(19)
(11) EP 3 297 296 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.03.2018  Patentblatt  2018/12

(21) Anmeldenummer: 17191697.6

(22) Anmeldetag:  18.09.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H04R 25/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 18.09.2016 DE 102016117549

(71) Anmelder: Sorg-Hörsysteme GmbH
78136 Schonach im Schwarzwald (DE)

(72) Erfinder:
  • Sorg, Reinhhard
    78136 Schonach (DE)

(74) Vertreter: Weissfloh, Ingo 
Prellerstrasse 26
01309 Dresden
01309 Dresden (DE)

   


(54) HÖRGERÄT UND HÖRTRAININGSGERÄT INSBESONDERE FÜR FRAUEN UND DAS VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG DER TRAININGSBESCHALLUNG


(57) Aufgabe der Erfindung ist es, den Naturschall und den Hörgeräteschall gemeinsam innerhalb des menschlichen Ohres für einen natürlichen Höreindruck zu nutzen und eine Hörtrainingsbeschallung für das Hörtraining zu schaffen.
Das erfindungsgemäße Hörgerät bzw. Hörtrainingsgerät insbesondere für Frauen arbeitet mit einem schwebenden Gehörgangszapfen (1). Der schwebende Gehörgangszapfen (1) besitzt eine konische Form, wobei der Durchmesser kontinuierlich in Richtung Trommelfell (2) abnimmt und somit einen Bypass (3) in Form einer hornartigen Erweiterung für die Schallwellen zwischen Gehörgangszapfen (1) und Gehörgangswandung (4) darstellt.
Das Verfahren zur Erzeugung hoher Frequenzen mittels eines Hörgerätes unter Nutzung schwebender Gehörgangszapfen (1) nutzt den natürliche Schall und den durch das Hörgerät verstärkten Schall und mischt diese im Gehörgang (6), wobei beide Schallkomponenten zueinander keine zeitliche Verzögerung besitzen und die Verstärkung ohne Frequenzveränderungen erfolgt.




Beschreibung


[0001] Hörgerät und Hörtrainingsgerät insbesondere für Frauen vorzugsweise mit einem schwebenden Gehörgangszapfen und das Verfahren zur Herstellung der Trainingsbeschallung.

[0002] Schwebende Gehörgangszapfen sind seit vielen Jahren bekannt. So wird z. B. in der Schrift DE 100 50 766 A1 eine Otoplastik für Hinter-dem-Ohr (HdO)-Hörgerät beschrieben, bei der die Otoplastik in einer Art Spange in der Ohrmuschel verankert ist und mittels eines Endabschnittes den Schallschlauch im oberen Bereich des Gehörgangs fixiert. Der Schallschlauch besitzt an seinem Ende jedoch keine Zusätze oder Veränderungen.

[0003] In der DE 10 2006 018 156 B3 wird die Fixierung des Schallschlauches in einer Hörvorrichtung beschrieben. Dazu ist die Hörvorrichtung durchgängig durchbohrt und besitzt am Ende einen konischen Bereich. Dieser konische Bereich dient jedoch nur zur Fixierung des Schallschlauches. Dazu wird das Ende des Schallschlauches erwärmt und dem Konus angepasst. Nach dem Abkühlen behält das Ende des Schallschlauches die konische Form und kann nicht aus der Hörvorrichtung herausgezogen werden. Dies kann nur durch eine Trennung des Schallschlauches erfolgen.

[0004] Das Ende eines Schallschlauches in einer Mehrkanalausführung wird in der DE 10 2006 029 726 A1 beschrieben. So besitzen z. B. die einzelnen Kanäle des Schallschlauches folgende Aufgaben, ein Gehörgangsmikrophonkanal, ein Hörerkanal und ein Ventingkanal.

[0005] In der Schrift DE 20 2010 009 817 U1 sind kegelförmige Dichtungselemente am inneren Ende der Otoplastik angeordnet. Diese Dichtungselemente sollen Drucksituationen der Hörhilfe im Innenrohr vermeiden.

[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, den Naturschall und den Hörgeräteschall gemeinsam innerhalb des menschlichen Ohres für einen natürlichen Höreindruck zu nutzen und eine Hörtrainingsbeschallung für das Hörtraining zu schaffen.

[0007] Die Erfindungsaufgabe wird mit den Merkmalen des Hauptanspruchs und der Unteransprüche gelöst.

[0008] Dazu werden Hörgeräte eingesetzt, die Schall naturgetreu verstärken, also weder Frequenzveränderungen noch Zeitverzögerungen verursachen. Die Ohrankopplung des Hörgerätes darf dazu nicht geschlossen erfolgen. Es werden sogenannte schwebende Gehörgangszapfen eingesetzt. Der Naturschall gelangt durch einen Bypass am Gehörgangszapfen vorbei zum Trommelfell. Der Bypass ist bis zu mittelgradigen Hörverlusten so offen wie möglich zu halten. Dabei ist zu beachten, dass der Gehörgangszapfen zur Spitze in Richtung Trommelfell hin konisch zuläuft, um das Gehörgangsrestvolumen als eine Art Horn mit Libby Effekt zu gestalten. Durch die Hornform lassen sich hohe Frequenzen verstärken. Hierdurch profitieren besonders Frauen, da diese die hohen Frequenzen über 2000 Hz zur besseren Richtungsortung und zum Verstehen in lauter Umgebung benötigen. Bei einer Verlängerung des Gehörgangszapfens wird das akustische Signal lauter, bei einem kürzeren Gehörgangszapfen ist dieses Signal leiser.

[0009] Durch wissenschaftliche Untersuchungen wurde ermittelt, dass es Geschlechterunterschiede bezüglich der räumlichen Aufmerksamkeitsleistung beim Hören gibt, d.h. es gibt Unterschiede beim Orten bestimmter Geräusche aus mehreren, unterschiedlich lokalisierten Schallquellen. Männer können die Schallquelle viel genauer ermitteln als Frauen. Die Wissenschaftler sehen die mögliche Ursache in der menschlichen Evolution. Männer waren diejenigen, die zur Jagd gingen, um Nahrung zu besorgen. Dabei waren räumliche Aufmerksamkeitsleistungen extrem wichtig, sowohl im visuellen als auch im auditorischen Bereich. Beispielsweise konnten Beutetiere durch Geräusche lokalisiert werden, lange bevor sie zu sehen waren. Auch wenn in der heutigen Zeit derartige Funktionen für den Alltag nicht mehr von Nöten sind, so hinterließen sie doch Spuren in der Organisation unseres Gehirns und dementsprechend in unserem Verhalten.

[0010] Aus diesen Erkenntnissen heraus wurde ein Verfahren zur Erzeugung hoher Frequenzen mittels eines Hörgerätes unter Nutzung schwebender Gehörgangszapfen entwickelt, welches den natürlichen Schall und den durch das Hörgerät verstärkten Schall im Gehörgang mischt, wobei beide Schallkomponenten zueinander keine zeitliche Verzögerung besitzen und die Verstärkung ohne Frequenzveränderungen erfolgt. Dieses Verfahren ist zum Gehörtraining insbesondere für Frauen geeignet, wobei im Training eine Selektion unterschiedlichster Schallarten und Schallquellen und deren Lokalisation erfolgt.

[0011] Das Training fördert die Fähigkeit zur absoluten Lokalisation von Schallquellen, die Wahrnehmung von Unterschieden zwischen zwei oder mehr Schallquellen und die räumliche Trennung von Schallquellen. Weiterhin fördert das Training eine Reihe von Fähigkeiten der auditiven räumlichen Verarbeitung, wie die Lokalisation von Schallquellen, räumliche Befreiung von Maskierung, Links/Rechts-Verwechslungen, Vorne/Hinten-Verwechslungen, räumlich selektive Aufmerksamkeit, auditives Arbeitsgedächtnis, Hörspanne, Cocktail-Party-Problem, Gesprächssituation mit mehreren Personen und Hintergrundgeräuschen und die Richtungsunterschiedsschwelle.

[0012] Die Schallarten und Schallquellen werden mit einer vom menschlichen Gehör abgeleiteten Aufnahmetechnik, der Kunstkopf-Stereofonie, aufgezeichnet. Alle Rauminformationen des Schalls werden über die zwei Mikrofone in den Ohren eines Kunstkopfs aufgenommen. Damit wird eine korrekte Wiedergabe aller im Schall enthalten Informationen ermöglicht.

[0013] Die Aufnahmetechnik für die Schallarten und Schallquellen erlaubt eine voll umfängliche auditorische Szenenanalyse nach wissenschaftlichen Maßstäben.

[0014] Das Training bietet einen virtuellen dreidimensionalen Raumklang und erlaubt eine Immersion in die unterschiedlichsten Hörszenen und Klangbilder.

[0015] Die stereofonen Schallarten und Schallquellen werden über die Hörtrainingsgeräte mit in-Ohr-Lautsprechern bzw. ex-Hörern in den Gehörgang abgegeben. Die in-Ohr-Präsentation ist eine notwendige Technik für die korrekte Wiedergabe von Kunstkopf-Stereofonie.

[0016] Die erfindungsgemäßen Hörtrainingsgeräte bieten somit eine erhöhte Dynamik und eine reduzierte Kompression, um die im Schall enthaltenen Frequenz- und Richtungsinformationen unverändert wiederzugeben.

[0017] Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Hörgeräts sind in den Ansprüchen 2 bis 5 dargestellt.

[0018] Die nach Anspruch 2 aufgeführten Rillen bzw. Nuten in der Oberfläche des Gehörgangszapfens dienen zur Vergrößerung der Öffnung des Bypasses zwischen Gehörgangszapfen und Gehörgangswandung mit dem verbesserten Übergang des Naturschalls vorbei am Gehörgangszapfen in Richtung Trommelfell.

[0019] Durch die maximale Gehörgangszapfenlänge nach Anspruch 3 wird das akustische Signal lauter gegenüber einer sehr kurzen Ausführung des Gehörgangszapfens. Durch diese Maßnahme kann die Batterielebensdauer bei entsprechender Regelung des Hörgerätes verlängert werden.

[0020] Nach Anspruch 4 besitzt der Schallschlauch, der an der Durchgangsbohrung durch den Gehörgangszapfen befestigt ist, die Form eines Horns. Diese Hornform ist auch durch den gesamten Gehörgangszapfen fortgesetzt und besitzt demnach eine durchgehende Hornform. Hierdurch lassen sich hohe Frequenzen verstärken.

[0021] Bei der Weiterbildung nach Anspruch 5, bei der am Ende des Gehörgangszapfens in Richtung Trommelfell ein Endstück angeschraubt oder angesteckt ist. Zudem ist die Schallschlauchform durch den Gehörgangszapfen fortgeführt., welches eine sich konisch weitenden Öffnung in Hornform besitzt, lassen sich hohe Frequenzen stärken.

[0022] Bei der Weiterbildung nach Anspruch 6 ist die Öffnung des Endstücks in einer konisch weitenden Hornform oder als umgekehrtes Horn, mit einer sich konisch verengenden Öffnung ausgebildet. Hierdurch lassen sich die Frequenzen verstärken oder dämpfen.

[0023] Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im Folgenden näher beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 die schematische Darstellung des konischen Gehörgangszapfens schwebend im Gehörgang,

Fig. 2 die schematische Darstellung des konischen Gehörgangszapfens mit einem Endstück mit einer hornförmigen, sich weitenden Öffnung und

Fig. 3 die schematische Darstellung des konischen Gehörgangszapfens mit einer sich weitenden, hornförmigen Durchgangsbohrung im Gehörgangszapfen.



[0024] Das Hörgerät und Hörtrainingsgerät insbesondere für Frauen besitzt einen schwebenden Gehörgangszapfen 1. Der schwebende Gehörgangszapfen 1 hat eine konische Form, wobei der Außendurchmesser kontinuierlich in Richtung Trommelfell 2 abnimmt. Somit stellt der Raum zwischen Gehörgangswandung 4 und Gehörgangszapfen 1 des Hörgeräts eine hornartige Erweiterung mit Libby Effekt und gleichzeitig einen Bypass 3 für die Schallwellen zwischen Gehörgangszapfen 1 und Gehörgangswandung 4 dar. Durch die schwebende Form des Gehörgangszapfens 1 ergibt sich zusätzlich ein hoher Tragekomfort für den Träger des Hörgeräts.

[0025] Durch diese Ausführungsform wird die Erzeugung hoher Frequenzen mittels eines Hörgerätes unter Nutzung eines schwebenden Gehörgangszapfen 1 unterstützt. Der natürliche Schall und den durch das Hörgerät verstärkte Schall durch den Gehörgangszapfen 1 wird am Ende des Gehörgangszapfens 1 im Gehörgang 6 gemischt, wobei beide Schallkomponenten zueinander keine zeitliche Verzögerung besitzen und die Verstärkung ohne Frequenzveränderungen erfolgt. Das Hörgerät verstärkt also den Schall naturgetreu. Es werden also weder Frequenzveränderungen noch Zeitverzögerungen verursacht. Dieses Verfahren ist zum Gehörtraining insbesondere für Frauen geeignet, da mit hohen Frequenzen über 2000 Hz zur besseren Richtungsortung und Verstehen in lauter Umgebung gearbeitet wird, wobei im Training eine Selektion unterschiedlichster Schallarten und Schallquellen und deren Lokalisation erfolgt.

[0026] An der Außenoberfläche des Gehörgangszapfens 1 sind in Längsrichtung verlaufende Rillen 5 bzw. Nuten 5 eingearbeitet. Hierdurch vergrößert sich die Öffnung des Bypasses 3. Diese Rillenstruktur an der Oberfläche des Gehörgangzapfens 1 erhält die Stabilität des Ohrstückes 1 und beeinflusst die Schallströmung. Der Gehörgangszapfen 1 wird in einer maximalen Länge entsprechend den Gegebenheiten des menschlichen Ohres ausgeführt und richtet sich also dabei nach der individuellen Gehörgangslänge des betreffenden Geräteträgers. Hierbei wird auch darauf geachtet, dass es zu keiner Berührung des Gehörgangszapfens 1 mit der Gehörgangswandung 4 kommt.

[0027] In einer Variante der Erfindung ist ein hornförmiger Schallschlauch 9 des Hörgerätes an der Durchgangsbohrung durch den Gehörgangszapfen 1 befestigt. Die Hornform 8 setzt sich im Durchgangsloch des Gehörgangszapfens 1 bis zum Ende des Gehörgangszapfens 1 fort.

[0028] In einer weiteren Variante der Erfindung kann das Ende des Gehörgangszapfens 1 in Richtung Trommelfell 2 als an- und abschraubbares/ansteckbares Endstück 7 ausgebildet sein. Die Fortführung der Schallschlauchform durch den Gehörgangszapfen 1 bei einem gleichbleibenden Durchmesser bis zum Endstück und anschließend durch das Endstück 7 endet in einer sich konisch weitenden Öffnung in Hornform 8. Diese Form dient zur Verstärkung hoher Frequenzen. Es ist jedoch auch eine umgekehrte Form des Endstückes 7 möglich, wobei das Endstück 7 eine sich konisch verengende Form besitzt. Hierdurch werden die hohen Frequenzen gedämpft.

[0029] Das Verfahren unter Nutzung der konstruktiven Detaillösungen nutzt den natürlichen Schall über den Bypass 3 und den durch das Hörgerät verstärkten Schall. Im Gehörgang 6 werden beide gemischt, wobei beide Schallkomponenten zueinander keine zeitliche Verzögerung besitzen und die Verstärkung ohne Frequenzveränderungen erfolgt.

[0030] Das Training fördert die Fähigkeit zur absoluten Lokalisation von Schallquellen, die Wahrnehmung von Unterschieden zwischen zwei oder mehr Schallquellen und die räumliche Trennung von Schallquellen. Es fördert weiterhin eine Reihe von Fähigkeiten der auditiven räumlichen Verarbeitung, wie Lokalisation von Schallquellen, räumliche Befreiung von Maskierung, Links/Rechts-Verwechslungen, Vorne/Hinten-Verwechslungen, räumlich selektive Aufmerksamkeit, auditives Arbeitsgedächtnis, Hörspanne, Cocktail-Party-Problem, Gesprächssituation mit mehreren Personen und Hintergrundgeräuschen und die Richtungsunterschiedsschwelle.

[0031] Das Training bietet einen virtuellen dreidimensionalen Raumklang und erlaubt eine Immersion in die unterschiedlichsten Hörszenen und Klangbilder. Die stereofonen Schallarten und Schallquellen werden über die Hörtrainingsgeräte mit in-Ohr-Lautsprechern bzw. ex-Hörern in den Gehörgang abgegeben. Die in-Ohr-Präsentation ist eine notwendige Technik für die korrekte Wiedergabe von Kunstkopf-Stereofonie.

[0032] Die Hörtrainingsgeräte bieten eine erhöhte Dynamik und eine reduzierte Kompression, um die im Schall enthaltenen Frequenz- und Richtungsinformationen unverändert wiederzugeben.

[0033] Die Schallarten und Schallquellen für das Hörtrainingsgerät werden mit einer vom menschlichen Gehör abgeleiteten Aufnahmetechnik, der Kunstkopf-Stereofonie,
aufgezeichnet. Alle Rauminformationen des Schalls werden über die zwei Mikrofone in den Ohren eines Kunstkopfs aufgenommen. Damit wird eine korrekte Wiedergabe aller im Schall enthalten Informationen ermöglicht.

[0034] Die Aufnahmetechnik für die Schallarten und Schallquellen erlaubt eine voll umfängliche auditorische Szenenanalyse nach wissenschaftlichen Maßstäben.

[0035] Die Nutzung des Verfahrens zum Gehörtraining eignet sich insbesondere für Frauen. Hierbei erfolgt ein Training für die Erkennung unterschiedlichster Schallarten und Schallquellen und deren Lokalisation. Durch das auf Frauen zugeschnittene Training sollen Hörfilter und Lokalisationsfähigkeiten aktiviert werden. Dadurch sind Features in Hörgeräten, wie Störschallunterdrückung, ausschaltbar und dies erhöht wiederum die Batterielebensdauer um bis zu 30 %.

Zusammenstellung der Bezugszeichen



[0036] 

1 - Gehörgangszapfen, Ohrstück

2 - Trommelfell

3 - Bypass

4 - Gehörgangswandung

5 - Rillen, Nuten

6 - Gehörgang

7 - Endstück

8 - Hornform

9 - Schallschlauch




Ansprüche

1. Hörgerät und Hörtrainingsgerät insbesondere für Frauen mit einem schwebenden Gehörgangszapfen (1),
dadurch gekennzeichnet,
dass der schwebende Gehörgangszapfen (1) eine konische Außenform besitzt, wobei der Durchmesser kontinuierlich in Richtung Trommelfell (2) abnimmt und somit einen Bypass (3) in Form einer hornartigen Erweiterung für die Schallwellen zwischen Gehörgangszapfen (1) und Gehörgangswandung (4) darstellt.
 
2. Hörgerät nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass am Gehörgangszapfen (1) an dessen Außenoberfläche in Längsrichtung verlaufende Rillen (5)/Nuten (5) angeordnet sind.
 
3. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gehörgangszapfen (1) entsprechend der jeweils individuellen Gehörgangslänge mit maximaler Länge angepasst ist, ohne dass es zu einer Berührung des Gehörgangs (6) kommt.
 
4. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schallschlauch (9) die Form eines Horns besitzt und an der Durchgangsbohrung durch den Gehörgangszapfen (1) befestigt ist und diese Hornform (8) auch durch den gesamten Gehörgangszapfen (1) fortgeführt ist.
 
5. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Ende des Gehörgangszapfens (1) in Richtung Trommelfell (2) als schraubbares/steckbares Endstück (7) ausgebildet ist, wobei die Schallschlauchform durch den Gehörgangszapfen (1) fortgeführt ist.
 
6. Hörgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Endstück (7) am Gehörgangszapfen (1) in einer sich konisch verengenden oder konisch weitenden Öffnung in Hornform (8) endet.
 
7. Verfahren zur Erzeugung hoher Frequenzen mittels eines Hörgerätes unter Nutzung schwebender Gehörgangszapfen (1) nach den Ansprüchen 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der natürliche Schall durch den Bypass (3) und der durch das Hörgerät verstärkte Schall durch den Gehörgangszapfen (1) im Gehörgang (6) gemischt werden, wobei beide Schallkomponenten zueinander keine zeitliche Verzögerung besitzen und die Verstärkung ohne Frequenzveränderungen erfolgt.
 
8. Nutzung des Verfahrens und der konstruktiven Lösungen nach Anspruch 1 bis 6 in soliden, einfach zu bedienenden, vollautomatischen Hörgeräten ohne unnötige Zusatzfunktionen zum Gehörtraining insbesondere für Frauen,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Selektion unterschiedlichster Schallarten und Schallquellen und deren Lokalisation erfolgt und eine Reihe von Fähigkeiten der auditiven räumlichen Verarbeitung, wie Lokalisation von Schallquellen, räumliche Befreiung von Maskierung, Links/Rechts-Verwechslungen, Vorne/Hinten-Verwechslungen, räumlich selektive Aufmerksamkeit, auditives Arbeitsgedächtnis, Hörspanne, Cocktail-Party-Problem, Gesprächssituation mit mehreren Personen und Hintergrundgeräuschen und die Richtungsunterschiedsschwelle gefördert werden und dazu Schallarten und Schallquellen mit einer vom menschlichen Gehör abgeleiteten Aufnahmetechnik, der Kunstkopf-Stereofonie, aufgezeichnet werden, wobei alle Rauminformationen des Schalls über zwei Mikrofone in den Ohren eines Kunstkopfs aufgenommen werden und damit eine korrekte Wiedergabe aller im Schall enthalten Informationen über das Trainingshörgerät bzw. Hörgerät ermöglicht wird.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente