(19)
(11) EP 3 300 583 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.04.2018  Patentblatt  2018/14

(21) Anmeldenummer: 17001102.7

(22) Anmeldetag:  28.06.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A01D 67/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 29.09.2016 DE 102016118558

(71) Anmelder: CLAAS Selbstfahrende Erntemaschinen GmbH
33428 Harsewinkel (DE)

(72) Erfinder:
  • Speckamp, Dirk
    59073 Hamm (DE)
  • Loeneke, Markus
    33142 Büren (DE)
  • Sonderhüsken, Jürgen
    59071 Hamm (DE)
  • Behra, Jan Philipp
    33332 Gütersloh (DE)

(74) Vertreter: Budach, Steffen 
CLAAS KGaA mbH Mühlenwinkel 1
33428 Harsewinkel
33428 Harsewinkel (DE)

   


(54) SELBSTFAHRENDE ERNTEMASCHINE


(57) Die vorliegende Erfindung betrifft eine selbstfahrende Erntemaschine, umfassend eine Antriebsachse (1, 21) mit einem verkröpften Achskörper (2, 22), sowie eine Lenkachse, wobei die Antriebsachse (1, 21) unterhalb eines zumindest ein Arbeitsaggregate der Erntemaschine zumindest abschnittsweise umgebenden Gehäuses (12) angeordnet ist, wobei an dem Achskörper (2) sich in Längsrichtung der Erntemaschine erstreckende, eine Auflagefläche (6, 26) aufweisende, Längsträger (3, 23) angeordnet sind, auf deren Auflagefläche (6, 26) das Gehäuse (12) abschnittsweise aufliegt, und dass das Gehäuse (12) mit den in Fahrtrichtung weisenden Enden der Längsträger (3, 23) nahezu bündig abschließt, wobei an dem jeweiligen Längsträger (3, 23) jeweils ein sich vertikal zur Auflagefläche (6, 26) erstreckender Halteabschnitt (7, 27) angeordnet ist, an welchem das Gehäuse (12) abschnittsweise anliegt.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine selbstfahrende Erntemaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

[0002] Mit zunehmender Leistungsfähigkeit von selbstfahrenden Erntemaschinen stelgen die Anforderungen an deren Arbeitsaggregate, welche in der Regel größer dimensioniert werden müssen, woraus Bauraumprobleme entstehen. Damit einhergehend ist eine Gewichtszunahme der Erntemaschine zu verzeichnen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wird nach Ansätzen gesucht, welche einerseits eine bessere Achslastverteilung ermöglichen und andererseits mehr Bauraum für Arbeitsaggregate bereitstellen.

[0003] Aus der US 2006/0220331 A1 ist eine landwirtschaftliche Erntemaschine bekannt, welche eine Antriebsachse mit einem verkröpften Achskörper, sowie eine Lenkachse aufweist, wobei die Antriebsachse unterhalb eines zumindest ein Arbeitsaggregate der Erntemaschine zumindest abschnittsweise umgebenden Gehäuses angeordnet ist. Der Achskörper weist in vertikaler Richtung verlaufende u-förmige Streben auf, welche dazu dienen, einander gegenüberliegende Lagerbaugruppen aufzunehmen. Diese Lagerbaugruppen sind jeweils mit ihrem einen Endabschnitt mit dem Gehäuse verbunden. Mit dem anderen Endabschnitt sind diese in den u-förmigen Streben in der Weise gelagert, dass eine Querneigung der Erntemaschine durch ein Kippen der Antriebsachse relativ zu dem Gehäuse ausgeglichen wird, um das Gehäuse In einer waagerechten Position zu halten. Um die Kippbewegung zu ermöglichen sind Hydraulikzylinder vorgesehen, welche die jeweilige u-förmige Strebe mit der korrespondierenden Lagerbaugruppe verbinden. Das Gehäuse selbst ist auf einem Längsträger angeordnet, der oberhalb des Achskörpers angeordnet ist. Der Aufbau gemäß der US 2006/0020331 A1 ist auf eine konventionelle Erntemaschinen ohne einen derartigen Hangausglsich nicht anwendbar, da dieser insbesondere die zusätzliche Beabstandung zwischen dem Achskörper und dem Gehäuse, die sich aufgrund der besonderen Anordnung und Lagerung der Antriebsachse einstellt, einer solchen Erntemaschine im Allgemeinen die im Straßenverkehr zulässige Maximalhöhe überschreiten ließe.

[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung Ist es daher, eine Erntemaschine der eingangs genannten Art weiterzuentwickeln, die sich durch eine verbesserte Bauraumausnutzung Im Antriebsachsbereich auszeichnet.

[0005] Diese Aufgabe wird erfindungegemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

[0006] Gemäß dem Anspruch 1 wird eine selbstfahrende Erntemaschine, umfassend eine Antriebsachse mit einem verkröpften Achskörper, sowie eine Lenkachse, wobei die Antriebsachse unterhalb eines zumindest ein Arbeitsaggregate der Erntemaschine zumindest abschnittsweise umgebenden Gehäuses angeordnet ist, vorgeschlagen. Unter Verkröpfung wird eine Einbuchtung des Achskörpers in dessen mittlerem Bereich verstanden, das heißt auf einer sich senkrecht erstreckenden Seite des Achskörpers weist dieser eine gegenüber den Endbereichen zurückversetzten Mittenbereich auf. Zur Verbesserung der Bauraumausnutzung im Antriebsachsbereich ist vorgesehen, dass an dem Achskörper sich in Längsrichtung der Erntemaschine erstreckende, eine Auflagefläche aufweisende, Längsträger angeordnet sind, auf deren Auflagefläche das Gehäuse abschnittsweise aufliegt, und dass das Gehäuse mit den in Fahrtrichtung weisenden Enden der Längsträger nahezu bündig abschileßt, wobei an dem jewelligen Längsträger jeweils ein sich vertikal zur Auflagefläche erstreckender Halteabschnitt angeordnet ist, an welchem das Gehäuses abschnittsweise anliegt. Die Halteabschnitte dienen einerseits der Befestigung des Gehäuses an dem Achskörper und andererseits als Montagehilfe. Bei dem Aufsetzen des Gehäuses auf den Achskörper unterstützen diese Halteabschnitte die bündige Ausrichtung gegenüber dem Achskörper beziehungsweise dessen Querstreben. Diese Ausgestaltung des Achskörpers der Antriebsachse hat gegenüber dem aus dem Stand der Technik bekannten Aufbau den Vorteil, dass der Achskörper eine höhere Traglast aufweist, welche für eine zunehmend größere Dimensionierung der Arbeitsaggregate zur Leistungssteigerung der Erntemaschine erforderlich ist. Dabei kann der Achskörper gebaut sein, das heißt der Achskörper Ist als Hohlkörper ausgeführt, setzt sich aber aus mehreren separaten Bauteilen zusammen. Hierzu können verschiedene gelaserte und/oder gestanzte Bleche miteinander verschweißt werden. Dieser Aufbau aus einzelnen Bauteilen ermöglicht eine kraftflussoptimierte Ausgestaltung des Achskörpers. Für die Kraftflussoptimlerung im Achskörper können insbesondere im Bereich der Winkel jeweils Verstärkungsbleche im Inneren des als Hohlkörpers ausgebildeten Achskörpers vorgesehen sein. Diese Fertigung ermöglicht eine Gewichtsoptimierung, z. B. durch eine Variation der verbauten Blechstärken.

[0007] Vorteilhaft ist es, wenn die Erntemaschine Antriebskomponenten umfasst, welche zumindest abschnittsweise in die Verkröpfung des Achskörpers hinein verlagert sind. Hiermit lässt sich eine Bautiefe einsparende Anordnung realisieren.

[0008] Weiterhin können die Antriebskomponenten zwei Hydraulikmotoren umfassen. Das Vorsehen zweier kleiner Hydraulikmotoren anstelle eines großen Hydraulikmotors trägt ebenfalls zu einer Einsparung der Bautiefe bei.

[0009] In vorteilhafter Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass an einer Stirnfläche des Achskörpers ein Schaltgetriebe, zwei Hydraulikmotoren und ein Differential mit zwei Abtriebswellen angeordnet sind, wobei die Anordnung dieser Antriebskomponenten derart gewählt ist, dass In Fahrrichtung gesehen zunächst das Differential mit den beiden Abtriebswelle und daran anschließend das Schaltgetriebe und die beiden Hydraulikmotoren angeordnet sind. Diese Anordnung ist vorteilhaft sowohl bei einer Ausgestaltung der Erntemaschine als Radmaschine als auch als Raupenmaschine. Diese Anordnung schafft mehr Bauraum für unterhalb des Gehäuses liegende Arbeitsaggregate. Im Fall einer beispielsweise als Mähdrescher ausgeführten Erntemaschine könnte das Arbeitsaggregat ein Reinigungsgebläse einer Reinigungsvorrichtung sein, welches näher an die Antriebsachse herangerückt werden könnte, wodurch für die weiteren Komponenten der Reinigungsvorrichtung, insbesondere Ober- und Untersieb, mehr Bauraum im rückwärtigen Bereich des Mähdreschers zur Verfügung stünde, um beispielsweise die Siebflächen zu vergrößern.

[0010] Insbesondere kann die Erntemaschine als eine Radmaschine ausgebildet sein, wobei das Schaltgetriebe der in Fahrtrichtung weisenden Stirnfläche des Achskörpers zugeordnet ist. Die Anordnung des Differentials und des Schaltgetriebes erfolgt an der Vorderseite des Achskörpers. Dabei schließt sich das Schaltgetriebe, in Fahrtrichtung gesehen, an das Differential an. Bei dieser Reihenfolge der Anordnung ist es vorteilhaft, dass die Zugänglichkeit zu dem Schaltgetriebe deutlich verbessert wird, da es einen größeren Abstand zum Aohskörper aufweist. Dadurch ist eine Reinigung des Schaltgetriebes und der daran angeordneten Komponenten einfacher, ebenso wie die Durchführung von Wartungs- und Reparaturarbeiten.

[0011] Hierbei können die von dem Differential zu beiden Selten der Antriebsachse ausgehenden Abtriebswellen jeweils mit einem verkröpft angeordneten Radgetriebe verbunden sein. Insbesondere sind die Radgetriebe In vertikaler Richtung gegenüber dem Achskörper verkröpft, das heißt die Längsmittelachse des Achskörpers und die Längsmittelachse des Radgetriebes sind zueinander in vertikaler Richtung versetzt angeordnet. Diese verkröpfte Anordnung der Radgetriebe hat den Vorteil, dass sich der Radmittelpunkt entsprechend in seiner Höhe verlagert, der Abstand zum Boden vergrößert wird. Dadurch kann eine Bereifung mit einem größeren Außendurchmesser, Insbesondere unter Einhaltung einer vorgeschriebenen Gesamthöhe der Erntemaschine, montiert werden. Somit können höhere Achslasten der Erntemaschine dargestellt werden. Zudem weist eine größere Bereifung eine größere Aufstandsfläche auf, was sich positiv auf die Bodenverdichtung auswirkt.

[0012] Vorteilhaft ist es, wenn die Jeweilige Abtriebswelle in einem Bereich unterhalb eines Radmittelpunktes In das Radgetriebe mündet. Der mittels der Abtriebswellen zu überbrückende Höhenversatz zwischen dem Differential und dem Radgetriebe lässt sich somit reduzieren. Dies ermöglicht die Anordnung des Schaltgetriebes und des Differentials auf im Wesentlichen einer Ebene mit dem Achskörper.

[0013] Hierbei kann die jeweilige Abtriebswelle innerhalb eines kreissegmentförmigen Bereichs unterhalb des Radmittelpunktes In das Radgetriebe münden. Dabei ist vorgesehen, dass die Abtriebswelle und der Radmittelpunkt in einer Ansicht von oben etwa übereinander liegend angeordnet sind, während in einer Ansicht von der Seite die Abtriebswelle und der Radmittelpunkt versetzt zueinander angeordnet sind.

[0014] Hierzu kann der Achskörper als ein Hohlkörper ausgebildet sein, der abschnittsweise einen Im Wesentlichen bogenförmigen Verlauf aufweist. Der als Hohlkörper ausgebildete Achskörper kann aus verschiedenen gelaserten oder gestanzten Blechen bestehen.

[0015] Des Weiteren kann die Erntemaschine als Raupenmaschine ausgebildet sein, wobei das Schaltgetriebe der der Fahrtrichtung abgewandten Stirnfläche des Achskörpers zugeordnet ist. An dem der Fahrtrichtung abgewandten Bereich des gekröpften Achskörpers Ist das Schaltgetriebe mit den beiden Hydraulikmotoren angeordnet. An das Schaltgetriebe schließt sich das Differential mit seinen Abtriebswellen an. Bei dieser Reihenfolge der Anordnung sind die Hydraulikmotoren in Fahrtrichtung gesehen vor den Abtriebswellen bzw. dem Differential angeordnet. Hierdurch bildet sich ein Antriebsstrang aus, bei dem der Abstand zu dem angetriebenen Triebrad vergrößert wird. Aufgrund der u-förmlgen Ausgestaltung des Achskörpers verläuft der gesamte Antriebsstrang nun bei einer Betrachtung gegen die Fahrtrichtung von einem benachbart angeordneten Arbeitsaggregat, im Fall des Mähdreschers der Reinigungsvorrichtung, weg. Dadurch wird Bauraum für das Arbeitsaggregat, wie beispielsweise die Reinigungsvorrichtung, geschaffen.

[0016] Vorteilhaft ist es, wenn die in Fahrtrichtung weisende Stirnfläche des Achskörpers mit der Vorderseite des Gehäuses im Wesentlichen bündig abschließend angeordnet ist. Durch die Anordnung des quer zur Erntemaschine verlaufenden Achskörpers etwa bündig unterhalb des Gehäuses stützt der Achskörper das Gehäuse zusätzlich ab. Dies ermöglicht eine höhere Traglast des von dem Gehäuse abschnittsweise umgebenen, beispielsweise als Dreschwerk ausgeführten, Arbeitsaggregates und/oder eines an der Erntemaschine vorgesehenen Behältnisses zur Aufnahme von Erntegut, wie einem Korntank.

[0017] Insbesondere kann der Achskörper als ein Hohlkörper ausgebildet sein, der einen im Wesentlichen u-förmigen Verlauf aufweist. Aufgrund der u-förmigen Ausgestaltung des Achskörpers verläuft der gesamte Antriebsstrang des Raupenlaufwerkes nun bei einer Betrachtung gegen die Fahrtrichtung der Erntemaschine von einem benachbart angeordneten Arbeitsaggregat, im Fall des Mähdreschers einer Reinigungsvorrichtung, weg. Dadurch wird zusätzlicher Bauraum für das Arbeitsaggregat, wie die Reinigungsvorrichtung, geschaffen.

[0018] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung kann der Achskörper als ein Hohlkörper ausgebildet sein, der abschnittsweise einen im Wesentlichen bogenförmigen oder bananenförmlgen Verlauf aufweist.

[0019] Weiterhin kann der Achskörper kraftflussoptimiert ausgeführt sein. Für die Kraftflussoptimierung sind insbesondere im Bereich der Winkel jeweils Verstärkungsbleche im als Achskörper der Antriebsachse ausgebildeten Hohlkörper vorgesehen. Diese Fertigung ermöglicht auch eine Gewichtsoptimierung, z. B. durch Variation der Blechstärken.

[0020] Die vorliegende Erfindung wird nachstehend anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.

[0021] Es zeigen:
Fig. 1
eine Draufsicht auf eine Antriebsachse einer als Radmaschine ausgeführten Erntemaschine;
Fig. 2
eine perspektivische Ansicht der Antriebsachse gemäß Fig. 1;
Fig. 3
eine perspektivische Ansicht eines Gehäuses einer Erntemaschine mit einer daran angeordneter Antriebsachse gemäß Fig. 1;
Fig. 4
eine Draufsicht auf eine Antriebsachse einer als Raupenmaschine ausgeführten Erntemaschine;
Fig. 5
eine perspektivische Ansicht eines Gehäuses einer Erntemaschine mit einer daran angeordneten Antriebsachse gemäß Fig. 4.


[0022] Die Darstellung in Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf eine Antriebsachse 1 einer als Radmaschine ausgeführten Erntemaschine. Bei der Erntemaschine handelt es sich um einen Mähdrescher. Die Antriebsachse 1 umfasst einen verkröpften, quer zur Längsachse der Erntemaschine verlaufenden, Achskörper 2 an dem endseitig sich parallel zur Längsachse der Erntemaschine erstreckende Längsträger 3 angeordnet sind. An die Längsträger 3 schließen sich nach außen weisende Radgetriebe 4 an. Das jeweilige Radgetriebe 4 weist eine Radnabe 5 mit einem Radmittelpunkt RM auf, welche der Anbringung eines auf einer Feige montierten Reifens dient. Ein Pfeil FR kennzeichnet die Fahrtrichtung der Erntemaschine bei der Erntefahrt beziehungsweise bei einer Vorwärtsfahrt auf der Straße. Jeder Längsträger 3 weist eine Auflagefläche 6 auf. An dem jewelligen Längsträger 3 ist an seinem In Fahrrichtung FR weisenden Ende jeweils ein sich vertikal zu der Auflagefläche 6 erstreckender Halteabschnitt 7 angeordnet.

[0023] An dem der Fahrtrichtung FR zugewandten gekröpften Bereich des Achskörpers 2 ist ein Differential 8 mit Abtriebswellen 9 angeordnet. Die jeweilige Abtriebswelle 9 mündet In das an dem jeweiligen Längsträger 3 benachbart angeordnete Radgetriebe 4. An das Differential 8 schließt sich ein Schaltgetriebe 10 an. Dem Schaltgetriebe 10 sind zwei Hydraulikmotoren 11 als hydrostatischer Fahrantrieb zugeordnet. Dabei schließt sich das Schaltgetriebe 10, in Fahrtrichtung FR gesehen, an das Differential 8 an. Bei dieser Reihenfolge der Anordnung ist es vorteilhaft, dass die Zugänglichkeit zu dem Schaltgetriebe 10 deutlich verbessert wird, da es einen größeren Abstand zu dem Achskörper 2 aufweist. Diese Antriebskomponenten, u.a. Differential 8, Schaltgetriebe 10 sowie die Hydraulikmotoren 11, sind in die bogen- bzw. bananenförmige Verkröpfung hinein verlagert, was zu einer Reduzierung der Bautiefe führt.

[0024] In der Darstellung gemäß Fig. 2 ist eine perspektivische Ansicht der Antriebsachse 1 gemäß Fig. 1 gezeigt. Gut zu erkennen sind die Verkröpfung des Achskörpers 2 und die hierdurch begünstigte Anordnung des Differentials 8 und des Schaltgetriebes 10. Der Achskörper 2 weist einen abschnittsweise bogenförmigen oder bananenförmigen Verlauf auf. Aus dieser Darstellung ist die Anordnung der Abtriebswellen 9 zwischen dem Differential 8 und dem Radgetriebe 4 besser ersichtlich. Ebenso ist aus der Darstellung in Fig. 2 ersichtlich, dass die Radgetriebe 4 in vertikaler Richtung gegenüber dem Achskörper 2 verkröpft angeordnet Ist, das heißt einen Höhenversatz aufweisen. Diese verkröpfte Anordnung der Radgetriebe 4 hat den Vorteil, dass sich der Radmittelpunkt RM respektive der Mittelpunkt der Radnabe 5 entsprechend in seiner Höhe verlagert, so dass der Abstand zum Boden vergrößert wird. Damit lassen sich höhere Achslasten der Erntemaschine darstellen. Zudem kann eine Bereifung mit einem größeren Außendurchmesser montiert werden, welche wiederum eine größere Aufstandsfläche aufweist, was sich positiv auf die Bodenverdichtung auswirkt.

[0025] Die jeweilige Abtriebswelle 9 mündet dabei in einen Bereich unterhalb des Radmittelpunktes RM in das korrespondierende Radgetriebe 4. Der Bereich, an dem die Abtriebswelle 9 in das Radgetriebe 4 mündet, lässt sich durch die gedankliche Projektion eines Zifferblattes einer Uhr auf die Oberfläche des Radgetriebe charakterisieren. Hieraus folgt eine Anordnung der Abtriebswellen 9 an dem Radgetriebe 4 In einem Bereich zwischen 16:00 Uhr und 18:00 Uhr. Denkbar ist auch eine Anordnung zwischen 18:00 Uhr und 20:00 Uhr.

[0026] Hierbei mündet die jeweilige Abtriebswelle 9 innerhalb eines kreissegmentförmigen Bereichs unterhalb des Radmittelpunktes RM in das Radgetriebe 4. Dabei ist vorgesehen, dass die Abtriebswelle 9 und der Radmittelpunkt RM gemäß der in Fig. 1 dargestellten Draufsicht etwa übereinander liegend angeordnet sind, während in der perspektivischen Ansicht gemäß der Fig. 2 die Abtriebswelle 9 und der Radmittelpunkt RM versetzt zueinander angeordnet sind. Der mittels der Abtriebswellen 9 zu überbrückende Höhenversatz zwischen dem Differential 8 und dem Radgetriebe 4 lässt sich durch diese Anordnung reduzieren. Dies ermöglicht die Anordnung des Schaltgetriebes 10 und des Differentials 8 auf im Wesentlichen einer horizontalen Ebene mit dem Achskörper 2.

[0027] Fig. 3 zeigt die Darstellung eine perspektivische Ansicht eines Gehäuses 12 der Erntemaschine mit einer daran angeordneter Antriebsachse 1 gemäß Fig. 1. Die Antriebsachse 1 ist unterhalb des zumindest ein Arbeitsaggregat der Erntemaschine zumindest abschnittsweise umgebenden Gehäuses 12 angeordnet. In dem Beispiel der als Mähdrescher ausgeführten Erntemaschine handelt es sich bei dem Gehäuse 12 um das so genannte Trommelhaus, In welchem ein als (nicht dargestellte) Drescheinrichtung ausgeführtes Arbeitsaggregat des Mähdreschers angeordnet ist. Das Gehäuse 12 weist einen Im Wesentlichen u-förmigen Querschnitt auf und erstreckt sich abschnittsweise in Längsrichtung der Erntemaschine. Vertikale Seitenwände 13 des Gehäuses 12 stehen abschnittsweise auf den Auflageflächen 6 der Längsträger 3 auf. Die vertikalen Seitenwände 13 schließen nahezu bündig mit den in Fahrtrichtung FR weisenden Enden der Längsträger 3 ab. Um das Gehäuse 12 zusätzlich zu fixieren, sind die vertikalen Seitenwände 13 mit den sich vertikal zu der Auflagefläche 6 erstreckenden Halteabschnitten 7 durch lösbare Verbindungemittel, insbesondere Schraubverbindungen, miteinander verbunden. Zudem dienen die Halteabschnitte 7 als Montagehilfen.

[0028] In Fig. 4 eine Draufsicht auf eine Antriebsachse 21 einer als Raupenmaschine ausgeführten Erntemaschine dargestellt. Fig. 5 zeigt eine Darstellung einer perspektivischen Ansicht eines Gehäuses 12 einer Erntemaschine mit einer daran angeordneter Antriebsachse 21 gemäß Fig. 4. Die Antriebsachse 1 umfasst einen verkröpften Achskörper 22, der im Wesentlichen u-förmig ausgebildet ist. Dabei bilden beidseitig des querverlaufenden Achskörpers 22 angeordnete Längsträger 23 die zueinander parallelen, in Längsrichtung der Erntemaschine weisenden Schenkel. An den Jeweiligen Längsträger 23 schließt sich Jeweils ein an einem Flansch 28 angeordnetes Raupenlaufwerk 29 an. Das Jeweilige Raupenlaufwerk 29 umfasst einen Rahmen 30, ein im vorderen Bereich des Raupenlaufwerks 29 angeordnetes Laufrad 31, ein im hinteren Bereich des Raupenlaufwerks 29 angeordnetes Triebrad 32, ein Getriebe 33 sowie ein nicht dargestelltes, endlos umlaufendes, Laufband. Das Triebrad 32 Ist trieblich mit dem Getriebe 33 verbunden.

[0029] Jeder Längsträger 23 weist eine Auflagefläche 26 auf. An dem Jeweiligen Längsträger 23 ist an seinem in Fahrrichtung FR weisenden Ende jeweils ein sich vertikal zu der Auflagefläche 26 erstreckender Halteabschnitt 27 angeordnet. An dem der Fahrtrichtung FR abgewandten Bereich des gekröpften Achskörpers 22 ist das Schaltgetriebe 10 mit den beiden Hydraulikmotoren 11 angeordnet. An das Schaltgetriebe 10 schließt sich das Differential 8 mit seinen Abtriebswellen 9 an. Die jeweilige Abtriebswelle 9 mündet In das benachbarte Getriebe 33 des jeweiligen Raupenlaufwerkes 29. Bei dieser Reihenfolge der Anordnung sind die Hydraulikmotoren 11 in Fahrtrichtung FR gesehen vor den Abtriebswellen 9 bzw. dem Differential 8 angeordnet. Hierdurch bildet sich ein Antriebsstrang aus, bei dem durch Jeden Zahneingriff der Abstand zu dem angetrieben Triebrad 32 vergrößert wird. Aufgrund der u-förmigen Ausgestaltung des Achskörpers 22 verläuft der gesamte Antriebsstrang nun bei einer Betrachtung gegen die Fahrtrichtung FR von einem benachbart angeordneten Arbeitsaggregat, im Fall des Mähdreschers der Reinigungsvorrichtung, weg. Dadurch wird Bauraum für die Reinigungsvorrichtung geschaffen. Diese Antriebskomponenten, u.a. Differential 8, Schaltgetriebe 10 sowie die Hydraulikmotoren 11, sind in die im Wesentlichen u-förmige Verkröpfung hinein verlagert, was zu einer Reduzierung der Bautiefe führt.

[0030] Fig. 5 zeigt die Darstellung eine perspektivische Ansicht des Gehäuses 12 der Erntemaschine mit der daran angeordneten Antriebsachse 21 gemäß Fig. 4. Die Antriebsachse 21 ist unterhalb des zumindest ein Arbeitsaggregat der Erntemaschine zumindest abschnittsweise umgebenden Gehäuses 12 angeordnet, welches als Trommelhaus ausgeführt ist. Das Gehäuse 12 weist einen Im Wesentlichen u-förmigen Querschnitt auf und erstreckt sich abschnittsweise in Längsrichtung der Erntemaschine. Die vertikalen Seitenwände 13 des Gehäuses 12 stehen abschnittsweise auf den Auflageflächen 26 des jeweiligen Längsträgers 23 auf. Die vertikalen Seitenwände 13 schließen nahezu bündig mit dem in Fahrtrichtung FR weisenden Enden der Längsträger 23 ab. Um das Gehäuse 12 zusätzlich zu fixieren, sind die vertikalen Seitenwände 13 mit den sich vertikal zu der Auflagefläche 26 erstreckenden Halteabschnitten 27 durch lösbare Verbindungsmittel, insbesondere Schraubverbindungen, miteinander verbunden. Zudem dienen die Halteabschnitte 27 als Montagehilfen. Im Unterschied zu der Ausführung der Antriebsachse 1 für eine Radmaschine ist vorgesehen, dass der unterhalb des Gehäuses 12 angeordnete Achskörper 22 der Antriebsachse 21 für eine Raupenmaschine etwa bündig mit der Vorderseite des Gehäuses 12 abschließend angeordnet ist. Durch die Anordnung des quer zur Erntemaschine verlaufenden Achskörpers 22 etwa bündig unterhalb des Gehäuses 12 stützt der Achskörper 22 das Gehäuse 12. Dies ermöglicht eine höhere Traglast des als Dreschwerk ausgeführten Arbeitsaggregates und/oder eines an der Erntemaschine vorgesehenen Behältnisses zur Aufnahme von Erntegut, wie einem Korntank. Die etwa bündige Anordnung des Achskörpers unterhalb des Gehäuses reduziert das Spannungsniveau.

Bezugszeichenliste



[0031] 
1
Antriebsachse
2
Achskörper
3
Längsträger
4
Radgetriebe
5
Radnabe
6
Auflagefläche
7
Halteabschnitt
8
Differential
9
Abtriebswelle
10
Schaltgetriebe
11
Hydraulikmotor
12
Gehäuse
13
Seitenwand
21
Antriebsachse
22
Achskörper
23
Längsträger
26
Auflagefläche
27
Halteabschnitt
28
Flansch
29
Raupenlaufwerk
30
Rahmen
31
Laufrad
32
Triebrad
33
Getriebe
RM
Radmittelpunkt
FR
Fahrtrichtung



Ansprüche

1. Selbstfahrende Erntemaschine, umfassend eine Antriebsachse (1, 21) mit einem verkröpften Achskörper (2, 22), sowie eine Lenkachse, wobei die Antriebsachse (1, 21) unterhalb eines zumindest ein Arbeitsaggregate der Erntemaschine zumindest abschnittsweise umgebenden Gehäuses (12) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Achskörper (2) sich in Längsrichtung der Erntemaschine erstreckende, eine Auflagefläche (6, 26) aufweisende, Längsträger (3, 23) angeordnet sind, auf deren Auflagefläche (6, 26) das Gehäuse (12) abschnittsweise aufliegt, und dass das Gehäuse (12) mit den In Fahrtrichtung weisenden Enden der Längsträger (3, 23) nahezu bündig abschließt, wobei an dem jeweiligen Längsträger (3, 23) jeweils ein sich vertikal zur Auflagefläche (6, 26) erstreckender Halteabschnitt (7, 27) angeordnet ist, an welchem das Gehäuse (12) abschnittsweise anliegt.
 
2. Selbstfahrende Erntemaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Erntemaschine Antriebskomponenten umfasst, welche zumindest abschnittsweise In die Verkröpfung des Achskörpers (2, 22) hinein verlagert sind,
 
3. Selbstfahrende Erntemaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebskomponenten zwei Hydraulikmotoren (11) umfassen.
 
4. Seibstfahrende Erntemaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Stirnfläche des Achskörper (2, 22) ein Schaltgetriebe (10), zwei Hydraulikmotoren (11) und ein Differential (8) mit zwei Abtriebswellen (9) angeordnet ist, wobei die Anordnung dieser Antriebskomponenten derart gewählt ist, dass in Fahrrichtung gesehen zunächst das Differential (8) mit den beiden Abtriebswellen (9) und daran anschließend das Schaltgetriebe (10) und die beiden Hydraulikmotoren (11) angeordnet sind.
 
5. Selbstfahrende Erntemaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Erntemaschine als eine Radmaschine ausgebildet ist, wobei das Schaltgetriebe (10) der in Fahrtrichtung welsenden Stirnfläche des Achskörpers (2 ,22) zugeordnet ist.
 
6. Selbstfahrende Erntemaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die von dem Differential (8) zu beiden Seiten der Antriebsachse (1) ausgehenden Abtriebswellen (9) jeweils mit einem verkröpft angeordneten Radgetriebe (4) verbunden sind.
 
7. Selbstfahrende Erntemaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige Abtriebswelle (9) in einem Bereich unterhalb eines Radmittelpunktes (RM) In das Radgetriebe (4) mündet.
 
8. Selbstfahrende Erntemaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige Eingangswelle innerhalb eines kreissegmentförmigen Bereichs unterhalb des Radmittelpunktes (RM) In das Radgetriebe (4) mündet.
 
9. Selbstfahrende Erntemaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Achskörper (2) als ein Hohlkörper ausgebildet ist, der abschnittsweise einen Im Wesentlichen bogenförmigen Verlauf aufweist.
 
10. Selbstfahrende Erntemaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Erntemaschine als Raupenmaschine ausgebildet ist, wobei das Schaltgetriebe (10) der der Fahrtrichtung abgewandten Stirnfläche des Achskörpers (22) zugeordnet ist.
 
11. Selbstfahrende Erntemaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die in Fahrtrichtung weisende Stirnfläche des Achskörpers (22) mit der Vorderseite des Gehäuses (12) in vertikaler Richtung im Wesentlichen bündig abschließend angeordnet Ist.
 
12. Selbstfahrende Erntemaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Achskörper (22) als ein Hohlkörper ausgebildet ist, der einen Im Wesentlichen u-förmigen Verlauf aufweist.
 
13. Selbstfahrende Erntemaschine nach der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Achskörper (2, 22) kraftflussoptimiert ausgeführt ist.
 




Zeichnung



















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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