[0001] Die Erfindung betrifft ein Flurförderzeug mit mindestens einem einen Bedienhebel
aufweisenden Bedienmittel und einer mit dem Bedienhebel zusammenwirkenden Rückstelleinrichtung,
die für den Bedienhebel eine Rückstellkraft abhängig von dessen Auslenkung erzeugt.
Ebenfalls betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Bedienung eines Flurförderzeugs,
das mindestens ein einen Bedienhebel aufweisendes Bedienmittel und eine mit dem Bedienhebel
zusammenwirkende Rückstelleinrichtung besitzt.
[0002] Für die Bedienung und Steuerung von Flurförderzeugen sind zahlreiche unterschiedliche
Konzepte und Ansätze für Bedienelemente bekannt. Aus
DE 10 2013 012 176 ist beispielsweise ein Bedienelement für ein Flurförderzeug mit zwei Bedienhebeln
und mindestens einem zwischen diesen angeordneten Schalter bekannt. Die Bedienhebel
sind jeweils für eine zweiachsige Bewegung ausgebildet und derart räumlich voneinander
beabstandet, dass mit einer zwischen den Hebeln positionierten Hand mit den Fingern
die Bedienhebel ohne Umgreifen und der mindestens eine Schalter zwischen den Bedienhebeln
betätigbar ist.
[0003] Aus
DE 10 2005 000 633 A1 ist bekannt geworden, zur Rückmeldung von Fahrzeugzuständen und/oder Fahrzeuginformationen,
Erschütterungen an dem Bedienelement und/oder an dem Fahrerarbeitssitz vorzusehen.
Es erfolgt hierbei eine haptische Rückmeldung von Fahrzeugzuständen und/oder Fahrzeuginformationen.
Bei der Ausgestaltung des Bedienelements als Joystick erfolgt eine sichere und direkte
Rückmeldung von Fahrzeugzuständen und/oder Fahrzeuginformationen über einen Vibrationen
erzeugenden Elektromagneten oder einen mit einer Unwucht in Wirkverbindung stehenden
Elektromotor.
[0004] Aus
DE 10 2014 103 988 A1 sind als Joystick ausgebildete Bedienelemente zur Steuerung von Nutzfahrzeugen, Maschinen,
Arbeitsfunktionen von Nutzfahrzeugen oder Baumaschinen und Anbaugeräten bekannt. Für
die Joysticks ist auch der Einsatz von Force-Feedback bekannt. Bei Force-Feedback
handelt es sich um eine mechanische Rückkopplung, was üblicherweise durch ein gekoppeltes
Drehmoment eines Elektromotors mit Hilfe eines Getriebes erreicht wird. Für die Umsetzung
von Force-Feedback sind unterschiedliche technische Ausgestaltungen für den Betätigungshebel
des Joysticks bekannt.
[0005] Aus
DE 10 2007 060 336 A1 ist eine Fahr- und Lenksteuerung für ein Flurförderzeug bekannt geworden, bei der
ein Stellelement ausgehend von seiner Nullstellung innerhalb eines X-/Y-Koordinatensystems
mit mindestens zwei Quadranten auslenkbar ist, wobei eine Steuervorrichtung Sollwertsignale
für die Fahrgeschwindigkeit und für den Lenkwinkel aus der Stellung des Stellelements
ermittelt.
[0006] Ein wichtiger Aspekt bei der Bedienung eines Flurförderzeugs ist die intuitive Handhabung
des Bedienhebels. Insbesondere bei einer halbautomatischen Ansteuerung oder bei einer
positionsabhängigen Ansteuerung einer Fahrzeugfunktion ist entscheidend, dass die
Bedienperson intuitiv den Bedienhebel in der richtigen Art und Weise ansteuert. Bei
einem Eingriff in einen automatischen Bedienvorgang, wenn der Benutzer den Bedienhebel
in eine Gegenrichtung auslenkt, kann eine Mehrdeutigkeit entstehen. Entweder bedeutet
ein Auslenken in Gegenrichtung lediglich den vorhandenen automatischen Vorgang zu
verlangsamen oder es soll eine Bewegung in die Gegenrichtung stattfinden. Auch bei
einer positionsabhängigen Ansteuerung, bei der die Position eines Elements des Flurförderzeugs
durch eine Position des Bedienhebels vorgegeben ist, wie beispielsweise die Mastneigung,
kann eine Mehrdeutigkeit auftreten. Hier entspricht eine senkrechte Ausrichtung des
Hubmastes beispielsweise der Mittelstellung des Bedienelements. Ändert sich nun die
tatsächliche Position des Hubmastes durch externe Einflüsse, so ist nicht intuitiv
verständlich, ob eine Bewegung des Bedienhebels in seine Mittelstellung den Hubmast
um eine definierte Strecke neigen, oder ein Senkrechtstellen des Hubmastes bewirken
soll.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Flurförderzeug und ein Verfahren zu
seiner Bedienung bereitzustellen, bei dem mit einfachen Mitteln eine intuitive Bedienung
sichergestellt ist.
[0008] Das erfindungsgemäße Flurförderzeug weist mindestens ein Bedienmittel auf, das einen
Bedienhebel besitzt. Über ein Verstellen des Bedienhebels können Fahrzeugfunktionen
über zugehörige Aktoren ausgelöst werden. Ferner ist eine Rückstelleinrichtung vorgesehen,
die für den Bedienhebel eine Rückstellkraft abhängig von dessen Auslenkung auslöst.
In der Rückstelleinrichtung ist eine Zuordnung zwischen Rückstellkraft und Auslenkung
des Bedienhebels hinterlegt. Diese Zuordnung kann durch die Rückstelleinrichtung beliebig
vorgegeben werden, wobei bevorzugt jeder Auslenkung ein Wert für die Rückstellkraft
zugeordnet ist.
[0009] Erfindungsgemäß erzeugt die Rückstelleinrichtung für den Bedienhebel eine Neutralstellung,
die einer aktuellen Ansteuerung der Fahrzeugfunktion entspricht. Die Neutralstellung
des Bedienhebels ist hierbei diejenige Stellung des Bedienhebels, in der keine Kraft
aufgebracht werden muss, um den Bedienhebel in seiner Position zu halten. Bei einer
positionsabhängigen Ansteuerung ebenso wie bei einer automatischen Ansteuerung der
Fahrzeugfunktion wird die Neutralstellung für den Bedienhebel erzeugt, die bei der
aktuellen Ansteuerung der Fahrzeugfunktion notwendig wäre. Hierdurch kann die Bedienperson,
die beispielsweise eine optische Rückmeldung von der aktuellen Fahrzeugfunktion und
ihrer Ansteuerung besitzt, stets korrigierend eingreifen, wobei der Bedienhebel sich
durch die Neutralstellung in einer Stellung befindet, die der aktuellen Ansteuerung
der Fahrzeugfunktion entspricht. Eine Fehlbedienung durch eine mehrdeutige Bewegung
des Bedienhebels ist hier ausgeschlossen.
[0010] Im Hinblick auf den Automatikbetrieb können mindestens zwei Fälle unterschieden werden.
Bei einem ersten Fall führt die Auslenkung des Bedienhebels aus seiner Neutralstellung
zu einer Beendigung des Automatikbetriebs. Bei dieser Ausgestaltung wird, wenn der
Bedienhebel aus der Neutralstellung herausbewegt wird, bevorzugt zu einer manuellen
Ansteuerung übergegangen, wobei dann die aktuelle Position des Bedienhebels zugleich
das Signal für die Ansteuerung ist.
[0011] In einer anderen Ausgestaltung kann eine zusätzliche Steuerung für einen fortgesetzten
Automatikbetrieb erfolgen. Hierbei wird bei einer Auslenkung des Bedienhebels aus
seiner Neutralstellung im Automatikbetrieb dieser fortgesetzt und es erfolgt über
den Bedienhebel eine Steuerung einer Geschwindigkeit im fortgesetzten Automatikbetrieb.
Bei dieser Ausgestaltung bekommt der Bediener die zusätzliche Möglichkeit, während
des Automatikbetriebs diesen ohne Unterbrechung des Automatikbetriebs fortzusetzen
und die Vorgänge des Automatikbetriebs mit einer durch den Bedienhebel gesteuerten
Geschwindigkeit auszuführen.
[0012] In einer bevorzugten Weiterentwicklung der Erfindung sieht in einem Automatikbetrieb
für die Fahrzeugfunktion die Rückstelleinrichtung die Neutralstellung für eine Auslenkung
des Bedienhebels vor, die einer Position des Bedienhebels bei einer manuellen Ansteuerung
der Fahrzeugfunktion entspricht. Manuelle Ansteuerung bedeutet, dass der Bedienhebel
mit seiner Neutralstellung die Auslenkung besitzt, die der Bedienhebel besitzen würde,
wenn die Fahrzeugfunktion nicht automatisch, sondern durch Betätigung des Bedienhebels
angesteuert würde. Ohne Eingreifen der Bedienperson bewegt sich der Bedienhebel bei
einem Automatikbetrieb stets so, wie der Bedienhebel also bei einer manuellen Ansteuerung
der gleichen Bewegung der Automatikfunktion bewegt werden würde. Eine Bewegung des
Bedienhebels ist hierdurch eindeutig festgelegt, als die Auslenkung, die der Ansteuerung
der Fahrzeugfunktion entspricht. Wird also in einem Automatikbetrieb eine Fahrzeugfunktion
mit x-% angesteuert, so steht auch der Bedienhebel mit seiner Neutralstellung in einer
x-% entsprechenden Position. Ein Eingreifen in den Automatikbetrieb durch ein Vor-
oder Zurückbewegen des Bedienhebels um eine Auslenkung von +/-Δ% bedeutet also, dass
die Fahrzeugfunktion mit x+Δ% oder mit x-Δ% angesteuert wird.
[0013] In dieser bevorzugten Ausgestaltung entspricht in dem Automatikbetrieb die Auslenkung
des Bedienhebels aus einer Neutralstellung einer manuellen Ansteuerung der zugeordneten
Fahrzeugfunktion mit einer Auslenkung, die einer Auslenkung relativ zur Neutralstellung
entspricht.
[0014] Auch bei einer positionsabhängigen Ansteuerung kann vorgesehen sein, dass eine Neutralstellung
des Bedienhebels einer aktuellen Position der dem Bedienhebel zugeordneten Fahrzeugfunktion
entspricht.
[0015] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist eine Messeinrichtung vorgesehen, die die aktuelle
Position eines durch die Fahrzeugfunktion gestellten Bauteils erfasst und an die Rückstelleinrichtung
anlegt. Über die Rückmeldung der aktuellen Position ist es möglich, die Neutralstellung
entsprechend der aktuellen Position der Fahrzeugfunktion einzustellen. Die Rückmeldung
erlaubt es auch auf externe Einflüsse zu reagieren, da durch die verstellte Neutralstellung
des Bedienhebels auch eine extern auf die Fahrzeugfunktion wirkende Kraft angezeigt
wird.
[0016] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird ebenfalls durch ein Verfahren mit
den Merkmalen nach Anspruch 6 gelöst.
[0017] Das erfindungsgemäße Verfahren ist vorgesehen und bestimmt zur Bedienung eines Flurförderzeugs,
das mindestens ein Bedienmittel besitzt. Das Bedienmittel weist einen Bedienhebel
auf. Ferner ist eine Rückstelleinrichtung vorgesehen, die für den Bedienhebel eine
Rückstellkraft abhängig von dessen Auslenkung erzeugt. Dem Bedienmittel ist eine Fahrzeugfunktion
zugeordnet, die durch eine Auslenkung des Bedienhebels angesteuert wird. Bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren wird an den Bedienhebel eine Neutralstellung erzeugt, die einer aktuellen
Ansteuerung der Fahrzeugfunktion entspricht. Durch die angepasste Neutralstellung
hat eine Bedienperson stets die aktuell richtige Rückmeldung von dem Bedienhebel.
[0018] In einer bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist ein Automatikbetrieb
für die Fahrzeugfunktion vorgesehen. Ferner wird eine Neutralstellung mit einer verschwindenden
Rückstellkraft in einer Position erzeugt, die einer manuellen Ansteuerung der Fahrzeugfunktion
entspricht. In der Ausgestaltung des Verfahrens übernimmt der Automatikbetrieb die
Ansteuerung der Fahrzeugfunktion. Der Bedienhebel folgt mit seiner Neutralstellung
hierbei stets der aktuellen Ansteuerung, sodass der Bedienhebel eine rückstellkraftfreie
Neutralstellung bei der Auslenkung einnimmt, die der aktuellen, automatischen Ansteuerung
entspricht.
[0019] In einer bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, dass in dem Automatikbetrieb eine
Auslenkung des Bedienhebels aus seiner Neutralstellung einer manuellen Ansteuerung
der Fahrzeugfunktion ohne veränderte Neutralstellung entspricht. Dies bedeutet, dass
wenn die Neutralstellung sich bei der Position +x% befindet, eine Auslenkung um den
Betrag Δ-% einer Ansteuerung mit einem Wert von x+/- Δ-% erfolgt. Hierdurch ist im
besonderen Maße sichergestellt, dass eine Bedienperson intuitiv den Bedienhebel richtig
ergreift und stellt, so wie bei einer manuellen Ansteuerung.
[0020] Die Auslenkung des Bedienhebels aus der Neutralstellung heraus kann mit dem Übergang
zu einer manuellen Ansteuerung der Beendigung des Automatikbetriebs entsprechen. Alternativ
ist es auch möglich, dass der Automatikbetrieb fortgesetzt wird, wobei dann durch
die Steuerung des Bedienhebels in eine Position abweichend von der Neutralstellung
die Geschwindigkeit der Automatikfunktion gesteuert wird. Dies bedeutet, wenn der
Bedienhebel aus der Neutralstellung herausbewegt wird, der Automatikbetrieb fortgesetzt
wird, wobei er dann schneller oder langsamer fortgesetzt wird, je nachdem, durch welche
Auslenkung die Neutralstellung verlassen wurde.
[0021] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend näher erläutert.
[0022] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein zweiachsig verschwenkbares Bedienelement und
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht für eine verschobene Neutralstellung.
[0023] Figur 1 zeigt in einer einfachen schematischen Ansicht ein Bedienelement 10 mit einem
Bedienhebel 12, der unabhängig in die Richtungen A und B bewegt werden kann. In der
Regel ist der Bedienhebel 12 an seinem Fuß verschwenkbar gelagert und kann in die
Richtungen A oder B unabhängig voneinander verschwenkt werden. Das Verschwenken des
Bedienhebels 12 erfolgt dabei aus einer Neutralstellung heraus, sowohl in positiver
als auch in negativer Richtung. Die Auslenkung des Bedienhebels 12 ist dabei in jeder
Richtung durch eine Maximalauslenkung beschränkt. Die Erfindung kann auch bei einem
nur in einer Richtung verschwenkbaren Bedienhebel zur Anwendung gelangen.
[0024] Figur 2 zeigt in Zusammenhang zwischen einer rückstellenden Kraft R für den Bedienhebel
und der Auslenkung des Bedienhebels 12. Die durchgezogene Linie 14 zeigt den normalen
Kraftverlauf. Bei dem normalen Kraftverlauf wirkt bei einer Auslenkung von 0 % keine
rückstellende Kraft, hier ist die Neustralstellung. Bis zu den Maximalausschlägen
+/- 100 % nimmt die rückstellende Kraft dann jeweils auf 100 % zu. In dieser Ausgestaltung
erhält die Bedienperson durch die Größe der rückstellenden Kraft einen Hinweis auf
die Auslenkung des Bedienhebels.
[0025] Die gestrichelte Linie 16 zeigt den Kraftverlauf bei verschobener Neutralstellung.
Hierbei verschwindet die rückstellende Kraft bei einer Auslenkung von - 50 %. Die
Neutralstellung liegt bei -50%. Hin zu einer größer werdenden Auslenkung nimmt die
rückstellende Kraft linear zu, wobei die rückstellende Kraft bei + 50 % Auslenkung
die 100 %-Marke übersteigt und bis auf 150 % bei einer Auslenkung in positiver Richtung
anwächst. Bei weiter negativer Auslenkung von bis zu + 100 % Auslenkung nimmt die
rückstellende Kraft auf einen Wert von dann bis 50 % zu. Bei - 100 % ist der Maximalausschlag
vorgesehen, sodass obwohl die rückstellende Kraft nur einen Wert von 50 % erreicht
hat, eine weitere Verstellung des Bedienhebels hin zu noch negativeren Auslenkung
nicht möglich ist.
[0026] Die Verschiebung der Neutralstellung hat insbesondere bei der Verwendung von Automatikfunktionen
in Flurförderzeugen besondere Vorteile. Bei einer Automatikfunktion werden die aktuell
ausgeführten Fahrzeugfunktionen in der Regel nicht über die Bedienelemente angesteuert.
Trotz ausgeführter Funktion bleibt herkömmlich das entsprechende Bedienelement immer
in seiner Mittelstellung. Will der Bediener nun eingreifen, muss er das Bedienelement
in die Gegenrichtung ausschlagen, was dann unter Umständen zu einem nicht eindeutigen
Kommando führt. Hebt das Fahrzeug beispielsweise automatisch und der Fahrer lenkt
in Richtung Senken aus, so ist nicht eindeutig klar, ob er die automatische Bewegung
verlangsamen bzw. stoppen will, oder ob er die Last absenken will, beispielsweise
weil bereits zu hoch gehoben wurde.
[0027] Mittels der in Linie 16 dargestellten verschobenen Neutralstellung wird die Position
des Bedienelements jederzeit an das aktuelle Kommando der Automatikfunktion angepasst.
Im dargestellten Beispiel von Figur 2 erfolgt aktuell eine Ansteuerung mit einer -
50 %-igen Auslenkung. Dies bedeutet, es wird aktuell durch den Automatikbetrieb mit
halber Geschwindigkeit gesenkt. Will der Fahrer nun in diese Automatikfunktion eingreifen,
so muss er sinnrichtig den Hebel ausgehend von dieser Neutralstellung bei -50 %-Auslenkung
steuern. Bei einem Eingriff in den Automatikbetrieb mit seiner Neutralstellung sind
nun mehrere Varianten zu unterscheiden. Bei der ersten Variante wird durch die Auslenkung
des Bedienhebels aus seiner Neutralstellung der Automatikbetrieb beendet. Dies bedeutet,
die Steuerung erfolgt manuell durch die Betätigung des Bedienhebels und die aktuelle
Stellung des Bedienhebels. In dem Beispiel der Hubfunktion bedeutet dies, dass bei
einem Verstellen des Bedienhebels zu einer Senkgeschwindigkeit von - 40% nicht länger
automatisch mit - 50 % gesenkt wird, sondern der Senkvorgang automatisch mit - 40
% erfolgt. Bei diesem Wechsel in den manuellen Steuerbetrieb kann man zwei weitere
Aspekte unterscheiden. Der eine Aspekt betrifft die Variante, dass die vom Automatikbetrieb
vorgegebene Neutralstellung erhalten bleibt. Dies bedeutet, dass beim Loslassen der
manuell angesteuerten Senkgeschwindigkeit von - 40 % kehrt der Bedienhebel in seine
durch den Automatikbetrieb vorgegebene Neutralstellung zurück und der Senkvorgang
wird mit - 50 % fortgesetzt. Bei dieser Ausgestaltung wird aus dem Automatikbetrieb
heraus in den manuellen Betrieb nur so lange gewechselt, wie der Bedienhebel in eine
von der durch den Automatikbetrieb vorgegebenen Neutralstellung abweichende Stellung
geführt wird. In einer anderen Ausgestaltung wird der Automatikbetrieb endgültig beendet
und bei einem Loslassen des Bedienhebels kehrt dieser in seine 0 %-Stellung als Neutralstellung
zurück und es erfolgt keine Ansteuerung der Hubfunktion mehr. Eine andere Variante
liegt vor, wenn durch ein Auslenken des Bedienhebels aus seiner Neutralstellung im
Automatikbetrieb der Automatikbetrieb fortgesetzt und durch das Ansteuern des Bedienhebels
die Geschwindigkeit des Automatikbetriebs verändert wird. Dies bedeutet, dass bei
einer durch den Automatikbetrieb vorgegebenen Neutralstellung von - 50 % und einer
Senkgeschwindigkeit von - 50 %, eine Auslenkung des Bedienhebels in eine Position
von - 40 % keine manuelle Ansteuerung mit - 40 % herbeiführt, sondern eine Fortsetzung
des Automatikbetriebs, wobei in dem Automatikbetrieb dann allerdings nicht länger
mit einer Senkgeschwindigkeit von - 50 % gesenkt wird, sondern mit einer durch die
aktuelle Auslenkung korrigierten Wert. Wird in diesem Zustand der eine Bedienhebel
dann losgelassen, kehrt er automatisch, da weiterhin der Automatikbetrieb vorliegt,
in seine durch den Automatikbetrieb aktuell vorgegebene Neutralstellung zurück.
[0028] Üblicherweise geben die Bedienhebel eines Flurförderzeugs die Geschwindigkeit von
Arbeitsfunktionen vor. Ein halb ausgelenktes Bedienelement entspricht beispielsweise
der halben maximalen Geschwindigkeit dieser Arbeitsfunktion, wenn ein linearer Zusammenhang
zwischen Auslenkung und Ansteuerung hinterlegt ist. Für einige Funktionen am Flurförderzeug
kann vorgesehen sein, anstatt der Geschwindigkeit die Position der Fahrzeugfunktion
vorzugeben, beispielsweise für einen Mastvorschub bei Schubmaststaplern, einen Seitenschub
eines Anbaugeräts oder das Neigen des Hubmastes. Bei dieser Steuerung wird nicht die
Geschwindigkeit für die Fahrzeugfunktion vorgegeben, sondern durch die Bewegung des
Bedienhebels kann die Position der Fahrzeugfunktion vorgegeben werden. Um die Position
dann zu halten, wird die Neutralstellung des Bedienhebels der aktuellen Position des
Fahrzeugs angepasst. Bei dem in Figur 2 dargestellten Kraftverlauf bei verschobener
Neutralstellung 14 entspricht die Neutralstellung einen um - 50 % zurückgeschobenen
Mastvorschub eines Schubmaststaplers, eines um 50 % in eine Richtung verschobenen
Seitenschiebers oder eines um - 50 % geneigten Hubmastes. Um die Stellung dann zu
halten, ist die Neutralstellung verschoben, sodass das Bedienelement auch unbetätigt
in seiner neuen Neutralstellung bleibt. Bei einem Mastvorschub kann die Neutralstellung
bei einem vorderen oder hinteren Anschlag liegen, also ± 100 % Auslenkung für die
Neutralstellung sein. Ein besonderer Vorteil bei dieser Ausgestaltung liegt darin,
dass der Bediener die Position der Fahrzeugfunktion direkt an seinem Bedienelement
fühlen kann, auch wenn externe Kräfte die Position der Fahrzeugfunktion verstellt
haben.
1. Flurförderzeug mit mindestens einem einen Bedienhebel aufweisenden Bedienmittel und
einer mit dem Bedienhebel zusammenwirkenden Rückstelleinrichtung, die für den Bedienhebel
eine Rückstellkraft abhängig von dessen Auslenkung erzeugt, wobei dem Bedienmittel
eine Fahrzeugfunktion zugeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Rückstelleinrichtung für den Bedienhebel eine Neutralstellung erzeugt, die einer
aktuellen Ansteuerung der Fahrzeugfunktion entspricht.
2. Flurförderzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Automatikbetrieb die Rückstelleinrichtung die Neutralstellung für eine Auslenkung
des Bedienhebels vorgibt, die einer Position des Bedienhebels bei einer manuellen
Ansteuerung der Fahrzeugfunktion entspricht.
3. Flurförderzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Automatikbetrieb die Auslenkung des Bedienhebels aus seiner Neutralstellung
einer manuellen Ansteuerung der zugeordneten Fahrzeugfunktion mit einer Auslenkung
relativ zur Neutralstellung entspricht.
4. Flurförderzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Automatikbetrieb die Auslenkung des Bedienhebels aus seiner Neutralstellung
den Automatikbetrieb beendet.
5. Flurförderzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Automatikbetrieb die Auslenkung des Bedienhebels aus seiner Neutralstellung
eine Steuerung der Geschwindigkeit in dem fortgesetzten Automatikbettrieb zulässt.
6. Flurförderzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Neutralstellung des Bedienhebels einer aktuellen Position der dem Bedienhebel
zugeordneten Fahrzeugfunktion entspricht.
7. Flurförderzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Messeinrichtung vorgesehen ist, die die aktuelle Position eines durch die Fahrzeugfunktion
gestellten Bauteils erfasst und an die Rückstelleinrichtung anliegt.
8. Verfahren zur Bedienung eines Flurförderzeugs, das mindestens ein einen Bedienhebel
aufweisendes Bedienmittel und eine mit dem Bedienhebel zusammenwirkende Rückstelleinrichtung
aufweist, die für den Bedienhebel eine Rückstellkraft abhängig von dessen Auslenkung
erzeugt, wobei dem Bedienmittel eine Fahrzeugfunktion zugeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
an den Bedienhebel eine Neutralstellung erzeugt wird, die einer aktuellen Ansteuerung
der Fahrzeugfunktion entspricht.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
• ein Automatikbetrieb für die Fahrzeugfunktion vorgesehen ist, und
• eine Neutralstellung mit verschwindender Rückstellkraft in einer Position erzeugt
wird, die einer Position des Bedienhebels bei einer manuellen Ansteuerung der Fahrzeugfunktion
entspricht.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Automatikbetrieb eine Auslenkung des Bedienhebels aus seiner Neutralstellung
einer manuellen Ansteuerung der zugeordneten Fahrzeugfunktion mit einer Auslenkung
relativ zur Neutralstellung entspricht.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Automatikbetrieb durch die Auslenkung des Bedienhebels aus seiner Neutralstellung
beendet wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Automatikbetrieb durch die Auslenkung des Bedienhebels aus seiner Neutralstellung
eine Geschwindigkeit für den fortgesetzten Automatikbetrieb durch den Bedienhebel
gesteuert wird.
13. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Neutralstellung des Bedienhebels einer aktuellen Position eines durch die Fahrzeugfunktion
betätigten Bauteils entspricht.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die aktuelle Position des Bauteils gemessen wird.