[0001] Die Erfindung betrifft ein Fadenliefergerät zur Lieferung eines Fadens zu einer Textilmaschine.
Das Fadenliefergerät ist mit einem Speicherkörper versehen, von dem der Faden durch
die Textilmaschine abgezogen wird. Ein derartiges Fadenliefergerät wird auch Speicher-Fadenliefergerät
genannt. Das Fadenliefergerät weist eine im Fadenverlauf nach dem Speicherkörper angeordnete
Bremsvorrichtung zur Einstellung einer Fadenspannung des Fadens auf. Die Bremsvorrichtung
umfasst einen Bremskörper und eine Einstellvorrichtung für den Bremskörper, wobei
der Bremskörper durch die Einstellvorrichtung gegen eine Klemmfläche an einem Abzugsende
des Speicherkörpers pressbar ist.
[0002] Problematisch bei einer solchen Anordnung ist, dass die Bremskörper gleichzeitig
in Bezug auf die Achse des zylinderförmigen Speicherkörpers zu zentrieren ist. Dazu
weist die Bremsvorrichtung eine axial elastische Zentriereinheit als Halterung für
den Bremskörper auf.
[0003] Die
EP 0 652 312 B1 beschreibt eine positiv modulierte Fadenbremse mit einem kegelstumpfförmigen Bremskörper,
der durch ein elastisches Mittel vor und koaxial zu einer Trommel der Liefervorrichtung
getragen wird. Das elastische Mittel ist vorzugsweise von einem Satz aus drei zueinander
um 120° versetzt angeordnete Federn gebildet. Die Federn sind innerhalb eines Trägerrings
angeordnet, der starr mit einem Schlitten gekoppelt ist, welcher parallel zur Trommel
gleiten kann. Eine Zugvorrichtung ermöglicht es, den Trägerring zu bewegen, um eine
elastische Kraft, mit der der Bremskörper auf die Trommel drückt, zu variieren. D.
h. eine Zentriereinheit der Bremsvorrichtung weist den Trägerring und die drei am
Bremskörper angebrachten Federn auf. Da der Trägerring geführt ist, ermöglichen die
Federn sowohl eine Verstellbarkeit der Federkraft in axialer Richtung als auch eine
Zentrierung des Bremskörpers durch die am Umfang gleichmäßig verteilten Federelemente.
Nachteilig ist jedoch, dass Federelemente einzeln am Trägerring und am Bremskörper
befestigt werden. Ein Austausch des Verschleißteils des Bremskörpers ist aufwendig.
[0004] Eine Bremsvorrichtung für Schussfäden für Garnzuführer mit einer stationären Trommel
ist aus der
EP 2 719 804 B1 bekannt. Sie umfasst ein Bremsbauteil mit einem kreisrunden Profil, das durch elastische
Mittel in der Mitte einer ringförmigen Halterung koaxial abgestützt ist. Die elastischen
Mittel sind als langgestreckte elastische Teile wie Schraubenfedern, ausgeführt. Die
z. B. drei Schraubenfedern sind an beiden Enden an der ringförmigen Halterung verankert.
Ihre dazwischenliegenden Abschnitte stehen mit Befestigungsvorsprüngen eines koaxial
mit dem Bremsbauteil verbundenen inneren Rings im Eingriff.
[0005] D. h. die elastischen Mittel der Bremsvorrichtung weisen eine Zentriereinheit mit
einem als ringförmige Halterung bezeichneten äußeren Ringträger, einen als Ring bezeichneten
und am Bremsbauteil angeordneten inneren Ringträger und drei Federelemente auf. Die
ringförmige Halterung ist mit einem Rahmen verbunden, der an einem Gehäuse des Garnzuführers
angeordnet ist.
[0006] Eine aus der
EP 0 536 088 B1 bekannte modulierte Fadenbremse für Schußfadenliefervorrichtungen umfasst einen Konusstumpf-Bremskörper,
der von einer als elastischen Einrichtung bezeichneten Zentriereinheit frontal und
koaxial getragen wird. Die elastische Einrichtung ist eine Platte, die mit ihrem zentralen
Loch den Konusstumpf-Bremskörper umgibt und z. B. ihre Elastizität durch Öffnungen
erhält. Die Ausbildung einer Zentriereinheit durch eine Platte mit Öffnungen ermöglicht
eine radiale Zentrierung auf Kosten der Einstellbarkeit der axialen Federkraft.
[0007] Die
EP 0 534 263 B1 beschreibt eine selbstregulierende Fadenbremse für Schußfadenliefervorrichtungen
mit einer Trommel, die einen Bremskörper und eine elastische Einrichtung umfasst.
Durch die elastische Einrichtung ist der Bremskörper elastisch aufgehängt sowie axial
und frontal getragen. Die elastische Einrichtung kann als ringförmige Platte oder
als Spiralfeder oder als zylindrisches, balgähnliches Element ausgebildet sein.
[0008] Im Fall einer Spiralfeder ist zwar eine Einstellbarkeit der axialen Federkraft gegeben,
die Spiralfeder kann jedoch radial ausweichen. D. h. die Zentrierung der Bremskörper
ist nicht immer gewährleistet.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Fadenliefergerät mit einem Speicherkörper und mit
einer Bremsvorrichtung mit einem Bremskörper und einer Einstellvorrichtung gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1 zu entwickeln, bei dem der Bremskörper mit einer einfachen
axial elastischen Zentriereinheit sowohl in seiner Bremskraft gut einstellbar als
auch gut zu zentrieren ist.
[0010] Die Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0011] Ein erfindungsgemäßes Fadenliefergerät zur Lieferung eines Fadens zu einer Textilmaschine
ist mit einem Speicherkörper, von dem der Faden durch die Textilmaschine abgezogen
wird, und mit einer Bremsvorrichtung zur Einstellung einer Fadenspannung des Fadens
versehen. Die Bremsvorrichtung ist im Fadenlauf nach dem Speicherkörper angeordnet.
[0012] Die Bremsvorrichtung weist einen Bremskörper und eine Einstellvorrichtung für den
Bremskörper auf. Der Bremskörper ist durch die Einstellvorrichtung gegen eine Klemmfläche
am Abzugsende des Speicherkörpers anpressbar.
[0013] In einer Ausführungsform ist die Bremsvorrichtung als eine sogenannte Konusbremse
mit einem konischen Bremskörper ausgebildet, wobei der Bremskörper die Form eines
Kegelstumpfmantels aufweist. Die Klemmfläche am Abzugsende des Speicherkörpers ist
zum Beispiel durch den Speicherkörper gebildet. Alternativ ist die Klemmfläche durch
ein Klemmelement am Abzugsende des Speicherkörpers gebildet.
[0014] Die Einstellvorrichtung ist mit einer axial elastischen Zentriereinheit für die Bremsvorrichtung
versehen. Die Zentriereinheit erstreckt sich senkrecht, zylindrisch oder konusförmig
zur Achse des Speicherkörpers. Sie ist zwischen dem Bremskörper und der Einstellvorrichtung
angeordnet.
[0015] Die Zentriereinheit weist zumindest einen äußeren und einen inneren Träger und einen
Satz von mindestens drei Federelementen auf. Jedes Federelement ist an dem äußeren
und an dem inneren Träger angeordnet. Die Zentriereinheit ist mit einem der Träger
an mindestens einem Stellelement der Einstellvorrichtung und mit dem anderen Träger
an dem Bremskörper angeordnet.
[0016] Die Federelemente sind als längliche Profile ausgebildet. Das Profil Federelemente
ist beispielsweise rund, quadratisch oder rechteckig. Alternativ ist das Profil der
Federelement U-oder T-förmig oder weist andere Profilformen auf. Die Federelemente
sind gebogen, wobei sich jedes Federelement spiralförmig von einem der Träger zu dem
anderen Träger erstreckt. Eine Verbindungsstelle eines Federelementes an einem Träger
ist mit Winkelversatz zu seiner Verbindungsstelle an dem anderen Träger angeordnet.
Der Winkelversatz beschreibt den Winkel zwischen den beiden Radialstrahlen, die sich
durch die Verbindungsstellen an den beiden Trägern erstrecken.
[0017] Die Verwendung von länglichen, gebogenen Profilen als Federelemente ermöglicht eine
einfache Anordnung und Befestigung der Federelemente an den Trägern.
[0018] Die Träger und die Federelemente sind zum Beispiel aus einem Metall hergestellt.
Die Federelemente sind dabei beispielsweise als Abschnitte eines Drahtes oder eines
Streifens einer Folie ausgebildet und formschlüssig mit den Trägern verbunden.
[0019] In einer Ausführungsform ist der Winkelversatz der Verbindungsstelle der Federelemente
an dem einen Träger und der Verbindungsstelle an dem anderen Träger mindestens 90°.
