[0001] Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Beschläge für Fenster oder Türen, und
insbesondere auf einen Türdrücker zum Öffnen einer Türe, beispielsweise zur Betätigung
eines Schlosses.
[0002] Übliche Türdrücker, welche zum Öffnen einer Türe für die Betätigung eines Türschlosses
an der Schlosswelle angreifen, sind als Klinken ausgebildet. Solche Türdrücker respektive
Türklinken sind aber störend oder gefährlich, wie z. B. im Innern von Sporthallen,
wo sie als vorstehende Teile Verletzungen hervorrufen könnten, in Spitälern, wo sie
sich an Betten verfangen können, in Aufzügen, Campingbussen oder Pferdeboxen etc.
Dies betrifft auch Fluchttüren und/oder Brandtüren, welche beispielsweise in Korridoren
und Gängen angeordnet sind und welche in der Regel offenstehen und nur im Notfall
schliessen. Und eine Verwendung der üblichen Türklinken in Schiebetüren ist wegen
Ihres Überstandes mit Nachteilen verbunden und bedingt komplizierte Türkonstruktionen.
[0003] Türdrücker werden beispielsweise mit Standardschlössern, typischerweise Einsteckschlössern
kombiniert, wobei die Bewegungsübertragung respektive Kraftübertragung über einen
Vierkant erfolgt, der in eine Drückernuss, einen zentralen, runden Einsatz im Schloss
gesteckt wird (im Folgenden wird dafür der Begriff "Schlossnuss" verwendet). Das eingesteckte
Schloss sitzt in einer im Türblatt ausgearbeiteten Schlosstasche und ist an einer
sog. Stulpe mit dem Türblatt verschraubt. Nach Betätigung des Türdrückers sorgt eine
Nussfeder auch Kontrefeder genannt, im Folgenden als Schlossfeder bezeichnen dafür,
dass sich Schlossnuss, Vierkant und Türdrücker wieder in die Ausgangsstellung bewegen.
[0004] Türdrücker können auch mit von Türschlössern verschiedenen Türhalteelementen kombiniert
werden.
[0005] Ein Türhalteelement ist ein Element, welches ein Türblatt in einem verriegelten geschlossenen
Zustand zu halten imstande ist und durch eine Betätigung des Türhalteelements das
Türblatt in einen unverriegelten und öffenbaren Zustand zu bringen imstande ist. Mit
anderen Worten ist ein Türhalteelement eine öffenbare Verriegelung eines Türblatts.
Beispielsweise können Türhalteelemente wie Türfallen ausgebildet sein und an einem
oberen und/oder unteren Ende des Türblatts angeordnet sein. Türdrücker können zum
Betätigen von Türhalteelementen in Türblättern verwendet werden, welche kein Türschloss
umfassen, beispielsweise in Ausführungsformen von Fluchttüren oder Brandtüren ohne
Türschloss.
[0006] Übliche Türdrücker sind in verschiedenen Formen verbreitet, beispielsweise als Türklinke,
Muschelgriff oder Panikstangen (auch bekannt als "touchbar").
[0007] Die Türklinke und die Panikstange stehen deutlich aus dem Türblatt heraus, manchmal
teilweise auch ein Muschelgriff. Dies ist eine potentielle Gefahrenquelle für Verletzungen.
Teile der üblichen Türdrücker können auch Gegenstände oder Wände bei Kontakt beschädigen.
Je nach Bauweise und Öffnungsrichtung der Türe sind bauliche Anpassungen oder komplizierte
Konstruktionen nötig. Auch mit Einschränkungen ist zu rechnen wie etwa eine eingeschränkte
maximale Öffnungsweite des Türblatts und/oder ein Mindestabstand des Türblatts von
einer Wand in geöffnetem Zustand der Türe.
[0008] Muschelgriffe sind zwar flach ausgebildet und weisen teilweise die obigen Nachteile
nicht auf. Aber als Muschelgriff ausgebildete Türdrücker sind kompliziert aufgebaut.
[0009] Die Bedienung von Muschelgriffen ist wie bei anderen Türdrückern manchmal schwierig.
[0010] Die Bedienung der üblichen Türdrücker kann verschiedene Probleme verursachen. Meist
ist immer noch eine Drehung, ein Ziehen oder ein Drücken in eine von der Bewegungsrichtung
des Türblattes verschiedene Bewegung nötig um den Türdrücker zu bedienen und eine
weitere Bewegung, um das Türblatt zu bewegen. Eine Folge von Bewegungen in zwei verschiedene
Richtungen (z.B. drehen und drücken oder nach unten und danach nach hinten drücken)
ist nicht immer intuitiv klar. Falls zwei verschiedene Bewegungen hintereinander ausgeführt
werden müssen, kann eine Türe nur mit geringer Geschwindigkeit geöffnet und/oder geschlossen
werden. Weglänge, Richtung, Angewendete Kraft und Abfolge der nötigen Bewegungen zum
Bedienen eines der üblichen Türdrücker können stark variieren und sind nicht immer
rasch und einfach erkennbar. Die üblichen Türdrücker sind auf Fähigkeiten von Durchschnittsmenschen
ausgerichtet. Insbesondere Kinder, Behinderte, ältere und/oder gebrechliche Leute
und/oder Menschen in Stresssituationen können Mühe mit dem Bedienen von üblichen Türdrückern
bekunden.
[0011] Ein weiterer Nachteil ist eine Möglichkeit von Fehlmanipulationen an bekannten Türdrückern.
Beispielsweise können bei im Regelfall offenstehenden Flucht-und/oder Brandtüren bekannte
Türdrücker nicht nur wie vorgesehen bedient werden, also arretiert, befestigt, als
Halterungen missbraucht, betätigt und/oder sogar beschädigt werden.
[0012] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, einen Türdrücker der eingangs genannten Art
zu schaffen, welche mindestens einen der oben genannten Nachteile mindestens teilweise
behebt.
[0013] Diese Aufgabe löst ein Türdrücker zur Betätigung einer vom Türdrücker separat ausgebildeten
und um eine Übertragungsachse drehbaren Welle oder Nuss zum Öffnen einer Türe, wobei
ein Übertragungselement des Türdrückers um die Übertragungsachse drehbar angeordnet
ist und der Türdrücker ein Betätigungselement, eine Betätigungsführung und eine Übertragungseinheit
aufweist. Das Betätigungselement umfasst dabei eine Betätigungsfläche, wobei das Betätigungselement
durch Krafteinwirkung auf die Betätigungsfläche von einer Schliessstellung in eine
Öffnungsstellung bewegbar ist. Dabei ist die Betätigungsfläche sowohl in der Schliessstellung
als auch in der Öffnungsstellung jeweils im Wesentlichen normal zur Übertragungsachse
angeordnet. Die Betätigungsführung weist eine Betätigungsführungsbahn auf, entlang
welcher das Betätigungselement von der Schliessstellung in die Öffnungsstellung bewegbar
ist. Die Betätigungsführungsbahn ist parallel zur Übertragungsachse ausgebildet. Und
die Übertragungseinheit ist imstande, eine Bewegung des Betätigungselements von der
Schliessstellung zur Öffnungsstellung in eine Drehung des Übertragungselements umzusetzen.
[0014] Eine Fläche ist im Wesentlichen normal zu einer Achse angeordnet, wenn eine geglättete
Aussenkontur einer Projektion dieser Fläche auf eine die Achse umfassende Ebene nicht
mehr als 15 Winkelgrad von einer Senkrechten auf die Achse abweicht. Insbesondere
beträgt die Abweichung maximal 10 Winkelgrad. Die Abweichung kann maximal 5 Winkelgrad
sein. Mit geglätteter Aussenkontur ist gemeint, dass etwaige Unterbrüche oder kleine
Verformungen wie Rippen, Noppen Furchen, Nuten oder Wellen durch entsprechende kurze
gerade Verbindungsstücke ersetzt sind.
[0015] Insbesondere ist die Betätigungsfläche sowohl in der Schliessstellung als auch in
der Öffnungsstellung jeweils normal zur Übertragungsachse angeordnet.
[0016] Unter Türdrücker wird hier und im Folgenden eine Vorrichtung zum Öffnen einer Türe
verstanden, beispielsweise unter Anderem zum Betätigen eines Türhalteelements und/oder
eines Schlosses, insbesondere eines Türschlosses oder Fensterschlosses.
[0017] Die Betätigung kann durch Bewegung eines Betätigungselementes gegen den Türdrücker
und beispielsweise eine Türe hin, aber auch durch Ziehen eines Betätigungselements
vom Türdrücker weg und beispielsweise von einer Türe weg geschehen. Der Einfachheit
halber wird in beiden Fällen der Begriff "Drücker" verwendet. Der Begriff "Drücker"
umfasst beispielsweise auch Stossplatten, Druckplatten.
[0018] Der Türdrücker kann als "Push"-Variante realisiert sein, welche beim Drücken der
Betätigungsplatte gegen den Türdrücker resp. die Tür das Schloss und/oder das Türhalteelement
öffnet, oder als "Pull"-Variante, welche beim Ziehen der Betätigungsplatte vom Türdrücker
resp. von der Tür weg das Schloss und/oder das Türhalteelement öffnet. Sinnvollerweise
werden diese Varianten so eingesetzt, dass die Bewegungsrichtung der Betätigungsplatte
der Öffnungsrichtung der Tür entspricht. Eine bevorzugte Kombination von zwei solchen
Türdrückern am selben Schloss umfasst also einen "Push-" und einen "Pull"- Türdrücker.
[0019] Die erfindungsgemässen Türdrücker können paarweise eingesetzt werden, oder in Kombination
mit einer Türklinke, einer anderen Art von Drücker oder gar keinem Drücker respektive
einem Türknauf. Einer oder zwei der Türdrücker können mit einem Schloss mit geteilter
Schlossnuss (Panikschloss) eingesetzt werden.
[0020] Beim erfindungsgemässen Türdrücker ist also eine im Wesentlichen normal zur Übertragungsachse
angeordnete Betätigungsfläche parallel entlang der Übertragungsachse von der Schliessstellung
zu Öffnungsstellung bewegbar. Durch diese Bewegung wird der Türdrücker bedient und
beispielsweise das Türblatt in einen bewegbaren Zustand gebracht. Durch Fortführen
derselben Bewegung in derselben Richtung, nämlich parallel entlang der Übertragungsachse,
kann nun beispielsweise das Türblatt bewegt werden. Die Türe kann also dadurch geöffnet
werden - entweder durch Drücken oder durch Ziehen.
[0021] Auf diese Weise ist es möglich, eine Tür durch eine Bewegung in eine einzige Richtung
zu öffnen oder zu schliessen. Dies ist einfach und rasch zu erkennen. Eine intuitive
Bedienung des Türdrückers und der dazugehörigen Türe ist möglich.
[0022] Beschädigungen und/oder Verletzungen können verhindert oder minimiert werden, da
selbst wenn Teile eines solchen Türdrücker aus dem Türblatt herausstehen, diese in
Richtung der Übertragungsachse beweglich sind und nachgeben können.
[0023] Die Bewegung der Betätigungsfläche parallel entlang der Übertragungsachse kann mit
einer kompakten Bauweise ermöglicht werden. Dadurch kann der Überstand über das Türblatt
und damit verbundene Nachteile minimiert oder eliminiert werden. Auf komplizierte
Konstruktionen von Türrahmen oder anderen Teilen ausserhalb des Türblattes kann verzichtet
werden. Durch die Konstruktion basierend auf einer Bewegung in nur einer Richtung
kann der Türdrücker derart ausgebildet werden, dass ein grosser Kreis an Benutzern
diesen mühelos bedienen kann.
[0024] Die Bewegung der Betätigungsfläche parallel entlang der Übertragungsachse kann Fehlmanipulationen
verhindern oder deren Wahrscheinlichkeit verringern. Eine Bewegung parallel entlang
der Übertragungsachse ist in Schliess- oder Öffnungsrichtung der Türe ausgerichtet.
Eine Fehlmanipulation des Türdrückers würde also eine Schliess- oder Öffnungsbewegung
der Türe bewirken und nicht nur den Türdrücker betreffen, was die Fehlmanipulation
rascher erkennbar und verhinderbar macht. Insbesondere bei bis zum Anschlag offenen
Türen ist eine Fehlmanipulation schwieriger, weil die Bewegungsrichtung des Türdrückers
(entlang der Übertragungsachse) auf der Anschlagseite schlecht bis gar nicht zu bedienen
ist.
[0025] Ein weiterer Vorteil der Bewegung der Betätigungsfläche parallel entlang der Übertragungsachse
ist die Möglichkeit, eine Grösse und Form der Betätigungsfläche ohne Einschränkung
der Funktionalität auf spezifische Anforderungen gezielt auswählen zu können. Wo beispielsweise
Klinken nicht beliebig verlängerbar sind und dem Hebelgesetz entsprechend an verschiedenen
Angriffspunkten verschiedener Kräfte und Wege zum Bedienen bedürfen, kann die oben
beschriebene Betätigungsfläche in verschiedenen Grössen und Formen ausgebildet werden,
ohne dass der Weg und/oder die Kraft beim Bedienen je nach Angriffspunkt variiert.
Je nach Form, Gewicht, Grösse und/oder anderen Faktoren des Türblatts oder der Türe
kann die Betätigungsfläche in Grösse und Form variiert werden, ohne dass die Bedienung
ändert.
[0026] Vorteilhaft an der Bewegung der Betätigungsfläche parallel entlang der Übertragungsachse
ist, dass die Betätigungsfläche an einem beliebigen Angriffspunkt in Richtung der
Übertragungsachse betätigt werden kann. Der Türdrücker kann also oben, unten, recht,
links, mittig und in allen Kombinationen davon auf der Betätigungsfläche bedient werden.
Im Gegensatz dazu variieren je nach Angriffspunkt Kraft, Weg und eine Möglichkeit
der Bedienbarkeit überhaupt bei Türdrückern, welche eine Kipp-, Dreh- und/oder eine
Translationsbewegung nicht parallel zur Übertragungsachsenrichtung (also zur Türblattöffnungsrichtung
bzw. - schliessrichtung) aufweisen.
[0027] Weitere bevorzugte Ausführungsformen gehen aus den abhängigen Patentansprüchen hervor.
Die Merkmale der Ausführungsformen können miteinander kombiniert sein.
[0028] In einer Ausführungsform weist das Übertragungselement einen vorstehenden Vierkant
auf, der in die Schlossnuss eines Schlosses einsteckbar. Damit ist es möglich, den
Türdrücker ohne Verwendung weiterer Teile mit einem Schloss zu kombinieren.
[0029] In einer Ausführungsform ist das Übertragungselement eine Betätigungsnuss, in welche
eine als Vierkant ausgebildete Schlosswelle einsteckbar ist.
[0030] Damit ist es möglich, eine herkömmliche Schlosswelle auf einer Seite in den Türdrücker,
durch ein herkömmliches Schloss und auf der anderen Seite in einen gleichartig oder
anders gestalteten Türdrücker zu stecken. Der Länge der Schlosswelle kann entsprechend
der Dicke der Türe gewählt werden.
[0031] In einer Ausführungsform ist die Betätigungsführung derart ausgebildet, dass das
Betätigungselement ausschliesslich translatorisch entlang der Betätigungsführungsbahn
bewegbar ist.
[0032] Eine rein translatorische Bewegung des Betätigungselements von der Öffnungsstellung
zur Schliessstellung und/oder umgekehrt ist vorteilhaft, wenn zum Beispiel zum Bewegen
des Türblatts ebenfalls eine ausschliesslich translatorische Kraft nötig ist. Auch
ist eine Bedienung des Türdrückers einfach und angenehm, wenn nur eine Bewegungsrichtung
bei der Bedienung des Türdrückers auf die Hand oder ein anderes bedienendes Element
wirkt.
[0033] Alternativ kann das Betätigungselement beispielsweise auch eine Kombination einer
translatorischen und rotatorischen Bewegung sein. Auch andere Bewegungen können mit
der Translationsbewegung kombiniert werden. Das Betätigungselement kann auf dem Weg
von der Öffnungsstellung zu Schliessstellung und/oder zurück auch zeitweise nicht
normal zur Übertragungsachse ausgerichtet sein. Beispielsweise kann das Betätigungselement
zwischen diesen Stellungen verkippt sein.
[0034] In einer Ausführungsform des Türdrückers umfasst die Betätigungsfläche eine durchgehend
ebene Fläche, welche mindestens 100 Quadratzentimeter gross ist. Insbesondere ist
die ebene Fläche mindestens 225 Quadratzentimeter gross. Insbesondere ist die ebene
Fläche mindestens 400 Quadratzentimeter gross.
[0035] Eine Betätigungsfläche mit einer durchgehend ebenen Fläche einer Mindestgrösse ist
einfach und risikoarm bedienbar. Von einer ebenen Fläche geht wenig Gefahr eines Hängenbleibens
oder einer Verletzung aus. Eine ebene Fläche ist einfach und kostengünstig herstellbar.
Ebene Flächen sind einfach zu reinigen. Eine ebene Betätigungsfläche kann einen Überstand
des Türdrückers über das Türblatt trotz grosser Bedienungsfläche gering halten, weil
etwa der Überstand durch die gesamte ebene Fläche maximal ausgenutzt ist.
[0036] Alternativ kann die Betätigungsfläche durchbrochene Flächen aufweisen. Die Betätigungsfläche
kann etwa gebogen, gekrümmt und/oder gewellt ausgebildet sein. Die Betätigungsfläche
kann auch asymmetrisch ausgebildet sein - entlang und/oder quer zur Übertragungsachse.
Die Form, Grösse und/oder Oberflächenbeschaffenheit der Betätigungsfläche kann frei
gewählt werden.
[0037] In einer Ausführungsform umfasst die Betätigungsführung mindestens zwei Führungselemente,
welche um eine Führungsdrehachse drehbar angeordnet sind. Dabei ist die Führungsdrehachse
senkrecht zur Übertragungsachse angeordnet.
[0038] Eine Anordnung der Führungsachse, um welche sich Führungselemente der Betätigungsführung
drehen können, senkrecht zur Übertragungsachse erlaubt eine platzsparende Konstruktion
in Richtung der Übertragungsachse. Also ist eine flache Bauweise ermöglicht.
[0039] Alternativ kann die Führungsdrehachse auch schräg zur Übertragungsachse angeordnet
sein. Oder aber auch parallel.
[0040] Insbesondere sind die Führungselemente jeweils drehsymmetrisch um die Führungsdrehachse
angeordnet. Mit anderen Worten ist die Führungsdrehachse mittig in den Führungselementen
angeordnet. Dies erlaubt eine einfache Konstruktion des Türdrückers. Eine gleichmässige
Verteilung von Kräften und Belastungen auf die Führungselemente wird dadurch auch
ermöglicht.
[0041] Die Führungsdrehachse kann aber auch an anderen Stellen als der Mitte der Führungselemente
angeordnet sein.
[0042] In einer Ausführungsform ist die Führungsdrehachse durch die Bewegung des Betätigungselements
von der Schliessstellung zur Öffnungsstellung in dieselbe Richtung verschiebbar.
[0043] Bei einem Mitbewegen der Führungsdrehachse in dieselbe Richtung wie das Betätigungselement
kann Platz gespart werden. Dies erlaubt eine in Übertragungsachsrichtung kompakte
und flache Bauweise des Türdrückers.
[0044] Alternativ kann die Führungsdrehachse auch ortsfest ausgebildet sein. Oder die Führungsdrehachse
kann in eine andere Richtung als das Betätigungselement bewegt werden, beispielsweise
quer dazu oder entgegengesetzt. Die Führungsdrehachse kann sich beispielsweise auch
drehen.
[0045] In einer Ausführungsform erstrecken sich die Führungselemente im Wesentlichen jeweils
vom Betätigungselement zu einem Grundkörper des Türdrückers.
[0046] Der Grundkörper des Türdrückers ist ein Element des Türdrückers, welches in eingebautem
Zustand des Türdrückers in dem Türblatt relativ zum Türblatt ortsfest ist, insbesondere
bei einer Bedienung des Türdrückers. Somit wird bei der Bewegung des Betätigungselements
von der Öffnungsstellung zur Schliessstellung und/oder umgekehrt das Betätigungselement
relativ zum Grundkörper des Türdrückers bewegt.
[0047] Die Führungselemente erstrecken sich im Wesentlichen vom Betätigungselement zum Grundkörper,
wenn sich die Führungselemente in Projektion auf eine die Übertragungsachse umfassende
Ebene über mindestens 80% des Abstandes zwischen Kraftübertragungspunkten der Führungselemente
auf dem Betätigungselement und Kraftübertragungspunkten der Führungselemente auf dem
Grundkörper in dieser Projektion erstrecken. Insbesondere erstreckt sich das Führungselement
in der Projektion über 90% des Abstandes. Das Führungselement kann sich in der Projektion
über 95% des Abstandes erstrecken.
[0048] Mit Kraftübertragungspunkten sind diejenigen Punkte gemeint, an welchen eine von
den Führungselementen auf das Betätigungselement oder den Grundkörper ausgeübte Kraft
ansetzt. Beispielsweise etwa direkte Verbindungspunkte an einer Drehverbindung zwischen
Führungselement und Betätigungselement oder Grundkörper. Oder aber eine kraftschlüssige
Verbindungsstelle eines Verbindungselements von Führungselement und Betätigungselement
beziehungsweise Grundkörper.
[0049] Erstrecken sich die Führungselemente im Wesentlichen vom Betätigungselement zum Grundkörper,
kann die Betätigungsführung mit wenigen Elementen einfach und kostengünstig ausgebildet
werden. Herstellung, Wartung, Reparatur und Kontrolle können rasch erfolgen und kostengünstig
ausgeführt werden.
[0050] Insbesondere erstrecken sich die Führungselemente jeweils vom Betätigungselement
zu einem Grundkörper des Türdrückers.
[0051] Alternativ können die Führungselemente kürzer sein als der Abstand zwischen dem Betätigungselement
und dem Grundkörper des Türdrückers.
[0052] Insbesondere erstrecken sich die Führungselemente in Projektion auf eine die Übertragungsachse
umfassende Ebene nicht über das Betätigungselement des Türdrückers hinaus.
[0053] Insbesondere erstrecken sich die Führungselemente in Projektion auf eine die Übertragungsachse
umfassende Ebene nicht über den Grundkörper des Türdrückers hinaus.
[0054] In einer Ausführungsform weisen die Führungselemente jeweils eine erste Verbindung
mit dem Betätigungselement und eine zweite Verbindung mit dem Grundkörper aufweisen,
wobei entweder
- die erste Verbindung für eine ausschliesslich drehbare Bewegung um eine Achse parallel
zur Führungsdrehachse ausgebildet ist und die zweite Verbindung für gleichzeitig sowohl
eine Drehung um eine Achse parallel zur Führungsdrehachse als auch für eine Verschiebung
des Führungselements relativ zum Grundkörper entlang einer Verschiebungsachse ausgebildet
ist, und die Verschiebungsachse sowohl senkrecht zur Führungsdrehachse als auch senkrecht
zur Übertragungsachse angeordnet ist, oder
- die erste Verbindung für gleichzeitig sowohl eine Drehung um eine Achse parallel zur
Führungsdrehachse als auch für eine Verschiebung des Führungselements relativ zum
Betätigungselement entlang einer Verschiebungsachse ausgebildet ist, und die Verschiebungsachse
sowohl senkrecht zur Führungsdrehachse als auch senkrecht zur Übertragungsachse angeordnet
ist, und die zweite Verbindung für eine ausschliesslich drehbare Bewegung um eine
Achse parallel zur Führungsdrehachse ausgebildet ist.
[0055] Mit anderen Worten ist jeweils ein Ende eines Führungselements nur drehbar, das andere
drehbar und gleichzeitig auch verschiebbar befestigt. Die gleichzeitige Drehbarkeit
und Verschiebbarkeit kann etwa durch ein rundes Verbindungselement geführt in einer
Kulisse ausgebildet werden. Das runde Verbindungselement kann um seine Symmetrieachse
drehen und gleichzeitig entlang der Kulisse verschoben werden.
[0056] Diese Ausführungsform mit einer Kombination einer reinen Drehverbindung und einer
kombinierten Dreh- und Verschiebeverbindung ist kostengünstig und einfach realisierbar.
Sie ist robust und wenig störanfällig.
[0057] Insbesondere kann die Verschiebungsachse schräg zur Führungsdrehachse und/oder schräg
zur Übertragungsachse angeordnet sein.
[0058] Alternativ kann ein Führungselement auch an beiden Seiten eine kombinierte Dreh-und
Verschiebeverbindung aufweisen. Oder ein Führungselement weist beispielsweise an beiden
Seiten eine reine Drehverbindung auf. Auch elastische Verbindungen oder mindestens
teilweise elastische Führungselemente können an Stelle mindestens einer der vorgenannten
Verbindungen eingesetzt sein.
[0059] In einer Ausführungsform weist mindestens ein erstes Führungselement die erste Verbindung
für die ausschliesslich drehbare Bewegung um eine Achse parallel zur Führungsdrehachse
auf und mindestens ein zweites Führungselement die zweite Verbindung für die ausschliesslich
drehbare Bewegung um eine Achse parallel zur Führungsdrehachse.
[0060] Anders ausgedrückt ist mindestens ein Führungselement ausschliesslich drehbar mit
dem Betätigungselement verbunden, und mindestens ein anderes Führungselement ausschliesslich
drehbar mit dem Grundkörper.
[0061] Insbesondere ist die ausschliesslich drehbare Verbindung als eine stetige Verbindung
zwischen Führungselement und Betätigungselement beziehungsweise Grundkörper ausbildet.
[0062] Mit stetiger Verbindung ist eine Verbindung gemeint, welche zwei Elemente miteinander
verbindet und eine Trennung der beiden Elemente voneinander verhindert. Beispielsweise
kann die ausschliesslich drehbare Verbindung eine Welle in einer die Welle umschliessenden
Halterung umfassen. Dadurch können die durch diese ausschliesslich drehbare Verbindung
verbundenen Elemente relativ zueinander gedreht werden, aber nicht voneinander getrennt
werden.
[0063] Vorteil einer Ausführungsform mit einem ersten Führungselement mit einer ausschliesslich
drehbaren und stetigen Verbindung mit dem Betätigungselement und einem zweiten Führungselement
mit einer drehbaren und gleichzeitig verschiebbaren und stetigen Verbindung mit dem
Führungselement ist, dass das Betätigungselement relativ zum Grundkörper nur noch
entlang der Übertragungsachse bewegbar ist. Da die beiden Führungselemente um dieselbe
Führungsdrehachse drehbar sind und dadurch aneinander gekoppelt sind und die ausschliesslich
drehbaren und stetigen Verbindungen diese wiederum an Betätigungselement und Grundkörper
koppeln, sind Betätigungselement und Grundkörper miteinander verbunden. Die ausschliesslich
drehbaren und stetigen Verbindungen stellen in Kombination mit den drehbaren und gleichzeitig
auch verschiebbaren Verbindung sicher, dass das Betätigungselement nur entlang der
Übertragungsachse relativ zum Grundkörper bewegbar ist.
[0064] Insbesondere ist die drehbare und gleichzeitig auch verschiebbare Verbindung als
eine stetige Verbindung zwischen Führungselement und Betätigungselement beziehungsweise
Grundkörper ausbildet.
[0065] Alternativ ist die ausschliesslich drehbare Verbindung und/oder die drehbare und
gleichzeitig auch verschiebbare Verbindung als trennbare Verbindung ausgebildet.
[0066] Führungselemente können auch auf derselben Seite die ausschliesslich drehbare Verbindung
aufweisen, beispielsweise am Grundkörper.
[0067] In einer Ausführungsform weist die Betätigungsführung eine Befestigungsvorrichtung
für das Betätigungselement auf. Dabei weist die Befestigungsvorrichtung mindestens
ein Befestigungselement auf, welches in einer Unbefestigtstellung der Befestigungsvorrichtung
in einen Raumbereich um die Betätigungsführung hineinragt, welcher vom Betätigungselement
in einer Befestigtstellung der Befestigungsvorrichtung eingenommen wird. Dabei ist
in der Unbefestigtstellung das Betätigungselement von der Befestigungsvorrichtung
und dadurch von der Betätigungsführung entfernt. Und in der Befestigtstellung ist
das Betätigungselement an der Befestigungsvorrichtung und dadurch an der Betätigungsführung
befestigt.
[0068] Eine solche Ausführungsform kann in Form eines Schnappverschlusses für das Betätigungselement
ausgebildet sein. Dabei ragt das Befestigungselement über die Betätigungsführung hinaus
und wird beim Befestigen des Betätigungselements an der Betätigungsführung vom Betätigungselement
weggedrückt. Diese Bewegung kann einen Schnappmechanismus auslösen, welche das Betätigungselement
an der Betätigungsführung befestigt.
[0069] Ein Befestigungselement, welches durch das Betätigungselement bei einer Befestigung
desselben verdrängt wird, erlaubt eine einfache, rasche und sichere Befestigung des
Betätigungelements an der Betätigungsführung. Dadurch ist eine einfache, rasche, sichere
und intuitive Montage des Türdrückers möglich.
[0070] Die Betätigungsführung kann aber auch ohne Betätigungselement und insbesonder auch
ohne Befestigungsvorrichtung für das Betätigungselement ausgebildet sein.
[0071] In einer Ausführungsform ragt das mindestens eine Befestigungselement in der Befestigtstellung
in Projektion auf die Betätigungsfläche über eine Aussenkontur einer Projektion des
Betätigungselements auf die Betätigungsfläche hinaus.
[0072] Durch ein Hinausragen oder Überstehen des Befestigungselements über das Betätigungselement
kann einfach auf das Befestigungselement zugegriffen werden. Dies ermöglicht ein einfaches
und rasches Bedienen der Befestigungsvorrichtung und insbesonder ein einfaches und
rasches Öffnen der Befestigungsvorrichtung. Das Betätigungselement kann unkompliziert
und schnell von der Betätigungsführung und damit vom Türdrücker gelöst und entfernt
werden. Insbesondre ist ein Schnappverschlusses für das Betätigungselement einfach
und rasch lösbar. Das Befestigungselement kann in der Befestigtstellung über das Betätigungselement
hinausragen aber innerhalb des Türdrückers angeordnet sein.
[0073] Alternativ ist das mindestens eine Befestigungselement in der Befestigtstellung in
Projektion auf die Betätigungsfläche von der Aussenkontur einer Projektion des Betätigungselements
auf die Betätigungsfläche umgeben.
[0074] In einer Ausführungsform Türdrücker ist der Türdrücker derart ausgebildet ist, dass
er durch die Bewegung des Betätigungselements von der Schliessstellung in die Öffnungsstellung
auf die Schlosswelle oder Schlossnuss ein Drehmoment von mindestens 5Nm, insbesondere
von mindestens 10Nm und insbesondere von mindestens 20Nm auszuüben imstande ist.
[0075] Der Türdrücker weist demnach Komponenten und Elemente von einer Stabilität auf, welche
ein Mindestdrehmoment über das Betätigungselement auf die Schlosswelle oder die Schlossnuss
zu übertragen imstande sind. Dies erlaubt einen Einsatz des Türdrückers in Kombination
mit Türschlössern in robusten und widerstandsfähigen Türen, beispielsweise Zimmer-,
Wohnungs- und Haustüren. Auch Notfalltüren oder Zugangstüren zu Gebäuden, Türen in
Zäunen und Mauern, Türe in Zügen und Schiffen können mit diesem Türdrücker ausgerüstet
werden.
[0076] Alternativ kann der Türdrücker auch ausgebildet sein, ohne dass ein bestimmtes Mindestdrehmoment
übertragbar ist.
[0077] In einer Ausführungsform ist der Türdrücker derart ausgebildet, dass auf das Betätigungselement
in der Schliessstellung in Richtung von der Öffnungsstellung in die Schliessstellung
entlang der Übertragungsachse eine Kraft von maximal 50N wirkt.
[0078] Durch ein Entgegenwirken der Maximalkraft von 50N beim Bedienen bzw. Betätigen des
Türdrückers (also der Bewegung von der Schliessstellung in die Öffnungsstellung) ist
der Türdrücker einfach und mit wenig Kraftaufwand bedienbar. Zudem erfüllt der Türdrücker
damit eine Norm für Türdrücker für Notfalltüren.
[0079] In einer Ausführungsform Türdrücker sind die Übertragungseinheit und das Übertragungselement
über eine helikoidale Kulissenführung kraftschlüssig miteinander verbunden. Dabei
begrenzt die helikoidale Kulissenführung eine Drehung des Übertragungselements um
die Übertragungsachse herum auf maximal 60 Winkelgrad. Insbesondere ist die Drehung
auf maximal 45 Winkelgrad begrenzt, und insbesondere auf maximal 30 Winkelgrad begrenzt.
[0080] Eine helikoidale Kulissenführung ist ein effizientes und einfaches und kostengünstiges
Mittel zum Umsetzung einer Translation in eine Rotation. Die Kulissenführung kann
durch eine Begrenzung des Weges in der Kulissenführung, beispielsweise durch einen
entsprechend kurz ausgebildeten Führungskanal und/oder durch einen Anschlag, die maximale
Drehung einfach, robust und zuverlässig begrenzen.
[0081] Alternativ kann die helikoidale Führung die maximale Drehung unbegrenzt erlauben.
Auf eine helikoidale Führung kann auch verzichtet werden.
[0082] In einer Ausführungsform beträgt ein Mindestweg des Betätigungselements von der Schliessstellung
zur Öffnungsstellung mindestens 12mm. Insbesondere beträgt der Mindestweg mindestens
18mm, und insbesondere mindestens 25mm.
[0083] In einer Ausführungsform beträgt ein Maximalweg des Betätigungselements von Schliessstellung
zur Öffnungsstellung maximal 30mm. Insbesondere beträgt der Maximalweg maximal 40mm,
und insbesondere maximal 50mm.
[0084] Durch eine Begrenzung des Maximalwegs kann der Türdrücker flach und kompakt ausgebildet
werden. Solche Türdrücker können platzsparend und insbesondere ganz versenkt in das
Türblatt eingebaut werden.
[0085] In einer Ausführungsform ist eine maximale Ausdehnung des Betätigungselementes in
Projektion auf die Betätigungsfläche mindestens um einen Faktor 2 grösser als eine
maximale Ausdehnung des Türdrückers entlang der Übertragungsachse. Insbesondere ist
die maximale Ausdehnung des Betätigungselements in Projektion auf die Betätigungsfläche
mindestens um einen Faktor 4 grösser als die maximale Ausdehnung des Türdrückers entlang
der entlang der Übertragungsachse, und insbesondere mindestens um einen Faktor 6 grösser.
[0086] Mit maximaler Ausdehnung ist eine eindimensionale Ausdehnung gemeint, also etwa eine
Länge einer Diagonale in einem Viereck oder ein Durchmesser eines Kreises.
[0087] Ein mehr breiter als hoher Türdrücker ist flach und kompakt ausgebildet, wodurch
ein solcher Türdrücker platzsparend und insbesondere ganz versenkt in das Türblatt
eingebaut werden kann.
[0088] Optional umfasst der Türdrücker ein fluoreszierendes oder phosphoreszierendes Element.
[0089] Insbesondere ist dieses Element am Betätigungselement befestigt und/oder ist mindestens
ein Teil des Betätigungselements. Dieses Element kann etwa an der Betätigungsfläche
befestigt oder als solche ausgebildet sein. Dasselbe gilt für die Stirnflächen des
Betätigungselements. Und/oder dieses Element ist beispielsweise am Grundkörper des
Türdrückers befestigt und/oder ist mindestens ein Teil des Grundkörpers.
[0090] Dieses Element kann beispielsweise eine Beschichtung, insbesondere eine Lackierung
oder ein Aufkleber sein. Der Türdrücker kann auch frei von einem fluoreszierenden
oder phosphoreszierenden Element sein.
[0091] In einer Ausführungsform ist die Betätigungsnuss zur Übertragung einer Bewegung auf
einen eingesteckten Vierkant mit einem Spiel ausgebildet, insbesondere mit einem Spiel
um einen Winkel von 20° bis 50°, insbesondere 25° bis 40°.
[0092] Wenn in dieser Weise ein Spiel zwischen Vierkant und Betätigungsnuss vorliegt, und
keine Kompensationseinheit vorliegt (welche die Übertragungseinheit gegen die Schlossfeder
in Öffnungsrichtung ziehen würde), wird die Übertragungseinheit nicht bewegt, falls
das Schloss durch den gegenüberliegenden Drücker betätigt wird. In diesem Fall kann
auf das Spiel zwischen Übertragungseinheit und Betätigungseinheit verzichtet werden.
Von der Kinematik her bewegen sich diese beiden Einheiten also wie eine Einheit und,
eine Abgrenzung zwischen den beiden ist nicht erforderlich. Beide Einheiten können
gemeinsam durch die Betätigungsfeder in die Richtung der Schliessstellung gezogen
werden. Diese Ausführungsform ist besonders zur Verwendung mit einem modifizieren
Schloss geeignet, bei welchem die Kraft der Schlossfeder gegenüber der Verwendung
mit einer Türklinke reduziert ist. Das Spiel zwischen Schloss und Türdrücker, welches
Bewegungen im Türdrücker minimiert, findet also bereits in der Betätigungsnuss statt.
[0093] Die Betätigungsnuss kann auch ohne Spiel ausgebildet sein.
[0094] Die Erfindung umfasst auch ein Türblatt mit einem wie oben beschriebenen Türdrücker.
Dabei weist der Türdrücker und insbesondere die Betätigungsfläche - bei eingebautem
Zustand des Türdrückers - über eine Vorderseite oder eine Hinterseite des Türblatts
einen maximalen Überstand von 3mm auf. Insbesondere weist der Türdrücker (und insbesondere
die Betätigungsfläche) einen maximalen Überstand von 1.5mm auf. Insbesondere weist
der Türdrücker (und insbesondere die Betätigungsfläche) einen maximalen Überstand
von 0mm auf - also mit anderen Worten keinen Überstand.
[0095] Das Türblatt mit dem Türdrücker kann ein Türschloss umfassen, welches durch den Türdrücker
betätigbar ist. Das Türblatt mit dem Türdrücker ist optional frei von einem Türschloss
ausgebildet und umfasst insbesondere mindestens ein Türhalteelement, welches durch
den Türdrücker betätigbar ist.
[0096] Ohne Überstand ist der Türdrücker bündig und/oder versenkt im Türblatt eingebaut.
[0097] Der Türdrücker kann auch mit einem Überstand von mehr als maximal 3mm eingebaut sein.
[0098] Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft ein Türschliesssystem, welches ein Türschloss
und/oder einen Türdrücker und mindestens ein Türhalteelement umfasst. Dabei umfasst
das Türschloss ein im Türschloss bewegliches Schlosselement, und/oder der Türdrücker
umfasst ein Übertragungselement. Das sich vom Schlosselement und dem Türdrücker unterscheidende
Türhalteelement ist ausserhalb des Türschlosses und des Türdrückers und separat vom
Türschloss und vom Türdrücker ausgebildet. Das Türhalteelement ist dabei über ein
flexibles Zugelement, insbesondere über einen Drahtzug, mit dem Schlosselement und/oder
dem Übertragungselement verbunden, damit bei einer Bewegung des Schlosselements beziehungsweise
dem Übertragungselement von einer Schliessstellung in eine Öffnungsstellung das Türhalteelement
eine analoge Bewegung von einer Schliessstellung in eine Öffnungsstellung bewirken
kann.
[0099] Insbesondere ist der Türdrücker im Türschliesssystem als Türdrücker wie weiter oben
beschrieben ausgebildet.
[0100] Das flexible Zugelement kann ein Drahtzug sein und/oder etwa ein Seil. Das flexible
Zugelement ist insbesondere mindestens teilweise ein Strang aus künstlichen oder natürlichen
Fasern.
[0101] Die bekannten Metallstangen weisen insbesondere bei längeren Distanzen zwischen Türhalteelement
und Schlosselement beziehungsweise Übertragungselement ein Eigengewicht auf, welches
auf das Schlosselement beziehungsweise den Türdrücker wirkt. Damit ein Türschliesssystem
mit den üblichen auf den Türdrücker anzuwendenden Kräften bedienbar ist, muss je nach
auf das Schlosselement beziehungsweise Übertragungselement wirkenden Kraft eine Vorspannung
beziehungsweise eine Federstärke des Türschlosses (beziehungsweise des Übertragungselements)
berechnet, angepasst und somit einzeln konfektioniert werden.
[0102] Das flexible Zugelement unterscheidet sich von in den üblichen Türschliesssystemen
verwendeten starren Metallstangen dadurch, dass sie einerseits flexibel sind und andererseits
ein vergleichsweise geringes Gewicht aufweisen.
[0103] Durch das vergleichsweise geringe Gewicht kann immer dieselbe Feder und dasselbe
Türschloss beziehungsweise derselbe Türdrücker verwendet werden. Dies vereinfacht
Herstellung, Montage und Wartung des Türschliesssystems, weil keine angepassten und
spezifischen Teile nötig sind. Auch die Lagerhaltung für Ersatzteile ist viel einfacher,
und die nötigen Ersatzteile sind in jeweils grösseren Mengen und dadurch günstiger
herstellbar und auch besser verfügbar weil jedes Ersatzteil passt.
[0104] Die Flexibilität des Zugelements erlaubt eine Führung und Umlenkung und dadurch Weiterleitung
von Zugkräften auf einfache Weise. Wo Metallstangen komplizierte Formen und Umlenkmechanismen
benötigen, können flexible Zugelemente einfach und effizient gekrümmt geführt werden.
[0105] In einer Ausführungsform ist das Schlosselement ein Schlossriegel.
[0106] In einer anderen Ausführungsform ist das Schlosselement eine Falle.
[0107] In einer weiteren Ausführungsform ist das Schlosselement eine Schlosswelle.
[0108] In einer Ausführungsform ist das Schlosselement eine Schlossnuss.
[0109] Die oben genannten Ausführungsformen können untereinander auch kombiniert werden.
[0110] Im Folgenden wird der Erfindungsgegenstand anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen,
welche in den beiliegenden Zeichnungen dargestellt sind, näher erläutert. Es zeigen
jeweils schematisch:
- Figur 1
- einen Türdrücker in Schliessstellung in perspektivischer Darstellung;
- Figur 2
- Figur 1 ohne das Betätigungselement;
- Figur 3
- Figur 2 in Öffnungsstellung;
- Figur 4
- Figur 3 ohne Betätigungsführung;
- Figur 5
- Figur 1 in einer Seitenansicht;
- Figur 6
- Figur 5 in Öffnungsstellung;
- Figur 7
- Figur 6 in Frontansicht;
- Figur 8
- die Übertragungseinheit aus Figur 1 in Schliessstellung;
- Figur 9
- die Übertragungseinheit aus Figur 1 in Öffnungsstellung;
- Figur 10
- den Türdrücker aus Figur 1 in Draufsicht;
- Figur 11
- ein Türblatt mit eingebautem Türdrücker aus Figur 1 in Schliessstellung;
- Figur 12
- Figur 12 in Öffnungsstellung;
- Figur 13
- ein Ausführungsbeispiel eines Türschliesssystems mit einem Türschloss und einem Zugelement.
[0111] Die in den Zeichnungen verwendeten Bezugszeichen und deren Bedeutung sind in der
Bezugszeichenliste zusammengefasst aufgelistet. Grundsätzlich sind in den Figuren
gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen. Richtungsangaben zu den Figuren
(oben, unten, rechts, links) beziehen sich auf die Druckebene der Figur, z.B. bedeutet
also "oben" in Richtung des oberen Randes des Papiers, auf welchem die Figur gedruckt
ist.
[0112] Die Figuren 1 bis 12 zeigen dieselbe Ausführungsform eines Türdrückers. In Figur
1 ist der Türdrücker in Schliessstellung in perspektivischer Darstellung gezeichnet.
Der Türdrücker weist ein Betätigungselement 1 auf, dessen obere Oberfläche als Betätigungsfläche
2 ausgebildet ist. Die Betätigungsfläche 2 ist eben und quadratisch ausgebildet und
weist eine Seitenlänge von 20 cm auf.
[0113] Das Betätigungselement 1 ist durch eine Betätigungsführung 3 mit einem Grundkörper
8 verbunden. Bei in einem Türblatt 20 eingebauten Türdrücker ist der Grundkörper 8
des Türdrückers relativ zum Türblatt 20 und zu einem Schloss 21 ortsfest am Türblatt
20 befestigt. Das Betätigungselement 1 hingegen ist durch die Betätigungsführung 3
beweglich am Türblatt 20 angeordnet. Zwischen dem Grundkörper 8 und dem Betätigungselement
1 ist eine Übertragungseinheit 4 angeordnet. Die Übertragungseinheit 4 überträgt eine
Bewegung des Betätigungselements 1 entlang einer Übertragungsachse 6 in eine Rotation
eines Übertragungselements 5 um die Übertragungsachse 6. Das Übertragungselement 5
ist hier als Welle ausgebildet und ist kraftschlüssig mit einer Schlussnuss des Schlosses
21 verbunden.
[0114] Figur 2 zeigt dasselbe wie Figur 1, allerdings ohne das Betätigungselement 1. In
Figur 2 ist klarer erkennbar, dass die Betätigungsführung 3 zwei Führungselemente
10 umfasst. Die Führungselemente 10 erstrecken sich beide im Wesentlichen jeweils
vom Betätigungselement 1 zum Grundkörper 8 und sind beide um dieselbe Führungsdrehachse
11 drehbar angeordnet. Die Führungsdrehachse 11 steht dabei senkrecht zur Übertragungsachse
6. Die Führungselemente 10 sind jeweils mit dem Grundkörper 8 einerseits und mit dem
Betätigungselement 1 andererseits verbunden. Durch eine Bewegung des Betätigungselement
1 entlang der Übertragungsachse 6 drehen sich die Führungselemente 10 um die Führungsdrehachse
11, und gleichzeitig bewegt sich die Führungsdrehachse 11 in dieselbe Richtung wie
das Betätigungselement 1.
[0115] Um diese Bewegung des Betätigungselements 1 zu führen, ist ein Führungselement 10
ausschliesslich drehbar mit dem Grundkörper 8 und drehbar sowie gleichzeitig verschiebbar
mit dem Betätigungselement 1 verbunden. Das andere Führungselement 10 ist genau umgekehrt
ausschliesslich drehbar mit dem Betätigungselement 1 und drehbar und sowie gleichzeitig
verschiebbar mit dem Grundkörper 8 verbunden.
[0116] Die ausschliesslich drehbare Verbindung ist als eine drehbare Achse in einer die
Achse umschliessenden Lagerung ausgebildet. Die drehbare sowie gleichzeitig entlang
einer Verschiebungsachse 15 verschiebbare Verbindung ist als drehbare Achse in Form
eines runden Verbindungselements ausgebildet, welche in einer diese Achse linear führenden
und in Richtung der Verschiebungsachse 15 einseitig offenen Kulisse geführt ist. Die
Kulisse erlaubt eine Verschiebung entlang der Verschiebungsachse 15, welche sowohl
senkrecht zur Übertragungsachse 6 als auch senkrecht zur Führungsdrehachse 11 angeordnet
ist. Durch die einseitige Offenheit der Kulisse können die Führungselemente 10 bei
Bedarf einfach befestigt oder entfernt werden. Sowohl in einer Schliessstellung als
auch in einer Öffnungsstellung und allen Positionen dazwischen ist die Achse in der
einseitig offenen Kulisse geführt und von der einseitigen Öffnung aus betrachtet innerhalb
der Kulisse angeordnet.
[0117] Die Betätigungsführung 3 weist durch seine Konstruktion eine Betätigungsführungsbahn
7 auf, entlang welcher das Betätigungselement 1 von der Schliessstellung in die Öffnungsstellung
bewegt werden kann. Die Betätigungsführungsbahn 7 ist parallel zur Übertragungsachse
6 angeordnet. Das Betätigungselement 1 wird also entlang der Richtung der Übertragungsachse
6 bewegt.
[0118] In Figur 2 ist auch eine Befestigungsvorrichtung 12 gut zu erkennen, welche das Betätigungselement
1 an der Betätigungsführung 3 befestigt. Die Befestigungsvorrichtung 12 umfasst Befestigungselemente
13, welche als Schnappverschluss funktionieren. Das Betätigungselement 1 weist im
Bereich von zwei Ecken hin zur Betätigungsführung 3 ausgebildete einseitig offene
Kulissenführungen auf, welche durch die einseitige Öffnung über zwei passende Achsen
(also zwei im Querschnitt runde Verbindungselemente) an einem Führungselement 10 geschoben
werden können. Das Betätigungselement 1 kann dann um die runden Verbindungselemente
in Richtung des anderen Führungselements 10 gedreht und entlang der Verschiebungsachse
15 geschoben werden. Das andere Führungselement 10 weist an seinen Enden die zwei
vorgespannten Befestigungselemente 13 auf, welche parallel zur Führungsdrehachse 11
bewegbar sind.
[0119] Figur 2 zeigt die Befestigungselemente 13 in Befestigtstellung: die Befestigungselemente
13 ragen in einer Richtung parallel zur Führungsdrehachse 11 über die Befestigungsvorrichtung
12 hinaus und greifen auf diese Weise in zwei die Befestigungselemente 13 umschliessenden
Lagerungen am Betätigungselement 1 ein (sofern ein Betätigungselement 1 montiert ist,
wie etwa in Figur 1). Die in das Betätigungselement 1 eingreifenden Teile der Befestigungselemente
13 haben die Funktion von Achsen, welche in der die Achsen umschliessenden Lagerungen
des Betätigungselements 1 die ausschliesslich drehbaren Verbindungen des Führungselements
10 mit dem Betätigungselement 1 ausbilden.
[0120] Die Befestigungselemente 13 können aus Ihrer Befestigtstellung in Figur 2 gegen die
Vorspannung bewegt und verdreht in einer Unbefestigtstellung arretiert werden, so
dass die Betätigungselemente 13 ausserhalb der Lagerungen des Betätigungselements
1 angeordnet sind und gleichzeitig Teile der Befestigungselemente 13 nach oben in
einen Bereich abstehen, wo das Betätigungselement 1 in Befestigtstellung zu liegen
kommt. Um das Betätigungselement 1 nun an der Betätigungsführung 3 zu befestigen,
werden die Befestigungselemente 13 in Unbefestigtstellung gebracht und das Betätigungselement
1 wie oben beschrieben mit seinen einseitig offenen Kulissen dreh- und verschiebbar
an einen Führungselement 10 befestigt. Dann wird das Betätigungselement 1 in Richtung
des anderen Führungselements 10 und damit in Richtung der Befestigungselemente 13
gedreht und geschoben, also in Figur 2 nach links unten. Das Betätigungselement 1
drückt dadurch die nach oben abstehenden Teile der Befestigungselemente 13 nach unten,
wo sie durch die Vorspannung parallel zur Führungsachse 11 voneinander weg in die
Befestigtstellung und in die entsprechend angeordneten Lagerungen des Betätigungselements
1 gedrückt werden.
[0121] Die Übertragungseinheit 4 weist an seinem oberen Ende eine quadratische Fläche auf,
welche vom Betätigungselement 1 relativ zur Übertragungsachse 6 drehsicher gehalten
wird. Das Betätigungselement 1 sichert somit eine linear bewegliche Komponente der
Übertragungseinheit 4, welche die obere quadratische Fläche umfasst, von einer Drehung
um die Übertragungsachse 6.
[0122] Figur 3 zeigt dasselbe wir Figur 2, wobei sich der Türdrücker in Öffnungsstellung
befindet. In Schliessstellung wie in Figuren 1 und 2 gezeigt ist das Betätigungselement
1 weiter vom Grundkörper 8 beabstandet als in der Öffnungsstellung wie in Figur 3
dargestellt. Das Betätigungselement 1 ist von der Schliessstellung in die Öffnungsstellung
ausschliesslich translatorisch bewegbar. In Figur 4 ist dasselbe wie in Figur 3 dargestellt,
allerdings ohne Betätigungsführung 3. Somit zeigt Figur 4 den Grundkörper 8 und die
Übertragungseinheit 4.
[0123] Figur 5 zeigt den Türdrücker aus Figur 1, also in Schliessstellung, in einer Seitenansicht.
Figur 6 hingegen zeigt dasselbe in der Öffnungsstellung. Hier ist das Übertragungselement
5 erkennbar, welches als Welle ausgebildet ist. Das Übertragungselement 5 dreht sich
um die Übertragungsachse 6, wenn das Betätigungselement 1 translatorisch von der Schliessstellung
in Figur 5 in die Öffnungsstellung in Figur 6 verschoben wird. Gut zu erkennen sind
in Figuren 5 und 6 auch am Betätigungselement 1 links und gegen unten ausgebildet
die Lagerungen der ausschliesslich drehbaren Verbindungen mit dem Führungselement
10 und rechts und gegen unten ausgebildet die einseitig nach rechts offenen Kulissen
der drehbaren sowie verschiebbaren Verbindungen mit dem Führungselement 10. Die Befestigungselemente
13 ragen in der Befestigtstellung nach links weg aus der Befestigungsvorrichtung 12
heraus.
[0124] Figur 7 zeigt dasselbe wie Figur 6 in Frontansicht, also den Türdrücker aus Figur
1 in Öffnungsstellung. Der Grundkörper 8 weist zwei Montiernasen 14 auf, welche in
Figuren 5 und 6 jeweils links und rechts des Übertragungselements 5 angeordnet sind
und in Figur 7 nun vor und hinter dem Übertragungselement 5 liegen.
[0125] Figuren 8 und 9 zeigen ausschliesslich die Übertragungseinheit 4 des Türdrückers
aus Figur 1. Figur 8 zeigt sie in Schliessstellung, Figur 9 in Öffnungsstellung. Auch
in der perspektivischen Ansicht klar zu erkennen ist die relativ zueinander unverdrehte,
ausschliesslich translatorisch veränderte Position der quadratischen Fläche am oberen
Ende des rein translatorisch bewegten Teils der Übertragungseinheit. Ebenfalls klar
zu erkennen sind die relativ zueinander ausschliesslich um die Übertragungsachse 6
gedrehten Stellungen des Übertragungselements 5. Die Übertragungseinheit 4 und das
Übertragungselement 5 sind über eine helikoidale Kulissenführung kraftschlüssig miteinander
verbunden.
[0126] In Figur 10 ist der Türdrücker aus Figur 1 in Draufsicht dargestellt. In Draufsicht
ist gut erkennbar, wie die Befestigungselemente 13 über das Betätigungselement 1 hinausragen,
damit für ein Entfernen des befestigten Betätigungselement 1 die Befestigungselemente
13 aus der gezeigten Befestigtstellung in die Unbefestigtstellung gebracht werden
können. Das Hinausragen erlaubt Zugriff auf die Befestigungselemente 13. Die Betätigungsfläche
2 erstreckt sich über die ganze Fläche des Betätigungselements 1, welches aber etwas
kleiner als der Grundkörper 8 ausgebildet ist. Der Grundkörper 8 ragt sowohl über
das Betätigungselement 1 als auch über die Befestigungselemente 13 hinaus.
[0127] Figuren 11 und 12 zeigen ein Türblatt 20 mit eingebautem Türdrücker aus Figur 1 in
Schliessstellung sowie in Öffnungsstellung. Die Betätigungsfläche 2 des Türdrückers
ist in Schliessstellung (also in Figur 11) bündig zum Türblatt 20 positioniert. Folglich
ist die Betätigungsfläche 2 in der Öffnungsstellung im Türblatt 20 versenkt. Eine
Falle des Schlosses 21 ragt in der Schliessstellung des Betätigungselements 1 aus
dem Schloss 21 heraus und ist in der Öffnungsstellung des Betätigungselements 1 im
Schloss 21 versenkt.
[0128] Figur 13 zeigt ein Ausführungsbeispiel des zweiten Aspekts der Erfindung: ein Türschliesssystem
mit einem Zugelement 32. Das Türschliesssystem umfasst ein Türschloss 21 und ein Türhalteelement
30. Das Türschloss 21 umfasst ein im Türschloss 21 bewegliches Schlosselement 31,
beispielsweise eine Falle. Das vom Schlosselement 31 sich unterscheidende Türhalteelement
30 ist ausserhalb des Türschlosses 21 und separat vom Türschloss 21 ausgebildet, hier
beispielsweise oben am gepunktet gezeichneten Türblatt 20 angeordnet. Das Türhalteelement
30 ist über ein Zugelement 32 mit dem Schlosselement 31 verbunden. Eine Bewegung des
Schlosselements 31 von einer Schliessstellung in eine Öffnungsstellung bewirkt durch
das Zugelement 32 eine analoge Bewegung des Türhalteelements 30 von einer Schliessstellung
in eine Öffnungsstellung.
[0129] Das Zugelement 32 ist ein Drahtzug, welcher am Schlosselement 31 befestigt ist, beispielsweise
an einem am Schlosselement 31 ausgebildeten nach oben abstehenden Mitnehmer. Über
eine Rolle umgelenkt ist das Zugelement 32 mit dem Türhalteelement 30 verbunden. Eine
Bewegung des Schlosselements 31 in Figur 13 nach rechts bewirkt eine Bewegung des
Türhalteelements 30 nach unten.
[0130] Das Türschloss 21 kann in Figur 13 auch durch einen weiter oben beschriebenen Türdrücker
ersetzt werden. Dabei ist das Zugelement 32 mit dem Übertragungselement 5 des Türdrückers
verbunden, entweder direkt oder beispielsweise über einen Mitnehmer.
[0131] Das Türschliesssystem kann auch sowohl Türschloss 21 als auch Türdrücker (insbesondere
einen wie oben beschrieben ausgebildeten Türdrücker) umfassen. Dabei kann das Zugelement
32 mit einem oder mehreren der oben als Option beschriebenen Elemente verbunden sein.
1. Türdrücker zur Betätigung einer vom Türdrücker separat ausgebildeten und um eine Übertragungsachse
(6) drehbaren Welle oder Nuss zum Öffnen einer Türe, wobei ein Übertragungselement
(5) des Türdrückers um die Übertragungsachse (6) drehbar angeordnet ist und der Türdrücker
aufweist:
- ein Betätigungselement (1) umfassend eine Betätigungsfläche (2), wobei das Betätigungselement
(1) durch Krafteinwirkung auf die Betätigungsfläche (2) von einer Schliessstellung
in eine Öffnungsstellung bewegbar ist und die Betätigungsfläche (2) sowohl in der
Schliessstellung als auch in der Öffnungsstellung jeweils im Wesentlichen normal zur
Übertragungsachse (6) angeordnet ist;
- eine Betätigungsführung (3) mit einer Betätigungsführungsbahn (7), entlang welcher
das Betätigungselement (1) von der Schliessstellung in die Öffnungsstellung bewegbar
ist, wobei die Betätigungsführungsbahn (7) parallel zur Übertragungsachse (6) ausgebildet
ist;
- eine Übertragungseinheit (4), welche eine Bewegung des Betätigungselements (1) von
der Schliessstellung zur Öffnungsstellung in eine Drehung des Übertragungselements
(5) umzusetzen imstande ist.
2. Türdrücker gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement (1) ausschliesslich translatorisch entlang der Betätigungsführungsbahn
(7) bewegbar ist.
3. Türdrücker gemäss Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungsfläche (2) eine durchgehend ebene Fläche umfasst, welche mindestens
100 Quadratzentimeter gross ist, welche insbesondere mindestens 225 Quadratzentimeter
gross ist und welche insbesondere mindestens 400 Quadratzentimeter gross ist.
4. Türdrücker gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungsführung (3) mindestens zwei Führungselemente (10) umfasst, welche
um eine Führungsdrehachse (11) drehbar angeordnet sind, wobei die Führungsdrehachse
(11) senkrecht zur Übertragungsachse (6) angeordnet ist.
5. Türdrücker gemäss Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungsführung (3) derart ausgebildet ist, dass die Führungsdrehachse (11)
durch die Bewegung des Betätigungselements (1) von der Schliessstellung zur Öffnungsstellung
in dieselbe Richtung verschiebbar ist.
6. Türdrücker gemäss Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungselemente (10) sich im Wesentlichen jeweils vom Betätigungselement (1)
zu einem Grundkörper (8) des Türdrückers erstrecken.
7. Türdrücker gemäss Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Führungselemente (10) jeweils eine erste Verbindung mit dem Betätigungselement
(1) und eine zweite Verbindung mit dem Grundkörper (8) aufweisen, wobei entweder
- die erste Verbindung für eine ausschliesslich drehbare Bewegung um eine Achse parallel
zur Führungsdrehachse (11) ausgebildet ist und die zweite Verbindung für gleichzeitig
sowohl eine Drehung um eine Achse parallel zur Führungsdrehachse (11) als auch für
eine Verschiebung des Führungselements (10) relativ zum Grundkörper (8) entlang einer
Verschiebungsachse (15) ausgebildet ist, und die Verschiebungsachse (15) sowohl senkrecht
zur Führungsdrehachse (11) als auch senkrecht zur Übertragungsachse (6) angeordnet
ist, oder
- die erste Verbindung für gleichzeitig sowohl eine Drehung um eine Achse parallel
zur Führungsdrehachse (11) als auch für eine Verschiebung des Führungselements (10)
relativ zum Betätigungselement (1) entlang einer Verschiebungsachse (15) ausgebildet
ist, und die Verschiebungsachse (15) sowohl senkrecht zur Führungsdrehachse (11) als
auch senkrecht zur Übertragungsachse (6) angeordnet ist, und die zweite Verbindung
für eine ausschliesslich drehbare Bewegung um eine Achse parallel zur Führungsdrehachse
(11) ausgebildet ist.
8. Türdrücker gemäss Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein erstes Führungselement (10) die erste Verbindung für die ausschliesslich
drehbare Bewegung um eine Achse parallel zur Führungsdrehachse (11) aufweist und mindestens
ein zweites Führungselement (10) die zweite Verbindung für die ausschliesslich drehbare
Bewegung um eine Achse parallel zur Führungsdrehachse (11) aufweist.
9. Türdrücker gemäss einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungsführung (3) eine Befestigungsvorrichtung (12) für das Betätigungselement
(1) aufweist, wobei die Befestigungsvorrichtung (12) mindestens ein Befestigungselement
(13) aufweist, welches in einer Unbefestigtstellung der Befestigungsvorrichtung (12)
in einen Raumbereich um die Betätigungsführung (3) hineinragt, welcher vom Betätigungselement
(1) in einer Befestigtstellung der Befestigungsvorrichtung (12) eingenommen wird,
wobei in der Unbefestigtstellung das Betätigungselement (1) von der Befestigungsvorrichtung
(12) und dadurch von der Betätigungsführung (3) entfernt ist, und in der Befestigtstellung
das Betätigungselement (1) an der Befestigungsvorrichtung (12) und dadurch an der
Betätigungsführung (3) befestigt ist.
10. Türdrücker gemäss Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Befestigungselement (13) in der Befestigtstellung in Projektion
auf die Betätigungsfläche (2) über eine Aussenkontur einer Projektion des Betätigungselements
(1) auf die Betätigungsfläche (2) hinausragt.
11. Türdrücker gemäss einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Türdrücker derart ausgebildet ist, dass er durch die Bewegung des Betätigungselements
(1) von der Schliessstellung in die Öffnungsstellung auf die Schlosswelle oder Schlossnuss
ein Drehmoment von mindestens 5Nm, insbesondere von mindestens 10Nm und insbesondere
von mindestens 20Nm auszuüben imstande ist.
12. Türdrücker gemäss einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Türdrücker derart ausgebildet ist, dass auf das Betätigungselement (1) in der
Schliessstellung in Richtung von der Öffnungsstellung in die Schliessstellung entlang
der Übertragungsachse (6) eine Kraft von maximal 50N wirkt.
13. Türdrücker gemäss einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungseinheit (4) und das Übertragungselement (5) über eine helikoidale
Kulissenführung kraftschlüssig miteinander verbunden sind, wobei die helikoidale Kulissenführung
eine Drehung des Übertragungselements (5) um die Übertragungsachse (6) herum auf maximal
60 Winkelgrad begrenzt, insbesondere auf maximal 45 Winkelgrad begrenzt und insbesondere
auf maximal 30 Winkelgrad begrenzt.
14. Türdrücker gemäss einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass ein Mindestweg des Betätigungselements (1) von der Schliessstellung zur Öffnungsstellung
mindestens 12mm, insbesondere mindestens 18mm und insbesondere mindestens 25mm beträgt.
15. Türdrücker gemäss einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein Maximalweg des Betätigungselements (1) von Schliessstellung zur Öffnungsstellung
maximal 30mm, insbesondere maximal 40mm und insbesondere maximal 50mm beträgt.
16. Türdrücker gemäss einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass eine maximale Ausdehnung des Betätigungselementes (1) in Projektion auf die Betätigungsfläche
(2) mindestens um einen Faktor 2 grösser ist als eine maximale Ausdehnung des Türdrückers
entlang der Übertragungsachse (6), insbesondere mindestens um einen Faktor 4 grösser
ist und insbesondere mindestens um einen Faktor 6 grösser ist.
17. Türblatt (20) mit einem Türdrücker gemäss einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass bei eingebautem Zustand des Türdrückers der Türdrücker und insbesondere die Betätigungsfläche
(2) über eine Vorderseite oder eine Hinterseite des Türblatts (20) einen maximalen
Überstand von 3mm, insbesondere von 1.5mm und insbesondere von 0mm (d.h. keinen Überstand)
aufweist.
18. Türschliesssystem, umfassend ein Türschloss und/oder einen Türdrücker, insbesondere
einen Türdrücker gemäss einem der Ansprüche 1 bis 16, und mindestens ein Türhalteelement,
wobei das Türschloss ein im Türschloss bewegliches Schlosselement umfasst und/oder
der Türdrücker ein Übertragungselement umfasst, und das vom Schlosselement und dem
Türdrücker sich unterscheidende Türhalteelement ausserhalb des Türschlosses sowie
ausserhalb des Türdrückers und separat vom Türschloss sowie separat vom Türdrücker
ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Türhalteelement über ein Zugelement, insbesondere über einen Drahtzug, mit dem
Schlosselement beziehungsweise dem Übertragungselement verbunden ist, damit bei einer
Bewegung des Schlosselements von einer Schliessstellung in eine Öffnungsstellung das
Türhalteelement eine analoge Bewegung von einer Schliessstellung in eine Öffnungsstellung
bewirken kann.