilhaften Gestaltungen sind die optisch wirksamen Elemente durch Transmissionselemente
in Form transparenter oder semitransparenter Beugungsstrukturen, transparenter oder
semitransparenter Prismenstrukturen oder transparenter oder semitransparenter Mikroreliefstrukturen
gebildet. Wie oben bereits erwähnt, können die Transmissionselemente zugleich reflektierende
Eigenschaften haben und damit einen zusätzlichen Bewegungseffekt in Reflexion erzeugen.
[0026] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Motiv
des Sicherheitselements zumindest eine zweite Kurvendarstellung enthält, die aus einer
zweiten Betrachtungsrichtung als zweite Ausgangskurve mit zwei oder mehr zusammenhängenden,
nicht kollinearen Segmenten sichtbar ist, und die beim Kippen des Sicherheitselements
um die vorbestimmte Achse in die einzelnen Segmente zerfällt, indem sich die Segmente
der zweiten Ausgangskurve abwechselnd in unterschiedliche Richtungen von der zweiten
Ausgangskurve weg bewegen, wobei den Segmenten der zweiten Ausgangskurve in dem flächigen
Motivbereich jeweils ein zweites Bewegungssegment in Form eines Teilbereichs des flächigen
Motivbereichs zugeordnet ist, in dem die optisch wirksamen Elemente so angeordnet
und ausgerichtet sind, dass sie aus der zweiten Betrachtungsrichtung die zweite Ausgangskurve
mit den zusammenhängenden Segmenten zeigen, und dass sie aus um die vorbestimmte Achse
gekippten Betrachtungsrichtungen Kurvendarstellungen zeigen, in denen die Segmente
abwechselnd in unterschiedliche Richtungen und mit zunehmendem Kippwinkel zunehmend
weiter von der zweiten Ausgangskurve entfernt liegen.
[0027] In einer vorteilhaften Erfindungsvariante überlappen die Bewegungssegmente der ersten
und zweiten Kurvendarstellung dabei nicht.
[0028] Um eine große visuelle Trennung der beiden Kurvendarstellungen bei der Betrachtung
zu erreichen, schließen die erste und zweite Betrachtungsrichtung mit Vorteil einen
Winkel von mindestens 5°, bevorzugt mindestens 10° und besonders bevorzugt mindestens
20° ein.
[0029] In einer vorteilhaften Erfindungsvariante ist mindestens ein Segment der ersten Kurvendarstellung
auch ein Segment der zweiten Kurvendarstellung, so dass sich die zweite Kurvendarstellung
beim Kippen des Sicherheitselements zumindest teilweise aus Segmenten der zerfallenen
ersten Kurvendarstellung zusammensetzt.
[0030] Es versteht sich, dass das Motiv des Sicherheitselements in gleicher Weise auch mehr
als zwei Kurvendarstellungen enthalten kann, die aus unterschiedlichen Betrachtungsrichtungen
als zusammenhängende Ausgangskurven sichtbar sind.
[0031] Das Sicherheitselement stellt mit Vorteil einen Sicherheitsfaden, einen Aufreißfaden,
ein Sicherheitsband, einen Sicherheitsstreifen, einen Patch oder ein Etikett zum Aufbringen
auf ein Sicherheitspapier, Wertdokument oder dergleichen dar.
[0032] Die Erfindung enthält auch einen Datenträger mit einem Sicherheitselement der beschriebenen
Art, wobei das Sicherheitselement sowohl in einem opaken Bereich des Datenträgers
als auch in oder über einem transparenten Fensterbereich oder einer durchgehenden
Öffnung des Datenträgers angeordnet sein kann. Bei dem Datenträger kann es sich insbesondere
um ein Wertdokument, wie eine Banknote, insbesondere eine Papierbanknote, eine Polymerbanknote
oder eine Folienverbundbanknote, um eine Aktie, eine Anleihe, eine Urkunde, einen
Gutschein, einen Scheck, eine hochwertige Eintrittskarte, aber auch um eine Ausweiskarte,
wie etwa eine Kreditkarte, eine Bankkarte, eine Barzahlungskarte, eine Berechtigungskarte,
einen Personalausweis oder eine Passpersonalisierungsseite handeln.
[0033] Die Erfindung enthält weiter ein Verfahren zur Herstellung eines optisch variablen
Sicherheitselements der oben beschriebenen Art, bei dem
- eine gewünschte Ausgangskurve mit zwei oder mehr zusammenhängenden, nicht kollinearen
Segmenten festgelegt wird,
- für die Segmente der Ausgangskurve jeweils Bewegungssegmente festgelegt werden, in
denen sich die Segmente der Ausgangskurve beim Kippen des Sicherheitselements bewegen,
und
- in einem flächigen Motivbereich in den festgelegten Bewegungssegmenten optisch wirksame
Elemente so angeordnet und ausgerichtet werden, dass sie aus der ersten Betrachtungsrichtung
die Ausgangskurve mit den zusammenhängenden Segmenten zeigen, und dass sie aus um
die vorbestimmte Achse gekippten Betrachtungsrichtungen Kurvendarstellungen zeigen,
in denen die Segmente abwechselnd in unterschiedliche Richtungen und mit zunehmendem
Kippwinkel zunehmend weiter von der Ausgangskurve entfernt liegen.
[0034] Weitere Ausführungsbeispiele sowie Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand
der Figuren erläutert, bei deren Darstellung auf eine maßstabs- und proportionsgetreue
Wiedergabe verzichtet wurde, um die Anschaulichkeit zu erhöhen.
[0035] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Banknote mit einem erfindungsgemäßen optisch variablen
Sicherheitselement,
- Fig. 2
- in (a) bis (e) das Erscheinungsbild des optisch variablen Sicherheitselements der
Fig. 1 bei verschiedenen Kippwinkeln zwischen -20° und +20°,
- Fig. 3
- die Kurvendarstellungen der Ziffern "5" und "0" der Wertzahl "50" der Fig. 1 mit zur
Illustration voneinander abgesetzten Segmenten,
- Fig. 4
- eine schematische Aufsicht auf einen flächigen Motivbereich, der als Ausschnitt des
Sicherheitselements der Fig. 1 eine Darstellung der Wertzahl "50" zeigt,
- Fig. 5
- schematisch zwei der Bewegungssegmente der Ziffer "5" der Fig. 4 im Detail,
- Fig. 6 und 7
- jeweils einen schematischen Querschnitt durch den flächigen Motivbereich der Figuren
4 bzw. 5 entlang der Linien VI-VI bzw. VII-VII,
- Fig. 8
- die Werte des Orientierungsparameters k für das Ausführungsbeispiel der zerfallenden
Wertzahl "50" in einer Graustufendarstellung,
- Fig. 9
- in (a) bis (i) das visuelle Erscheinungsbild eines Sicherheitselements nach einem
weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung bei verschiedenen Kippwinkeln, und
- Fig. 10
- die Werte des Orientierungsparameters k für das Ausführungsbeispiel der Fig. 9 in Graustufendarstellung.
[0036] Die Erfindung wird nun am Beispiel von Sicherheitselementen für Banknoten erläutert.
Figur 1 zeigt dazu eine schematische Darstellung einer Banknote 10 mit einem erfindungsgemäßen
optisch variablen Sicherheitselement 12 in Form eines auf das Banknotensubstrat aufgebrachten
breiten Sicherheitsstreifens. Es versteht sich, dass die Erfindung nicht auf Sicherheitsstreifen
und Banknoten beschränkt ist, sondern bei allen Arten von Sicherheitselementen eingesetzt
werden kann, beispielsweise bei Etiketten auf Waren und Verpackungen oder bei der
Absicherung von Dokumenten, Ausweisen, Pässen, Kreditkarten, Gesundheitskarten und
dergleichen. Bei Banknoten und ähnlichen Dokumenten kommen neben Sicherheitsstreifen
beispielsweise auch Sicherheitsfäden oder Transferelemente in Betracht.
[0037] Der Sicherheitsstreifen 12 weist ein metallisches Erscheinungsbild auf und zeigt
bei senkrechter Aufsicht die Wertzahl "50" beabstandet mehrfach übereinander. Jede
Darstellung der Wertzahl "50" besteht aus zwei Kurvendarstellungen 14A, 14B, die jeweils
aus zusammenhängenden Linienzügen "5" bzw. "0" gebildet sind. Die Kurvendarstellungen
14A, 14B sind in senkrechter Aufsicht als helle Linienzüge vor dem etwas dunkleren,
aber ebenfalls metallisch glänzenden Hintergrund des Sicherheitsstreifens 12 erkennbar.
Dieser visuelle Eindruck bei senkrechter Aufsicht ist in Fig. 2(c) nochmals genauer
dargestellt.
[0038] Beim Kippen 16A, 16B der Banknote 10 um ihre Längsachse zeigt der Sicherheitsstreifen
12 einen verblüffenden optischen Effekt: Die ursprünglich zusammenhängenden Kurvendarstellungen
14A, 14B, nachfolgend auch oft als Ausgangskurven bezeichnet, zerfallen für den Betrachter
in eine Mehrzahl einzelner Segmente 18, welche sich mit zunehmender Verkippung abwechselnd
in unterschiedliche Richtungen von der jeweiligen Ausgangskurve weg bewegen.
[0039] Zur Illustration zeigen die Figuren 2(a) und (b) das Erscheinungsbild des Sicherheitselementes
12 bei einer Verkippung von 20° bzw. 10° nach unten (Kipprichtung 16A), während die
Figuren 2(d) und (e) das visuelle Erscheinungsbild bei einer eine Verkippung von 20°
bzw. 10° nach oben (Kipprichtung 16B) zeigen. Insgesamt zeigt Fig. 2 beispielhaft
fünf Kippstellungen mit unterschiedlichem visuellem Eindruck. In der Praxis enthalten
erfindungsgemäße Sicherheitselemente oft deutlich mehr, beispielsweise 6 bis 20 Kippstellungen
mit unterschiedlichem visuellem Eindruck.
[0040] Ausgehend von der zusammenhängenden Darstellung der Ausgangskurven 14A, 14B in Fig.
2(c) zeigt sich für einen Betrachter beim Verkippen der Banknote 10 ein mehr oder
weniger stufenlos erscheinendes "Zerfallen" der Ausgangskurven "5" und 0" in einzelne
Liniensegmente, bei dem sich die zunächst zusammenhängenden Segmente voneinander lösen
und dann zunehmend voneinander entfernen, bis ein im Wesentlichen ungeordnetes Erscheinungsbild
entsteht, bei dem die ursprünglichen Ausgangskurven nicht oder kaum mehr erkennbar
sind (Figuren 2(a) oder 2(e)). Beim Zurückkippen setzen sich die Ausgangskurven 14A,
14B aus den einzelnen Segmenten wieder zu der Wertzahl "50" zusammen, um dann beim
Weiterkippen in die andere Kipprichtung wieder in einzelne Segmente zu zerfallen.
[0041] Das Zustandekommen dieses verblüffenden Zerfallseffekts wird nun anhand der Figuren
3 bis 7 näher erläutert, wobei Fig. 3 die Kurvendarstellungen 14A, 14B der Wertzahl
"50" mit zur Illustration etwas voneinander abgesetzten Segmenten 18 zeigt, Fig. 4
eine schematische Aufsicht auf einen flächigen Motivbereich 20 ist, der einen Ausschnitt
des Sicherheitselements 12 der Fig. 1 bildet, Fig. 5 zwei der Bewegungssegmente von
Fig. 4 im Detail darstellt und die Figuren 6 und 7 jeweils einen Querschnitt durch
den flächigen Motivbereich der Figuren 4 bzw. 5 entlang der Linien VI-VI bzw. VII-VII
der Fig. 5 zeigen.
[0042] Wie in den Kurvendarstellungen 14A, 14B der Fig. 3 deutlich sichtbar, besteht jede
der beiden Ausgangskurven in Form der Ziffern "5" und "0" aus mehreren zusammenhängenden,
nicht kollinearen Segmenten 18. Jedem dieser Segmente 18 ist innerhalb des flächigen
Motivbereichs 20 ein Teilbereich 22 zugeordnet, in dem sich das Segment 18 beim Kippen
des Sicherheitselements 12 zu bewegen scheint und der daher nachfolgend als Bewegungssegment
22 bezeichnet wird.
[0043] Die Bewegungssegmente 22 erstrecken sich von der Ausgangskurve senkrecht im Wesentlichen
gleich weit auf beide Seiten, wobei die Breite der Segmente mit Vorteil zwischen 20%
und 50% der Ausdehnung der Ausgangskurve liegt. Figur 4 zeigt neben diesen Bewegungssegmenten
22 auch jeweils die Ausgangskurven 14A und 14B, deren zusammenhängende Segmente im
Ausführungsbeispiel jeweils in der Mitte der Bewegungssegmente 22 liegen.
[0044] Wie im Detailausschnitt der Fig. 5 und den Querschnitten der Figuren 6 und 7 gezeigt,
enthält der flächige Motivbereich 20 eine Mehrzahl optisch wirksamer Elemente in Form
reflektierender Facetten 30, die im Ausführungsbeispiel eine Grundfläche von 15 µm
x 15 µm und eine maximale Höhe von etwa 5 µm aufweisen. Wie am besten in den Figuren
6 und 7 zu erkennen, sind die Facetten 30 in y-Richtung, also entlang der Kipprichtungen
16A, 16B um unterschiedliche Winkel geneigt, und reflektieren einfallendes Licht in
eine Vorzugsrichtung, die für jede Facette 30 durch die Bedingung "Einfallswinkel
gleich Ausfallswinkel" gegeben ist.
[0045] Die jeweils in der Mitte der Bewegungssegmente 22A und 22B angeordneten Facetten
32 weisen dabei einen Neigungswinkel α = 0° gegen die Ebene des flächigen Motivbereichs
20 auf und reflektieren daher bei senkrechtem Lichteinfall im Wesentlichen senkrecht
nach oben. Die im Bewegungssegment 22A von den Facetten 32 in +y-Richtung versetzten
Facetten 34 weisen zunehmende Neigungswinkel α bis hin zu einem Neigungswinkel α =
+20° am oberen Rand 24-O des Bewegungssegments auf, währen die in -y-Richtung versetzten
Facetten 36 abnehmende Neigungswinkel α bis hin zu einem Neigungswinkel α = -20° am
unteren Rand 24-U des Bewegungssegments aufweisen.
[0046] Im unmittelbar angrenzenden Bewegungssegment 22B ändern sich die Neigungswinkel der
Facetten in umgekehrter Weise, das heißt, ausgehend von den in der Mitte mit einem
einen Kippwinkel α = 0° angeordneten Facetten weisen die in +y-Richtung versetzten
Facetten 36 abnehmende Neigungswinkel α bis hin zu einem Neigungswinkel α = -20° am
oberen Rand 26-O des Bewegungssegments 22B auf, während die in -y-Richtung versetzten
Facetten 34 zunehmende Neigungswinkel α bis hin zu einem Neigungswinkel α = +20° am
unteren Rand 26-U des Bewegungssegments 22B aufweisen.
[0047] Wird nun das Sicherheitselement 12 mit dem Flächenbereich 20 ausgehend von senkrechter
Aufsicht um einige Grad nach unten (Kipprichtung 16A) verkippt, so ist die Reflexionsbedingung
"Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel" im Bewegungssegment 22A für nach oben (in +y-Richtung)
versetzte Facetten 34 und im Bewegungssegment 22B für nach unten (in -y-Richtung)
versetzte Facetten 34 erfüllt. Umgekehrtes gilt für eine Verkippung um einige Grad
nach oben in Kipprichtung 16B. Die in den Bewegungssegmenten 22A, 22B sichtbaren Segmente
18 der Kurvendarstellung 14A laufen für den Betrachter daher beim Kippen in entgegengesetzte
Richtung von den Ausgangskurven weg und entfernen sich voneinander.
[0048] Die für die Bewegungssegmente 22A, 22B beispielhafte beschriebene Belegung mit optisch
variablen Elementen wird entsprechend auch für die anderen Bewegungssegmente 22 des
Flächenbereichs 20 vorgenommen, so dass sich die Neigungswinkel der Facetten 30 in
aneinandergrenzenden Bewegungssegmenten jeweils in entgegengesetzter Weise ändern.
Auf diese Weise laufen die Segmente 18 der Ausgangskurven 14A, 14B für den Betrachter
entlang der Ausgangskurven jeweils abwechselnd in unterschiedliche Richtungen, so
dass die Ausgangskurven beim Kippen des Sicherheitselements zu zerfallen scheinen.
[0049] Im Ausführungsbeispiel der Figuren 4 bis 7 ist das visuelle Auseinanderlaufen der
Segmente 18 beispielhaft durch in unterschiedliche Richtungen zunehmende Neigungswinkel
reflektierender Facetten 30 verwirklicht. Da anstelle von reflektierenden Facetten
auch andere optisch wirksame Elemente verwendet werden können, wird das Auseinanderlaufen
der Kurvensegmente vorteilhaft allgemein durch einen Orientierungsparameter
k beschrieben, der definitionsgemäß zwischen -1 und +1 liegt. Typischerweise entspricht
die Lage der zusammenhängenden Segmente in der Ausgangskurve dem Wert
k=0, während die Extremwerte
k=± 1 für jedes Segment 18 an den gegenüberliegenden Rändern des Bewegungssegments
22 angenommen werden. Durch die Verwendung eines allgemeinen Orientierungsparameters
k können die Form der Bewegungssegmente und das Bewegungsverhalten der Segmente bei
Kippen unabhängig von der konkreten Realisation der optisch wirksamen Elemente beschrieben
werden.
[0050] Zur Illustration zeigt Fig. 8 die Werte des Orientierungsparameters
k für das Ausführungsbeispiel der zerfallenden Wertzahl "50" in einer Graustufendarstellung
40, bei der der Grauwert Weiß dem Wert
k =+1 und der Grauwert Schwarz dem Wert
k =-1 entspricht. Wie in Fig. 8 zu erkennen, sind die einzelnen Segmente 18 der Kurvendarstellungen
14A, 14B bei
k =0, dargestellt durch ein mittleres Grau, zusammenhängend und bilden die Ziffern
"5" bzw. "0". Bei anderen
k-Werten, beispielsweise bei
k=
-1 (Schwarz) sind die Segmente voneinander getrennt und zeigen eine Darstellung der
zerfallenen Ausgangskurve.
[0051] Im Ausführungsbeispiel läuft der Orientierungsparameter
k innerhalb jedes der Bewegungssegmente 22 alternierend entweder von -1 zu +1 oder
von +1 zu -1. Beispielsweise läuft der Orientierungsparameter im Bewegungssegment
22A vom unteren zum oberen Rand von -1 zu +1, während er im angrenzenden Bewegungssegment
22B vom unteren zum oberen Rand von +1 zu -1 läuft. Wie in Fig. 8 gezeigt setzt sich
dieser abwechselnde Verlauf entlang der gesamten Kurvendarstellung fort.
[0052] Bei der Umsetzung der optisch wirksamen Elemente durch die Facetten 30 wurde der
Neigungswinkel der Facetten in y-Richtung durch die Beziehung

aus dem Orientierungsparameter
k erhalten. Variiert
k zwischen -1 und +1, so ändert sich der Neigungswinkel α entsprechend zwischen -20°
(Neigung nach unten) und +20° (Neigung nach oben).
[0053] Durch eine zweidimensionale Vorgabe des Orientierungsparameters k wie in Fig. 8 und
eine Beziehung zwischen dem Orientierungsparameter k und den Neigungswinkeln der Facetten
30 wie etwa Beziehung (F1), können die Facetten eines flächigen Motivbereiches bei
vorgegebener Größe der Facetten eindeutig beschrieben werden. Ein entsprechender reflektierender
Flächenbereich 20 kann dann beispielsweise durch Prägung der so beschriebenen Facetten
in eine Prägelackschicht und nachfolgende Metallisierung in an sich bekannter Weise
erzeugt werden.
[0054] Zurückkommend auf die Darstellung der Fig. 2 zeigen die Ansichten der Fig. 2 ausgedrückt
durch den Orientierungsparameter
k von (a) bis (e) der Reihe nach das Erscheinungsbild bei
k =-1,
k=-0.5,
k=0 (Ausgangskurven),
k=+0,5 und
k=+1. Bei der Realisierung einer
k-Wertvorgabe durch reflektierende Facetten ist auch zu berücksichtigen, dass die Facetten
in der Praxis nicht in einen beliebig scharfen Winkelbereich reflektieren, sondern
je nach Ausführung und den Umgebungslichtverhältnissen in einen Winkelbereich von
einigen Grad reflektieren. Leuchten die Facetten 30 beispielsweise in einem Winkelbereich
von 5° auf, so legt dieser Winkelbereich zusammen mit der Winkelspreizung des Bewegungsbereichs
eine Strichstärke fest, unter der die Ausgangskurve und die zerfallenden Segmente
erscheinen. Mit den angegebenen Werten ergibt sich beispielsweise eine Strichstärke
von

der Größe der Bewegungssegmente.
[0055] Die Vorgabe der
k-Werte für ein gewünschtes Motiv kann über geeignete mathematische Algorithmen erfolgen,
der
k-Wert kann beispielsweise proportional zum Abstand der Segmente von der Ausgangskurve
anwachsen. Alternativ können die Werte auch per Hand von einem Designer etwa als Farbverlauf
in einem Designblatt erzeugt werden. Bevorzugt steigt der Wert des Orientierungsparameters
proportional zum Abstand eines Segmentes von der Ausgangskurve zum Rand des Bewegungsbereichs
auf +1 an bzw. fällt auf -1 ab, wie etwa im Ausführungsbeispiel der Fig. 8 gezeigt.
[0056] Grundsätzlich kann der Zusammenhang zwischen dem Orientierungsparameter und dem Abstand
zur Ausgangskurve natürlich auch nicht-linear sein. Dadurch kann insbesondere die
Strichstärke oder die Bewegungsdynamik abhängig vom Kippwinkel variiert werden. Beispielsweise
können die k-Werte um den
k-Wert der Ausgangskurve herum sehr stark variieren, so dass eine scharfe Darstellung
der Ausgangskurve erreicht wird. Zum Rand der Bewegungssegmente hin kann der
k-Wert dann langsamer variieren, wodurch die Strichstärke größer wird und die Dynamik
zunimmt.
[0057] In manchen Ausgestaltungen kann auch vorgesehen sein, dass der
k-Wert nicht in allen Segmenten den gesamten Bereich zwischen -1 und +1 durchläuft.
Läuft der
k-Wert in einem Segment beispielsweise nur bis zu einem
k-Wert von +0,5, so scheint das Segment beim Kippen in Betrachtungswinkel, die
k-Werten oberhalb von 0,5 entsprechen, zu verschwinden, da dann keine optisch wirksamen
Elemente vorliegen, die einfallendes Licht bei diesen Betrachtungswinkeln zum Betrachter
hin lenken.
[0058] Bei der oben angegebenen Beziehung (F1) zwischen den Neigungswinkeln reflektierender
Facetten und dem Orientierungsparameter
k können die Facetten natürlich auch steiler oder flacher gewählt werden oder statt
in y-Richtung alternativ oder zusätzlich in x-Richtung geneigt sein. Wesentlich ist
lediglich, dass beim Kippen um eine vorgegebene Kippachse die optisch wirksamen Elemente
mit
k = -1 bis
k=+1 der Reihe nach sichtbar, beispielsweise hell, dunkel oder farbig und wieder unsichtbar
werden, so dass sich ein entsprechender Bewegungseffekt für die Segmente ergibt.
[0059] Werden als optisch wirksame Elemente kleine Hologrammgitter-Bereiche eingesetzt,
kann der Orientierungsparameter
k beispielsweise mit dem Azimutwinkel
ϕ und/oder der Gitterperiode
p der Hologrammgitter-Bereiche verknüpft sein, beispielsweise in der Form

für Azimutwinkel zwischen +30° und -30° oder

für Gitterperioden zwischen 500 nm und 1,5 µm.
[0060] In weiteren Gestaltungen können als optisch wirksame Elemente auch Mikroreliefstrukturen
mit rinnen- und/oder rippenförmigen Strukturelementen eingesetzt werden, wie sie beispielsweise
in der Druckschrift
WO 2014/117938 A1 beschrieben sind, deren Offenbarungsgehalt insoweit in die vorliegende Anmeldung
aufgenommen wird. Der Orientierungsparameter
k kann in diesem Fall beispielsweise mit dem Azimutwinkel der Strukturelemente verknüpft
sein.
[0061] Es versteht sich, dass neben reflektierenden Facetten, Hologrammgittern und Mikroreliefstrukturen
auch andere optisch wirksame Elemente eingesetzt werden können. Im Rahmen der Erfindung
kommt es nur darauf an, dass sich einem Betrachter beim Kippen die beschriebenen bewegten
Segmente zeigen, egal ob diese hell, dunkel, farbig oder auf andere Art sichtbar sind,
und ob dies in Auf- oder Durchsicht geschieht.
[0062] So können gemäß einer weiteren Gestaltungsmöglichkeit auch Mikrolinsen- oder Mikrohohlspiegelraster
als optisch wirksame Elemente eingesetzt werden, die zusammen mit Linienmustern Moiré-Vergrößerungseffekte
bewirken. Die Linienmuster weisen dazu annähernd dieselbe Periode wie die Mikrolinsen-
oder Mikrohohlspiegelraster auf und sind etwa in der Fokusebene der Mikrolinsen bzw.
Mikrohohlspiegel angeordnet. Die Mikrolinsen oder Mikrohohlspiegel lenken einfallendes
Licht betrachtungswinkelabhängig in eine Richtung auf oder neben die Linien, so dass
sie einem Betrachter entweder in der Farbe der Linien oder in der Farbe der Zwischenräume
erscheinen. Der Orientierungsparameter k gibt in diesem Fall an, wie weit das Linienmuster
lokal gegenüber dem Raster der Mikrolinsen bzw. Mikrohohlspiegel verschoben ist. Beispielsweise
kann der Mittelpunkt der Linien des Linienrasters bei einem
k-Wert von -1 an einem ersten Rand der einzelnen Mikrolinsen bzw. Mikrohohlspiegel
und bei einem
k-Wert von +1 an einem dem ersten Rand gegenüberliegenden, zweiten Rand der Mikrolinsen
bzw. Mikrohohlspiegel liegen.
[0063] Sowohl mit Facetten als auch mit Hologrammgittern und Mikroreliefstrukturen können
die beschriebenen Bewegungseffekte nicht nur in Aufsicht, sondern auch für eine Betrachtung
in Durchsicht erzeugt werden. Werden die Facetten beispielsweise nicht in ein Material
mit gleichem oder sehr ähnlichem Brechungsindex eingebettet, so wirken sie in Durchsicht
wie kleine Prismen, so dass sich Helligkeitsunterschiede im transmittierten Licht
ergeben und ein erfindungsgemäßer Bewegungseffekt im Durchlicht erzeugt werden kann.
[0064] Insbesondere kann mit einer dünnen semitransparenten Beschichtung, beispielsweise
einer dünnen Metallschicht, erreicht werden, dass dieselben Prägestrukturen als reflektierende
Facetten einen erfindungsgemäßen Bewegungseffekt in Aufsicht und gleichzeitig mit
der Wirkung von Mikroprismen zusätzlich einen erfindungsgemäßen Bewegungseffekt in
Durchsicht erzeugen. In ähnlicher Weise können auch die oben genannten Mikroreliefstrukturen
und Hologrammgitter für eine Betrachtung in Durchsicht beispielsweise semitransparent,
etwa mit einer sehr dünnen Metallschicht, oder hochbrechend transparent beschichtet
sein.
[0065] Mit besonderem Vorteil wird das beschriebene Konzept bei sogenannten RollingStar®-Sicherheitsfäden
oder LEAD-Streifen mit Mikrospiegeln eingesetzt, also bei Ausführungen mit Facetten
bzw. Mikrospiegeln, die mit Prägehöhen vom maximal 5 µm in einen Prägelack geprägt
und dann metallisiert werden.
[0066] Die Metallisierung erfolgt vorteilhaft mit einem dünnen Metallfilm oder einer farbkippenden
Dünnfilm-Beschichtung mit der Schichtenfolge Reflektor/Dielektrikum/ Absorber.
[0067] Die Figuren 9 und 10 illustrieren ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung,
bei dem mehrere Kurvendarstellungen aus unterschiedlichen Betrachtungsrichtungen als
Ausgangskurven mit zusammenhängenden Liniensegmenten sichtbar sind. Konkret zeigt
das Sicherheitselement im Ausführungsbeispiel ein metallisches Erscheinungsbild, bei
dem aus einer ersten Betrachtungsrichtung die Wertzahl "50" und aus einer zweiten
Betrachtungsrichtung die Buchstabenfolge "PL" mehrfach übereinander sichtbar sind.
[0068] Figuren 9(a) bis (i) illustrieren das visuelle Erscheinungsbild eines Ausschnitts
eines flächigen Motivbereichs 50, der als Motiv einerseits die zerfallende Wertzahl
"50" und andererseits die zerfallende Buchstabenfolge "PL" zeigt, bei verschiedenen
Kippwinkeln genauer. Figur 10 zeigt die Werte des Orientierungsparameters
k für dieses Ausführungsbeispiel in einer Graustufendarstellung 60.
[0069] Die Darstellung der Wertzahl "50" enthält auch bei diesem Ausführungsbeispiel die
oben bereits im Detail beschriebenen Kurvendarstellungen 14A, 14B in Form der Ziffern
"5" bzw. "0". Die Darstellung der Buchstabenfolge "PL" enthält die Kurvendarstellungen
54A, 54B in Form der Buchstaben "P" bzw. "L". Da die Ausgangskurven in diesem Ausführungsbeispiel
nicht aus derselben, sondern aus unterschiedlichen Betrachtungsrichtungen sichtbar
sein sollen, sind die Ausgangskurven unterschiedlichen Werten des Orientierungsparameters
k zugeordnet. Konkret entsprechen die Ausgangskurven der Wertzahl "50" einem
k-Wert von +0,5 und die Ausgangskurven des Schriftzugs "PL" entsprechen einem
k-Wert von -0,5. Darüber hinaus enthalten die Bewegungssegmente 22 der Segmente 18
der Wertzahl "50" nur
k-Werte zwischen 0 und 1, während die Bewegungssegmente 52 der Segmente 58 der Buchstabenfolge
"PL" nur
k-Werte zwischen -1 und 0 enthalten, wie in Fig. 10 illustriert.
[0070] Beim Kippen des Motivbereichs 50 ergeben sich dann der Reihe nach die in Fig. 9 gezeigten
Erscheinungsbilder, die Werten von
k= -1 (Fig. 9(a)),
k=-0,75 (Fig. 9(b)),
k=-0,5 (Fig. 9(c): Buchstabenfolge "PL" zusammenhängend sichtbar),
k=-0,25 (Fig. 9(d)),
k=0 (Fig. 9(e): versetzte Segmente beider Darstellungen gleichzeitig sichtbar),
k=+0,25 (Fig. 9(f)),
k=+0,5 (Fig. 9(g): Wertzahl "50" zusammenhängend sichtbar),
k=+0,75 (Fig. 9(h)), bis hin zu
k=+1 (Fig. (9i)) entsprechen.
[0071] Die Segmente 18 der Wertzahl "50" sind nur bei Verkippung nach unten sichtbar, da
die zugehörigen Bewegungssegmente 22 keine
k-Werte größer als 0 enthalten. Analog sind die Segmente 58 der Buchstabenfolge "PL"
nur bei Verkippung nach oben sichtbar, da die zugehörigen Bewegungssegmente 52 keine
k-Werte kleiner als 0 enthalten. Insgesamt entsteht beim Kippen des Motivbereichs von
unten nach oben aus zunächst ungeordneten Segmenten 58 die Buchstabenfolge "PL", welche
beim Weiterkippen wieder zerfällt, während aus anderen ungeordneten Segmenten 22 die
Wertzahl "50" entsteht, die ihrerseits beim Weiterkippen nach oben zerfällt (Figuren
9(a) bis (i)). Beim Zurückkippen zeigt sich ein umgekehrter Bewegungsablauf.
[0072] Ein solcher Bewegungseffekt ist sehr einprägsam und dynamisch und hebt sich deutlich
von bekannten Kippeffekten ab. Eine weitere Besonderheit im Vergleich zu herkömmlichen
Kippeffekten besteht darin, dass neben den zusammenhängenden Darstellungen der Wertzahl
"50" und der Buchstabenfolge "PL" in bestimmten Betrachtungsrichtungen auch in den
dazwischen liegenden Betrachtungsrichtungen kontrastreiche dynamische Darstellungen
sichtbar sind, die allerdings die ursprünglichen Darstellungen kaum oder gar nicht
mehr erkennen lassen, sondern eher eine chaotische Struktur ungeordneter Segmente
zeigen (etwa Fig. 9(b) oder 9(f)). Insbesondere ist in dem Zwischenzustand bei einem
Wert von
k=0 keine Überlagerung der Ausgangskurven der Wertzahl "50" und der Buchstabenfolge
"PL" sichtbar, sondern eine ganz andere Anordnung scharf abgebildeter Segmente 18
bzw. 58.
[0073] Besonders vorteilhaft sind bei solchen Darstellungen die Bewegungssegmente 22, 52
und die Segmente 18, 58 der beiden Teildarstellungen so aufeinander abgestimmt, dass
einzelne Segmente kontinuierlich aus Bewegungssegmenten der ersten Darstellung in
Bewegungssegmente der zweiten Darstellung laufen. Die Gesamtdarstellung enthält dann
einen gemeinsamen Bewegungsbereich, in dem sich ein oder mehrere Segmente so bewegen,
dass sie aus den ersten Betrachtungsrichtungen Teil der ersten und aus den zweiten
Betrachtungsrichtungen Teil der zweiten Darstellung sind. Auf diese Weise kann der
visuelle Eindruck erzeugt werden, dass sich Segmente der zerfallenden ersten Darstellung
zur neuen zweiten Darstellung wieder zusammensetzen.
[0074] Im Ausführungsbeispiel der Figuren 9 und 10 ist ein solches Durchlaufen für die Bewegungssegmente
52C (linkes oberes Ende des Buchstaben "P") und 22C (linkes unteres Ende der Ziffer
"5") verwirklicht. Der in Fig. 10 gestrichelt umrandete Bereich stellt daher ein kombiniertes
Bewegungssegment 56 mit
k-Werten von -1 bis +1 dar, bei dem ein Segment 58C des Buchstabens "P" beim Kippen
nach oben läuft (Fig. 9(c) und 9(d)) und zu einem Segment 18C der Ziffer "50" wird,
wie in Fig. 9(f) und 9(g) gezeigt. Figur 9(e) zeigt den Zwischenzustand bei
k=0, in dem beide Segmente 18C, 58C gleichzeitig sichtbar sind.
[0075] Je mehr Segmente sowohl Teil der ersten als auch Teil der zweiten Darstellung sind,
desto eher entsteht der Eindruck, dass sich die zweite Darstellung aus Teilen der
zerfallenden ersten Darstellung neu zusammensetzt.
Bezugszeichenliste
[0076]
- 10
- Banknote
- 12
- Sicherheitselement
- 14A, 14B
- Kurvendarstellungen
- 16A, 16B
- Kipprichtungen
- 18, 18C
- Segmente
- 20
- flächiger Motivbereich
- 22, 22A, 22B, 22C
- Bewegungssegmente
- 24-O, 24-U
- Ränder des Bewegungssegments 22A
- 26-O, 26-U
- Ränder des Bewegungssegments 22B
- 30, 32, 34, 36
- Facetten
- 40
- Graustufendarstellung
- 50
- flächiger Motivbereich
- 52, 52C
- Bewegungssegmente
- 54A, 54B
- Kurvendarstellungen
- 56
- kombiniertes Bewegungssegment
- 58, 58C
- Segmente
- 60
- Graustufendarstellung
1. Optisch variables Sicherheitselement (12) zur Absicherung von Wertgegenständen, das
betrachtungswinkelabhängig ein Motiv mit zumindest einer Kurvendarstellung (14A, 14B)
zeigt, die aus einer ersten Betrachtungsrichtung als Ausgangskurve mit zwei oder mehr
zusammenhängenden, nicht kollinearen Segmenten (18) sichtbar ist, und die beim Kippen
des Sicherheitselements (12) um eine vorbestimmte Achse in die einzelnen Segmente
(18) zerfällt, indem sich die Segmente (18) der Ausgangskurve abwechselnd in unterschiedliche
Richtungen von der Ausgangskurve weg bewegen, mit
- einem flächigen Motivbereich (20) mit einer Mehrzahl optisch wirksamer Elemente
(30,32, 34, 36), die einfallendes Licht jeweils in eine Vorzugsrichtung lenken, wobei
- den Segmenten (18) der Ausgangskurve in dem flächigen Motivbereich (20) jeweils
ein Bewegungssegment (22) in Form eines Teilbereichs des flächigen Motivbereichs (20)
zugeordnet ist, in dem die optisch wirksamen Elemente (30, 32, 34, 36)so angeordnet
und ausgerichtet sind, dass sie aus der ersten Betrachtungsrichtung die Ausgangskurve
mit den zusammenhängenden Segmenten (18) zeigen, und dass sie aus um die vorbestimmte
Achse gekippten Betrachtungsrichtungen Kurvendarstellungen zeigen, in denen die Segmente
abwechselnd (18) in unterschiedliche Richtungen und mit zunehmendem Kippwinkel zunehmend
weiter von der Ausgangskurve entfernt liegen.
2. Sicherheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Kurvendarstellung beim Kippen des Sicherheitselements in drei oder
mehr, vorzugsweise vier oder mehr Segmente zerfällt.
3. Sicherheitselement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgangskurve zumindest einer Kurvendarstellung ein alphanumerisches Zeichen,
ein Symbol oder ein anderes informationstragendes Zeichen zeigt.
4. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegungssegmente der Kurvendarstellungen eine Breite aufweisen, die zwischen
10% und 100%, vorzugsweise zwischen 20% und 50% der Ausdehnung der Ausgangskurve der
Kurvendarstellung liegt.
5. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegungssegmente zumindest einer Kurvendarstellung alle dieselbe Breite aufweisen.
6. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die optisch wirksamen Elemente durch strahlungsoptisch wirkende Facetten gebildet
sind, deren Orientierung jeweils durch einen Neigungswinkel α gegen die Ebene des
flächigen Motivbereichs und durch einen Azimutwinkel θ in der Ebene des flächigen
Motivbereichs charakterisiert ist, oder, dass die optisch wirksamen Elemente durch beugungsoptisch wirkende Gitterfelder mit einem
Gittermuster aus parallelen Strichgitterlinien gebildet sind, oder, dass die optisch wirksamen Elemente durch rinnen- und/oder rippenförmige, nebeneinander
liegende und sich längs einer Längsrichtung erstreckende Strukturelemente gebildet
sind.
7. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der flächige Motivbereich reflektierend ausgebildet ist, so dass die Ausgangskurve
und der Zerfall der Ausgangskurve in einzelne Segmente in Reflexion sichtbar sind.
8. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die optisch wirksamen Elemente durch Reflexionselemente gebildet sind, die in einen
Prägelack abgeformt und mit einer reflexionserhöhenden Beschichtung versehen sind.
9. Sicherheitselement nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die reflexionserhöhende Beschichtung einen Farbkippeffekt aufweist, insbesondere,
dass die Beschichtung aus einem Dünnfilminterferenzschichtsystem mit Reflektor, dielektrischer
Abstandsschicht und Absorber besteht.
10. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der flächige Motivbereich zumindest teilweise transmittierend ist, so dass die Ausgangskurve
und der Zerfall der Ausgangskurve in einzelne Segmente in Transmission sichtbar sind.
11. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die optisch wirksamen Elemente durch Transmissionselemente in Form transparenter
oder semitransparenter Beugungsstrukturen, transparenter oder semitransparenter Prismenstrukturen
oder transparenter oder semitransparenter Mikroreliefstrukturen gebildet sind.
12. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Motiv zumindest eine zweite Kurvendarstellung enthält, die aus einer zweiten
Betrachtungsrichtung als zweite Ausgangskurve mit zwei oder mehr zusammenhängenden,
nicht kollinearen Segmenten sichtbar ist, und die beim Kippen des Sicherheitselements
um die vorbestimmte Achse in die einzelnen Segmente zerfällt, indem sich die Segmente
der zweite Ausgangskurve abwechselnd in unterschiedliche Richtungen von der zweiten
Ausgangskurve weg bewegen, wobei den Segmenten der zweiten Ausgangskurve in dem flächigen
Motivbereich jeweils ein zweites Bewegungssegment in Form eines Teilbereichs des flächigen
Motivbereichs zugeordnet ist, in dem die optisch wirksamen Elemente so angeordnet
und ausgerichtet sind, dass sie aus der zweiten Betrachtungsrichtung die zweite Ausgangskurve
mit den zusammenhängenden Segmenten zeigen, und dass sie aus um die vorbestimmte Achse
gekippten Betrachtungsrichtungen Kurvendarstellungen zeigen, in denen die Segmente
abwechselnd in unterschiedliche Richtungen und mit zunehmendem Kippwinkel zunehmend
weiter von der zweiten Ausgangskurve entfernt liegen, insbesondere, dass die Bewegungssegmente
der ersten und zweiten Kurvendarstellung nicht überlappen.
13. Sicherheitselement nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Betrachtungsrichtung einen Winkel von mindestens 5°, bevorzugt
mindestens 10° und besonders bevorzugt mindestens 20° einschließen, und/oder dass mindestens ein Segment der ersten Kurvendarstellung auch ein Segment der zweiten
Kurvendarstellung ist, so dass sich die zweite Kurvendarstellung beim Kippen des Sicherheitselements
zumindest teilweise aus Segmenten der zerfallenen ersten Kurvendarstellung zusammensetzt.
14. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitselement ein Sicherheitsfaden, ein Aufreißfaden, ein Sicherheitsband,
ein Sicherheitsstreifen, ein Patch oder ein Etikett zum Aufbringen auf ein Sicherheitspapier,
Wertdokument oder dergleichen ist.
15. Datenträger mit einem Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 14.
16. Verfahren zur Herstellung eines optisch variablen Sicherheitselements (12) nach einem
der Ansprüche 1 bis 14, bei dem
- eine gewünschte Ausgangskurve mit zwei oder mehr zusammenhängenden, nicht kollinearen
Segmenten (18) festgelegt wird,
- für die Segmente (18) der Ausgangskurve jeweils Bewegungssegmente (22) festgelegt
werden, in denen sich die Segmente (18) der Ausgangskurve beim Kippen des Sicherheitselements
(12) bewegen, und
- in einem flächigen Motivbereich (20) in den festgelegten Bewegungssegmenten (22)
optisch wirksame Elemente (30, 32, 34, 36) so angeordnet und ausgerichtet werden,
dass sie aus der ersten Betrachtungsrichtung die Ausgangskurve mit den zusammenhängenden
Segmenten (18) zeigen, und dass sie aus um die vorbestimmte Achse gekippten Betrachtungsrichtungen
Kurvendarstellungen zeigen, in denen die Segmente (18) abwechselnd in unterschiedliche
Richtungen und mit zunehmendem Kippwinkel zunehmend weiter von der Ausgangskurve entfernt
liegen.
1. An optically variable security element (12) for securing valuable articles that viewing-angle-dependently
displays a motif having at least one curve depiction (14A, 14B) that, from a first
viewing direction, is visible as an initial curve having two or more connected, non-collinear
segments (18), and that, when the security element (12) is tilted about a predetermined
axis, splits into the individual segments (18) in that the segments (18) of the initial
curve move alternatingly in different directions away from the initial curve, having
- an areal motif region (20) having a plurality of optically effective elements (30,32,
34, 36), each of which directs incident light in a preferred direction,
- the segments (18) of the initial curve in the areal motif region (20) each having
associated with it one movement segment (22) in the form of a sub-region of the areal
motif region (20), in which sub-region the optically effective elements (30, 32, 34,
36) are arranged and aligned in such a way that, from the first viewing direction,
they display the initial curve having the connected segments (18), and that, from
viewing directions tilted about the predetermined axis, they display curve depictions
in which the segments (18) lie alternatingly in different directions and, with increasing
tilt angle, increasingly further away from the initial curve.
2. The security element according to claim 1, characterized in that at least one curve depiction splits into three or more, preferably four or more segments
when the security element is tilted.
3. The security element according to claim 1 or 2, characterized in that the initial curve of at least one curve depiction displays an alphanumeric character,
a symbol or another information-bearing character.
4. The security element according to at least one of claims 1 to 3, characterized in that the movement segments of the curve depictions have a width that is between 10% and
100%, preferably between 20% and 50% of the dimension of the initial curve of the
curve depiction.
5. The security element according to at least one of claims 1 to 4, characterized in that the movement segments of at least one curve depiction all have the same width.
6. The security element according to at least one of claims 1 to 5, characterized in that the optically effective elements are formed by facets that behave according to ray-optics
and whose orientation is characterized in each case by an inclination angle α against the plane of the areal motif region and
by an azimuth angle θ in the plane of the areal motif region, or in that the optically effective elements are formed by grating fields that behave according
to diffraction optics and that have a grating pattern composed of parallel grating
lines, or in that the optically effective elements are formed by groove- and/or rib-shaped structural
elements that lie adjacent to one another and extend along a longitudinal direction.
7. The security element according to at least one of claims 1 to 6, characterized in that the areal motif region is developed to be reflective such that the initial curve
and the split of the initial curve into individual segments are visible in reflection.
8. The security element according to at least one of claims 1 to 7, characterized in that the optically effective elements are formed by reflection elements that are molded
in an embossing lacquer and furnished with a reflection- enhancing coating.
9. The security element according to claim 8, characterized in that the reflection- enhancing coating has a color-shift effect, especially in that the coating consists of a thin-film interference layer system having a reflector,
a dielectric spacing layer and an absorber.
10. The security element according to at least one of claims 1 to 9, characterized in that the areal motif region is at least partially transmissive such that the initial curve
and the split of the initial curve into individual segments are visible in transmission.
11. The security element according to at least one of claims 1 to 10, characterized in that the optically effective elements are formed by transmission elements in the form
of transparent or semitransparent diffraction structures, transparent or semitransparent
prism structures or transparent or semitransparent microrelief structures.
12. The security element according to at least one of claims 1 to 11, characterized in that the motif includes at least a second curve depiction that, from a second viewing
direction, is visible as a second initial curve having two or more connected, non-collinear
segments, and that, when the security element is tilted about the predetermined axis,
splits into the individual segments in that the segments of the second initial curve move alternatingly in different directions
away from the second initial curve, the segments of the second initial curve in the
areal motif region each having associated with it one second movement segment in the
form of a sub-region of the areal motif region, in which sub-region the optically
effective elements are arranged and aligned in such a way that, from the second viewing
direction, they display the second initial curve having the connected segments, and
that, from viewing directions tilted about the predetermined axis, they display curve
depictions in which the segments lie alternatingly in different directions and, with
increasing tilt angle, increasingly further away from the second initial curve, especially
in that the movement segments of the first and second curve depiction do not overlap.
13. The security element according to claim 12, characterized in that the first and second viewing direction include an angle of at least 5°, preferably
at least 10° and particularly preferably at least 20°, and/or in that at least one segment of the first curve depiction is also a segment of the second
curve depiction such that, when the security element is tilted, the second curve depiction
is at least partially composed of segments of the split first curve depiction.
14. The security element according to at least one of claims 1 to 13, characterized in that the security element is a security thread, a tear strip, a security band, a security
strip, a patch or a label for application to a security paper, value document or the
like.
15. A data carrier having a security element according to one of claims 1 to 14.
16. A method for manufacturing an optically variable security element (12) according to
one of claims 1 to 14, in which
- a desired initial curve having two or more connected, non-collinear segments (18)
is defined,
- for each of the segments (18) of the initial curve, movement segments (22) are defined
in which the segments (18) of the initial curve move when the security element is
tilted (12), and
- in an areal motif region (20) in the defined movement segments (22), optically effective
elements (30, 32, 34, 36) are arranged and aligned in such a way that, from the first
viewing direction, they display the initial curve having the connected segments (18),
and that, from viewing directions tilted about the predetermined axis, they display
curve depictions in which the segments (18) lie alternatingly in different directions
and, with increasing tilt angle, increasingly further away from the initial curve.
1. Élément de sécurité optiquement variable (12), destiné à sécuriser des objets de valeur,
qui en fonction d'un angle d'observation montre un motif pourvu d'au moins une représentation
en courbe (14A, 14B), qui à partir d'une première direction d'observation est visible
en tant que courbe de départ dotée de deux segments (18) cohérents non colinéaires
ou plus, et qui lors d'un basculement de l'élément de sécurité (12) autour d'un axe
prédéfini se décompose dans les segments (18) individuels, en ce que les segments
(18) de la courbe de départ s'éloignent alternativement dans différentes directions
à partir de la courbe de départ, comprenant
- une zone de motif (20) plane, pourvue d'une multiplicité d'éléments optiquement
actifs (30, 32, 34, 36), qui dirigent la lumière incidente chaque fois dans une direction
préférentielle,
- aux segments (18) de la courbe de départ dans la zone de motif (20) plane étant
associé chaque fois un segment de mouvement (22) sous la forme d'une zone partielle
de la zone de motif (20) plane, dans lequel les éléments optiquement actifs (30, 32,
34, 36) sont placés et orientés de telle sorte qu'ils montrent à partir de la première
direction d'observation la courbe de départ dotée des segments (18) cohérents, et
qu'à partir des directions d'observation basculées autour de l'axe prédéfini, ils
montrent des représentations en courbes dans lesquelles les segments (18) se situent
alternativement dans différentes directions et avec un angle de basculement croissant
de plus en plus loin de la courbe de départ.
2. Élément de sécurité selon la revendication 1, caractérisé en ce que lors du basculement de l'élément de sécurité, au moins une représentation en courbe
se décompose en trois segments ou plus, de préférence en quatre segments ou plus.
3. Élément de sécurité selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la courbe de départ d'au moins une représentation en courbe montre un caractère alphanumérique,
un symbole ou un autre caractère porteur d'informations.
4. Élément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les segments de mouvemente des représentations en courbe ont une largeur qui se situe
entre 10 % et 100 %, de préférence entre 20 % et 50 % de l'extension de la courbe
de départ de la représentation en courbe.
5. Élément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les segments de mouvemente d'au moins une représentation en courbe présentent tous
la même épaisseur.
6. Élément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que les éléments optiquement actifs sont formés de facettes à effet optique de rayonnement,
dont l'orientation est caractérisée chaque fois par un angle d'inclinaison α contre le plan de la zone de motif plane
et par un angle azimutal θ dans le plan de la zone de motif plane, ou en ce que les éléments optiquement actifs sont formés de champs grillagés à effet optique de
diffraction avec un schéma en grille, composé de lignes parallèles de traits de grilles,
ou en ce que les éléments optiquement actifs sont formés d'éléments structurels en forme de gorges
et/ ou de nervures, disposés côte à côte et s'étendant le long d'une direction longitudinale.
7. Élément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que la zone de motif est conçue en version réfléchissante, de telle sorte que la courbe
de départ et la décomposition de la courbe de départ en des segments individuels soit
visible en réflexion.
8. Élément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que les éléments optiquement actifs sont formés d'éléments réfléchissants qui sont moulés
dans un vernis de gaufrage et munis d'un revêtement augmentant la réflexion.
9. Élément de sécurité selon la revendication 8, caractérisé en ce que le revêtement augmentant la réflexion fait preuve d'un effet de changement de couleur,
en ce que le revêtement est un système stratifié d'interférence à film mince doté d'un réflecteur,
d'une couche d'écartement diélectrique et d'un absorbeur.
10. Élément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que la zone de motif plane est au moins partiellement transmettrice, de sorte que la
courbe de départ et la décomposition de la courbe de départ en segments individuels
soit visible en transmission.
11. Élément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que les éléments optiquement actifs sont formés d'éléments de transmission sous la forme
de structures de diffraction transparentes ou semi-transparentes, de structures prismatiques
transparentes ou semi-transparentes ou de structures en microreliefs transparentes
ou semi-transparentes.
12. Élément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que le motif contient au moins une deuxième représentation en courbe, qui à partir d'une
deuxième direction d'observation est visible sous la forme d'une deuxième courbe de
départ dotée de deux segments cohérents non colinéaires ou plus, et qui lors du basculement
de l'élément de sécurité autour de l'axe prédéfini se décompose dans les segments
individuels, en ce que les segments de la deuxième courbe de départ s'éloignent alternativement dans différentes
directions à partir de la deuxième courbe de départ, aux segments de la deuxième courbe
de départ dans la zone de motif plane étant chaque fois associé un deuxième segment
de mouvement sous la forme d'une zone partielle de la zone de motif plane, dans laquelle
les éléments optiquement actifs sont disposés et orientés de sorte à montrer à partir
de la deuxième direction d'observation la deuxième courbe de départ dotée des segments
cohérents, et de sorte à montrer à partir de directions d'observation basculées autour
de l'axe prédéterminé des représentations en courbe dans lesquelles les segments se
situent alternativement dans différentes directions et avec un angle de basculement
croissant de plus en plus loin de la deuxième courbe de départ, notamment de sorte
que les segments de mouvemente de la première et de la deuxième représentation en
courbe ne se chevauchent pas.
13. Élément de sécurité selon la revendication 12, caractérisé en ce que la première et la deuxième directions d'observation incluent un angle d'au moins
5°, de préférence d'au moins 10° et de manière particulièrement préférentielle, d'au
moins 20°, et/ou en ce qu'au moins un segment de la première représentation en courbe est également un segment
de la deuxième représentation en courbe, de sorte que lors du basculement de l'élément
de sécurité, la deuxième représentation en courbe se compose au moins partiellement
de segments de la première représentation en courbe décomposée.
14. Élément de sécurité selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 13, caractérisé en ce que l'élément de sécurité est un fil de sécurité, un fil d'arrachage, une bande de sécurité,
un ruban de sécurité, un patch ou une étiquette à appliquer sur un papier de sécurité,
un document de valeur ou similaires.
15. Support de données, pourvu d'un élément de sécurité selon l'une quelconque des revendications
1 à 14.
16. Procédé, destiné à fabriquer un élément de sécurité (12) optiquement variable selon
l'une quelconque des revendications 1 à 14, lors duquel
- on détermine une courbe de départ souhaitée pourvue de deux segments (18) cohérents,
non colinéaires ou plus,
- pour les segments (18) de la courbe de départ, on détermine chaque fois des segments
de mouvemente (22) dans lesquels les segments (18) de la courbe de départ bougent
lors du basculement de l'élément de sécurité (12), et
- dans une zone de motif (20) plane dans les segments de mouvement (22) déterminés,
on dispose et on oriente des éléments optiquement actifs (30, 32, 34, 36) de sorte
qu'à partir de la première direction d'observation, ils montrent la courbe de départ
dotée des segments (18) cohérents, et de sorte qu'à partir de directions d'observation
basculées autour de l'axe prédéfini, ils montrent des représentations en courbe dans
lesquelles les segments (18) se situent alternativement dans différentes directions
et avec un angle de basculement croissant de plus en plus loin de la courbe de départ.