In einer Ausführungsform beträgt der Winkelversatz bis 270°. In einer weiteren Ausführungsform
ist der Winkelversatz größer als 270°, beispielsweise auch größer als 360°.
[0020] Mit steigendem Winkelversatz der Verbindungsstellen der Federelemente an den Trägern
erhöht sich die Länge der Federelemente. Durch Ändern des Winkelversatzes und damit
der Länge der Federelemente ist die Stärke der Elastizität der Zentriereinheit einstellbar.
Die Elastizität der Zentriereinheit, und zwar sowohl die axiale als auch die radiale
Elastizität, ist um so größer, je größer der Winkelversatz und damit je länger das
einzelne Federelement ist.
[0021] Insbesondere die radiale Elastizität der Zentriereinheit ist durch die Anzahl der
Federelemente in einem Satz von Federelementen einstellbar. Sie ist um so geringer,
je mehr Federelemente in einem Satz vorgesehen sind. D. h. je größer die Anzahl der
Federelement in einem Satz von Federelementen ist, um so größer ist die radiale Zentrierung
des Bremskörpers durch die Zentriereinheit.
[0022] Die Stärke der axialen und radialen Elastizität ist damit durch den radialen Winkelversatz
und durch die Anzahl der Federelemente einstellbar.
[0023] In einer Ausführungsform erstrecken sich die Federelemente eines Satzes im entspannten
Zustand in einer Ebene. Dies ermöglicht z. B. eine einfache Fertigung eines Satzes
von Federelementen aus einem Blech oder einer Folie.
[0024] In einer Ausführungsform weist die Zentriereinheit mindestens ein Verbindungselement
zur Anordnung des entsprechenden Trägers an dem Bremskörper auf.
[0025] In einer Ausführungsform weist die Zentriereinheit mindestens einen Halter zur Anordnung
des entsprechenden Trägers an mindestens einem Stellelement der Einstellvorrichtung
auf.
[0026] Die Träger sind als äußerer und innerer Ringträger ausgebildet. Der äußere Ringträger
ist direkt oder mit Hilfe des Halters an mindestens einem Stellelement der Einstellvorrichtung
und der innere Ringträger mit Hilfe des Verbindungselementes am Bremskörper angeordnet.
[0027] In einer Ausführungsform weist die Zentriereinheit mindestens ein Zentrierelement
auf, das einstückig aus dem äußeren Ringträger, dem Satz von Federelementen und dem
inneren Ringträger gebildet ist. Zentrierelemente, d. h. beide Ringträger und Federelemente
aus einem Stück können mit geringem Aufwand in hoher Stückzahl hergestellt werden.
[0028] In einer Ausführungsform weist die Zentriereinheit mindestens zwei übereinander angeordnete
Zentrierelemente auf. Dabei addiert sich die Federkraft durch die doppelte Zahl an
Federelementen.
[0029] Ein Zentrierelement ist in einem Beispiel aus einem Kunststoff hergestellt. Herstellungsverfahren
sind z. B. Spritzgussverfahren. Als Kunststoff wird beispielsweise ein formstabiler
Kunststoff mit guten Federeigenschaften, wie ein Polyoxymethylen POM oder ein faserverstärkter
Kunststoff, wie ein faserverstärktes Polyamid PA, verwendet.
[0030] Bei der Verwendung von Kunststoff sind der äußere Ringträger durch ein äußeres Ringelement
mit einer Höhe von beispielsweise 1,5 mm bis 6 mm und der innere Ringträger durch
ein inneres Ringelement mit einer Höhe von 1,5 mm bis 6 mm gebildet. Die Federelemente
sind durch den äußeren Ringelement ausgehende und im inneren Ringelement mündende,
gebogene Profile mit einem länglichen, rechteckigen Querschnitt mit einer Höhe von
1 mm bis 6 mm gebildet. Die Höhe der Federelemente ist in einem Beispiel geringer
als die der Ringträger, z. B. halb so groß.
[0031] In einer Ausführungsform umfasst ein Zentrierelement aus Kunststoff ein Verbindungselement,
das einstückig mit dem inneren Ringträger ausgebildet ist. In einer Ausführungsform
umfasst ein Zentrierelement aus Kunststoff einen Halter, der einstückig mit dem äußeren
Ringträger ausgebildet ist. Ein Zentrierelement aus Kunststoff, das ein Verbindungselement
und/oder einen Halter umfasst, kann einfach ausgetauscht werden.
[0032] In einer Ausführungsform ist ein Zentrierelement aus Federstahl, d. h. aus einem
Blech aus Federstahl hergestellt, wobei das Federblech einstückig die beiden Ringträger
und die Federelemente bildet. Die Dicke des verwendeten Federblechs beträgt beispielsweise
0,1 mm bis 0,4 mm. Der innere und der äußere Ringträger sind jeweils durch ein Ringelement
gebildet. In einem Beispiel sind die Höhen der Ringelemente und der Federelemente
gleich.
[0033] Das Zentrierelement aus Federstahl ist beispielsweise mit seinem inneren Ringträger
an einem Verbindungselement angeordnet. Es ist mit seinem äußeren Ringelement an einem
Halter angeordnet. Dabei ist das Zentrierelement aus Federstahl zum Beispiel an seinem
inneren Ringträger in einem Verbindungselement aus Kunststoff eingebettet und mit
seinem äußeren Ringträger in einen Halter aus Kunststoff eingebettet.
[0034] In einer Ausführungsform weist das Zentrierelement mindestens ein Zentrierelement
aus Federblech sowie ein Verbindungselement und einen Halter aus Kunststoff auf. Die
Zentrierelemente sind ggf. direkt übereinander angeordnet. Der oder die inneren Ringträger
sind an dem Verbindungselement aus Kunststoff und der oder die äußeren Ringträger
an dem Halter auf Kunststoff angeordnet. In einem Beispiel sind die inneren und äußeren
Ringträger in dem Verbindungselement beziehungsweise dem Halter eingebettet.
[0035] Ein erfindungsgemäßes Fadenliefergerät ist zur Lieferung eines Fadens zu einer Strickmaschine
ausgebildet. Die Strickmaschine ist eine Rundstrickmaschine oder eine Flachstrickmaschine.
Ein erfindungsgemäßes Fadenliefergerät ist alternativ zur Lieferung eines Schussfadens
zu einer Webmaschine ausgebildet.
[0036] Die Erfindung wird anhand von in der Zeichnung schematisch dargestellten Beispielen
weiter erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung anhand einer Seitenansicht eines erfindungsgemäßen
Fadenliefergerätes mit einer Bremsvorrichtung mit einem Bremskörper und mit einer
erfindungsgemäßen Zentriereinheit eines ersten Beispiels;
Fig. 2 eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung, bei der im Bereich der Bremsvorrichtung
ein Schnitt parallel zur Achse des Speicherkörpers dargestellt ist;
Fig. 3 eine perspektivische Darstellung des Fadenliefergerätes im Bereich der Bremsvorrichtung;
Fig. 4 eine perspektivische Darstellung eines Einfach-Zentrierelementes des ersten
Beispiels aus Kunststoff;
Fig. 5 eine perspektivische Darstellung eines Einfach-Zentrierelementes eines zweiten
Beispiels aus Federstahl;
Fig. 6 ein Schnitt durch eine Zentriereinrichtung mit dem Einfach-Zentrierelement
aus Federstahl der Figur 5; und
Fig. 7 ein Schnitt durch eine Zentriereinrichtung mit zwei Einfach-Zentrierelementen
aus Federstahl eines dritten Beispiels.
Erstes Beispiel
[0037] Ein Fadenliefergerät 1 zur Lieferung eines Fadens 40 zu einer Textilmaschine, das
in den Figuren 1, 2, 3 dargestellt ist, ist als ein Speicher-Fadenliefergerät ausgebildet.
Das Fadenliefergerät 1 weist einen Halter 2, eine Aufwickeleinheit, einen Speicherkörper
3, von dem ein Faden 40 durch die Textilmaschine abgezogen wird, und eine Bremsvorrichtung
zur Einstellung einer Fadenspannung auf. Die Textilmaschine ist zum Beispiel eine
Rundstrickmaschine.
[0038] Der Halter 2 ist mit einer Befestigungsvorrichtung 4 zur Befestigung des Fadenliefergerätes
1 an der Textilmaschine, zum Beispiel an einem Maschinenring der Rundstrickmaschine,
versehen.
[0039] Der Speicherkörper 3 ist als eine Speichertrommel mit einer Achse 5 ausgebildet.
Am Aufwickelende, in den Figuren oben, ist die Aufwickeleinheit zum Aufwickeln von
Garnwindungen, d. h. Windungen des Fadens, auf den Speicherkörper 3 angeordnet. Die
Aufwickeleinheit ist mit einem in einem Antriebsgehäuse 6 angeordneten Antrieb und
einem von dem Antrieb antreibbaren Aufwickelelement 7 versehen.
[0040] Der Halter 2 erstreckt sich parallel zur Achse 5 entlang des Speicherkörpers 3. Das
Antriebsgehäuse 6 ist am Aufwickelende des Speicherkörpers 3 befestigt.
[0041] Die Bremsvorrichtung zur Einstellung einer Fadenspannung des Fadens 40 weist einen
Bremskörper 8 und eine Einstellvorrichtung für den Bremskörper 8 auf. Die Bremsvorrichtung
ist im Fadenlauf nach dem Speicherkörper 3 angeordnet, wobei der Bremskörper 8 am
Abzugsende des Speicherkörpers 3 angeordnet ist.
[0042] Der Bremskörper 8 ist konisch, und zwar als ein nachgiebiger Bremskörperkonus in
der Form eines regelmäßigen Kegelstumpfmantels, ausgebildet. Er ist zum Beispiel aus
einem Kunststoff und/oder Metall hergestellt. Entsprechende oder ähnliche Bremskörper
sind zum Beispiel in der
WO2006/045410A1 beschrieben.
[0043] Die Achse des Bremskörpers 8 stimmt im Wesentlichen, d. h. bis auf geringe Abweichungen
z. B. durch Abhebung durch den Faden 40 oder bei Verformung des elastischen Bremskörpers
8, mit der Achse 5 des Speicherkörpers 3 überein. Das Abzugsende des Speicherkörpers
3 ist abgerundet und bildet im Bereich der Abrundung eine ringförmige Klemmfläche
10. Der Bremskörper 8 ragt mit seinem größeren Durchmesser über die Klemmfläche 10.
Er ist durch die Einstellvorrichtung gegen die Klemmfläche 10 am Abzugsende des Speicherkörpers
3 anpressbar.
[0044] Beim Abzug des Fadens 40 durch die Textilmaschine läuft der Faden 40 vom Speicherkörper
3 durch den Spalt zwischen dem Abzugsende des Speicherkörpers 3 und dem Bremskörper
8 über die Klemmfläche 10.
[0045] Das Fadenliefergerät 1 umfasst eine axial elastische Zentriereinheit, die sich in
diesem Beispiel senkrecht zur Achse 5 des Speicherkörpers 3 erstreckt. Die Zentriereinheit
ist zwischen dem Bremskörper 8 und der Einstellvorrichtung angeordnet.
[0046] Die Zentriereinheit des ersten Beispiels weist ein in
Figur 4 dargestelltes Zentrierelement 11 auf, das einstückig aus einem äußeren Ringträger
12, aus einem Satz von 6 Federelementen 13 und einem inneren Ringträger 14 ausgebildet
ist.
[0047] Die Ringträger 12, 14 sind als Ringprofile mit in etwa quadratischem Querschnitt
ausgebildet. Die Federelemente 13 sind als längliche Profile mit einem rechteckigem
Querschnitt, dessen längere Seiten parallel zu einer senkrechten Achse durch den Mittelpunkt
der Ringträger 12, 14 verlaufen. In diesem Beispiel sind die längeren Seiten der Profile
der Federelemente 13 etwas kürzer als die entsprechende Kante der Ringprofile der
Ringträger 12, 14, d. h. die Federelemente sind schmaler und etwas weniger hoch als
die Ringträger 12, 14.
[0048] Jedes der Federelemente 13 ist gebogen und an dem äußeren und an dem inneren Ringträger
12, 14 angeordnet. Dabei erstreckt sich das gebogene Federelement 13 von dem äußeren
Ringträger 12 spiralförmig zu dem inneren Ringträger 14. Eine Verbindungsstelle 15
eines Federelementes 13 an dem äußeren Ringträger 12 ist mit einem Winkelversatz V
von ca. 190° zu einer Verbindungsstelle 16 an dem inneren Ringträger 14 angeordnet.
Die Anzahl der Federelemente, nämlich 6, und ihr Winkelversatz, nämlich ca. 190°,
sind so gewählt, dass Radialstrahlen mehrere, in diesem Beispiel 3 oder 4, Federelemente
kreuzen. Die Verbindungsstellen 15, 16 sind durch in einem Winkel von ca. 50° verlaufende
Abschnitte gebildet.
[0049] Die Federelemente 13 des einen Satzes dieses Zentrierelementes erstrecken sich im
entspannten Zustand, zum Beispiel vor dem Einbau in die Bremsvorrichtung, in einer
Ebene. D. h. die oberen Kanten der länglichen Profile, die die Federelemente 13 bilden,
sind in einer Ebene angeordnet.
[0050] An dem inneren Ringträger 14 ist ein Verbindungselement 17 zur Befestigung des Zentrierelementes
an dem Bremskörper 8 angeformt. Das Verbindungselement 17 weist einen kurzen, sich
nach innen verjüngenden Konus 17a auf, der in zahnförmige Fortsätze 17b übergeht.
[0051] Die Einstellvorrichtung umfasst ein Stellelement 18, das mit der Zentriereinheit
verbunden ist, und einen Stellhalter 19, an dem das Stellelement 18 befestigt ist
und der parallel zur Achse 5 des Speicherkörpers 3 gemäß Pfeil P verschiebbar an dem
Halter 2 des Fadenliefergerätes 1 angeordnet ist.
[0052] Der äußere Ringträger 14 ist an dem Stellelement 18 angeordnet. Das Stellelement
18 umfasst ein ringförmiges Element, das den äußeren Ringträger 12 in einem Teilbereich
des Umfangs, zum Beispiel in einem Bereich von 120°, abstützt. Das Stellelement 18
ist in diesem Beispiel als ein Ringabschnitt mit einem U-förmigen Querschnitt ausgebildet,
der den äußeren Ringträger 12 an seinem äußern Umfang umgibt.
[0053] Die Bremsvorrichtung umfasst einen Bremskörperring 20, der den Bremskörper 8 an seinem
dem Speicherkörper 3 abgewandten Ende umgibt. Das Zentrierelement 11 ist über das
Verbindungselement 17 mit dem Bremskörperring 20 verbindbar. Im verbundenen Zustand
ist der Bremskörperring 20 innerhalb des inneren Ringträgers 14 angeordnet. Der Bremskörperring
20 weist einen zum Bremskörper 8 sich öffnenden Konusabschnitt 20a und einem vom Bremskörper
8 abgewandten Zylinderabschnitt 20b auf, in dem er von den zahnförmigen Fortsätzen
17b gehalten ist. Der Bremskörper 8 ragt in einen Spalt zwischen dem Bremskörperring
20 und dem inneren Ringträger 14. Die zahnförmigen Fortsätze 17b des Verbindungselementes
17 ermöglichen eine formschlüssige Verbindung des Zentrierelementes 11 mit dem Bremskörper
8. Der Bremskörper 8 erstreckt sich dabei etwa bis zu dem Bereich, in dem der innere
Ringträger 14 in das Verbindungselement 17 übergeht. Er ist zwischen dem Ringträger
14 und dem Konusabschnitt 20a gehalten.
[0054] Figur 2 zeigt neben dem Bremskörperring 20 mit dem Konusabschnitt 20a und dem Zylinderabschnitt
20b einen Abzugsring 21, einen Abzugszylinder 22, einen Abzugshalter 23 und eine Abzugsöse
24.
Zweites Beispiel
[0055] Das zweite Beispiel entspricht dem ersten Beispiel bis auf die im folgenden beschriebenen
Merkmale.
[0056] Figur 5 zeigt ein Zentrierelement 31 des zweiten Beispiels, das aus einer Scheibe aus Federstahl
gebildet ist. Ein äußerer Ringabschnitt der Scheibe bildet einen äußeren Ringträger
32, sechs zwischen spiralförmig verlaufenden Öffnungen gebildete Stege bilden sechs
Federelemente 33 und ein innerer Ringabschnitt bildet einen inneren Ringträger 34.
Die Federelemente 33 erstrecken sich von Verbindungsstellen 35 an dem äußeren Ringträger
32 zu Verbindungsstellen 36 an dem inneren Ringträger 34. Der Winkelversatz zwischen
den beiden Verbindungsstellen 35, 36 eines Federelementes 33 beträgt ca. 190°.
[0057] Im Bereich der Verbindungsstellen 35 ist der äußere Ringträger 32 an seinem Außenumfang
mit kleinen Vorsprüngen 32a versehen. Die Vorsprünge dienen als Verdrehsicherung des
äußeren Ringträgers im Bereich der Verbindungsstellen 35. Sie erleichtern die Montage.
