[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Steuern
und/oder Regeln einer Nähmaschine, insbesondere einer Overlock-Nähmaschine, für einen
Nähbetrieb zur mechanischen Herstellung einer Naht innerhalb eines Grundmaterials.
Die Erfindung betrifft ferner eine Nähmaschine sowie ein Computerprogrammprodukt,
das zur Verwendung in der Nähmaschine konfiguriert ist.
[0002] Im Stand der Technik ist eine sogenannte Overlock-Nähmaschine bekannt, durch die
insbesondere der Rand eines oder mehrerer Stoffe genäht werden kann. Eine Besonderheit
der Overlock-Nähmaschine ist es, dass der Rand des Stoffes bzw. der Stoffe gleichzeitig
geheftet, versäubert und beschnitten werden kann. Overlock-Nähmaschinen werden deshalb
auch häufig dazu verwendet, Ziernähte an Kleidungsstücken oder Accessoires anzubringen.
Insbesondere beim Overlocken ist es wichtig, dass Nähpersonal bzw. ein Nutzer der
Nähmaschine die Naht möglichst gleichmäßig am Stoff anbringt, sodass dem geforderten
ästhetischen Anspruch Genüge getan wird.
[0003] Bei unerfahrenem Bedienpersonal kann es durch ungleichmäßige Bedienung einer Overlock-Nähmaschine
passieren, dass eine Naht, wie in Fig. 3a dargestellt, relativ ungleichmäßig am Stoff
bzw. einem Grundmaterial angebracht wird. Auch bei komplizierten Stichmustern kommt
es verstärkt vor, dass die Naht nicht wie gewünscht gleichmäßig am Stoff angebracht
wird. Hierbei tritt nicht nur das Problem der mangelnden Ästhetik, sondern auch ein
Problem der Stichqualität auf. Wird eine Nähgeschwindigkeit bei unsachgemäßer Führung
des Stoffes zu hoch gewählt, kann dies mit Bezug auf den einzelnen Stich zu einer
schlechten Stichqualität bis hin zu einer Beschädigung von Nähmaschine und/oder Stoff
führen.
[0004] Um dieser Problematik zumindest teilweise Rechnung zu tragen wird in der
US 5 762 011 A vorgeschlagen, die aktuelle Nähgeschwindigkeit abhängig von einem aktuellen Stichmuster
anzupassen. Aus der
US 4 164 192 A geht hervor, dass für eine bessere Kontrolle des Nähbetriebs zwei unterschiedliche
maximale Nähgeschwindigkeiten eingestellt werden können. So kann für einen geübten
Nutzer der Nähmaschine beispielsweise eine höhere maximale Nähgeschwindigkeit als
für einen ungeübten Nutzer eingestellt werden. Ein zufriedenstellend gleichmäßiges
Stichmuster, wie es insbesondere beim Overlocken gewünscht ist, kann aber auch durch
diese Nähmaschinen bzw. das entsprechende Verfahren nicht zuverlässig erzielt werden.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die voranstehend beschriebenen Nachteile
zumindest teilweise zu beheben. Insbesondere ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
ein verbessertes Verfahren sowie eine verbesserte Vorrichtung zum Steuern und/oder
Regeln einer Nähmaschine, insbesondere einer Overlock-Nähmaschine, zur Verfügung zu
stellen, wobei die Stichqualität sowie die Gleichmäßigkeit eines Stichmusters verbessert
werden können.
[0006] Die voranstehende Aufgabe wird durch die Patentansprüche gelöst. Insbesondere wird
die voranstehende Aufgabe durch das Verfahren gemäß Anspruch 1, die Vorrichtung gemäß
Anspruch 10, die Nähmaschine gemäß Anspruch 18 sowie das Computerprogrammprodukt gemäß
Anspruch 19 gelöst. Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen. Dabei gelten Merkmale und Details, die im Zusammenhang
mit dem Verfahren beschrieben sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit der
erfindungsgemäßen Vorrichtung, der Nähmaschine, dem Computerprogrammprodukt und jeweils
umgekehrt, sodass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets
wechselseitig Bezug genommen wird bzw. werden kann.
[0007] Gemäß eines ersten Aspekts der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Steuern
und/oder Regeln einer Nähmaschine, insbesondere einer Overlock-Nähmaschine, für einen
Nähbetrieb zur mechanischen Herstellung einer Naht innerhalb eines Grundmaterials
zur Verfügung gestellt. Das Verfahren weist die folgenden Schritte auf:
- Erkennen eines Nähbetriebs oder eines bevorstehenden Nähbetriebs der Nähmaschine,
- Einstellen einer oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze der Nähmaschine,
- Einstellen einer unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze der Nähmaschine, und
- Durchführen des Nähbetriebs mit einer Nähgeschwindigkeit zwischen der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
und der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze.
[0008] Durch das Einstellen der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze sowie der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
kann ein Nähgeschwindigkeitsband erzeugt werden, innerhalb von welchem es einem Nutzer
ausschließlich oder im Wesentlichen ausschließlich erlaubt wird, einen Nähbetrieb
mit der Nähmaschine durchzuführen. Innerhalb dieses definierten Nähgeschwindigkeitsbandes
kann der Nähbetrieb weder mit einer zu niedrigen Nähgeschwindigkeit noch mit einer
zu hohen Nähgeschwindigkeit durchgeführt werden. Dadurch können Fehlstiche verhindern
und entsprechend die Stichqualität während des Nähbetriebs verbessert werden. Außerdem
kann im Rahmen des Nähgeschwindigkeitsbandes ein besonders gleichmäßiges Stichmuster
erzeugt werden, d.h., dass Maschen beim Nähbetrieb nicht auffällig weiter oder enger
voneinander beabstandet sind. Hierdurch ist es möglich, dass auch unerfahrene Nutzer
einer Nähmaschine, insbesondere einer Overlock-Nähmaschine, eine besonders gleichmäßiges
Stichmuster bei hoher Stichqualität erzielen können.
[0009] Das Erkennen des bevorstehenden Nähbetriebs der Nähmaschine kann dahingehend verstanden
werden, dass beispielsweise ein Einschalten der Nähmaschine erkannt wird und dadurch
der bevorstehende Nähbetrieb der Nähmaschine. Das Erkennen des bevorstehenden Nähbetriebs
der Nähmaschine kann auch dahingehend verstanden werden, dass ein Aufwecken der Nähmaschine
aus einem Standby-Betrieb oder das Betätigen eines bestimmten Betätigungsmittels der
Nähmaschine erkannt wird und dadurch ein bevorstehender Nähbetrieb der Nähmaschine
abgeleitet wird. Während eines Nähbetriebs muss nicht durchgehend genäht werden. So
kann beispielsweise eine kurze Nähunterbrechung während des Nähbetriebs dazu genutzt
werden, die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze und die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze
einzustellen und den Nähbetrieb mit der Nähgeschwindigkeit zwischen der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze
und der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze durchzuführen. D.h., es kann auch ein Nähbetrieb
als solcher erkannt werden, obwohl momentan kein Nähvorgang durchgeführt wird.
[0010] Unter dem Verfahren zum Steuern und/oder Regeln der Nähmaschine kann auch ein Verfahren
zum Durchführen eines Nähbetriebs mit einer Nähmaschine, insbesondere einer Overlock-Nähmaschine,
verstanden werden.
[0011] Darunter, dass der Nähbetrieb mit einer Nähgeschwindigkeit zwischen der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
und der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze durchgeführt wird ist zu verstehen, dass
der Nähbetrieb unter Berücksichtigung bzw. Einhaltung der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
und der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze durchgeführt wird. D.h., der Nähbetrieb wird
derart durchgeführt, dass die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze nicht überschritten
wird und die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze nicht unterschritten wird. Unter dem
Durchführen des Nähbetriebs kann auch ein Steuern und/oder Regeln der Nähmaschine
zum Durchführen des Nähbetriebs verstanden werden.
[0012] Beim Einstellen der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze wird bevorzugt ein entsprechender
Grenzwert aus einer Speichervorrichtung, insbesondere aus einem nichtflüchtigen Speicher
der Nähmaschine oder außerhalb der Nähmaschine, ausgewählt und für die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze
eingestellt. Beim Einstellen der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze wird bevorzugt
ein entsprechender Grenzwert aus einer Speichervorrichtung, insbesondere aus einem
nichtflüchtigen Speicher der Nähmaschine oder außerhalb der Nähmaschine, ausgewählt
und für die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze eingestellt.
[0013] Gemäß einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist es möglich, dass wenigstens
ein Parameter der herzustellenden Naht, des zu verwendenden Grundmaterials und/oder
der verwendeten Nähmaschine für den Nähbetrieb erkannt wird und die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze
und die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze automatisch abhängig von dem wenigstens einen
erkannten Parameter eingestellt werden. So können beispielsweise eine bestimmte Stoffart
wie Baumwolle, Seide oder Leder, oder eine Stoffdicke als Parameter des Grundmaterials
erkannt und die Nähgeschwindigkeitsgrenzen entsprechend automatisch eingestellt werden.
Dies spart für den Nähbetrieb Zeit und somit auch Geld. Der wenigstens eine Parameter
der herzustellenden Naht, des Grundmaterials und/oder der verwendeten Nähmaschine
kann über eine Sensorvorrichtung, insbesondere eine Sensorvorrichtung der Nähmaschine,
gemessen werden. Dadurch kann der wenigstens eine Parameter besonders schnell und
ohne weitere Arbeitsschritte eines Nutzers der Nähmaschine erkannt werden. Alternativ
ist es denkbar, dass der wenigstens eine Parameter der herzustellenden Naht, des Grundmaterials
und/oder der verwendeten Nähmaschine über eine Eingabevorrichtung, insbesondere eine
Eingabevorrichtung der Nähmaschine, manuell eingegeben wird. Dadurch kann der wenigstens
eine Parameter besonders genau eingegeben und entsprechend genau erkannt bzw. verwendet
werden.
[0014] Ferner ist es bei einem erfindungsgemäßen Verfahren möglich, dass eine manuelle Veränderung
der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze oder eine manuelle Veränderung der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
erkannt wird, und abhängig von der erkannten manuellen Veränderung der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze
automatisch die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze verändert wird, oder abhängig von
der erkannten manuellen Veränderung der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze automatisch
die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze verändert wird. Ein Nutzer der Nähmaschine muss
demnach nur die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze oder die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze
verändern und die andere Nähgeschwindigkeitsgrenze wird automatisch verändert. Für
den Fall, dass ein Nutzer nur ein Nähgeschwindigkeitsband verändern möchte bzw. der
Nutzer nur das Nähgeschwindigkeitsband verändern können soll, kann die Nähmaschine
mithin besonders einfach, schnell und sicher bedient werden.
[0015] Außerdem ist es im Rahmen der vorliegenden Erfindung möglich, dass bei einem Verfahren
die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze bzw. die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze wie
folgt automatisch verändert werden:
- wenn die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze manuell um einen definierten Wert verringert
wird, wird die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze automatisch um denselben definierten
Wert verringert,
- wenn die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze manuell um einen definierten Wert erhöht
wird, wird die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze automatisch um denselben definierten
Wert erhöht,
- wenn die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze manuell um einen definierten Wert verringert
wird, wird die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze automatisch um denselben definierten
Wert verringert, und/oder
- wenn die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze manuell um einen definierten Wert erhöht
wird, wird die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze automatisch um denselben definierten
Wert erhöht.
[0016] Dadurch ist es möglich, dass ein Nähgeschwindigkeitsband, das zwischen der oberen
Nähgeschwindigkeitsgrenze und der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze gebildet wird,
bei einer manuellen Veränderung der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze oder der unteren
Nähgeschwindigkeitsgrenze stets automatisch gleich bzw. auf dem gleichen Betrag gehalten
wird. Ein versehentliches Verstellen einen voreingestellten Nähgeschwindigkeitsbandes
kann dadurch verhindert werden.
[0017] Darüber hinaus kann es bei einem erfindungsgemäße Verfahren von Vorteil sein, wenn
bei einer manuellen Veränderung der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze
unverändert bleibt, wenn die manuelle Veränderung der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze
innerhalb einer definierten Zeitdauer, insbesondere innerhalb einer Zeitdauer von
weniger als 5s, nach einer manuellen Veränderung der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
durchgeführt wird, oder bei einer manuellen Veränderung der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze unverändert bleibt, wenn die manuelle Veränderung
der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze innerhalb einer definierte Zeitdauer, insbesondere
innerhalb einer Zeitdauer von weniger als 5s, nach einer manuellen Veränderung der
oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze durchgeführt wird. D.h., das Nähgeschwindigkeitsband
zwischen der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze und der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
kann in einem Fall, in welchem kurz nach der manuellen Veränderung der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze
die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze manuell verändert wird bzw. in welchem kurz nach
der manuellen Veränderung der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze
manuell verändert wird, verändert werden. So kann sich ein Nutzer über die grundsätzliche
Vorgabe des Nähgeschwindigkeitsbandes ohne Eingriff in die Werkseinstellungen der
Nähmaschine hinwegsetzen und dieses verändern. Dadurch kann eine größere Flexibilität
beim Einstellen des Nähgeschwindigkeitsbandes bzw. der oberen und unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
erzeugt werden. Hierbei sind nacheinander durchgeführte manuelle Veränderungen der
oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze und der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze in die
gleiche Richtung oder in unterschiedliche Richtungen möglich.
[0018] Außerdem kann es von Vorteil sein, wenn bei einem erfindungsgemäßen Verfahren eine
Zeitdauer eines Nähbetriebs erkannt wird, der nach einem automatischen Verändern der
oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze durchgeführt wird, wobei bei einer anschließenden
manuellen Veränderung der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze
unverändert bleibt, wenn die erkannte Zeitdauer des Nähbetriebs kürzer als eine definierte
Zeitdauer, insbesondere kürzer als 5s, ist, oder eine Zeitdauer eines Nähbetriebs
erkannt wird, der nach einem automatischen Verändern der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
durchgeführt wird, wobei bei einer anschließenden manuellen Veränderung der unteren
Nähgeschwindigkeitsgrenze die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze unverändert bleibt,
wenn die erkannte Zeitdauer des Nähbetriebs kürzer als eine definierte Zeitdauer,
insbesondere kürzer als 5s, ist. In der Praxis bedeutet dies, es findet beispielsweise
eine manuelle Veränderung der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze und folglich eine automatische
Veränderung der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze und anschließend ein kurzer Nähbetrieb
über beispielsweise weniger als 5, bevorzugt weniger als 3 Sekunden, statt. Nun merkt
der Nutzer der Nähmaschine, dass er lieber mit einem größeren Nähgeschwindigkeitsband,
also einem größeren Abstand zwischen der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze und der
unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze nähen möchte. Entscheidet er sich nun dafür, die
untere Nähgeschwindigkeitsgrenze noch weiter nach unten zu verstellen bzw. zu verringern,
hat dies keinen Einfluss auf die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze. Dadurch kann eine
besonders hohe Flexibilität beim Einstellen des Nähgeschwindigkeitsbandes bzw. der
oberen und unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze auch während eines Nähbetriebs bzw. zwischen
zwei Nähvorgängen eines Nähbetriebs erzeugt werden.
[0019] Bei einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist es denkbar, dass
ein definierter Nähgeschwindigkeitsbereich eingestellt wird, nur in welchem die obere
Nähgeschwindigkeitsgrenze und die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze verändert werden
können bzw. dürfen. D.h., wenn die Nähmaschine beispielsweise eine maximale Nähgeschwindigkeit
von 1500 Stichen pro Minute (St/M) aufweist, wird der definierte Nähgeschwindigkeitsbereich
auf einen Bereich zwischen 500 und 1000 St/M eingestellt. In diesem Bereich kann ein
Nähgeschwindigkeitsband von beispielsweise 500 St/M frei verschoben werden, jedoch
nicht über die Grenzen des definierten Nähgeschwindigkeitsbereichs hinaus. Dadurch
kann eine gewisse Sicherheit gegenüber eines zu willkürlich veränderbaren Nähgeschwindigkeitsbandes
geschaffen werden. Außerdem kann dadurch verhindert werden, dass eine Maschine beispielsweise
ständig mit der maximal möglichen Nähgeschwindigkeit betrieben wird. Dies kann der
Langlebigkeit der Nähmaschine förderlich sein.
[0020] Weiterhin ist es möglich, dass bei einem erfindungsgemäßen Verfahren ein akustisches
und/oder visuelles Warnsignal ausgelöst wird, wenn die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze
und/oder die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze einen definierten Grenz-Schwellenwert
über- bzw. unterschreiten. So kann beispielsweise ein definierter Nähgeschwindigkeitsbereich
eingestellt werden, in welchem ein Nähgeschwindigkeitsband alarmlos verändert werden
kann. Sobald jedoch eine obere oder untere Nähgeschwindigkeitsgrenze des definierten
Nähgeschwindigkeitsbandes über- bzw. unterschritten wird, wird ein Warnsignal ausgelöst.
Dies kann den Nutzer darauf aufmerksam machen, dass er sich nun in einem Bereich einer
Nähgeschwindigkeit befindet, in welchem er nicht nähen soll oder darf. Hierdurch kann
eine mögliche Beschädigung oder Zerstörung der Nähmaschine und/oder des Grundmaterials
verhindert werden.
[0021] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es zudem möglich, dass ein akustisches und/oder
visuelles Warnsignal ausgelöst wird, wenn ein Differenzwert zwischen der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze
und/oder der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze einen definierten Differenz-Schwellenwert
überschreitet. Dadurch kann ein Nutzer der Nähmaschine darauf aufmerksam gemacht werden,
wenn durch Verändern der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze und der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
ein zu großes Nähgeschwindigkeitsband erzeugt wird bzw. werden würde. Durch ein zu
großes Nähgeschwindigkeitsband könnte das einheitliche Stichmuster und/oder die Stichqualität
nicht mehr zuverlässig gewährleistet werden. Hierbei ist es auch denkbar, dass ein
definierter Nähgeschwindigkeitsbereich derart eingestellt wird, dass der definierte
Differenz-Schwellenwert nicht überschritten werden kann.
[0022] Gemäß eines weiteren Aspekts der vorliegenden Erfindung wird eine Vorrichtung zum
Steuern und/oder Regeln einer Nähmaschine, insbesondere einer Overlock-Nähmaschine,
für einen Nähbetrieb zur mechanischen Herstellung einer Naht innerhalb eines Grundmaterials
bereitgestellt, wobei die Vorrichtung zum Durchführen eines wie vorstehend im Detail
beschriebenen Verfahrens ausgestaltet ist. Damit bringt eine erfindungsgemäße Vorrichtung
die gleichen Vorteile mit sich, wie sie ausführlich mit Bezug auf das erfindungsgemäße
Verfahren beschrieben worden sind. Die Vorrichtung weist bevorzugt eine Erkennungsvorrichtung
zum Erkennen eines Nähbetriebs oder eines bevorstehenden Nähbetriebs der Nähmaschine
auf. Außerdem weist die Vorrichtung eine Einstellvorrichtung zum Einstellen der oberen
Nähgeschwindigkeitsgrenze der Nähmaschine und zum Einstellen der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
der Nähmaschine auf. Die Erkennungsvorrichtung sowie die Einstellvorrichtung können
als Bestandteil eines Steuergeräts der Nähmaschine bzw. für die Nähmaschine ausgestaltet
und konfiguriert sein. Das Steuergerät kann ebenso zum Durchführen des Nähbetriebs
mit der Nähgeschwindigkeit zwischen der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze und der
oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze, sowie der anderen vorstehend im Detail erläuterten
Verfahrensschritte ausgestaltet sein.
[0023] Gemäß einer Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es möglich, dass
über die Eingabevorrichtung durch einen Nutzer der Nähmaschine manuell einstellbar
ist, ob die manuelle Veränderung der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze die automatische
Veränderung der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze bzw. die manuelle Veränderung der
unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze die automatische Veränderung der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze
zur Folge hat oder nicht. Die Eingabevorrichtung ist bevorzugt direkt an der Nähmaschine
angeordnet und ausgestaltet. Die Eingabevorrichtung kann als berührungsempfindliches
Display und/oder als mechanisches Betätigungselementen ausgestaltet sein. Für die
vorstehende Einstellung kann die Eingabevorrichtung beispielsweise eine Check-Box
anzeigen bzw. aufweisend, die abhängig davon, ob die manuelle Veränderung der oberen
Nähgeschwindigkeitsgrenze die automatische Veränderung der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
bzw. die manuelle Veränderung der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze die automatische
Veränderung der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze zur Folge haben soll, ausgewählt
werden kann oder nicht. Die Einstellung über die Check-Box kann abhängig von der Ausgestaltung
der Eingabevorrichtung mechanisch oder kapazitiv erfolgen. Über eine solche Eingabevorrichtung
können derartige Einstellungen an der Nähmaschine besonders einfach und nutzerfreundlich
durchgeführt werden. Alternativ zu einer Check-Box kann auf der Eingabevorrichtung
auch ein Schieberegler dargestellt sein, über welchen die in Rede stehende Einstellung,
beispielsweise durch Verschieben des Schiebereglers nach links oder rechts, vorgenommen
werden kann.
[0024] Ferner ist es bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung möglich, dass die Vorrichtung
derart konfiguriert und ausgestaltet ist, dass die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze
unverändert bleibt, wenn die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze manuell erhöht wird,
oder die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze unverändert bleibt, wenn die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze
manuell verringert wird. D.h., wenn ein Nähgeschwindigkeitsband verkleinert wird,
soll eine manuelle Veränderung einer Nähgeschwindigkeitsgrenze nicht die automatische
Veränderung der anderen Nähgeschwindigkeitsgrenze zur Folge haben. Bei einer Verkleinerung
des Nähgeschwindigkeitsbandes nehmen die Stichqualität sowie eine Einheitlichkeit
des Stichmusters tendenziell zu. Durch die vorliegende Konfiguration der Vorrichtung
kann somit das Nähgeschwindigkeitsband in bestimmten, vorteilhaften Fällen einfach
verändert werden. Gleichzeitig soll jedoch bevorzugt die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze
wie vorstehend beschrieben automatisch erhöht werden, wenn die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze
manuell erhöht wird bzw. die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze automatisch verringert
werden, wenn die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze wie vorstehend beschrieben verringert
wird.
[0025] Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung kann sich daraus ergeben, dass die
Nähmaschine eine Speichervorrichtung aufweist und in der Speichervorrichtung verschiedene
nahtspezifische, grundmaterialspezifische und/oder nähmaschinenspezifische obere Nähgeschwindigkeitsgrenzen
und untere Nähgeschwindigkeitsgrenzen gespeichert sind. Auf diese Grenzwerte kann
nach dem Start der Nähmaschine direkt zugegriffen werden und die Nähmaschine kann
automatisch und entsprechend schnell mit geeigneten Grundgrenzwerten eingestellt werden.
Wenn das Grundmaterial bzw. der Stoff oder die Stoffe, die genäht werden sollen bekannt
sind, wovon in der Regel auszugehen ist, kann der Nähmaschine das Grundmaterial mitgeteilt
werden und die Nähmaschine kann direkt die grundmaterialspezifische obere Nähgeschwindigkeitsgrenzen
und untere Nähgeschwindigkeitsgrenzen einstellen. Die Speichervorrichtung kann wenigstens
einen flüchtigen und/oder nichtflüchtigen Speicher aufweisen. Bevorzugt weist die
Speichervorrichtung sowohl einen flüchtigen als auch einen nichtflüchtigen Speicher
auf, wobei verschiedene nahtspezifische, grundmaterialspezifische und/oder nähmaschinenspezifische
obere Nähgeschwindigkeitsgrenzen und untere Nähgeschwindigkeitsgrenzen als Grundgrenzwerte
im nichtflüchtigen Speicher gespeichert sind.
[0026] Außerdem kann es erfindungsgemäß von Vorteil sein, wenn in der Speichervorrichtung
verschiedene nutzerspezifische obere Nähgeschwindigkeitsgrenzen und untere Nähgeschwindigkeitsgrenzen
gespeichert sind. Auch auf diese Werte kann nach dem Start der Nähmaschine direkt
zugegriffen werden und die Nähmaschine kann automatisch und entsprechend schnell mit
geeigneten nutzerspezifischen Grundparametern eingestellt werden. So kann beispielsweise
vor Beginn des Nähbetriebs der Erfahrungsgrad des Nutzers in die Nähmaschine, beispielsweise
über die Eingabevorrichtung, eingegeben werden und diese kann direkt die entsprechende
nutzerspezifische obere Nähgeschwindigkeitsgrenzen und untere Nähgeschwindigkeitsgrenzen
einstellen.
[0027] Darüber hinaus können selbstverständlich auch verschiedene Kombinations-Nähgeschwindigkeitsgrenzen,
die beispielsweise eine Kombination von nutzerspezifischen oberen Nähgeschwindigkeitsgrenzen
und unteren Nähgeschwindigkeitsgrenzen und grundmaterialspezifischen oberen Nähgeschwindigkeitsgrenzen
und unteren Nähgeschwindigkeitsgrenzen sind, in der Speichervorrichtung gespeichert
sein. So kann beispielsweise vor Beginn des Nähbetriebs der Erfahrungsgrad des Nutzers
sowie das verwendete Grundmaterial in die Nähmaschine, beispielsweise über die Eingabevorrichtung,
eingegeben werden und diese kann mit Bezug auf den Erfahrungsgrad des Nutzers sowie
das verwendete Grundmaterial direkt die entsprechenden Kombinations-Nähgeschwindigkeitsgrenzen
einstellen.
[0028] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist es möglich, dass
eine gemäß der vorstehend erläuterten Verfahren veränderte obere Nähgeschwindigkeitsgrenze
und/oder untere Nähgeschwindigkeitsgrenze in der Speichervorrichtung durch Betätigung
eines Eingabemittels der Vorrichtung speicherbar, insbesondere manuell speicherbar,
sind. So können während des Nähbetriebs oder nach dem Nähbetrieb Favoriten angelegt
werden, auf die in einem späteren Nähbetrieb wieder zurückgegriffen werden kann, insbesondere
dann, wenn diese Favoriten, wie es bevorzugt möglich ist, in einem nichtflüchtigen
Speicher der Speichervorrichtung gespeichert werden bzw. speicherbar sind. Ferner
ist es möglich, dass automatisch eine definierte Anzahl der verwendeten bzw. geänderten
Nähgeschwindigkeitsgrenzen in der Speichervorrichtung als Verlauf oder Historie gespeichert
werden. Werden die verschiedenen Werte in einem nichtflüchtigen Speicher gespeichert,
kann beispielsweise der Nähbetrieb dokumentiert werden. Das Speichern der in Rede
stehenden Werte in einem flüchtigen Speicher hat den Vorteil, dass auf einfache Weise
schnell auf zeitlich nur kurz zurückliegende Einstellungen bzw. entsprechende obere
Nähgeschwindigkeitsgrenzen und untere Nähgeschwindigkeitsgrenzen zurückgegriffen werden
kann.
[0029] Darüber hinaus ist es bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung möglich, dass die veränderten
oberen Nähgeschwindigkeitsgrenzen und/oder die veränderte unteren Nähgeschwindigkeitsgrenzen
in der Speichervorrichtung mit Bezug auf eine bestimmte Naht, ein bestimmtes Grundmaterial
und/oder eine bestimmte Nähmaschine durch Betätigung eines Eingabemittels der Vorrichtung
speicherbar, insbesondere manuell speicherbar, sind. So können während des Nähbetriebs
oder nach dem Nähbetrieb Favoriten mit Bezug auf eine bestimmte Naht, ein bestimmtes
Grundmaterial und/oder eine bestimmte Nähmaschine angelegt werden. Auf die Favoriten
kann in einem späteren Nähbetrieb wieder zurückgegriffen werden, insbesondere wenn
diese Favoriten, wie es bevorzugt möglich ist, in einem nichtflüchtigen Speicher der
Speichervorrichtung gespeichert werden bzw. speicherbar sind.
[0030] Von weiterem Vorteil kann es sein, wenn die Vorrichtung eine Reset-Funktion aufweist,
durch welche die gespeicherte veränderte obere Nähgeschwindigkeitsgrenze und/oder
untere Nähgeschwindigkeitsgrenze in der Speichervorrichtung gelöscht werden kann.
Wird die Vorrichtung beispielsweise für eine neue Nähmaschine verwendet oder ändert
sich das Stichmuster, so können hinterlegte Werte, die keine Bedeutung mehr für die
bevorstehenden Nähbetriebe haben, gelöscht werden und somit auf schnelle und einfache
Weise Speicherplatz für neue Werte geschaffen werden.
[0031] Gemäß eines weiteren Aspekts der vorliegenden Erfindung wird eine Nähmaschine, insbesondere
eine Overlock-Nähmaschine, zur mechanischen Herstellung einer Naht innerhalb eines
Grundmaterials mit einer wie vorstehend im Detail beschriebenen Vorrichtung zur Verfügung
gestellt. Damit bringt auch die erfindungsgemäße Nähmaschine die gleichen Vorteile
mit sich, wie sie ausführlich mit Bezug auf die erfindungsgemäße Vorrichtung beschrieben
worden sind.
[0032] Darüber hinaus wird ein erfindungsgemäßes Computerprogrammprodukt zur Verwendung
in einer Nähmaschine und/oder in einer wie vorstehend im Detail beschriebenen Vorrichtung
zur Verfügung gestellt, wobei das Computerprogrammprodukt derart konfiguriert ist,
dass bei einer Herstellung einer Naht innerhalb eines Grundmaterials durch die Nähmaschine
ein wie vorstehend detailliert beschriebenes Verfahren durchgeführt wird. So bringt
auch ein erfindungsgemäßes Computerprogrammprodukt die gleichen Vorteile mit sich,
wie sie ausführlich mit Bezug auf die erfindungsgemäße Vorrichtung beschrieben worden
sind.
[0033] Weitere, die Erfindung verbessernde Maßnahmen ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung zu verschiedenen Ausführungsbeispielen der Erfindung, welche in den Figuren
schematisch dargestellt sind. Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung oder
der Zeichnung hervorgehende Merkmale und/oder Vorteile, einschließlich konstruktiver
Einzelheiten und räumlicher Anordnungen können sowohl für sich als auch in den verschiedenen
Kombinationen erfindungswesentlich sein.
[0034] Es zeigen jeweils schematisch:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Overlock-Nähmaschine,
- Fig. 2
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Steuern und/oder Regeln der Overlock-Nähmaschine
- Fig. 3a
- ein ungleichmäßiges Stichmuster,
- Fig. 3b
- ein gleichmäßiges Stichmuster,
- Fig. 4
- eine erfindungsgemäße Eingabevorrichtung in einem ersten Betriebszustand gemäß einer
ersten Ausführungsform,
- Fig. 5
- eine erfindungsgemäße Eingabevorrichtung in einem zweiten Betriebszustand gemäß der
ersten Ausführungsform,
- Fig. 6
- eine erfindungsgemäße Eingabevorrichtung in einem dritten Betriebszustand gemäß der
ersten Ausführungsform,
- Fig. 7
- eine erfindungsgemäße Eingabevorrichtung in einem vierten Betriebszustand gemäß der
ersten Ausführungsform,
- Fig. 8
- eine erfindungsgemäße Eingabevorrichtung in einem fünften Betriebszustand gemäß der
ersten Ausführungsform,
- Fig. 9
- eine erfindungsgemäße Eingabevorrichtung gemäß einer zweiten Ausführungsform,
- Fig. 10
- eine erfindungsgemäße Eingabevorrichtung gemäß einer dritten Ausführungsform,
- Fig. 11
- Flussdiagramm zum Erläutern eines erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß einer ersten
Ausführungsform,
- Fig. 12
- Flussdiagramm zum Erläutern eines erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß einer zweiten
Ausführungsform,
- Fig. 13
- Flussdiagramm zum Erläutern eines erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß einer dritten
Ausführungsform,
- Fig. 14
- Flussdiagramm zum Erläutern eines erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß einer vierten
Ausführungsform, und
- Fig. 15
- Flussdiagramm zum Erläutern eines erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß einer fünften
Ausführungsform.
[0035] Elemente mit gleicher Funktion und Wirkungsweise sind in den Figuren 1 bis 15 jeweils
mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0036] In Fig. 1 ist schematisch eine Nähmaschine 100 in Form einer Overlock-Nähmaschine
dargestellt. Die Nähmaschine 100 weist eine Vorrichtung 10 zum Steuern und/oder Regeln
der Nähmaschine 100 auf. Die Vorrichtung 10 weist eine Eingabevorrichtung 20 in Form
eines berührungsempfindlichen Displays auf.
[0037] Fig. 2 zeigt ein Blockschaltbild zum Erläutern der Vorrichtung 10. Die Vorrichtung
10 weist neben der Eingabevorrichtung 20 einen nichtflüchtigen Speicher 30, einen
flüchtigen Speicher 40, einen Motor 50 zum Antreiben der Nähmaschine 100 sowie eine
Motorsteuerung 60 auf. Im nichtflüchtigen Speicher 30 ist ein erfindungsgemäßes Computerprogrammprodukt
70 gespeichert, das durch die Motorsteuerung 60 zum Steuern und/oder Regeln der Nähmaschine
100 ausgeführt werden kann. Außerdem sind im nichtflüchtigen Speicher 30 verschiedene
nahtspezifische, grundmaterialspezifische und/oder nähmaschinenspezifische obere Nähgeschwindigkeitsgrenzen
und untere Nähgeschwindigkeitsgrenzen gespeichert. Darüber hinaus sind im nichtflüchtigen
Speicher 30 verschiedene nutzerspezifische obere Nähgeschwindigkeitsgrenzen und untere
Nähgeschwindigkeitsgrenzen gespeichert.
[0038] Durch die Eingabevorrichtung 20 lassen sich verschiedene Betriebsparameter wie beispielsweise
eine obere Nähgeschwindigkeitsgrenze v
max und eine untere Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min einstellen. Die Motorsteuerung 60 dient insbesondere zum Einstellen der gewünschten
Nähgeschwindigkeit durch einen Abgleich und eine Anpassung zwischen einer Soll-Nähgeschwindigkeit
und einer Ist-Nähgeschwindigkeit. Die Ist-Nähgeschwindigkeit kann die Motorsteuerung
60 über im Stand der Technik bekannte Vorrichtungen und Verfahren erhalten. Die Soll-Nähgeschwindigkeit
erhält die Motorsteuerung 60 durch Eingabe des Nutzers über die Eingabevorrichtung
20 oder durch Auslesen des nichtflüchten Speichers 30 und/oder des flüchtigen Speichers
40.
[0039] Die Vorrichtung 10 weist ferner eine Reset-Funktion auf, durch welche eine gespeicherte,
möglicherweise veränderte, obere Nähgeschwindigkeitsgrenze und/oder eine untere, möglicherweise
veränderte, Nähgeschwindigkeitsgrenze im nichtflüchtigen Speicher 30 und/oder im flüchtigen
Speicher 40 gelöscht werden kann.
[0040] In Fig. 3a ist ein uneinheitliches Stichmuster bzw. Nahtbild N1 auf einem Grundmaterial
2 dargestellt. Die in Fig. 3a gezeigte Naht 1 resultiert aus einem Nähbetrieb mit
stark voneinander abweichenden Nähgeschwindigkeiten.
[0041] In Fig. 3b ist ein einheitliches Stichmuster bzw. Nahtbild N2 auf dem Grundmaterial
2 dargestellt. Die in Fig. 3b gezeigte Naht 1 resultiert aus einem erfindungsgemäßen
Nähbetrieb, der mit einer Nähgeschwindigkeit zwischen einer oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze
v
max und einer unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min durchgeführt wurde.
[0042] Fig. 4 zeigt eine Eingabevorrichtung 20 mit einer Anzeige 21 für eine obere Nähgeschwindigkeitsgrenze
v
max, Einstellfelder 22 zum Verändern der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze v
max, einer Anzeige 23 für eine untere Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min, Einstellfelder 24 zum Verändern der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min, einem Schieberegler 25 zum Verändern der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze v
max und einem Schieberegler 26 zum Verändern der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min. Fig. 4 zeigt eine Eingabevorrichtung 20, auf welcher, nach dem Einschalten der Nähmaschine
100, Grundeinstellungen dargestellt werden. Die Grundeinstellungen sind demnach eine
obere Nähgeschwindigkeitsgrenze v
max von 1000 St/M und eine untere Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min von 500 St/M.
[0043] Mit Bezug auf Fig. 4 und Fig. 11 wird anschließend eine erste Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung beschrieben. Hierzu wird zunächst erkannt, ob ein Nähbetrieb
vorliegt oder durchgeführt werden soll. Ein bevorstehender Nähbetrieb wird beispielsweise
dadurch erkannt, dass ein Einschalten der Nähmaschine 100 erkannt wird. Anschließend
werden die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze v
max und die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min, wie in Fig. 4 dargestellt, eingestellt. Danach wird ein Nähbetrieb unter Einhaltung
der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze v
max und der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min durchgeführt.
[0044] Mit Bezug auf Fig. 4, Fig. 5 und Fig. 12 wird anschließend eine zweite Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung beschrieben. Zur Vereinfachung wird auf eine Wiederholung
von bereits beschriebenen Verfahrensschritten verzichtet. Nach dem Erkennen des Nähbetriebs
wird ein Stichmuster ausgewählt. Abhängig vom ausgewählten Stichmuster werden nun
die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze v
max auf 1000 St/M und die unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min auf 500 St/M eingestellt. Wird nun eine manuelle Erhöhung der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
v
min von 500 St/M auf v
min+ = 700 St/M erkannt, wird automatisch, wie in Fig. 5 dargestellt, auch die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze
v
max um 200 St/M, also von 1000 St/M auf v
max+ = 1200 St/M erhöht. Ein Nähgeschwindigkeitsband zwischen der neuen unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
v
min+ und der neuen oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze v
max+ bleibt mithin gleich auf einem Wert von 500 St/M. Anschließend wird ein Nähbetrieb
unter Einhaltung der neuen Nähgeschwindigkeitsgrenzen v
max+, v
min+ durchgeführt.
[0045] Nachfolgend wird mit Bezug auf Fig. 4, Fig. 5, Fig. 6, Fig. 7 und Fig. 13 eine dritte
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung beschrieben. Die ersten fünf Schritte werden
zunächst wie zur zweiten Ausführungsform beschrieben durchgeführt. Nun folgt ein Schritt,
in welchem ermittelt bzw. erkannt wird, ob seit der automatischen Erhöhung der oberen
Nähgeschwindigkeitsgrenze v
max ein Nähbetrieb durchgeführt wurde oder nicht. Wurde kein Nähbetrieb durchgeführt
und wird, wie in Fig. 7 dargestellt, eine manuelle Erhöhung der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze
v
max von 1200 St/M direkt, also beispielsweise innerhalb von 5s, auf 1300 St/M festgestellt,
wird die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min+ gehalten und anschließend zwischen diesen Grenzwerten der Nähbetrieb durchgeführt.
[0046] Wird hingegen festgestellt, dass ein Nähbetrieb durchgeführt wurde, wird zunächst
unterschieden, wie lange dieser durchgeführt wurde. Hierbei wird eine Fallunterscheidung
vorgenommen, ob der Nähbetrieb länger oder kürzer als 5s angedauert hat. Dauerte der
Nähbetrieb länger als 5s wird davon ausgegangen, dass ein Nähbetrieb abgeschlossen
wurde und ein neuer Nähbetrieb beginnen soll. Wird nun eine manuelle Erhöhung der
oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze v
max+, wie in Fig. 6 dargestellt, von 1200 auf v
max++ = 1300 St/M erkannt, wird automatisch auch die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min+ von 700 St/M auf v
min++ = 800 St/M erhöht. Danach wird ein Nähbetrieb zwischen der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze
v
max++ und der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min++ durchgeführt.
[0047] Dauerte der Nähbetrieb kürzer als 5s wird davon ausgegangen, dass der Nähbetrieb
noch nicht abgeschlossen wurde und das Nähgeschwindigkeitsband verstellt werden soll.
Wird nun eine manuelle Erhöhung der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze v
max+, wie in Fig. 7 dargestellt, von 1200 auf v
max++ = 1300 St/M erkannt, wird die untere Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min+ gehalten und anschließend ein Nähbetrieb zwischen der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze
v
max++ und der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min+ durchgeführt.
[0048] Mit Bezug auf Fig. 4, Fig. 8 und Fig. 14 wird anschließend eine vierte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung beschrieben. Die ersten vier Schritte der vierten Ausführungsform
entsprechen grundsätzlich wieder den ersten vier Schritten der zweiten und dritten
Ausführungsform. Anschließend wird jedoch ermittelt bzw. erkannt, ob durch eine Veränderung
der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min das Nähgeschwindigkeitsband größer oder kleiner wird. Um die Gefahr eines uneinheitlichen
Stichmusters zu verringern, darf das Nähgeschwindigkeitsband gemäß dieser Ausführungsform
nicht größer werden. D.h., wird nun erkannt, dass durch die eine Verringerung der
unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min das Nähgeschwindigkeitsband größer wird bzw. werden könnte, wird die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze
v
max automatisch um den Wert der Verringerung der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min verringert. Anschließend wird ein Nähbetrieb mit gleichgebliebenem Nähgeschwindigkeitsband
durchgeführt. Wird hingegen festgestellt, dass durch die eine Erhöhung der unteren
Nähgeschwindigkeitsgrenze v
min das Nähgeschwindigkeitsband kleiner wird bzw. werden würde, wird, wie in Fig. 8 dargestellt,
die obere Nähgeschwindigkeitsgrenze v
max gehalten. Anschließend wird ein Nähbetrieb mit verkleinertem Nähgeschwindigkeitsband
durchgeführt.
[0049] Hiernach wird bezüglich Fig. 9 und Fig. 15 eine fünfte Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung beschrieben, in welcher durch eine Check-Box 27 ausgewählt werden kann,
ob eine Veränderung eines Nähgeschwindigkeitsbandes zulässig sein soll oder nicht.
Wird, wie in Fig. 9 dargestellt, das Feld "JA" ausgewählt bzw. betätigt, ist eine
Veränderung des Nähgeschwindigkeitsbandes nicht zulässig. Wird nun eine Nähgeschwindigkeitsgrenze
verändert, wird zwangsweise die andere Nähgeschwindigkeitsgrenze mit verändert. Wird
hingegen das Feld "NEIN" ausgewählt bzw. betätigt (nicht dargestellt), ist eine Veränderung
des Nähgeschwindigkeitsbandes im Rahmen der vorstehend dargestellten Ausführungsformen
zulässig bzw. möglich.
[0050] Fig. 10 zeigt eine weitere Ausführungsform der Eingabevorrichtung 20, in welcher
ein Nähgeschwindigkeitsband 28 grafisch auf einer berührungsempfindlichen Oberfläche
der Eingabevorrichtung 20 dargestellt wird. In diesem Fall kann ein Nutzer mit seinem
Finger 3 oder einer anderen Betätigungsvorrichtung das Nähgeschwindigkeitsband 28
direkt oder die zugehörigen Nähgeschwindigkeitsgrenzen im Rahmen der vorstehend dargestellten
Zulässigkeit verschieben. Sobald das Nähgeschwindigkeitsband 28, oder ein Nähgeschwindigkeitsband
der anderen Ausführungsformen, eingestellt wurde, kann es über die Eingabevorrichtung
20 im nichtflüchtigen Speicher 30 oder im flüchtigen Speicher 40, manuell oder automatisch,
gespeichert werden.
Bezugszeichenliste
[0051]
1 Naht
2 Grundmaterial
3 Finger
10 Vorrichtung
20 Eingabevorrichtung
21 Anzeige für obere Nähgeschwindigkeitsgrenze
22 Einstellfelder zum Verändern der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze
23 Anzeige für untere Nähgeschwindigkeitsgrenze
24 Einstellfelder zum Verändern der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
25 Schieberegler zum Verändern der oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze
26 Schieberegler zum Verändern der unteren Nähgeschwindigkeitsgrenze
27 Check-Box
28 Nähgeschwindigkeitsband zum Verändern der unteren und oberen Nähgeschwindigkeitsgrenze
30 Nichtflüchtiger Speicher
40 Flüchtiger Speicher
50 Motor
60 Motorsteuerung
100 Nähmaschine
vmax Obere Nähgeschwindigkeitsgrenze
vmin Untere Nähgeschwindigkeitsgrenze
MAX Maximale Nähgeschwindigkeit der Nähmaschine
MIN Minimale Nähgeschwindigkeit der Nähmaschine
1. Verfahren zum Steuern und/oder Regeln einer Nähmaschine (100), insbesondere einer
Overlock-Nähmaschine, für einen Nähbetrieb zur mechanischen Herstellung einer Naht
(1) innerhalb eines Grundmaterials (2), aufweisend die Schritte:
- Erkennen eines Nähbetriebs oder eines bevorstehenden Nähbetriebs der Nähmaschine
(100),
- Einstellen einer oberen stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) der Nähmaschine (100),
- Einstellen einer unteren stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) der Nähmaschine (100), und
- Durchführen des Nähbetriebs mit einer Nähgeschwindigkeit zwischen der unteren stichspezifischen
Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) und der oberen stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens ein Parameter der herzustellenden Naht (1), des zu verwendenden Grundmaterials
(2), der verwendeten Nähmaschine (100) für den Nähbetrieb erkannt werden und die obere
stichspezifische Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) und die untere stichspezifisch Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) automatisch abhängig von dem wenigstens einen erkannten Parameter eingestellt werden.
3. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine manuelle Veränderung der oberen stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) oder eine manuelle Veränderung der unteren stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze
(vmin) erkannt wird, und abhängig von der erkannten manuellen Veränderung der oberen stichspezifischen
Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) automatisch die untere stichspezifisch Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) verändert wird, oder abhängig von der erkannten manuellen Veränderung der unteren
stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) automatisch die obere stichspezifische Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) verändert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die untere stichspezifisch Nähgeschwindigkeitsgrenze (v
min) bzw. die obere stichspezifische Nähgeschwindigkeitsgrenze (v
max) wie folgt automatisch verändert werden:
- wenn die untere stichspezifisch Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) manuell um einen definierten Wert verringert wird, wird die obere stichspezifische
Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) automatisch um denselben definierten Wert verringert,
- wenn die untere stichspezifisch Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) manuell um einen definierten Wert erhöht wird, wird die obere stichspezifische Nähgeschwindigkeitsgrenze
(vmax) automatisch um denselben definierten Wert erhöht,
- wenn die obere stichspezifische Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) manuell um einen definierten Wert verringert wird, wird die untere stichspezifisch
Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) automatisch um denselben definierten Wert verringert, und/oder
- wenn die obere stichspezifische Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) manuell um einen definierten Wert erhöht wird, wird die untere stichspezifisch Nähgeschwindigkeitsgrenze
(vmin) automatisch um denselben definierten Wert erhöht.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 und 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
bei einer manuellen Veränderung der oberen stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze
(vmax) die untere stichspezifisch Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) unverändert bleibt, wenn die manuelle Veränderung der oberen stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze
(vmax) innerhalb einer definierten Zeitdauer, insbesondere innerhalb einer Zeitdauer von
weniger als 5s, nach einer manuellen Veränderung der unteren stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze
(vmin) durchgeführt wird, oder bei einer manuellen Veränderung der unteren stichspezifischen
Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) die obere stichspezifische Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) unverändert bleibt, wenn die manuelle Veränderung der unteren stichspezifischen
Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) innerhalb einer definierte Zeitdauer, insbesondere innerhalb einer Zeitdauer von
weniger als 5s, nach einer manuellen Veränderung der oberen stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze
(vmax) durchgeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Zeitdauer eines Nähbetriebs erkannt wird, der nach einem automatischen Verändern
der oberen stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) durchgeführt wird, wobei bei einer anschließenden manuellen Veränderung der oberen
stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) die untere stichspezifisch Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) unverändert bleibt, wenn die erkannte Zeitdauer des Nähbetriebs kürzer als eine
definierte Zeitdauer, insbesondere kürzer als 5s, ist, oder eine Zeitdauer eines Nähbetriebs
erkannt wird, der nach einem automatischen Verändern der unteren stichspezifischen
Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) durchgeführt wird, wobei bei einer anschließenden manuellen Veränderung der unteren
stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) die obere stichspezifische Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) unverändert bleibt, wenn die erkannte Zeitdauer des Nähbetriebs kürzer als eine
definierte Zeitdauer, insbesondere kürzer als 5s, ist.
7. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein definierter Nähgeschwindigkeitsbereich eingestellt wird, nur in welchem die obere
stichspezifische Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) und die untere stichspezifisch Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) verändert werden können.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein akustisches und/oder visuelles Warnsignal ausgelöst wird, wenn die obere stichspezifische
Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) und/oder die untere stichspezifisch Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) einen definierten Grenz-Schwellenwert über- bzw. unterschreiten.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein akustisches und/oder visuelles Warnsignal ausgelöst wird, wenn ein Differenzwert
zwischen der oberen stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) und/oder der unteren stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) einen definierten Differenz-Schwellenwert überschreitet.
10. Vorrichtung (10) zum Steuern und/oder Regeln einer Nähmaschine (100), insbesondere
einer Overlock-Nähmaschine, für einen Nähbetrieb zur mechanischen Herstellung einer
Naht (1) innerhalb eines Grundmaterials (2), wobei die Vorrichtung zum Durchführen
eines Verfahrens nach einem der voranstehenden Ansprüche ausgestaltet ist.
11. Vorrichtung (10) nach Anspruch 10 mit einer Eingabevorrichtung (20),
dadurch gekennzeichnet, dass
über die Eingabevorrichtung (20) durch einen Nutzer der Nähmaschine (100) manuell
einstellbar ist, ob die manuelle Veränderung der oberen stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze
(vmax) die automatische Veränderung der unteren stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze
(vmin) bzw. die manuelle Veränderung der unteren stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze
(vmin) die automatische Veränderung der oberen stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenze
(vmax) zur Folge hat oder nicht.
12. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 10 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung (10) derart konfiguriert und ausgestaltet ist, dass die obere stichspezifische
Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) unverändert bleibt, wenn die untere stichspezifisch Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) manuell erhöht wird, oder die untere stichspezifisch Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) unverändert bleibt, wenn die obere stichspezifische Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) manuell verringert wird.
13. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 10 bis 12 mit einer Speichervorrichtung
(30, 40),
dadurch gekennzeichnet, dass
in der Speichervorrichtung (30, 40) verschiedene nahtspezifische, grundmaterialspezifische
und/oder nähmaschinenspezifische obere Nähgeschwindigkeitsgrenzen (vmax) und untere Nähgeschwindigkeitsgrenzen (vmin) gespeichert sind.
14. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 10 bis 13 mit einer Speichervorrichtung
(30, 40),
dadurch gekennzeichnet, dass
in der Speichervorrichtung (30, 40) verschiedene nutzerspezifische obere Nähgeschwindigkeitsgrenzen
(vmax) und untere Nähgeschwindigkeitsgrenzen (vmin) gespeichert sind.
15. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 10 bis 14 mit einer Speichervorrichtung
(30, 40),
dadurch gekennzeichnet, dass
eine nach einem Verfahren der Ansprüche 3 bis 9 veränderte obere stichspezifische
Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) und/oder untere stichspezifisch Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) in der Speichervorrichtung (30, 40) durch Betätigung eines Eingabemittels der Vorrichtung
(10) speicherbar, insbesondere manuell speicherbar, sind.
16. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 11 und 15,
dadurch gekennzeichnet, dass
die veränderten oberen Nähgeschwindigkeitsgrenzen (vmax) und/oder die veränderte unteren stichspezifischen Nähgeschwindigkeitsgrenzen (vmin) in der Speichervorrichtung (30, 40) mit Bezug auf eine bestimmte Naht (1), ein bestimmtes
Grundmaterial (2) und/oder eine bestimmte Nähmaschine (100) durch Betätigung eines
Eingabemittels der Vorrichtung (10) speicherbar, insbesondere manuell speicherbar,
sind.
17. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 15 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung (10) eine Reset-Funktion aufweist, durch welche die gespeicherte veränderte
obere stichspezifische Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmax) und/oder untere stichspezifisch Nähgeschwindigkeitsgrenze (vmin) in der Speichervorrichtung (30, 40) gelöscht werden kann.
18. Nähmaschine (100), insbesondere Overlock-Nähmaschine, zur mechanischen Herstellung
einer Naht (1) innerhalb eines Grundmaterials (2), aufweisend eine Vorrichtung nach
einem der Ansprüche 10 bis 17.
19. Computerprogrammprodukt (70) zur Verwendung in einer Nähmaschine (100) und/oder in
einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 17, das derart konfiguriert ist,
dass bei einer Herstellung einer Naht (1) innerhalb eines Grundmaterials (2) durch
die Nähmaschine (100) ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9 durchgeführt
wird.