[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Brennkammeranordnung, insbesondere einer
Fluggasturbine, sowie eine Gasturbine mit einer Brennkammeranordnung.
[0002] Gasturbinen mit Brennkammern sind aus dem Stand der Technik in unterschiedlichen
Ausgestaltungen bekannt. Die Brennkammer ist beispielsweise ringförmig mit einer inneren
und einer äußeren Brennkammerwand ausgebildet. Am Brennkammerkopf wird mit einer Vielzahl
von Kraftstoffdüsen Kraftstoff zugeführt. In den Brennkammerwänden sind Zumischluftlöcher
vorgesehen, welche Zumischluft in die Brennkammer für eine vollständige Verbrennung
des Kraftstoffs zuführen. Weiterhin sind in den Brennkammerwänden Kühlluftöffnungen
vorgesehen, wobei bei doppelwandigen Brennkammerwänden sogenannte Prallkühllöcher
in der Außenwand und Effusionskühllöcher in der Innenwand der doppelwandigen Brennkammerwand
vorgesehen sind. Diese Kühllöcher bilden einen Kühlluftfilm, um die Brennkammerwände
vor den heißen Verbrennungsgasen zu schützen. Wie beispielsweise aus der
US 2011/0048024 A1 bekannt, werden die Zumischluftlöcher dabei in einer Reihe entlang des Umfangs der
Brennkammerwände angeordnet. Hierbei werden abwechselnd Zumischluftlöcher mit größerem
und kleinerem Durchmesser angeordnet. Ferner werden Kühlungsluftlöcher in einer zweiten
Reihe entlang des Umfangs in einem sehr kleinen Abstand von den Zumischluftlöchern
in Umfangsrichtung, versetzt zu den Zumischluftlöchern, angeordnet. Ein Problemkreis
bei derartigen Brennkammern sind dabei die NOx-Emissionen.
[0003] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Brennkammeranordnung sowie eine Gasturbine
bereitzustellen, welche eine verbesserte Luftzumischung zu einer Brennkammer ermöglicht,
um eine Bildung von NOx signifikant zu reduzieren.
[0004] Diese Aufgabe wird durch eine Brennkammeranordnung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 sowie eine Gasturbine mit den Merkmalen des Anspruchs 14 gelöst. Die Unteransprüche
zeigen jeweils bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung.
[0005] Die erfindungsgemäße Brennkammeranordnung einer Gasturbine mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 umfasst eine ringförmige Brennkammer mit einer Innenringwand und einer
Außenringwand. An einem Ende der Brennkammer ist ein Brennkammerkopf mit einer Vielzahl
von Kraftstoffdüsen angeordnet, welche den Kraftstoff in die Brennkammer einbringen.
Ferner ist eine erste Zumischluftreihe und eine zweite Zumischluftreihe vorgesehen.
Die erste Zumischluftreihe umfasst eine Vielzahl von als Durchgangsöffnungen ausgebildeten
ersten Zumischluftlöchern, wobei die ersten Zumischluftlöcher in der Innenringwand
und/oder der Außenringwand angeordnet sind. Die zweite Zumischluftreihe umfasst eine
Vielzahl von ebenfalls als Durchgangsöffnungen ausgebildeten zweiten Zumischluftlöchern,
welche ebenfalls in der Innenringwand und/oder der Außenringwand angeordnet sind.
Über die Zumischluftlöcher der ersten und zweiten Zumischluftreihe wird Zumischluft
in die Brennkammer zugeführt. Um die NOx-Emissionen im Betrieb signifikant zu reduzieren,
sind die ersten und zweiten Zumischluftlöcher derart angeordnet, dass die Gleichung
L=D2/D1*(D2-D1)/C
2 erfüllt ist. Die ersten Zumischluftlöcher weisen erste innere und erste äußere Mittelpunkte
auf, und die zweiten Zumischluftlöcher weisen zweite innere und zweite äußere Mittelpunkte
auf. Die inneren Mittelpunkte liegen dabei jeweils an einer zur Brennkammer gerichteten
Seite der Zumischluftlöcher. Die inneren Mittelpunkte bilden somit die Durchstoßpunkte
der jeweiligen Mittelachsen der Zumischluftlöcher zum Brennraum. Die äußeren Mittelpunkte
liegen an einer von der Brennkammer abgewandten Seite der Zumischluftlöcher.
[0006] In der Gleichung ist L ein Abstand zwischen den ersten und zweiten inneren Mittelpunkten
und/oder den ersten und zweiten äußeren Mittelpunkten der ersten und zweiten Zumischluftlöcher.
D1 ist ein erster Strömungsdurchmesser der ersten Zumischluftlöcher an einer Eintrittsseite
und/oder einer Austrittsseite zur Brennkammer, und D2 ist ein zweiter Strömungsdurchmesser
der zweiten Zumischluftlöcher an der Eintrittsseite und/oder Austrittsseite zur Brennkammer.
Weiterhin ist der zweite Strömungsdurchmesser D2 größer als der erste Strömungsdurchmesser
D1. Ferner ist C ein mittlerer Durchflusskoeffizient der ersten und zweiten Zumischluftlöcher.
Der mittlere Durchflusskoeffizient C eines Zumischluftlochs ist ein Maß für die effektive
Stromröhre durch das Zumischluftloch und beschreibt damit, welcher Anteil einer Querschnittsfläche
des Zumischluftlochs im Mittel von einer Einströmseite zu einer Ausströmseite durchströmt
wird. Durch diese Zuordnung der Austrittsstömungsquerschnitte der Zumischluftlöcher
in den Brennraum sowie des Abstandes L der Zumischluft in Axialrichtung der Brennkammer
können signifikante Verbesserungen bei den NOx-Emissionen erzielt werden. Durch Einhaltung
dieser Anordnungsvorschrift für die Zumischluftlöcher kann eine effiziente Abmagerung
des Brennstoff-Luft-Gemisches in der Brennkammer erreicht werden, sodass in der Brennkammer
keine Bereiche mit Kraftstoffüberschuss vorhanden sind, welche sich negativ auf die
NOx-Emissionen auswirken. Durch die gezielte Anordnung der Zumischluftlöcher gemäß
der vorherstehend erläuterten Gleichung kann eine gleichmäßige Abmagerung in Axialrichtung
durch die Brennkammer hindurch erreicht werden. Somit können insbesondere die NOx-Emissionen
optimal reduziert werden und eine vollständige Verbrennung des zugeführten Kraftstoffs
erreicht werden.
[0007] Der Durchflusskoeffizient eines Zumischlochs ist ein Maß für die effektive Stromröhre
durch das Zumischloch und beschreibt damit welcher Anteil der Zumischlochquerschnittsfläche
im Mittel von Annulus zu Flammrohr durchströmt wird. Der durch ein solches Zumischloch
durchgesetzte Massenstrom (Impulsstrom) ist vom anliegenden treibenden Druckgefälle
über das Zumischloch abhängig, von der Form und Gestalt des Zumischlochs und von der
Reynolds und Mach Zahl. Unter Form und Gestalt eines Zumischlochs ist hierbei die
mittlere Querschnittsform (z.B. Kreis, Ellipse) zu verstehen, die Einlaufgeometrie
am stromaufgelegenen Ende des Zumischlochs (z.B. gerundeter Einlauf oder gestufter
Einlauf), die Orientierung des Lochs relativ zur Strömung (relevant bei nicht kreisrunden
Querschnittsformen und bei kreisrunden Querschnittsformen, die eine mittlere Anstellung
relativ zur Oberfläche (Außenkanalstruktur (Annulus)/Brennkammer (Flammrohr)) haben,
welche nicht senkrecht zur Oberfläche ist) sowie der effektiven Führungslänge des
Zumischlochs. Unter effektiver Führungslänge ist dabei die Länge zu verstehen, welche
zu einer verbesserten Führung der Strömung innerhalb des Zumischlochs führt. Dies
kann dadurch erzielt werden, dass das Loch in der Weise verlängert wird, dass das
Zumischloch (über den Umfang nicht notwendigerweise gleichartig) in das Flammrohr
hineinragt aber auch durch ein Kühlungsarrangement kann bereits aufgrund des strukturellen
Aufbaus, Liner-Schindel-Arrangement, eine Verlängerung der effektiven Strömungsführung
erzielt werden. Der Durchflusskoeffizient ist eine Größe, welche je Zumischloch unterschiedlich
sein kann, da zu den bereits genannten Einflussgrößen die Abhängigkeit vom Strömungszustand
stromauf und stomab des Zumischlochs Einfluss nimmt. Der Zuströmzustand zum Zumischloch
z.B. wird in einer Fett-Mager Brennkammeranordnung durch Komponenten wie dem Injektor,
dem Injektorarm, von vom Kühlungsschema abhängigen mechanischen Komponenten wie beispielsweise
Schrauben im Falle einer Liner-Schindel Kühlung, ggf. von strukturrelevanten Bauteilen
wie Befestigungsstiften und von Zündvorrichtungen beeinflusst. Gleichermaßen sind
Bauabweichungen und Kühlungsunterschiede wie es beispielsweise bei einer beschindelten
Brennkammer zwischen den Schindeln auftritt entscheidend für die Homogenität der Anströmung.
Zudem beeinflussen nicht kontrollierbare Leckageströme die aufgrund des Zusammenbaus
und der toleranzbehafteten Fertigung auftreten die Strömung. Da eine Fett-Mager Brennkammer
zumeist eine Strömungsführung in Form einer Einlaufhaube um den Injektor hinzu den
Annuli hat, sind auch die geometrischen Variationen einer solchen Einlaufhaube und
die Beschleunigungsverhältnisse um eine solche Haube entscheidend für die Ausbildung
eines Strömungsprofiles im Annulus. Gemein ist all den genannten Einflussfaktoren,
dass der Zuströmzustand weder in radialer noch in umfänglicher Richtung homogen ist,
was den Durchflusskoeffizienten eines Zumischlochs beeinflusst. Diese Betrachtungen
sind nicht auf den Zustand stromauf des Zumischlochs beschränkt, da ein Zumischloch
von allen Seiten also beispielsweise auch von stromab Zufluss liegen kann. Bezüglich
des Durchflusskoeffizienten muss gleichfalls unterschieden werden, ob es sich um ein
einzelnes Zumischloch handelt oder um mehrere Zumischlöcher. Der zuletzt genannte
Fall ist der für die vorliegende Erfindung relevante Fall. Bei mehreren Zumischlöchern
ist der Durchflusskoeffizient davon abhängig, wie die Zumischlöcher relativ zueinander
orientiert und angeordnet sind, da ein jedes Zumischloch selbst Einfluss auf die Strömung
im Annulus und im Flammrohr nimmt. Im Flammrohr ist insbesondere entscheidend, ob
die Strahlen benachbarter Zumischlöcher interagieren. Dabei können die Strahlen unterschiedlicher
Zumischlöcher sich beispielsweise zu einem gemeinsamen Strahl vereinen, die Strahltrajektorie
kann wegen des sich mit dem Strahl ausbildenden Druckfeldes vom nominellen Verlauf
abweichen und nicht zuletzt ist zu unterscheiden, ob Strahlen von den gegenüberliegenden
Annuli miteinander interagieren. Die vorliegende Erfindung berücksichtigt Zumischanordnungen
von gegenüberliegenden Annuli, die zu Konfigurationen führen, wonach die Strahlen
im Wesentlichen aneinander vorbei geführt werden aber auch Konfigurationen wonach
die Strahlen direkt gegenüber liegend angeordnet sind. Die Strömung innerhalb des
Flammrohrs einer Fett-Mager Brennkammer ist verdrallt, hochturbulent und weist aufgrund
der lokal variierenden Wärmefreisetzung lokale Temperaturunterschiede und damit Dichteunterschiede
auf. Die Turbulenz beeinflusst das viskose Verhalten der Strömung und die Dichteunterschiede
führen zu einer nicht homogenen Impulsverteilung. Diese Eigenschaften sind entscheidend
für das Druckfeld im Flammrohr und damit für den treibenden Druckgradienten der Strömung
durch das Zumischloch, d.h. für den Durchflusskoeffizienten eines Zumischlochs.
[0008] Es sei angemerkt, dass erfindungsgemäß der Begriff Strömungsdurchmesser nicht auf
Kreisdurchmesser beschränkt ist, sondern unter Strömungsdurchmesser erfindungsgemäß
sowohl Kreisdurchmesser als auch Ellipsendurchmesser verstanden werden. Der Ellipsendurchmesser
wird dabei entsprechend der Gleichung D1=4*a1*b1/(a1+b1) berechnet, wobei a1 und b1
die Halbachsen einer Ellipse sind.
[0009] Vorzugsweise ist der erste Strömungsdurchmesser ein erster Kreisdurchmesser der ersten
Zumischluftlöcher. Alternativ ist der erste Strömungsdurchmesser ein erster Ellipsendurchmesser
der ersten Zumischluftlöcher.
[0010] Der zweite Strömungsdurchmesser D2 kann ebenfalls ein zweiter Kreisdurchmesser der
Zumischluftlöcher oder ein zweiter Ellipsendurchmesser der zweiten Zumischluftlöcher
sein.
[0011] Der mittlere Durchflusskoeffizient C ist ein Maß der effektiven Durchströmung im
Mittel aller Zumischluftlöcher und liegt bevorzugt in einem Bereich von 0,60 bis 0,75
und beträgt besonders bevorzugt 0,69.
[0012] Weiter bevorzugt sind die ersten Strömungsdurchmesser und/oder die zweiten Strömungsdurchmesser
innerhalb der jeweiligen Zumischluftreihen unterschiedlich, wobei dann der erste Strömungsdurchmesser
oder der zweite Strömungsdurchmesser als Mittelwert der unterschiedlich großen ersten
und zweiten Strömungsdurchmesser für jede Zumischluftreihe bestimmt wird.
[0013] Eine besonders gute Zuströmung der Zumischluft durch die ersten und zweiten Zumischluftlöcher
wird erreicht, wenn die Strömungsdurchmesser der ersten und zweiten Zumischluftlöcher
in Durchströmungsrichtung durch die Zumischluftlöcher konstant sind.
[0014] Weiter bevorzugt ist die Anzahl der ersten und zweiten Zumischluftlöcher an der Außenringwand
und/oder an der Innenringwand gleich.
[0015] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist eine
Anzahl der ersten Zumischluftlöcher gleich einer doppelten Anzahl von Kraftstoffdüsen.
[0016] Eine besonders gute NOx-Reduzierung wird erreicht, wenn die zweiten Zumischluftlöcher
an der Außenringwand und/oder an der Innenringwand in Umfangsrichtung versetzt zu
den ersten Zumischluftlöchern angeordnet sind. Hierbei sind die zweiten Zumischluftlöcher
besonders bevorzugt derart zu den ersten Zumischluftlöchern versetzt, dass die zweiten
Zumischluftlöcher in Umfangsrichtung mittig zwischen den ersten Zumischluftlöchern
mit dem axialen Abstand L liegen.
[0017] Bevorzugt sind die ersten Zumischluftlöcher in der Außenringwand in Durchströmungsrichtung
der Brennkammer jeweils auf einer Mittelachse einer Kraftstoffdüse angeordnet und
die ersten Zumischluftlöcher in der Innenringwand sind in Umfangsrichtung um einen
Winkel α = 360°/(2*N1) versetzt sind, wobei N1 die Anzahl der Zumischluftlöcher der
ersten Zumischluftreihe ist. Alternativ sind die ersten Zumischluftlöcher in der Innenringwand
in Durchströmungsrichtung der Brennkammer jeweils auf einer Mittelachse einer Kraftstoffdüse
angeordnet und die ersten Zumischluftlöcher in der Außenringwand sind in Umfangsrichtung
um einen Winkel α = 360°/(2*N1) versetzt sind, wobei N1 die Anzahl der Zumischluftlöcher
der ersten Zumischluftreihe ist. Durch diese Anordnungsvorschrift ist sichergestellt,
dass die Zumischluft der ersten Zumischluftreihe möglichst direkt mit dem aus der
Kraftstoffdüse austretenden Kraftstoff in Kontakt kommt und eine sehr gute Durchmischung
erfolgt.
[0018] Eine weitere Reduzierung von NOx-Emission kann erreicht werden, wenn die ersten Zumischluftlöcher
erste Mittelachsen aufweisen, die in einer ersten Ebene liegen und die zweiten Zumischluftlöcher
zweite Mittelachsen aufweisen, die in einer zweiten Ebene liegen. Hierbei sind bevorzugt
die erste und zweite Ebene parallel zueinander angeordnet. Besonders bevorzugt sind
die ersten und zweiten Mittelachsen der ersten und zweiten Zumischluftlöcher senkrecht
zu einem Mittelkonus einer konusförmigen Brennkammer.
[0019] Vorzugsweise sind die ersten und/oder zweiten Mittelachsen senkrecht zu einer Tangente
an der Innenringwand und/oder senkrecht zu einer Tangente an der Außenringwand der
Brennkammer.
[0020] Alternativ weist die Brennkammer eine tonnenförmige Ringform mit einer tonnenförmigen
Mittelmantelfläche auf und die ersten und zweiten Mittelachsen der ersten und zweiten
Zumischluftlöcher sind senkrecht zu der tonnenförmigen Mittelmantelfläche angeordnet.
[0021] Bevorzugt weist die Brennkammer eine tonnenförmige Form auf und/oder die ersten und/oder
zweiten Zumischluftlöcher weisen eine Mittelachse auf, welche in einem Winkel ungleich
90° zu einer Tangente an der Außenringwand der Brennkammer angeordnet sind.
[0022] Weiterhin können die NOx-Emissionen zusätzlich gesenkt werden, wenn jeder Kraftstoffdüse
der Brennkammer in Axialrichtung ein erstes Zumischluftloch zugeordnet ist. Wenn bevorzugt
die Anzahl der ersten Zumischluftlöcher dabei doppelt so groß ist, wie die Anzahl
von Kraftstoffdüsen, ist in Umfangsrichtung zwischen den jeweils einer Kraftstoffdüse
zugeordneten ersten Zumischluftlöchern noch jeweils ein weiteres erstes Zumischloch
in Umfangsrichtung angeordnet.
[0023] Weiter bevorzugt sind die ersten und/oder zweiten Zumischlöcher in der Außenringwand
jeweils koaxial zu den ersten und/oder zweiten Zumischluftlöchern in der Innenringwand.
Dadurch ist jedem Zumischluftloch in der ersten Zumischluftreihe der Außenringwand
jeweils ein Zumischluftloch in der ersten Zumischluftreihe der Innenringwand zugeordnet.
Gleiches gilt bevorzugt für die zweiten Zumischluftreihen der zweiten Zumischluftlöcher.
Somit kann eine Auslegung der Zumischluftlöcher derart erfolgen, dass beispielsweise
die Zumischluftlöcher in der Außenringwand der Ringbrennkammer gemäß der Gleichung
L ausgelegt werden und ein Übertrag der axialen Positionen für die Zumischluftlöcher
in der Innenringwand erfolgt. Damit wird der Abstand L an der Innenringwand gleich
wie an der Außenringwand. Alternativ kann die Auslegung der Zumischluftlöcher auch
derart erfolgen, dass die Zumischluftlöcher in der Innenringwand der Ringbrennkammer
gemäß der Gleichung L ausgelegt werden und ein Übertrag der axialen Positionen auf
die Zumischluftlöcher der Außenringwand erfolgt. Auch damit wird der Abstand L an
der Innenringwand zwischen den Zumischluftlöchern gleich wie auf der Außenringwand.
Weiter alternativ ist es selbstverständlich auch möglich, dass eine Auslegung der
Zumischluftlöcher an der Außenringwand der Ringbrennkammer getrennt von einer Auslegung
der Zumischluftlöcher an der Innenringwand erfolgt, jedoch jeweils gemäß der Gleichung
L=D2/D1*(D2-D1)/C
2.
[0024] Es wurde weiterhin festgestellt, dass eine positive Auswirkung auf die NOx-Emissionen
weiter verbessert werden kann, wenn die ersten und/oder zweiten Zumischluftlöcher
vorzugsweise teilweise in den Brennraum vorstehen. Die Zumischluftlöcher weisen somit
einen in den Brennraum vorstehenden, umlaufenden Flansch auf, sodass der Austritt
der Zumischluft aus den ersten und/oder zweiten Zumischluftlöchern mit etwas Abstand
von der inneren Brennkammerwand der Brennkammer erfolgt. Weiter bevorzugt variiert
die Höhe des Flansches in Umfangsrichtung des Flansches.
[0025] Ferner betrifft die vorliegende Erfindung eine Gasturbine, insbesondere eine Fluggasturbine,
mit einer Brennkammeranordnung gemäß der vorliegenden Erfindung.
[0026] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme
auf die begleitende Zeichnung im Detail beschrieben. Gleiche bzw. funktional gleiche
Teile sind dabei jeweils mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet. In der Zeichnung
ist:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Gasturbinentriebwerks gemäß der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 2
- eine schematische Teilschnittansicht einer Brennkammer gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer Anordnung von Zumischluftlöchern an der Brennkammer
entsprechend dem ersten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 4
- eine schematische Teilschnittansicht der Brennkammer von Fig. 2,
- Fig. 5
- eine schematische Teilschnittansicht einer Brennkammern gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
- Fig. 6
- eine schematische Teilschnittansicht einer Brennkammer gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung einer Anordnung von Zumischluftlöchern gemäß einem vierten
Ausführungsbeispiel der Erfindung und
- Fig. 8
- eine schematische Darstellung einer Anordnung von Zumischluftlöchern gemäß einem fünften
Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0027] Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die Figuren 1 bis 4 ein Gasturbinentriebwerk
100 und eine Brennkammeranordnung 1 gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung
im Detail beschrieben.
[0028] Das Gasturbinentriebwerk 100 gemäß Figur 1 ist ein Beispiel einer Turbomaschine,
bei der die Erfindung Anwendung finden kann. Die Erfindung kann jedoch auch bei anderen
Gasturbinen, beispielsweise Fluggasturbinen, verwendet werden.
[0029] Das Gasturbinentriebwerk 100 weist in Strömungsrichtung A nacheinander einen Lufteinlass
110, einen in einem Gehäuse umlaufenden Fan 12, einen Mitteldruckkompressor 13, einen
Hochdruckkompressor 14, eine ringförmige Brennkammer 15, eine Hochdruckturbine 16,
eine Mitteldruckturbine 17 und eine Niederdruckturbine 18 sowie eine Abgasdüse 19
auf, die sämtlich um eine zentrale Triebwerksachse X-X angeordnet sind.
[0030] Der Mitteldruckkompressor 13 und der Hochdruckkompressor 14 umfassen jeweils mehrere
Stufen, von denen jede eine in Umfangsrichtung verlaufende Anordnung fester stationärer
Leitschaufeln 20 aufweist, die allgemein als Statorschaufeln bezeichnet werden und
die radial nach innen vom Triebwerksgehäuse 21 in einem ringförmigen Strömungskanal
durch den Mitteldruckkompressor 13 und den Hochdruckkompressor 14 vorstehen. Die Kompressoren
weisen weiter eine Anordnung von Kompressorlaufschaufeln 22 auf, die radial nach außen
von einer drehbaren Trommel oder Scheibe 26 vorstehen, die mit Naben 27 der Hochdruckturbine
16 und der Mitteldruckturbine 17 gekoppelt sind.
[0031] Die drei Turbinenabschnitte der Hochdruckturbine 16, der Mitteldruckturbine 17 und
der Niederdruckturbine 18 weisen ähnliche Stufen auf, die eine Anordnung von festen
Leitschaufeln 23, die radial nach innen vom Gehäuse 21 in einen ringförmigen Strömungskanal
durch die drei Turbinenabschnitte vorstehen und eine nachfolgende Anordnung von Turbinenschaufeln
24, die nach außen von der drehbaren Nabe 27 vorstehen. Die Kompressortrommel oder
Kompressorscheibe 26 und die darauf angeordneten Kompressorlaufschaufeln 22 sowie
die Turbinenrotornabe 27 und die darauf angeordneten Turbinenschaufeln 24 drehen sich
im Betrieb um die Triebwerksachse X-X.
[0032] Die Figuren 2 und 3 zeigen im Detail die Brennkammeranordnung 1. Neben der ringförmigen
Brennkammer 15 umfasst die Brennkammeranordnung 1, wie in Figur 2 gezeigt, einen Brennkammerkopf
3 mit einer Vielzahl von Kraftstoffdüsen 6. Kraftstoff wird über eine Kraftstoffleitung
2 zu den Kraftstoffdüsen 6 zugeführt.
[0033] Die ringförmige Brennkammer 15 umfasse eine Innenringwand 7 und eine Außenringwand
8. Die Innenringwand 7 ist doppelwandig ausgeführt und umfasst einen inneren Schindelträger
71 und eine innere Brennkammerschindel 72. Die Außenringwand 8 ist ebenfalls doppelwandig
ausgeführt und umfasst einen äußeren Schindelträger 81 und eine äußere Brennkammerschindel
82. Es sei angemerkt, dass alternativ die Innenringwand und die Außenringwand auch
einwandig ausgeführt werden können.
[0034] Am Brennkammerkopf 3 ist ferner noch eine Kopfplatte 4 und ein Hitzeschild 5 zum
thermischen Schutz des Brennkammerkopfes 3 angeordnet.
[0035] Wie aus Figur 2 ersichtlich ist, ist die Brennkammer 15 geneigt zur Triebwerksachse
X-X angeordnet, sodass eine Mitte der Brennkammer 15 durch einen Mittelkonusmantel
9 definiert ist.
[0036] Weiterhin bezeichnet das Bezugszeichen 80 eine Brennkammeraufhängung und das Bezugszeichen
90 einen Brennkammerflansch.
[0037] Die Brennkammeranordnung 1 umfasst ferner eine erste Zumischluftreihe Z1 mit einer
Vielzahl von als Durchgangsöffnungen ausgebildeten ersten Zumischluftlöchern 10. Ferner
umfasst die Brennkammeranordnung eine zweite Zumischluftreihe Z2 mit einer Vielzahl
von zweiten, als Durchgangsöffnungen ausgebildeten Zumischluftlöchern 11. Die ersten
und zweiten Zumischluftlöcher sind jeweils in der Innenringwand 7 und der Außenringwand
8 angeordnet.
[0038] Jedes der ersten Zumischluftlöcher 10 weist einen ersten inneren Mittelpunkt 10a
auf, und jedes der zweiten Zumischluftlöcher 11 weist einen zweiten inneren Mittelpunkt
11a auf. Wie aus Figur 3 und 4 ersichtlich ist, sind alle ersten inneren Mittelpunkte
10a in einer ersten Ebene E1 angeordnet und alle zweiten inneren Mittelpunkte 11a
sind in einer zweiten Ebene E2 angeordnet.
[0039] Die ersten und zweiten inneren Mittepunkte 10a, 11a liegen dabei jeweils an einer
zur Brennkammer 15 gerichteten Seite der Zumischluftlöcher 10, 11. Die ersten und
zweiten Zumischluftlöcher in den Brennkammerwänden sind nun derart angeordnet, dass
die nachfolgende Gleichung erfüllt ist:

wobei L ein Abstand zwischen den ersten und zweiten inneren Mittelpunkten 10a, 11a
der ersten und zweiten Zumischluftlöcher 10, 11 in axialer Richtung der Brennkammer
15 ist, wobei D1 ein erster Strömungsdurchmesser der ersten Zumischluftlöcher 10 an
der Austrittsseite zur Brennkammer 15 ist und D2 ein zweiter Strömungsdurchmesser
der zweiten Zumischluftlöcher 11 an der Austrittsseite zur Brennkammer 15 ist. C ist
ferner ein mittlerer Durchflusskoeffizient der ersten und zweiten Zumischlöcher.
[0040] Der Strömungsdurchmesser D1 und D2 des ersten Ausführungsbeispiels ist dabei derart
gewählt, dass der Strömungsdurchmesser D1 der ersten Zumischluftlöcher 10 und der
zweiten Zumischluftlöcher 11 kreisförmig ist. Somit sind die Strömungsdurchmesser
als Kreisdurchmesser ausgebildet.
[0041] Dabei ist ein erster Durchmesser D1 kleiner als der zweite Durchmesser D2.
[0042] In Umfangsrichtung sind die Zumischluftlöcher 10 der ersten Zumischluftreihe Z1 gleich
beabstandet und weisen einen Abstand U von jeweils zueinander benachbarten ersten
inneren Mittelpunkten 10a (vgl. Figur 3) auf. Die zweiten Zumischluftlöcher 11 der
zweiten Zumischluftreihe Z2 weisen dabei den gleichen Abstand in Umfangsrichtung U
auf. Dabei sind die ersten und zweiten inneren Mittelpunkte 10a, 11a, jeweils um den
Abstand U/2 in Umfangsrichtung versetzt (vgl. Figur 3).
[0043] Weiterhin sind dabei erste Zumischluftlöcher 10 derart angeordnet, dass immer ein
erstes Zumischluftloch 10 in Flucht in Durchströmungsrichtung A der Brennkammer auf
einer Mittelachse 60 jeder Kraftstoffdüse 6 angeordnet ist (vgl. Figur 3). Alternativ
ist es auch möglich, dass diese Bedingung nur auf der Innenringwand oder nur auf der
Außenringwand erfüllt ist.
[0044] Der mittlere Durchflusskoeffizient C der ersten und zweiten Zumischlöcher ist dabei
in einem Bereich von 0,60 bis 0,75 und beträgt besonders bevorzugt 0,69. Der Durchflusskoeffizient
C ist bei jedem der Zumischluftlöcher 10, 11 ungefähr gleichgroß, sodass der Durchflusskoeffizient
C auch unter Berücksichtigung von Toleranzbändern immer bevorzugt mit 0,69 gewählt
werden kann.
[0045] Es sei angemerkt, dass der Strömungsdurchmesser D1, D2 nicht unbedingt ein Kreisdurchmesser
sein muss, sondern beispielsweise ein Ellipsendurchmesser sein kann.
[0046] Im ersten Ausführungsbeispiel sind die ersten und zweiten Zumischluftlöcher 10, 11
zylindrisch (vgl. Figur 4). Sollten die ersten und zweiten Zumischluftlöcher nicht
zylindrisch gewählt werden, sondern beispielsweise konisch oder konvex, wird als erster
und zweiter Strömungsdurchmesser jeweils der kleinste Durchmesser des Zumischlochs
gewählt.
[0047] Die Anzahl der ersten Zumischlöcher 10 ist gleich der Anzahl der zweiten Zumischlöcher
11. Die zweiten Zumischlöcher 11 der zweiten Zumischreihe Z2 sind in Umfangsrichtung
jeweils mittig versetzt zu den Zumischluftlöchern 10 der ersten Zumischluftreihe Z1
angeordnet, was schematisch in Figur 3 gezeigt ist. Die Anzahl der ersten und zweiten
Zumischluftlöcher 10, 11 wird durch die insgesamt zur Verfügung stehende Luftmenge
für die Zumischung definiert und kann durch die Summe der Teilflächen der ersten und
zweiten Zumischluftlöcher multipliziert mit der Anzahl der Löcher wie folgt berechnet
werden:

[0048] Für die Auslegung kann nun entweder der Abstand L zwischen den beiden Zumischluftreihen
und die Fläche B mit der Lochzahl N einer Zumischluftreihe z. B. N1 der ersten Zumischluftreihe,
oder die Fläche B und die Lochzahl N und einer der Durchmesser D1, D2 der ersten und
zweiten Zumischluftlöcher oder das Verhältnis der Durchmesser der ersten und zweiten
Zumischluftlöcher zueinander angegeben werden.
[0049] Beispielsweise werden die Fläche B, die Anzahl N der Zumischluftlöcher der ersten
(N1) oder zweiten (N2) Zumischluftreihe, welche in diesem Ausführungsbeispiel bei
beiden Zumischluftreihen gleich ist, und das Verhältnis D2/D1 vorgegeben:
Gesamtfläche B: 12.000 mm2
[0050] Anzahl N der Zumischlöcher der ersten oder zweiten Zumischluftreihe: 48

[0051] Da der Durchflusskoeffizient mit 0,69 bekannt ist, ergibt sich für den ersten Durchmesser
D1 ein Wert von 10,9 mm, für den zweiten Durchmesser D2 ein Wert von 14,1 mm und für
die Länge L ein Wert von 8,74 mm.
[0052] Somit kann erfindungsgemäß sichergestellt werden, dass eine ausreichende Zumischluftmenge
in die Brennkammer 15 zugeführt werden kann, sodass die Bildung von unerwünschten
NOx-Emissionen signifikant reduziert werden kann. Durch die entlang des Umfangs gleichmäßige
Verteilung der ersten und zweiten Zumischluftlöcher 10, 11 kann somit vermieden werden,
dass bei der Verbrennung brennstoffreiche Bereiche und Bereiche hoher Verbrennungstemperaturen
in der Brennkammer 15 übrig bleiben. Die geschickte Anordnung der Zumischluftlöcher
ermöglicht somit, dass eine gleichmäßige Abmagerung in der Brennkammer 15 erreicht
wird.
[0053] Wie aus Figur 2 ersichtlich ist, sind erste Mittelachsen M1 der ersten Zumischluftlöcher
10 derart angeordnet, dass diese in der Ebene E1 liegen. Ferner liegen die Mittelachsen
M2 der zweiten Zumischluftlöcher 11 in der zweiten Ebene E2. Da der Abstand L jeweils
an den inneren Mittelpunkten 10a, 11a der ersten und zweiten Zumischluftlöcher 10,
11 bestimmt wird, ist es auch möglich, den Abstand L zu bestimmen, wenn die Mittelachsen
M1, M2 der Zumischluftlöcher 10, 11 geneigt zum Mittelkonusmantel 9 sind. Im ersten
Ausführungsbeispiel schneiden die ersten Mittelachsen M1 und die zweiten Mittelachsen
M2 den Mittelkonusmantel 9 der Brennkammer 15 jeweils senkrecht.
[0054] Somit wird erfindungsgemäß eine Verbindung zwischen den Strömungsdurchmessern D1,
D2 der ersten und zweiten Zumischluftlöcher 10, 11 und dem Abstand L in Durchströmungsrichtung
A der Brennkammer 15 hergestellt, um eine Optimierung der Reduzierung von NOx-Emissionen
zu erreichen.
[0055] Figur 5 zeigt eine Brennkammeranordnung 1 gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel
der Erfindung. Wie aus Figur 5 ersichtlich ist, weist die Brennkammer 15 des zweiten
Ausführungsbeispiels eine tonnenförmige Ringform auf. Dadurch ergeben sich unterschiedliche
Zuströmrichtungen der Zumischluft der ersten Zumischluftreihe Z1 und der zweiten Zumischluftreihe
Z2 in die Brennkammer 15. Wie aus Figur 5 ersichtlich ist, sind die ersten Zumischluftlöcher
10 derart angeordnet, dass diese senkrecht zu einer ersten Tangente T1 der Brennkammeraußenwand
8 angeordnet ist. Die zweiten Zumischlöcher 11 sind senkrecht zu einer zweiten Tangente
T2 an der Brennkammeraußenwand 8 angeordnet. Hierdurch ergeben sich unterschiedliche
Neigungen der ersten und zweiten Zumischluftlöcher, wodurch eine unterschiedliche
Vermischung mit Zumischluft in der Brennkammer 15 erhalten wird. Weiterhin sind beim
zweiten Ausführungsbeispiel die ersten und zweiten Zumischluftlöcher derart ausgebildet,
dass diese teilweise in das Innere der Brennkammer 15 vorstehen. Hierbei weist das
erste Zumischluftloch 10 einen inneren Flansch 10b auf, welcher in die Brennkammer
15 vorsteht. Das zweite Zumischloch 11 weist einen inneren Flansch 11 b auf, welcher
in die Brennkammer 15 vorsteht. Dadurch wird der Durchstoßpunkt der Mittellinien M1
und M2 der ersten und zweiten Zumischluftlöcher 10, 11, und somit die inneren Mittelpunkte
10a, 11a, weiter nach innen in die Brennkammer 15 versetzt, wodurch sich eine unterschiedliche
Länge L als Abstand in Durchströmungsrichtung A zwischen der ersten und zweiten Zumischluftreihe
Z1, Z2 ergibt.
[0056] Figur 6 zeigt eine Brennkammeranordnung 1 gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel
der Erfindung. Das dritte Ausführungsbeispiel entspricht im Wesentlichen dem zweiten
Ausführungsbeispiel, wobei im Unterschied dazu die zweiten Zumischluftlöcher 11 geneigt
zu einer zweiten Tangente T2 an der Brennkammeraußenwand 8 angeordnet sind. Dadurch
verschiebt sich der Durchstoßpunkt am Austritt der zweiten Zumischluftlöcher 11, sodass
der zweite innere Mittelpunkt 11a näher an der ersten Zumischluftreihe Z1 angeordnet
ist. Dadurch verkürzt sich der Abstand L. Ferner sind die ersten und zweiten Zumischluftlöcher
10, 11 wieder derart ausgebildet, dass diese teilweise in die Brennkammer 15 vorstehen.
Der Flansch 11 b der zweiten Zumischlöcher 11 ragt dabei weiter in die Brennkammer
als der Flansch 10b der ersten Zumischluftlöcher 10.
[0057] Figur 7 zeigt schematisch eine Brennkammeranordnung gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel
der Erfindung. Im Unterschied zu den vorhergehenden Ausführungsbeispielen sind beim
vierten Ausführungsbeispiel die Strömungsdurchmesser der ersten und zweiten Zumischluftlöcher
10, 11 nicht mehr als Kreisdurchmesser vorgesehen, sondern als Ellipsendurchmesser.
Hierbei ist eine Ellipsenfläche der zweiten Zumischluftlöcher 11 größer als die der
ersten Zumischluftlöcher 10. Der Strömungsdurchmesser D1 und D2 der ersten und zweiten
Zumischluftlöcher 10, 11 wird bei einer Ellipsenform dabei wie folgt berechnet:

wobei a1 und b1 die Halbachsen der Ellipse der ersten Zumischlöcher 10 sind.
[0058] Der zweite Strömungsdurchmesser D2 wird wie folgt berechnet:

wobei a2 und b2 die Halbachsen der Ellipse der zweiten Zumischluftlöcher 11 sind.
[0059] Wie beim ersten Ausführungsbeispiel sind beim vierten Ausführungsbeispiel die zweiten
Zumischluftlöcher 11 der zweiten Zumischluftreihe Z2 in Umfangsrichtung mittig versetzt
zu den Zumischluftlöchern 10 der ersten Zumischluftreihe Z1. Die inneren ersten und
zweiten Mittelpunkte 10a und 11a liegen wiederum in einer ersten Ebene E1 bzw. einer
zweiten Ebene E2. Jedes zweite erste Zumischloch 10 der ersten Zumischlochreihe Z1
liegt dabei wieder fluchtend mit der Mittelachse 60 der Kraftstoffdüsen 6. Somit ist
jeder Kraftstoffdüse 6 in Axialrichtung genau ein erstes Zumischluftloch 10 zugeordnet.
[0060] Fig. 8 zeigt schematisch eine Brennkammeranordnung gemäß einem fünften Ausführungsbeispiel
der Erfindung. Im Unterschied zum vierten Ausführungsbeispiel sind beim fünften Ausführungsbeispiel
die ersten Zumischluftlöcher 10 kreisförmig vorgesehen und die zweiten Zumischluftlöcher
11 ellipsenförmig ausgebildet. Die Kreisdurchmesser und die Ellipsendurchmesser sind
dabei entlang der jeweiligen Zumischluftreihen Z1, Z2 bei jedem Zumischluftloch gleich
groß. Die längere Halbachse der Ellipsen ist dabei in Durchströmungsrichtung A ausgerichtet.
Es sei ferner angemerkt, dass auch die erste Zumischluftreihe Z1 ellipsenförmige Zumischluftlöcher
aufweisen kann und die zweite Zumischluftreihe Z2 kreisförmige Zumischluftlöcher aufweisen
kann.
[0061] Zu allen beschriebenen Ausführungsbeispielen sei angemerkt, dass auch beliebige Kombinationen
zwischen Kreisdurchmessern und Ellipsendurchmessern möglich sind. Auch kann die längere
Halbachse der Ellipsen senkrecht zur Durchströmungsrichtung A angeordnet sein. Alternativ
sind Kreisdurchmesser und Ellipsendurchmesser in wenigstens einer Zumischluftreihe
abwechselnd angeordnet, oder in beiden Zumischluftreihen Z1, Z2 sind Zumischluftlöcher
abwechselnd mit Kreisdurchmesser und Ellipsendurchmesser ausgebildet, welche auch
in Umfangsrichtung versetzt sein können.
Bezugszeichenliste
[0062]
- 1
- Brennkammeranordnung
- 2
- Kraftstoffleitung
- 3
- Brennkammerkopf
- 4
- Kopfplatte
- 5
- Hitzeschild
- 6
- Kraftstoffdüse
- 7
- Doppelwandige Innenringwand
- 8
- Doppelwandige Außenringwand
- 9
- Mittelkonusmantel
- 10
- erste Zumischluftlöcher
- 10a
- erste innere Mittelpunkte
- 10b
- Flansch
- 10c
- erste äußere Mittelpunkte
- 11
- zweite Zumischluftlöcher
- 11a
- zweite innere Mittelpunkte
- 11b
- Flansch
- 11c
- zweite äußere Mittelpunkte
- 12
- im Gehäuse umlaufender Fan
- 13
- Mitteldruckkompressor
- 14
- Hochdruckkompressor
- 15
- Brennkammer
- 16
- Hochdruckturbine
- 17
- Mitteldruckturbine
- 18
- Niederdruckturbine
- 19
- Abgasdüse
- 20
- Leitschaufeln
- 21
- Triebwerksgehäuse
- 22
- Kompressorlaufschaufeln
- 23
- Leitschaufeln
- 24
- Turbinenschaufeln
- 26
- Kompressortrommel oder-scheibe
- 27
- Turbinenrotornabe
- 28
- Auslasskonus
- 60
- Mittelachse der Kraftstoffdüse
- 71
- innerer Schindelträger
- 72
- innere Brennkammerschindel
- 80
- Brennkammeraufhängung
- 81
- äußerer Schindelträger
- 82
- äußere Brennkammerschindel
- 90
- Brennkammerflansch
- 100
- Gasturbinentriebwerk
- 110
- Lufteinlass
- A
- Durchströmungsrichtung
- B
- Fläche aller Zumischlöcher
- C
- mittlerer Durchflusskoeffizient
- D1
- erster Strömungsdurchmesser
- D2
- zweiter Strömungsdurchmesser
- E1
- erste Ebene
- E2
- zweite Ebene
- L
- Abstand der inneren Mittelpunkte
- M1
- erste Mittelachse
- M2
- zweite Mittelachse
- N
- Anzahl der Zumischlöcher einer Zumischluftreihe
- N1
- Anzahl der Zumischlöcher der ersten Zumischluftreihe Z1
- N2
- Anzahl der Zumischlöcher der zweiten Zumischluftreihe Z2
- T1
- erste Tangente
- T2
- zweite Tangente
- X-X
- Triebwerksachse
- Z1
- erste Zumischluftreihe
- Z2
- zweite Zumischluftreihe
1. Brennkammeranordnung einer Gasturbine, umfassend
- eine ringförmige Brennkammer (15) mit einer Innenringwand (7) und einer Außenringwand
(8),
- einen Brennkammerkopf (3) mit einer Vielzahl von Kraftstoffdüsen (6),
- eine erste Zumischluftreihe (Z1) mit einer Vielzahl von als Durchgangsöffnungen
ausgebildeten ersten Zumischluftlöchern (10), welche in der Innenringwand (7) und/oder
der Außenringwand (8) angeordnet sind,
- eine zweite Zumischluftreihe (Z2) mit einer Vielzahl von als Durchgangsöffnungen
ausgebildeten zweiten Zumischluftlöchern (11), welche in der Innenringwand (7) und/oder
der Außenringwand (8) angeordnet sind,
- wobei die ersten Zumischluftlöcher (10) erste innere Mittelpunkte (10a) und erste
äußere Mittelpunkte (10c) aufweisen und die zweiten Zumischluftlöcher (11) zweite
innere Mittelpunkte (11a) und zweite äußere Mittelpunkte (11c) aufweisen, wobei die
ersten und zweiten inneren Mittelpunkte (10a, 11a) jeweils an einer zur Brennkammer
(15) gerichteten Seite der ersten und zweiten Zumischluftlöcher (10, 11) liegen, und
die ersten und zweiten äußeren Mittelpunkte (10c, 11 c) an einer von der Brennkammer
(15) abgewandten Seite der ersten und zweiten Zumischluftlöcher (10, 11) liegen.
- wobei die Gleichung

erfüllt ist,
- wobei L ein Abstand zwischen den ersten und zweiten inneren Mittelpunkten (10a,
11a) und/oder den ersten und zweiten äußeren Mittelpunkten (10c, 11c) der ersten und/oder
zweiten Zumischluftlöcher (10, 11) ist,
- wobei D1 ein erster Strömungsdurchmesser der ersten Zumischluftlöcher (10) an einer
Eintrittsseite und/oder einer Austrittsseite zur Brennkammer (15) ist und D2 ein zweiter
Strömungsdurchmesser der zweiten Zumischluftlöcher (11) an der Eintrittsseite und/oder
der Austrittsseite zur Brennkammer (15) ist,
- wobei der zweite Strömungsdurchmesser D2 größer als der erste Strömungsdurchmesser
D1 ist, und
- wobei C ein Maß für einen mittleren Durchflusskoeffizienten der ersten und zweiten
Zumischlöcher (10, 11) ist.
2. Brennkammeranordnung nach Anspruch 1, wobei der erste Strömungsdurchmesser D1 ein
erster Kreisdurchmesser der ersten Zumischluftlöcher (10) ist oder wobei der erste
Strömungsdurchmesser D1 ein erster Ellipsendurchmesser der ersten Zumischluftlöcher
(10) entsprechend der Gleichung D1=4*(a1*b1)/(a1+b1) ist, wobei a1 und b1 die Halbachsen
der Ellipse sind, und/oder
wobei der zweite Strömungsdurchmesser D2 ein zweiter Kreisdurchmesser der zweiten
Zumischluftlöcher (11) ist oder der zweite Strömungsdurchmesser D2 ein zweiter Ellipsendurchmesser
der zweiten Zumischluftlöcher (11) gemäß der Formel D2=4*(a2*b2)/(a2+b2) ist, wobei
a2 und b2 die Halbachsen der Ellipse sind.
3. Brennkammeranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der mittlere Durchflusskoeffizient
C in einem Bereich von 0,60 bis 0,75 liegt und insbesondere 0,69 ist.
4. Brennkammeranordnung nach einem der vorhergehenden Anspruche, wobei der erste Strömungsdurchmesser
D1 und/oder der zweite Strömungsdurchmesser D2 der ersten und zweiten Zumischluftlöcher
(10, 11) in Durchströmungsrichtung durch die Zumischluftlöcher konstant ist und/oder
wobei jeder Kraftstoffdüse (6) in Axialrichtung ein erstes Zumischloch (10) zugeordnet
ist.
5. Brennkammeranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei an der Außenringwand
(8) und/oder an der Innenringwand (7) die Anzahl der ersten Zumischluftlöcher (10)
gleich der Anzahl der zweiten Zumischluftlöcher (11) ist.
6. Brennkammeranordnung nach Anspruch 5, wobei an der Außenringwand (8) und/oder an der
Innenringwand (7) die zweiten Zumischluftlöcher (11) in Umfangsrichtung versetzt zu
den ersten Zumischluftlöchern (10) sind, insbesondere mittig in Umfangsrichtung versetzt
sind.
7. Brennkammeranordnung nach Anspruch 5, wobei die ersten Zumischluftlöcher (10) in der
Außenringwand (8) in Durchströmungsrichtung A der Brennkammer jeweils auf einer Mittelachse
(60) einer Kraftstoffdüse (6) angeordnet sind und wobei die ersten Zumischluftlöcher
(10) in der Innenringwand (7) in Umfangsrichtung um einen Winkel α = 360°/(2*N1) versetzt
sind, wobei N1 die Anzahl der Zumischluftlöcher der ersten Zumischluftreihe ist.
8. Brennkammeranordnung nach Anspruch 5, wobei die ersten Zumischluftlöcher (10) in der
Innenringwand (7) in Durchströmungsrichtung A der Brennkammer jeweils auf einer Mittelachse
(60) einer Kraftstoffdüse (6) angeordnet sind und wobei die ersten Zumischluftlöcher
(10) in der Außenringwand (8) in Umfangsrichtung um einen Winkel α = 360°/(2*N1) versetzt
sind, wobei N1 die Anzahl der Zumischluftlöcher der ersten Zumischluftreihe ist.
9. Brennkammeranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die ersten Zumischluftlöcher
(10) erste Mittelachsen (M1) aufweisen, die in einer ersten Ebene (E1) liegen und
wobei die zweiten Zumischluftlöcher (11) zweite Mittelachsen (M2) aufweisen, die in
einer zweiten Ebene (E2) liegen, wobei insbesondere die Ebenen (E1, E2) zueinander
parallel sind.
10. Brennkammeranordnung nach Anspruch 9, wobei die ersten und/oder zweiten Mittelachsen
(M1, M2) senkrecht zu einer Tangente an der Innenringwand (7) und/oder senkrecht zu
einer Tangente an der Außenringwand (8) der Brennkammer (15) sind.
11. Brennkammeranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei die Brennkammer (15)
eine tonnenförmige Form aufweist und/oder wobei die ersten und/oder zweiten Zumischluftlöcher
(10, 11) eine Mittelachse (M1, M2) aufweisen, welche in einem Winkel ungleich 90°
zu einer Tangente an der Außenringwand (8) der Brennkammer (15) angeordnet sind.
12. Brennkammeranordnung nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die ersten Zumischluftlöcher
(10) in der Außenringwand (8) jeweils koaxial zu den ersten Zumischluftlöchern (10)
in der Innenringwand (7) sind und/oder wobei die zweiten Zumischluftlöcher (11) in
der Außenringwand (8) jeweils koaxial zu den zweiten Zumischluftlöchern (11) in der
Innenringwand (7) sind.
13. Brennkammeranordnung nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Anzahl von ersten
Zumischluftlöchern (10) einer doppelten Anzahl von Kraftstoffdüsen (6) entspricht.
14. Gasturbine, umfassend eine Brennkammeranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche.