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EP 3 306 417 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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30.09.2020 Patentblatt 2020/40 |
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Anmeldetag: 07.09.2017 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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TOURBILLON UND UHR MIT TOURBILLON
TOURBILLON AND WATCH WITH TOURBILLON
TOURBILLON ET HORLOGE POURVUE D'UN TOURBILLON
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
23.09.2016 CH 12452016
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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11.04.2018 Patentblatt 2018/15 |
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Patentinhaber: Bucherer AG |
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6005 Luzern (CH) |
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Erfinder: |
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- MUTRUX, Joachim
1450 Ste-Croix (CH)
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Vertreter: Frei Patent Attorneys |
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Frei Patentanwaltsbüro AG
Postfach 8032 Zürich 8032 Zürich (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 1 995 650 EP-A2- 1 903 408 CH-A2- 705 039
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EP-A1- 2 520 985 WO-A1-01/18611
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft das Gebiet der Uhren mit mechanischem Uhrwerk. Sie betrifft
insbesondere Tourbillons.
[0002] Tourbillons bestehen im Wesentlichen aus einem Drehgestell, auf welchem Unruh, Ankerrad
und Anker angeordnet sind und welches sich relativ zum Uhrengehäuse dreht, beispielsweise
einmal pro Minute. Wenn das Drehgestell um eine einzige Achse dreht, spricht man von
einem Ein-Achs-Tourbillon. Besonders beliebt sind sogenannte fliegende Tourbillons,
bei welchen das Drehgestell nur von der Unterseite her gehalten wird, wodurch die
raffinierte Mechanik des Uhrwerks von der Oberseite her gut sichtbar ist. Das wird
im Allgemeinen genutzt, indem das Zifferblatt mit einem entsprechenden Sichtfenster
versehen wird.
[0003] Fliegende Tourbillons gemäss dem Stand der Technik haben jedoch den Nachteil, dass
sie aufgrund ungünstiger Hebelwirkungen auf die Welle, über welche gelagert wird,
sehr hohe Anforderungen an die Lagerung stellen und diese Lagerung auch eine potentielle
Schwachstelle bildet. Ausserdem ergibt diese Art der Lagerung eine gewisse axiale
Mindestausdehnung, im Allgemeinen senkrecht zur Zifferblattfläche, die zur Folge hat,
dass die entsprechenden Uhren relativ dick sein müssen.
[0004] Aus der
EP 1 903 408 ist ein Tourbillon für eine Uhr bekannt, welches ein Tourbillon-Drehgestell bildendes
Lagerrad aufweist. Dieses ist peripher durch Laufrollen gelagert. Zwei der Laufrollen
sind fix am Uhrengehäuse befestigt, und die dritte der Laufrollen ist an einem Arm
befestigt, durch welche sie durch Drehen eines Exzenters zwischen zwei Positionen
verschwenkbar ist.
[0005] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Tourbillon und eine Uhr mit Tourbillon
zu schaffen, welche Nachteile des Standes der Technik überwinden und welche insbesondere
mindestens teilweise die Vorteile eines fliegenden Tourbillons aufweisen ohne dessen
Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.
[0006] Diese Aufgaben werden durch die Erfindung gelöst, wie sie in den Patentansprüchen
definiert ist.
[0007] Gemäss einem Aspekt der Erfindung wird ein Tourbillon mit einem um eine Tourbillon-Achse
drehbar angeordneten Drehgestell zur Verfügung gestellt, welches eine Unruh und eine
Hemmung mit einem Ankerrad und einem Anker lagert. Das Drehgestell weist ein Lagerrad
auf, welches durch peripher am Lagerrad angreifende Lagerelemente gelagert ist.
[0008] Die Lagerelemente können insbesondere von radial-aussen am Lagerrad angreifen. Alternativ
kann das Lagerrad auch eine innere Lauffläche definieren, wodurch die Lagerelemente
von innen angreifen können.
[0009] Im Unterschied zum Stand der Technik wird das Drehgestell also nicht durch eine Welle
gelagert, welche konzentrisch zur Tourbillon-Achse angebracht ist und ihrerseits durch
zwei Lager unterhalb des Drehgestells oder durch je ein Lager unter- und oberhalb
des Drehgestells gelagert ist, sondern entlang der Peripherie des Lagerrads, welches
beispielsweise einen ähnlich grossen Umfang aufweisen kann wie das Drehgestell als
Ganzes. Dadurch sind in weit geringerem Ausmass ungünstige Hebelkräfte zu erwarten,
und es ist insbesondere ausreichend, wenn die Lagerung nur an einer einzigen axialen
Position erfolgt, es sind also nicht mehrere in axialem Abstand voneinander angeordnete
Lager nötig. Daher kann die axiale Dimension des Tourbillons - also dessen Tiefe -
im Vergleich zum Stand der Technik reduziert werden. Es sind also insgesamt flachere
Konstruktionen möglich.
[0010] Die Lagerelemente sind bspw. in Umfangrichtung nicht relativ zum Gehäuse bewegbar,
aber um je eine Drehachse drehbar, wodurch das Lagerrad bei der Drehung des Drehgestells
auf den Lagerelementen abrollt. Die Lagerelemente können bspw. Kugellagerelemente
sein (d.h. ein Kugellager aufweisen, bspw. indem sie ein Kugellager bilden). Solche
weisen bspw. einen inneren, gehäusefest montierten Ring, eine äussere Rolle und eine
Mehrzahl von Kugeln zwischen Ring und Rolle auf, wodurch die Rolle relativ zum Ring
widerstandsarm drehen kann.
[0011] Es können insbesondere genau drei Lagerelemente vorhanden sein, welche in Umfangsrichtung
ungefähr gleichmässig verteilt angeordnet sind.
[0012] Mindestens eines der Lagerelemente ist federnd angeordnet, d.h. es wird aufgrund
einer Federkraft gegen die periphere Lauffläche des Lagerrads gedrückt. Beispielsweise
kann eines der Lagerelemente auf einer um eine Wippenachse schwenkbaren Wippe montiert
sein, auf welche eine Feder einwirkt, so dass das Lagerelement gegen die Lauffläche
gedrückt wird. Die federnde Anordnung eines Lagerelements kann bei Stössen anfallende
Energie aufnehmen und wirkt ausserdem ausgleichend.
[0013] Wenn drei Lagerelemente vorhanden sind, können insbesondere zwei davon gehäusefest
und eines in radiale Richtungen federnd angeordnet sein.
[0014] Auch das Vorhandensein von mehr als drei Lagerelementen ist nicht ausgeschlossen.
Es können auch vier, fünf oder gar mehr Lagerelemente verwendet werden, wobei dann
beispielsweise mehrere der Lagerelemente federnd angeordnet sein können.
[0015] Nebst Kugellagern kommen auch andere Lagerelemente in Frage, bspw. Rollen, die ihrerseits
durch Gleitlager gelagert sind, oder die Lagerelemente können selbst als Gleitlager
ausgebildet sein, bspw. als Rubinlager. Als weitere Alternative können die Lagerelemente
auch als Kugeln oder Walzen ausgebildet sein, die in einer entsprechenden Nut des
Gehäuses oder einer Basis geführt sind, so dass das Drehgestell als Ganzes Teil als
Rolle (innerer oder eventuell äusserer Ring) eines Kugellagers aufgefasst werden kann.
Wichtig ist lediglich, dass eine Lagerung von der Peripherie her möglich ist und dass
die Reibungsverluste nicht zu gross sind.
[0016] Das Lagerrad bildet eine periphere, radial-äussere oder eventuell innere Lauffläche,
an welcher die Lagerelemente angreifen. Für ein glattes Abrollen der Lagerelemente
kann die Lauffläche so ausgebildet sein, dass sie in Umfangrichtung keine Struktur
aufweist, sondern glatt ist, d.h. dass sie in Funktion des Azimut-Winkels konstant
ist und insbesondere keine Zahnung oder dergleichen aufweist.
[0017] Die Lauffläche kann aber eine umlaufende Nut oder umlaufende Feder bilden, welche
mit einer komplementären Struktur der Lagerelemente zusammenwirkt um das Drehgestell
in axialer Richtung zu fixieren. Die komplementäre Struktur der Lagerelemente kann
aber in ihrer Ausgestaltung und Dimensionierung so von der Struktur der Lauffläche
abweichen, dass im Allgemeinen nur zwei Kontaktpunkte pro Lagerelement gebildet werden.
Das kann bspw. bewirkt werden, indem die jeweilige Nut im Bereich des Kontakts mit
dem in sie eingreifenden Element (Rolle; Feder) keine oder eine geringere Krümmung
aufweist als die entsprechende Oberfläche des eingreifenden Elements.
[0018] Die Lauffläche des Lagerrads ist insbesondere peripher in Bezug auf das ganze Drehgestell
angeordnet, d.h. die Lauffläche kann im Wesentlichen eine äusserste Oberfläche des
ganzen Drehgestells bilden. Der Durchmesser des Lagerrads bzw. der Durchmesser der
Lauffläche kann bspw. dem Durchmesser des Drehgestells oder mindestens 70% oder mindestens
80% dieses Durchmessers entsprechen. Dadurch können eventuelle auf das Drehgestell
einwirkende Drehmomente mit geringem Kraftaufwand auf das Gehäuse übertragen werden.
[0019] Das Tourbillon wird im Allgemeinen auch ein Drehgestell-Zahnrad aufweisen, an welchem
ein Antriebsrad des restlichen Uhrwerks angreift und über welches dieses die Drehbewegung
des Tourbillons und damit die Zeitinformation abnimmt. Dieses kann - wie an sich bekannt
- ebenfalls eine periphere Oberfläche des Drehgestells bilden. Alternativ kann das
Drehgestell-Zahnrad auch eine Innenverzahnung aufweisen. Lagerrad und Drehgestell-Zahnrad
sind im Allgemeinen relativ zueinander drehfest ausgebildet. Lagerrad und Drehgestell-Zahnrad
- sowie gegebenenfalls andere Elemente des Drehgestells - können auch einstückig miteinander
sein, d.h. durch ein- und dasselbe Element gebildet sein.
[0020] Das Tourbillon kann weiter eine Basis aufweisen, auf welcher die Lagerelemente oder
mindestens die nicht federnden Lagerelemente montiert sind. Eine solche Basis kann
in das Gehäuse der Uhr eingebaut werden, bspw. durch verschrauben. Das Tourbillon
als Ganzes kann so ein Modul bilden, welches als Ganzes gefertigt und ins Gehäuse
eingebaut wird.
[0021] Eine solche Basis kann auch eine gehäusefeste Verzahnung aufweisen, in welche ein
mit dem Ankerrad gekoppeltes Ritzel eingreift um dieses aufgrund der Drehbewegung
des Tourbillons anzutreiben.
[0022] Eine erfindungsgemässe Uhr, insbesondere Armband- oder Taschenuhr, welche weist nebst
einem Tourbillon der beschriebenen Art weitere Uhrwerkteile auf, insbesondere ein
Federgehäuse oder dergleichen als Energiespeicher, und ein Räderwerk zum Übertragen
der Antriebskraft vom Energiespeicher an das Tourbillon und zum Untersetzen der Drehbewegung
des Tourbillons, sowie Anzeigemittel (Zeiger, Zifferblatt) zum Anzeigen der Zeit,
wofür auch in an sich bekannter Art ein Zeigerwerk vorhanden sein kann. Auch eine
oder mehrere Komplikationen zum Anzeigen von weiteren Informationen, insbesondere
des Datums etc., kann/können vorhanden sein.
[0023] Das Räderwerk kann insbesondere ein mit dem Drehgestell-Zahnrad in Eingriff stehendes
Antriebsrad aufweisen.
[0024] Das Zifferblatt kann ein Sichtfenster aufweisen, durch welches hindurch das Tourbillon
mindestens teilweise sichtbar ist. Aufgrund der erfindungsgemässen fliegenden Anordnung
sieht der Benutzer besonders viel von der Mechanik, und trotzdem kann das ganze Uhrwerk
sehr flach und daher die Uhr entsprechend elegant sein.
[0025] Die nachfolgenden Zeichnungen stellen beispielhafte Ausführungsformen der Erfindung
dar, anhand welcher die Erfindung im Detail beschrieben wird. In den Zeichnungen bezeichnen
gleiche Bezugszeichen gleiche oder analoge Elemente. Die Zeichnungen zeigen:
- Figur 1
- eine Ansicht eines erfindungsgemässen Tourbillons;
- Figuren 2 und 3
- je schematisch ein Detail der Führung des Lagerrads durch eines der Lagerelemente;
- Figur 4
- einen Ausschnitt aus einer Ansicht einer mit dem Tourbillon versehenen Uhr.
[0026] Nachfolgend wird die Funktionsweise und Umsetzung der Erfindung anhand verschiedener
beispielhafter Ausführungsformen gezeigt. Es versteht sich, dass die Erfindung nicht
auf diese Ausführungsformen beschränkt ist, sondern auch andere mit den Ansprüchen
in Einklang stehende Ausführungsformen umfasst.
[0027] Figur 1 zeigt ein Tourbillon 1 auf einer gehäusefesten Basis 12 montiert ist. Das Tourbillon
1 weist ein Drehgestell auf, welches relativ zum Gehäuse um eine Tourbillon-Achse
20 dreht, beispielsweise mit einer Umdrehung pro Minute. In an sich bekannter Art
kann das Drehgestell dabei als Sekundenzeiger dienen, oder ein solcher kann an das
Drehgestell gekoppelt sein. Die Details der Zeitanzeige sind nicht erfindungswesentlich
und werden in diesem Text nicht weiter beschrieben.
[0028] Das Drehgestell weist nebst einer Drehgestell-Plattform 2 eine an dieser mit zwei
Befestigungsstiften 6 befestigte Unruh-Brücke 5 auf. Zwischen der Drehgestell-Plattform
2 und der Unruhbrücke 5 ist eine Unruhwelle der Unruh 3 gelagert, und zwar in der
dargestellten Ausführungsform koaxial mit der Tourbillon-Achse 20. Die Unruh 3 bildet
mit einer Spiralfeder 4 zusammen in an sich bekannter Art ein Schwingungssystem, welches
in ebenfalls an sich bekannter Art mit einer im Drehgestell vorhandenen Hemmung zusammenwirkt,
von welcher in Figur 1 der Anker weitgehend verdeckt und das Ankerrad 8 nur teilweise
sichtbar ist. Das Ankerrad 8 treibt das Schwingungssystem über den Anker an und dreht
sich dabei pro Schwingung um einen durch die den Abstand der Ankerrad-Zähne vorgegebenen
Drehwinkel.
[0029] Der Antrieb des Ankerrads 8 erfolgt dadurch, dass ein in Fig. 1 nicht sichtbares,
an das Ankerrad gekoppeltes Ankerrad-Ritzel in eine gehäusefeste Verzahnung 9 eingreift
und so aufgrund der Drehung des Drehgestells, an welchem das Ankerrad montiert ist,
auf dieser Verzahnung 9 abrollt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die gehäusefeste
Verzahnung 9 an derjenigen Scheibe ausgebildet, welche auch die Basis bildet. Die
Basis und/oder die gehäusefeste Verzahnung könnte/könnten aber auch durch das Uhrengehäuse
selbst gebildet sein.
[0030] Das Drehgestell seinerseits wird durch ein Antriebsrad angetrieben, welches als zweites
Sekundenrad aufgefasst werden kann, welches in Fig. 1 nicht sichtbar ist und welches
beispielsweise in eine in Figur 1 gut sichtbare äussere Verzahnung 15 der Drehgestell-Plattform
2 eingreift.
[0031] Die Drehgestell-Plattform 2 bildet eine äussere, periphere Lauffläche 11. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel weist die Drehgestell-Plattform zu diesem Zweck unterhalb eines
Drehgestell-Zahnrades 21, welches die äussere Verzahnung 15 aufweist, auch ein Drehgestell-Lagerrad
22 mit der peripheren Lauffläche 11 auf. Radial-ausserhalb dieser sind Kugellagerelemente
13 angeordnet, welche an der Basis 12 befestigt sind. Die Kugellagerelemente weisen
eine äussere Rolle auf, auf welcher die Lauffläche 11 bei einer Drehung des Drehgestells
abrollt. Insgesamt sind genau drei der Kugellagerelemente 13 vorhanden, und sie sind
in Umfangrichtung mindestens ungefähr gleichmässig verteilt.
[0032] Figur 2 zeigt einen schematischen Querschnitt durch eine äussere Rolle eines Kugellagerelements
13 und durch den peripheren Bereich der Drehgestell-Plattform. Dadurch, dass die Drehgestell-Plattform
2 an ihrer Peripherie eine Nut ausbildet, in welche die Rolle eingreift - die Lauffläche
11 ist insgesamt ungefähr im Querschnitt V-förmig ausgebildet - lagert das Kugellagerelement
13 die Drehgestell-Plattform und sichert ihre axiale und radiale Position. Die Drehgestell-Plattform
2 wird so durch die drei Kugellagerelemente 13 hängend, d.h. fliegend gelagert. Im
vorliegenden Beispiel gibt es aufgrund der ungefähr V-förmigen Ausgestaltung der Nut,
welche die Lauffläche 11 bildet und der konvexen Form der Rolle zwei Kontaktpunkte
pro Kugellagerelement, wodurch der Widerstand minimiert wird.
[0033] Als Alternative zu einer Nut kann die Lauffläche auch einen Vorsprung 25 aufweisen,
der in eine entsprechende Nut des Kugellagerelements 13 eingreift, was in
Figur 3 schematisch dargestellt ist. Das Prinzip der axialen und radialen Lagerung funktioniert
analog.
[0034] Die Lauffläche kann mit einem abriebfesten, die Rollreibung minimierenden Material
beschichtet sein, bspw. Diamond Like Carbon (DLC). Im Übrigen können die verwendeten
Materialien Metalle oder Verbundwerkstoffe, insbesondere Spezialkunststoffe, oder
auch Keramiken sein, die an sich als für den beschriebenen Zweck geeignet geltend,
bspw. hochwertige Stähle, Titanlegierungen, etc.
[0035] Als weitere Variante kann die Lauffläche eine innere Lauffläche sein, d.h. das Lagerrad
bildet einen peripheren umlaufenden Ring, an dessen Innenseite die Lauffläche ausgebildet
ist, und die Lagerelemente greifen von innen her an der Lauffläche an.
[0036] Figur 4 zeigt ausschnittweise eine Oberansicht einer Uhr, deren Zifferblatt ein Fenster 30
aufweist, durch welches hindurch das Uhrwerk und insbesondere das Tourbillon teilweise
sichtbar ist. Nebst dem Tourbillon 1 erkennt man das Antriebsrad 41 sowie weitere
mit diesem zusammenwirkende Zahnräder des Uhrwerks, durch welche einerseits die Antriebsenergie
von einer nicht gezeichneten Feder an das Antriebsrad übertragen wird und andererseits
die Drehbewegung des Drehgestells untersetzt wird, um den Vorwärtstrieb des Minuten-
und Stundenzeigers sowie bei Bedarf einer oder mehrerer Komplikationen (Datumsanzeige
etc.) zu kontrollieren.
[0037] Figur 4 zeigt auch die Möglichkeit, nebst zwei fest montierten Kugellagerelementen
13.1 ein relativ zum Gehäuse federnd gelagertes Kugellagerelement 13.2 vorzusehen.
Das federnd gelagerte Kugellagerelement 13.2 wird durch eine federnd gelagerte Wippe
44 gegen die Lauffläche 11 gedrückt. Diese Art der Federung kann bei Stössen anfallende
Energie aufnehmen und wirkt bspw. bei unterschiedlichen thermischen Ausdehnungen ausgleichend.
[0038] Für die Lagerung der Wippe 44 sind ein Drehzapfen 46 sowie eine Feder 45 vorgesehen,
welche das Kugellagerelement gegen die Lauffläche 11 drückt.
[0039] Das Tourbillon 1 gemäss Figur 1 kann inklusive der Basis als Modul gefertigt und
in ein Gehäuse der Uhr einsetzbar sein, wofür neben den Kugellagerelementen je ein
in Fig. 1 sichtbares Schraubenloch dienen kann. Es ist lediglich eine einzige mechanische
Schnittstelle zu den übrigen Komponenten des Uhrwerks nötig, und diese wird Tourbillon-seitig
durch das Drehgestell-Zahnrad gebildet.
[0040] Die Erfindung wurde anhand eines Ein-Achs-Tourbillons beschrieben. Sie ist aber auch
mit entsprechenden Anpassungen für Mehr-Achs-Tourbillons verwendbar.
1. Tourbillon (1) mit einem um eine Tourbillon-Achse drehbar angeordneten Drehgestell,
welches eine Unruh (3) und eine Hemmung mit einem Ankerrad (8) und einem Anker lagert,
wobei das Drehgestell ein Lagerrad (22) aufweist, welches durch peripher an einer
Lauffläche (11) des Lagerrads angreifende Lagerelemente (13) gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der Lagerelemente radial federnd angeordnet ist.
2. Tourbillon nach Anspruch 1, wobei die Lauffläche (11) eine äussere Oberflächenpartie
bildet und die Lagerelemente (13) von radial-aussen am Lagerrad angreifen.
3. Tourbillon nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Lagerelemente (13) in Umfangrichtung
eine fixe Position haben aber um je eine Drehachse drehbar sind, wodurch das Lagerrad
(22) bei der Drehung des Drehgestells auf den Lagerelementen abrollt.
4. Tourbillon nach Anspruch 3, wobei die Lagerelemente (13) je ein Kugellager aufweisen.
5. Tourbillon nach Anspruch 3, wobei die Lagerelemente je eine gleitend gelagerte Rolle
aufweisen.
6. Tourbillon nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Lagerelemente ein Gleitlager bilden.
7. Tourbillon nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Lagerelemente in Umfangrichtung bewegbar
und rollend ausgebildet sind, beispielsweise als Kugeln.
8. Tourbillon nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei genau drei der Lagerelemente
(13) vorhanden sind.
9. Tourbillon nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Lauffläche (11) eine
Nut bildet, und wobei die Lagerelemente (13) in die Nut eingreifen, um eine axiale
und radiale Führung zu bilden.
10. Tourbillon nach einem der Ansprüche 1-8 , wobei die Lauffläche (11) eine Feder bildet
und wobei die Lagerelemente (13) eine Nut aufweisen, in welche ein Vorsprung (25)
eingreift, um eine axiale und radiale Führung zu bilden.
11. Tourbillon nach einem der vorangehenden Ansprüche, aufweisend ein Drehgestell-Zahnrad
(21), an welchem ein Antriebsrad eines restlichen Uhrwerks angreifen und über welches
dieses die Drehbewegung des Drehgestells und damit eine Zeitinformation abnimmt, wobei
das Drehgestell-Zahnrad drehfest mit dem Lagerrad (22) verbunden und axial über oder
unter diesem angeordnet ist.
12. Tourbillon nach einem der vorangehenden Ansprüche, aufweisend eine gehäusefest montierbare
Basis (12), welche eine gehäusefeste Verzahnung (9) aufweist, in welche ein mit dem
Ankerrad (8) gekoppeltes Ritzel eingreift um dieses bei einer Drehbewegung des Drehgestells
anzutreiben.
13. Tourbillon nach einem der vorangehenden Ansprüche, aufweisend eine gehäusefest montierbare
Basis (12), wobei mindestens eines der Lagerelemente (13) auf der Basis montiert ist.
14. Uhr, insbesondere Armband- oder Taschenuhr, aufweisend ein Tourbillon (1) nach einem
der vorangehenden Ansprüche sowie einen Energiespeicher und ein Räderwerk zum Übertragen
einer Antriebskraft vom Energiespeicher an das Tourbillon und zum Untersetzen der
Drehbewegung des Drehgestells, sowie Anzeigemittel zum Anzeigen der Zeit.
1. A tourbillon (1) with a rotation cage which is rotatably arranged about a tourbillon
axis and which mounts a balance wheel (3) and an escapement with an escape wheel (8)
and a lever, wherein the rotation cage comprises a bearing wheel (22) which is mounted
by bearing elements (13) which engage peripherally on a running surface (11) of the
bearing wheel (22), characterised in that at least one of the bearing elements is arranged in a radially resilient manner.
2. A tourbillon according to claim 1, wherein the running surface (11) forms an outer
surface portion and the bearing elements (13) engage on the bearing wheel radially
from the outside.
3. A tourbillon according to claim 1 or 2, wherein the bearing elements (13) have a fixed
position in the peripheral direction but are rotatable each about a rotation axis,
by which means the bearing wheel (22) rolls on the bearing elements give a rotation
of the rotation cage.
4. A tourbillon according to claim 3, wherein the bearing elements (13) each comprise
a ball bearing.
5. A tourbillon according to claim 3, wherein the bearing elements each comprise a slidingly
mounted roller.
6. A tourbillon according to claim 1 or 2, wherein the bearing elements form a plain
bearing.
7. A tourbillon according to claim 1 or 2, wherein the bearing elements are designed
in a movable and rolling manner in the peripheral direction, for example as balls.
8. A tourbillon according to one of the preceding claims, wherein precisely three of
the bearing elements (13) are present.
9. A tourbillon according to one of the preceding claims, wherein the running surface
(11) forms a groove, and wherein the bearing elements (13) engage into the groove,
in order to form an axial and radial guide.
10. A tourbillon according to one of the claims 1-8, wherein the running surface (11)
forms a spring and wherein the bearing elements (13) comprise a groove, into which
a projection (25) engages, in order to form an axial and radial guide.
11. A tourbillon according to one of the preceding claims, comprising a rotation cage
cog (21), on which a power wheel of a remaining movement engages and via which this
power wheel takes up the rotation movement of the rotation cage and, with this, time
information, wherein the rotation cage cog is connected to the bearing wheel (22)
in a rotationally fixed manner and is arranged axial above or below this.
12. A tourbillon according to one of the preceding claims, comprising a base (12) which
can be assembled in a manner fixed with regard to the housing and which comprises
a toothing (9) which is fixed with regard to the housing and into which toothing a
pinion which is coupled to the escape wheel (8) engages, in order to drive this escape
wheel given a rotation movement of the rotation cage.
13. A tourbillon according to one of the preceding claims, comprising a base (12) which
can be assembled in a fixed manner with regard to the housing, wherein at least one
of the bearing elements (13) is assembled on the base.
14. A watch, in particular a wrist watch or pocket watch, comprising a tourbillon (1)
according to one of the preceding claims, as well as an energy store and a train for
transmitting drive force from the energy store onto the tourbillon and for stepping
down the rotation movement of the rotation cage, as well as display means for displaying
the time.
1. Tourbillon (1) doté d'un bâti rotatif qui est disposé à rotation autour un axe de
tourbillon et qui monte un balancier (3) et un échappement doté d'une roue d'ancre
(8) et d'un ancre, le bâti rotatif présentant une roue de palier (22) montée à l'aide
d'éléments de palier (13) engageant la périphérie d'une surface de roulement (11)
de la roue de palier, caractérisé en ce que
au moins l'un des éléments de palier est disposé de manière radialement élastique.
2. Tourbillon selon la revendication 1, dans lequel la surface de roulement (11) forme
une partie extérieure de surface et les éléments de palier (13) engagent la roue de
palier radialement à l'extérieur.
3. Tourbillon selon les revendications 1 ou 2, dans lequel les éléments de palier (13)
ont une position fixe dans la direction périphérique mais peuvent tourner chacun autour
d'un axe de rotation, la roue de palier (22) roulent sur les éléments de palier lorsque
le bâti rotatif est en rotation.
4. Tourbillon selon la revendication 3, dans lequel chacun des éléments de palier (13)
présente un palier sphérique.
5. Tourbillon selon la revendication 3, dans lequel chacun des éléments de palier (13)
présente un galet monté à coulissement.
6. Tourbillon selon les revendications 1 ou 2, dans lequel les éléments de palier forment
un palier coulissant.
7. Tourbillon selon les revendications 1 ou 2, dans lequel les éléments de palier sont
mobiles dans la direction périphérique et sont formés de manière à pouvoir rouler,
par exemple comme sphères.
8. Tourbillon selon l'une des revendications précédentes, présentant exactement trois
éléments de palier (13).
9. Tourbillon selon l'une des revendications précédentes, dans lequel la surface de roulement
(11) forme une rainure et les éléments de palier (13) s'engagent dans la rainure de
manière à former un guidage axial et radial.
10. Tourbillon selon l'une des revendications 1 à 8, dans lequel la surface de roulement
(11) forme un ressort et les éléments de palier (13) présentent une rainure dans laquelle
une saille (25) s'engage de manière à former un guidage axial et radial.
11. Tourbillon selon l'une des revendications précédentes, présentant une roue dentée
(21) de bâti rotatif, sur laquelle s'engage une roue d'entraînement du reste du mécanisme
d'horlogerie, par l'intermédiaire de laquelle cette dernière reçoit le déplacement
de rotation du bâti rotatif et donc une information de temps, la roue dentée de bâti
rotatif étant reliée à rotation solidaire avec la roue de palier (22) et étant disposée
axialement au-dessus ou en dessous de cette dernière.
12. Tourbillon selon l'une des revendications précédentes, présentant une base (12) pouvant
être montée fixement sur le boîtier et dotée d'une denture (9) fixe sur le boîtier,
dans laquelle s'engage un pignon couplé à la roue d'ancre (8) pour entraîner cette
dernière lorsque le bâti rotatif se déplace en rotation.
13. Tourbillon selon l'une des revendications précédentes, présentant une base (12) pouvant
être montée fixement sur le boîtier, au moins un des éléments de palier (13) étant
monté sur la base.
14. Pièce d'horlogerie, notamment montre-bracelet ou montre de poche, présentant un tourbillon
(1) selon l'une des revendications précédentes, ainsi qu'un accumulateur d'énergie
et qu'un mécanisme à roues qui transmet une force d'entraînement de l'accumulateur
d'énergie au tourbillon et qui soutient le déplacement de rotation du bâti rotatif,
ainsi que des moyens d'affichage qui affichent l'heure.


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