[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Umsetzung von Wasserstoff und Luftsauerstoff
zu Wasser oder HHO-Gas zu Wasser in einem Verbrennungsofen, wobei der Verbrennungsraum
von einem Kühlmantel, in dem eine Wärmeträgerflüssigkeit zirkuliert wird, umgeben
ist. Ferner betrifft die Erfindung einen Verbrennungsofen zur Umsetzung von Wasserstoff
und Sauerstoff zu Wasser oder HHO-Gas zu Wasser mit einem Verbrennungsraum mit wenigstens
einer Gaszufuhrleitung mit Austrittsdüse, durch die das zu verbrennende Gas zugeführt
wird, und einem den Verbrennungsraum umschließenden Kühlmantel mit einer darin zirkulierenden
Wärmeträgerflüssigkeit. Dabei bedeutet HHO-Gas eine Mischung von Wasserstoff und Sauerstoff
genau in dem atomaren Verhältnis zweimal H zu einmal O, wie es als Reaktionsprodukt
bei der Elektrolyse von Wasser entsteht.
[0002] Die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff (H
2) hat eine lange Tradition. Wasserstoff (H
2) wurde und wird vor allem in der chemischen und Erdöl-Industrie zur Reduktion von
chemischen Verbindungen, zur Hydrierung von ungesättigten Kohlenwasserstoffen, Gewinnung
von hochwertigem Benzin u.a. verwendet.
[0003] In neuerer Zeit gewinnt die Herstellung von Wasserstoff (H
2) und dessen Verwendung zusätzlich an Bedeutung im Zusammenhang mit der Nutzung elektrischer
Energie aus Windstrom- und Solarstromanlagen. Wasserstoff (H
2) kann damit ökologisch aus Wasser (H
2O) mittels elektrischer Energie durch Elektrolyse erzeugt werden. Der so gewonnene
Wasserstoff (H
2) kann
- einerseits als chemischer Energiespeicher, dessen Energie im Bedarfsfall durch Umsetzung
mit Luftsauerstoff (O2) zu Wasser (H2O) mit angeschlossener Stromgewinnung abgerufen und benutzt werden oder
- andererseits in Gasleitungen den Verbrauchern zugeführt werden.
[0004] Dabei ist die Verbrennung des Wasserstoffs (H
2) mit Luftsauerstoff (O
2) sowie die Umsetzung von HHO-Gas aus der Wasser-Elektrolyse insofern mit Problemen
behaftet, dass die Reaktionswärme der Wasser-Bildungs-Reaktion aus Wasserstoff (H
2) sowie aus HHO-Gas sehr hoch ist, was zu Materialschäden in den Verbrennungsöfen
bzw. bei Absenkung der Verbrennungstemperaturen zur Unterbrechung der Verbrennungsreaktion
und zur Absenkung des energetischen Wirkungsgrades führen kann.
[0005] Während bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen Reaktionstemperaturen, die
materialtechnisch sowohl das Ofenmaterial selbst als auch die in der Regel im Inneren
der Öfen liegenden Wärmetauscher-Rohrbündel aus Stahl belasten, von ca. 900 bis 1300
°C erreicht und beherrscht werden, ergibt sich bei der Verbrennung von Wasserstoff
(H
2) mit Sauerstoff (O
2) als auch bei der Verbrennung von HHO-Gas ein anderes Bild.
[0006] Bekannt sind auch die H
2-Verbrennungsöfen der Fa. Xerion Advanced Heating GmbH, die im Reaktorraum Graphitelemente
enthalten, die dazu dienen, die Verbrennungsreaktion elektronisch anheizen zu können.
Diese Öfen dienen der Herstellung von speziellen Stählen und Keramiken sowie zu Forschungszwecken,
wobei die Standzeiten der Graphit-Elektroden durch Abbrandreaktionen sehr begrenzt
sind.
[0007] In
DE 20 2013 005411 U1 ist die H
2-Verbrennung im Wirbelschicht-Verfahren beschrieben, die der Aufwirbelung von metalloxidhaltigen
Substanzen bedarf; hierbei wird der Wirkungsgrad der Wärmegewinnung mit > 80% beschrieben.
[0008] Bekannt ist auch die Eigenschaft von Wasserstoff (H
2), bei höheren Temperaturen und Drücken durch Stahl zu diffundieren, was die Handhabung
von Wasserstoff (H
2) unter solchen Bedingungen erschwert bzw. verhindert.
[0009] In
DE 10 2006 047222 A1 wird die Verbrennung von Wasserstoff (H
2), der durch Thermolyse von Wasser (H
2O) gewonnen wird, genannt. Die dafür erforderliche Brennervorrichtung wurde nicht
näher beschrieben. Ein energetischer Wirkungsgrad wird nicht angegeben. Die Thermolyse
des Wassers (H
2O) wird durch Einspritzen von Wasser (H
2O) unter Druck auf einen Hohlkörper, der durch vorherige chemische Reaktionen auf
ca. 2000 - 3000°C erhitzt worden ist, erreicht.
[0010] Aufgabe der Erfindung ist es, Wasserstoff (H
2) und Luftsauerstoff (O
2) bzw. HHO-Gas ohne Anwendung eines Wirbelschicht-Verfahrens bei atmosphärischem Druck
mit Wirkungsgraden der Wärmegewinnung > 95% zu Wasser (H
2O) umzusetzen.
[0011] Gelöst wird diese Aufgabe mit einem Verfahren zur Umsetzung von Wasserstoff und Luftsauerstoff
bzw. HHO-Gas zu Wasser gemäß Anspruch 1 und einem Verbrennungsofen dafür gemäß Anspruch
10.
[0012] Wenn Wasserstoff und Luftsauerstoff oder HHO-Gas in den Verbrennungsofen eingedüst
und gezündet wird und in Gegenwart von metalloxidhaltigen Erden bei Temperaturen bis
2600 °C zu entstehendem Reaktionswasser umgesetzt werden, wobei der Verbrennungsofen
mit einer Wärmeträgerflüssigkeit gekühlt wird, kann eine effiziente und dauerhafte
Verbrennung der Mischung aus Wasserstoff und Sauerstoff (oder HHO-Gas entstanden aus
Elektrolyse von Wasser) mit einer hohen Wärmeenergieausbeute erreicht werden. Die
Temperaturen bis 2600 °C treten unmittelbar im Reaktionsbereich an den metalloxidhaltigen
Erden auf.
[0013] Entsprechend wird die Aufgabe vorrichtungsgemäß in einem Verbrennungsofen mit einem
Verbrennungsraum mit wenigstens einer Gaszufuhrleitung mit Austrittsdüse, durch die
das zu verbrennende Gas zugeführt wird, dadurch gelöst, dass im Verbrennungsraum metalloxidhaltige
Erden als Katalysator angeordnet sind. Da, wie bereits vorangehend erläutert, die
max. Reaktionstemperatur von bis zu 2600 °C nur im Bereich des Katalysators (metalloxidhaltige
Erden) auftritt, kann diese Verbrennungsreaktion in einem Verbrennungsofen durchgeführt
werden, der beispielsweise aus Edelstahl, geeignet gegen Wasserstoff-Versprödung,
beispielsweise der Werkstoff Nr. 1.4438 317 L oder anderen geeigneten Stählen durchgeführt
werden. Der bei solchen Verbrennungsräumen üblicherweise vorgesehene umschließende
Kühlmantel wird dabei durch das darin zirkulierende Wärmeträgermedium auf einer Temperatur
deutlich unterhalb der Schmelztemperatur des Stahlwerkstoffs von beispielsweise 1400
°C gehalten. Daneben können in dem Verbrennungsofen auch keramische Bestandteile enthalten
sein, die eine höhere Temperaturbeständigkeit aufweisen. Das zu verbrennende Gas,
zumindest Wasserstoff und Sauerstoff im Gemisch, werden über eine Gaszufuhrleitung
mit Austrittsdüse in den Verbrennungsraum des Verbrennungsofens eingedüst und entzündet.
[0014] Um eine ausreichende Reaktionsmasse einerseits und andererseits eine nicht zu große,
nicht mehr beherrschbare Reaktion hervorzurufen, werden bei der Verbrennung 1000 bis
5000 l/h Wasserstoff und Luftsauerstoff oder HHO-Gas zugeführt.
[0015] Wenn die Verbrennungsflamme direkt auf die metalloxidhaltigen Erden gerichtet wird,
wird der intensive Kontakt der Verbrennungsgase mit dem als Katalysator wirkenden
metalloxidhaltigen Erden erreicht. Dabei sind die metalloxidhaltigen Erden bevorzugt
pulverförmig und/oder grobkörnig strukturiert (grob kristallin). Entsprechend groß
ist die wirksame Oberfläche des Katalysators, der mit den Verbrennungsgasen in Kontakt
tritt.
[0016] Wenn der Abstand des Eindüsungspunktes der Gaszufuhr zu den metalloxidhaltigen Erden
zur Steuerung des Verbrennungsprozesses verändert wird, kann der Einfluss des Katalysators
auf die Verbrennungsreaktion gesteuert werden. Unter anderem kann mit dieser Verstellbarkeit
der Austrittsdüse zur Gaszufuhr relativ zu den im Verbrennungsraum abgelegten metalloxidhaltigen
Erden die Verbrennungstemperatur in einem Bereich von vorzugsweise 1800 °C bis max.
2600 °C gesteuert werden. Dabei erfolgt die Steuerung der Position der Austrittsdüse
(Verbrennungsdüse im Verbrennungsraum) durch eine nach außen reichende Mechanik, mit
der der Wirkungsgrad der Reaktionswärme und der Wärmeübertragung an den Kühlmantel
optimiert werden kann.
[0017] Ferner sind die metalloxidhaltigen Erden mit Wasser in einem Massenverhältnis bis
zu 33 % der metalloxidhaltigen Erden-Masse gemischt, um die katalytische Wirkung der
metalloxidhaltigen Erden weiter zu verbessern.
[0018] Wenn die metalloxidhaltigen Erden auf einer massiven, die Verbrennungstemperatur
widerstehenden Grundplatte im Zentrum des Verbrennungsofens angeordnet sind, können
die als Katalysator wirkenden metalloxidhaltigen Erden im Zentrum des Verbrennungsofens
bereitgestellt werden, ohne dass eine unmittelbare Beeinflussung der Brennofenaußenwände
und damit eine dort evtl. entstehende thermische Überlastung entstehen könnte.
[0019] Als weiteres Mittel zur Steuerung der Verbrennungstemperatur auf 1800 °C bis max.
2600 °C zur Erzielung einer optimalen Wärmegewinnung im Kühlmantel des Verbrennungsofens
wird Wasser während der Verbrennung in den Verbrennungsofen eingespritzt. Bevorzugt
wird destilliertes, entionisiertes Wasser oder auch Meerwasser verwendet. Alternativ
wird ein Teil des entstandenen Reaktionswassers während der Verbrennung in den Verbrennungsofen
zurückgeführt. Dabei hat sich gezeigt, dass bei einem Durchsatz von Verbrennungsgas
von 1000 bis 5000 l/h eine Wassereinspritzung bis zu 1,5 l/h besonders bevorzugt ist.
[0020] Weiter kann zur Steuerung der Verbrennung und damit auch der Verbrennungstemperatur
Wasserstoff und Luftsauerstoff oder das HHO-Gas mit gasförmigem Stickstoff oder gasförmigen
Kohlendioxid oder Luft vermischt werden. Diese zusätzlichen gasförmigen Stoffe werden
bevorzugt über eine gesonderte Hilfsdüse unmittelbar neben der Austrittsdüse für die
zu verbrennenden Gase Wasserstoff und Sauerstoff bzw. HHO-Gas im Verbrennungsraum
angeordnet.
[0021] Dass der Verbrennungsraum bei einem Gasdurchsatz von 1000 bis 5000 l/h ein Volumen
von 4 bis 25 I, bevorzugt 6 bis 12 I und besonders bevorzugt 8 I aufweist, wird für
den bevorzugten Gasdurchsatz ein vom Volumen her idealer Verbrennungsraum bereitgestellt.
Beispielsweise kann der Verbrennungsraum kubisch oder kugelförmig ausgebildet sein.
Ein besonders bevorzugter Verbrennungsraum weist Innenmaße von 200 x 200 x 200 mm
3, also 8 I in kubischer Ausprägung auf.
[0022] Dadurch, dass das Verfahren so gesteuert wird, dass der im Reaktionswasser natürlich
vorkommende Deuterium-Gehalt im Verlaufe des Verfahrens bei Reaktionstemperaturen
über 2000 °C abnimmt, wird vermutlich erreicht, dass bei der Verbrennung neben der
chemischen Reaktion eine partielle Kernreaktion abläuft, da möglicherweise eine Kernfusion
von Deuterium unter erheblicher Energieabgabe innerhalb der Verbrennungsreaktion auftritt.
[0023] Entsprechend wird der Wärmeenergieertrag so gesteuert, dass er die Energie der Wasserbildungsreaktion
aus HHO-Gas deutlich übersteigt, da somit das Verbrennungsverfahren so abläuft, dass
die Wahrscheinlichkeit von Kernfusionen innerhalb der Verbrennungsreaktion zunimmt.
[0024] Um ein zu starkes Absinken des Deuterium-Gehalts zu vermeiden, ist es bevorzugt frisches
Wasser statt Reaktionswasser in den Verbrennungsprozess einzuspritzen. Damit wird
erreicht, dass der Deuterium-Gehalt für eine gleichbleibend hohe Energieausbeute im
Wesentlichen stabil gehalten wird. Beim Einspritzen von Meerwasser kann der Deuterium-Gehalt
sogar leicht gesteigert werden. Somit kann über das zur Einspritzung verwendete Wasser
auch die Verbrennungstemperatur beeinflusst werden.
[0025] Wenn bei der Verbrennungsreaktion die metalloxidhaltigen Erden, insbesondere bei
Verwendung von Al
2O
3, Edelsteine mit einer mohsschen Härte von 8 bis 10 entstehen, können als Nebenprodukt
der Verbrennungsreaktion Edelsteine hergestellt werden, die beispielsweise für industrielle
Zwecke verwertet werden können. Insgesamt ist die Verwendung von Aluminiumoxid Al
2O
3 als Katalysator für eine möglichst optimale Umsetzung der Verbrennungsgase Wasserstoff
und Sauerstoff zu Wasser bei den Verbrennungstemperaturen von 1800 °C bis max. 2600
°C bevorzugt. Der Katalysator wird dabei in den Verbrennungsraum des Verbrennungsofens
auf der massiven Grundplatte aufgelegt, wobei sich der Katalysator im kontinuierlichen
Betrieb des Verbrennungsofens kaum verbraucht. Bei entsprechenden Wartungsinterwallen
von mehreren Wochen oder Monaten kann dann der Katalysator ergänzt oder ausgetauscht
sowie die entstandenen Edelsteine entnommen werden.
[0026] Mit dem Anmeldungsgegenstand ist es somit möglich, einen sehr hohen Wirkungsgrad
der Wärmegewinnung im Wärmeträgerflüssigkeitskreislauf von > 95 % bezogen auf die
Energie zur Erzeugung von Wasserstoff bei der Wasser-Elektrolyse zu erreichen. Dies
scheint insbesondere durch die Kombination von Wärmeleitung und Wärmestrahlung möglich
zu sein. Dabei wird der hohe Wirkungsgrad der Wärmegewinnung durch ein Verbrennungsverfahren
ohne Wirbelschicht erreicht.
[0027] Die anfallende thermische Energie kann entsprechend dem Stand der Technik in verschieden
hohen Niveaus erzeugt werden und direkt als solche spezifisch für Heiz- und Kühlprozesse
genutzt oder nach klassischem Verfahren über Turbine und Generator in Strom umgewandelt
werden. Somit läge der Wirkungsgrad bei Kraftwärmekopplung bei ca. 90 % ohne Berücksichtigung
von Elektrolyseverlusten, die bei der Zerlegung von Wasser zu Wasserstoff und Sauerstoff
auftreten.
[0028] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnungen
detailliert beschrieben.
[0029] Darin zeigt:
- Fig. 1
- schematisch den Aufbau eines Verbrennungsofens und
- Fig. 2
- ein Verfahrensschema der Verbrennungsreaktion.
[0030] In Fig. 1 ist ein Verbrennungsofen 1 schematisch dargestellt. Der Verbrennungsofen
1 weist im dargestellten Ausführungsbeispiel einen Verbrennungsraum 11 mit einem kubischen
Volumen von beispielsweise 200 x 200 x 200 mm
3 = 8 I auf. Die kubische Wandung 10 des Verbrennungsofens 1 enthält einen Kühlmantel
2, der eine Vielzahl von Kanälen zum Durchfluss einer Wärmeträgerflüssigkeit enthält.
Die Wärmeträgerflüssigkeit wird in einem Zirkulationssystem von einer hier nicht dargestellten
Pumpe zirkuliert, wobei außerhalb des Verbrennungsofens 1 eine entsprechende Wärmesenke
zur Abgabe der thermischen Energie und Weiternutzung für Heizzwecke oder zur Stromerzeugung
vorzusehen ist. Diese Anlagenteile sind hier in den Fig. 1 und 2 nicht dargestellt.
[0031] Zum Zuführen der zu verbrennenden Gase, hier Wasserstoff und Sauerstoff, ist eine
Gaszufuhrleitung 3mit einer Austrittsdüse 31 innerhalb des Verbrennungsraumes 11 angeordnet.
Optional sind noch weitere Gaszufuhrleitungen, beispielsweise eine Luftzufuhrleitung
32 mit einer entsprechenden Hilfsdüse 33 im Verbrennungsraum 11 angeordnet.
[0032] Über die Gaszufuhrleitung 3 wird von außen Wasserstoff und Sauerstoff in vermischter
Form zugeführt und unter Druck durch die Austrittsdüse 31 in den Verbrennungsraum
11 eingedüst. Optional wird, so wie schematisch in Fig. 2 dargestellt, Luft über die
Luftzufuhrleitung 32 und Hilfsdüse 33 in den Verbrennungsraum eingedüst. Neben der
Zuführung von Luft kann auch gasförmiges CO
2 und/oder gasförmiges Stickstoff in den Verbrennungsraum 11 zugeführt werden.
[0033] Innerhalb des Verbrennungsraumes 11 ist im Zentrum eine massive, die Verbrennungstemperatur
widerstehende Grundplatte 5 vorgesehen. Die Grundplatte 5 besteht beispielsweise aus
Keramik. Auf der Oberseite der Grundplatte 5 sind als Katalysator metalloxidhaltige
Erden 4 aufgelegt. Ferner ist an geeigneter Stelle im Verbrennungsraum 11 ein Abgasausgang
6 vorgesehen, durch den die "Abgase", im Wesentlichen bestehend aus Wasserdampf, entweichen
können.
[0034] In einem Versuchsaufbau wurde in einem derartigen Verbrennungsofen 1 ein Wasser-Aluminiumoxid-Gemisch
bis zur Sättigung, sodass kein freies Wasser vorhanden ist, als Katalysator 4 auf
die im Verbrennungsraum 11 im Zentrum angeordnete Grundplatte 5 gefüllt. Anschließend
wurde HHO-Gas aus einer Wasser-Elektrolysevorrichtung bei geöffneter Gaszufuhrleitung
3 und geöffnetem Abgasausgang 6 im Verbrennungsraum 11 elektrisch gezündet. Die Zündanlage
ist in Fig. 1 nicht gesondert dargestellt.
[0035] Durch die Wasserbildungsreaktion steigt die Temperatur im flammennahen Bereich auf
ca. 1000 bis 1300 °C. Nun werden Luftzufuhrleitung 32 mittels Hilfsdüse/-ventil 33
und Abgasabgang 6 mit zugeordnetem Regelventil 6 auf ca. 50 % gedrosselt, sodass die
Temperatur im Verbrennungsraum auf ca. 1500 °C steigt. Über den Abgasausgang 6 abgehender
Wasserdampf wird auf das als Katalysator 4 wirkende Aluminiumoxid Al
2O
3 gerichtet, indem es über eine entsprechende Zufuhrleitung und Hilfsdüse in den Verbrennungsraum
rückgeführt wird. Entsprechend wird nun durch Zirkulation der Wärmeträgerflüssigkeit
im Kühlmantel 2 die Temperatur des Verbrennungsofens 1 so gesteuert, dass eine Überhitzung
der Wandung 10 des Verbrennungsofens 1 vermieden wird.
[0036] Durch Erhöhung der Luftzufuhr über Luftzufuhrleitung 32 und Hilfsdüse/-ventil 33
wird die Temperatur im Zentrum des Verbrennungsraums 11 nunmehr auf 1800 °C bis max.
2600 °C erhöht. Bei dieser Temperatur erfolgt der Dauerbetrieb. Dabei ist zu berücksichtigen,
dass die Temperatur von 1800 °C bis max. 2600 °C nur im zentralen Bereich des Verbrennungsraumes
11 auftritt, nämlich unmittelbar im Bereich der als Katalysator wirkenden metalloxidhaltigen
Erden 4, hier Aluminiumoxid Al
2O
3, wobei dieser Katalysator auf einer temperaturbeständigen Grundplatte 5, beispielsweise
aus Keramik, bereitgehalten wird.
[0037] Nach einem längeren Dauerbetrieb, beispielsweise von 4 Wochen, haben sich am als
Katalysator wirkenden Aluminiumoxid-Pulver edelsteinartige Kristallstrukturen mit
einer mohsschen Härte von ca. 9,5 gebildet. Diese Edelsteine können beispielsweise
für industrielle Anwendungen verwendet werden.
[0038] Während des Dauerbetriebes wurde der Wärme-Gewinnungs-Wirkungsgrad bezogen auf die
für die Wasser-Elektrolyse eingesetzte Energie zur Erzeugung des HHO-Gases gemessen.
Der Wirkungsgrad betrug 98 %. Die Temperatur der Abgase direkt am Abgasausgang 6 betrugen
ca. 500 °C. Es ist daher davon auszugehen, dass auch die sonstige Wandung 10 des Verbrennungsraumes
11 Temperaturen von wenig mehr als 1000 °C erreichen. Hier konnten bei dem bisher
durchgeführten Versuchen noch keine Messwerte erzielt werden.
[0039] Darüber hinaus waren in den Abgasen keine Stickoxide und keine Kohlenwasserstoffverbindungen
enthalten. Die CO- und CO
2-Werte lagen bei jeweils 0,00 ppm. Das Verfahren zeichnet sich somit durch sehr geringe
Schadstoffimmissionen gegenüber herkömmlichen Energiegewinnungs-Verfahren auf Basis
fossiler Brennstoffe aus.
[0040] Besonderes Augenmerk ist auf die Abnahme des Deuterium-Gehalts im Reaktionswasser
der Versuchsanlage zu richten. Die natürliche Häufigkeit des Isotops Deuterium in
Wasserstoff beträgt 0,015 %. Am Anfang einer Messserie konnte dieser Anteil verifiziert
werden. Im Laufe des Betriebes, bei dem die Verbrennungstemperatur am Katalysator
stets über 2000 °C und unterhalb von 2600 °C gehalten wurde, konnte eine Abnahme des
Deuterium-Gehalts nachgewiesen werden. Bei diesem Versuch konnte festgestellt werden,
dass der Wärmeenergieertrag die Energie der Wasserbildungsreaktion aus HHO-Gas deutlich
übersteigt. Unter Zugrundelegung der herkömmlichen Berechnung des Wirkungsgrades nämlich
der Wärmegewinnung im Kühlkreislauf bezogen auf die Energie zur Erzeugung von Wasserstoff
und Sauerstoff mittels Wasser-Elektrolyse konnte somit ein Wirkungsgrad von deutlich
über 100 %, nämlich ca. 120 % ermittelt werden. Dieser eigentlich physikalisch nicht
mögliche Wirkungsgrad lässt sich nur durch eine in der Verbrennungsreaktion stattfindende,
spontane Kernfusion erklären. Als Indiz für das tatsächliche Auftreten von vereinzelten
Kernfusionsreaktionen kann dabei der sinkende Deuterium-Gehalt im Reaktionswasser
dienen.
[0041] Es ist daher bevorzugt, dass die chemische Verbrennung von Wasserstoff und Sauerstoff
im Verbrennungsofen so gesteuert wird, dass der Wärmeenergieertrag die Energie der
Wasserbildungsreaktion aus dem zu verbrennenden Gas übersteigt. Damit kann eine zusätzliche
Energiequelle aus der vermuteten, partiell ablaufenden Kernfusion in einem apparativ
relativ einfachen und ökonomisch durchführbaren Verfahren ausgenutzt werden.
[0042] Hinsichtlich der Langlebigkeit des Verbrennungsofens 1 sei darauf hingewiesen, dass
die gewünschte Verbrennungsreaktion bei Temperaturen von 1800 °C bis max. 2600 °C,
insbesondere unter Berücksichtigung einer möglichen Kernfusion über 2000 °C zu halten
ist. Dabei ist die Flammengeometrie eng begrenzt auf das Zentrum des Verbrennungsraumes
11, in dem das als Katalysator 4 dienende Aluminiumoxid auf der beispielsweise keramischen
Grundplatte 5 aufliegt. Die Verbrennungsflamme wird dabei direkt auf diesen Katalysator
und somit allenfalls auf die Grundplatte 5 gerichtet. Die Wandungen 10 des Verbrennungsraumes
11 werden jedoch nicht direkt von der Flamme berührt.