Der äußere Ringträger 32 weist an seinem Außenumfang auch eine Positionierstelle 32b
auf, z. B. einen abgerundeten Ausschnitt. Eine entsprechende, z. B. auf demselben
Radialstrahl angeordnete, Positionierstelle 34a ist an dem inneren Ringträger 34 vorgesehen.
Die das Zentrierelement 31 bildende Scheibe weist eine Höhe von z. B. 0,2 mm auf.
Die Öffnung, die der innere Ringträger 34 umgibt, die Öffnungen zwischen den Federelementen
33 und der Außenumfang des äußeren Ringträgers 32 sind z. B. durch einen Stanzprozess
gebildet.
[0058] Figur 6 zeigt das Zentrierelement 31 der Figur 5 im eingebauten Zustand. Die Zentriervorrichtung
umfasst neben dem Zentrierelement 31 ein Verbindungselement 37 am inneren Ringträger
34 und einen Ringhalter 38 am äußeren Ringträger 32. Das Verbindungselement 37 und
der Ringhalter 38 sind aus Kunststoff hergestellt.
[0059] Das Verbindungselement 37 umfasst einen kurzen sich nach innen verjüngenden Konus
37a, der in zahnförmige Fortsätze 37b übergeht. In den als Konus 37a ausgebildeten
Abschnitt ist das Zentrierelement 31 mit seinem inneren Ringträger 34 eingelassen.
Das Zentrierelement 31 ist mit seinem äußeren Ringträger 32 in den Ringhalter 38 eingelassen.
Der Ringhalter 38 hat eine Höhe von 4 mm und eine Dicke von 2 mm. Der Ringhalter 38
und das Verbindungselement 37 sind in einem Spritzgussverfahren hergestellt. Dabei
werden der äußere Ringträger 32 des Zentrierelementes 31 und der innere Ringträger
34 umspritzt. Die Positionierstellen 32b und 34a dienen der Positionierung des Zentrierelementes
31 in einer Spritzgussvorrichtung.
[0060] In einer Alternative ist nur eine Positionierstelle vorgesehen.
Drittes Beispiel
[0061] Das dritte Beispiel entspricht dem zweiten Beispiel bis auf die im folgenden beschriebenen
Merkmale. Die Zentriereinheit umfasst zwei Zentrierelemente 31 des zweiten Beispiels.
[0062] Figur 7 zeigt die beiden Zentrierelemente 31 im eingebauten Zustand, wobei die Anordnung
der beiden Zentrierelemente 31 nicht maßstäblich dargestellt ist. Der Abstand der
beiden Zentrierelemente 31 ist zur Verdeutlichung größer eingezeichnet.
[0063] Im dritten Beispiel sind die beiden Zentrierelemente 31 direkt übereinander angeordnet.
Sie sind mit ihren inneren Ringträgern 34 in ein Verbindungselement 47 und mit ihren
äußeren Ringträgern 34 in einen Ringhalter 48 eingesetzt. Wie im zweiten Beispiel
sind das Verbindungselement 47 und der Ringhalter 48 aus Kunststoff hergestellt. Die
Anordnung aus dem Ringhalter 48, den beiden Zentrierelementen 31 und dem Verbindungselement
47 ist durch ein Spritzgussverfahren hergestellt.
Bezugszeichenliste
1 |
Fadenliefergerät |
40 |
Faden |
2 |
Halter |
P |
Pfeil |
3 |
Speicherkörper |
V |
Winkelversatz |
4 |
Befestigungsvorrichtung |
|
|
5 |
Achse |
|
|
6 |
Antriebsgehäuse |
|
|
7 |
Aufwickelelement |
|
|
8 |
Bremskörper |
|
|
10 |
Klemmfläche |
|
|
11 |
Zentrierelement |
|
|
12 |
äußerer Ringträger |
|
|
13 |
Federelement |
|
|
14 |
innerer Ringträger |
|
|
15 |
Verbindungsstelle |
|
|
16 |
Verbindungsstelle |
|
|
|
|
|
|
17 |
Verbindungselement |
|
|
17a |
Konus |
|
|
17b |
Fortsätze |
|
|
|
|
|
|
18 |
Stellelement |
|
|
19 |
Stellhalter |
|
|
|
|
|
|
20 |
Bremskörperring |
|
|
20a |
Konusabschnitt |
|
|
20b |
Zylinderabschnitt |
|
|
21 |
Abzugsring |
|
|
22 |
Abzugszylinder |
|
|
23 |
Abzugshalter |
|
|
24 |
Abzugsöse |
|
|
|
|
|
|
31 |
Zentrierelement |
|
|
32 |
äußerer Ringträger |
|
|
32a |
Vorsprung |
|
|
32b |
Positionierstelle |
|
|
33 |
Federelement |
|
|
34 |
innerer Ringträger |
|
|
34a |
Positionierstelle |
|
|
35 |
Verbindungsstelle |
|
|
36 |
Verbindungsstelle |
|
|
37 |
Verbindungselement |
|
|
37a |
Konus |
|
|
37b |
Fortsätze |
|
|
38 |
Ringhalter |
|
|
|
|
|
|
47 |
Verbindungselement |
|
|
48 |
Ringhalter |
|
|
1. Fadenliefergerät (1) zur Lieferung eines Fadens (40) zu einer Textilmaschine, mit
einem Speicherkörper (3), von dem der Faden (40) durch die Textilmaschine abgezogen
wird, mit einer Bremsvorrichtung zur Einstellung einer Fadenspannung des Fadens (40),
die im Fadenlauf nach dem Speicherkörper (3) angeordnet ist, wobei die Bremsvorrichtung
einen Bremskörper (8) und eine Einstellvorrichtung für den Bremskörper (8) aufweist,
wobei der Bremskörper (8) durch die Einstellvorrichtung gegen eine Klemmfläche (10)
am Abzugsende des Speicherkörpers (3) anpressbar ist, und mit einer axial elastischen
Zentriereinheit,
wobei sich die Zentriereinheit senkrecht, zylindrisch oder konusförmig zur Achse des
Speicherkörpers (3) erstreckt und zwischen dem Bremskörper (8) und der Einstellvorrichtung
angeordnet ist, wobei die Zentriereinheit zumindest einen äußeren Träger, einen inneren
Träger und einen Satz von mindesten drei Federelementen (13) aufweist, wobei die Federelemente
an dem äußeren und an dem inneren Träger angeordnet sind, und wobei einer der Träger
an mindestens einem Stellelement der Einstellvorrichtung und der andere Träger am
Bremskörper (8) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass
die Federelemente (13) als längliche, gebogene Profile ausgebildet sind und sich spiralförmig
von einem zum anderen Träger erstrecken, wobei jeweils eine Verbindungsstelle (15)
des Federelementes (13) mit dem einen Träger mit Winkelversatz (V) zu seiner Verbindungsstelle
(16) zu dem anderen Träger angeordnet ist.
2. Fadenliefergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkelversatz (V) mindestens 90° beträgt.
3. Fadenliefergerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Federelemente (13) eines Satzes von Federelementen (13) im entspannten Zustand
in einer Ebene erstrecken.
4. Fadenliefergerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentriereinheit mindestens ein Verbindungselement (17, 37, 47) zur Anordnung
des entsprechenden Trägers an dem Bremskörper (8) aufweist.
5. Fadenliefergerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentriereinheit mindestens einen Halter (38, 48) zur Anordnung des entsprechenden
Trägers an mindestens einem Stellelement (18) der Einstellvorrichtung aufweist.
6. Fadenliefergerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Träger als äußerer und innerer Ringträger (12, 32, 14, 38) ausgebildet sind,
wobei der äußere Ringträger (12, 32) direkt oder mit Hilfe des Halters (38, 48) an
dem Stellelement (18) der Einstellvorrichtung und der innere Ringträger (14, 34) mit
Hilfe des Verbindungselementes (17, 37, 47) am Bremskörper (8) angeordnet sind.
7. Fadenliefergerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentriereinheit mindestens ein Zentrierelement (11, 31) aufweist, das einstückig
aus dem äußeren Ringträger (12, 32), dem Satz von Federelementen (13) und dem inneren
Ringträger (14, 34) gebildet ist.
8. Fadenliefergerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentriereinheit mindestens zwei übereinander angeordnete Zentrierelemente (11,
31) aufweist.
9. Fadenliefergerät nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Zentrierelement (11) aus einem Kunststoff hergestellt ist.
10. Fadenliefergerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Zentrierelement (11) einstückig mit dem Verbindungselement (17) ausgebildet ist.
11. Fadenliefergerät nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Zentrierelement (31) aus einem Federstahl hergestellt ist.
12. Fadenliefergerät nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentriereinheit mindestens ein Zentrierelement (31) aus Federstahl, sowie einen
Halter (38, 48) und ein Verbindungselement (37, 47) aus Kunststoff aufweist.