[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Verbesserung an einer Schlauchkassette für eine
peristaltische Pumpe. Die Schlauchkassette ist U-förmig ausgestaltet und aus elastischem
Material gefertigt, so dass das flüssigkeitsfördernde Schlauchsegment das Rollenrad
besser umschließen kann, womit die Pumpleistung verbessert wird. Erstaunlicherweise
ist eine derartig gestaltete Kassette einfacher und preisgünstiger herstellbar als
Kassetten des Standes der Technik.
[0002] In der Medizintechnik, werden häufig peristaltische Schlauchpumpen als Saug- und
Spülpumpen eingesetzt, insbesondere in der minimalinvasiven Chirurgie. Derartige Pumpen
werden häufig in der Arthroskopie, Laparoskopie, Urologie und Hysteroskopie angewandt.
Bei derartigen Anwendungen ist naturgemäß die Sicherstellung der Biokompatibilität
und der Sterilität von besonderer Bedeutung. Weiterhin ist auch die Tauglichkeit im
täglichen Betrieb wichtig: Insbesondere die Rüstzeit ist von besonderer Bedeutung,
d. h. die Zeit, die das medizinische Personal aufwenden muss, um eine Flüssigkeitspumpe
vor der Anwendung vorzubereiten.
[0003] Zur Vereinfachung der Bedienung derartiger peristaltischer Pumpen hat sich die Verwendung
von vorbereiteten Schlauchkassetten etabliert. Derartige Schlauchkassetten werden
beispielsweise in den Schriften
EP 1108891 A2,
US 9,289,110 B2 oder
EP 1820967 A1 beschrieben. Die
EP 1820967 A1 beschreibt dabei beispielsweise eine Schlauchkassette mit einem Kassettengehäuse
mit zwei stirnseitig angeordneten Fixierelementen, wobei zwischen den beiden Fixierelementen
ein Pumpschlauchsegment verläuft, welches durch Einlegen der Kassette in die Pumpe
das Rollenrad umspannt. Die Kassette enthält bereits alle Schlauchverbindungen. Sie
kann einfach in die Öffnung der Schlauchpumpe eingeschoben werden und ist damit unmittelbar
betriebsfertig.
[0004] Für verschiedene medizinische Zwecke wäre es wünschenswert, wenn die Pumpleistung
einer derartigen Pumpe weiter verbessert werden könnte. Da die Schlauchkassetten als
Einwegartikel gebraucht werden, wäre die Verringerung der Herstellungskosten ebenfalls
wünschenswert.
[0005] Überraschenderweise hat sich herausgestellt, dass durch die nachfolgend beschriebene
verbesserte Schlauchkassette eine verbesserte Pumpleistung erreicht wird, und dass
die insoweit beschriebene Schlauchkassette zu geringeren Kosten hergestellt werden
kann.
[0006] Gegenstand der Erfindung ist daher eine Schlauchkassette mit U-förmiger Anordnung,
mit einer Basisfläche und zwei Schenkeln
wobei die Schenkel aus einem zähen, elastischem Material, vorzugsweise aus einem thermoplastischen
Kunststoff gefertigt sind,
wobei am Basisflächenende der Schenkel je ein Fixierelement ortsfest fixiert ist,
wobei mindestens ein Pumpschlauchsegment zwischen den Fixierelementen bei nicht in
der Pumpe eingesetzter Schlauchkassette entlang eines zumindest einen Winkel von 120
Grad überspannenden Kreissegmentes verläuft
wobei ein Fixierelemente jeweils noch mindestens einen Schlauch als Zuleitung aufweist
und das zweite Fixierelement noch mindestens einen Schlauch als Ableitung aufweist,
wobei die Schenkel nur an der Grundfläche miteinander verbunden und durch Biegen reversibel
verformbar sind, so dass der Abstand zwischen den Fixierelementen während des Einsetzens
der Schlauchkassette in eine Rollenradpumpe reversibel verändert werden kann.
[0007] Bevorzugte Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0008] Das Besondere an der erfindungsgemäßen Kassette im Vergleich zu den Kassetten des
Standes der Technik ist, dass die beiden Schenkel nur an der Grundfläche miteinander
verbunden sind (Figur 1). Auf diese Weise lassen sich die Schenkel durch Aufspreizen
voneinander wegbewegen. Diese Möglichkeit des Aufspreizens erleichtert zunächst das
Einsetzen des Kassettenrahmens in die Pumpe, genauer: die Umschlingung des Rollenrades.
Bei den Schlauchkassetten gemäß Stand der Technik müssen die Schenkelenden (z. B.
die Fixierelemente der Schlauchkassette gemäß
EP 1820967 A1) einen lichten Abstand voneinander aufweisen, der größer ist, als der Durchmesser
des Rollenrades (siehe Figur 4 der
EP 1820967 A1). Bei der erfindungsgemäßen Schlauchkassette können die Schenkel während des Einführens
gespreizt werden, um in Betriebsposition der Kassette wieder auf den ursprünglichen
Abstand zurück zu gehen (Figur 2). Im Ergebnis wird erreicht, dass der Abstand der
beiden Fixierelemente an den Schenkelenden in Betriebsposition kleiner sein kann,
als der Durchmesser des Rollenrades. Der Abstand der beiden Fixierelemente voneinander
wird dabei üblicherweise um mehr als 40%, bevorzugt um mehr als 80% vergrößert.
[0009] Wie sich herausgestellt hat, ist eine derartige Anordnung in Betriebsposition (Abstand
der Fixierelemente kleiner als der Durchmesser des Rollenrades) vorteilhaft für die
Pumpleistung: Bei der erfindungsgemäßen Rollenradpumpe ist in der dargestellten Betriebsposition
der Schlauch an drei Punkten (nämlich den drei Rollenrädern) geschlossen, sodass kein
Flüssigkeitsstrom gegen die Bewegung des Rollenrades möglich ist (Figur 3 unten).
Bei der Anordnung gemäß Stand der Technik ist maximal ein Punkt des Schlauches vollständig
geschlossen (Figur 3 oben). Im Ergebnis zeigt sich für die erfindungsgemäße Kassette
eine höhere Pumpleistung und insbesondere eine größere Widerstandsfähigkeit gegen
einen Gegendruck (z. B. bei einem Flüssigkeitsstau). Gleichzeitig wird die Gefahr
der Cross-Kontamination durch gegendruckbedingten Rückfluss von Flüssigkeit minimiert.
[0010] Für die erfindungsgemäße Schlauchkassette, die eigentlich nur noch aus einem U-förmigen
Schlauchkassettenrahmen besteht, wird weniger Material benötigt, als bei einer klassischen
Kassette, wie sie beispielsweise in der
EP 1820967 dargestellt ist. Der erfindungsgemäße Schlauchkassettenrahmen besteht lediglich aus
der Grundfläche und den beiden Schenkeln. Die Kassette wird aus einem zähen, elastischen
Material gefertigt, vorzugsweis aus einem thermoplastischen Kunststoff, wie z. B.
PVC, SBC, PA, PLA, ABS, MABS, PP, PS, PTFE, PET, PE oder Mischungen aus den Vorgenannten.
Entscheidend ist, dass die Schenkel verformbar (z.B. spreizbar) sind, was durch Auswahl
des Materials und der genauen Formgebung gewährleistet wird.
[0011] Die an den Enden der U-förmigen Kassette vorhandenen Fixierelemente sind typischerweise
als Hohlkörper ausgebildet, die mittels entsprechender Anschlussstücke, den Anschluss
von Schläuchen erlauben. An jedem Fixierelement ist dabei beispielsweise ein Zufluss
bzw. Abflussschlauch vorgesehen. Zwischen den Fixierelementen ist das Pumpschlauchsegment
lokalisiert. Typischerweise sind die Zu- und Abflussschläuche aus einem anderen Material
als das Pumpschlauchsegment. Beispielsweise kann das Pumpschlauchsegment aus hochflexiblem
Silikon bestehen, während die Zu- und Abflussschläuche aus relativ preiswertem PVC
bestehen können.
[0012] Weiterhin können die weiter unten beschriebenen Sensoren bzw. Membranen Bestandteil
der Fixierelemente sein. Derartige Fixierelemente sind beispielsweise in der
EP1820967 beschrieben, auf die hiermit inhaltlich verwiesen wird.
[0013] Im einfachsten Fall fixieren die Fixierelemente lediglich einen Schlauch, so dass
sich zwischen Schenkelenden mit den Fixierelementen das Pumpschlauchsegment ausbildet.
Sie sorgen auf diese Weise für die Spannung des Pumpschlauchelementes in Betriebsposition
der Kassette und die notwendige Umkehrung der Flussrichtung des Flüssigkeitsstroms.
[0014] Für den Betrieb an der Rollenradpumpe mit einem Rollenraddurchmesser von 8 cm kann
der innere Abstand der Fixierelemente beispielsweise 5 - 8 cm betragen. Durch Spreizung
der Schenkel können diese um das Rollenrad herumgeführt werden. Alternativ zur Spreizung
können die Schenkel auch durch ein Biegen aus der Rollenradebene hinaus verformt werden,
so wie es in Figur 6 dargestellt wird. In diesem Fall müssen die Schenkel eine entsprechende
Verformbarkeit aufweisen.
[0015] Das zwischen den Fixierelementen verlaufende Pumpschlauchsegment verläuft entlang
eines Kreissegmentes und überspannt mindestens einen Winkel von 120 Grad, bevorzugt
mindestens 150 Grad, besonders bevorzugt ca. 180 Grad. In Sonderfällen kann der Winkel
auch 180 Grad übersteigen, z.B. wenn die Fixierelemente in der Betriebsposition durch
entsprechende Führungselemente der Pumpe zusammengedrückt werden.
[0016] Die vereinfachte Form der Kassette erlaubt überraschenderweise auch eine besonders
einfache Fertigung:
Die gesamte Kassette kann in einem einzigen Arbeitsgang als flaches Spritzgussteil
hergestellt werden. Das Spritzgussteil enthält dabei mindestens zwei Stellen, an denen
das Material im Sinne eines Filmscharniers ausgebildet ist, so dass es gefaltet werden
kann ohne zu brechen, um die U-Form herzustellen ("Faltkassette", siehe Figur 4).
Ferner enthält das Spritzgussteil Rastvorrichtungen, die ein Einrasten zueinander
gefalteten Teile der Kassette in betriebsfertigen Zustand ermöglichen. Gegebenenfalls
können im Bereich der Faltstellen zusätzliche Klebungen oder Schweißungen angebracht
werden, um die Stabilität zu erhöhen. Vorzugsweise enthält das hergestellte Spritzgussteil
bereits entsprechende Löcher und Ausnehmungen sowie Führungsstege für die Schläuche.
Bei Bedarf kann eine Erhöhung der Steifigkeit durch entsprechende Formelemente (z.
B. Rippen) eingearbeitet werden.
[0017] Die Fixierelemente können bei der Herstellung mittels Spritzguss oder 3-D-Druck angeformt
werden. Alternativ werden sie in einem separaten Arbeitsschritt hergestellt und auf
die Schenkelenden aufgesteckt. Alternativ kann die Faltkassette natürlich auch per
3-D-Druck hergestellt werden.
[0018] Weiterhin alternativ kann die Kassette natürlich auch in klassischer Weise einstückig
(siehe Figur 8) oder mehrstückig gespritzt oder gedruckt werden.
[0019] Durch ein oder mehrere Löcher im Basisteil der Kassette können Zuführschläuche eingeführt
und mit dem Fixierelement verbunden werden. Entsprechendes gilt für die Abflussschläuche.
[0020] In einer speziellen Ausführungsform der Kassette enthält mindestens eine Stirnseite
des Fixierelementes eine flexible Membran (z.B. aus Silikon, TPE oder PVC). Diese
kann bei eingeschobener Kassette mit einem passenden Kraft-/Wegaufnehmer wechselwirken
und somit eine Druckmessung ermöglichen.
[0021] In speziellen Ausführungsformen der Schlauchkassette können die Schlauchschenkel
Sollbruchstellen aufweisen, so dass eine Mehrfachverwendung nicht möglich ist.
[0022] In besonderen Ausführungsformen der Erfindung enthält die Kassette Informationen,
die die Pumpe auslesen kann. Es handelt sich dabei um Informationen, beispielsweise
zu Verwendungszweck, Leistung oder Verfalldatum. Die entsprechenden Daten können auf
Datenträgern, z.B. in Form eines Barcodes, aber auch beispielsweise durch einen RFID-Chip
oder auf andere bekannte Weise gespeichert sein. Je nach Speicherweise erfolgt die
Auslesung der Information durch Radiowellen oder Licht.
[0023] In speziellen Ausführungsformen der Erfindung enthält die Kassette einen Code, um
Mehrfachbenutzung zu verhindern. Dieser Code kann elektronisch gespeichert sein, aber
auch durch Farb- oder Formgestaltung realisiert sein.
[0024] Weiterentwicklungen der erfindungsgemäßen Kassetten erlauben auch mehrere Schlauchsegmente
parallel zu enthalten, sodass mehrere Schlauchleitungen gleichzeitig gepumpt werden
können. So kann z.B. mittels einer Pumpe und einer erfindungsgemäßen Kassette gleichzeitig
der Zufluß und der Abfluß aus einer Körperhöhle realisiert werden.
[0025] Die Schlauchkassette, insbesondere die Fixierelemente können auch weitere Sensoren
enthalten. Beispielsweise kann eine Temperaturmessung der Pumpflüssigkeit durch einen
entsprechenden Temperatursensor erfolgen. Durch Messung des elektrischen Widerstandes
oder der Konduktivität kann die Art der Flüssigkeit und deren Gehalt an gelösten Stoffen
(z.B. Salzen oder Sorbitol/Mannitol) gemessen werden. Weiterhin ist die Möglichkeit
einer Messung von Luftblasen möglich, sodass entsprechende Warnungen möglich sind.
Auch die Messung von Sauerstoff- (O
2), bzw. Kohlendioxid-(CO
2)-Gehalt und/oder sonstiger Parameter ist durch Einbau entsprechender Sensoren möglich.
Vorzugsweise sind die Sensoren weitestgehend Teil der Pumpe: So kann beispielsweise
die Temperaturmessung über einen Infrarotsensor in der Pumpe erfolgen, vorausgesetzt
die Schlauchkassette weist ein IRdurchlässiges Sichtfenster auf. Für die Messung von
Widerstand oder Konduktivität kann die Kassette zwei Elektroden mit entsprechenden
Ableitungen enthalten. Durch entsprechende Kontakte an der Pumpe können dann die elektrischen
Parameter gemessen werden.
[0026] Die erfindungsgemäße Schlauchkassette kann zum Absaugen von Flüssigkeiten (Wasser,
Fett, Blut, etc.) verwendet werden, aber auch zum Spülen von Körperhöhlen, z. B. in
der Endoskopie. Durch die erhöhte Pumpleistung und Gegendruckbeständigkeit im Vergleich
mit klassischen Rollenradpumpen, ist auch eine Verbesserung des Aufweitens von Körperhöhlen
im Rahmen operativer Möglichkeiten gegeben. Die erfindungsgemäße Schlauchkassette
kann auch in der Wundtherapie bei der Reinigung von Wunden eingesetzt werden. Auch
im Rahmen der Blutzirkulation (z. B. bei der Dialyse, des Blutwärmens oder der Sauerstoffanreicherung)
kann die Kassette Verwendung finden.
[0027] Die zum Betrieb der Schlauchkassette erforderliche Rollenradpumpe kann im Wesentlichen
so ausgeführt sein wie in der
EP 1820967 A1 beschrieben. Die Pumpe enthält beispielsweise dabei in ihrem Gehäuse eine, der Kassette
komplementären Kassettenschacht. Hilfreich können hier Führungselemente, insbesondere
Führungsschienen sein, die beim Einschieben der Kassette zunächst die erforderliche
Spreizung der Schenkel und anschließend das Wiederzusammenführen bewirken. Rastelemente
erleichtern das Halten der Kassette in Betriebsstellung. Selbstverständlich müssen
die Sensorelemente (z. B. der Drucksensor) an der Stelle positioniert sein, an der
sich die Betriebsstellung die Fixierelemente befinden. Die Einführöffnung des Gehäuses
für die Kassette kann dabei formkodiert sein, um Irrtümer bei der Einführung der Kassette
zu verhindern.
[0028] Die erfindungsgemäße Grundidee kann auch durch alternative Ausführungsformen realisiert
werden.
[0029] Figur 7a zeigt beispielsweise eine alternative Ausführungsform bei der die Kassettenschenkel
nicht aufgespreizt werden müssen, um das Rollenrad optimal zu umschließen. In der
Ausführungsform gemäß Figur 7a enthalten die Schenkel gelenkartige Abschnitte, so
dass sich die Schenkelenden nach innen verformen können. Durch den Zug des Pumpschlauchsegmentes
verformen sich die Schenkelenden mit den Fixierelementen nach innen und sorgen für
die notwendige Umschließung des Rollenrades.
[0030] Figur 7b) zeigt eine ähnliche Ausführung mit einer scharnierartigen Sollverformungsstelle
der Schenkelenden.
[0031] Wie in Figur 7c schematisch dargestellt ist es unter Umständen möglich nur einen
Schenkel verformbar auszugestalten, z.B. bei einer exzentrischen Lage des Rollenrades
innerhalb der Kassette (in Betriebsposition).
[0032] In diesen Ausführungsarten wird der Abstand der beiden Fixierelemente voneinander
üblicherweise um mehr als 30%, bevorzugt um mehr als 60%, in besonderen Fällen um
mehr als 80% verkleinert.
Beispiel:
[0033] Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Kassette ist beispielhaft in Figur
5 abgebildet:
Eine gefaltete Kassette mit den Außenmaße 146x86x30 mm, bestehend aus dem Thermoplast
SBC (Styrolux 656c, E-Modul=1800 MPa, Bruchdehnung 20%) mit einer Wandstärke von 1,5
mm. Im unbelasteten Zustand ist der mittlere Abstand zwischen den Enden des Pumpsegmentes
A1=50 mm. Das Pumpsegment ist ein Silikonschlauch der Härte 50 Shore A, Länge =160
mm, Außendurchmesser=11 mm und einem Innendurchmesser = 8 mm. Das lichte Maß der Kassettenenden
beträgt A3 = 32 mm.
[0034] Wird die Kassette in die Pumpe eingelegt, muss das Rollenrad mit einem Durchmesser
von 60 mm und einer Dicke von 24 mm überwunden werden. Die Elastizität des Materials
und die spezielle Geometrie der Kassette ermöglicht dafür eine Aufspreizung des Kassettenmaßes
A3 um mehr als 87%. Hinter dem Rollenrad geht die elastisch verformte Kassette wieder
in ihre Ausgangsform zurück (A3 = 32 mm, A1 = 50 mm).
[0035] Um eine hohe Pumpenleistung zu erzeugen und die selbstdichtende Wirkung zwischen
Rollenrad und Pumpsegment zu sichern, muss das Pumpsegment ausreichend gespannte werden
und die Enden des Pumpsegmentes müssen einen Abstand kleiner dem Rollenraddurchmesser
haben. Hierfür wird die Kassette relativ zum Rollenrad entlang der Strecke A2 weiter
verschoben, bis sich die Achse des Rollenrades mit dem Durchmesser von 60 mm im Punkt
P1 befindet. In der gespannten Endlage beträgt der Abstand zwischen Kassette und der
Rollenradachse A2 = 47,5 mm. Das Pumpsegment wird somit um ca. 25% seiner Länge gedehnt.
Die Enden der Kassette werden weiterhin gestützt, um das Maß A3 = 32 mm zu fixieren.
Damit bleibt auch der mittlere Abstand der Enden des Pumpsegmentes A1 = 50 mm dauerhaft
kleiner als der Rollenraddurchmesser von 60 mm (hier rund 17% kleiner).
1. Schlauchkassette mit U-förmiger Anordnung zur Verwendung in einer Rollenradpumpe,
mit einer Basisfläche und zwei Schenkeln
wobei die Schenkel aus einem zähen, elastischem Material gefertigt sind, wobei am
Basisflächenende der Schenkel je ein Fixierelement ortsfest fixiert ist,
wobei mindestens ein Zuflußschlauch im Wesentlichen parallel zu einem ersten Schenkel
zum ersten Fixierelement verläuft,
wobei mindestens ein Abflußschlauch im Wesentlichen parallel zu einem zweiten Schenkel
vom zweiten Fixierelement weg verläuft,
wobei mindestens ein Pumpschlauchsegment zwischen den Fixierelementen bei nicht in
der Pumpe eingesetzter Schlauchkassette entlang eines zumindest einen Winkel von 120
Grad überspannenden Kreissegmentes verläuft,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schenkel nur an der Basisfläche miteinander verbunden und durch Biegen reversibel
verformbar sind, so dass der Abstand zwischen den Fixierelementen während des Einsetzens
der Schlauchkassette in die Rollenradpumpe reversibel um mehr als 40% vergrößert oder
um mehr als 30% verkleinert werden kann.
2. Schlauchkassette gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kassette aus einem thermoplastischen Kunststoff, wie z. B. PVC, SBC, PA, PC,
PLA, ABS, MABS, PP, PS, PTFE, PET, PE oder Mischungen aus den Vorgenannten gefertigt
ist.
3. Schlauchkassette gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkel durch Biegen entweder
a) reversibel aufgespreizt werden,
b) reversibel zusammengedrückt werden oder
c) reversibel aus der Ebene des Rollenrades heraus verformt werden können.
4. Schlauchkassette gemäß Anspruch 1, gekennzeichnet, durch ein oder mehrere Sensoren zur Messung von Parametern der gepumpten Flüssigkeit.
5. Schlauchkassette gemäß Anspruch 4, gekennzeichnet, durch ein oder mehrere Sensoren zur Messung Druck, Temperatur, Flüssigkeitsstrom, Widerstand,
Konduktivität, O2-Gehalt, CO2-Gehalt, Salzgehalt und/oder Gasblasen.
6. Schlauchkassette gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Fixierelement eine flexible Membran zur Druckmessung aufweist.
7. Schlauchkassette gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in oder auf der Kassette Informationen auf Datenträgern gespeichert sind.
8. Verfahren zur Herstellung einer Schlauchkassette mit U-förmiger Anordnung, mit einer
Basisfläche und zwei Schenkeln
wobei die Schenkel aus einem zähen, elastischem Material gefertigt sind, wobei am
Basisflächenende der Schenkel je ein Fixierelement ortsfest fixiert ist,
wobei mindestens ein Zuflußschlauch im Wesentlichen parallel zu einem ersten Schenkel
zum ersten Fixierelement verläuft,
wobei mindestens ein Abflußschlauch im Wesentlichen parallel zu einem zweiten Schenkel
vom zweiten Fixierelement weg verläuft, wobei mindestens ein Pumpschlauchsegment zwischen
den Fixierelementen bei nicht in der Pumpe eingesetzter Schlauchkassette entlang eines
zumindest einen Winkel von 120 Grad überspannenden Kreissegmentes verläuft,
wobei die Schenkel nur an der Basisfläche miteinander verbunden und durch Biegen reversibel
verformbar sind, so dass der Abstand zwischen den Fixierelementen während des Einsetzens
der Schlauchkassette in die Rollenradpumpe reversibel um mehr als 40% vergrößert oder
um mehr als 30% verkleinert werden kann
mit folgenden Verfahrensschritten
a) Herstellung eines im Wesentlichen flachen Spritzgußteils aus einem zähen, elastischem
Material, vorzugsweise aus einem thermoplastischen Kunststoff mit mindestens zwei
Filmscharnieren sowie mehreren Rastelementen,
b) Falten des Spritzgußteils an den Filmscharnieren,
c) Einrasten der Schenkel an Rastelementen der Basisfläche
d) Montage von zwei Fixierelementen,
e) Anbringen der Schläuche an den Fixierelementen.
