(19)
(11) EP 3 305 541 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
11.04.2018  Patentblatt  2018/15

(21) Anmeldenummer: 16192283.6

(22) Anmeldetag:  04.10.2016
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B42D 25/324(2014.01)
B42D 25/387(2014.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(71) Anmelder:
  • Hueck Folien Gesellschaft m.b.H.
    4342 Baumgartenberg (AT)
  • BANQUE DE FRANCE
    75001 Paris (FR)

(72) Erfinder:
  • Schmidegg, Klaus
    8200 Gleisdorf (AT)
  • Landertshamer, Sonja
    4040 Linz (AT)

(74) Vertreter: Jell, Friedrich 
Bismarckstrasse 9
4020 Linz
4020 Linz (AT)

   


(54) SICHERHEITSELEMENT UND WERTDOKUMENT MIT DIESEM SICHERHEITSELEMENT


(57) Es wird ein Wertdokument (201, 202) mit einem Sicherheitselement (100, 101, 102) und ein Sicherheitselement in Form eines Streifens mit einer ersten polymeren Schicht (2) gezeigt, welche mindestens eine eingeprägte Beugungsstruktur (3) aufweist, mit wenigstens einer Reflexionsschicht (4), die mit der Beugungsstruktur (3) optisch zusammenwirkt, ein Reflexionshologramm (5) als erstes visuell erkennbares Sicherheitsmerkmal auszubilden, und mit mindestens einem unter UV-Strahlung lumineszierenden Aufdruck (6), der ein zweites unter UV-Licht visuell erkennbares Sicherheitsmerkmal ausbildet, wobei das Reflexionshologramm (5) wenigstens einen Durchsichtbereich (8) auf das zweite Sicherheitsmerkmal aufweist. Um die Fälschungssicherheit des Sicherheitselements zu erhöhen, wird vorgeschlagen, dass der lumineszierende Aufdruck (6) ein Rasterdruckbild (60) aufweist und dass der Durchsichtbereich (8) durch mindestens eine Aussparung (7) in der Reflexionsschicht (4) und durch die, in diesem Bereich der Aussparung (7) zumindest über dem Rasterdruckbild (60) des Aufdrucks (6) von der Beugungsstruktur (3) freie polymere Schicht (2) ausgebildet wird.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitselement in Form eines Streifens mit einer ersten polymeren Schicht, welche mindestens eine eingeprägte Beugungsstruktur aufweist, mit wenigstens einer Reflexionsschicht, die mit der Beugungsstruktur optisch zusammenwirkt, ein Reflexionshologramm als erstes visuell erkennbares Sicherheitsmerkmal auszubilden, und mit mindestens einem unter UV-Strahlung lumineszierenden Aufdruck, der ein zweites unter UV-Licht visuell erkennbares Sicherheitsmerkmal ausbildet, wobei das Reflexionshologramm wenigstens einen Durchsichtbereich auf das zweite Sicherheitsmerkmal aufweist.

[0002] Um ein Reflexionsholgramm mit einem zweiten Sicherheitsmerkmal ergänzen zu können, sind aus dem Stand der Technik (EP 1 241 022 A1) Sicherheitselemente bekannt, die mit einer teilweise transparenten Reflexionsschicht am Reflexionsholgramm einen unter UV-Strahlung lumineszierenden Aufdruck durchscheinen lassen können. Das Reflexionsholgramm weist sohin einen Durchsichtbereich auf den unter UV-Strahlung lumineszierenden Aufdruck auf, was die Fälschungssicherheit des Sicherheitselements erhöht. Nachteilig beeinträchtigen sich beide Sicherheitsmerkmale, nämlich Reflexionsholgramm und Aufdruck, visuell, was die optische Trennbarkeit der Sicherheitsmerkmale erschwert und zu einer verminderten Fälschungssicherheit führen kann.

[0003] Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, die Fälschungssicherheit eines Sicherheitselements mit mindestens zwei Sicherheitsmerkmalen zu erhöhen.

[0004] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass der lumineszierende Aufdruck ein Rasterdruckbild aufweist und dass der Durchsichtbereich durch mindestens eine Aussparung in der Reflexionsschicht und durch die, in diesem Bereich der Aussparung zumindest über dem Rasterdruckbild des Aufdrucks von der Beugungsstruktur freie polymere Schicht ausgebildet wird.

[0005] Weist der lumineszierende Aufdruck ein Rasterdruckbild auf, kann zunächst ein im höchsten Maße fälschungssicheres Sicherheitsmerkmal am Sicherheitselement geschaffen werden. Um diese erhöhte Sicherheit jedoch nicht durch optische Störungen, beispielsweise Moiré-Muster, zu beeinträchtigen, schlägt die Erfindung weiter vor, dass der Durchsichtbereich durch mindestens eine Aussparung in der Reflexionsschicht und durch die, in diesem Bereich der Aussparung zumindest über dem Rasterdruckbild des Aufdrucks von der Beugungsstruktur freie polymere Schicht ausgebildet wird. Dadurch kann beispielsweise die isotrope Fluoreszenzstrahlung des lumineszierenden Rasterdruckbilds, die nämlich besonders anfällig gegenüber beugungsbedingten Verzerrungen ist, den Durchsichtbereich im Reflexionshologramm nahezu unbeeinträchtigt passieren, wodurch mit einer Unschärfe in der Abbildung des visuellen Effekts des zweiten Sicherheitselements nicht zu rechnen ist. Zudem kann damit eine visuelle Vermischung der beiden Sicherheitselemente vermieden werden, was einer unbeeinträchtigten visuellen Unterscheidbarkeit der beiden Sicherheitsmerkmale förderlich sein kann.
Außerdem kann durch diesen Durchsichtbereich ein räumlicher Tiefeneffekt zwischen den beiden Sicherheitsmerkmalen am Sicherheitselement verstärkt werden und damit die Fälschungssicherheit des Sicherheitselements weiter erhöht werden.

[0006] Im Allgemeinen wird erwähnt, dass unter Rasterdruckbild ein gedrucktes Bild mit einem Druckraster verstanden werden kann, bei dem die Rasterpunkte bzw. Druckpunkte neben- und übereinander aufgetragen werden können. Durch eine Farbmischung und/oder Intensitätsvariation kann eine Bildwirkung erzeugt werden. Rasterdruckbilder können ein- oder mehrfarbige Bilder darstellen.
Im Allgemeinen wird weiter erwähnt, dass für diesen unter UV-Strahlung lumineszierenden Aufdruck beispielsweise eine Druckfarbe verwendet werden kann, die lumineszierende Farbstoffe oder Pigmente enthält. Dieser lumineszierende Farbstoff und/oder Pigment kann beispielsweise, unter Einwirkung von Strahlung in einen energetisch angeregten Zustand gebracht werden und danach spontan in einen Zustand niedrigerer Energie übergehen, wobei Photonen einer bestimmten Wellenlänge abgegeben werden, was bei entsprechender Wellenlänge vom menschlichen Auge wahrgenommen werden kann.
Im Allgemeinen wird weiter festgehalten, dass der lumineszierende Aufdruck und/oder das Rasterdruckbild mit jedem gängigen, beispielsweise berührenden oder berührungsfreien Druckverfahren, wie etwa Tiefdruck-, Siebdruck-, Tampondruck-, Offsetdruck-, Lithographiedruck-, Flexodruck-, Hochdruck- oder Inkjet-Druckverfahren etc. aufgebracht werden kann.

[0007] Die visuelle Abgrenzung zwischen Reflexionshologramm und dem unter UV-Strahlung lumineszierenden Aufdruck kann weiter verstärkt werden, wenn die eingeprägte Beugungsstruktur an der Aussparung der Reflexionsschicht endet. Zudem kann damit, je nach Blickwinkel auf den Durchsichtbereich, ein von der Beugungsstruktur mehr oder weniger abhängiger visueller Effekt erzeugt werden, womit das Sicherheitselement mit einem weiteren Sicherheitsmerkmal ergänzt werden kann. Außerdem kann damit der räumliche Tiefeneffekt weiter verstärkt werden. Die Fälschungssicherheit des Sicherheitsmerkmals kann sich damit weiter verbessern.

[0008] Die Gefahr von sichtwinkelabhängigen, optischen Störungen auf den Rasterdruck kann deutlich verringert werden, wenn die Beugungsstruktur und Reflexionsschicht im Register zueinander angeordnet sind.

[0009] Sind die Aussparung und das Rasterdruckbild im Register zueinander angeordnet, kann zunächst vermieden werden, dass Motivbestandteile des Aufdrucks durch die Reflexionsschicht des Reflexionshologramms überdeckt werden. Des Weiteren kann erreicht werden, dass bei Betrachtung des Sicherheitselements von der Aufdruckseite der visuelle Eindruck des Rasterdruckbilds durch die Reflexionsschicht unbeeinträchtigt bleibt. Zudem kann ein visuelles Abheben des lumineszierenden Rasterdruckbilds von anderen Bereichen im Durchsichtbereich unter Weißlicht bzw. Tageslicht, reduziert werden - beispielsweise, indem damit Opazitätsunterschiede im Durchsichtbereich vermeidbar sind. Im Durchsichtbereich kann damit der lumineszierende Aufdruck bei Betrachtung unter Weißlicht schwer als solcher erkannt werden bzw. standfester im Sicherheitselement verborgen bleiben. Dies kann die Fälschungssicherheit des Sicherheitselements weiter erhöhen.

[0010] Der konstruktive Aufbau des Sicherheitselements kann vereinfacht werden, wenn die Aussparung in der Reflexionsschicht den lumineszierenden Aufdruck zumindest bereichsweise überdeckt. So kann beispielsweise die Reflexionsschicht den Druckrand überdecken und eventuell am Sicherheitselement störende Randeffekte am Rasterdruckbild ausblenden.

[0011] Die Fälschungssicherheit kann zusätzlich erhöht werden, wenn die Aussparung in Form eines Zeichens, Musters oder einer Codierung in der Reflexionsschicht vorgesehen ist. So kann unter anderem etwa die Außenkontur der Aussparung an Motive im lumineszierenden Aufdruck angepasst werden.

[0012] Die Erfindung kann sich dabei besonders auszeichnen, wenn das Reflexionshologramm ein Motiv aufweist und die Aussparungen ein Motivteil des Reflexionshologramms ausbildet. Beispielsweise können die Aussparungen dabei invertierten Konturen des Motivs entsprechen und dieses durch den lumineszierenden Aufdruck unter UV-Bestrahlung vervollständigen. Dies kann die Fälschungssicherheit des Sicherheitselements weiter erhöhen.

[0013] Im Allgemeinen wird weiter erwähnt, dass ein Aufdruck auf der Reflexionsschicht außerhalb der Aussparungen im Reflexionshologramm vorgesehen werden - und erwünscht sein - kann. Ein solcher Aufdruck wäre einer Betrachtung von der Seite der geprägten polymeren Schicht aus nicht zugänglich. Bei einer Betrachtung von der Aufdruckseite kann dies aber ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal darstellen.

[0014] Weist das Rasterdruckbild unterschiedlich farblich lumineszierende Rasterpunkte auf, kann ein mehrfarbig lumineszierender Aufdruck geschaffen werden. Dieser mehrfarbig lumineszierende Aufdruck kann sogar echtfarbig ausgebildet sein, wenn rot, grün und blau lumineszierende Rasterpunkte Anwendung finden.

[0015] Ein besonders fälschungssicheres Sicherheitsmerkmal am lumineszierenden Aufdruck kann geschaffen werden, wenn das Rasterdruckbild ein Wabenraster aufweist, dessen sechseckige Rasterzellen aus nebeneinander angeordneten, dreieckförmigen Rasterpunkten besteht.

[0016] Bevorzugt weist das Rasterdruckbild Rasterzellen mit einer Größe von 10 bis 500 µm, insbesondere von 50 bis 200 µm, auf.

[0017] Weist das Sicherheitselement eine transparente Decklackschicht auf, kann der lumineszierende Aufdruck standfest vor äußeren Einflüssen geschützt werden. Insbesondere kann dadurch einer Oxidation der Fluoreszenzfarbstoffe vorgebeugt werden. Weiterhin kann das Sicherheitselement gegenüber mechanischen Beschädigungen des Reflexionshologramms bzw. gegenüber einer Oxidation der metallischen Reflexionsschicht geschützt werden. Erfindungsgemäß kann derart ein besonders robustes und standfestes Sicherheitselement geschaffen werden.
Ist diese transparente Decklackschicht eine Klebstoffschicht, so kann das Sicherheitselement vor äußeren Einflüssen geschützt werden und zugleich handhabungsfreundlich auf einem Wertdokument oder auf einem beliebigen Träger vorgesehen werden. Es ist zudem vorstellbar, dass die Klebstoffschicht auf einer zusätzlichen transparenten Decklackschicht aufgebracht ist.
Die Klebstoffschicht kann insbesondere eine Heißsiegellackschicht, eine Kaltsiegelklebeschicht, eine Selbstklebebeschichtung, eine strahlungshärtende Beschichtung oder andere vergleichbare Beschichtungen sein.

[0018] Die Handhabbarkeit des Sicherheitselements kann sich erleichtern, wenn das Sicherheitselement eine Trägerfolie aufweist und damit erhöhte mechanische Stabilität erfahren kann.
Bevorzugt kann die Trägerfolie auch als Transferträger ausgebildet sein, um die Handhabbarkeit des Sicherheitselements bei dessen weiteren Verwendung zusätzlich zu erleichtern.

[0019] Das erfindungsgemäße Sicherheitselement kann seine Vorteile insbesondere entfalten, wenn es auf ein Substrat eines Wertdokuments aufgebracht ist und mit diesem stoffschlüssig verbunden ist. Als Wertdokument sind beispielsweise eine Banknote, ein Tax Stamp, ein Reisepass, Führerschein oder Personalausweis vorstellbar.

[0020] Im Allgemeinen wird festgehalten, dass das Substrat auch ein oder mehrere Fenster zur Durchsicht auf das Sicherheitselement aufweisen kann, wodurch ein Wertdokument mit sehr hoher Fälschungssicherheit geschaffen werden kann.

[0021] Die Fälschungssicherheit des Wertdokuments kann weiter verbessert werden, wenn der lumineszierende Aufdruck visuell an das optische Erscheinungsbild des Substrats angepasst ist. Damit kann beispielsweise ein visuell erkennbarer Opazitätsunterschied zwischen Substrat und lumineszierendem Aufdruck vermieden werden, was diesen bei Betrachtung unter Weißlicht standfest im Wertdokument verbergen kann.

[0022] Weist das Sicherheitselement eine transparente Deckfolie auf, so kann ein robustes Sicherheitselement geschaffen werden, welches sich zur Einbettung in einem Wertdokument eignet und von beiden Seiten betrachtet unterschiedliche visuell erkennbare Sicherheitsmerkmale aufweist.

[0023] Ist das Sicherheitselement im Substrat des Wertdokuments eingebettet und weist das Substrat mindestens ein Fenster zur Durchsicht auf das Sicherheitselement auf, so kann ein besonders fälschungssicheres Wertdokument geschaffen werden. Das eingebettete Sicherheitselement kann nämlich dann insbesondere von zumindest einer oder von beiden Seiten des Substrats aus betrachtet werden und kann dabei im Falle eines beidseitigen Fensters auf jeder Seite unterschiedliche visuell erkennbare Sicherheitsmerkmale aufweisen.

[0024] Im Allgemeinen wird festgehalten, dass die Fenster im Wertdokument registergenau mit den Sicherheitsmerkmalen am Sicherheitselement angeordnet sein können.

[0025] In den Figuren ist beispielsweise der Erfindungsgegenstand anhand einer Ausführungsvariante näher dargestellt. Es zeigen
Fig. 1
eine Querschnittsansicht durch eine Ausführungsart des erfindungsgemäßen Sicherheitselements,
Fig. 2
eine Querschnittsansicht durch ein Wertdokument mit einer weiteren Ausführungsart des Sicherheitselements,
Fig. 3
eine Querschnittsansicht durch ein weiteres Wertdokument mit einer dritten Ausführungsart des Sicherheitselements, und
Fig. 4
eine Draufsicht auf ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement mit einer Detailansicht.


[0026] Gemäß Fig. 1 ist ein Sicherheitselement 100 gezeigt, auf welchem eine polymere Schicht 2, insbesondere eine polymerisierte Lackschicht, vorgesehen ist. In der polymeren Schicht 2 ist eine Beugungsstruktur 3 eingeprägt, welche Beugungsstruktur 3 im Zusammenspiel mit einer an der polymeren Schicht 2 vorgesehenen Reflexionsschicht 4 ein Reflexionshologramm 5 ausbildet, welches das erste Sicherheitsmerkmal des Sicherheitselements 100 darstellt. Weiters ist ein Aufdruck 6 angebracht, welcher unter Bestrahlung mit UV-Licht luminesziert. Insbesondere enthält der Aufdruck 6 hierzu lumineszierende Farbstoffe. Über dem Aufdruck 6 sind in der Reflexionsschicht 4 Aussparungen 7 vorgesehen.

[0027] Erfindungsgemäß wird am Sicherheitselement 100 höchste Sicherheit dadurch erreicht, in dem der Durchsichtbereich 8 durch mindestens eine Aussparung 7 in der Reflexionsschicht 4 und durch die, in diesem Bereich der Aussparung 7 von der Beugungsstruktur 3 freie polymere Schicht 2 ausgebildet wird. Denn nur dadurch wird es möglich, einen lumineszierenden Aufdruck 6 mit einem Rasterdruckbild 60, das eine isotrope Fluoreszenzstrahlung aufweist, frei von Verzerrungen wahrnehmen zu können. Hierzu ist die Aussparung 7 zumindest über dem Rasterdruckbild 60 des Aufdrucks 6 vorgesehen, wie dies nach Fig. 4 erkannt werden kann. Ein uneingeschränktes Betrachten des Rasterdruckbilds 60 ist damit gewährleistet. Das Sicherheitselement 100 kann demnach sowohl von der Seite der Trägerfolie 1 als auch von der Seite des Aufdrucks 6 betrachtet werden, wodurch ein Sicherheitselement 100 mit hoher Fälschungssicherheit geschaffen ist.

[0028] In Fig. 1 kann weiter erkannt werden, dass die in die polymere Schicht 2 eingeprägte Beugungsstruktur 3 an der Aussparung 7 der Reflexionsschicht 4 endet. In den Durchsichtbereichen 8 sind in der ersten polymeren Schicht 2 zudem keine Beugungsstrukturen 3 eingebracht, wodurch ein ungehindertes Betrachten, bzw. ein unveränderter visueller Eindruck des Aufdrucks 6 - auch im Randbereich -, erreicht werden kann. So kann verhindert werden, dass in den Randbereichen der Durchsichtbereiche 8 eine visuelle Überlagerung zwischen Beugungsstruktur 3 und lumineszierendem Aufdruck 6 stattfindet. Zudem ist der Aufdruck 6 mit dem Durchsichtbereich 8 bzw. mit der Aussparung 7 in der Reflexionsschicht 5 im Register. Dazu sind vorteilhafterweise Beugungsstruktur 3 und Reflexionsschicht 4 ebenso im Register zueinander angeordnet. Die Grenzkontur 9 der Reflexionsschicht 4 kann aber auch die Grenzkontur 10 des Rasterdruckbilds 60 leicht überdecken - das Rasterdruckbild 60 sich also minimal über die Reflexionsschicht 4 hinaus hinter die Beugungsstruktur 3 erstrecken. Dies führt zu einer scharfen Grenzkontur zwischen lumineszierendem Aufdruck 6 und Reflexionshologramm 5. Ebenso ist es - wie in Fig. 2 dargestellt - möglich, dass die Grenzkontur 10 des Rasterdruckbilds 60 nicht von der Grenzkontur der Reflexionsschicht 4 überdeckt wird, sondern im Bereich der Aussparung 7 liegt. Derart können optische Beeinträchtigungen der visuellen Wahrnehmbarkeit des Rasterdruckbilds 60 verhindert werden.

[0029] Wie insbesondere der Fig. 4 zu entnehmen, weist das Rasterdruckbild 60 unterschiedlich farbliche, nämlich in rot, grün und blau, lumineszierende Rasterpunkte 61, 62, 63 auf. Dadurch ergibt sich ein echtfarbig lumineszierendes Rasterdruckbild 60. Zudem weist das Rasterdruckbild 60 ein Wabenraster 64 auf, dessen sechseckige Rasterzellen 65 aus nebeneinander angeordneten, dreieckförmigen Rasterpunkten 61, 62, 63 bestehen. Diese Rasterzellen 65 weisen eine Größe von 10 bis 500 µm, insbesondere von 50 bis 200 µm, auf.

[0030] Zudem kann die Grenzkontur 9 der Aussparung 7 in der Reflexionsschicht 4 der Form eines Zeichens, eines Musters oder einer Codierung folgen. Als besonders vorteilhaft kann sich jedoch herausstellen, wenn die Grenzkontur 9 der Aussparung einem durch das Reflexionshologramm 5 erzeugten Motivs folgt bzw. dieses vervollständigt. So können etwa verschiedene Motivteile unter unterschiedlichen Beleuchtungssituationen erkannt werden.

[0031] Vorteilhafterweise wird der Aufdruck 6 von einer transparenten Decklackschicht 11 abgedeckt, wie dies in Fig. 1 dargestellt ist. Die Decklackschicht 11 kann dabei als transparenter Schutzlack 11 ausgeführt sein, oder aber als Klebstoffschicht 11, insbesondere als Heißsiegellackschicht 11, dienen. Vorstellbar ist auch, dass sowohl transparenter Schutzlack als auch Klebstoffschicht die Decklackschicht 11 ausbilden. Über die Klebstoffschicht 11 können erfindungsgemäße Sicherheitselemente 100, 101, 102 auf Wertdokumenten 201, 202 vorgesehen werden, wie dies in Fig. 2 und Fig. 3 dargestellt ist.

[0032] An der Klebstoffschicht 11 des Sicherheitselements 100, 101, 102 kann zudem eine transparente Deckfolie 12 angebracht werden, wie dies beispielsweise aus dem in Fig. 3 dargestellten Sicherheitselement 102 erkannt werden kann.

[0033] In einer weiteren Ausführungsform ist vorteilhafterweise die polymere Lackschicht 2 an einer Trägerfolie 1 haftend angebracht. Eine solche Trägerfolie 1 kann sowohl den Herstellungsprozess des Sicherheitselements 100, 101, 102 erleichtern, als auch die Stabilität desselben verbessern. Alternativ kann die Trägerfolie 1, bzw. der Transferträger 1, wieder von der polymeren Lackschicht 2 abziehbar vorgesehen sein.

[0034] In Fig. 2 und Fig. 3 sind Wertdokumente 201, 202 dargestellt, wobei auf den Wertdokumenten 201, 202 jeweils ein Sicherheitselement 101 bzw. 102 aufgebracht ist. Bei den Wertdokumenten 201, 202 kann es sich erfindungsgemäß insbesondere um eine Banknote, einen Führerschein, einen Personalausweis, einen Reisepass oder vergleichbare Dokumente handeln.

[0035] In Fig. 2 ist ein Wertdokument 201 dargestellt, wobei von dem aufgebrachten Sicherheitselement 101 die Trägerfolie 1 (vgl. Fig. 1) entfernt wurde. Über die Klebstoffschicht 11 wurde das Sicherheitselement 101 am Substrat 13 des Wertdokuments 201 aufgeklebt. Der lumineszierende Aufdruck 6 ist dabei visuell an das optische Erscheinungsbild des Substrats 13 des Wertdokuments 201 angepasst.

[0036] Das in Fig. 3 dargestellte Wertdokument 202 weist ein Sicherheitselement 102 auf, auf welchem eine transparente Deckfolie 12 aufgebracht wurde. Das Sicherheitselement 102 ist dabei zwischen einem oberen Substrat 14 und einem unteren Substrat 15 eingebettet. Sowohl das obere Substrat 14 als auch das untere Substrat 15 weisen Fenster 16 auf, um zumindest teilweise eine direkte Sicht auf die Sicherheitsmerkmale des Sicherheitselements 102 zu erlauben. Zwischen Sicherheitselement 102 und den Substraten 14, 15 des Wertdokuments 202 ist jeweils eine zusätzliche Klebstoffschicht 17, insbesondere eine Heißsiegellackschicht, vorgesehen, welche ebenso im Bereich der Fenster 16 ausgespart sind. Die Trägerfolie 1 und die transparente Deckfolie 12 des Sicherheitselements 102 kann zudem bedruckbar ausgebildet sein. Es ist so vorstellbar dass an der Trägerfolie 1 und Deckfolie 12 jeweils ein Druck 18, mit oder ohne lumineszierende Farbstoffen, vorgesehen ist. In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist nur eines der Substrate 13, 14 ein Fenster 16 auf, was in den Figuren jedoch nicht näher dargestellt wurde.

[0037] Zudem ist in einer weiteren Ausführungsform ein Wertdokument geschaffen, welches ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement 100, 101, 102 aufweist, welches auf einem einzelnen Substrat 13 aufgebracht ist, wobei das Substrat 13 ein Fenster zur Durchsicht auf das Sicherheitselement 100, 101, 102 aufweist, was in den Figuren jedoch nicht näher dargestellt wurde. Ein solches Sicherheitselement kann somit von zwei Seiten betrachtet werden und die Fälschungssicherheit damit erhöhen.


Ansprüche

1. Sicherheitselement in Form eines Streifens mit einer ersten polymeren Schicht (2), welche mindestens eine eingeprägte Beugungsstruktur (3) aufweist, mit wenigstens einer Reflexionsschicht (4), die mit der Beugungsstruktur (3) optisch zusammenwirkt, ein Reflexionshologramm (5) als erstes visuell erkennbares Sicherheitsmerkmal auszubilden, und mit mindestens einem unter UV-Strahlung lumineszierenden Aufdruck (6), der ein zweites unter UV-Licht visuell erkennbares Sicherheitsmerkmal ausbildet, wobei das Reflexionshologramm (5) wenigstens einen Durchsichtbereich (8) auf das zweite Sicherheitsmerkmal aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der lumineszierende Aufdruck (6) ein Rasterdruckbild (60) aufweist und dass der Durchsichtbereich (8) durch mindestens eine Aussparung (7) in der Reflexionsschicht (4) und durch die, in diesem Bereich der Aussparung (7) zumindest über dem Rasterdruckbild (60) des Aufdrucks (6) von der Beugungsstruktur (3) freie polymere Schicht (2) ausgebildet wird.
 
2. Sicherheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beugungsstruktur (3) und Reflexionsschicht (4) im Register zueinander angeordnet sind.
 
3. Sicherheitselement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparung (7) und das Rasterdruckbild (60) im Register zueinander angeordnet sind.
 
4. Sicherheitselement nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Reflexionsschicht (4) die Grenzkontur (10) des Rasterdruckbilds (60) zumindest bereichsweise überdeckt.
 
5. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparung (7) in Form eines Zeichens, Musters oder einer Codierung in der Reflexionsschicht (4) vorgesehen ist.
 
6. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Reflexionshologramm (5) ein Motiv aufweist und die Aussparungen (7) ein Motivteil des Reflexionshologramms (5) ausbildet.
 
7. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ausbildung eines mehrfarbig lumineszierenden Aufdrucks (6) das Rasterdruckbild (60) unterschiedlich farblich, insbesondere rot, grün und/oder blau, lumineszierende Rasterpunkte (61, 62, 63) aufweist.
 
8. Sicherheitselement nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Rasterdruckbild (60) ein Wabenraster (64) aufweist, dessen sechseckige Rasterzellen (65) aus nebeneinander angeordneten, insbesondere aneinander angrenzenden, dreieckförmigen Rasterpunkten (61, 62, 63) besteht.
 
9. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 7 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Rasterdruckbild (60) Rasterzellen (65) mit einer Größe von 10 bis 500 µm, insbesondere von 50 bis 200 µm, aufweist.
 
10. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitselement (100, 101, 102) eine transparente Decklackschicht (11), insbesondere eine Klebstoffschicht (11), aufweist.
 
11. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitselement (100, 101, 102) eine transparente Deckfolie (12) aufweist.
 
12. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitselement (100, 101, 102) eine, insbesondere als Transferträger ausgebildete, Trägerfolie (1) aufweist.
 
13. Wertdokument mit einem Substrat (13) und mit zumindest einem auf dem Substrat (13) vorgesehenen Sicherheitselement (100, 101, 102) nach einem der Ansprüche 1 bis 12.
 
14. Wertdokument nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der lumineszierende Aufdruck (6) visuell an das optische Erscheinungsbild des Substrats (13) angepasst ist.
 
15. Wertdokument nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitselement (100, 101, 102) im Substrat (14, 15) eingebettet ist und das Substrat (14, 15) mindestens ein Fenster (16) zur Durchsicht auf das Sicherheitselement (100, 101, 102) aufweist.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente