Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Fördern von vereinzelten Gegenständen,
insbesondere von scheibenförmigen Gegenständen wie Münzen, mit einer Führungsbahn
und mit einem in Abstand von der Führungsbahn auf einem Transportarm umlaufenden Förderriemen,
wobei der Abstand d eines der Führungsbahn zugewandten Trums des Transportriemens
zur Führungsbahn kleiner als die geringste Höhe eines Gegenstandes über der Führungsbahn
ist, wobei die Gegenstände von dem der Führungsbahn zugewandten Trum des Förderriemens
ergreifbar und auf der Führungsbahn förderbar sind und wobei die Haftreibungs- und/oder
Gleitreibungskräfte zwischen den Gegenständen und dem Förderriemen größer sind als
die Haftreibungs- und/oder Gleitreibungskräfte zwischen den Gegenständen und der Führungsbahn,
sowie Verwendungen einer solchen Vorrichtung. Die im Rahmen der Erfindung förderbaren
Gegenstände weisen meist eine scheibenförmige Gestaltung auf, wobei eine Hauptfläche
auf der Führungsbahn gleitet und die gegenüberliegende Hauptfläche von dem Förderriemen
ergriffen wird. Eine Führungsbahn kann beispielsweise als Sortierplatte ausgebildet
sein.
Stand der Technik und Hintergrund der Erfindung
[0002] Eine Vorrichtung des eingangs genannten Aufbaus ist beispielsweise aus der Literaturstelle
EP 0616303 B1 zur Förderung von Münzen bekannt. Hierbei weist die den Münzen zugewandte Seite des
Transportriemens eine glatte Oberfläche, jedenfalls ohne erkennbare Erhebungen, auf.
Der Andruck des Transportriemens an zu transportierende Münzen erfolgt durch eine
Vielzahl von in Richtung der Führungsbahn federkraftbeaufschlagten Stützrollen bzw.
Riemenrollen, welche entlang des Transportarmes angeordnet sind. Diese Bauweise hat
sich zwar grundsätzlich bewährt, weist jedoch eine Mehrzahl von Nachteilen auf. Zunächst
ist festzustellen, daß der Montageaufwand für einen Transportarm sowie der Justageaufwand
für die einzelnen Stützrollen beachtlich sind. In kinematischer Hinsicht störend ist,
daß der Andruck des Transportriemens in den Bereichen zwischen den Stützrollen bzw.
Riemenrollen nachläßt, was insbesondere bei der Förderung von Münzen mit sehr stark
variierenden Dicken im Fall der dünnen Münzen stören kann. Weiterhin ist die bekannte
Anordnung auch in dynamischer Hinsicht komplex aufgrund der vielen federbelastenen
Stützrollen, da damit ein Sytem mit ausgeprägten Eigenfrequenzen geschaffen ist, was
in Anbetracht der üblichen hohen Fördergeschwindigkeiten Probleme aufwerfen kann.
Zur Vermeidung von störenden Schwingungen des Transportriemens gegen die Führungsbahn
sind daher bestimmte Transportgeschwindigkeiten zu meiden oder geeignete Dämpfungsmaßnahmen
einzurichten. Schließlich stört, daß bei langer Betriebdauer die Federn der Stützrollen
erlahmen können mit der Folge, daß ein sicherer Transport auch dünnster Münzen nicht
stets gewährleistet ist.
[0003] Aus der Literaturstelle
EP 1103932 A1 ist ebenfalls eine Vorrichtung des eingangs genannten Aufbaus bekannt. Bei der insofern
bekannten Vorrichtung wird versucht, die vorstehenden Probleme dadurch zu lösen, dass
der Förderriemen als Lamellenriemen ausgeführt ist. Die Praxis hat jedoch gezeigt,
dass nicht nur die Herstellung eines solchen dem Verwendungszweck angepassten Lamellenriemens
komplex und teuer ist. Hinzu kommt, dass die Lamellen einen sehr hohen Verschleiß
(Abrieb) aufweisen und dadurch zu erheblichen Verschmutzungen der Vorrichtung durch
den Abrieb führen. Letzteres erhöht den Wartungs- und Reinigungsaufwand in erheblichem
Maße.
Technisches Problem der Erfindung
[0004] Demgegenüber liegt der Erfindung das technische Problem zugrunde, ein Vorrichtung
zum Fördern von vereinzelten Gegenständen zu schaffen, welche montagetechnisch einfach
herzustellen ist und dennoch eine zuverlässige Förderung von Gegenständen unterschiedlicher
Dicke gewährleistet, und zwar auch nach langer Betriebsdauer und ohne übermäßigen
Abrieb bei dem Förderriemen.
Grundzüge der Erfindung und bevorzugte Ausführungsformen
[0005] Zur Lösung dieses technischen Problems lehrt die Erfindung, daß der Förderriemen
einen Schichtaufbau aufweist, mit zumindest einer Stützschicht, einer Mittelschicht
und einer Mitnahmeschicht, wobei die Mitnahmeschicht der Führungsbahn und die Stützschicht
Riemenrollen und/oder Stützflächen des Transportarmes zugewandt sind, und wobei die
Mitnahmeschicht und die Stützschicht Außenschichten des Förderriemens bilden, und
dass die Mittelschicht aus einem in Richtung senkrecht zur Führungsbahn stärker elastisch
komprimierbaren Werkstoff gebildet ist, als die Stützschicht und die Mitnahmeschicht.
[0006] Mit der Erfindung lassen sich Gegenstände mit sehr stark variierender Dicke mit sehr
hoher Zuverlässigkeit fördern, und zwar ohne diese Vorteile mit einem erhöhten Anfall
von unerwünschtem Abrieb von Komponenten, insbesondere vom Förderriemen, zu erkaufen.
Weiterhin macht der Einsatz eines erfindungsgemäß aufgebauten Förderriemens die Einrichtung
einer Vielzahl von Stützrollen, welche beim erstgenannten Stand der Technik den nicht
elastisch komprimierbaren Riemen gegen die Gegenstände drücken müssen, und zwar bei
variierender Dicke mit entsprechenden Federwegen, entbehrlich. Dies liegt daran, dass
der erfindungsgemäße Förderriemen in Richtungen orthogonal zu seiner Mitnahmeschicht
elastisch komprimierbar ist, und zwar um zumindest 0,5 mm seiner Gesamtdicke, bis
zu 1 mm und mehr. Es entfällt daher auch die Gefahr der Ermüdung von Federn im Bereich
der Riemenrollen. Von besonderem Vorteil ist auch, daß die Erfindung nicht nur zur
Horizontalförderung geeignet ist, sondern ebenso zur Schräg- oder Vertikalförderung.
Folglich kann die Längserstreckung der Führungsbahn einen beliebigen Winkel zur Horizontalen
aufweisen. Insbesondere kann der Winkel der Führungsbahn zur Horizontalen im Verlauf
der Führungsbahn veränderlich, vorzugsweise kontinuierlich veränderlich sein. Es sind
also neben ebenen Führungsbahnen auch gekrümmte Führungsbahnen möglich.
[0007] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die
Stützschicht und/oder die Mitnahmeschicht aus einem Werkstoff gebildet sind, welcher
ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus oder auf Basis von "Elastomere, Gummi,
Natur-Kautschuk, Synthese-Kautschuk, Polyurethan, Polyetherpolyurethan, Polyesterpolyurethan,
Polychloropren, Ethylen-Propylen-Dien-Monomer, gummielastische Werkstoffe und Mischungen
dieser Werkstoffe".
[0008] Die Mittelschicht kann aus einem Werkstoff gebildet sein, welcher ausgewählt ist
aus der Gruppe bestehend aus oder auf Basis von "elastomere Schaumstoffe, Elastomere,
Gummi, Natur-Kautschuk, Synthese-Kautschuk, gummielastische Werkstoffe, Moosgummi,
Sylomer-Schaum, PUR Weichschaum, NBR Schaum, und Mischungen dieser Werkstoffe".
[0009] Die Shore A Härte, gemessen nach DIN ISO 7619, der Stützschicht und/oder der Mitnahmeschicht
liegt vorzugsweise im Bereich von mehr als 50 bis 100, insbesondere im Bereich von
60 bis 90. Die Shore A Härte, gemessen nach DIN ISO 7619, der Mittelschicht liegt
dann vorzugsweise im Bereich von 15 bis 50, insbesondere im Bereich von 25 bis 50.
[0010] Im Einzelnen kann vorgesehen sein, daß die Dicke der Stützschicht im Bereich von
1 bis 8 mm, insbesondere 2 bis 6 mm, vorzugsweise von 2 bis 5 mm, beispielsweise von
3 bis 4 mm, liegt, und/oder daß die Dicke der Mittelschicht 100 bis 300%, vorzugsweise
120 bis 200%, der Differenz der Dicken des dünnesten und des dicksten zu fördernden
Gegenstandes aufweist. Die Dicke der Mittelschicht kann alternativ definiert im Bereich
1 bis 5 mm, insbesondere 1,5 bis 4,5 mm, vorzugsweise 2 bis 3,5 mm, liegen. Die Dicke
der Mitnahmeschicht liegt vorzugsweise im Bereich von 0,1 bis 5 mm, insbesondere 0,3
bis 3 mm, höchstvorzugsweise von 0,3 bis 1,5 mm, beispielsweise von 0,5 bis 1,2 mm.
[0011] Besonders bevorzugt ist es, wenn die Riemenrollen bzw. Stützflächen des Transportarmes
in konstantem Abstand zur Führungsbahn im Transportarm gelagert sind, insbesondere
mit positionsfesten Drehachsen im Transportarm gelagert sind. Ansonsten ist ergänzend
Folgendes zu bevorzugten Ausführungsformen anzumerken.
[0012] Der Förderriemen kann grundsätzlich als rückseitig strukturloser Keilriemen oder
Flachriemen ausgebildet sein. Ebenso möglich ist es, wenn der Förderriemen auf der
Seite der Stützschicht eine Antriebsverzahnung aufweist. Dann kann der Förderriemen
ohne Schlupf mittels einer Zahnriemenscheibe mit mit der Antriebsverzahnung kämmender
Scheibenverzahnung angetrieben werden. Aus Gründen der Verhinderung von störenden
Dehnungen des Förderriemens kann dieser eine endlos umlaufende Stahldrahteinlage aufweisen.
Anstelle von Stahldraht kann auch eine Bewehrung mit anderen Materialien, beispielsweise
Gewebefäden oder -Schnüre, eingerichtet sein. Endlos umlaufend bezeichnet einen Draht
oder Faden, welcher um mehr als einen ganzen Umfang des Förderriemens, vorzugsweise
um zumindest 2 bis 20, beispielsweise 5 bis 15, Umfänge, spiralförmig umlauft. Es
versteht sich, daß auch hierbei letzendlich zwei Enden verbleiben, welche jedoch durch
mehrere Endlosumläufe voneinander getrennt sind.
[0013] Aufgrund des Nichterfordernisses von federbelasteten Andruckmechaniken für die Riemenrollen
(sofern überhaupt vorzusehen) kann der Transportarm vergleichsweise einfach ausgeführt
sein. Vorzugsweise weist der Transportarm zumindest ein Führungselement auf, welches
im Querschnitt zur Längserstreckung des Transportarmes U- oder H-förmig ist, wobei
der Förderriemen beidseitig seitlich, bezogen auf den Förderriemen, durch Stege geführt
wird. Anstelle von Riemenrollen (oder zusätzlich hierzu) kann vorgesehen sein, daß
der Förderriemen auf einer Stützfläche zwischen den Stegen gleitet. In der Alternative
ohne Riemenrollen wäre die Rollenschicht auch als Stützschicht zu bezeichnen. Im Falle
des U-förmigen Querschnitts sind die Stege selbstverständlich auf der der Führungsbahn
zugewandten Seite angeordnet. Dann läuft der Förderriemen auf der gegenüberliegenden
Seite des Transportarmes ohne seitliche Führung, beispielsweise frei schwebend. Zweckmäßigerweise
weist der Transportarm endständige Umlenkrollen auf, vorzugsweise stirnzahnradförmig,
wobei zumindest eine der Umlenkrollen antreibbar ist. Solche Rollen werden auch Zahnriemenscheiben
genannt. Im Einzelnen empfiehlt es sich, daß die Stützfläche eingangsseitig des Transportarms
einen keilförmigen Einlaufbereich aufweist. Der Transportarm kann einen Basisträger
aufweisen, an welchem vorzugsweise die Riemenrollen und/oder ein Führungselement oder
mehrere Führungselemente, vorzugsweise orthogonal zur Führungsbahn justierbar, angeordnet
sind. Damit wird eine zuverlässige Einstellung und Aufrechterhaltung des Abstandes
d über die gesamte Längserstreckung der Führungselemente gewährleistet. Zudem ist
eine Nachjustierung unschwer möglich. Weiterhin empfiehlt es sich, daß zumindest eine
Umlenkrolle in Richtung der Längserstreckung des Transportarmes einstellbar und fixierbar
ist, wodurch eine Einstellung der Spannung des Förderriemens möglich ist. Zudem kann
der Förderriemen dann unschwer soweit entspannt werden, daß er leicht von dem Transportarm
abgezogen werden kann.
[0014] In Hinblick auf eine gute Zugänglichkeit der Führungsbahn sowie einer Zugänglichkeit
zur Justierung der Führungselemente bzw. Riemenrollen sowie zum Wechsel des Förderriemens
kann der Transportarm einseitig von der Führungsbahn abschwenkbar eingerichtet sein.
Selbstverständlich kann alternativ oder ergänzend der Transportarm insgesamt abnehmbar
gestaltet sein. Der Transportarm kann zumindest ein Justierelement zur Einstellung
des Abstandes d aufweisen, wodurch nach einer Justierung einer Mehrzahl von Führungselemente
bzw. Riemenrollen beispielsweise zur Neueinstellung oder zur Umstellung nicht alle
Führungselemente bzw. Riemenrollen einzeln neu justiert werden müssen.
[0015] Zwischen der Mittenschicht einerseits und/oder der Stützschicht bzw. Mitnahmeschicht
andererseits können (müssen aber nicht) noch weitere Schichten eingerichtet sein,
bzw. die Stützschicht und/oder die Mitnahmeschicht können mehrschichtig ausgebildet
sein. Ebenso kann die Mittelschicht mehrschichtig ausgebildet sein, wobei dann allerdings
deren Teilschichten aus einem stärker elastisch komprimierbaren Werkstoff gebildet
sein sollten, als jener der Stützschicht und der Mitnahmeschicht. Insbesondere werden
dann diese Teilschichten überwiegend beispielsweise aus einem elastischen Schaumstoff
gebildet sein; allenfalls eine der Teilschichten kann aber auch nicht bzw. schwer
kompressibel ausgeführt sein.
[0016] Die Erfindung lehrt weiterhin die Verwendung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Förderung von Münzen in horizontaler und/oder vertikaler und/oder schräger Richtung,
gegebenenfalls mit beispielsweise kreissegmentförmigen Übergangsbereichen.
[0017] Insbesondere kann die erfindungsgemäße Vorrichtung in einer Vorrichtung zum Zählen
und/oder Sortieren von Münzen eingesetzt werden. Hierzu wird auf den einschlägigen
Stand der Technik verwiesen, sofern dort mit Transportriemen gearbeitet wird. Diese
Transportriemen bzw. die zugehörigen Transportarme lassen sich unschwer gegen erfindungsgemäße
Vorrichtungen austauschen.