9. Verfahren gemäß Anspruch 8, wobei das Material für die Fertigung der Schenkel thermoplastischer
Kunststoff, wie z.B. PVC, SBC, PA, PC, PLA, ABS, MABS, PP, PS, PTFE, PET, PE oder
Mischungen aus den Vorgenannten ist.
1. A tube cassette of a U-shaped structure for use in a peristaltic pump,
comprising a base surface and two legs,
the legs being made of a tough, elastic material,
at the base surface end of the legs one fixing element each being stationarily fixed,
at least one inflow tube extending substantially in parallel to a first leg toward
the first fixing element,
at least one outflow tube extending substantially in parallel to a second leg away
from the second fixing element,
at least one pump tube segment extending between the fixing elements, when the tube
cassette is not inserted in the pump, along a circular segment spanning at least an
angle of 120 degrees,
characterized by that
the legs are connected to each other at the base surface only and are reversibly deformable
by bending, so that the distance between the fixing elements during insertion of the
tube cassette in the peristaltic pump can reversibly be enlarged by more than 40 %
or reduced by more than 30 %.
2. The tube cassette according to claim 1, characterized by that the cassette is made of a thermoplastic material, such as PVC, SBC, PA, PC,
PLA, ABS, MABS, PP, PS, PTFE, PET, PE, or mixtures of the above.
3. The tube cassette according to claim 1,
characterized by that the legs are, by bending, either
a) reversibly spread open,
b) reversibly pressed together, or
c) can reversibly be deformed out of the plane of the roller wheel.
4. The tube cassette according to claim 1, characterized by one or more sensors for measuring parameters of the pumped liquid.
5. The tube cassette according to claim 4, characterized by one or more sensors for measuring pressure, temperature, liquid flow, resistance,
conductivity, O2 content, CO2 content, salt content, and/or gas bubbles.
6. The tube cassette according to claim 1, characterized by that at least one fixing element includes a flexible membrane for pressure measurement.
7. The tube cassette according to claim 1, characterized by that in or on the cassette, information is stored on data carriers.
8. A method for making a tube cassette comprising a U-shaped structure, a base surface
and two legs,
the legs being made of a tough, elastic material,
at the base surface end of the legs, one fixing element each being stationarily fixed,
at least one inflow tube extending substantially in parallel to a first leg toward
the first fixing element,
at least one outflow tube extending substantially in parallel to a second leg away
from the second fixing element,
at least one pump tube segment extending between the fixing elements when the tube
cassette is not inserted in the pump, along a circular segment spanning at least an
angle of 120 degrees,
the legs being connected to each other at the base surface only and being reversibly
deformable by bending, so that the distance between the fixing elements during insertion
of the tube cassette in the peristaltic pump can reversibly be enlarged by more than
40 % or reduced by more than 30 %,
comprising the following steps:
a) making a substantially flat injection-molded part of a tough, elastic material,
preferably a thermoplastic material with at least two film hinges and several latch
elements,
b) folding the injection-molded part at the film hinges,
c) latching the legs at the latch elements of the base surface,
d) mounting two fixing elements,
e) attaching the tubes at the fixing elements.
9. The method according to claim 8, wherein the material for making the legs is a thermoplastic
material, such as PVC, SBC, PA, PC, PLA, ABS, MABS, PP, PS, PTFE, PET, PE, or mixtures
of the above.
1. Cassette de tube d'une structure en U pour une pompe péristaltique,
comportant une base inférieure et deux branches,
les branches étant réalisées en un matériau ténace, élastique,
à l'extrémité de la base inférieure des branches un élément de fixation chacun étant
stationnairement fixé,
au moins un tube d'entrée s'étendant essentiellement en parallèle à une première branche
vers le premier élément de fixation,
au moins un tube de sortie s'étendant essentiellement en parallèle à une deuxième
branche en éloignement du deuxième élément de fixation,
au moins un segment de tube de la pompe s'étendant entre les éléments de fixation,
si la cassette de tube n'est pas insérée dans la pompe, le long d'un segment circulaire
venant enjamber au moins un angle de 120 degrés, caractérisée en ce que
les branches sont liées l'une à l'autre à la base inférieure seulement et sont réversiblement
déformables par pliage, de façon que la distance entre les éléments de fixation pendant
l'emboîtement de la cassette de tube dans la pompe péristaltique puisse être réversiblement
augmentée par plus de 40 % ou réduite par plus de 30 %.
2. Cassette de tube selon la revendication 1, caractérisée en ce que la cassette est fabriquée en un matériau thermoplastique, comme p.ex. PVC, SBC, PA,
PC, PLA, ABS, MABS, PP, PS, PTFE, PET, PE ou des mélanges des matériaux précités.
3. Cassette de tube selon la revendication 1,
caractérisée en ce que les branches sont
a) réversiblement écartées par pliage,
b) réversiblement comprimées par pliage ou bien
c) peuvent réversiblement être déformées hors du plan de la roue à galets.
4. Cassette de tube selon la revendication 1, caractérisée en un ou plusieurs capteurs de mesure de paramètres du liquide pompé.
5. Cassette de tube selon la revendication 4, caractérisée en un ou plusieurs capteurs de mesure de la pression, de la température, de l'écoulement
du liquide, de la résistance, de la conductivité, de la teneur en O2, de la teneur en CO2, de la teneur en sel et/ou de bulles de gaz.
6. Cassette de tube selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'au moins un élément de fixation comporte une membrane flexible de mesure de pression.
7. Cassette de tube selon la revendication 1, caractérisée en ce que dans ou sur la cassette des informations sont enregistrées sur des supports de données.
8. Procédé de fabrication d'une cassette de tube d'une structure en U, comportant une
base inférieure et deux branches,
les branches étant réalisées en un matériau ténace, élastique,
à l'extrémité de la base inférieure des branches un élément de fixation chacun étant
stationnairement fixé,
au moins un tube d'entrée s'étendant essentiellement en parallèle à une première branche
vers le premier élément de fixation,
au moins un tube de sortie s'étendant essentiellement en parallèle à une deuxième
branche en éloignement du deuxième élément de fixation,
au moins un segment de tube de la pompe s'étendant entre les éléments de fixation,
si la cassette de tube n'est pas insérée dans la pompe, le long d'un segment circulaire
venant enjamber au moins un angle de 120 degrés,
les branches étant liées l'une à l'autre à la base inférieure seulement et sont réversiblement
déformables par pliage, de façon que la distance entre les éléments de fixation pendant
l'emboîtement de la cassette de tube dans la pompe péristaltique puisse être réversiblement
augmentée par plus de 40 % ou réduite par plus de 30 %, comprenant les étapes suivantes
a) fabrication d'une pièce injectée essentiellement plane en un matériau ténace, élastique,
de préférence en un matériau thermoplastique avec au moins deux charnières film et
plusieurs organes d'encliquetage,
b) pliage de la pièce injectée aux charnières film,
c) encliquetage des branches à des organes d'encliquetage de la base inférieure,
d) montage de deux éléments de fixation,
e) mise en place des tubes aux éléments de fixation.
9. Procédé selon la revendication 8, dans lequel le matériau pour la fabrication des
branches est un matériau thermoplastique, comme p.ex. PVC, SBC, PA, PC, PLA, ABS,
MABS, PP, PS, PTFE, PET, PE ou des mélanges des matériaux précités.