[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung von Fahrzeugen,
insbesondere von Schienenfahrzeugen. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur
Stillstandsüberwachung von Fahrzeugen, insbesondere Schienenfahrzeugen.
[0002] Ein System aus mehreren Fahrzeugen, insbesondere Schienenfahrzeugen, kann bevorzugt
durch eine Steuerzentrale überwacht und gesteuert werden. Solange ein Schienenfahrzeug
eingeschaltet ist, kann dieses mit der Steuerzentrale kommunizieren und seine Position
und Geschwindigkeit an die Steuerzentrale übermitteln. Die Steuerung des Systems aus
mehreren Schienenfahrzeugen kann insbesondere durch das sogenannte European Train
Control System (ETCS, Europäisches Zugbeeinflussungssystem) erfolgen, welches die
verschiedenen innerhalb Europas angewandten Zugbeeinflussungssysteme vereinheitlichen
und ablösen soll.
[0003] Beim Abschalten, dem sogenannten Abrüsten eines Schienenfahrzeuges wird die Kommunikation
desselben mit der Steuerzentrale unterbrochen, so dass eine Überwachung der Position
des Schienenfahrzeuges nicht mehr gegeben ist. Beim Einschalten, dem sogenannten Aufrüsten
des Schienenfahrzeuges wird die Kommunikation zur Steuerzentrale wiederhergestellt,
wobei die Steuerzentrale lediglich auf die zuletzt gespeicherte Position des Schienenfahrzeuges
vor dem Abrüsten zurückgreifen kann. Dies ist aus sicherheitsrelevanten Gesichtspunkten
nicht ausreichend, um einen sicheren Betrieb eines Systems aus mehreren Fahrzeugen
zu gewährleisten.
[0004] Deswegen ist es vorteilhaft, wenn festgestellt werden kann, ob sich das Schienenfahrzeug
im abgerüsteten Zustand bewegt hat bzw. bewegt wurde. Ist dies der Fall, so kann eine
optionale und aus sicherheitsrelevanten Gesichtspunkten notwendige Initialisierung
zur Neuermittlung der Position des Schienenfahrzeuges gestartet werden. Meldet die
Stillstandserkennung (auch Cold Movement Detection System - kurz CMD-System - genannt)
dagegen, dass das Schienenfahrzeug nicht bewegt wurde, so kann auf die von der Steuerzentrale
zuletzt bekannte Position des Schienenfahrzeuges zurückgegriffen werden.
[0005] Aus dem Stand der Technik sind derartige CMD-Systeme bekannt, die sowohl energieautark,
als auch nicht-energieautark arbeiten. Nicht-energieautarke Systeme benötigen zwar
einen zusätzlichen Energiespeicher, allerdings beträgt der Strombedarf eines CMD-Systems
lediglich wenige Milliamper so dass auch mit den Lösungen, die auf einen externen
Energiespeicher zurückgreifen, die in der Norm geforderte Speicherdauer von 72 Stunden
problemlos ermöglicht wird.
[0006] Aus dem Stand der Technik sind ferner CMD-Systeme bekannt, die auf eine elektromagnetische
Lösung abstellen, in welcher Haftmagnete verwendet werden, welche bei Bewegung durch
Gravitationskräfte abfallen. Eine derartige Lösung ist fehleranfällig, da ein Abfallen
der Haftmagnete zum Beispiel aufgrund von Korrosion verhindert werden kann und somit
eine Bewegung des Schienenfahrzeuges im abgerüsteten Zustand nicht detektierbar ist.
[0007] Weitere Lösungen aus dem Stand der Technik nutzen eine Kapazität, welche auf- bzw.
entladen wird, wobei der Ladezustand der Kapazität proportional zu einer Bewegung
des Schienensystems ist. Diese Lösungen des Standes der Technik haben den Nachteil,
dass die verwendete Kapazität einer Selbstentladung unterliegt und zudem empfindlich
auf Schwankungen von Umgebungsparametern, wie zum Beispiel der Temperatur, reagieren
kann.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung
von Fahrzeugen zu schaffen, welche ohne Softwareanteile auskommt, unempfindlich gegen
Schwankungen von Umgebungsparametern ist und einen einfachen Aufbau aufweist.
[0009] Der Vorgang des Abrüstens eines Schienenfahrzeuges umfasst im Allgemeinen eine Abfolge
von Aktionen, die üblicherweise vom Fahrzeugleitstand oder vom Führer des Schienenfahrzeuges
aus dem Führerhaus durchgeführt werden. Hierbei besteht die Gefahr, dass zum Beispiel
die Aktivierung des CMD-Systems nicht bzw. erst nach dem Stromlosschalten initiiert
wird und somit eine Feststellung einer Positionsänderung des Schienenfahrzeuges nicht
verlässlich erfolgen kann.
[0010] Eine Aufgabe des vorliegenden erfindungsgemäßen Verfahrens ist es, das Abrüsten eines
Schienenfahrzeuges zu automatisieren und eine verlässliche Feststellung einer Positionsänderung
des Schienenfahrzeuges zu gewährleisten.
[0011] Die erfindungsgemäße Vorrichtung eingangs genannter Art löst die obige Aufgabe dadurch,
dass diese eine Logikeinheit zur Aufnahme und Verarbeitung mindestens zweier in Abhängigkeit
der Drehung eines Fahrzeugrades generierter Inkrementalsignale, eine Zähleinheit,
die einen Zählerstand in Abhängigkeit von den von der Logikeinheit verarbeiteten mindestens
zwei Inkrementalsignalen erhöht oder erniedrigt, mindestens eine Vergleicherschaltung
zum Vergleichen des Zählerstandes mit einem in der mindestens einen Vergleicherschaltung
voreingestellten Vergleichswert und zum Ausgeben eines Ergebnissignals über eine Ergebnisleitung,
ein mit der mindestens einen Vergleicherschaltung über die Ergebnisleitung verbundenes
Zustandselement, dessen Zustand sich zumindest in Abhängigkeit vom Ergebnissignal
ändert, einen Aktivierungseingang zur Übertragung eines Aktivierungssignals an die
Zähleinheit und das Zustandselement, wobei das Aktivierungssignal das Zustandselement
in einen aktivierten Zustand versetzt, und einen Zustandsausgang, über welchen der
Zustand des Zustandselementes ausgegeben wird, umfasst.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren der eingangs genannten Art löst die obige Aufgabe
dadurch, dass es das Überwachen der Drehung eines Fahrzeugrades, wobei die Drehung
des Fahrzeugrades mindestens zwei Inkrementalsignale generiert, die einen Zählerstand
eines Zählers drehrichtungsabhängig erhöhen oder erniedrigen, und wobei die Änderung
des Zählerstandes proportional zur Drehung des Fahrzeugrades ist, das Vergleichen
des Zählerstandes mit mindestens einem voreingestellten Vergleichswert, und das Ausgeben
eines Statussignals entsprechend einem Ergebnis des Vergleiches des Zählerstandes
mit dem mindestens einen voreingestellten Vergleichswert umfasst.
[0013] Die erfindungsgemäße Vorrichtung und das erfindungsgemäße Verfahren können durch
die folgenden weiteren, jeweils für sich vorteilhaften Ausführungsformen beliebig
ergänzt und weiter verbessert werden. Einzelne technische Merkmale beschriebener Ausgestaltungen
können dabei beliebig kombiniert und/oder weggelassen werden, sofern es nicht auf
den mit dem weggelassenen technischen Merkmal erzielten technischen Effekt ankommt.
[0014] Die Logikeinheit kann in der einfachsten Ausgestaltung zwei um 90° zueinander verschobene
Abfolgen von Rechteckpulsen aufnehmen, kann überprüfen, ob diese Form des gepulsten
Signals der erwarteten Form entspricht, und kann die aufgenommenen Abfolgen von Rechteckpulsen
gegebenenfalls verstärken oder abschwächen.
[0015] Es ist ebenso denkbar, dass in die Logikeinheit mehrere trigonometrische Kurvenverläufe
(Sinus, Kosinus) der Inkrementalsignale eingespeist werden, wobei mindestens eines
der mindestens zwei eingespeisten Inkrementalsignale um 90° phasenverschoben zum ersten
der mindestens zwei eingespeisten Inkrementalsignale ist. Eine solche Logikeinheit
kann aus den eingespeisten trigonometrischen Kurvenverläufen eine Abfolge von rechteckförmigen
Pulsen generieren, die zueinander um 90° phasenverschoben sind.
[0016] Die mindestens zwei Inkrementalsignale sind bevorzugt um 90° zueinander phasenverschoben,
wobei eine Phasenverschiebung zueinander um beliebige andere Werte, ausgenommen 180°
und 360° sowie deren Vielfache, möglich ist. Bevorzugt kann allerdings eine Phasenverschiebung
von 90° gewählt werden. Eine derartige Phasenverschiebung erlaubt es, die zwei möglichen
Drehrichtungen des Fahrzeugrades zu unterscheiden.
[0017] Die Logikeinheit kann ebenso aus den mindestens zwei Inkrementalsignalen ein richtungsunabhängiges
Inkrementalsignal, ein sogenanntes Clock-Signal, und ein binäres richtungsabhängiges
Inkrementalsignal, ein sogenanntes V/R-Signal, aus den mindestens zwei eingespeisten
Inkrementalsignalen generieren.
[0018] Die mindestens zwei Inkrementalsignale können über zwei voneinander getrennte Leitungen
an die Zähleinheit übertragen werden, wobei rein beispielhaft ein Eingang der Zähleinheit
zum Empfang eines Inkrementalsignals ausgestaltet sein kann, welches den Zählerstand
der Zähleinheit entweder erhöht oder erniedrigt, wobei ein zweiter Eingang der Zähleinheit
festlegt, ob der Zählerstand erhöht oder erniedrigt werden soll.
[0019] Ebenso ist es denkbar, dass die Zähleinheit einen sogenannten Clock-up bzw. einen
Clock-down-Eingang aufweist, wobei ein in den Clock-up-Eingang eingespeistes Signal
den Zählerstand der Zähleinheit erhöhen und ein in den Clock-down-Eingang eingespeistes
Signal den Zählerstand der Zähleinheit erniedrigen kann.
[0020] Insbesondere ist die Logikeinheit und speziell dessen ausgegebene Inkrementalsignale
an die Zähleinheit und speziell deren Eingabeports angepasst.
[0021] Der Zählerstand der Zähleinheit kann beispielsweise binär kodiert an die mindestens
eine Vergleicherschaltung übergeben werden, wobei bei Verwendung einer einzelnen Vergleicherschaltung
eine Betragsschaltung zwischen der Zähleinheit und der Vergleicherschaltung angeordnet
sein kann, so dass sowohl eine Bewegung des Schienenfahrzeuges in Vorwärtsrichtung,
als auch eine Bewegung des Schienenfahrzeuges in Rückwärtsrichtung von der einzelnen
Vergleicherschaltung erfasst wird. Die Bewegung in Vorwärtsrichtung kann eine Erhöhung
des Zählerstandes und die Bewegung in Rückwärtsrichtung eine Erniedrigung des Zählerstandes
zur Folge haben.
[0022] Im Allgemeinen kann es erwünscht sein, dass Rangierstöße, d.h. eine geringfügige
Bewegung des Schienenfahrzeuges, nicht als Bewegung des abgerüsteten Schienenfahrzeuges
detektiert werden. Es kann wünschenswert sein, bereits eine Radumdrehung eines Rades
des Schienenfahrzeuges um 60° zu detektieren.
[0023] Im Allgemeinen ist es erwünscht, Radumdrehungen von 100° anzuzeigen. Ab zwei vollen
Radumdrehungen (720°) des Schienenfahrzeuges ist eine Anzeige der Positionsänderung
des Schienenfahrzeuges im abgerüsteten Zustand notwendig.
[0024] Entsprechend dem verwendeten Sensor zur Erfassung der Drehung eines Fahrzeugrades
kann eine volle Umdrehung des Fahrzeugrades den Zählerstand um einen bestimmten Wert
N erhöhen bzw. erniedrigen.
[0025] Die Zähleinheit kann einen Aktivierungseingang aufweisen, über welchen ein Aktivierungssignal
eingespeist werden kann. Das Aktivierungssignal kann die Zähleinheit auf einen voreingestellten
Startwert zurücksetzen. Der voreingestellte Wert kann insbesondere hardwareseitig
eingestellt und der Zähleinheit zur Verfügung gestellt werden.
[0026] Die Vergleicherschaltung kann ein Ergebnissignal ausgeben, sobald ein von der Zähleinheit
zur Verfügung gestellter Zählerstand dem voreingestellten Vergleichswert entspricht.
Rein beispielhaft kann ein Ergebnissignal ein rechteckförmiger Spannungsimpuls sein.
[0027] Das Zustandselement ist als ein solches Element zu verstehen, welches zwei Zustände
speichern und entsprechend über einen Zustandsausgang ausgeben kann. Eine mögliche,
nicht einschränkende Ausgestaltung eines solchen Zustandselementes ist ein Flipflop,
dessen Zustandsausgang im aktivierten Zustand ein Spannungsniveau größer 0 aufweisen
kann, und welches bei Einspeisung eines Ergebnissignals der Vergleicherschaltung seinen
Zustand, d.h. beispielsweise die am Zustandsausgang anliegende Spannung ändert, zum
Beispiel auf 0 herabsetzt.
[0028] Über den Aktivierungseingang kann ein Aktivierungssignal sowohl an die Zähleinheit,
als auch an das Zustandselement übertragen werden. Wird ein solches Aktivierungssignal
übertragen, so wird der Zählerstand der Zähleinheit auf den voreingestellten Startwert
zurückgesetzt und das Zustandselement in den aktivierten Zustand versetzt. Bevorzugt
wird das Aktivierungssignal, welches in das Zustandselement eingespeist wird, im Vergleich
zum Aktivierungssignal, welches in die Zähleinheit eingespeist wird, verzögert. Somit
kann sichergestellt werden, dass die Zähleinheit kein Ergebnissignal mehr ausgibt,
wenn das Zustandselement in den aktivierten Zustand versetzt ist.
[0029] Rein beispielhaft soll die Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung an dieser Stelle
mit einem Zahlenbeispiel beschrieben werden. Es wird angenommen, dass eine volle Umdrehung
des Fahrzeugrades eines Schienenfahrzeuges im abgerüsteten Zustand erkannt und angezeigt
werden soll. Eine volle Umdrehung sei mit der Änderung des Zählerstandes der Zähleinheit
um 25 verbunden, wobei bei einer vollen Umdrehung in Vorwärtsrichtung der Zählerstand
um 25 erhöht und bei einer vollen Umdrehung in Rückwärtsrichtung der Zählerstand um
25 erniedrigt werden soll. Wird die Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung durch das
Aktivierungssignal aktiviert, so wird der Zählerstand der Zähleinheit auf 0 zurückgesetzt
und das Zustandselement nach einer Verzögerung durch das Verzögerungselement durch
das Aktivierungssignal in den aktivierten Zustand versetzt. Dreht nun das Fahrzeugrad
eine volle Umdrehung in Vorwärtsrichtung, so wird der Zählerstand der Zähleinheit
um 25 erhöht, der Zählerstand von 25 wird über die Betragsschaltung nicht verändert
und an die Vergleicherschaltung übertragen. Die Vergleicherschaltung vergleicht den
angelegten Zählerstand mit einem voreingestellten Vergleichswert von 25 und meldet
nach erfolgter vollständiger Umdrehung des Fahrzeugrades die Gleichheit in Form eines
Ergebnissignals über die Ergebnisleitung. Das Ergebnissignal führt dazu, dass sich
der Zustand des Zustandselementes ändert, d.h., dass dieses sich nicht mehr im aktivierten
Zustand befindet. Erfolgt eine vollständige Umdrehung des Fahrzeugrades in Rückwärtsrichtung,
so wird der Zählerstand der Zähleinheit um 25 von 0 auf minus 25 herabgesetzt, dieser
Wert wird durch die Betragsschaltung auf plus 25 umgesetzt. Der weitere Verlauf des
Vergleichens und des Auswertens entspricht der zuvor beschriebenen Drehung des Fahrzeugrades
in Vorwärtsrichtung.
[0030] In einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist der Aktivierungseingang
einen Tiefpassfilter auf. Ein Tiefpassfilter hat den Vorteil, dass eine ausreichende
Entstörung des Aktivierungseinganges gegeben ist. Elektromagnetische Störsignale können
zum Beispiel vom Schienenfahrzeug herrühren. Diese können durch einen Tiefpassfilter,
welcher lediglich Signale im Bereich um 200 Hz passieren lässt, herausgefiltert werden,
so dass diese das Zustandselement nicht fälschlicherweise in den aktivierten Zustand
versetzen können. Es ist wünschenswert, dass lediglich das Aktivierungssignal den
Tiefpassfilter passieren, das Zustandselement in den aktivierten Zustand versetzen
und den Zählerstand der Zähleinheit auf den Startwert zurücksetzen kann.
[0031] In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist eine Überwachungseinheit
zur Überwachung einer Speisespannung oder eines Speisestromes vorgesehen, wobei ein
Ausgang der Überwachungseinheit mit der Ergebnisleitung der mindestens einen Vergleicherschaltung
über eine ODER-Verknüpfung mit dem Zustandselement verbunden ist. Dies hat den Vorteil,
dass eine Unterbrechung der Energieversorgung der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung
nicht unbemerkt bleibt.
[0032] Somit kann angezeigt werden, ob eine Unterbrechung der Energieversorgung stattgefunden
hat. Ferner wird verhindert, dass das Schienenfahrzeug bei unterbrochener Energieversorgung
bewegt werden kann, ohne dass diese Manipulation bemerkt wird. Die Stillstandsüberwachung
kann folglich nicht durch Trennen der Energieversorgung umgangen werden.
[0033] Der geänderte Zustand des Zustandselementes besagt somit, dass entweder eine Bewegung
des Schienenfahrzeuges im abgerüsteten Zustand erfolgt ist, oder die Energieversorgung
der Vorrichtung unterbrochen wurde.
[0034] In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind zwei Vergleicherschaltungen
vorhanden, die jeweils einen unterschiedlichen voreingestellten Vergleichswert aufweisen,
wobei beide Vergleicherschaltungen über eine ODER-Verknüpfung mit dem Zustandselement
verbunden sind. Die Verwendung von zwei Vergleicherschaltungen ermöglicht eine richtungsabhängige
Überwachung der Drehung des Fahrzeugrades ohne Verwendung einer Betragsschaltung.
[0035] Der Vergleichswert der ersten Vergleicherschaltung ist bevorzugt größer als 0 und
weiter bevorzugt größer als die Anzahl der Schritte, um welche der Zählerstand erhöht
bzw. erniedrigt wird, wenn das Fahrzeugrad über einen zu detektierenden Grenzwert
hinaus gedreht wird.
[0036] Rein beispielhaft und nicht einschränkend sei eine Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung
beschrieben, die bei einer vollen Umdrehung des Fahrzeugrades den Zählerstand richtungsabhängig
um 25 erhöht bzw. erniedrigt.
[0037] Ist der Grenzwert der Drehung des Fahrzeugrades mit einer vollen Umdrehung angegeben
(ab einer vollen Umdrehung meldet die Vorrichtung also eine Bewegung des Fahrzeuges),
so ist ein voreingestellter Startwert der Zähleinheit bevorzugt auf 25 festgelegt.
[0038] Eine Drehung des Fahrzeugrades in Rückwärtsrichtung kann zum Beispiel ein Herabsetzen
des Zählerstandes hervorrufen. Wird das Fahrzeugrad eine volle Umdrehung in Rückwärtsrichtung
bewegt, so zählt die Zähleinheit vom voreingestellten Startwert von 25 herab und erreicht
nach einer vollen Umdrehung des Fahrzeugrades den Wert 0. Dieser Wert wird der ersten
Vergleicherschaltung übergeben und gegen einen ersten voreingestellten Vergleichswert,
bevorzugt der Wert 0, verglichen. Nach einer vollen Umdrehung des Fahrzeugrades gibt
die erste Vergleicherschaltung somit ein Ergebnissignal über die Ergebnisleitung aus
und ändert den Zustand des Zustandselements.
[0039] Die zweite Zählerschaltung kann in diesem nicht einschränkenden Beispiel einen zweiten
voreingestellten Vergleichswert aufweisen, der sich vom ersten voreingestellten Vergleichswert
unterscheidet. Bevorzugt entspricht der zweite voreingestellte Vergleichswert dem
doppelten Wert des voreingestellten Startwertes der Zähleinheit.
[0040] Da der voreingestellte Startwert der Zähleinheit bevorzugt über eine Hardware, zum
Beispiel ein Widerstandsnetzwerk, kodiert ist, kann dieser voreingestellter Startwert
abgegriffen werden und um 1 Bit verschoben als voreingestellter Vergleichswert der
zweiten Vergleicherschaltung zur Verfügung gestellt werden.
[0041] Die Verschiebung um 1 Bit resultiert in einer Verdopplung des Startwertes der Zähleinheit,
so dass der zweite voreingestellte Vergleichswert in dem obigen Beispiel 50 beträgt.
[0042] Bewegt sich nun das Fahrzeugrad in Vorwärtsrichtung, wird der Zählerstand der Zähleinheit
ausgehend vom voreingestellten Startwert 25 erhöht und erreicht nach einer vollen
Umdrehung des Fahrzeugrades in Vorwärtsrichtung den Wert 50.
[0043] Da die zweite Vergleicherschaltung den Zählerstand mit dem doppelten voreingestellten
Startwert der Zähleinheit vergleicht, gibt die zweite Vergleicherschaltung nach einer
vollen Umdrehung des Fahrzeugrades in Vorwärtsrichtung ein Ergebnissignal über eine
Ergebnisleitung aus. Auch das Ergebnissignal der zweiten Vergleicherschaltung ändert
den Zustand des Zustandselementes.
[0044] Die ODER-Verknüpfung erlaubt es, den Zustand des Zustandselementes zu ändern, wenn
lediglich eine der in dieser Ausgestaltung vorliegenden zwei Vergleicherschaltungen
ein Ergebnissignal ausgibt.
[0045] In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist ein Wegimpulsgeber
zur Erzeugung der mindestens zwei Inkrementalsignale und eine Messleitung zur Übertragung
der mindestens zwei Inkrementalsignale vom Wegimpulsgeber zur Logikeinheit vorhanden.
Der Wegimpulsgeber kann vorteilhafterweise bereits im Schienenfahrzeug, insbesondere
an der Achse eines Rades des Schienenfahrzeuges angebracht sein, wobei die Vorrichtung
zur Stillstandsüberwachung die vom Wegimpulsgeber erzeugten Inkrementalsignale abgreift
und zur Überwachung einer Bewegung des Schienenfahrzeuges im abgerüsteten Zustand
nutzt.
[0046] In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist ein magnetoresistiver
Sensor zur Erzeugung der mindestens zwei Inkrementalsignale und eine Messleitung zur
Übertragung der mindestens zwei Inkrementalsignale vom magnetoresistiven Sensor vorgesehen.
Weist das Schienenfahrzeug keinen Wegimpulsgeber auf, bzw. ist die Nutzung der vom
Wegimpulsgeber erzeugten Inkrementalsignale nicht möglich, so kann die Vorrichtung
zur Stillstandsüberwachung einen magnetoresistiven Sensor aufweisen, d.h. die Inkrementalsignale
selbständig erzeugen.
[0047] Hierbei sind mehrere Maßnahmen zur Erzeugung der Inkrementalsignale möglich. Die
im Folgenden beschriebenen Möglichkeiten der Erzeugung der Inkrementalsignale sind
ebenso auf den zuvor erwähnten Wegimpulsgeber anwendbar.
[0048] Eine erste Möglichkeit Inkrementalsignale zu erzeugen ist die Verwendung zweier sogenannter
Low-Power-Hall-Sensoren, die leicht außerhalb der Drehachse des Fahrzeugrades über
einem Dauermagneten angebracht sind. Die Pole des Dauermagneten weisen dabei von der
Drehachse des Fahrzeugrades weg. Die Verwendung von Low-Power-Hall-Sensoren, welche
auf dem Hall-Effekt basieren, stellt eine erste Möglichkeit der Zentrumsabtastung
vor, wobei die beiden Sensoren ein rechteckförmiges periodisches Signal mit einer
Periode pro Umdrehung der Radachse generieren. Diese Lösung ist eingelagert und weist
somit Verschleiß auf.
[0049] Eine weitere Möglichkeit der Zentrumsabtastung ist die Verwendung eines magnetoresistiven
Sensors, welcher auf der Drehachse über dem Dauermagneten (mit gleicher Ausrichtung,
wie in der zuvor beschriebenen Möglichkeit), angeordnet ist. Magnetoresistive Sensoren
liefern allerdings ein Sinus- bzw. Kosinus-Signal, welches mittels einer entsprechenden
Schaltung (Verstärker und Digitalisierer) in zwei rechteckförmige um 90° phasenverschobene
Impulsfolgen konvertiert werden können. Auch diese Möglichkeit der Erzeugung der Inkrementalsignale
liefert eine Periode der Rechteckschwingung pro Umdrehung der Radachse, wobei in der
zweiten Möglichkeit die Auflösung durch eine Interpolation der Sinus- bzw. Kosinussignale
erhöht werden kann. Dies verkompliziert das System allerdings. Diese Lösung ist lagerlos
und somit verschleißfrei.
[0050] Eine weitere Möglichkeit zur Erzeugung der Inkrementalsignale ist die Verwendung
eines Polrades, welches als eine Vielzahl in umfänglicher Richtung um die Achse des
Fahrzeugrades angeordnete Permanentmagnete aufweist.
[0051] Ein solches Polrad kann um einen Endabschnitt der Radachse des Fahrzeugrades herum
angeordnet sein, wobei dessen Abtastung von magnetoresistiven Sensoren, welche das
Polrad in einer Richtung zur Drehachse der Radachse hin abtasten, erfolgen kann. Der
Vorteil einer solchen Abtastung ist, dass die Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung
lagerlos ausgestaltet ist und somit keinem Verschleiß unterliegt. Ein weiterer Vorteil
ist, dass alleinig durch die Wahl der Anzahl von im Polrad untergebrachten Permanentmagneten
die Auflösung der Ermittlung einer Raddrehung bestimmt werden kann.
[0052] Eine weitere Möglichkeit, die Inkrementalsignale mittels eines Polrades zu erzeugen,
ist die Verwendung von Low-Power-Hall-Sensoren, welche allerdings eine Eigenlagerung
erfordert, da Unebenheiten der Radachse des Fahrzeugrades und somit je nach Winkelposition
der Drehachse ein variierender Abstand zwischen dem Polrad und den Low-Power-Hall-Sensoren
bestehen kann, welche eine Messung der Drehung des Fahrzeugrades erschwert bzw. gänzlich
verhindert.
[0053] In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist eine Magnetfeldüberwachungseinheit
vorgesehen, deren Ausgang mit der Ergebnisleitung der mindestens einen Vergleicherschaltung
über eine ODER-Verknüpfung mit dem Zustandselement verbunden ist. Insbesondere bei
Ausgestaltungen der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung, in welchem ein an der
Radachse angebrachtes Polrad Verwendung findet, ist es vorteilhaft, eine Manipulation
der Vorrichtung zu erkennen und anzuzeigen. Somit ist es nicht möglich, dass die Vorrichtung
zur Stillstandsüberwachung von der Radachse entfernt, das Schienenfahrzeug bewegt
und die Vorrichtung erneut an die Radachse angebracht wird, ohne dass das Zustandselement
eine derartige Manipulation detektiert und anzeigt.
[0054] Die Magnetfeldüberwachungseinheit kann bei sinus- und kosinusförmigen Inkrementalsignalen
verwendet werden, wobei diese quadriert und summiert werden. Ergibt diese Summe nicht
1, so kann die Magnetfeldüberwachungseinheit das Zustandselement deaktivieren, d.h.
aus dem aktivierten Zustand in einen nicht-aktivierten Zustand versetzen.
[0055] Folglich kann die Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung durch drei mögliche Ereignisse
vom aktivierten Zustand, welcher den Stillstand des Fahrzeuges anzeigt, in einen deaktivierten
Zustand versetzt werden.
[0056] Zum einen geschieht dies durch eine Bewegung des Fahrzeuges, zum anderen kann dies
aufgrund einer unterbrochenen Energieversorgung oder einer Entfernung der Vorrichtung
vom an der Radachse angebrachten Polrad geschehen. Folglich kann eine Manipulation
der Vorrichtung stets erkannt und angezeigt werden.
[0057] In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist ein Diagnoseeingang
vorgesehen, über den ein Diagnosesignal einspeisbar ist, welches das Zustandselement
in den aktivierten Zustand versetzt. Ein solcher Diagnoseeingang hat den Vorteil,
dass jederzeit ein Funktionstest der Vorrichtung durchgeführt werden kann. Das Diagnosesignal
kann dabei einem Aktivierungssignal entsprechen, wobei das Diagnosesignal über eine
separate Leitung, d.h. dem Diagnoseeingang eingespeist werden kann.
[0058] Die Einspeisung des Diagnosesignals während einer Bewegung des Fahrzeuges führt somit
dazu, dass das Zustandselement in den aktivierten Zustand versetzt wird und nach dem
Zurücklegen einer vorbestimmten Wegstrecke korrekterweise eine Bewegung des Fahrzeuges
detektiert und anzeigt.
[0059] In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist ein automatischer
Aktivierungsgenerator vorgesehen, der ausgestaltet ist im aufgerüsteten Zustand des
Fahrzeuges, d.h. in einem betriebsbereiten Zustand des Fahrzeuges, ein periodisches
Aktivierungssignal zu generieren. Ein periodisch generiertes Aktivierungssignal hat
den Vorteil, dass eine im Wesentlichen permanente Kontrolle der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung
möglich ist, so dass ein Ausfall derselben sofort erkannt und die Vorrichtung repariert
oder ersetzt werden kann.
[0060] Die periodische Erzeugung des Aktivierungssignals kann automatisch nach dem Aufrüsten
des Schienenfahrzeuges erfolgen. Sofern beim Aufrüsten des Schienenfahrzeuges die
Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung eine Bewegung des Schienenfahrzeuges meldet,
wird die periodische Erzeugung des Aktivierungssignals nicht gestartet, da diese ansonsten
die Alarmmeldung überschreiten würde.
[0061] Ein weiterer Vorteil eines periodisch erzeugten Aktivierungssignals ist, dass beim
Abrüsten des Schienenfahrzeuges nicht die Gefahr besteht, dass die Aktivierung der
Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung versäumt, vergessen oder erst nach der Stromunterbrechung
des Schienenfahrzeuges initiiert wird.
[0062] Die Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung kann in einer weiteren Ausgestaltung mit
einem Wegimpulsgeber in einem gemeinsam genutzten Aufnahmegehäuse zu einem Sensorsystem
kombiniert werden. Dies hat den Vorteil, dass eine einzige Radachse zur Anbringung
von zwei Vorrichtungen unterschiedlicher Funktion genutzt werden kann.
[0063] Das eingangs beschriebene Verfahren zur Stillstandsüberwachung kann für das Überwachen
der Drehung eines Fahrzeugrades auf eine zuvor beschriebene Vorrichtung zurückgreifen.
Die Drehung des Fahrzeugrades kann dabei mittels verschiedener Inkrementalgeber generiert
werden. Insbesondere können die Inkrementalsignale den Zählerstand sowohl erhöhen
bzw. erniedrigen, wobei die Richtung der Änderung des Zählerstandes abhängig von der
Drehrichtung des Fahrzeugrades ist.
[0064] Das Setzen des Startwertes der Zähleinheit und das Vergleichen des Zählerstandes
erfolgt mit einem voreingestellten Start- bzw. Vergleichswert, der bevorzugt in einer
Hardware kodiert sein kann. Die Kodierung eines voreingestellten Vergleichswertes
kann zum Beispiel mittels eines Widerstandsnetzwerkes erfolgen.
[0065] Wird der Zählerstand mit zwei voreingestellten Vergleichswerten verglichen, so kann
der voreingestellte Vergleichswert für eine zweite Vergleicherschaltung dem doppelten
Wert des voreingestellten Startwertes der Zähleinheit entsprechen. Der zweite Vergleichswert
kann hierbei aus dem Startwert der Zähleinheit gewonnen werden, indem der binär kodierte
Startwert um 1 Bit verschoben als Vergleichswert in die zweite Vergleicherschaltung
eingespeist wird.
[0066] Unter dem Ausgeben eines Statussignals kann die Änderung einer auf einer Leitung
anliegenden Spannung oder aber das Übertragen eines Pulses bzw. einer Pulsfolge verstanden
werden.
[0067] In einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst dieses ferner das
automatische Erzeugen eines Aktivierungssignals vor dem Abrüsten des Fahrzeuges. Dies
hat den Vorteil, dass die Aktivierung der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung stets
erfolgt und weder vergessen, noch durch eine zeitlich falsche Abfolge der Aktivierung
der Stillstandsüberwachung und des Stromlosschaltens nicht erfolgt.
[0068] Das Aktivierungssignal kann an die Zähleinheit und an das Zustandselement übertragen
werden, wobei das Aktivierungssignal bevorzugt mit einer Verzögerung am Zustandselement
eingespeist wird. Somit ist sichergestellt, dass zuerst der Zählerstand der Zähleinheit
auf den voreingestellten Startwert zurückgesetzt wird, bevor das Zustandselement sich
in dem aktivierten Zustand versetzt wird und somit bei Anliegen eines Ergebnissignal
sofort wieder deaktiviert wird. Die Verzögerung erlaubt somit eine Art Totzeit, innerhalb
welcher der Zustand des Zustandselementes zwar veränderbar ist, allerdings nach der
Totzeit in einen definierten Zustand gebracht wird.
[0069] Das automatische Erzeugen des Aktivierungssignals kann beispielsweise beim Stillstand
des Fahrzeuges, der zum Beispiel durch einen Wegimpulsgeber angezeigt werden kann,
geschehen. Ebenso ist es möglich, dass das automatische Erzeugen des Aktivierungssignals
automatisch vor dem Stromlosschalten des Fahrzeuges geschieht, wobei das Stromlosschalten
beispielsweise mittels eines Schalters erfolgen kann, der mindestens drei unterschiedliche
Stellungen aufweist, wobei in einer mittleren Stellung des Schalters das Aktivierungssignal
erzeugt wird, bevor nach weiterer Bewegung des Schalters das Fahrzeug stromlos geschaltet
wird.
[0070] In einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das automatisch
erzeugte Aktivierungssignal vor dem Abrüsten des Fahrzeuges periodische generiert.
Diese Ausgestaltung erlaubt es, die Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung jederzeit
im Betrieb des Fahrzeuges zu testen und automatisiert den Prozess des Abrüstens eines
Schienenfahrzeuges.
[0071] Der Zugführer muss somit nicht zusätzlich zu den Schritten beim Abrüsten des Fahrzeuges
den Schritt des Aktivierens der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung durchführen,
da dieser Schritt, insbesondere das Erzeugen des Aktivierungssignals, bereits vorab
automatisch erfolgt ist.
[0072] Somit kann beispielsweise die Zugsteuerung das Aktivierungssignal auslösen, was im
Falle einer periodischen Erzeugung des Aktivierungssignals ferner den Vorteil hat,
dass ein Defekt der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung sofort erkennbar ist. Die
periodische Erzeugung des Aktivierungssignals kann beispielsweise mit einer Frequenz
von 1 Hz erfolgen, so dass ein Ausfall der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung
im Betrieb des Fahrzeuges quasi instantan detektierbar ist und angezeigt werden kann.
[0073] Mit dieser Ausgestaltung des Verfahrens besteht auch nicht die Gefahr, dass das Stromlosschalten
des Fahrzeuges erfolgt, bevor die Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung aktiviert
wurde. Ein erneutes Aufrüsten des Fahrzeuges, um die Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung
zu aktivieren, ist somit nicht notwendig.
[0074] Das periodische Erzeugen des Aktivierungssignals, d.h. eine kontinuierliche Nutzung
der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung, ist mit keinerlei Verschleiß verbunden.
[0075] In einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das automatische
und periodische Erzeugen des Aktivierungssignals und das ausgegebene Statussignal
mit einem jeweiligen Erwartungswert verglichen, wobei bei Übereinstimmung mit dem
jeweiligen Erwartungswert die korrekte Funktion der Stillstandsüberwachung angezeigt
wird. Dies hat den Vorteil, dass ein Ausfall oder Defekt der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung
sofort angezeigt wird.
[0076] Im Folgenden wird die Erfindung anhand beispielhafter Ausgestaltungen mit Bezug zu
den beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Gleiche technische Merkmale und technische
Merkmale mit gleicher Funktion werden der Übersichtlichkeit halber mit denselben Bezugszeichen
versehen. Einzelne technische Merkmale der beschriebenen Ausgestaltungen können beliebig
kombiniert und/oder weggelassen werden, sofern es nicht auf den mit dem weggelassenen
technischen Merkmal erzielten technischen Effekt ankommt.
[0077] Es zeigen:
- Fig.1
- eine Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung, welche in einem Sensorsystem aufgenommen
und an einer Radachse befestigt ist;
- Fig. 2
- eine Schaltbild einer Ausgestaltung der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung;
- Fig. 3a
- eine schematische Darstellung einer ersten Möglichkeit der Radialabtastung eines Fahrzeugrades;
- Fig. 3b
- eine schematische Darstellung einer zweiten Möglichkeit der Radialabtastung eines
Fahrzeugrades;
- Fig. 4a
- eine schematische Darstellung einer ersten Möglichkeiten der Zentrumabtastung eines
Fahrzeugrades; und
- Fig. 4b
- eine schematische Darstellung einer zweiten Möglichkeiten der Zentrumabtastung eines
Fahrzeugrades; und
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung einer möglichen Ausgestaltung der Zähleinheit und zweier
Vergleicherschaltungen als Teil der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung; und
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung eines Sensorsystem zur Anbringung an einer Radachse
eines Fahrzeuges
[0078] In der Figur 1 ist ein erfindungsgemässes Sensorsystem zur Anbringung an einer Radachse
9 eines Schienenfahrzeuges (nicht dargestellt) gezeigt. Das Fahrzeug kann sich in
einem aufgerüsteten Zustand, d.h. in einem betriebsbereiten Zustand oder in einem
abgerüsteten Zustand, d.h. in einem abgeschalteten Zustand befinden. In einem abgeschalteter
Zustand ist das Fahrzeug in der Regel in Ruheposition und die elektrische Versorgung
ist bis auf ggf. einem Batteriebetrieb abgeschaltet.
[0079] Das Sensorsystem umfasst ein Aufnahmegehäuse 7 zur Aufnahme mindestens einer Vorrichtung
zur Stillstandsüberwachung 1. Ferner ist ein Wegimpulsgeber 5 vorgesehen, der Teil
der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung 1 sein kann oder separat vorgesehen ist.
[0080] Der Wegimpulsgeber 5 umfasst zumindest einen Sensor 13, der eine Massverkörperung
11 in der Ausführung eines Magneten (Figuren 3a, 3b, 4a, 4b) abtastet. Der Sensor
13 dient in Zusammenwirkung mit der Massverkörperung 11 zur Erfassung einer Rotation
der Radachse 9 des Schienenfahrzeuges.
[0081] Die Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung 1 ist an dem Aufnahmegehäuse 7 befestigt.
Die Massverkörperung 11 ist in der Ausführungsform der Fig. 1 als ein Polrad 15 ausgebildet.
Das Polrad 15 ist auf der Radachse 9 befestigt.
[0082] Für lagerbehaftete Vorrichtungen zur Stillstandsüberwachung 1 kann ein Eingreiforgan
(nicht dargestellt) vorgesehen sein. In besagten lagerbehafteten Ausgestaltungen der
Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung 1 greift das Eingreiforgan in ein Mitnahmeorgan
(nicht gezeigt), so dass das Mitnahmeorgan die Rotation der Radachse 9 des Fahrzeugs
auf einer Welle (nicht gezeigt) der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung 1 übertragen
wird. Auf der gelagerten Welle der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung 1 befindet
sich die Massverkörperung 11 in der Ausführung eines Magneten, welcher von einen oder
mehreren Sensoren 13 abgetastet wird.
[0083] Die Figur 2 zeigt ein Schaltbild der erfindungsgemässen Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung
mit einem Wegimpulsgeber 5.
[0084] Der Wegimpulsgeber 5 dient zur Erfassung von Drehbewegungen der Radachse 9. Hierbei
tastet ein Sensor 13 die Massverkörperung 11 ab. Die Massverkörperung 11 kann als
ein mehrpoliger Magnet in der Ausführung eines magnetischen Polrads 15 ausgeführt
sein.
[0085] Die Figuren 3a und 3b zeigen zwei Varianten der Radialabtastung eines Fahrzeugrades
(nicht gezeigt), wobei in beiden gezeigten Varianten als Massverkörperung 11 ein mehrpoliger
Magnet in der Ausführung eines Polrads 15 verwendet wird.
[0086] In der ersten Variante der Figur 3a werden als Sensoren 11 zwei Low-Power-Hall Sensoren
21 verwendet. Die Low-Power-Hall-Sensoren 21 liefern direkt Inkrementalsignale, welche
in Rechteckform vorliegen.
[0087] In einer zweiten Variante der Figur 3b wird als Sensor 11 ein magnetoresistiver Sensor
19 vorgesehen, welcher kosinus- bzw. sinusförmige Signale ausgibt, die in der dargestellten
Verstärkerschaltung verstärkt werden und im Anschluss mittels einer Analog-Digital-Schaltung
digitalisiert werden. Nach der Digitalisierung liegen Inkrementalsignale in einer
Rechteckform vor. Die dargestellten rechteckförmigen Inkrementalsignale sind hierbei
um 90° zueinander phasenverschoben.
[0088] Alternativ kann die Massverkörperung 11 in einer gelagerten Ausführung auch als ein
zweipoliger Magnet 17 ausgeführt sein. In den Figuren 4a und 4b sind zwei Varianten
der Zentrumsabtastung einer Radachse eines Schienenfahrzeuges (nicht gezeigt) dargestellt.
Die erste Variante der Fig. 4a benutzt zwei Low-Power-Hall-Sensoren 21, welche außeraxial,
d.h. neben der Radachse 9 des nicht gezeigten Fahrzeugrades angeordnet sind. Die Low-Power-Hall-Sensoren
21 befinden sich über einem zweipoligen Magneten 11, welcher auf der Radachse 9 angebracht
ist. Die beiden Low-Power-Hall-Sensoren 21 liefern pro Umdrehung der Radachse 9 eine
Periode der Inkrementalsignale, welche in Rechteckform vorliegen.
[0089] Die Figur 4b zeigt die Verwendung eines magnetoresistiven Sensors 19, welcher auf
der Radachse 9 angeordnet ist und sich über dem zweipoligen Magneten 11 befindet.
Auch in dieser Ausgestaltung der Zentrumsabtastung wird eine Verstärkerschaltung mit
einer nachgeschalteten Analog-Digital-Schaltung verwendet, um Inkrementalsignale in
Rechteckform zu erhalten.
[0090] Von der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung 1 wird eine mögliche Bewegung der
Massverkörperung 11 detektiert.
[0091] Eine Erfassungseinrichtung 23 (Figur 2) weist jeweils eine Zähleinheit 25, mindestens
eine Vergleicherschaltung 27, ein Zustandselement 29 und eine Ergebnisleitung 31 auf.
Die Ergebnisleitung 31 verbindet die mindestens eine Vergleicherschaltung 27 und das
Zustandselement 29.
[0092] Ebenso ist ein Zustandsausgang 33 gezeigt, welcher den Zustand des Zustandselementes
29 in Form eines Statussignals außerhalb der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung
zur Verfügung stellt. Die Massverkörperung 11 wird mittels eines geeigneten Sensors
13 abgetastet, welcher Inkrementalsignale an eine Logikeinheit 35 der Vorrichtung
zur Stillstandsüberwachung 1 überträgt.
[0093] Die jeweilige Logikeinheit 35 überträgt verarbeitete Inkrementalsignale zur jeweiligen
Zähleinheit 25 der Erfassungseinrichtung 23. Diese Verbindung ist lediglich für eine
erste Erfassungseinrichtung 23 dargestellt. In der schematische Darstellung eines
Sensorsystem zur Anbringung an einer Radachse eines Fahrzeuges der Fig. 6 sind mehrere
Erfassungseinrichtungen 23 gezeigt, die parallel zueinander angeordnet sind.
[0094] Jede Erfassungseinrichtung 23 der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung 1 besitzt
neben dem Zustandsausgang 33 einen Aktivierungseingang 37, welcher sowohl mit der
Zähleinheit 25, als auch über ein Verzögerungsglied 39 mit dem Zustandselement 29
verbunden ist.
[0095] Der Zustandsausgang 33 und auch der Aktivierungseingang 37 einer jeden Erfassungseinrichtung
23 sind mit einer Auswerteeinheit 67 (dargestellt in der Figur 6) verbunden. Die Auswerteeinheit
67 kann zum Beispiel in einem Fahrzeugleitstand 69 des nicht gezeigten Schienenfahrzeuges
angeordnet sein.
[0096] In anderen Ausgestaltungen der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung 1 kann die
Massverkörperung 11 Teil der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung sein. Hierbei
kann es sich, wie bereits erwähnt, um eine eigengelagerte Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung
1 handeln. Es kann ebenso die Auswerteeinheit 67 in der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung
1 integriert sein.
[0097] Wie in der Figur 2 dargestellt ist die Massverkörperung 11 als ein mehrpoliger Magnet
in der Ausführung eines Polrades 15 ausgestaltet und wird von zwei Low Power Hall
Sensor 21 radial abgetastet. Die Inkrementalsignalen der Low Power Hall Sensoren 21
werden an eine Logikeinheit 35 geführt. Die Logikeinheit 35 stellt einer Zähleinheit
25 verarbeitete Inkrementalsignale zur Verfügung.
[0098] Die verarbeiteten Inkrementalsignale können in Form eines Clock-up- bzw. eines Clock-down-Signals,
oder aber in Form eines Clock-Signals und eines V/R-Signals (Vorwärts / Rückwärts-Signal)
vorliegen.
[0099] Die Zähleinheit 25 wird mit einem hardcodierten Startwert 41 versehen. An den Ausgängen
der Zähleinheit 25 wird ein Zählerstand über Datenleitungen an zwei Vergleicherschaltungen
27, 27a, 27b übertragen. Eine mögliche Ausgestaltung der Zähleinheit 25 mit zwei Vergleicherschaltungen
27, 27a, 27b ist als Teil der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung 1 schematisch
in der Figur 5 gezeigt.
[0100] Die erste Vergleicherschaltung 27a vergleicht den angelegten Zählerstand mit einem
ersten voreingestellten Vergleichswert der Zähleinheit 25, der dem Wert 0 entspricht.
[0101] Der Zählerstand der Zähleinheit 25 wird über Datenleitungen auch an eine zweite Vergleicherschaltung
27b übertragen, wobei die zweite Vergleicherschaltung 27b diesen Zählerstand mit einem
zweiten voreingestellten Vergleichswert der Zähleinheit 25 vergleicht. Der zweite
voreingestellte Vergleichswert der Zähleinheit 25 entspricht dem doppelten Wert des
hardcodierten Startwertes 41 der Zähleinheit 25. Dies wird durch eine Verschiebung
um 1 Bit erreicht. Somit muss der zweite voreingestellte Vergleichswert der zweiten
Vergleicherschaltung 27b nicht separat eingestellt werden.
[0102] Jede Vergleicherschaltung 27, 27a, 27b weist eine Ergebnisleitung 31 auf, welche
zusammen mit einem Signal einer Spannungsüberwachungseinheit 51 sowie einem Signal
einer Magnetfeldüberwachungseinheit 3 über eine ODER-Verknüpfung 45 anliegen. Das
Ausgangssignal der ODER-Verknüpfung 45 wird an das Zustandselement 29 übergeben. Das
Zustandselement 29 weist einen Zustandsausgang 33 auf, über den der Zustand des Zustandselementes
29 abgegriffen werden kann.
[0103] Ferner ist in der in Figur 2 gezeigten Ausgestaltung der Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung
1 ein Aktivierungseingang 37 gezeigt. Über den Aktivierungseingang 37 kann ein Aktivierungssignal
an einen Preset-Eingang 63 der Zähleinheit 25 eingespeist werden. Das Aktivierungssignal
wird von einem Fahrzeugleitstand 69 des Schienenfahrzeuges bereitgestellt und passiert
vor dem Preset-Eingang 63 einen Tiefpassfilter 47.
[0104] Das Aktivierungssignal dient zum Setzen der Zähleinheit 25 auf den hardcodierten
Startwert 41. Gleichzeitig wird das Aktivierungssignal über ein Verzögerungsglied
39 an das Zustandselement 29 geleitet. Eine Einspeisung des Aktivierungssignals in
das Zustandselement 29 versetzt dieses in den aktivierten Zustand (nicht gezeigt).
[0105] Ferner zeigt die Figur 2 die Magnetfeldüberwachungseinheit 3 und die Spannungsüberwachungseinheit
51, auf welche nicht näher eingegangen wird. Es sei lediglich erwähnt, dass die Magnetfeldüberwachungseinheit
3 und die Spannungsüberwachungseinheit 51 bei einer Manipulation der Vorrichtung zur
Stillstandüberwachung 1 das Zustandselement 29 deaktivieren kann, d.h. aus dem aktivierten
Zustand in einen deaktivierten Zustand schalten kann.
[0106] Ferner kann im Fahrzeugleitstand 69 des Schienenfahrzeuges ein Aktivierungssignal
periodisch generiert werden, welches zum automatischen Überprüfen der Vorrichtung
zur Stillstandüberwachung 1 dient.
[0107] Die Figur 5 zeigt eine Zähleinheit 25 und zwei mit dieser verbundenen Vergleicherschaltungen
27a sowie 27b. Die Zähleinheit 25 weist drei Datenleitungen 55 auf. In der in der
Figur 5 gezeigten Ausgestaltung sind ein Clock-Signal-Eingang 59, ein V/R-Signal-Eingang
61 sowie Preset-Eingang 63 dargestellt.
[0108] Ein eingespeistes Aktivierungssignal setzt den Zählerstand der Zähleinheit 25 auf
den hardcodierten Startwert 41. Der hardcodierte Startwert 41 ist durch ein gezeichnetes
Rechteck symbolisiert.
[0109] Wie bereits oben beschrieben, wird der hardcodierte Startwert 41 der Zähleinheit
25 um 1 Bit versetzt als zweiter voreingestellter Vergleichswert an die zweite Vergleicherschaltung
27b übergeben. Die beiden Vergleicherschaltungen 27a und 27b weisen jeweils eine Ergebnisleitung
31 auf, über welche ein Ergebnissignal ausgegeben werden kann. In der Figur 5 ist
das Ergebnissignal als einzelner Impuls gezeigt, wobei das Ergebnissignal auch eine
Pulsfolge sein kann.
1. Vorrichtung zur Stillstandsüberwachung von Fahrzeugen, insbesondere von Schienenfahrzeugen,
umfassend wenigstens:
- eine Logikeinheit (35) zur Aufnahme und Verarbeitung mindestens zweier in Abhängigkeit
der Drehung eines Fahrzeugrades generierter Inkrementalsignale;
- eine Zähleinheit (25), die einen Zählerstand in Abhängigkeit von den von der Logikeinheit
(35) verarbeiteten mindestens zwei Inkrementalsignalen erhöht oder erniedrigt;
- mindestens eine Vergleicherschaltung (27) zum Vergleichen des Zählerstandes mit
einem in der mindestens einen Vergleicherschaltung (27) voreingestellten Vergleichswert
und zum Ausgeben eines Ergebnissignals über eine Ergebnisleitung (31);
- ein mit der mindestens einen Vergleicherschaltung (27) über die Ergebnisleitung
(31) verbundenes Zustandselement (29), dessen Zustand sich zumindest in Abhängigkeit
von dem Ergebnissignal ändert;
- einen Aktivierungseingang (37) zur Übertragung eines Aktivierungssignals an die
Zähleinheit (25) und über ein Verzögerungsglied (39) an das Zustandselement (29),
wobei das Aktivierungssignal das Zustandselement (29) in einen aktivierten Zustand
setzt; und
- einen Zustandsausgang (33), über welchen der Zustand des Zustandselementes (29)
ausgegeben wird.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, wobei der Aktivierungseingang (37) einen nachgeschalteten
Tiefpassfilter (47) aufweist.
3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei eine Überwachungseinheit (51) zur Überwachung
einer Versorgungsspannung vorgesehen ist, deren Ausgang mit der Ergebnisleitung (31)
der mindestens einen Vergleicherschaltung (27) über eine ODER-Verknüpfung (45) mit
dem Zustandselement (29) verbunden ist.
4. Vorrichtung (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine
Magnetfeldüberwachungseinheit (3) vorgesehen ist, deren Ausgang wenigstens mit der
Ergebnisleitung (31) der mindestens einen Vergleicherschaltung (27) über eine ODER-Verknüpfung
(45) mit dem Zustandselement (29) verbunden ist.
5. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei zwei Vergleicherschaltungen
(27a, 27b) vorhanden sind, die jeweils einen unterschiedlichen voreingestellten Vergleichswert
aufweisen, wobei beide Vergleicherschaltungen (27, 27a, 27b) über eine ODER-Verknüpfung
(45) mit dem Zustandselement (29) verbunden sind.
6. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei ein Wegimpulsgeber (5) zur
Erzeugung der mindestens zwei Inkrementalsignale und eine Meßleitung zur Übertragung
der mindestens zwei Inkrementalsignale vom Wegimpulsgeber (5) zur Logikeinheit (35)
vorhanden sind.
7. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei ein magnetoresistiver Sensor
(19) zur Erzeugung der mindestens zwei Inkrementalsignale und eine Meßleitung zur
Übertragung der mindestens zwei Inkrementalsignale vom magnetoresistiven Sensor (19)
vorgesehen sind.
8. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei wenigstens zwei Low-Power-Hall-Sensoren
(21) zur Erzeugung der mindestens zwei Inkrementalsignale und eine Meßleitung zur
Übertragung der mindestens zwei Inkrementalsignale von den zwei Low-Power-Hall-Sensoren
(21) vorgesehen sind.
9. Sensorsystem zur Anbringung an einer Radachse (9) eines Fahrzeuges, insbesondere eines
Schienenfahrzeuges, mit einem Aufnahmegehäuse (7) zur Aufnahme mindestens einer Vorrichtung
(1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7.
10. Verfahren zur Stillstandsüberwachung von Fahrzeugen, insbesondere Schienenfahrzeugen,
umfassend:
- das Überwachen der Drehung eines Fahrzeugrades, wobei die Drehung des Fahrzeugrades
mindestens zwei Inkrementalsignale generiert, die einen Zählerstand einer Zähleinheit
(25) drehrichtungsabhängig erhöhen oder erniedrigen, und wobei die Änderung des Zählerstandes
proportional zur Drehung des Fahrzeugrades ist;
- das Vergleichen des Zählerstandes mit mindestens einem Vergleichswert, wobei der
Vergleichswert dem doppelten Wert eines voreingestellten Startwertes entspricht; und
- das Ausgeben eines Statussignals entsprechend einem Ergebnis des Vergleiches des
Zählerstandes mit dem mindestens einen Vergleichswert.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei ein Aktivierungssignal über einen Aktivierungseingang
(37) der Zähleinheit (25) angelegt wird und das Aktivierungssignal die Zähleinheit
(25) auf den voreingestellten Startwert setzt.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei der voreingestellten Startwert in Abhängigkeit von
einem Ansprechwinkel einer Drehung der Radachse (9) bestimmt wird und insbesondere
hardwareseitig eingestellt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 und 12, wobei der voreingestellten Startwert
in Abhängigkeit von einer Auflösung des Wegimpulsgebers (5) bestimmt wird und insbesondere
hardwareseitig eingestellt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, wobei das Vergleichen des Zählerstandes
der Zähleinheit (25) mit einem ersten Vergleichswert und einem zweiten Vergleichswert
erfolgt, wobei der erste Vergleichswert dem Wert Null entspricht und der zweite Vergleichswert
dem doppelten Wert des voreingestellten Startwertes entspricht.
15. Verfahren nach Anspruch 10, wobei ein automatisch und periodisch erzeugtes Aktivierungssignal
und das ausgegebene Statussignal mit einem jeweiligen Erwartungswert verglichen werden
und wobei bei Übereinstimmung mit dem jeweiligen Erwartungswert die korrekte Funktion
der Stillstandsüberwachung angezeigt wird.