[0043] Entsprechend ist es möglich, die Wandung 10 des Verbrennungsraumes 11 auf Temperaturen
< 1250 °C auch im Dauerbetrieb halten zu können. Für solche Temperaturen sind geeignete
Stähle im Stand der Technik bekannt. Beispielsweise kann Edelstahl mit dem Werkstoff
Nr. 1.4438 317 L verwendet werden, das einen Schmelzpunkt von über 1400 °C hat und
zudem resistent gegen Wasserstoff-Versprödung ist.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 1
- Verbrennungsofen
- 10
- Wandung
- 11
- Verbrennungsraum
- 2
- Kühlmantel
- 3
- Gaszufuhrleitung
- 31
- Austrittsdüse
- 32
- Luftzufuhrleitung
- 33
- Hilfsdüse/-ventil
- 4
- metalloxidhaltige Erden; Katalysator
- 5
- Grundplatte
- 6
- Abgasausgang
- 61
- Regelventil
1. Verfahren zur Umsetzung von Wasserstoff und Luftsauerstoff zu Wasser oder HHO-Gas
zu Wasser in einem Verbrennungsofen (1), wobei der Verbrennungsraum (10) von einem
Kühlmantel (2), in dem eine Wärmeträgerflüssigkeit zirkuliert wird, umgeben ist, dadurch gekennzeichnet, dass Wasserstoff und Luftsauerstoff oder HHO-Gas in den Verbrennungsofen (1) eingedüst
und gezündet wird und in Gegenwart von metalloxidhaltigen Erden (4) bei Temperaturen
bis 2600 °C zu entstehendem Reaktionswasser umgesetzt werden, wobei der Verbrennungsofen
(1) mit einer Wärmeträgerflüssigkeit gekühlt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Verbrennung 1000 bis 5000 l/h Wasserstoff und Luftsauerstoff oder HHO-Gas
zugeführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbrennungsflamme direkt auf die metalloxidhaltigen Erden (4) gerichtet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand des Eindüsungspunktes der Gaszufuhr zu den metalloxidhaltigen Erden (4)
zur Steuerung des Verbrennungsprozesses verändert wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Wasser, bevorzugt bis zu 1,5 l/h, während der Verbrennung in den Verbrennungsofen
(1) eingespritzt wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Wasserstoff und Luftsauerstoff oder das HHO-Gas mit gasförmigem Stickstoff oder
gasförmigen Kohlendioxid oder Luft vermischt wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren so gesteuert wird, dass der im Reaktionswasser natürlich vorkommende
Deuterium-Gehalt im Verlaufe des Verfahrens bei Reaktionstemperaturen über 2000 °C
abnimmt.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmeenergieertrag so gesteuert wird, dass er die Energie der Wasserbildungsreaktion
aus HHO-Gas deutlich übersteigt.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Verbrennungsreaktion die metalloxidhaltigen Erden (4), insbesondere bei Verwendung
von Al2O3, Edelsteine mit einer mohsschen Härte von 8 bis 10 entstehen.
10. Verbrennungsofen (1) zur Umsetzung von Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser oder HHO-Gas
zu Wasser mit einem Verbrennungsraum (11) mit wenigstens einer Gaszufuhrleitung (3)
mit Austrittsdüse (31), durch die das zu verbrennende Gas zugeführt wird, und einem
den Verbrennungsraum (11) umschließenden Kühlmantel (2) mit einer darin zirkulierenden
Wärmeträgerflüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, dass im Verbrennungsraum (11) metalloxidhaltige Erden als Katalysator (4) angeordnet sind.
11. Verbrennungsofen (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die metalloxidhaltigen Erden (4) pulverförmig und/oder grobkristallin sind.
12. Verbrennungsofen (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die metalloxidhaltigen Erden (4) mit Wasser in einem Massenverhältnis bis zu 33 %
der Masse der metalloxidhaltigen Erden (4) gemischt sind.
13. Verbrennungsofen (1) nach Anspruch 10, 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die metalloxidhaltigen Erden (4) auf einer massiven, die Verbrennungstemperatur widerstehenden
Grundplatte (5) im Zentrum des Verbrennungsofens (1) angeordnet sind.
14. Verbrennungsofen (1)nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbrennungsraum (11) bei einem Gasdurchsatz von 1000 bis 5000 l/h ein Volumen
von 4 bis 25 I, bevorzugt 6 bis 12 I und besonders bevorzugt 8 I aufweist.
15. Verbrennungsofen (1) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbrennungsraum (11) kubisch oder kugelförmig ausgebildet ist.