[0018] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1: eine schematische Ansicht der Erfindung in Teilansicht,
Fig. 2: einen erfindungsgemäßen Transportarm,
Fig. 3: einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung und
Fig. 4: eine Detailansicht des Gegenstandes der Figur 2.
[0019] In der Figur 1 erkennt man eine Teilansicht einer Vorrichtung zum Fördern von vereinzelten
Münzen 1, mit einer Führungsbahn 2 und mit einem in Abstand d von der Führungsbahn
2 auf einem Transportarm 3 umlaufenden Förderriemen 4, wobei der Abstand d der Abstand
eines der Führungsbahn zugewandten Trums 5 des Transportriemens 4 und kleiner als
die geringste Höhe eines Gegenstandes 1 über der Führungsbahn 2 ist. Es versteht sich,
dass der Abstand d bei nicht komprimierter Mittelschicht bestimmt ist. Die Münzen
1 sind von dem der Führungsbahn 2 zugewandten Trum 5 des Förderriemens 4 ergreifbar
und auf der Führungsbahn 2 förderbar (in der Fig. 1 von rechts nach links) und wobei
die Haftreibungs- und/oder Gleitreibungskräfte zwischen den Gegenständen 1 und dem
Förderriemen 4 größer sind als die Haftreibungs-und/oder Gleitreibungskräfte zwischen
den Gegenständen 1 und der Führungsbahn 2. Im einzelnen wird deutlich, daß der Förderriemen
4 einen Schichtaufbau aufweist, mit zumindest einer Stützschicht 4a, einer Mittelschicht
4b und einer Mitnahmeschicht 4c, wobei die Mitnahmeschicht 4c der Führungsbahn 2 und
die Stützschicht 4a Riemenrollen 3a des Transportarmes 3 zugewandt sind, und wobei
die Mitnahmeschicht 4c und die Stützschicht 4a Außenschichten des Förderriemens 4
bilden, und dass die Mittelschicht 4b aus einem in Richtung senkrecht zur Führungsbahn
2 stärker elastisch komprimierbaren Werkstoff gebildet ist, als die Stützschicht 4a
und die Mitnahmeschicht 4c. Letzteres ist insbesondere im Bereich von Münzen 1 ersichtlich,
wo die Mittenschicht 4b komprimiert ist, während die Dicken der Stützschicht 4a und
der Mitnahmeschicht 4c praktisch unverändert sind, verglichen mit Bereichen ohne mitgenommenen
Münzen 1. Ergänzend auf eine vergleichende Betrachtung der Figuren 1 und 3 im Bereich
des Förderriemens 4 verwiesen. Im Ausführungsbeispiel verläuft die Längserstreckung
der Führungsbahn 2 in der Horizontalen. In der Figur 3 ist erkennbar, daß die Münzen
1 entlang einer Führungskante 17 laufen.
[0020] Der Förderriemen 4 insgesamt ist aus einer Stützschicht 4a auf Basis EDPM oder CR
einer Shore A Härte von 80 und einer Dicke von 3,5 mm, einer Mittelschicht 4b auf
Basis Moosgummi oder Sylomer-Schaum einer Shore A Härte von 30 und einer Dicke von
2 bis 3,5 mm, sowie einer Mitnahmeschicht 4c auf Basis PU einer Shore A Härte von
80 und einer Dicke von 0,8 mm gebildet.
[0021] Insbesondere in der Figur 1 ist gut zu erkennen, daß der Förderriemen 4 der Mitnahmeschicht
4c gegenüberliegend eine Antriebsverzahnung 8 aufweist. Aus der Figur 3 wiederum ist
ersichtlich, daß der Förderriemen 4 eine endlos umlaufende Stahldrahteinlage 9 aus
nebeneinander liegenden Spiralen aufweist.
[0022] Die Figur 2 in gemeinsamer Betrachtung mit der Figur 3 verdeutlicht, daß der Transportarm
3 mehrere Führungselemente 10 aufweist, welche im Querschnitt zur Längserstreckung
des Transportarmes 3 U-förmig sind, wobei der Förderriemen 4 beidseitig seitlich,
bezogen auf den Förderriemen 4, durch Stege 11 geführt wird, und wobei der Förderriemen
4 auf einer Stützfläche 12 zwischen den Stegen 11 gleitet. Aus der Figur 2 entnimmt
man, daß der Transportarm 3 endständige Umlenkrollen 13, nämlich stirnzahnradförmig,
aufweist, wobei die linksseitige Umlenkrolle 13 antreibbar ist.
[0023] In der Figur 4 ist im Detail dargestellt, daß die Stützfläche 12 eingangsseitig des
Transportarms 3 einen keilförmigen Einlaufbereich 14 aufweist. Hier sowie in Figur
2 erkennt man, daß der Transportarm 3 einen Basisträger 15 aufweist, an welchem mehrere
Führungselemente 10 orthogonal zur Führungsbahn 2 justierbar, angeordnet sind. Eine
vergleichende Betrachtung der Figuren 2 und 4 zeigt, daß die rechte Umlenkrolle 13
in Richtung der Längserstreckung des Transportarmes 3 einstellbar und fixierbar ist.
Hierzu ist ein Rollenträger 20 vorgesehen, welcher gegenüber dem Basisträger 15 mittels
Langlochführungen verschiebbar und mittels der sich gegen eine basisträgerfeste Stützfläche
abstützenden Justierschraube 19 justierbar ist. Die Fixierung erfolgt mittels der
Fixierschrauben 18.
[0024] Die in den Figuren dargestellte erfindungsgemäße Vorrichtung ist im Rahmen einer
Vorrichtung zum Zählen und/oder Sortieren von Münzen 1 eingesetzt, was aus der in
der Figur 3 erkenntlichen Sortieröffnung 21 in der Führungsbahn 2 deutlich wird.
[0025] Zwischen dem Förderriemen 4 und seiner zwischen den seitlichen Stegen 11 der Führungselemente
10 gelegenen Stützfläche 12 (sofern vorgesehen) findet je nach Materialpaarung Reibung
statt. Um diese zu minimieren, sind verschiedene Maßnahmen wie Teflonbeschichtung,
Lufteinblasung u.dgl. möglich. Es kann auch ein Zwischenband zwischen dem Förderriemen
4 und der Stützfläche 12 umlaufend geführt werden und zusammen mit dem Förderriemen
4 umlaufen. Auch kann bei einem Förderriemen 4 mit glatter Rückseite, d.h. ohne Verzahnungen
8, eine Rollenführung z.B. aus Nadellagerrollen eingesetzt werden, auf welcher der
Förderriemen 4 wie auf einem Förderband geführt wird. Bei einem Förderriemen 4 mit
V-förmiger Rückseite können auch zwei seitliche Rollenführungen eingesetzt werden.
[0026] Den Figuren 2 und 4 ist entnehmbar, dass Achsen 3b von Riemenrollen 3a positionsfest
in dem Transportarm 3 angeordnet sind.
1. Vorrichtung zum Fördern von vereinzelten Gegenständen (1), insbesondere von scheibenförmigen
Gegenständen wie Münzen,
mit einer Führungsbahn (2) und
mit einem in Abstand (d) von der Führungsbahn (2) auf einem Transportarm (3) umlaufenden
Förderriemen (4), wobei der Abstand (d) eines der Führungsbahn zugewandten Trums (5)
des Förderriemens (4) zur Führungsbahn (2) kleiner als die geringste Höhe eines Gegenstandes
(1) über der Führungsbahn (2) ist,
wobei die Gegenstände (1) von dem der Führungsbahn (2) zugewandten Trum (5) des Förderriemens
(4) ergreifbar und auf der Führungsbahn (2) förderbar sind und
wobei die Haftreibungs- und/oder Gleitreibungskräfte zwischen den Gegenständen (1)
und dem Förderriemen (4) größer sind als die Haftreibungs- und/oder Gleitreibungskräfte
zwischen den Gegenständen (1) und der Führungsbahn (2),
dadurch gekennzeichnet,
daß der Förderriemen (4) einen Schichtaufbau aufweist, mit zumindest einer Stützschicht
(4a), einer Mittelschicht (4b) und einer Mitnahmeschicht (4c), wobei die Mitnahmeschicht
(4c) der Führungsbahn (2) und die Stützschicht (4a) Riemenrollen (3a) und/oder Stützflächen
(12) des Transportarmes (3) zugewandt sind, und wobei die Mitnahmeschicht (4c) und
die Stützschicht (4a) Außenschichten des Förderriemens (4) bilden, und
dass die Mittelschicht (4b) aus einem in Richtung senkrecht zur Führungsbahn (2) stärker
elastisch komprimierbaren Werkstoff gebildet ist, als die Stützschicht (4a) und die
Mitnahmeschicht (4c).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützschicht (4a) und/oder die Mitnahmeschicht (4c) aus einem Werkstoff gebildet
sind, welcher ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus oder auf Basis von "Elastomere,
Gummi, Natur-Kautschuk, Synthese-Kautschuk, Polyurethan, Polyetherpolyurethan, Polyesterpolyurethan,
Polychloropren, Ethylen-Propylen-Dien-Monomer, gummielastische Werkstoffe und Mischungen
dieser Werkstoffe".
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittelschicht (4b) aus einem Werkstoff gebildet ist, welcher ausgewählt ist aus
der Gruppe bestehend aus oder auf Basis von "elastomere Schaumstoffe, Elastomere,
Gummi, Natur-Kautschuk, Synthese-Kautschuk, gummielastische Werkstoffe, Moosgummi,
Sylomer-Schaum, PUR Weichschaum, NBR Schaum, und Mischungen dieser Werkstoffe".
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Shore A Härte, gemessen nach DIN ISO 7619, der Stützschicht (4a) und/oder der
Mitnahmeschicht (4c) im Bereich von mehr als 50 bis 100, insbesondere im Bereich von
60 bis 90, liegt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Shore A Härte, gemessen nach DIN ISO 7619, der Mittelschicht (4b) im Bereich
von 15 bis 50, insbesondere im Bereich von 25 bis 50, liegt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der Stützschicht (4a) im Bereich von 1 bis 8 mm, insbesondere 2 bis 6 mm,
vorzugsweise von 2 bis 5 mm, beispielsweise von 3 bis 4 mm, liegt.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der Mittelschicht 100 bis 300%, vorzugsweise 120 bis 200%, der Differenz
der Dicken des dünnesten und des dicksten zu fördernden Gegenstandes (1) aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der Mittelschicht (4b) im Bereich 1 bis 5 mm, insbesondere 1,5 bis 4,5
mm, vorzugsweise 2 bis 3,5 mm, liegt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der Mitnahmeschicht (4c) im Bereich von 0,1 bis 5 mm, insbesondere 0,3
bis 3 mm, vorzugsweise von 0,3 bis 1,5 mm, beispielsweise von 0,5 bis 1,2 mm, liegt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Riemenrollen (3a) des Transportarmes (3) in konstantem Abstand zur Führungsbahn
(2) im Transportarm (3) gelagert sind, insbesondere mit positionsfesten Drehachsen
im Transportarm (3) gelagert sind.
11. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10 zur Förderung von Münzen
(1) in horizontaler und/oder vertikaler und/oder schräger Richtung, gegebenenfalls
mit beispielsweise kreissegmentförmigen Übergangsbereichen.
12. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10 in einer Vorrichtung
zum Zählen und/oder Sortieren von Münzen (1).