[0001] Die Erfindung betrifft ein Modulares System für eine Außenverkleidung eines Schienenfahrzeugs,
insbesondere für eine Frontverkleidung eines Wagenkastens, mit wenigstens einem Verkleidungselement.
[0002] Moderne Schienenfahrzeuge, insbesondere Schienenfahrzeuge für den Passagiertransport,
werden meist in Leichtbauweise ausgeführt. Die Außenverkleidungen von Wagenkästen
und insbesondere Fahrzeugköpfen haben neben technischen Anforderungen, wie Anforderungen
an die aerodynamischen Eigenschaften, ästhetische Anforderungen, d.h. Anforderungen
an das äußere Erscheinungsbild zu erfüllen. Dabei fordern Betreiber von Schienenfahrzeugen
neben der Berücksichtigung gestalterischer Merkmale ihrer Corporate Identity, die
insbesondere grafische Merkmale wie das Sitzmuster und die Farbgebung der Wagenkästen
umfasst, ein modernes, dem jeweiligen kulturellen Umfeld angepasstes Äußeres.
[0003] Moderne Außenverkleidungen sind zumindest abschnittsweise aus Verbundwerkstoffen
gefertigt, weil die Verwendung von Verbundwerkstoffen gute Möglichkeiten zur Gewichtseinsparung
zulässt und auch aufwendige bzw. komplizierte Formgebungen hergestellt werden können.
Häufig wird faserverstärkter Kunststoff, insbesondere GFK verwendet. Ob Verkleidungen
aus einzelnen Baugruppen, in Monoblockbauweise oder in Wickeltechnik hergestellt werden,
ist abhängig von der herzustellenden Stückzahl der Fahrzeuge.
[0004] Die
DE102007027591A1 beschreibt eine Außenverkleidung für einen Fahrzeugkopf. Die Außenverkleidung ist
nahezu einstückig aus einem Verbundwerkstoff hergestellt, die Herstellung mehrerer
individueller Varianten in kleinen Stückzahlen wäre aus diesem Grund unwirtschaftlich.
Es wird eine Lösung für die Reduzierung des Reparaturaufwandes bei Beschädigungen
geboten, indem eine Anordnung von Sollbruchstellen vorgeschlagen wird, welche die
Ausbreitung von Beschädigungen im Fall eines leichten Crashs einschränken können.
[0005] Werden Schienenfahrzeuge in kleineren Stückzahlen an mehrere Fahrzeugbetreiber verkauft,
beschränken sich kundenspezifische Gestaltungen der Außenverkleidung meist auf die
Farbgebung. Weil Anpassungen der Formgebung mit einem erheblichen Aufwand verbunden
sind, ist eine an Kundenwünsche angepasste, individuelle Formgestaltung von Fahrzeugen
insbesondere bei sehr kleinen Stückzahlen teuer und unwirtschaftlich. Gleichermaßen
ist auch bei der Modernisierung bzw. dem Retrofit bestehender Fahrzeugflotten eine
Veränderung der Formgebung zumeist unwirtschaftlich.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist folglich, eine kostengünstige individuelle
Gestaltung der Formgebung von Außenverkleidungen von Schienenfahrzeugen zu ermöglichen
und zugleich den wirtschaftlichen Aufwand für eine Anpassung der Formgebung und den
Austausch von Teilen der Außenverkleidung nach Inbetriebnahme der Schienenfahrzeuge
zu verringern.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Modulares System nach Anspruch 1 sowie eine Schienenfahrzeugflotte
nach Anspruch 11.
[0008] Die Erfindung zielt darauf ab, den Aufwand einer individuellen Formgebung ansonsten
baugleicher Schienenfahrzeuge zu verringern. Entsprechend sollen zueinander identische
Bereiche an Verkleidungselementen bzw. an Schienenfahrzeugen durch aufzunehmende Individualisierelemente
individuell gestaltet werden.
[0009] Indem das modulare System wenigstens zwei voneinander unterschiedlich ausgestaltete
Individualisierelemente umfasst, wobei das Verkleidungselement eine Aufnahme zur Anordnung
eines Individualisierelementes umfasst und die Individualisierelemente Aufnahmeschnittstellen
zur Verbindung mit dem Verkleidungselement aufweisen, die jeweils zur Verbindung mit
der Aufnahme des Verkleidungselements passgenau zur Aufnahme ausgestaltet sind, kann
die Außenverkleidung eines Schienenfahrzeuges zumindest abschnittsweise auf einfachste
Weise und kostengünstig an Kundenwünsche angepasst werden. Ein Verkleidungselement
kann somit über eine Aufnahme individuell gestaltet werden, wobei die Aufnahme idealerweise
entlang des gesamten Umfang des Individualisierelementes an dieses angrenzt. Das modulare
System kann als Baukasten oder Bausatz konzipiert sein, indem die wesentlichen oder
sämtliche Bauteile für eine individuelle Gestaltung der Außenverkleidung bereitgestellt
werden. Somit entsteht bereits in der Angebotsphase ein enormer Gewinn an Flexibilität
bei der Gestaltung des Exteriors des Schienenfahrzeugs.
[0010] Weitere Ausführungsformen, Modifikationen und Verbesserungen ergeben sich anhand
der folgenden Beschreibung und der beigefügten Ansprüche.
[0011] Zur Befestigung unterschiedlicher Individualisierelemente weisen im Sinne der Erfindung
die zueinander identischen Verkleidungselemente verschiedener Schienenfahrzeuge zueinander
identische Aufnahmen auf. Entsprechend umfasst das modulare System vorzugsweise wenigstens
zwei identische Verkleidungselemente, die jeweils identische Aufnahmen zur Aufnahme
eines Individualisierelementes aufweisen.
[0012] Die in montiertem Zustand an das Verkleidungselement angrenzenden Bereiche unterschiedlicher
Individualisierelemente sind bevorzugt identisch zueinander gestaltet, und in zueinander
identische Verkleidungselemente einsetzbar oder aufnehmbar ausgestaltet. Entsprechend
sind die Aufnahmeschnittstellen der Individualisierelemente zur Verbindung mit einem
von jeweils zueinander identischen Verkleidungselementen bevorzugt zueinander identisch
ausgestaltet. Die Aufnahmeschnittstelle eines Individualisierelementes umfasst dabei
sämtliche Anschlüsse an dem Individualisierelement, über welche dieses mit dem Verkleidungselement
verbunden wird.
[0013] Das Verkleidungselement ist derart ausgestaltet, dass die Individualisierelemente
in das Verkleidungselement aufgenommen werden können. Idealerweise umfasst die Aufnahme
des Verkleidungselementes ein Individualisierelement in montiertem Zustand vollständig.
Die Individualisierelemente werden vorzugsweise an ihrem Rand bzw. ihrem Umfang mit
einem Verkleidungselement verbunden. Die Aufnahmeschnittstelle eines Individualisierelementes
ist dabei jeweils identisch zur Aufnahmeschnittstelle einer anderen Variante eines
Individualisierelementes. Entsprechend weisen die Individualisierelemente vorzugsweise
jeweils den gleichen Umfang und/oder die gleiche Breite und/oder die gleiche Länge
auf.
[0014] Das Verkleidungselement kann bevorzugt ein Teil der Außenverkleidung sein, an den
Individualisierelemente anschließen oder im montierten Zustand angrenzen können. Nach
außen weisende Abschnitte eines Wagenkastens bzw. der Rohbaustruktur eines Wagenkastens
können das Verkleidungselement bilden. Alternativ kann das Verkleidungselement Teil
einer an den Wagenkasten bzw. seine Rohbaustruktur aufgebrachten Außenverkleidung
sein. Die Außenverkleidung kann wenigstens abschnittsweise aus einem Verbundwerkstoff,
beispielsweise GFK, geformt sein.
[0015] Die Individualisierelemente können gemäß einer bevorzugten Ausführung des erfindungsgemäßen
modularen Systems bzw. der erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugflotte mittelbar über
das Verkleidungselement an dem Wagenkasten befestigbar sein. Somit ist eine sehr einfache
Gestaltung der Befestigung der Individualisierelemente möglich, ohne dass der Rohbau
des Wagenkastens in die Anbindung der Individualisierelemente einbezogen werden muss.
Eine unmittelbare Verbindung der Individualisierelemente mit dem Verkleidungselement
stellt zudem sicher, dass aufgrund von Verformungen der Verkleidung, z.B. aufgrund
von Temperaturschwankungen, keine Spalten oder Verschiebungen zwischen Verkleidungselement
und Individualisierelement entstehen.
[0016] Die Außenverkleidung eines Schienenfahrzeuges benötigt eine ausreichende Festigkeit,
um ihr Eigengewicht und ggf. an der Außenverkleidung angebrachte Komponenten, wie
z.B. Außenspiegel oder Leuchten, zu tragen. Entsprechend kann die tragende Struktur
des Verkleidungselements derart dimensioniert sein, dass Kräfte aus dem Eigengewicht
und zusätzliche Kräfte aus umgebenden oder an dem Verkleidungselement angebrachten
Komponenten übertragen werden können.
[0017] Bevorzugt ist das Verkleidungselement mit einer Stützstruktur versehen, die einen
für den Betrieb des Schienenfahrzeuges ausreichenden Kraftfluss im Bereich der Aufnahmeschnittstelle
ermöglicht. Die Stützstruktur kann von einem Stützrahmen gebildet sein, der auf der
Innenseite des Verkleidungselements integriert ist. Alternativ kann die Stützstruktur
von einer abschnittsweise stärkeren Dimensionierung oder Verdickung des Verkleidungselementes
geformt sein. Unter anderem während des Betriebs des Fahrzeugs neben den Gewichtskräften
auftretende Beschleunigungskräfte oder Kräfte aufgrund von Verspannungen zwischen
den Bauteilen, z. B. in Folge einer Wärmeausdehnung, können somit ohne Beeinträchtigung
des jeweils integrierten Individualisierelementes übertragen werden. Selbst bei einem
Verlust des Individualisierelementes ist somit ein sicherer Betrieb des Schienenfahrzeuges
möglich. Die Individualisierelemente und ihre Befestigung an dem Verkleidungselement
können zudem sehr einfach und leicht gestaltet werden, ohne dass Auswirkungen auf
die strukturelle Festigkeit der Verkleidung des Schienenfahrzeugs zu erwarten sind.
[0018] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung können die Individualisierelemente
im montierten Zustand wenigstens abschnittsweise in die tragende Struktur des Verkleidungselements
eingebunden sein. Um die Möglichkeiten einer insgesamt leichter gestalteten Verkleidung
auszuschöpfen, können die Individualisierelemente einen Teil der in der Verkleidung
des Fahrzeugs auftretenden Kräfte aufnehmen bzw. übertragen.
[0019] Zur Übertragung von auf die Verkleidung wirkenden Kräften, zur Befestigung der Verkleidung,
oder zur Entlastung des Verkleidungselementes können die Individualisierelemente wenigstens
eine Befestigungsschnittstelle zur Befestigung am Wagenkasten, insbesondere am Rohbau
des Wagenkastens, aufweisen, wobei die Befestigungsschnittstellen unterschiedlicher
Individualisierelemente zur Befestigung am Wagenkasten identisch ausgestaltet sind.
Die Befestigungsschnittstellen können von Fortsätzen, Gewindebohrungen, Gewindebolzen,
Rastelementen oder anderen, vorzugsweise formschlüssigen Befestigungsschnittstellen
gebildet sein.
[0020] Damit sich die Individualisierelemente bestmöglich in die Außenfläche des Verkleidungselementes
einfügen, können diese eine Außenfläche aufweisen, die im montierten Zustand der Individualisierelemente
auf einer gemeinsamen Ebene mit einer angrenzenden Außenfläche des Verkleidungselements
liegt. Die beiden Außenflächen können bündig, formschlüssig und/oder oberflächenstetig
miteinander abschließen.
[0021] Vorzugsweise sind einheitliche Schnittstellen für den Anschluss und die Befestigung
eines Individualisierelementes an dem Verkleidungselement und/oder dem Wagenkasten
vorgesehen, die an jedem Individualisierelement gleich ausgestaltet sind. Diese standardisierten
Schnittstellen können vordefinierte mechanische Anschlüsse aufweisen, wie Auflageflächen,
Positionierkanten, Formschlusselemente, Bolzen oder Stifte. Alternativ oder zusätzlich
können für den elektrischen Anschluss von Individualisierelementen, d.h. für den elektrischen
Anschluss von elektrisch betriebenen oder betätigbaren Komponenten an den Individualisierelementen,
oder zur elektrischen Erdung, einheitliche elektrische Anschlüsse vorgesehen sein.
[0022] In einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen modularen Systems bzw. der
erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugflotte können die Individualisierelemente weitere
Komponenten des Schienenfahrzeugs umfassen, wie Außenspiegel, Seitenfenster oder Leuchten.
[0023] Gemäß einer zweckmäßigen Weiterbildung der Erfindung sind die Individualisierelemente
jeweils mit wenigstens einer Leuchte versehen, wobei die Leuchten unterschiedlicher
Individualisierelemente verschieden sind, aber jeweils identisch ausgestaltete elektrische
Anschlüsse für den Anschluss an das Schienenfahrzeug aufweisen. Ein Vorteil dieser
Lösung ist, dass eine Ausgestaltung eines elektrischen Anschlussmittels an dem Verkleidungselement
und/oder dem Wagenkasten für den Anschluss verschiedener Individualisierelemente verwendet
werden kann.
[0024] Um mit einem Individualisierelement einen größtmöglichen Effekt zu erzielen, können
die Individualisierelemente die vollständige Rück- oder Frontbeleuchtung eines Schienenfahrzeugs
umfassen. In einer bevorzugten Ausgestaltung der Individualisierelemente umfassen
diese eine Stirnwand sowie zwei Front- und/oder Heckleuchten. Diese Elemente haben
für das Design und Erscheinungsbild des Schienenfahrzeugs eine besondere Bedeutung,
weil Sie das Gesicht des Schienenfahrzeugs definieren. So kann über eine Variation
der äußeren Abmessungen und der Gestalt der Stirnwand sowie der Anordnung und Gestaltung
der Leuchten der Gesamteindruck des Schienenfahrzeugs auf den Betrachter deutlich
unterscheidbar ausgestaltet und durch Auswahl eines Individualisierelementes verändert
werden.
[0025] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Leuchten verschiedener
Individualisierelemente verschiedene Leuchtenkörper umfassen, wobei das Verkleidungselement
eine Öffnung zur Aufnahme eines Leuchtenkörpers umfasst, die ausgestaltet ist, sämtliche
Variationen unterschiedlich ausgestalteter Leuchtenkörper aufzunehmen. Die Leuchtenkörper
können einen Reflektor, elektrische Anschlüsse und /oder ein Gehäuse umfassen.
[0026] In einer zweckmäßigen Weiterbildung der Erfindung umfasst das Verkleidungselement
eine Leuchte mit einer nach außen weisenden Leuchtfläche, wobei wenigstens zwei Individualisierelemente
mit zueinander verschiedenen Blendenabschnitten vorgesehen sind, die im montierten
Zustand des Individualisierelementes die Leuchtfläche abschnittsweise verdecken. Die
Leuchtfläche kann von Leuchtmitteln oder von einer transparenten Abdeckung gebildet
sein, welche die Leuchtmittel gegen Witterungseinflüsse schützt. Die unterschiedlichen
Blendenabschnitte der Individualisierelemente ermöglichen eine sehr kostengünstige
Individualisierung des Erscheinungsbildes der Leuchten, ohne dass Leuchten ausgetauscht
werden müssen.
[0027] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Individualisierelemente
zur Anordnung zwischen Windschutzscheibe und Kupplung eines Fahrzeugkopfes ausgestaltet
sind und/oder an die Windschutzscheibe angrenzen. Vorzugsweise können die Individualisierelemente
einen Großteil der Fläche zwischen Windschutzscheibe und Kupplung abdecken. In diesem
Bereich lässt sich das "Gesicht" des Schienenfahrzeugs wirksam verändern, ohne dass
funktionale Elemente, wie z.B. der Sichtbereich Windschutzscheibe, nachteilig beeinflusst
werden.
[0028] Gemäß einer weiteren Variante der Erfindung sind die Individualisierelemente für
eine Anordnung unterhalb der Fahrzeugkupplung ausgestaltet. Insbesondere können die
Individualisierelemente unterschiedliche Variationen von Gleisräumern umfassen. Varianten
von Gleisräumern können beispielsweise unterschiedliche hoch oder breit ausgestaltet
sein. In einer Variante eines Individualisierelementes kann der Gleisräumer ausgestaltet
sein, bündig mit den darüber liegenden Bereichen der Fahrzeugverkleidung abzuschließen,
in einer weiteren Variante kann der Gleisräumer beabstandet von der darüberliegenden
Farzeugverkleidung angeordnet zu sein.
[0029] Eine erfindungsgemäße Schienenfahrzeugflotte umfasst ein erstes Schienenfahrzeug
mit einem ersten Wagenkasten und ein zweites Schienenfahrzeug mit einem zweiten Wagenkasten,
wobei die Schienenfahrzeuge jeweils wenigstens ein Verkleidungselement mit wenigstens
einem Individualisierelement umfassen. Das wenigstens eine Verkleidungselement ist
bei verschiedenen Schienenfahrzeugen identisch ausgestaltet. Des Weiteren ist bevorzugt
auch die Rohbaustruktur der Wagenkästen verschiedener Schienenfahrzeuge identisch
ausgestaltet. Die Verkleidungselemente können mittels Befestigungsschnittstellen an
der Rohbaustruktur des Wagenkastens oder an einer angrenzenden Verkleidung befestigt
sein. Das Individualisierelement des ersten Schienenfahrzeugs unterscheidet sich von
dem Individualisierelement des zweiten Schienenfahrzeugs. Zur Befestigung unterschiedlicher
Individualisierelemente weisen die zueinander identischen Verkleidungselemente verschiedener
Schienenfahrzeuge zueinander identische Aufnahmen auf. Gleichermaßen weisen die Individualisierelemente
Aufnahmeschnittstellen zur Verbindung mit dem Verkleidungselement auf, die jeweils
passgenau zur Verbindung mit der Aufnahme des Verkleidungselementes ausgestaltet sind.
[0030] Die beiliegende Zeichnung veranschaulicht erfindungsgemäße Ausführungsformen und
dient zusammen mit der Beschreibung der Erläuterung der Prinzipien der Erfindung.
Die Figur zeigt ein erfindungsgemäßes modulares System für eine Außenverkleidung in
einer perspektivischen Ansicht.
[0031] Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf die Figur ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen modularen Systems beschrieben. Die beschriebenen und dargestellten
spezifischen Ausführungsformen sind für die Ausführung der Erfindung nicht bindend,
sondern können im Rahmen der vorliegenden Erfindung geeignet modifiziert werden, ohne
vom Schutzbereich der vorliegenden Erfindung abzuweichen.
[0032] Es ist ein Schienenfahrzeug 1 gezeigt, dem ein erfindungsgemäßes modulares System
2 zugeordnet ist. Das modulare System umfasst neben einem Verkleidungselement 3 drei
unterschiedlich ausgestaltete Individualisierungselemente 4, 5 und 6. Die drei Individualisierungselemente
4, 5 und 6 sind mit Leuchten 7, 8, 9 sowie mit Stirnwänden 10, 11, 12 ausgestattet.
[0033] Die Individualisierelemente 4, 5, 6 sind zur Anordnung zwischen Windschutzscheibe
13 und Kupplung 35 eines Fahrzeugkopfes 25 am Wagenkasten 34 ausgestaltet. Weil die
Individualisierelemente 4, 5, 6 ausgestaltet sind, im montierten Zustand unterhalb
der Windschutzscheibe 13 des Schienenfahrzeuges 1 angeordnet zu werden, insbesondere
angrenzend an die Windschutzscheibe 13, ist jeweils ein Scheibenwischerausschnitt
14 für den Scheibenwischer 15 des Schienenfahrzeuges 1 vorgesehen.
[0034] Die drei Individualisierungselemente 4, 5 und 6 unterscheiden sich aufgrund der Gestaltung
der in die Individualisierungselemente integrierten Leuchten 7, 8, 9. Während die
Leuchten 7 des Individualisierungselementes 4 eine im Wesentlichen sichelförmige Außenkontur
aufweisen, sind die Leuchten 8 des Individualisierungselementes 5 im Wesentlichen
trapezförmig und die Leuchten 9 des Individualisierungselementes 6 rund geformt.
[0035] Die Leuchten 7, 8, 9 sind bevorzugt mit LED-Leuchtmitteln ausgestattet, die eine
sehr große Gestaltungsfreiheit erlauben. Die Leuchten 7, 8, 9 können zugleich einen
Frontscheinwerfer sowie ein Rücklicht umfassen, indem Leuchtmittel für beide Funktionen
integriert sind.
[0036] Die Kontur der Leuchten 7, 8, 9 unterscheidet sich aufgrund der unterschiedlich gestalteten
Leuchtenkörper 16, 17, 18, sowie aufgrund der Leuchtflächen 19, 20, 21, die jeweils
eine unterschiedliche Geometrie aufweisen. Des Weiteren wird die Kontur der Leuchten
7, 8, 9 bzw. Leuchtflächen 19, 20, 21 jeweils vor allem durch die Kontur der Stirnwände
10, 11, 12 bestimmt. So weisen die Stirnwände 10, 11, 12 Blendenabschnitte 22, 23,
24 auf, welche die Leuchtenkörper 16, 17, 18 und Leuchtflächen 19, 20, 21 abschnittsweise
bedecken.
[0037] Die Leuchten 7, 8, 9 können in einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung in
dem Verkleidungselement 3 verbleiben bzw. als gleichbleibende Bauteile in dem Verkleidungselement
3 vormontiert sein. Mit den Individualisierelementen kann bei dieser Variante weiterhin
ein deutlich unterschiedlicher Gesamteindruck des Schienenfahrzeuges 1 und insbesondere
seines Fahrzeugkopfes 25 erreicht werden, indem Individualisierelemente mit unterschiedlich
gestalteten Blendenabschnitten verwendet werden.
[0038] Neben dem Verkleidungselement 3 sind am Fahrzeugkopf 25 weitere Verkleidungselemente
26, 27 angebracht, die jeweils an das Verkleidungselement 3 grenzen. Das Verkleidungselement
3 bildet eine Aufnahme 28, in die ein Individualisierungselement 10, 11, 12 eingefügt
werden kann. Die Aufnahme 28 ist von einer Vertiefung in dem Verkleidungselement 3
gebildet. Die Aufnahme 28 auf ihrer dem Individualisierungselement 10, 11, 12 abgewandten
Seite im Wesentlichen verschlossen sein. Alternativ kann die Aufnahme 28 eine Öffnung
in Richtung des Wagenkastenrohbaus aufweisen.
[0039] Um die Individualisierelemente 4, 5, 6 in der Aufnahme 28 anordnen und befestigen
zu können, umfassen die Individualisierelemente 4, 5, 6 Aufnahmeschnittstellen 31,
32, 33. Die Aufnahmeschnittstellen sind derart gebildet, dass sich die Individualisierelemente
4, 5, 6 bei montierter Außenverkleidung passgenau in das Verkleidungselement 3 einfügen.
Die Aufnahmeschnittstellen sind unter anderem von den Rändern der Individualisierelemente
4, 5, 6 gebildet, um einen zumindest teilweisen Formschluss zwischen Individualisierelement
4, 5, 6 und Verkleidungselement 3 zu bilden. Als Aufnahmeschnittstellen können zusätzlich
oder alternativ Stiftverbindungen, Verschraubungen, Rastverbindungen oder Steckverbindungen
vorhanden sein. Sämtliche Befestigungsmittel eines Individualisierelementes, eingeschlossen
seine Ränder, bilden dabei gemeinsam die Aufnahmeschnittstelle dieses Individualisierelementes.
[0040] Im Bereich der Aufnahme 28 des Verkleidungselementes 3 sind Öffnungen 29 zur Aufnahme
von Leuchten 7, 8, 9 vorgesehen. Die Öffnungen 29 sind derart dimensioniert, dass
jeder der Leuchtenkörper 16, 17, 18 passgenau in eine der Öffnungen 29 aufgenommen
werden kann. Jeder der Leuchtenkörper 16, 17, 18 ist mit einem bogenförmigen Stützelement
30 ausgestattet, das bei montiertem Individualisierelement 4, 5, 6 am Rand der jeweiligen
Öffnung 29 zur Leuchtenaufnahme anliegt und die Position der jeweiligen Leuchte 7,
8, 9 ausrichtet und festlegt. Die Position der Leuchten kann in der Öffnung 29 u.a.
durch die Stützelemte 20 fixiert werden, idealerweise erfolgt die Fixierung der Leuchten
7, 8, 9 formschlüssig. Das Stützelement 30 kann stegförmig ausgestaltet sein. Alternativ
sind anders gestaltete Stützelemente denkbar, wie punktförmige oder linienförmige
Stützelemente.
[0041] In den Öffnungen 29 sind zudem hier nicht dargestellte elektrische Anschlüsse angeordnet.
Die Leuchten 7, 8, 9 bzw. Leuchtenkörper 16,17,18 sind mit zueinander identischen
elektrischen Anschlüssen versehen, die mit den elektrischen Anschlüssen der 29 verbindbar
ausgestaltet sind.
[0042] Zur Entlastung des Verkleidungselementes 3 können die Individualisierelemente 4,
5, 6 zusätzlich hier nicht dargestellte Befestigungsschnittstellen zur Befestigung
am Wagenkasten 34, insbesondere am Rohbau des Wagenkastens 34, aufweisen. Die Befestigungsschnittstellen
unterschiedlicher Individualisierelemente 4, 5, 6 sind idealerweise zur Befestigung
am Wagenkasten 34 identisch ausgestaltet. Die Befestigungsschnittstellen können von
einfachen Auflage- bzw. Anschlagsflächen, Fortsätzen, Gewindebohrungen, Gewindebolzen,
Rastelementen oder anderen, vorzugsweise formschlüssigen Befestigungsschnittstellen
gebildet sein.
[0043] Zwischen einem eingefügten Individualisierungselement 10, 11, 12 und dem Verkleidungselement
3 kann ein Spalt verbleiben. Um einen optisch glatten Übergang zwischen den Verkleidungselementen
zu erzeugen, liegt die Außenfläche, d.h. nach außen weisende Fläche des Individualisierungselementes
10, 11, 12 im montierten Zustand bevorzugt mit der Außenfläche des angrenzenden Verkleidungselementes
3 auf einer Ebene. Das Individualisierungselement 10, 11, 12 kann bündig mit angrenzenden
Verkleidungselementen 3, 27 abschließen oder oberflächenstetig an diesen anliegen.
[0044] Die vorstehend beschriebenen Ausführungsformen können beliebig miteinander kombiniert
werden. Wenngleich spezifische Ausführungsformen dargestellt und beschrieben worden
sind, liegt es im Rahmen der vorliegenden Erfindung, die gezeigten Ausführungsformen
zu modifizieren, ohne vom Schutzbereich der vorliegenden Erfindung abzuweichen. Die
nachfolgenden Ansprüche stellen einen ersten, nicht bindenden Versuch dar, die Erfindung
allgemein zu definieren.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 1
- Schienenfahrzeug
- 2
- Modulares System
- 3
- Verkleidungselement
- 4, 5, 6
- Individualisierelement
- 7, 8, 9
- Leuchte
- 10, 11, 12
- Stirnwand
- 13
- Windschutzscheibe
- 14
- Scheibenwischerausschnitt
- 15
- Scheibenwischer
- 16, 17, 18
- Leuchtenkörper
- 19, 20, 21
- Leuchtfläche
- 22, 23, 24
- Blendenabschnitt
- 25
- Fahrzeugkopf
- 26, 27
- Verkleidungselement
- 28
- Aufnahme
- 29
- Öffnung zur Leuchtenaufnahme
- 30
- Stützelement
- 31, 32, 33
- Aufnahmeschnittstellen
- 34
- Wagenkasten
- 35
- Kupplung
1. Modulares System (2) für eine Außenverkleidung (3, 4, 5, 6, 26, 27) eines Schienenfahrzeugs
(1), insbesondere für eine Frontverkleidung eines Wagenkastens (34), mit wenigstens
einem Verkleidungselement (3), dadurch gekennzeichnet, dass das modulare System (2) wenigstens zwei voneinander unterschiedlich ausgestaltete
Individualisierelemente (4, 5, 6) umfasst, wobei das Verkleidungselement (3) eine
Aufnahme (28) zur Anordnung eines Individualisierelementes (4, 5, 6) aufweist, und
die Individualisierelemente (4, 5, 6) mit Aufnahmeschnittstellen (31, 32, 33) zur
Verbindung mit dem Verkleidungselement (26, 27) versehen sind, wobei die Aufnahmeschnittstellen
(31, 32, 33) jeweils passgenau zur Aufnahme (28) des Verkleidungselements (3) ausgestaltet
sind.
2. Modulares System (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Individualisierelemente (4, 5, 6) mittelbar über das Verkleidungselement (26,
27) an dem Wagenkasten (34) befestigbar sind.
3. Modulares System (2) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verkleidungselement (26, 27) mit einer Stützstruktur versehen ist, die einen
für den Betrieb des Schienenfahrzeugs (1) ausreichenden Kraftfluss im Bereich der
Aufnahme (28) ermöglicht.
4. Modulares System (2) nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Individualisierelemente (4, 5, 6) wenigstens eine Befestigungsschnittstelle zur
Befestigung am Wagenkasten (34) aufweisen, wobei die Befestigungsschnittstellen der
Individualisierelemente (4, 5, 6) jeweils identisch ausgestaltet sind.
5. Modulares System (2) nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Individualisierelemente (4, 5, 6) eine Außenfläche aufweisen, die im montierten
Zustand der Individualisierelemente (4, 5, 6) mit einer angrenzenden Außenfläche des
Verkleidungselements (3) auf einer gemeinsamen Ebene liegt.
6. Modulares System (2) nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Individualisierelemente (4, 5, 6) jeweils mit wenigstens einer Leuchte (7, 8,
9) versehen sind, wobei die Leuchten (7, 8, 9) unterschiedlicher Individualisierelemente
(4, 5, 6) verschieden sind und jeweils identische elektrische Anschlüsse für den Anschluss
an das Schienenfahrzeug (1) aufweisen.
7. Modulares System (2) nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Individualisierelemente (4, 5, 6) eine Stirnwand sowie zwei Front- und/oder Heckleuchten
(7, 8, 9) umfassen.
8. Modulares System (2) nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Leuchten (7, 8, 9) jeweils unterschiedlich ausgestaltete Leuchtenkörper (16,
17, 18) umfassen und das Verkleidungselement (3) eine Öffnung (29) zur Aufnahme eines
Leuchtenkörpers (16, 17, 18), wobei die Öffnung (29) ausgestaltet ist, die unterschiedlich
ausgestalteten Leuchtenkörper (16, 17, 18) aufzunehmen.
9. Modulares System (2) nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verkleidungselement (3) eine Leuchte (7, 8, 9) mit einer nach außen weisenden
Leuchtfläche (19, 20, 21) umfasst, wobei wenigstens zwei Individualisierelemente (4,
5, 6) mit unterschiedlichem Blendenabschnitten (22, 23, 24) vorgesehen sind, die im
montierten Zustand des Individualisierelementes (4, 5, 6) die Leuchtfläche (19, 20,
21) abschnittsweise verdecken.
10. Modulares System (2) nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Individualisierelemente (4, 5, 6) zur Anordnung zwischen Windschutzscheibe (13)
und Kupplung eines Fahrzeugkopfes ausgestaltet sind und/oder an die Windschutzscheibe
angrenzen.
11. Schienenfahrzeugflotte mit einem ersten Schienenfahrzeug (1) mit einem ersten Wagenkasten
(34) und einem zweiten Schienenfahrzeug (1) mit einem zweiten Wagenkasten (34), wobei
die Schienenfahrzeuge (1) jeweils wenigstens ein Verkleidungselement (3) mit wenigstens
einem Individualisierelement (4, 5, 6) umfassen, wobei
- die Verkleidungselemente jeweils identische Aufnahmen zur Anordnung eines Individualisierelementes
aufweisen,
- die Individualisierelemente (4, 5, 6) Aufnahmeschnittstellen zur Verbindung mit
dem Verkleidungselement aufweisen, die jeweils zur Verbindung mit der Aufnahme des
Verkleidungselements ausgestaltet sind.
- sich das Individualisierelement des ersten Schienenfahrzeuges von dem Individualisierelement
des zweiten Schienenfahrzeuges unterscheidet.