[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Bearbeitungsverfahren zum Bearbeiten eines
Werkstücks, eine entsprechende Bearbeitungsmaschine mit ersten und zweiten Bearbeitungselementen
zum Ausführen des Bearbeitungsverfahrens, wie beispielsweise eine Stanz-, Präge-,
Biege- oder Ziehmaschine, ein Bearbeitungszentrum mit einer Mehrzahl derartiger Bearbeitungsmaschinen
sowie ein Bewegungsmuster der ersten und zweiten Bearbeitungselemente zum Bearbeiten
des Werkstücks.
[0002] Durch Bearbeitungsverfahren erzeugte Oberflächen von Werkstücken, wie beispielsweise
Schnittflächen von Stanzteilen, sollen zunehmend als Funktionsflächen dienen, ohne
dass die Werkstücke nach der Bearbeitung einer Nachbearbeitung unterzogen werden müssen.
Beim Bearbeiten von Werkstücken, wie insbesondere beim Trennen oder Umformen, können
bei den Werkstückbearbeitungsflächen jedoch Mikrorisse entstehen, welche bei einer
dynamischen Beanspruchung der aus den Werkstücken gefertigten Bauteile zu einer Kerbwirkung
führen können. Dies kann wiederum die Standzeiten der jeweiligen Bauteile negativ
beeinflussen. Aus diesem Grund bestehen sehr hohe Anforderungen an die durch Bearbeitungsverfahren
erzeugten Oberflächen.
[0003] Im Zuge der Bestrebungen, eine verbesserte Oberflächenbeschaffenheit von Werkstückbearbeitungsflächen
zu erreichen, wurden in der vergangenen Zeit verschiedene Vorrichtungen und Verfahren
vorgeschlagen.
[0004] In diesem Zusammenhang wurden beispielsweise Verfahren entwickelt, um die Schnittflächenqualität
von mittels Scherung hergestellten Präzisionsteilen zu verbessern. Die Schnittflächenqualität
ist hierbei beispielsweise definiert durch die Kenngrößen Kanteneinzug, Glattschnittfläche,
Glattschnittflächenanteil, Rauheit der Glattschnittfläche, Bruchflächenwinkel, Rauheit
der Bruchfläche, Breite und Höhe der Bruchfläche, Schnittgrat, schalenförmiger Abriss,
Einriss, beinflussbare Randzone, Werkstoffhärte vor/nach dem Schneiden usw. Im Vordergrund
stehen dabei jedoch der Glattschnittflächenanteil, die Rauheit der Glattschnittfläche,
der Stanzeinzug und der Stanzgrat. Als Ideal wird hier ein Glattschnittflächenanteil
von 100 % der Materialdicke, ohne Stanzeinzug und Stanzgrat, angestrebt. Da dieses
Ideal bisher mit keinem Folgeverbundwerkzeug realisiert werden kann, müssen derartige
Teile aufwändig nachgearbeitet werden.
[0005] Ein bekanntes Verfahren zum Erreichen einer hohen Schnittflächenqualität ist das
sogenannte Feinschneidverfahren. Bei diesem Verfahren wird das Werkstück während der
Bearbeitung entlang der Schnittkontur mit Hilfe einer Ringzacke festgehalten und es
wird mit einem reduzierten Schneidpalt gearbeitet. Durch dieses Verfahren können im
Gegensatz zum konventionellen Scherschneiden Schnittflächen erhalten werden, die über
die gesamte Materialdicke einriss- und abrissfrei sind, und zudem können engste Maß-und
Planheitstoleranzen realisiert werden. Voraussetzung für die Verwendung der Ringzacke
ist jedoch eine gewisse Materialdicke des Werkstücks von mehr als 1 mm, da bei dünneren
Werkstücken die auftretenden Querkräfte im Schnittbereich aufgrund des kleineren Materialvolumens
zu Unebenheiten führen können. Zudem sind die Materialien, bei welchen das Feinschneidverfahren
zum Einsatz gebracht werden kann, hinsichtlich Härte und Sprödigkeit eingeschränkt
und darüber hinaus ist eine dreifach wirkende Presse erforderlich, welche eine besonders
hohe Führungsgenauigkeit des Stempels und einen steifen Pressenrahmen aufweist.
[0006] Ein weiteres bekanntes Verfahren zum Erreichen einer verbesserten Schnittflächenqualität
ist ferner das sogenannte Konterschneiden, welches dem Scherschneiden zuzuordnen ist
und bei welchem zwischen einem dreistufigen Konterschneiden und einem zweistufigen
Konterschneiden unterschieden wird. Die Bearbeitung des Werkstücks erfolgt bei diesen
Verfahren in zwei bzw. drei Stufen, wobei zwischen den einzelnen Stufen eine Umkehr
der Schneidrichtung der verwendeten Schneidstempel vorgesehen ist. Somit wird das
Werkstück beim dreistufigen Konterschneiden in der ersten Stufe zunächst angeschnitten,
in der zweiten Stufe erfolgt nach einer Umkehr der Schneidrichtung ein Gegenschneiden
und in der dritten Stufe erfolgt nach einer abermaligen Umkehr der Schneidrichtung
schließlich ein Durchschneiden des Werkstücks. Die Schnittfläche beim dreistufigen
Konterschneiden ist insbesondere durch eine völlige Gratfreiheit, zwei Glattschnittflächen
und die Bruchzone zwischen diesen Glattschnittflächen charakterisiert. Mit Blick auf
den mit diesem Verfahren erreichbaren Glattschnittanteil von ca. 50 % und insbesondere
mit Blick auf die verbleibende Bruchzone zwischen den beiden Glattschnittflächen besteht
jedoch auch bei diesem Verfahren Raum für Verbesserungen.
[0007] Darüber hinaus beschreibt die
DE 42 07 165 A1 ein Verfahren zum Stanzen einer Metallfolie mit einem Paar von Stanzwerkzeugen und
einem Paar von Stanzstempeln, welche jeweils über bzw. unter der zu bearbeitenden
Metallfolie angeordnet sind und durch piezoelektrische Betätiger angetrieben werden.
Bei diesem Verfahren werden die Stanzstempel so in Schwingung versetzt, dass ein Vorgang
eines Halbstanzens und ein Vorgang eines Zurückstanzens wiederholend ausgeführt werden,
wobei die Stanzstempel stumpf gegen die beiden Seiten des zwischen den Stanzstempeln
eingeklemmten Werkstücks stoßen. Dabei wird die Metallfolie entlang der Scherfläche
aufgrund niedriger zyklischer Materialermüdung ohne Ausbildung von Graten abgetrennt.
Bei diesem bekannten Stanzverfahren werden die beiden Stanzstempel im Rahmen des Stanzvorgangs
jedoch mit einer bestimmten zeitlichen Verzögerung zueinander angetrieben, so dass
der Werkstückabschnitt zwischen den Stanzstempeln verformt bzw. zusammengepresst wird,
was zu einer nicht erwünschten Kaltverfestigung im Bearbeitungsbereich des Werkstücks
und somit zu Rissen in diesem Bereich führen kann.
[0008] Grundsätzlich ist festzustellen, dass das Werkstoffgefüge des Werkstücks durch einen
Werkstückbearbeitungsvorgang, wie beispielsweise einen Stanzvorgang, im Bearbeitungsbereich
als Folge von lokalen Umformungen erheblich beeinflusst bzw. geschädigt werden kann
und somit das verbleibende Umformvermögen des Materials deutlich reduziert sein kann.
Bei bislang bekannten Bearbeitungsverfahren, wie insbesondere bei bekannten Scherschneidverfahren,
werden während der Bearbeitung des Werkstücks bei den jeweiligen Bearbeitungshüben
der Bearbeitungselemente einstufige, kontinuierliche Linearbewegungen derselben erzeugt.
Diese einstufigen Bewegungshübe der Bearbeitungselemente wirken sich über die im Werkstückwerkstoff
vorhandenen bzw. entstehenden Gitterfehler jedoch negativ auf das verbleibende Umformvermögen
des Werkstücks im Bearbeitungsbereich aus, was wiederum zu nicht erwünschten Rissen
in diesem Bereich führen kann.
[0009] Ferner erfolgt zu Beginn eines Bearbeitungsablaufs bei bislang bekannten Bearbeitungsverfahren,
wie beispielsweise bei bekannten Scherschneidverfahren, ein dynamisches Auftreffen
bzw. Aufschlagen von einem oder mehreren Bearbeitungselementen auf das in der Maschine
positionierte Werkstück. Dies kann zu einem Taumeln bzw. zu Schwingungen der Bearbeitungselemente
und des Werkstücks führen. Somit können zu Beginn der Werkstückbearbeitung Relativbewegungen
zwischen den jeweiligen Bearbeitungselementen und dem zu bearbeitenden Werkstück in
einer quer zu der Bewegungsrichtung der Bearbeitungselemente verlaufenden Richtung
vorliegen. Diese Relativbewegungen können zu einer weiteren nicht erwünschten Verformung
des Werkstücks im Bearbeitungsbereich und somit zu nicht erwünschten lokalen Gefügeveränderungen
des Werkstücks im Bearbeitungsbereich führen. Durch diese Relativbewegungen muss bei
Stanzmaschinen darüber hinaus der Schneidspalt verhältnismäßig groß gewählt werden,
um Schäden an den Bearbeitungs- bzw. Aktivelementen (Stempel, Matrize) der Stanzmaschine
während der Bearbeitung zu verhindern. Somit können die vorgenannten Relativbewegungen
zwischen den entsprechenden Bearbeitungselementen und dem Werkstück die Schnittflächenqualität,
das Werkstoffgefüge des Werkstücks und auch den realisierbaren Schneidspalt in unerwünschter
Art und Weise negativ beeinflussen.
[0010] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht demnach darin, ein Bearbeitungsverfahren,
eine entsprechende Bearbeitungsmaschine sowie ein Bewegungsmuster erster und zweiter
Bearbeitungselemente bereit zu stellen, welche bei einer Vielzahl von Werkstoffen
mit unterschiedlichen Materialqualitäten (von weich, HV 80, E-Modul 100.000 N/m
2, bis hart, HV 260, E-Modul 185.000 N/m
2) auch im Dünnblechbereich bei Materialdicken von 0,03 -1 [mm] eine verbesserte Oberflächenbeschaffenheit
von Werkstückbearbeitungsflächen vorsehen und darüber hinaus eine negative Beeinflussung
des Werkstoffgefüges im Werkstückbearbeitungsbereich unterdrücken können.
[0011] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Bearbeitungsverfahren nach dem Anspruch
1 gelöst.
[0012] Bei dem erfindungsgemäßen Bearbeitungsverfahren wird gemäß einem Aspekt der Erfindung
ein Werkstück unter Verwendung zumindest einer Bearbeitungsmaschine bearbeitet. Die
zumindest eine Bearbeitungsmaschine weist ein erstes und ein zweites Bearbeitungselement
zum Bearbeiten des Werkstücks, welches zwischen diesen positioniert ist, erste und
zweite servomechanische Antriebe mit einem Servoaktuator und einem Kurvengetriebe,
welche jeweils den ersten und zweiten Bearbeitungselementen zugeordnet und mit diesen
verbunden sind, um die ersten und zweiten Bearbeitungselemente zum Bearbeiten des
Werkstücks entlang zumindest einer Bearbeitungsachse anzutreiben, die senkrecht zu
einer Längsachse des zu bearbeitenden Werkstücks ausgerichtet ist, wenigstens einen
Niederhalter zum Fixieren des Werkstücks während der Bearbeitung und Führungen für
die Bearbeitungselemente auf.
[0013] Das Kurvengetriebe der servomechanischen Antriebe weist ein als eine Kurvenscheibe
ausgebildetes Kurvenglied und ein Eingriffsglied mit wenigstens zwei drehbar gelagerten
Abnahmerollen zur Übertragung einer durch den Servoaktuator in das Kurvenglied eingeleiteten
Antriebskraft auf das Eingriffsglied auf. Ferner ist das Eingriffsglied als ein mit
einem entsprechenden Bearbeitungselement verbundener Linearschlitten ausgebildet,
welcher einen schwenkbar gelagerten Pendelhebel aufweist, der die wenigstens zwei
Abnahmerollen trägt, welche derart drehbar gelagert sind, dass die Kurvenscheibe zur
Übertragung der eingeleiteten Antriebskraft auf den Linearschlitten auf den wenigstens
zwei an die Kurvenscheibe anliegenden Abnahmerollen abwälzbar ist, unter Erzeugung
einer aus zwei Wirkkraftkomponenten bestehenden Gesamtwirkungskraft.
[0014] Bei dem erfindungsgemäßen Bearbeitungsverfahren wird das zu bearbeitende Werkstück
zunächst zwischen den ersten und zweiten Bearbeitungselementen der Bearbeitungsmaschine
positioniert. Dann wird das Werkstück durch den wenigstens einen Niederhalter der
Bearbeitungsmaschine fixiert und die ersten und zweiten Bearbeitungselemente werden
ohne Formänderung des Werkstücks mit diesem in Anlage gebracht. Anschließend erfolgt
die Bearbeitung des Werkstücks durch die ersten und zweiten Bearbeitungselemente,
wobei die ersten und zweiten Bearbeitungselemente während des Bearbeitungsvorgangs
durch die ersten und zweiten servomechanischen Antriebe der Bearbeitungsmaschine in
einer mehrstufigen Art und Weise zumindest zeitweilig synchron äquidistant zueinander
oder synchron gegenläufig zueinander angetrieben werden.
[0015] Die Erfindung sieht somit erstmals ein Bearbeitungsverfahren vor, bei welchem erste
und zweite Bearbeitungselemente vor der Bearbeitung des Werkstücks ohne Formänderung
desselben zunächst mit diesem in Anlage gebracht werden. Ferner wird bei dem erfindungsgemäßen
Bearbeitungsverfahren ein zwischen Bearbeitungselementen positioniertes Werkstück
erstmals durch ein mehrstufiges Antreiben der Bearbeitungselemente zumindest zeitweilig
mit einer synchron äquidistanten oder synchron gegenläufigen Bewegung der Bearbeitungselemente
zueinander bearbeitet.
[0016] Durch das erfindungsgemäße in Anlage Bringen der ersten und zweiten Bearbeitungselemente
mit dem Werkstück vor der eigentlichen Bearbeitung des Werkstücks ohne eine Formänderung
desselben können Schwingungen der Bearbeitungselemente und/oder des Werkstücks beim
Auftreffen bzw. Aufschlagen der Bearbeitungselemente auf das Werkstück unterdrückt
werden, da die Bearbeitungselemente mit reduzierter Geschwindigkeit mit dem Werkstück
in Anlage gebracht werden. Somit können durch Schwingungen hervorgerufene Relativbewegungen
zwischen den Bearbeitungselementen und dem Werkstück in einer quer zu der Bewegungsrichtung
der Bearbeitungselemente verlaufenden Richtung unterdrückt werden. Dadurch kann eine
nicht gewünschte Umformung des Werkstücks im Bearbeitungsbereich, welche durch auftretende
Relativbewegungen zwischen den Bearbeitungselementen und dem Werkstück hervorgerufen
werden kann, unterdrückt werden, und somit kann die Oberflächenbeschaffenheit im Werkstückbearbeitungsbereich
verbessert werden. Zudem kann eine nicht erwünschte Beeinflussung der interkristallinen
Struktur bzw. des Werkstoffgefüges des Werkstücks im Bearbeitungsbereich durch die
Relativbewegungen bzw. die dadurch hervorgerufene Umformung des Werkstücks unterdrückt
werden.
[0017] Durch die gestufte Bewegungsabfolge der Bearbeitungselemente während der Werkstückbearbeitung
wirken im Vergleich zu einer einstufigen Werkstückbearbeitung geringere Prozesskräfte.
Die von den Bearbeitungselementen auf das Werkstück übertragene Kraft wird durch die
gestufte Bewegungsabfolge in mehrere Kräfte entsprechend den mehreren Bearbeitungsstufen
aufgeteilt und durch eine Entspannung des Werkstückwerkstoffes zwischen den einzelnen
Bearbeitungsstufen ergibt sich im Vergleich zu einer einstufigen Werkstückbearbeitung
insgesamt eine verringerte in das Werkstück eingebrachte Bearbeitungskraft. Die Reduzierung
der Bearbeitungskraft erfolgt dabei durch die Aufteilung der Bearbeitung in n Einzelschritte
bzw. Bearbeitungsstufen. Dabei kann für jede Bearbeitungsstufe der Weg und die Geschwindigkeit
der Bearbeitungselemente variiert werden und somit kann für jede Bearbeitungsstufe
eine für den jeweiligen Prozess optimale Umformgeschwindigkeit definiert werden. Während
der Bearbeitung des Werkstücks entstehen somit weniger Gitterfehler bzw. eine geringere
Versetzungsdichte im Werkstoff und somit kann eine nicht erwünschte Kaltverfestigung
des Werkstoffes im Bearbeitungsbereich unterdrückt werden. Somit wird durch das erfindungsgemäße
Bearbeitungsverfahren eine nicht erwünschte Beeinflussung der interkristallinen Struktur
des Werkstücks im Werkstückbearbeitungsbereich unterdrückt und somit kann beispielsweise
die Schnittflächenqualität bei Stanzteilen oder die Oberflächengüte bzw. Oberflächenbeschaffenheit
von Prägeteilen verbessert werden.
[0018] Durch die synchron äquidistante Bewegungsabfolge der ersten und zweiten Bearbeitungselemente
kann zudem erreicht werden, dass die plastische Verformung des Werkstücks im Bearbeitungsbereich
möglichst gering gehalten wird. Die Äquidistanz der Bearbeitungselemente während der
Bearbeitung des Werkstücks führt dazu, dass der Werkstückabschnitt zwischen den Bearbeitungselementen
nicht zusammengepresst bzw. verformt wird, was wiederum zu einer geringeren Anzahl
von Gitterfehlern bzw. zu einer geringeren Versetzungsdichte im Bearbeitungsbereich
des Werkstücks führt. Aufgrund der geringeren Anzahl von Gitterfehlern im Werkstückwerkstoff
wird auch dadurch eine nicht erwünschte Kaltverfestigung des Materials und somit die
Erzeugung von Rissen im Werkstückbearbeitungsbereich unterdrückt.
[0019] Die synchron gegenläufige Bewegungsabfolge der Bearbeitungselemente, welche beispielsweise
bei Präge-, Biege oder Ziehverfahren eingesetzt werden kann, führt dazu, dass das
Fließverhalten des Werkstückwerkstoffes in positiver Art und Weise beeinflusst werden
kann. Dadurch können beispielsweise Konturen, wie Hinterschnitte, Schneiden o.Ä.,
in vorteilhafter Art und Weise ausgebildet werden. Ferner kann sich der Werkstückwerkstoff
während des Bearbeitungsvorgangs entspannen.
[0020] Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Bearbeitungsverfahrens sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche.
[0021] Das vorstehende Bearbeitungsverfahren kann beispielsweise im Rahmen einer Stanz-,
Präge-, Biege- oder Ziehbearbeitung realisiert werden.
[0022] In einer bevorzugten Ausführungsform können in Abhängigkeit der Materialeigenschaften
des Werkstücks eine Schrittweite von Bearbeitungsstufen durch den mehrstufigen Antrieb
der ersten und zweiten Bearbeitungselemente beim Bearbeiten des Werkstücks variiert
werden und/oder eine Bewegungsgeschwindigkeit der ersten und zweiten Bearbeitungselemente
während der Bearbeitung des Werkstücks variiert werden und/oder die ersten und zweiten
Bearbeitungselemente zwischen den Bearbeitungsstufen für eine vorbestimmte Zeitspanne
in einer Ruhestellung gehalten werden.
[0023] Gemäß diesem Bearbeitungsverfahren können die Schrittweite bei dem mehrstufigen Antrieb
der ersten und zweiten Bearbeitungselemente, das heißt, die Abstufung der Bearbeitung
durch die ersten und zweiten Bearbeitungselemente, und die Bewegungsgeschwindigkeit
der ersten und zweiten Bearbeitungselemente während der Bearbeitung des Werkstücks
gemäß den Materialeigenschaften des Werkstücks geeignet variiert bzw. gewählt werden.
Zudem kann in Abhängigkeit der Materialeigenschaften des Werkstücks zwischen den einzelnen
Bearbeitungsstufen eine vorbestimmte Zeitspanne vorgesehen sein, in welcher die ersten
und zweiten Bearbeitungselemente in einer Ruhestellung gehalten werden. So kann beispielsweise
bei weichen Werkstoffen die Bewegungsgeschwindigkeit der ersten und zweiten Bearbeitungselemente
in vorteilhafter Weise reduziert werden. Bei harten Werkstoffen hingegen kann eine
erhöhte Bewegungsgeschwindigkeit der ersten und zweiten Bearbeitungselemente gewählt
werden. So kann beispielsweise bei harten Werkstoffen die Schneidgeschwindigkeit im
Eintauchbereich des Schneidstempels im Vergleich zu einer Exzenterpresse bis um Faktor
16 schneller gewählt werden.
[0024] In einer bevorzugten Ausführungsform können die ersten und zweiten Bearbeitungselemente
vor dem Bearbeiten des Werkstücks für eine vorbestimmte Zeitspanne in einer Ruhestellung
der ersten und zweiten Bearbeitungselemente ohne Formänderung des Werkstücks mit diesem
in Anlage gehalten werden.
[0025] Gemäß dieser bevorzugten Ausführungsform werden die ersten und zweiten Bearbeitungselemente
vor der eigentlichen Bearbeitung des Werkstücks für eine vorbestimmte Zeitspanne in
einer Ruhestellung der ersten und zweiten Bearbeitungselemente ohne Formänderung des
Werkstücks mit diesem in Anlage gehalten. Durch diese vorbestimmte Zeitspanne zwischen
dem in Anlage Bringen bzw. dem Auftreffen der Bearbeitungselemente mit bzw. auf das
Werkstück und dem Beginn der Werkstückbearbeitung können evtl. auftretende Schwingungen
der ersten und zweiten Bearbeitungselemente und des Werkstücks, welche durch das Auftreffen
der ersten und zweiten Bearbeitungselemente auf das Werkstück hervorgerufen werden,
abklingen, wodurch Relativbewegungen zwischen den Bearbeitungselementen und dem Werkstück
in einer quer zur Bewegungsrichtung der Bearbeitungselemente verlaufenden Richtung
während der Bearbeitung noch zuverlässiger unterdrückt werden können. Dadurch kann
die erhaltene Oberflächenbeschaffenheit der Werkstückbearbeitungsflächen noch zuverlässiger
verbessert werden und eine nicht erwünschte Beeinflussung des Werkstoffgefüges im
Bearbeitungsbereich durch die Bearbeitung kann noch zuverlässiger unterdrückt werden.
[0026] In einer bevorzugten Ausführungsform können die die ersten und zweiten Bearbeitungselemente
während der Bearbeitung des Werkstücks in einer pulsierenden Art und Weise mit einer
Vorschubbewegung der Bearbeitungselemente in Richtung hin zu dem Werkstück und mit
einer zu der Vorschubbewegung entgegengesetzt ausgerichteten Rückführbewegung der
Bearbeitungselemente von dem Werkstück weg angetrieben werden.
[0027] Bei dieser bevorzugten Ausführungsform führt die Rückführbewegung der Bearbeitungselemente
im Rahmen des pulsierenden Antriebs der ersten und zweiten Bearbeitungselemente dazu,
dass sich der Werkstoff entspannen kann, wodurch sich die Kristalle bzw. Atome im
Werkstoff neu ausrichten können. Dies führt wiederum zu einer geringeren Kaltverfestigung
durch die Bearbeitung und somit zu einem verbesserten Verformungsverhalten bei einer
darauffolgenden Vorschubbewegung der Bearbeitungselemente in Richtung hin zu dem Werkstück,
was letztlich zu einer verbesserten Oberflächenbeschaffenheit der bearbeiteten Werkstücke
mit weniger Rissen führt. Zudem vermeidet die schonende Bearbeitung einen mit fortlaufenden
Stückzahlen steigenden Materialauftrag an den Aktivelementen durch einen Auftrag von
Mikropartikeln des Werkstücks. Damit erhöht sich bei gleichbleibender Qualität die
Standzeit.
[0028] In einer bevorzugten Ausführungsform können eine Mehrzahl von Bearbeitungsmaschinen
zum Bearbeiten des Werkstücks in mehreren aufeinanderfolgenden Bearbeitungsschritten
verwendet werden, welche von einer gemeinsamen Gehäusestruktur umfasst sind, wodurch
ein Bearbeitungszentrum mit den mehreren Bearbeitungsmaschinen ausgebildet ist. Dabei
wird das Werkstück als Bandmaterial hin zu dem Bearbeitungszentrum geführt und für
die Bearbeitung in den aufeinanderfolgenden Bearbeitungsschritten hin zu den Bearbeitungsmaschinen
in dem Bearbeitungszentrum und durch selbige hindurch befördert.
[0029] Die Verwendung mehrerer Bearbeitungsmaschinen zum Durchführen aufeinanderfolgender
Bearbeitungsschritte, welche als ein Bearbeitungszentrum von einer gemeinsamen Gehäusestruktur
umfasst sind, führt zu einem deutlich reduzierten Handhabungsaufwand während der Werkstückbearbeitung
und somit zu geringeren Bearbeitungskosten. Auf einer derartigen Anlage können Bauteile
mit komplexen Strukturen unter Verwendung unterschiedlicher Bearbeitungsverfahren
(Stanzen, Prägen, Biegen, Ziehen oder jedwede Kombination daraus) mit einer jeweils
optimalen Bewegungsabfolge der entsprechenden Bearbeitungselemente produziert werden.
[0030] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist eine Bearbeitungsmaschine zum Ausführen
des erfindungsgemäßen Bearbeitungsverfahrens vorgesehen. Die erfindungsgemäße Bearbeitungsmaschine
weist auf: zumindest ein erstes und ein zweites Bearbeitungselement zum Bearbeiten
eines Werkstücks, welches zwischen diesen positioniert ist, wenigstens einen Niederhalter
zum Fixieren des Werkstücks während der Bearbeitung und Führungen für die Bearbeitungselemente.
[0031] Bei der erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine sind den ersten und zweiten Bearbeitungselementen
ferner jeweils servomechanische Antriebe mit einem Servoaktuator und einem Kurvengetriebe
zugeordnet und mit diesen verbunden, um die ersten und zweiten Bearbeitungselemente
zum Bearbeiten des Werkstücks entlang zumindest einer Bearbeitungsachse anzutreiben,
die senkrecht zu einer Längsachse des zu bearbeitenden Werkstücks ausgerichtet ist.
Das Kurvengetriebe weist ein als eine Kurvenscheibe ausgebildetes Kurvenglied und
ein Eingriffsglied mit wenigstens zwei drehbar gelagerten Abnahmerollen zur Übertragung
einer durch den Servoaktuator in das Kurvenglied eingeleiteten Antriebskraft auf das
Eingriffsglied auf. Ferner ist das Eingriffsglied als ein mit einem entsprechenden
Bearbeitungselement verbundener Linearschlitten ausgebildet, welcher einen schwenkbar
gelagerten Pendelhebel aufweist, der die wenigstens zwei Abnahmerollen trägt, welche
derart drehbar gelagert sind, dass die Kurvenscheibe zur Übertragung der eingeleiteten
Antriebskraft auf den Linearschlitten auf den wenigstens zwei an die Kurvenscheibe
anliegenden Abnahmerollen abwälzbar ist, unter Erzeugung einer aus zwei Wirkkraftkomponenten
bestehenden Gesamtwirkungskraft. Die erfindungsgemäße Bearbeitungsmaschine weist ferner
eine Steuerungsvorrichtung auf, welche derart ausgestaltet ist, dass diese die Bearbeitungsmaschine
gemäß dem erfindungsgemäßen Bearbeitungsverfahren steuert.
[0032] Die Erfindung sieht somit erstmals vor, servomechanische Antriebe mit einem Servoaktuator
und einem Kurvengetriebe jeweils bei ersten und zweiten Bearbeitungselementen einer
Bearbeitungsmaschine vorgesehenen. Dies ermöglicht neben höheren Prozesskräften (bis
zu 200 kN) und größeren realisierbaren Hüben (bis zu 100 [mm]) der Bearbeitungselemente
ferner eine exakte Reproduzierbarkeit von gewünschten Bewegungsabläufen der Bearbeitungselemente.
Diese Ausgestaltung ermöglicht ferner eine bessere Entkopplung der Bearbeitungselemente
vom Antrieb hinsichtlich Störeinflüssen. Durch das Kurventriebe wirken sich temperaturbedinge
Ausdehnungen im Antrieb nicht negativ auf den Prozess aus. Ebenso wirken sich Reaktionen
aus dem Prozess, wie Impulsspitzen, nicht negativ auf den Antrieb aus.
[0033] Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche.
[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform sind die ersten und zweiten Bearbeitungselemente
entlang der zumindest einen Bearbeitungsachse gegenüberliegend zueinander angeordnet.
Durch diese Anordnung können beispielsweise Stanzteile mit sehr hoher Schnittflächenqualität
erhalten werden, da die Bearbeitung mit zwei gegenüberliegenden Bearbeitungselementen
dazu führt, dass bei der Bearbeitung des Werkstücks keine übermäßige Verformung des
Werkstücks und somit keine unerwünschten Risse im Werkstück entstehen.
[0035] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die ersten und zweiten Bearbeitungselemente
in einer quer zu der zumindest einen Bearbeitungsachse verlaufenden Richtung zueinander
versetzt angeordnet. Durch diese Anordnung der Bearbeitungselemente kann das Fließverhalten
des Werkstückmaterials im Bearbeitungsbereich gezielt beeinflusst werden.
[0036] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist ein Bearbeitungszentrum mit einer Mehrzahl
von erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschinen und einer Fördereinrichtung zum Befördern
des Werkstücks in dem Bearbeitungszentrum hin zu den mehreren Bearbeitungsmaschinen
und durch diese hindurch vorgesehen. Hierbei entspricht das Werkstück einem Bandmaterial
und die Bearbeitungsmaschinen sind von einer gemeinsamen Gehäusestruktur umfasst.
Durch das Anordnen mehrerer erfindungsgemäßer Bearbeitungsmaschinen in einem Bearbeitungszentrum
können verschiedene Bearbeitungsprozesse, wie beispielsweise Stanz-, Präge-, Biege-
und Ziehvorgänge, in vorteilhafter Art und Weise in einer Bearbeitungseinheit zusammengefasst
werden. Dies reduziert den Handhabungsaufwand des Werkstücks während der Bearbeitung
und somit die Bearbeitungskosten wesentlich.
[0037] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist ein Bewegungsmuster erster und zweiter
Bearbeitungselemente zum Bearbeiten eines zwischen diesen positionierten Werkstücks
vorgesehen. Bei dem erfindungsgemäßen Bewegungsmuster kommen die ersten und zweiten
Bearbeitungselemente vor der Bearbeitung des Werkstücks zunächst ohne Formänderung
desselben mit dem Werkstück in Kontakt und diese bewegen sich während des Bearbeitungsvorgangs
in einer mehrstufigen Art und Weise zumindest zeitweilig synchron äquidistant zueinander
oder synchron gegenläufig zueinander.
[0038] In einer bevorzugten Ausführungsform können die ersten und zweiten Bearbeitungselemente
vor der Bearbeitung des Werkstücks für eine vorbestimmte Zeitspanne in einer Ruhestellung
der ersten und zweiten Bearbeitungselemente ohne Formänderung des Werkstücks mit diesem
in Kontakt stehen.
[0039] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können sich die ersten und zweiten
Bearbeitungselemente während der Bearbeitung des Werkstücks in einer pulsierenden
Art und Weise mit einer Vorschubbewegung der Bearbeitungselemente in Richtung hin
zu dem Werkstück und mit einer zu der Vorschubbewegung entgegengesetzt ausgerichteten
Rückführbewegung der Bearbeitungselemente von dem Werkstück weg bewegen.
[0040] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann die Bewegung der ersten und zweiten
Bearbeitungselemente während der Bearbeitung des Werkstücks im Rahmen eines Prägevorgangs
mit n Stufen erfolgen und ein Vorschubbetrag durch die Vorschubbewegung der ersten
und zweiten Bearbeitungselemente in jeder der n Bearbeitungsstufen kann im Verhältnis
zu einer Ausgangsdicke s des Werkstücks vor der Bearbeitung entlang einer senkrecht
zu einer Längsachse des Werkstücks verlaufenden Richtung (1/2 · 1/n · s) betragen
und ein Rückführbetrag durch die Rückführbewegung der ersten und zweiten Bearbeitungselemente
in jeder der n Bearbeitungsstufen kann im Verhältnis zu der Ausgangsdicke s des Werkstücks
vor der Bearbeitung entlang der senkrecht zu der Längsachse des Werkstücks verlaufenden
Richtung (3/10 · 1/n · s) betragen.
[0041] Damit kann der Umformgrad mit reduzierter Prozesskraft vergrößert werden und Materialeigenschaften
in vorteilhafter Weise verändert werden. Beispielsweise kann dadurch einem weichen
Werkstoff, wie CuSn6, eine Federeigenschaft vermittelt werden.
[0042] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann das erste Bearbeitungselement
einem Biegestempel entsprechen und das zweite Bearbeitungselement kann einem Biegekern
entsprechen und die Bewegung des Biegestempels und des Biegekerns während der Bearbeitung
des Werkstücks im Rahmen eines Biegeverfahrens kann mit n Stufen erfolgen. Hierbei
kann ein Vorschubbetrag durch die Vorschubbewegung des Biegestempels in jeder der
n Bearbeitungsstufen im Verhältnis zu einer Ausgangsdicke s des Werkstücks vor der
Bearbeitung entlang einer senkrecht zu einer Längsachse des Werkstücks verlaufenden
Richtung (3 · 1/n · s) betragen und ein Rückführbetrag durch die Rückführbewegung
des Biegestempels, ein Rückführbetrag durch die Rückführbewegung des Biegekerns sowie
ein Vorschubbetrag durch die Vorschubbewegung des Biegekerns in jeder der n Bearbeitungsstufen
im Verhältnis zu der Ausgangsdicke s des Werkstücks vor der Bearbeitung entlang der
senkrecht zu der Längsachse des Werkstücks verlaufenden Richtung kann (1/n · s) betragen.
[0043] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann das erste Bearbeitungselement
einem Ziehstempel entsprechen und das zweite Bearbeitungselement kann einer Ziehmatrize
entsprechen und die Bewegung des Ziehstempels und der Ziehmatrize während der Bearbeitung
des Werkstücks im Rahmen eines Ziehverfahrens kann mit n Stufen erfolgen. Hierbei
kann ein Vorschubbetrag durch die Vorschubbewegung des Ziehstempels in jeder der n
Bearbeitungsstufen im Verhältnis zu einer Ausgangsdicke s des Werkstücks vor der Bearbeitung
entlang einer senkrecht zu einer Längsachse des Werkstücks verlaufenden Richtung (120
· 1/n · s) betragen und ein Rückführbetrag durch die Rückführbewegung des Ziehstempels,
ein Rückführbetrag durch die Rückführbewegung der Ziehmatrize sowie ein Vorschubbetrag
durch die Vorschubbewegung der Ziehmatrize in jeder der n Bearbeitungsstufen im Verhältnis
zu der Ausgangsdicke s des Werkstücks vor der Bearbeitung entlang der senkrecht zu
der Längsachse des Werkstücks verlaufenden Richtung kann (1/120 · n · s) betragen.
[0044] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann die Anzahl der Bearbeitungsstufen
n gleich 10 oder 12 sein.
[0045] Die vorstehenden Bewegungsmuster können bei dem erfindungsgemäßen Bearbeitungsverfahren
unter Verwendung der erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine eingesetzt werden.
[0046] Durch die vorstehenden Bewegungsmuster können die gleichen vorteilhaften Effekte
erhalten werden, welche vorstehend in Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Bearbeitungsverfahren
beschrieben sind.
[0047] Weitere Merkmale, Aspekte und Vorteile der Erfindung werden anhand der nachfolgenden
detaillierten Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die
beigefügten Abbildungen deutlicher ersichtlich.
[0048] Dabei zeigen:
- Fig. 1A
- eine Vorderansicht einer erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine;
- Fig. 1B
- eine Seitenansicht der in Fig. 1A dargestellten erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine;
- Fig. 1C
- eine Querschnittsansicht der in Fig. 1A dargestellten erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine
entlang der in Fig. 1A dargestellten Linie A-A;
- Fig. 1D
- eine vergrößerte Teil-Querschnittsansicht der in Fig. 1A dargestellten erfindungsgemäßen
Bearbeitungsmaschine entlang der in Fig. 1A dargestellten Linie A-A während der Durchführung
eines erfindungsgemäßen Bearbeitungsverfahrens;
- Fig. 1E
- eine Detailansicht, welche den in Fig. 1D gezeigten Bereich A vergrößert darstellt;
- Fig. 2A
- eine Teil-Querschnittsansicht einer weiteren erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine
während der Durchführung eines weiteren erfindungsgemäßen Bearbeitungsverfahrens;
- Fig. 2B
- eine Detailansicht, welche den in Fig. 2A gezeigten Bereich B vergrößert darstellt;
- Fig. 3A
- eine Teil-Querschnittsansicht einer weiteren erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine
während der Durchführung eines weiteren erfindungsgemäßen Bearbeitungsverfahrens;
- Fig. 3B
- eine Detailansicht, welche den in Fig. 3A gezeigten Bereich C vergrößert darstellt;
- Fig. 4A
- eine Teil-Querschnittsansicht einer weiteren erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine
während der Durchführung eines weiteren erfindungsgemäßen Bearbeitungsverfahrens;
- Fig. 4B
- eine Detailansicht, welche den in Fig. 4A gezeigten Bereich D vergrößert darstellt;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung eines in der erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine
verwendeten Kurvengetriebes;
- Fig. 6A
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Bearbeitungszentrums mit einer
Mehrzahl erfindungsgemäßer Bearbeitungsmaschinen;
- Fig. 6B
- eine Detailansicht, welche den in Fig. 6A gezeigten Bereich E vergrößert darstellt;
- Fig. 6C
- eine Seitenansicht des in Fig. 6A gezeigten Bearbeitungszentrums;
- Fig. 6D
- eine Draufsicht des in Fig. 6A gezeigten Bearbeitungszentrums;
- Fig. 7
- ein Diagramm, welches ein erfindungsgemäßes Bewegungsmuster im Rahmen eines Stanzvorgangs
darstellt;
- Fig. 8
- ein Diagramm, welches ein weiteres erfindungsgemäßes Bewegungsmuster im Rahmen eines
Prägevorgangs darstellt;
- Fig. 9
- ein Diagramm, welches ein weiteres erfindungsgemäßes Bewegungsmuster im Rahmen eines
Biegevorgangs darstellt; und
- Fig. 10
- ein Diagramm, welches ein weiteres erfindungsgemäßes Bewegungsmuster im Rahmen eines
Ziehvorgangs darstellt.
[0049] Nachfolgend sind Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine zum
Ausführen des erfindungsgemäßen Bearbeitungsverfahrens, des erfindungsgemäßen Bearbeitungszentrums
sowie des erfindungsgemäßen Bewegungsmusters erster und zweiter Bewegungselemente
im Rahmen erfindungsgemäßer Bearbeitungsverfahren mit Bezug auf die Abbildungen detailliert
beschrieben.
[0050] Nachstehend ist mit Bezug auf die Figuren 1A bis 1E eine Stanzvorrichtung 1 als eine
erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine beschrieben.
[0051] Fig. 1A ist eine Vorderansicht der erfindungsgemäßen Stanzvorrichtung 1 zum Stanzen
eines Werkstücks W, wobei der in Fig. 1A in unmittelbarer Umgebung des Werkstücks
W dargestellte Pfeil eine Vorschubrichtung des als Bandmaterial vorliegenden Werkstücks
entlang der Längsachse WL des Werkstücks W angibt. Fig. 1 B ist eine Seitenansicht
der in Fig. 1A dargestellten erfindungsgemäßen Stanzvorrichtung 1 und Fig. 1C ist
eine Querschnittsansicht der in Fig. 1A dargestellten Stanzvorrichtung 1 entlang der
in Fig. 1A gezeigten Linie A-A, wobei der Schnitt A-A einem gestuften Schnitt entspricht,
welcher nicht durch Servoaktuatoren 14 der Stanzvorrichtung 1 verläuft, die in Fig.
1B und Fig. 1C dargestellt sind. Bei der in Fig. 1C dargestellten Abbildung erstreckt
sich die Längsachse WL des zu bearbeitenden Werkstücks W entlang einer Y-Richtung
und eine Bearbeitungsachse B erstreckt sich entlang einer Z-Richtung.
[0052] Die Stanzvorrichtung 1 umfasst erste und zweite Stanzstempel 2, 4, welche bei der
in Fig. 1C dargestellten Abbildung entlang der Bearbeitungsachse B gegenüberliegend
zueinander angeordnet sind. Die ersten und zweiten Stanzstempel 2, 4 sind bei der
in Fig. 1C dargestellten Stanzvorrichtung 1 von ersten und zweiten Stempelführungen
3, 5 umgeben, welche eine exakte Linearführung der Stanzstempel 2, 4 entlang der Bearbeitungsachse
B ermöglichen. Die Stanzvorrichtung 1 weist ferner einen gefederten Niederhalter 7,
zwei Schnittmatrizen 9, 9' und erste und zweite servomechanische Antriebe zum Antreiben
der ersten und zweiten Stanzstempel 2, 4, welche den Stanzstempeln 2, 4 jeweils zugeordnet
und mit diesen verbunden sind, auf. Die ersten und zweiten servomechanischen Antriebe
umfassen jeweils einen Servoaktuator 14 und ein Kurvengetriebe 15 mit einem Kurvenglied
6, einem Eingriffsglied 8, einem Pendelhebel 24 und zwei Abnahmerollen 12' und 12",
wobei das Eingriffsglied 8 über einen Stempelhalter mit einem entsprechenden Stanzstempel
2, 4 gekoppelt ist, um eine Bewegung des Eingriffsglieds 8 auf einen entsprechenden
Stanzstempel 2, 4 zu übertragen. Hierbei ist zu beachten, dass die Bewegung der Stanzstempel
2, 4 durch die Gestaltung des in dem Kurvengetriebe 15 vorgesehenen Kurvenglieds 6
bestimmt wird. So kann die Bewegungsabfolge der einzelnen Stanzstempel 2, 4 durch
Variieren der Gestaltung des Kurvenglieds 6 beliebig verändert werden.
[0053] Die in Fig. 1C dargestellte Stanzvorrichtung 1 ist derart konfiguriert, dass sich
die Stanzstempel 2, 4 während der Stanzbearbeitung des Werkstücks W durch den Antrieb
vermittels der ersten und zweiten servomechanischen Antriebe in einer mehrstufigen
Art und Weise synchron äquidistant zueinander bewegen. Diese Bewegung während des
Bearbeitungsvorgangs ergibt sich aus der Überlagerung einer mechanischen Kurve und
einer elektronischen Kurve. Hierfür weist die in den Figuren 1A bis 1E dargestellte
Stanzvorrichtung 1 ferner eine in den Figuren nicht dargestellte Steuerungsvorrichtung
auf, welche derart ausgestaltet ist, dass diese den Synchronlauf der beiden Servoaktuatoren
14 steuert.
[0054] In den Figuren 1D und 1E ist ein Teil der erfindungsgemäßen Stanzvorrichtung 1 während
der Durchführung eines erfindungsgemäßen Stanzverfahrens dargestellt. Die Figuren
1D und 1E zeigen einen Bearbeitungszustand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Bearbeitungsstufen
im Rahmen des erfindungsgemäßen Stanzverfahrens durch den mehrstufigen Antrieb der
ersten und zweiten Stanzstempel 2, 4 vor Abschluss der Stanzbearbeitung. Wie insbesondere
in Fig. 1E gezeigt ist, wird das Werkstück W während der hier gezeigten Bearbeitung
durch die ersten und zweiten Stanzstempel 2, 4 zwischen diesen nicht verformt und
die ersten und zweiten Stanzstempel 2, 4 weisen während der Stanzbearbeitung des Werkstücks
in jeder der mehreren Bearbeitungsstufen einen gleichbleibenden Abstand zueinander
auf, das heißt, die Stanzstempel 2, 4 sind in jeder Bearbeitungsstufe äquidistant
zueinander angeordnet.
[0055] Bei einem Betrieb der Stanzvorrichtung 1 wird eine Rotation des Servoaktuators 14
über eine Abtriebswelle desselben auf das Kurvenglied 6 des Kurvengetriebes 15 übertragen
und die Rotation des Kurvenglieds 6 wird, wie später detailliert beschrieben ist,
über eine Kopplung mit dem in dem Eingriffsglied 8 gelagerten Pendelhebel 24 in eine
Linearbewegung des Eingriffsglieds 8 umgewandelt.
[0056] Der Niederhalter 7 der in Fig. 1C dargestellten Stanzvorrichtung 1 ist gegenüber
der Stempelführung 3 gefedert und gegenüber dem Stanzstempel 2 voreilend ausgebildet,
das heißt, der Niederhalter 7 steht in einer Ausgangslage vor dem Fixieren des Werkstücks
W mit Hilfe des Niederhalters 7 entlang der Bearbeitungsachse B in Fig. 1C gegenüber
dem Stanzstempel 2 vor und kommt bei einer Bewegung des Stanzstempels 2 entlang der
Bearbeitungsachse B in Richtung hin zu dem Werkstück daher vor dem Stanzstempel 2
mit dem Werkstück W in Kontakt, um dieses zu fixieren. Neben dieser Konfiguration
des Niederhalters kann dieser ferner in jeder andern geeigneten Ausgestaltung vorgesehen
sein, um das Werkstück während der Bearbeitung zu fixieren. Der Niederhalter 7 kann
in geeigneter Form ferner eine bei dem Werkstück vorgesehene Kontur aufweisen, damit
dieses sicher und möglichst spielfrei gehalten wird. Durch die Fixierung des Werkstücks
W mit dem Niederhalter 7 wird somit sichergestellt, dass sich das Werkstück W während
der Bearbeitung nicht bewegt, und somit kann die Bearbeitung mit der erforderlichen
Präzision durchgeführt werden.
[0057] Weiter ist mit Bezug auf die Figuren 2A und 2B eine Teil-Querschnittsansicht einer
Prägevorrichtung 1' als eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine
beschrieben, wobei in den Figuren 2A und 2B lediglich der an das Werkstück W angrenzende
Bereich der Prägevorrichtung 1' dargestellt ist und auf eine Darstellung der übrigen
Bauteile der Prägevorrichtung 1' verzichtet ist, da diese im Wesentlichen den bei
der ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine gezeigten und
detailliert beschriebenen Elementen entsprechen.
[0058] Ebenso wie bei der in Fig. 1A dargestellten Abbildung erstreckt sich die Längsachse
WL des zu bearbeitenden Werkstücks W bei der in den Figuren 2A und 2B dargestellten
Abbildung entlang einer Y-Richtung und erste und zweite Bearbeitungsachsen B1, B2
erstrecken sich entlang einer Z-Richtung. Die in Fig. 2A dargestellte Prägevorrichtung
1' dient beispielsweise zum Prägen einer Schneide an einer Glattschnittfläche des
Werkstücks W.
[0059] Wie in Fig. 2A und Fig. 2B gezeigt ist, umfasst die erfindungsgemäße Prägevorrichtung
1' erste und zweite Prägestempel 2', 4', welche durch erste und zweite Stempelführungen
3', 5' entlang den Bearbeitungsachsen B1, B2 linear geführt sind, einen gefederten
Niederhalter 7' und erste und zweite servomechanische Antriebe (nicht dargestellt).
Die servomechanischen Antriebe und die Stempelführungen 3', 5' bei dieser zweiten
Ausführungsform entsprechen im Wesentlichen den bei der ersten Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine dargestellten und beschriebenen Elementen und
auf eine detaillierte Beschreibung dieser Elemente ist an dieser Stelle daher verzichtet.
Wie aus Fig. 2A und Fig. 2B ersichtlich ist, sind die ersten und zweiten Prägestempel
2', 4' der Prägevorrichtung 1' in einer quer zu den Bearbeitungsachsen B1, B2 verlaufenden
Richtung, das heißt, entlang der X-Richtung in Fig. 2B, versetzt zueinander angeordnet.
Zu beachten ist, dass die erfindungsgemäße Prägevorrichtung 1' nicht darauf beschränkt
ist, dass die ersten und zweiten Prägestempel 2', 4' entlang der X-Richtung in Fig.
2B versetzt zueinander angeordnet sind, und die Prägestempel 2', 4' können ebenso
entlang der in Fig. 2B dargestellten Y-Richtung versetzt zueinander angeordnet sein
oder diese können entlang einer gemeinsamen Bearbeitungsachse gegenüberliegend zueinander
angeordnet sein, wie dies bei der ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine
beschrieben ist.
[0060] Die in Fig. 2A und Fig. 2B dargestellte Prägevorrichtung 1' ist derart konfiguriert,
dass sich die Prägestempel 2', 4' während der Bearbeitung des Werkstücks durch den
Antrieb vermittels der ersten und zweiten servomechanischen Antriebe in einer mehrstufigen
Art und Weise synchron gegenläufig zueinander bewegen. Hierfür weist die in Fig. 2A
und Fig. 2B dargestellte Prägevorrichtung 1' ferner eine in den Figuren nicht dargestellte,
später beschriebene Steuerungsvorrichtung auf, welche derart ausgestaltet ist, dass
diese den Synchronlauf der beiden Servoaktuatoren 14 steuert.
[0061] Der Niederhalter 7' der erfindungsgemäßen Prägevorrichtung 1' weist auf der Seite
des Werkstücks W eine Ausnehmung 7a auf, welche zum Aufnehmen des beim Prägen des
Werkstücks W fließenden Materials und somit zum Ausbilden der Schneide bei der Prägebearbeitung
dient. Die übrige Gestaltung des Niederhalter 7' entspricht im Wesentlichen der vorstehend
in Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Stanzvorrichtung 1 beschriebenen Ausgestaltung
des Niederhalters 7. Durch die vorstehend erwähnte versetzte Anordnung der Prägestempel
in der quer zu den Bearbeitungsachsen B1, B2 verlaufenden Richtung kann das Fließen
des Materials bei der Prägebearbeitung in vorteilhafter Art und Weise gezielt beeinflusst
werden. Bei der in Fig. 2A und Fig. 2B dargestellten Konfiguration kann das Werkstückmaterial
bei der Bearbeitung des Werkstücks W durch die versetzte Anordnung der Prägestempel
2', 4' somit besser in Richtung hin zu der Ausnehmung 7a fließen, um die Schneide
des Werkstücks auszubilden.
[0062] Weiter ist mit Bezug auf die Figuren 3A und 3B eine Teil-Querschnittsansicht einer
Biegevorrichtung 1 " als eine dritte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine
beschrieben, wobei in den Figuren 3A und 3B lediglich der an das Werkstück W angrenzende
Bereich der Biegevorrichtung 1 " dargestellt ist und auf eine Darstellung der übrigen
Bauteile der Biegevorrichtung 1" verzichtet ist, da diese im Wesentlichen den bei
der ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine gezeigten und
detailliert beschriebenen Elementen entsprechen.
[0063] Ebenso wie bei der in Fig. 2A und Fig. 2B dargestellten Abbildung erstreckt sich
die Längsachse WL des zu bearbeitenden Werkstücks W in den Figuren 3A und 3B entlang
einer Y-Richtung und erste und zweite Bearbeitungsachsen B1, B2 erstrecken sich entlang
einer Z-Richtung.
[0064] Wie in Fig. 3A und Fig. 3B gezeigt ist, umfasst die erfindungsgemäße Biegevorrichtung
1" einen Biegestempel 2" und einen Biegekern 4", welche durch erste und zweite Führungen
3", 5" entlang den Bearbeitungsachsen B1, B2 linear geführt sind, einen gefederten
Niederhalter 7" und erste und zweite servomechanische Antriebe (nicht dargestellt).
Die servomechanischen Antriebe und der gefederte Niederhalter 7" bei dieser dritten
Ausführungsform entsprechen im Wesentlichen den bei der ersten Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine dargestellten und beschriebenen Elementen und
auf eine detaillierte Beschreibung dieser Elemente ist an dieser Stelle daher verzichtet.
Die in Fig. 3A dargestellte Führung 5" des Biegekerns 4" ist derart ausgestaltet,
dass diese den Biegekern 4" entlang der Bearbeitungsachse B2 linear führt und darüber
hinaus eine Ausnehmung aufweist, welche ein Eindringen des Biegestempels 2" in die
Führung 5" im Rahmen der Biegebearbeitung ermöglicht. Wie aus Fig. 3A und Fig. 3B
ersichtlich ist, sind der Biegestempel 2" und der Biegekern 4" in einer quer zu den
Bearbeitungsachsen B1, B2 verlaufenden Richtung, das heißt, entlang der X-Richtung,
versetzt zueinander angeordnet. Sowohl der Biegestempel 2 "als auch der Biegekern
4" weisen an einem Ende davon auf der Seite des zu bearbeitenden Werkstücks W jeweils
eine in der X-Richtung konvex gestaltete Erhebung bzw. einen Vorsprung auf, welcher
in Abhängigkeit der herzustellenden Biegekontur geformt ist.
[0065] Die in Fig. 3A und Fig. 3B dargestellte Biegevorrichtung 1 " ist derart konfiguriert,
dass sich die der Biegestempel 2" und der Biegekern 4" während der Bearbeitung des
Werkstücks W durch den Antrieb vermittels der ersten und zweiten servomechanischen
Antriebe in einer mehrstufigen Art und Weise zumindest zeitweilig synchron gegenläufig
zueinander bewegen. In diesem Fall erfolgt im Rahmen der einzelnen Bearbeitungsstufen
zumindest zeitweilig eine synchron gegenläufige Rückführbewegung des Biegestempel
2" und des Biegekerns 4" von dem Werkstück W weg und eine synchron gegenläufige Vorschubbewegung
des Biegestempel 2" und des Biegekerns 4" in Richtung hin zu dem Werkstück W. Hierfür
weist die in Fig. 3A und Fig. 3B dargestellte Biegevorrichtung 1" ferner eine in den
Figuren nicht dargestellte, später beschriebene Steuerungsvorrichtung auf, welche
derart ausgestaltet ist, dass diese den Synchronlauf der beiden Servoaktuatoren 14
steuert. Im Rahmen der in Fig. 3A und Fig. 3B dargestellten Biegebearbeitung durch
den Biegestempel 2" und den Biegekern 4" wird das Werkstück W in Richtung der Z-Achse
abgekantet.
[0066] Weiter ist mit Bezug auf die Figuren 4A und 4B eine Teil-Querschnittsansicht einer
Ziehvorrichtung 1'" als eine vierte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine
beschrieben, wobei in den Figuren 4A und 4B lediglich der an das Werkstück W angrenzende
Bereich der Ziehvorrichtung 1'" dargestellt ist und auf eine Darstellung der übrigen
Bauteile der Ziehvorrichtung 1"' verzichtet ist, da diese im Wesentlichen den bei
der ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine gezeigten und
detailliert beschriebenen Elementen entsprechen.
[0067] Ebenso wie bei den vorstehend beschriebenen Bearbeitungsmaschinen gemäß den ersten
bis dritten Ausführungsformen erstreckt sich die Längsachse WL des zu bearbeitenden
Werkstücks W in den Figuren 4A und 4B entlang einer Y-Richtung und erste und zweite
Bearbeitungsachsen B1, B2 erstrecken sich entlang einer Z-Richtung.
[0068] Wie in Fig. 4A und Fig. 4B gezeigt ist, umfasst die erfindungsgemäße Ziehvorrichtung
1'" einen Ziehstempel 2"' und eine Ziehmatrize 4"', welche durch erste und zweite
Führungen 3"', 5'" entlang den Bearbeitungsachsen B1, B2 linear geführt sind, einen
gefederten Niederhalter 7"' und erste und zweite servomechanische Antriebe (nicht
dargestellt). Die servomechanischen Antriebe, die ersten und zweiten Führungen 3"',
5'" und der gefederte Niederhalter 7"' bei dieser vierten Ausführungsform entsprechen
im Wesentlichen den bei der ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschine
dargestellten und beschriebenen Elementen und auf eine detaillierte Beschreibung dieser
Elemente ist an dieser Stelle daher verzichtet.
[0069] Die Ziehmatrize 4"' weist an einem Ende davon auf der Seite des zu bearbeitenden
Werkstücks W eine Ausnehmung zur Aufnahme des durch den Ziehstempel 2"' verformten
Werkstückmaterial auf, wobei die Kontur der Vertiefung der Ziehmatrize 4"' in Abhängigkeit
der gewünschten Gestalt des fertig bearbeiteten Werkstücks ausgebildet ist.
[0070] Die in Fig. 4A und Fig. 4B dargestellte Ziehvorrichtung 1'" ist derart konfiguriert,
dass sich der Ziehstempel 2"' und die Ziehmatrize 4'" während der Bearbeitung des
Werkstücks W durch den Antrieb vermittels der ersten und zweiten servomechanischen
Antriebe in einer mehrstufigen Art und Weise zumindest zeitweilig synchron gegenläufig
zueinander bewegen. In diesem Fall erfolgt im Rahmen der einzelnen Bearbeitungsstufen
eine synchron gegenläufige Rückführbewegung des Ziehstempels 2"' und der Ziehmatrize
4"' von dem Werkstück W weg und eine synchron gegenläufige Vorschubbewegung des Ziehstempels
2"' und der Ziehmatrize 4"' in Richtung hin zu dem Werkstück W. Hierfür weist die
in Fig. 4A und Fig. 4B dargestellte Ziehvorrichtung 1'" ferner eine in den Figuren
nicht dargestellte, später beschriebene Steuerungsvorrichtung auf, welche derart ausgestaltet
ist, dass diese den Synchronlauf der beiden Servoaktuatoren 14 steuert.
[0071] Nachstehend ist mit Bezug auf Fig. 5 das Kurvengetriebe 15 detailliert beschrieben,
welches in den vorstehend beschriebenen servomechanischen Antrieben Verwendung findet.
[0072] Wie in Fig. 5 gezeigt, ist das Kurvenglied 6 des Kurvengetriebes 15 in der hier dargestellten
Form als eine gegen den Uhrzeigersinn rotierende Kurvenscheibe 6 ausgebildet, welche
mit einer Abtriebswelle des Servoaktuators 14 gekoppelt ist, und das Eingriffsglied
8 des Kurvengetriebes 15 ist in der hier gezeigten Form als Linearschlitten 8 ausgebildet.
Der Linearschlitten 8 ist in einer quasi als Gehäusestruktur ausgebildeten Führung,
die einem Steg 22 ähnelt, längsverschiebbar geführt. Das hier verwendete Kurvengetriebe
15 weist wenigstens zwei Abnahmerollen 12' und 12" auf. Die beiden Abnahmerollen 12'
bzw. 12" sind von dem Pendelhebel 24 getragen, an welchem diese drehbar gelagert sind,
wobei der Pendelhebel 24 seinerseits mit einem dem Linearschlitten 8 zugewandten Endabschnitt
26 drehbar in dem der Kurvenscheibe 6 zugewandten Endabschnitt des Linearschlittens
8 gelagert ist.
[0073] Über die beiden Abnahmerollen 12' bzw. 12" kann die von der Kurvenscheibe 6 aufgeprägte
Antriebskraft in zwei Antriebskraftkomponenten 28, 34 zerlegt werden, die jeweils
auf die Abnahmerolle 12' und auf die Abnahmerolle 12" einwirken. Dabei kann die erste
Antriebskraftkomponente 28 (Pfeil F') mit der Abnahmerolle 12' in eine erste Querkraftkomponente
30 (Pfeil F
quer') und eine erste Wirkkraftkomponente 32 (Pfeil F
wirk') zerlegt werden. Mittels der Abnahmerolle 12" kann die zweite Antriebskraftkomponente
34 in eine zweite Querkraftkomponente 36 (Pfeil F
quer") und eine zweite Wirkkraftkomponente 38 (Pfeil F
wirk") zerlegt werden. Die beiden Wirkkraftkomponenten 32 und 38 addieren sich zur letztendlichen
auf den Linearschlitten 8 einwirkenden Gesamtwirkkraft. Die beiden Querkraftkomponenten
30 und 36 kompensieren sich gegenseitig und führen dazu, das Querkräfte im Idealfall
gegen Null reduziert werden können.
[0074] Die Figuren 6A bis 6D zeigen ein Bearbeitungszentrum 20 mit einer Mehrzahl von erfindungsgemäßen
Bearbeitungsmaschinen.
[0075] Bei dem in den Figuren 6A bis 6D dargestellten Bearbeitungszentrum 20 sind beispielhaft
vier erfindungsgemäße Bearbeitungsmaschinen aus den vorstehend beschriebenen Bearbeitungsmaschinen
gemäß den ersten bis vierten Ausführungsformen auf einem Trägergestell nebeneinander
angeordnet und durch eine gemeinsame Gehäusestruktur bzw. einen gemeinsamen Rahmen
umfasst. Bei dem erfindungsgemäßen Bearbeitungszentrum 20 ist ferner eine Fördereinrichtung
21 vorgesehen, um das als Bandmaterial zu dem Bearbeitungszentrum 20 geführte Werkstück
W hin zu den einzelnen Bearbeitungsmaschinen in dem Bearbeitungszentrum 20 und durch
diese hindurch zu befördern.
[0076] Durch diese Ausgestaltung können in einer einzigen Bearbeitungseinheit bzw. dem Bearbeitungszentrum
somit verschiedene aufeinanderfolgende Bearbeitungsschritte durchgeführt werden. So
kann das als Bandmaterial hin zu dem Bearbeitungszentrum geführte Werkstück W beispielsweise
in einem ersten Bearbeitungsschritt zunächst unter Verwendung einer erfindungsgemäßen
Stanzvorrichtung gestanzt werden, wodurch eine Stanzfläche mit einem sehr hohen Glattschnittanteil
erhalten wird, und anschließend kann das Werkstück zur weiteren Bearbeitung hin zu
einer erfindungsgemäßen Biegevorrichtung, einer erfindungsgemäßen Prägevorrichtung
und einer erfindungsgemäßen Ziehvorrichtung in dem Bearbeitungszentrum befördert werden.
Durch diese Ausgestaltung kann die Bearbeitung des Werkstücks in dem Bearbeitungszentrum
ohne eine Handhabung des Werkstücks zwischen den jeweiligen Bearbeitungsschritten
abgeschlossen werden. Das erfindungsgemäße Zusammenfassen mehrerer Bearbeitungsmaschinen
in einem einzelnen Bearbeitungszentrum reduziert somit den Handhabungsaufwand bei
der Bearbeitung des Werkstücks und somit die Bearbeitungskosten wesentlich.
[0077] Zu beachten ist, dass die Erfindung nicht auf die in den Figuren 6A bis 6D dargestellte
Ausgestaltung des Bearbeitungszentrums beschränkt ist. In dem erfindungsgemäßen Bearbeitungszentrum
können eine beliebige Anzahl an erfindungsgemäßen Bearbeitungsmaschinen umfasst sein
und diese können in einer beliebigen Reihenfolge in dem Bearbeitungszentrum angeordnet
sein.
[0078] Nachstehend ist mit Bezug auf Fig. 7 ein erfindungsgemäßes Bewegungsmuster erster
und zweiter Stanzstempel zum Bearbeiten eines Werkstücks im Rahmen eines erfindungsgemäßen
Stanzverfahrens unter Verwendung der in Fig. 1A bis Fig. 1E dargestellten Stanzvorrichtung
1 beschrieben.
[0079] In dem Diagramm von Fig. 7 stellt die vertikale Achse einen Weg entsprechend der
Hubbewegung der jeweiligen Stanzstempel dar und die horizontale Achse stellt den Zeitverlauf
dar. Dabei entspricht die mit D1 angegebene Strecke der Dicke des Werkstücks bzw.
der Banddicke. Eine Linie L1 in Fig. 5 stellt einen Bewegungsablauf des ersten Stanzstempels
2 der Stanzvorrichtung 1 dar und eine Linie L2 in Fig. 7 stellt einen Bewegungsablauf
des zweiten Stanzstempels 4 der Stanzvorrichtung 1 dar.
[0080] Vor Beginn des in Fig. 7 gezeigten erfindungsgemäßen Bewegungsmusters bzw. zu Beginn
des erfindungsgemäßen Stanzverfahrens wird zunächst das zu bearbeitende Werkstück
W zwischen den Stanzstempeln 2, 4 positioniert und das Werkstück wird durch den Niederhalter
7 der Stanzvorrichtung 1 fixiert (in Fig. 7 nicht dargestellt).
[0081] Wie in Fig. 7 mit Hilfe der Linien L1 und L2 dargestellt ist, bewegen sich die ersten
und zweiten Stanzstempel 2, 4 anschließend durch den Antrieb vermittels der zugehörigen
servomechanischen Antriebe linear in Richtung hin zu dem Werkstück W, bis diese zu
einem Zeitpunkt t1 ohne Formänderung des Werkstücks W mit diesem in Kontakt kommen.
Bei dem in Fig. 7 dargestellten Bewegungsmuster stehen die ersten und zweiten Stanzstempel
2, 4 nach einem Auftreffen derselben auf das Werkstück W für eine vorbestimmte Zeitspanne
T2, welche zwischen den Zeitpunkten t1 und t2 definiert ist, in einer Ruhestellung
der ersten und zweiten Stanzstempel 2, 4 mit dem Werkstück W in Kontakt, das heißt,
zwischen dem Auftreffen der Stanzstempel auf das Werkstück zum Zeitpunkt t1 und dem
Beginn der Werkstückbearbeitung zum Zeitpunkt t2 ist eine vorbestimmte Zeitspanne
T2 vorgesehen, in welcher sich die Stanzstempel nicht bewegen bzw. nicht angetrieben
werden. Dadurch können Schwingungen der Stanzstempel 2, 4 und des Werkstücks W, welche
beim Auftreffen bzw. Aufschlagen der Stanzstempel auf das Werkstück entstehen können,
abklingen und dadurch kann wiederum die Schnittflächenqualität der erhaltenen Stanzflächen
deutlich verbessert werden. Das erfindungsgemäße Bewegungsmuster ist jedoch nicht
darauf beschränkt, dass sich die Stanzstempel 2, 4 nach dem Auftreffen auf das Werkstück
für eine vorbestimmte Zeitspanne in einer Ruhestellung befinden, und die Bearbeitung
kann direkt nach dem Auftreffen bzw. dem in Anlage Bringen der Stanzstempel 2, 4 auf
bzw. mit dem Werkstück folgen, ohne dass zwischen dem Auftreffen der Stanzstempel
auf das Werkstück und dem Beginn der Werkstückbearbeitung eine Zeitspanne mit einer
Ruhestellung der Stanzstempel vorgesehen ist. Nach dem Verstreichen der vorstehend
erwähnten vorbestimmten Zeitspanne T2 bewegen sich die ersten und zweiten Stanzstempel
2, 4 anschließend durch den Antrieb vermittels der servomechanischen Antriebe in einer
mehrstufigen Art und Weise gleichlaufend bzw. synchron äquidistant zueinander, um
das Werkstück W zu stanzen. Das heißt, der erste Stanzstempel 2 bewegt sich in einer
Richtung hin zu dem Werkstück W und der zweite Stanzstempel 4 bewegt sich gleichlaufend
bzw. synchron zu der Bewegung des ersten Stanzstempels 2 in einer zu der Bewegungsrichtung
des ersten Stanzstempels 2 entgegengesetzt ausgerichteten Richtung. Somit bewegen
sich die Stanzstempel 2, 4 der Stanzvorrichtung 1 während der Bearbeitung bzw. dem
Stanzvorgang des Werkstücks W mit einem im Wesentlichen gleichbleibenden Abstand zueinander.
[0082] Bei dem in Fig. 7 dargestellten Bewegungsmuster im Rahmen des erfindungsgemäßen Stanzverfahrens
ist zwischen den einzelnen Bearbeitungsstufen des Werkstücks durch die mehrstufige
Bewegung der Stanzstempel eine vorbestimmte Zeitspanne T1 vorgesehen, beispielsweise
zwischen den Zeitpunkten t3 und t4, in welcher sich die Stanzstempel in einer Ruhestellung
befinden und nicht angetrieben werden. Diese vorbestimmte Zeitspanne T1 kann in Abhängigkeit
der Materialeigenschaften des Werkstücks, wie beispielsweise der Härte des Werkstücks,
geeignet variiert werden. Durch die bei dem hier beschriebenen Bewegungsmuster und
dem entsprechenden Bearbeitungsverfahren vorgesehene vorbestimmte Zeitspanne T1 kann
sich die Gitterstruktur des Werkstückwerkstoffes entspannen. Zudem entspannt sich
auch der gesamte Antriebsstrang bis hin zu den jeweiligen Stanzstempeln. In Zusammenhang
mit den mehreren Bearbeitungsstufen ergibt sich damit eine erhöhte Prozessfähigkeit.
Neben der vorstehend erläuterten Zeitspanne T1 können in Abhängigkeit der Materialeigenschaften
des Werkstücks ferner die Schrittweite der Bearbeitungsstufen durch den mehrstufigen
Antrieb der ersten und zweiten Stanzstempel 2, 4 beim Bearbeiten des Werkstücks und
eine Bewegungsgeschwindigkeit der ersten und zweiten Stanzstempel 2, 4 während der
Bearbeitung des Werkstücks variiert werden, um eine verbesserte Schnittflächenqualität
der Stanzteile zu erhalten. Nach dem Durchstanzen des Werkstücks W bewegen sich die
ersten und zweiten Stanzstempel 2, 4 wieder hin zu deren Ausgangspositionen vor der
Bearbeitung des Werkstücks zurück, um den Stanzbutzen freizugeben bzw. auszuwerfen,
wie mit den Linien L1 und L2 angegeben ist.
[0083] Die synchrone Bewegungsabfolge der Stanzstempel bei diesem Bewegungsmuster ergibt
sich aus der Überlagerung einer mechanischen Kurve und einer elektronischen Kurve.
Der Synchronlauf der beiden Stanzstempel wird bei dem in Fig. 7 dargestellten Bewegungsmuster
unter Verwendung der bei der Steuerungsvorrichtung 1 vorgesehenen Steuerungsvorrichtung
mit Hilfe einer virtuellen Leitachse gesteuert. Damit wirkt die virtuelle Leitachse
als Master gegenüber aktiven Achsen (Slave) der Servoaktuatoren. Bei jeder beliebigen
Position einer aktiven Achse soll dabei die Positionsabweichung der Achse in einer
Größenordnung kleiner 0,005 [mm] liegen. Um diese Genauigkeit unter Berücksichtigung
der im Prozess wirkenden Einflussgrößen Kraft, Geschwindigkeit, Beschleunigung und
Massenträgheit zu realisieren, wird die virtuelle Achse von einem Regelkreis unterstützt.
In diesem Regelkreis werden durch Sensoren an den Aktivelementen Kraft, Weg und Körperschall
fortlaufend erfasst und mit einer Geschwindigkeit von < 1/125 [sec] als Korrekturwert
an die Leitachse übermittelt.
[0084] Mit Bezug auf Fig. 8 ist nachstehend ein weiteres erfindungsgemäßes Bewegungsmuster
erster und zweiter Prägestempel zum Bearbeiten eines Werkstücks im Rahmen eines erfindungsgemäßen
Prägeverfahrens unter Verwendung der in Fig. 2A und Fig. 2B dargestellten Prägevorrichtung
1' beschrieben.
[0085] In gleicher Art und Weise wie in Fig. 7 stellt auch in Fig. 8 die vertikale Achse
einen Weg entsprechend der Hubbewegung der jeweiligen Prägestempel dar und die horizontale
Achse stellt den Zeitverlauf dar, wobei auch in Fig. 8 eine durch D1 angegebene Strecke
der Dicke des Werkstücks bzw. der Banddicke entspricht. Eine Linie L1' in Fig. 8 stellt
einen Bewegungsablauf des ersten Prägestempels 2' der Prägevorrichtung 1' dar und
eine Linie L2' in Fig. 8 stellt einen Bewegungsablauf des zweiten Prägestempels 4'
der Prägevorrichtung 1' dar.
[0086] Vor Beginn des erfindungsgemäßen Bewegungsmusters bzw. zu Beginn des erfindungsgemäßen
Prägeverfahrens wird zunächst das zu bearbeitende Werkstück W zwischen den ersten
und zweiten Prägestempeln 2', 4' der Prägevorrichtung 1' positioniert und anschließend
wird das Werkstück durch den Niederhalter 7' der Prägevorrichtung 1' fixiert (in Fig.
8 nicht dargestellt). Anschließend beginnt die Bewegungsabfolge der ersten und zweiten
Prägestempel 2', 4' zum Bearbeiten des Werkstücks.
[0087] Wie in dem Diagramm von Fig. 8 mit Hilfe der Linien L1' und L2' dargestellt ist,
bewegen sich die Prägestempel 2', 4' durch den Antrieb vermittels der zugehörigen
servomechanischen Antriebe zunächst linear in Richtung hin zu dem Werkstück W, bis
diese zu einem Zeitpunkt t5 mit dem Werkstück in Kontakt kommen. Im Gegensatz zu dem
vorstehend mit Bezug auf Fig. 7 beschriebenen Bewegungsmuster ist bei dem hier beschriebenen
Bewegungsmuster zwischen dem Auftreffen der Prägestempel 2', 4' auf das Werkstück
W und dem Beginn der eigentlichen Prägebearbeitung des Werkstücks W keine vorbestimmte
Zeitspanne mit einer Ruhestellung der Prägestempel 2', 4' vorgesehen. Bei dem hier
beschriebenen Bewegungsmuster im Rahmen des erfindungsgemäßen Prägeverfahrens ist
es jedoch ebenso möglich, dass die Prägestempel vor der Bearbeitung des Werkstücks
für eine vorbestimmte Zeitspanne in einer Ruhestellung der Prägestempel mit dem Werkstück
in Anlage gehalten werden bzw. mit diesem in Kontakt stehen. In diesem Fall beginnt
die Prägebearbeitung des Werkstücks erst nach dem Verstreichen der vorbestimmten Zeitspanne
ausgehend von dem Auftreffen der Prägestempel auf das Werkstück, wodurch Schwingungen
der Prägestempel und des Werkstücks, das heißt, eine Relativbewegung dieser Bauteile,
welche beim Auftreffen bzw. Aufschlagen der Prägestempel auf das Werkstück hervorgerufen
werden können, abklingen können.
[0088] Bei dem hier beschriebenen Bewegungsmuster der Prägestempel zur Bearbeitung des Werkstücks
im Rahmen des erfindungsgemäßen Prägeverfahrens bewegen sich die ersten und zweiten
Prägestempel 2', 4' durch den Antrieb vermittels der ersten und zweiten servomechanischen
Antriebe in einer mehrstufigen Art und Weise synchron gegenläufig zueinander und zudem
pulsierend, um das Werkstück W zu prägen. Genauer gesagt, die ersten und zweiten Prägestempel
2', 4' bewegen sich während der Bearbeitung des Werkstücks W durch den Antrieb vermittels
der jeweiligen servomechanischen Antriebe beide in einer mehrstufigen Art und Weise
pulsierend in Richtung hin zu dem Werkstück W, das heißt, die beiden Prägestempel
2', 4' bewegen sich entlang den Bearbeitungsachsen B1, B2, welche in Fig. 2A und Fig.
2B dargestellt sind, aufeinander zu, wobei durch die pulsierende Bewegung der Prägestempel
2', 4' eine Vorschubbewegung der Prägestempel 2', 4' in Richtung hin zu dem Werkstück
W und eine zu der Vorschubbewegung entgegengesetzt ausgerichtete Rückführbewegung
der Prägestempel 2', 4' von dem Werkstück weg vorgesehen sind. Durch die Rückführbewegung
der Prägestempel 2', 4' kann sich der Werkstoff des Werkstücks W während der Bearbeitung
entspannen, wodurch eine übermäßige Zunahme der Versetzungsdichte im Werkstückwerkstoff
im Rahmen der Bearbeitung unterdrückt wird.
[0089] Bei dem in Fig. 8 dargestellten beispielhaften Bewegungsmuster mit einer synchron
gegenläufigen Bewegung der Prägestempel wird das Werkstück W durch die ersten und
zweiten Prägestempel 2', 4' in 10 Bearbeitungsstufen bzw. -schritten mit einer sich
daraus ergebenden Prägetiefe durch die ersten und zweiten Prägestempel 2', 4' von
jeweils insgesamt 20 % der Werkstück-Ausgangsdicke s = 0,2 mm vor Beginn der Bearbeitung
geprägt. In Fig. 8 sind zur Vereinfachung lediglich die ersten vier Bearbeitungsstufen
dieser Prägebearbeitung dargestellt. Der Bearbeitungswinkel bezogen auf die Rotation
des jeweiligen Servoaktuators beträgt bei dem hier dargestellten Beispiel 40° und
die Stempelbewegung der jeweiligen Prägestempel je Bearbeitungsstufe ist wie folgt
definiert.
| Prägestempel-Vorschubbewegung: |
+0,010 mm/1,5° |
| Prägestempel-Ruhestellung: |
±0,000 mm/1° |
| Prägestempel-Rückführbewegung: |
-0,006 mm/1,5° |
[0090] Bei den vorstehend angegebenen Vorschub- und Rückführbewegungen bezieht sich ein
positives Vorzeichen auf eine Bewegung der Prägestempel in Richtung hin zu dem Werkstück
und ein negatives Vorzeichen bezieht sich auf eine Bewegung der jeweiligen Prägestempel
von dem Werkstück weg. Bei diesem beispielhaften erfindungsgemäßen Bewegungsmuster
der ersten und zweiten Prägestempel 2', 4' beträgt ein Vorschubbetrag durch die Vorschubbewegung
der ersten und zweiten Prägestempel 2', 4' in jeder der zehn Bearbeitungsstufen somit
etwa 5 % der Ausgangsdicke s des Werkstücks vor der Bearbeitung und ein Rückführbetrag
durch die Rückführbewegung der ersten und zweiten Prägestempel 2', 4' in jeder der
zehn Bearbeitungsstufen beträgt etwa 3 % der Ausgangsdicke s des Werkstücks vor der
Bearbeitung.
[0091] Auch bei diesem gegenläufigen Bewegungsmuster der ersten und zweiten Prägestempel
2', 4' wird der Synchronlauf der Servoaktuatoren unter Verwendung der bei der Prägevorrichtung
1' vorgesehenen Steuerungsvorrichtung von einer virtuellen Leitachse gesteuert und
die virtuelle Leitachse wirkt als Master gegenüber den aktiven Achsen der Servoaktuatoren
(Slave). Bei jeder beliebigen Position einer aktiven Achse soll dabei die Positionsabweichung
der Achse kleiner als 0,005 [mm] sein. Um diese Genauigkeit unter Berücksichtigung
der im Prozess wirkenden Einflussgrößen, Kraft, Geschwindigkeit, Beschleunigung und
Massenträgheit zu realisieren, wird die virtuelle Achse von einem Regelkreis unterstützt.
In diesem Regelkreis werden durch Sensoren an den Aktivelementen Kraft, Weg und Körperschall
fortlaufend erfasst und mit einer Geschwindigkeit von 1/125 [sec] als Korrekturwert
an die Leitachse übermittelt.
[0092] Nach Abschluss der Prägebearbeitung des Werkstücks W bewegen sich die ersten und
zweiten Prägestempel 2', 4' wieder hin zu deren Ausgangspositionen vor der Bearbeitung
des Werkstücks W zurück, um das bearbeitete Werkstück W freizugeben.
[0093] Mit Bezug auf Fig. 9 ist anschließend ein weiteres erfindungsgemäßes Bewegungsmuster
eines Biegestempels und eines Biegekerns als erfindungsgemäße Bearbeitungselemente
zum Bearbeiten eines Werkstücks im Rahmen eines erfindungsgemäßen Biegeverfahrens
unter Verwendung der in Fig. 3A und Fig. 3B dargestellten Biegevorrichtung 1" beschrieben.
[0094] In gleicher Art und Weise wie in Fig. 7 und Fig. 8 stellt auch in Fig. 9 die vertikale
Achse einen Weg entsprechend der Hubbewegung der jeweiligen Bearbeitungselemente dar
und die horizontale Achse stellt den Zeitverlauf dar, wobei auch in Fig. 9 eine durch
D1 angegebene Strecke der Dicke des Werkstücks bzw. der Banddicke entspricht. Eine
Linie L1" in Fig. 9 stellt einen Bewegungsablauf des Biegestempels 2" der Biegevorrichtung
1 " dar und eine Linie L2" in Fig. 9 stellt einen Bewegungsablauf des Biegekerns 4"
der Biegevorrichtung 1 " dar.
[0095] Zu Beginn des erfindungsgemäßen Biegeverfahrens wird zunächst das zu bearbeitende
Werkstück W zwischen dem Biegestempel 2" und dem Biegekern 4" der Biegevorrichtung
1" positioniert und anschließend wird das Werkstück durch den Niederhalter 7" der
Biegevorrichtung 1" fixiert (in Fig. 9 nicht dargestellt). Anschließend beginnt die
Bewegungsabfolge des Biegestempels 2" und des Biegekerns 4" zum Bearbeiten des Werkstücks.
[0096] Wie in dem Diagramm von Fig. 9 mit Hilfe der Linien L1" und L2" dargestellt ist,
bewegen sich der Biegestempel 2" und der Biegekerns 4" durch den Antrieb vermittels
der zugehörigen servomechanischen Antriebe zunächst linear in Richtung hin zu dem
Werkstück, bis diese mit dem Werkstück in Kontakt kommen. Dabei wird der Biegekern
4" nach einem Auftreffen auf das Werkstück zunächst in einer Ruhestellung mit dem
Werkstück in Kontakt gehalten und übt eine vorbestimmte Klemmkraft auf das Werkstück
aus. Im Gegensatz dazu ist bei dem hier beschriebenen Bewegungsmuster zwischen dem
Auftreffen des Biegestempels 2" auf das Werkstück W und dem Beginn der eigentlichen
Biegebearbeitung des Werkstücks keine vorbestimmte Zeitspanne mit einer Ruhestellung
des Biegestempels 2" vorgesehen. Bei dem hier beschriebenen Bewegungsmuster im Rahmen
des erfindungsgemäßen Biegeverfahrens ist es jedoch ebenso möglich, dass der Biegestempel
vor der Bearbeitung des Werkstücks für eine vorbestimmte Zeitspanne in einer Ruhestellung
des Biegestempels mit dem Werkstück in Anlage gehalten wird bzw. mit diesem in Kontakt
steht. In diesem Fall beginnt die Biegebearbeitung des Werkstücks erst nach dem Verstreichen
der vorbestimmten Zeitspanne ausgehend von dem Auftreffen des Biegestempels auf das
Werkstück, wodurch Schwingungen der Biegestempels und des Werkstücks, das heißt, eine
Relativbewegung dieser Bauteile, welche beim Auftreffen bzw. Aufschlagen des Biegestempels
auf das Werkstück hervorgerufen werden können, abklingen können.
[0097] Bei dem hier beschriebenen Bewegungsmuster bewegt sich der Biegestempel 2" durch
den Antrieb vermittels des zugehörigen servomechanischen Antriebs während des Bearbeitungsvorgangs
in einer mehrstufigen Art und Weise pulsierend, um das Werkstück W zu biegen. Genauer
gesagt, der Biegestempel 2" bewegt sich während des Bearbeitungsvorgangs durch den
Antrieb vermittels des zugehörigen servomechanischen Antriebs in einer mehrstufigen
Art und Weise pulsierend in Richtung hin zu dem Werkstück, wobei durch die pulsierende
Bewegung des Biegestempels 2" eine Vorschubbewegung des Biegestempels 2" in Richtung
hin zu dem Werkstück W und eine zu der Vorschubbewegung entgegengesetzt ausgerichtete
Rückführbewegung des Biegestempels 2" von dem Werkstück weg vorgesehen ist, welche
beispielsweise 20 % der Vorschubbewegung beträgt.
[0098] Wie bereits vorstehend beschrieben ist, wird der Biegekern 4" durch einen entsprechenden
servomechanischen Antrieb angetrieben und an das Werkstück angenähert, bis dieser
mit dem Werkstück in Kontakt kommt. Vor Beginn der Werkstückbearbeitung liegt der
Biegekern 4" somit an dem Werkstück an, wie mit der Linie L2" in Fig. 9 dargestellt
ist, und dieser übt eine Klemmkraft auf das Werkstück aus. Während einer umformenden
Werkstückbearbeitung durch den Biegestempel 2" im Rahmen einer Vorschubbewegung desselben
nach dem Auftreffen des Biegestempels 2" auf die Werkstückoberfläche verbleibt der
Biegekern 4" in der vorstehend erläuterten Anlageposition mit dem Werkstück. Einhergehend
mit dem Beginn einer Rückführbewegung des Biegestempels 2" zu einem Zeitpunkt t6 startet
ebenso eine Rückführbewegung des Biegekerns 4" in Richtung von dem Werkstück weg und
der Biegekern 4" löst sich von dem Werkstück, wodurch eine synchron gegenläufige Bewegung
des Biegestempels 2" und des Biegekerns 4" beginnt. Hierbei beträgt die Rückführbewegung
des Biegekerns maximal 1/10 der Werkstückdicke. Anschließend bewegen sich der Biegestempel
und der Biegekern durch den Antrieb vermittels der zugehörigen servomechanischen Antriebe
im Rahmen der nächsten Bearbeitungsstufe erneut zeitweilig synchron in Richtung hin
zu dem Werkstück, wobei der Biegekern ohne Umformung des Werkstücks erneut mit diesem
in Kontakt bzw. in Anlage gebracht wird und der Biegestempel eine weitere Umformung
des Werkstücks auf das Auftreffen des Biegestempels auf die Werkstückoberfläche hin
vorsieht. Hierbei ist der Hub des Biegestempels im Rahmen dieser Vorschubbewegung
größer als der Hub des Biegekerns in Richtung hin zu dem Werkstück. Der Biegekern
wird somit auch während der umformenden Werkstückbearbeitung durch den Biegestempel
im Rahmen dieser Bearbeitungsstufe in einer Anlageposition mit dem Werkstück gehalten,
bis sich dieser einhergehend mit einer weiteren Rückführbewegung des Biegestempels
2" wieder von dem Werkstück löst. Diese Bewegungsabfolge des Biegestempels 2" und
des Biegekerns 4" wiederholt sich darauffolgend in jeder weiteren Bearbeitungsstufe.
Durch die vorgenannten Rückführbewegungen des Biegestempels und des Biegekerns während
des Bearbeitungsvorgangs entspannt sich die Gitterstruktur im Werkstück und dadurch
verringert sich die Gefahr einer Rissbildung oder von unerwünschten Gefügeveränderungen
bei harten Werkstoffen und kleinen Biegeradien wesentlich. Zudem verbessert sich die
Maßhaltigkeit.
[0099] Bei dem in Fig. 9 dargestellten beispielhaften Bewegungsmuster mit einer zeitweilig
synchron gegenläufigen Bewegung des Biegestempels und des Biegekerns wird das Werkstück
W mit einer Dicke s von 0,1 mm durch den Biegestempel 2" und den Biegekern 4" in 10
Bearbeitungsstufen bzw. -schritten gebogen. Dabei sind die Bewegungen des Biegestempels
und des Biegekerns bezogen auf die Rotation des jeweiligen Servoaktuators je Bearbeitungsstufe
wie folgt definiert.
| Biegestempel-Vorschubbewegung: |
+0,03 mm/3° |
| Biegestempel-Rückführbewegung: |
-0,01 mm/1° |
| Biegekern-Rückführbewegung: |
-0,01 mm/1° |
| Biegekern-Vorschubbewegung: |
+0,01 mm/1° |
[0100] Bei den vorstehend angegebenen Vorschub- und Rückführbewegungen bezieht sich ein
positives Vorzeichen auf eine Bewegung der Bearbeitungselemente in Richtung hin zu
dem Werkstück und ein negatives Vorzeichen bezieht sich auf eine Bewegung der jeweiligen
Bearbeitungselemente von dem Werkstück weg. Auch bei diesem gegenläufigen Bewegungsmuster
des Biegestempels und des Biegekerns wird der Synchronlauf der Servoaktuatoren unter
Verwendung der bei der Biegevorrichtung 1 " vorgesehenen Steuerungsvorrichtung von
einer virtuellen Leitachse gesteuert und die virtuelle Leitachse wirkt als Master
gegenüber den aktiven Achsen der Servoaktuatoren (Slave). Bei jeder beliebigen Position
einer aktiven Achse soll dabei die Positionsabweichung der Achse kleiner als 0,005
[mm] sein. Um diese Genauigkeit unter Berücksichtigung der im Prozess wirkenden Einflussgrößen,
Kraft, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Massenträgheit zu realisieren, wird die
virtuelle Achse von einem Regelkreis unterstützt. In diesem Regelkreis werden durch
Sensoren an den Aktivelementen Kraft, Weg und Körperschall fortlaufend erfasst und
mit einer Geschwindigkeit von 1/125 [sec] als Korrekturwert an die Leitachse übermittelt.
[0101] Nach Abschluss der Biegebearbeitung des Werkstücks W bewegen sich der Biegestempel
und der Biegekern wieder hin zu deren Ausgangspositionen vor der Bearbeitung des Werkstücks
zurück, um das bearbeitete Werkstück freizugeben.
[0102] Mit Bezug auf Fig. 10 ist anschließend ein weiteres erfindungsgemäßes Bewegungsmuster
eines Ziehstempels und einer Ziehmatrize als erfindungsgemäße Bearbeitungselemente
zum Bearbeiten eines Werkstücks im Rahmen eines erfindungsgemäßen Ziehverfahrens unter
Verwendung der in Fig. 4A und Fig. 4B dargestellten Ziehvorrichtung 1'" beschrieben.
[0103] In gleicher Art und Weise wie in Fig. 7, Fig. 8 und Fig. 9 stellt auch in Fig. 10
die vertikale Achse einen Weg entsprechend der Hubbewegung der jeweiligen Bearbeitungselemente
dar und die horizontale Achse stellt den Zeitverlauf dar, wobei D0 in Fig. 10 einen
Ziehbeginn mit Blick auf die Bewegung des Ziehstempels und der Ziehmatrize darstellt
und D2 ein Ziehende darstellt. Eine Linie L1"' in Fig. 10 stellt einen Bewegungsablauf
des Ziehstempels 2"' der Ziehvorrichtung 1"' dar und eine Linie L2'" in Fig. 10 stellt
einen Bewegungsablauf der Ziehmatrize 4'" der Ziehvorrichtung 1"' dar.
[0104] Zu Beginn des erfindungsgemäßen Ziehverfahrens wird zunächst das zu bearbeitende
Werkstück W zwischen dem Ziehstempel 2"' und der Ziehmatrize 4"' der Ziehvorrichtung
1'" positioniert und anschließend wird das Werkstück durch den Niederhalter 7"' der
Ziehvorrichtung 1'" fixiert (in Fig. 10 nicht dargestellt). Anschließend beginnt die
Bewegungsabfolge des Ziehstempels 2"' und der Ziehmatrize 4"' zum Bearbeiten des Werkstücks.
[0105] Wie in dem Diagramm von Fig. 10 dargestellt ist, bewegen sich der Ziehstempel 2"'
und die Ziehmatrize 4"' durch den Antrieb vermittels der zugehörigen servomechanischen
Antriebe zunächst linear in Richtung hin zu dem Werkstück, bis diese mit dem Werkstück
in Kontakt kommen. In gleicher Art und Weise wie bei dem vorstehend mit Bezug auf
Fig. 9 beschriebenen Bewegungsmuster wird die Ziehmatrize 4"' bei dem hier beschriebenen
Bewegungsmuster nach einem Auftreffen auf das Werkstück zunächst in einer Ruhestellung
mit dem Werkstück in Kontakt gehalten und diese übt eine vorbestimmte Klemmkraft auf
das Werkstück aus. Ebenso ist zwischen dem Auftreffen des Ziehstempels 2'" auf das
Werkstück W und dem Beginn der eigentlichen Werkstückbearbeitung keine vorbestimmte
Zeitspanne mit einer Ruhestellung des Ziehstempels 2"' vorgesehen. Bei dem hier beschriebenen
Bewegungsmuster im Rahmen des erfindungsgemäßen Ziehverfahrens ist es jedoch ebenso
möglich, dass der Ziehstempel vor der Bearbeitung des Werkstücks für eine vorbestimmte
Zeitspanne in einer Ruhestellung mit dem Werkstück in Anlage gehalten wird bzw. mit
diesem in Kontakt steht. In diesem Fall beginnt die Ziehbearbeitung des Werkstücks
erst nach dem Verstreichen der vorbestimmten Zeitspanne ausgehend von dem Auftreffen
des Ziehstempels auf das Werkstück, wodurch Schwingungen der Ziehstempels und des
Werkstücks, das heißt, eine Relativbewegung dieser Bauteile, welche beim Auftreffen
bzw. Aufschlagen des Ziehstempels auf das Werkstück hervorgerufen werden können, abklingen
können.
[0106] Bei dem hier beschriebenen Bewegungsmuster bewegt sich der Ziehstempel 2"' während
des Bearbeitungsvorgangs durch den Antrieb vermittels des zugehörigen servomechanischen
Antriebs während des Bearbeitungsvorgangs in einer mehrstufigen Art und Weise pulsierend,
um das Werkstück umzuformen. Genauer gesagt, der Ziehstempel 2"' bewegt sich während
des Bearbeitungsvorgangs durch den Antrieb vermittels des zugehörigen servomechanischen
Antriebs in einer mehrstufigen Art und Weise pulsierend in Richtung hin zu dem Werkstück,
wobei durch die pulsierende Bewegung des Ziehstempel 2'" eine Vorschubbewegung des
Ziehstempels 2"' in Richtung hin zu dem Werkstück W und eine zu der Vorschubbewegung
entgegengesetzt ausgerichtete Rückführbewegung des Ziehstempels 2"' von dem Werkstück
weg vorgesehen ist, welche beispielsweise 20 % der Vorwärtsbewegung beträgt.
[0107] Wie bereits vorstehend beschrieben ist, wird die Ziehmatrize 4'" durch einen entsprechenden
servomechanischen Antrieb angetrieben und an das Werkstück angenähert, bis diese mit
dem Werkstück in Kontakt kommt. Vor Beginn der Werkstückbearbeitung liegt die Ziehmatrize
4"' somit an dem Werkstück an, wie mit der Linie L2'" in Fig. 10 dargestellt ist,
und diese übt eine Klemmkraft auf das Werkstück aus. Während einer umformenden Werkstückbearbeitung
durch den Ziehstempel 2"' im Rahmen einer Vorschubbewegung desselben nach dem Auftreffen
des Ziehstempels 2"' auf die Werkstückoberfläche verbleibt die Ziehmatrize 4"' in
der vorgenannten Anlageposition mit dem Werkstück. Einhergehend mit dem Beginn einer
Rückführbewegung des Ziehstempels 2'" zu einem Zeitpunkt t7 startet ebenso eine Rückführbewegung
der Ziehmatrize 4"' in Richtung von dem Werkstück weg und die Ziehmatrize 4'" löst
sich von dem Werkstück, wodurch eine synchron gegenläufige Bewegung dieser Elemente
beginnt. Hierbei beträgt die Rückführbewegung der Ziehmatrize maximal 1/10 der Werkstückdicke.
Anschließend bewegen sich der Ziehstempel und die Ziehmatrize im Rahmen der nächsten
Bearbeitungsstufe erneut zeitweilig synchron in Richtung hin zu dem Werkstück, wobei
die Ziehmatrize ohne Umformung des Werkstücks erneut mit diesem in Kontakt bzw. Anlage
gebracht wird und der Ziehstempel eine weitere Umformung des Werkstücks auf das Auftreffen
des Ziehstempels auf die Werkstückoberfläche hin vorsieht. Die Ziehmatrize wird somit
auch während der umformenden Werkstückbearbeitung durch den Ziehstempel im Rahmen
dieser Bearbeitungsstufe in einer Anlageposition mit dem Werkstück gehalten, bis sich
diese einhergehend mit einer weiteren Rückführbewegung des Ziehstempels 2'" wieder
von dem Werkstück löst. Diese Bewegungsabfolge des Ziehstempels 2'" und der Ziehmatrize
4"' wiederholt sich darauffolgend in jeder weiteren Bearbeitungsstufe. Durch die vorgenannten
Rückführbewegungen des Ziehstempels und der Ziehmatrize während des Bearbeitungsvorgangs
entspannt sich die Gitterstruktur im Werkstück und dadurch verringert sich die Gefahr
einer Rissbildung oder von unerwünschten Gefügeveränderungen. Zudem erhöht sich der
mögliche Umformgrad einer Ziehstufe und damit wird es möglich, mehrere Ziehfolgen
in einer Ziehfolge auszubilden.
[0108] Bei dem in Fig. 10 dargestellten beispielhaften Bewegungsmuster mit einer zeitweilig
synchron gegenläufigen Bewegung des Ziehstempels und der Ziehmatrize wird das Werkstück
W mit einer Dicke s von 0,1 mm durch den Ziehstempel 2"' und die Ziehmatrize 4'" in
12 Bearbeitungsstufen bzw. -schritten gezogen. Dabei sind die Bewegungen des Ziehstempels
und der Ziehmatrize bezogen auf die Rotation des jeweiligen Servoaktuators je Bearbeitungsstufe
wie folgt definiert.
| Ziehstempel-Vorschubbewegung: |
+1,00 mm/5° |
| Ziehstempel-Rückführbewegung: |
-0,01 mm/1° |
| Ziehmatrize-Rückführbewegung: |
-0,01 mm/1° |
| Ziehmatrize-Vorschubbewegung: |
+0,01 mm/1° |
[0109] Auch bei den vorstehend angegebenen Vorschub- und Rückführbewegungen bezieht sich
ein positives Vorzeichen auf eine Bewegung der Bearbeitungselemente in Richtung hin
zu dem Werkstück und ein negatives Vorzeichen bezieht sich auf eine Bewegung der jeweiligen
Bearbeitungselemente von dem Werkstück weg. Ferner wird auch bei diesem gegenläufigen
Bewegungsmuster des Ziehstempels und der Ziehmatrize der Synchronlauf der Servoaktuatoren
unter Verwendung der bei der Ziehvorrichtung 1"' vorgesehenen Steuerungsvorrichtung
von einer virtuellen Leitachse gesteuert und die virtuelle Leitachse wirkt als Master
gegenüber den aktiven Achsen der Servoaktuatoren (Slave). Bei jeder beliebigen Position
einer aktiven Achse soll dabei die Positionsabweichung der Achse kleiner als 0,005
[mm] sein. Um diese Genauigkeit unter Berücksichtigung der im Prozess wirkenden Einflussgrößen,
Kraft, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Massenträgheit zu realisieren, wird die
virtuelle Achse von einem Regelkreis unterstützt. In diesem Regelkreis werden durch
Sensoren an den Aktivelementen Kraft, Weg und Körperschall fortlaufend erfasst und
mit einer Geschwindigkeit von 1/125 [sec] als Korrekturwert an die Leitachse übermittelt.
[0110] Nach Abschluss der Ziehbearbeitung des Werkstücks bewegen sich der Ziehstempel und
die Ziehmatrize wieder hin zu deren Ausgangspositionen vor der Bearbeitung des Werkstücks
zurück, um das bearbeitete Werkstück freizugeben.
[0111] Obwohl im Rahmen der vorstehend detailliert erläuterten erfindungsgemäßen Bewegungsmuster
eine Aufteilung der Bearbeitung in 10 bzw. 12 Bearbeitungsstufen bzw. -schritte beschrieben
ist, ist die vorliegenden Erfindung nicht darauf beschränkt und die mehrstufige Bearbeitung
des Werkstücks kann in eine beliebige Anzahl von Bearbeitungsstufen aufgeteilt sein.
1. Bearbeitungsverfahren zum Bearbeiten eines Werkstücks (W) unter Verwendung zumindest
einer Bearbeitungsmaschine (1; 1'; 1 "; 1"') mit einem ersten und einem zweiten Bearbeitungselement
(2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') zum Bearbeiten des Werkstücks (W), welches zwischen
diesen positioniert ist, ersten und zweiten servomechanischen Antrieben mit einem
Servoaktuator (14) und einem Kurvengetriebe (15), welche jeweils den ersten und zweiten
Bearbeitungselementen (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') zugeordnet und mit diesen verbunden
sind, um die ersten und zweiten Bearbeitungselemente (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"')
zum Bearbeiten des Werkstücks (W) entlang zumindest einer Bearbeitungsachse (B; B1,
B2) anzutreiben, die senkrecht zu einer Längsachse (WL) des zu bearbeitenden Werkstücks
(W) ausgerichtet ist, wenigstens einem Niederhalter (7; 7'; 7"; 7"') zum Fixieren
des Werkstücks (W) während der Bearbeitung und Führungen (3, 5; 3', 5'; 3", 5"; 3"',
5"') für die Bearbeitungselemente (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4'"),
wobei das Kurvengetriebe (15) ein als eine Kurvenscheibe (6) ausgebildetes Kurvenglied
und ein Eingriffsglied mit wenigstens zwei drehbar gelagerten Abnahmerollen (12',
12") zur Übertragung einer durch den Servoaktuator in das Kurvenglied eingeleiteten
Antriebskraft auf das Eingriffsglied aufweist,
wobei das Eingriffsglied als ein mit einem entsprechenden Bearbeitungselement verbundener
Linearschlitten (8) ausgebildet ist, welcher einen schwenkbar gelagerten Pendelhebel
(24) aufweist, der die wenigstens zwei Abnahmerollen (12', 12") trägt, welche derart
drehbar gelagert sind, dass die Kurvenscheibe (6) zur Übertragung der eingeleiteten
Antriebskraft (28, 34) auf den Linearschlitten (8) auf den wenigstens zwei an die
Kurvenscheibe (6) anliegenden Abnahmerollen (12', 12") abwälzbar ist, unter Erzeugung
einer aus zwei Wirkkraftkomponenten (32, 38) bestehenden Gesamtwirkungskraft, wobei
das Bearbeitungsverfahren die folgenden Schritte aufweist:
Positionieren des zu bearbeitenden Werkstücks (W) zwischen den ersten und zweiten
Bearbeitungselementen (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') der Bearbeitungsmaschine (1;
1'; 1 "; 1"');
Fixieren des Werkstücks (W) durch den wenigstens einen Niederhalter (7; 7'; 7"; 7'")
der Bearbeitungsmaschine (1; 1'; 1"; 1"');
in Anlage Bringen der ersten und zweiten Bearbeitungselemente (2, 4; 2', 4'; 2", 4";
2"', 4"') mit dem Werkstück (W) ohne Formänderung des Werkstücks (W); und
Bearbeiten des Werkstücks (W) durch die ersten und zweiten Bearbeitungselemente (2,
4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"'),
wobei die ersten und zweiten Bearbeitungselemente (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"')
während des Bearbeitungsvorgangs durch die ersten und zweiten servomechanischen Antriebe
der Bearbeitungsmaschine (1; 1'; 1"; 1"') in einer mehrstufigen Art und Weise zumindest
zeitweilig synchron äquidistant zueinander oder synchron gegenläufig zueinander angetrieben
werden.
2. Bearbeitungsverfahren nach Anspruch 1, aufweisend eine der nachfolgenden Bearbeitungsweisen:
Stanzen, Prägen, Biegen oder Ziehen.
3. Bearbeitungsverfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei in Abhängigkeit der Materialeigenschaften
des Werkstücks (W) eine Schrittweite von Bearbeitungsstufen durch den mehrstufigen
Antrieb der ersten und zweiten Bearbeitungselemente (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"')
beim Bearbeiten des Werkstücks (W) variiert wird und/oder eine Bewegungsgeschwindigkeit
der ersten und zweiten Bearbeitungselemente (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') während
der Bearbeitung des Werkstücks (W) variiert wird und/oder die ersten und zweiten Bearbeitungselemente
(2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') zwischen den Bearbeitungsstufen für eine vorbestimmte
Zeitspanne (T1) in einer Ruhestellung gehalten werden.
4. Bearbeitungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die ersten und zweiten
Bearbeitungselemente (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') vor dem Bearbeiten des Werkstücks
(W) für eine vorbestimmte Zeitspanne (T2) in einer Ruhestellung der ersten und zweiten
Bearbeitungselemente (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') ohne Formänderung des Werkstücks
(W) mit diesem in Anlage gehalten werden, und/oder
wobei die ersten und zweiten Bearbeitungselemente (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"')
während des Bearbeitungsvorgangs in einer pulsierenden Art und Weise mit einer Vorschubbewegung
der Bearbeitungselemente (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') in Richtung hin zu dem Werkstück
(W) und mit einer zu der Vorschubbewegung entgegengesetzt ausgerichteten Rückführbewegung
der Bearbeitungselemente (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') von dem Werkstück (W) weg
angetrieben werden.
5. Bearbeitungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei eine Mehrzahl von Bearbeitungsmaschinen
zum Bearbeiten des Werkstücks (W) in mehreren aufeinanderfolgenden Bearbeitungsschritten
verwendet werden, welche von einer gemeinsamen Gehäusestruktur umfasst sind, wodurch
ein Bearbeitungszentrum (20) mit den mehreren Bearbeitungsmaschinen ausgebildet ist,
wobei das Werkstück (W) als Bandmaterial hin zu dem Bearbeitungszentrum (20) geführt
wird und für die Bearbeitung in den aufeinanderfolgenden Bearbeitungsschritten hin
zu den Bearbeitungsmaschinen in dem Bearbeitungszentrum (20) und durch selbige hindurch
befördert wird.
6. Bearbeitungsmaschine (1; 1'; 1 "; 1 "') zum Bearbeiten eines Werkstücks (W) mit einem
ersten und einem zweiten Bearbeitungselement (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') zum
Bearbeiten des Werkstücks (W), welches zwischen diesen positioniert ist, wenigstens
einem Niederhalter (7; 7'; 7"; 7"') zum Fixieren des Werkstücks (W) während der Bearbeitung
und Führungen (3, 5; 3', 5'; 3", 5"; 3"', 5"') für die Bearbeitungselemente (2, 4;
2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"'), wobei
den ersten und zweiten Bearbeitungselementen (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') jeweils
servomechanische Antriebe mit einem Servoaktuator (14) und einem Kurvengetriebe (15)
zugeordnet und mit diesen verbunden sind, um die ersten und zweiten Bearbeitungselemente
(2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') zum Bearbeiten des Werkstücks (W) entlang zumindest
einer Bearbeitungsachse (B; B1, B2) anzutreiben, die senkrecht zu einer Längsachse
(WL) des zu bearbeitenden Werkstücks (W) ausgerichtet ist,
wobei das Kurvengetriebe (15) ein als eine Kurvenscheibe (6) ausgebildetes Kurvenglied
und ein Eingriffsglied mit wenigstens zwei drehbar gelagerten Abnahmerollen (12',
12") zur Übertragung einer durch den Servoaktuator (14) in das Kurvenglied eingeleiteten
Antriebskraft auf das Eingriffsglied aufweist,
wobei das Eingriffsglied als ein mit einem entsprechenden Bearbeitungselement (2,
4; 2', 4') verbundener Linearschlitten (8) ausgebildet ist, welcher einen schwenkbar
gelagerten Pendelhebel (24) aufweist, der die wenigstens zwei Abnahmerollen (12',
12") trägt, welche derart drehbar gelagert sind, dass die Kurvenscheibe (6) zur Übertragung
der eingeleiteten Antriebskraft (28, 34) auf den Linearschlitten (8) auf den wenigstens
zwei an die Kurvenscheibe (6) anliegenden Abnahmerollen (12', 12") abwälzbar ist,
unter Erzeugung einer aus zwei Wirkkraftkomponenten (32, 38) bestehenden Gesamtwirkungskraft,
wobei die Bearbeitungsmaschine (1; 1'; 1"; 1"') ferner eine Steuerungsvorrichtung
aufweist, welche derart ausgestaltet ist, dass diese die Bearbeitungsmaschine (1;
1'; 1 "; 1"') gemäß dem Bearbeitungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 steuert.
7. Bearbeitungsmaschine (1; 1'; 1"') nach Anspruch 6, wobei die ersten und zweiten Bearbeitungselemente
(2, 4; 2', 4'; 2"', 4"') entlang der zumindest einen Bearbeitungsachse (B; B1, B2)
gegenüberliegend zueinander angeordnet sind, oder
wobei die ersten und zweiten Bearbeitungselemente (2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') in einer
quer zu der zumindest einen Bearbeitungsachse (B; B1, B2) verlaufenden Richtung zueinander
versetzt angeordnet sind.
8. Bearbeitungszentrum (20) mit einer Mehrzahl von Bearbeitungsmaschinen (1; 1'; 1";
1"') mit den Merkmalen nach Anspruch 6 oder 7 und einer Fördereinrichtung (21) zum
Befördern des Werkstücks (W) in dem Bearbeitungszentrum (20) hin zu den mehreren Bearbeitungsmaschinen
(1; 1'; 1"; 1"') und durch diese hindurch, wobei das Werkstück (W) einem Bandmaterial
entspricht und die Bearbeitungsmaschinen (1; 1'; 1"; 1"') von einer gemeinsamen Gehäusestruktur
umfasst sind.
9. Bewegungsmuster erster und zweiter Bearbeitungselemente (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"',
4'") zum Bearbeiten eines Werkstücks (W), welches zwischen den ersten und zweiten
Bearbeitungselementen (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') positioniert ist, wobei die
ersten und zweiten Bearbeitungselemente (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') vor der Bearbeitung
des Werkstücks (W) zunächst ohne Formänderung desselben mit dem Werkstück (W) in Kontakt
kommen und sich während des Bearbeitungsvorgangs in einer mehrstufigen Art und Weise
zumindest zeitweilig synchron äquidistant zueinander oder synchron gegenläufig zueinander
bewegen.
10. Bewegungsmuster nach Anspruch 9, wobei die ersten und zweiten Bearbeitungselemente
(2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') vor der Bearbeitung des Werkstücks (W) für eine vorbestimmte
Zeitspanne (T2) in einer Ruhestellung der ersten und zweiten Bearbeitungselemente
(2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') ohne Formänderung des Werkstücks (W) mit diesem in
Kontakt stehen,
und/oder
wobei sich die ersten und zweiten Bearbeitungselemente (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"',
4"') während des Bearbeitungsvorgangs in einer pulsierenden Art und Weise mit einer
Vorschubbewegung der Bearbeitungselemente (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') in Richtung
hin zu dem Werkstück (W) und mit einer zu der Vorschubbewegung entgegengesetzt ausgerichteten
Rückführbewegung der Bearbeitungselemente (2, 4; 2', 4'; 2", 4"; 2"', 4"') von dem
Werkstück weg bewegen.
11. Bewegungsmuster nach Anspruch 10, wobei die Bewegung der ersten und zweiten Bearbeitungselemente
(2', 4') während der Bearbeitung des Werkstücks (W) im Rahmen eines Prägevorgangs
mit n Stufen erfolgt und ein Vorschubbetrag durch die Vorschubbewegung der ersten
und zweiten Bearbeitungselemente (2', 4') in jeder der n Bearbeitungsstufen im Verhältnis
zu einer Ausgangsdicke s des Werkstücks (W) vor der Bearbeitung entlang einer senkrecht
zu einer Längsachse (WL) des Werkstücks (W) verlaufenden Richtung (1/2 · 1/n · s)
beträgt und ein Rückführbetrag durch die Rückführbewegung der ersten und zweiten Bearbeitungselemente
(2', 4') in jeder der n Bearbeitungsstufen im Verhältnis zu der Ausgangsdicke s des
Werkstücks (W) vor der Bearbeitung entlang der senkrecht zu der Längsachse (WL) des
Werkstücks (W) verlaufenden Richtung (3/10 · 1/n · s) beträgt.
12. Bewegungsmuster nach Anspruch 10, wobei das erste Bearbeitungselement einem Biegestempel
(2") entspricht und das zweite Bearbeitungselement einem Biegekern (4 ") entspricht
und wobei die Bewegung des Biegestempels (2") und des Biegekerns (4") während der
Bearbeitung des Werkstücks (W) im Rahmen eines Biegeverfahrens mit n Stufen erfolgt
und ein Vorschubbetrag durch die Vorschubbewegung des Biegestempels (2") in jeder
der n Bearbeitungsstufen im Verhältnis zu einer Ausgangsdicke s des Werkstücks (W)
vor der Bearbeitung entlang einer senkrecht zu einer Längsachse (WL) des Werkstücks
(W) verlaufenden Richtung (3 · 1/n · s) beträgt und ein Rückführbetrag durch die Rückführbewegung
des Biegestempels (2"), ein Rückführbetrag durch die Rückführbewegung des Biegekerns
(4") sowie ein Vorschubbetrag durch die Vorschubbewegung des Biegekerns (4") in jeder
der n Bearbeitungsstufen im Verhältnis zu der Ausgangsdicke s des Werkstücks (W) vor
der Bearbeitung entlang der senkrecht zu der Längsachse (WL) des Werkstücks (W) verlaufenden
Richtung (1/n · s) beträgt.
13. Bewegungsmuster nach Anspruch 10, wobei das erste Bearbeitungselement einem Ziehstempel
(2"') entspricht und das zweite Bearbeitungselement einer Ziehmatrize (4"') entspricht
und wobei die Bewegung des Ziehstempels (2"') und der Ziehmatrize (4"') während der
Bearbeitung des Werkstücks (W) im Rahmen eines Ziehverfahrens mit n Stufen erfolgt
und ein Vorschubbetrag durch die Vorschubbewegung des Ziehstempels (2"') in jeder
der n Bearbeitungsstufen im Verhältnis zu einer Ausgangsdicke s des Werkstücks (W)
vor der Bearbeitung entlang einer senkrecht zu einer Längsachse (WL) des Werkstücks
(W) verlaufenden Richtung (120 · 1/n · s) beträgt und ein Rückführbetrag durch die
Rückführbewegung des Ziehstempels (2"'), ein Rückführbetrag durch die Rückführbewegung
der Ziehmatrize (4"') sowie ein Vorschubbetrag durch die Vorschubbewegung der Ziehmatrize
(4"') in jeder der n Bearbeitungsstufen im Verhältnis zu der Ausgangsdicke s des Werkstücks
(W) vor der Bearbeitung entlang der senkrecht zu der Längsachse (WL) des Werkstücks
(W) verlaufenden Richtung (1/120 · n · s) beträgt.
14. Bewegungsmuster nach einem der Ansprüche 11 bis 13, wobei die Anzahl der Bearbeitungsstufen
n gleich 10 oder 12 ist.
15. Bewegungsmuster nach einem der Ansprüche 9 bis 14 zur Durchführung des Bearbeitungsverfahrens
nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5 und/oder unter Verwendung der Bearbeitungsmaschine
(1; 1'; 1 "; 1"') nach Anspruch 6 oder 7.