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EP 3 305 881 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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11.08.2021 Patentblatt 2021/32 |
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Anmeldetag: 28.09.2017 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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VERFAHREN ZUM BEHANDELN VON ROLLENKETTEN
PROCESS FOR THE TREATMENT OF ROLLER CHAINS
PROCÉDÉ DE TRAITEMENT DES CHAÎNES À ROULEAUX
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
04.10.2016 DE 202016105496 U
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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11.04.2018 Patentblatt 2018/15 |
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Patentinhaber: Bayer, Reiner |
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67705 Trippstadt (DE) |
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Erfinder: |
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- Bayer, Reiner
67705 Trippstadt (DE)
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Vertreter: Patentanwaltskanzlei Vièl & Wieske PartGmbB |
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Feldmannstraße 110 66119 Saarbrücken 66119 Saarbrücken (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A1-99/11742 US-A1- 2003 013 618
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US-A- 5 898 022
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- Anonymous: "GT85 Multi Purpose Lubricant TECHNICAL DATA", , 21. März 2016 (2016-03-21),
XP055437310, Gefunden im Internet: URL:https://cdn.wd40company.eu/gt85/en-GB/ uploads/2017/09/21164734/GT85-Classic.pdf
[gefunden am 2017-12-21]
- Anonymous: "GT85 BIKE Dry Lube TECHNICAL DATA", , 21. März 2016 (2016-03-21), XP055437313,
GB Gefunden im Internet: URL:https://cdn.wd40company.eu/gt85/en-GB/ uploads/2017/09/21164734/GT85-Bike-Dry-Lub
e.pdf [gefunden am 2017-12-21]
- ROBERTO PALAZZETTI ET AL: "Study on lubrication effect on motorbike chain transmissions",
INDUSTRIAL LUBRICATION AND TRIBOLOGY, Bd. 68, Nr. 5, 8. August 2016 (2016-08-08) ,
Seiten 561-568, XP055436249, GB ISSN: 0036-8792, DOI: 10.1108/ILT-10-2015-0142
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Behandeln von Rollenketten.
[0002] Produktionsbedingt haben neue Rollenketten, speziell die im Motorradbereich verwendeten
Dichtringketten, starke Fettanhaftungen an der Außenseite. Gerade bei diesen Ketten
ist jedoch kein Fett erwünscht, da im Bereich der Berührungspunkte zwischen der Kettenrolle
und den Tälern des Kettenrades keine Relativbewegung erfolgt. Klebrigkeit und Schmutzanhaftung
wirken sich in Verbindung mit der verschleißfreien Haftreibung negativ aus.
[0003] Daher werden Rollenketten idealerweise mit einem Trockenschmiermittel behandelt,
wie beispielsweise PDL® (Profi Dry Lube) von der Firma Profi Products, das Polytetrafluorethylenpartikel
enthält.
[0004] Allerdings sollte aus den oben genannten Gründen ein solches Trockenschmiermittel
nicht auf eine Rollenkette aufgetragen werden, die noch Fettanhaftungen aufweist.
Dies gilt in gleichem Maße für gebrauchte Rollenketten, auf die ein klebriger oder
fettiger Schmierstoff aufgetragen wurde.
[0005] Es ist aus dem Stand der Technik bekannt, Bürsten, insbesondere Nylonbürsten, in
Verbindung mit aggressiven Reinigungsmitteln zu verwenden, um Rollenketten von Fett-
oder Schmierstoffanhaftungen zu befreien. Allerdings werden hierdurch die O-Ringe
der Rollenkette beschädigt, was zu einer deutlichen Reduzierung der Laufleistung der
Kette führt. Aus dem Stand der Technik ist unter der Bezeichnung "GT85 BIKE Dry Lube"
ein Schmiermittel für Fahrradketten und Antriebsstränge bekannt.
[0006] Aus der
WO 99/11742 A1 ist ein Silikon-Wachs-basiertes Trockenschmiermittel bekannt. Außerdem offenbart
die
US 5 898 022 A ein Schmiermittel für schmutz- und staubbelastete Umgebungen wie beispielsweise Fahrradketten.
Die
US 2003/0013618 A1 beschreibt ein nicht entflammbares flüssiges Schmiermittel.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zum Behandeln von Rollenketten
zu schaffen, das es in einfacher Weise ermöglicht, Rollenketten von Fett- und Schmierstoffanhaftungen
schonend zu befreien.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum Behandeln von Rollenketten
gelöst, wobei ein Mittel, welches Kriechöl und Polytetrafluorethylenpartikel enthält,
auf die Rollenkette aufgetragen wird und nach kurzer Fahrzeit das Mittel von der Rollenkette
abgewischt wird, um die Rollenkette von klebrigen oder fettigen Anhaftungen zu befreien.
[0009] Unter Kriechöl wird ein dünnflüssiges Öl mit geringer Oberflächenspannung und wasserverdrängenden
Eigenschaften verstanden. Kriechöle haben ihren Namen von ihrer Eigenschaft, durch
die Kapillarwirkung auch entgegen der Schwerkraft in feinste Ritzen einzudringen und
dabei Verschmutzungen, Oxide und Feuchtigkeit zu unterwandern. Es hat sich im Rahmen
der Erfindung überraschend gezeigt, daß Kriechöl auch in der Lage ist, auf der Rollenkette
vorliegende Fett- und Schmierstoffanhaftungen zu unterwandern, so daß diese bereits
nach dem Aufbringen des erfindungsgemäßen Mittels und einer relativ kurzen Fahrstrecke
von der Rollenkette abgewischt werden können, beispielsweise mit einem Lappen oder
mit Putzwolle. Die Polytetrafluorethylenpartikel dienen der Trockenschmierung der
Rollenkette. Nachdem die Rollenkette auf diese Weise gereinigt wurde, kann ein normales
Trockenschmiermittel, wie PDL® auf die Rollenkette aufgetragen werden.
[0010] Das Mittel ist insofern vorteilhaft, als auch eine Rollenkette, die Fett- oder Schmierstoffanhaftungen
aufweist, auf einfache Weise für eine korrekte Trockenschmierung vorbereitet werden
kann, indem das Mittel auf die Rollenkette aufgetragen wird und die Fett- oder Schmierstoffanhaftungen
nach kurzer Fahrzeit (von etwa 15 bis 30 Minuten) von der Rollenkette abgewischt werden.
[0011] Vorzugsweise enthält das Mittel ca. 5 bis 25 Gew.-% Kriechöl, besonders bevorzugt
ca. 10 bis 20 Gew.-% Kriechöl.
[0012] Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß das Kriechöl entwachsende Eigenschaften
aufweist.
[0013] Es ist zur Erfindung gehörig, daß das Mittel in Form einer Flüssigkeit vorliegt.
[0014] In diesem Fall kann das Mittel beispielsweise mit Hilfe eines Lappens oder mit Putzwolle
auf die Rollenkette aufgetragen werden.
[0015] Alternativ ist es auch möglich, daß das Mittel in Form eines Aerosolsprays vorliegt.
[0016] Das Aerosolspray kann sowohl mittels Treibgas aus einem Druckbehälter ausgetrieben
werden als auch durch ein handbetriebenes Pump-Sprüh-System.
[0017] Wenn das Mittel in Form eines Aerosolsprays vorliegt, gestaltet sich der Auftrag
auf die Rollenkette noch einfacher, da das Mittel einfach auf die Rollenkette gesprüht
wird. Lediglich zum Entfernen der Fett- bzw. Schmierstoffanhaftungen ist dann noch
ein Lappen oder Putzwolle oder dergleichen erforderlich.
[0018] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Beispiel 1:
[0019] Das Mittel zum Behandeln von Rollenketten enthält:
20 Gew.-% Aceton
20 Gew.-% Propan
15 Gew.-% Kriechöl
15 Gew.-% PTFE-Partikel
10 Gew.-% Butan
10 Gew.-% Butylacetat
5 Gew.-% Xylole
5 Gew.-% Lösungsmittelnaphta
[0020] Das Mittel zum Behandeln von Rollenketten wird mit einem Treibgas in einen Aerosolbehälter
abgefüllt. Durch Betätigen des Ventils des Aerosolbehälters wird das Mittel abgegeben
und auf eine Rollenkette aufgetragen. Nach 20 km Fahrstrecke können Fett- und Schmierstoffanhaftungen
von der Rollenkette abgewischt werden und ein Trockenschmiermittel wie PDL® aufgetragen
werden.
Beispiel 2:
[0021] Das Mittel zum Behandeln von Rollenketten enthält:
25 Gew.-% Aceton
20 Gew.-% Kriechöl
10 Gew.-% Propan
25 Gew.-% PTFE-Partikel
10 Gew.-% Butan
5 Gew.-% n-Butylacetat
5 Gew.-% Lösungsmittelnaphta
[0022] Das Mittel zum Behandeln von Rollenketten wird mit in einen Pump-Sprüh-Behälter abgefüllt.
Durch manuelles Betätigen des Pumpmechanismus wird das Mittel abgegeben und auf eine
Rollenkette aufgetragen. Nach 20 km Fahrstrecke können Fett- und Schmierstoffanhaftungen
von der Rollenkette abgewischt werden und ein Trockenschmiermittel wie PDL® aufgetragen
werden.
1. Verfahren zum Behandeln von Rollenketten, insbesondere für Motorräder, gekennzeichnet dadurch, daß ein Mittel, welches Kriechöl und Polytetrafluorethylenpartikel enthält, auf die Rollenkette
aufgetragen wird und nach kurzer Fahrzeit das Mittel von der Rollenkette abgewischt
wird, um die Rollenkette von klebrigen oder fettigen Anhaftungen zu befreien.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel ca. 5 bis 25 Gew.-% Kriechöl, besonders bevorzugt ca. 10 bis 20 Gew.-%
Kriechöl enthält.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Kriechöl entwachsende Eigenschaften aufweist.
4. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel in Form einer Flüssigkeit vorliegt.
5. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel in Form eines Aerosolsprays vorliegt.
1. Method for treating roller chains, in particular for motorbikes, characterised in that an agent containing penetrating oil and polytetrafluoroethylene particles is applied
to the roller chain and, after a short driving time, the agent is wiped off the roller
chain in order to free the roller chain from sticky or greasy deposits.
2. Method according to claim 1, characterised in that the agent contains approx. 5 to 25 wt.% penetrating oil, particularly preferably
approx. 10 to 20 wt.% penetrating oil.
3. Method according to claim 1 or claim 2, characterized in that the penetrating oil has dewaxing properties.
4. Method according to any one of claims 1 to 3, characterized in that the agent is in the form of a liquid.
5. Method according to any one of claims 1 to 3, characterized in that the agent is in the form of an aerosol spray.
1. Procédé de traitement de chaînes à rouleaux, en particulier pour les motocyclettes,
caractérisé en ce qu'un agent contenant une huile pénétrante et des particules de polytétrafluoroéthylène
est appliqué sur la chaîne à rouleaux et, après un court temps de conduite, l'agent
est essuyé de la chaîne à rouleaux afin de libérer la chaîne à rouleaux des adhésions
collantes ou graisseuses.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'agent contient environ 5 à 25% en poids d'huile pénétrante, de manière particulièrement
préférée environ 10 à 20% en poids d'huile pénétrante.
3. Procédé selon la revendication 1 ou la revendication 2, caractérisé en ce que l'huile pénétrante a des propriétés de déparaffinage.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'agent se présente sous la forme d'un liquide.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'agent se présente sous la forme d'un aérosol.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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