Anwendungsgebiet und Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung eines Induktionskochfeldes sowie
ein zur Durchführung dieses Verfahrens geeignetes Induktionskochfeld.
[0002] Aus der
WO 2010/084096 A2 ist es bekannt, ein Induktionskochfeld mit einer Anzahl von Induktionsheizspulen
unter einer Kochfeldplatte, die jeweils einzeln und auch im Verbund gemeinsam ansteuerbar
sind, gemäß einer bestimmten Leistungsverteilung zwischen den Induktionsheizspulen
zu betreiben. Bei sehr großen Leistungsdichten für eine Beheizung eines auf die Kochplatte
aufgestellten Kochgefäßes sollen eher weniger Induktionsheizspulen betrieben werden,
diese müssen dann aber von dem Kochgefäß weitgehend oder sogar vollständig bedeckt
sein. Dazu sollen diese wenigen Induktionsheizspulen aber mit sehr hoher oder maximaler
Leistungsdichte, eventuell sogar mit einer sogenannten Boost-Leistung, betrieben werden.
Da der Wirkungsgrad beim Betrieb von nicht weitgehend oder vollständig überdeckten
Induktionsheizspulen schlechter ist, sollen diese eben ganz abgeschaltet werden zur
Einsparung von Energie.
Aufgabe und Lösung
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein eingangs genanntes Verfahren zur Steuerung
eines Induktionskochfeldes sowie ein entsprechendes Induktionskochfeld zu schaffen,
mit denen Probleme des Stands der Technik gelöst werden können und es insbesondere
möglich ist, eine Energieeffizienz bei hohen bzw. sehr hohen Leistungsdichten für
Induktionsheizspulen zum gemeinsamen Beheizen eines Kochgefäßes im Verbund zu verbessern.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zur Steuerung eines Induktionskochfeldes
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie ein entsprechend ausgebildetes Induktionskochfeld
mit den Merkmalen des Anspruchs 13. Vorteilhafte sowie bevorzugte Ausgestaltungen
der Erfindung sind in den weiteren Ansprüchen angegeben und werden im Folgenden näher
erläutert. Dabei werden manche der Merkmale nur für das Verfahren oder nur für das
Induktionskochfeld beschrieben. Sie sollen jedoch unabhängig davon sowohl für ein
Verfahren zur Steuerung eines Induktionskochfeldes als auch für ein solches Induktionskochfeld
selbständig und unabhängig voneinander gelten können. Der Wortlaut der Ansprüche wird
durch ausdrückliche Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
[0005] Es ist vorgesehen, dass das Induktionskochfeld gemäß der Erfindung eine Kochfeldplatte
aufweist und darunter eine Anzahl von Induktionsheizspulen, die jeweils einzeln sowie
auch im gemeinsamen Verbund ansteuerbar sind. Grundsätzlich kann ein solches Induktionskochfeld
gemäß der eingangs genannten
WO 2010/084096 A2 ausgebildet sein, alternativ auch entsprechend der
EP 2945463 A1 oder der
EP 3026981 A1.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren definiert ein aufgestelltes Kochgefäß mit seiner
Standfläche eine Kochstelle. Diejenigen Induktionsheizspulen, die zumindest teilweise
von der Kochstelle überdeckt sind, werden zum gemeinsamen Beheizen des Kochgefäßes
im Verbund angesteuert. Sie werden also gemeinsam ein- und ausgeschaltet. Darüber
hinaus werden sie mit derselben Leistungsstufe bzw. Leistung betrieben, also vorteilhaft
mit derselben Leistungsdichte, die hier als Flächenleistungsdichte zu verstehen ist.
So kann auch sichergestellt werden, dass ein Boden des Kochgefäßes über seine Fläche
hinweg mit einer einigermaßen gleichen Leistungsdichte beaufschlagt wird für eine
entsprechende Wärmeerzeugung, was wiederum darin für ein gleichmäßiges Erhitzen des
Inhalts des Kochgefäßes sorgt. Ein Unterschied in der Leistungsdichte kann vorteilhaft
maximal 15% betragen, vorteilhaft maximal 10%.
[0007] In einem ersten Betriebsfall, der als Betrieb mit einer sehr hohen Leistungsdichte
definiert ist, vorteilhaft als Betrieb mit einer maximalen Leistungsdichte, wird zumindest
bei derjenigen genau einen Induktionsheizspule des gemeinsamen Verbunds, welche die
geringste Überdeckung durch die Kochstelle bzw. das Kochgefäß aufweist, die Frequenz
ihrer Ansteuerung erhöht. Es wird also mindestens eine Induktionsheizspule genommen
für die Frequenzerhöhung, und zwar mindestens die genau eine Induktionsheizspule,
welche die geringste Überdeckung durch die Kochstelle bzw. das Kochgefäß aufweist.
Dies kann durch ein Verfahren entsprechend der
EP 2330866 A2 oder der
EP 2574144 A2 festgestellt werden anhand der Parameter in der Ansteuerung der einzelnen Induktionsheizspulen
bzw. anhand der Parameter von deren Schwingungsantwort. Diese genau eine Induktionsheizspule
arbeitet dann mit einer höheren Frequenz als andere Induktionsheizspulen bzw. als
die restlichen Induktionsheizspulen dieses Verbunds unter dieser Kochstelle. Eine
Frequenzerhöhung kann zumindest einige kHz bzw. mehr als 1 kHz betragen, besonders
vorzugsweise mehr als 10kHz oder mehr als 17kHz.
[0008] Dadurch ist es möglich, dass die Effizienz dieser am geringsten überdeckten Induktionsheizspule
in ihrem Betrieb dadurch etwas verbessert wird, dass die Frequenz erhöht wird. Es
wird nämlich bei gleicher Leistungsdichte der Strom verringert, wodurch automatisch
die Verluste bei dieser Induktionsheizspule ebenfalls verringert werden.
[0009] In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass in dem vorgenannten ersten
Betriebsfall nicht nur die genau eine Induktionsheizspule mit der geringsten Überdeckung
mit einer höheren Frequenz betrieben wird, sondern mindestens die genau zwei Induktionsheizspulen
mit der geringsten Überdeckung, also die Induktionsheizspule mit der geringsten Überdeckung
und die Induktionsheizspule mit der zweitgeringsten Überdeckung. Diese beiden Induktionsheizspulen
werden dann gemeinsam betrieben mit einer gemeinsamen, also gleichen, höheren Frequenz
als die anderen Induktionsheizspulen unter dieser Kochstelle bzw. unter diesem Kochgefäß.
Die Frequenzerhöhung kann in dem vorbeschriebenen Maß vorgenommen werden. In nochmals
weiterer möglicher Weiterbildung der Erfindung können, vorteilhaft wenn eine Kochstelle
bzw. ein diese definierendes Kochgefäß mehr als sechs oder sieben Induktionsheizspulen
überdeckt, sogar die drei oder noch mehr Induktionsheizspulen mit der geringsten Überdeckung
gemeinsam mit einer höheren Frequenz betrieben werden wie zuvor erläutert.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren weist im Vergleich zur vorgenannten
WO 2010/084096 A2 den Vorteil auf, dass sozusagen auf der gesamten Fläche der durch das aufgestellte
Kochgefäß gebildeten Kochstelle oder zumindest auf einem Großteil der Fläche Leistung
in den Kochgefäßboden eingekoppelt wird, wenngleich diese unter Umständen im Bereich
der mit höherer Frequenz betriebenen Induktionsheizspule oder Induktionsheizspulen
eine etwas verringerte Leistungsdichte aufweist. Damit ist eine noch stärkere Beheizung
des Kochgefäßes möglich und somit kann beispielsweise noch schneller erreicht werden,
dass darin befindliches Wasser kocht.
[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann der erste Betriebsfall definitionsgemäß
dann vorliegen, wenn die Induktionsheizspulen als Verbund für eine Kochstelle mit
einer Leistungsdichte von mehr als 50% ihrer Maximalleistungsdichte bzw. mit mehr
als 6W/cm
2 arbeiten, vorteilhaft zumindest diejenigen Induktionsheizspulen der Kochstelle, die
nicht in ihrer Frequenz verändert werden. Vorteilhaft kann diese Leistungsdichte für
das Vorliegen des ersten Betriebsfalls bei mehr als 65% der Maximalleistungsdichte
liegen bzw. mehr als 7W/cm
2 betragen. Bei üblichen Induktionskochfeldern entspricht dies einem Betrieb mit der
Stufe 9, also der höchsten regulären Leistungsstufe, sowie der darüber liegenden Boost-Leistungsstufe,
welche dann die Maximalleistungsdichte definiert. Diese kann bei etwa 10 W/cm
2 liegen. Eine solche Boost-Leistungsstufe sollte nur kurz bzw. nur wenige Minuten
lang verwendet werden, was aber üblicherweise ausreicht, um beispielsweise Wasser
möglichst schnell zum Kochen zu bringen.
[0012] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist es möglich, dass im vorgenannten ersten
Betriebsfall mit einer sehr hohen Leistungsdichte die Frequenz derjenigen Induktionsheizspulen
erhöht wird, die zu weniger als 30% ihrer Fläche von der Kochstelle überdeckt sind.
Vorteilhaft kann die Erhöhung der Frequenz sogar nur für diejenigen Induktionsheizspulen
gelten, die zu weniger als 20% ihrer Fläche von der Kochstelle bzw. von dem Kochgefäß
überdeckt sind. Dies sind also die vorgenannten am geringsten überdeckten Induktionsheizspulen.
Durch diese Definition kann also auch bestimmt werden, ob nur eine einzige Induktionsheizspule
mit der geringsten Überdeckung mit einer höheren Frequenz betrieben wird oder aber
ob die zwei Induktionsheizspulen oder sogar die drei Induktionsheizspulen mit der
jeweils geringsten Überdeckung mit einer erhöhten Frequenz betrieben werden. So kann
erreicht werden, dass eben möglicherweise auch mehrere Induktionsheizspulen, die eine
geringe Überdeckung durch die Kochstelle aufweisen, mit einer erhöhten Frequenz betrieben
werden, da sie aufgrund des geringen Überdeckungsgrads nur einen geringen Teil zum
Gesamtleistungseintrag in das Kochgefäß beitragen und somit auch nicht besonders effektiv
arbeiten. Ihre Effizienz kann also gut auf Kosten der Effektivität verbessert werden.
[0013] In Ausbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass im ersten Betriebsfall die
am geringsten überdeckte Induktionsheizspule oder die zwei bzw. sogar die drei jeweils
am geringsten überdeckten Induktionsheizspulen eben mit einer höheren Frequenz und
dafür mit einer geringeren Leistungsdichte betrieben werden. So kann der Strom für
ihre Ansteuerung nochmals etwas gesenkt werden, so dass auch deren elektrische Verluste
nochmals etwas gesenkt werden können.
[0014] Vorteilhaft können alle restlichen Induktionsheizspulen der Kochstelle bzw. unter
dem Kochgefäß, die als Verbund zum gemeinsamen Beheizen betrieben werden, mit der
gleichen Frequenz betrieben werden. Insgesamt werden somit die Induktionsheizspulen
einer Kochstelle nur mit zwei Frequenzen betrieben.
[0015] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann ein zweiter Betriebsfall definiert sein
als Betrieb mit einer hohen Leistungsdichte. Diese ist also etwas geringer als die
vorbeschriebene sehr hohe Leistungsdichte. Dabei werden alle betriebenen Induktionsheizspulen
des Verbundes unter der Kochstelle so angesteuert, dass die Leistungsdichte, die an
bzw. unter der Kochstelle erzeugt wird, gleichmäßig verteilt ist bzw. dass die Leistungsdichte,
also die Leistungserzeugung pro Fläche, bei jeder der unter dieser Kochstelle betriebenen
Induktionsheizspulen gleich ist. Dabei werden vorteilhaft auch diejenigen Induktionsheizspulen
betrieben, die zu weniger als 40% ihrer Fläche von der Kochstelle überdeckt sind.
Es können auch noch diejenigen Induktionsheizspulen betrieben werden, die zu weniger
als 30% oder sogar zu weniger als 20% von der Kochstelle überdeckt werden. Bevorzugt
werden Induktionsheizspulen, die geringer als 10% von der Kochstelle überdeckt werden,
nicht betrieben.
[0016] In diesem zweiten Betriebsfall wird das auf die Kochstelle aufgestellte Kochgefäß
also mit einer geringeren Leistungsdichte betrieben als im ersten Betriebsfall, die
aber relativ gesehen immer noch hoch ist. Dabei ist die reine Effizienz der Leistungserzeugung
nicht mehr alleine ausschlaggebend, hier ist vor allem eine möglichst gleichmäßige
Wärmeverteilung gewünscht. Eine derartige hohe Leistungsdichte dieses zweiten Betriebsfalls
wird beispielsweise zum Anbraten von Steaks oder Pfannkuchen verwendet, wo, anders
als beim möglichst schnellen Kochen von Wasser, eine gleichmäßige Wärmeverteilung
vorteilhaft ist für ein gewünschtes Bratergebnis. Eine Leistungsdichte, durch die
sich dieser zweite Betriebsfall definiert, kann zwischen 35% der Maximalleistungsdichte
und derjenigen Leistungsdichte liegen, ab der der vorbeschriebene erste Betriebsfall
vorliegt bzw. die Leistungsdichte kann zwischen 35% und 50% oder sogar 65% der Maximalleistungsdichte
betragen. Somit kann die Leistungsdichte 4W/cm
2 bis 6W/cm
2 oder sogar 7W/cm
2 betragen.
[0017] In Ausgestaltung der Erfindung kann bei dem vorbeschriebenen zweiten Betriebsfall
bei denjenigen Induktionsheizspulen, die nur zwischen 10% und 20% Überdeckung durch
die Kochstelle bzw. das aufgestellte Kochgefäß aufweisen, die Leistungsdichte deutlich
erhöht werden. Vorteilhaft kann deren Leistungsdichte um mindestens 30% erhöht werden,
besonders vorteilhaft um bis zu 60%. Somit soll auch bei einer geringen Überdeckung
auch in diesem Flächenbereich durch die erhöhte Leistungsdichte eine letztlich im
Kochgefäßboden erzeugte, weitgehend gleiche Temperatur erreicht werden.
[0018] In nochmals weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann in dem vorbeschriebenen zweiten
Betriebsfall bei Induktionsheizspulen, die zwischen 20% und 30% Überdeckung durch
die Kochstelle bzw. das aufgestellte Kochgefäß aufweisen, die Leistungsdichte etwas
geringer erhöht werden als zuvor beschrieben für noch weniger überdeckte Induktionsheizspule.
So kann hier die Leistungsdichte vorzugsweise nur um 10% bis 30% erhöht werden. Allerdings
ist dies angesichts des etwas höheren Überdeckungsgrades ausreichend, das vorgenannte
Ziel einer möglichst gleichmäßig verteilten Temperatur am Kochgefäßboden zu erreichen.
[0019] Es ist möglich, dass bei dem vorbeschriebenen zweiten Betriebsfall bei denjenigen
Induktionsheizspulen, die mehr als 30% Überdeckung durch die Kochstelle bzw. das aufgestellte
Kochgefäß aufweisen, die Leistungsdichte gar nicht erhöht wird bzw. deren sogenannte
hohe Leistungsdichte entsprechend der obigen Definition beibehalten wird.
[0020] In diesem zweiten Betriebsfall mit einer hohen Leistungsdichte kann durch die Erhöhung
der Leistungsdichte der nur gering überdeckten Induktionsheizspulen ein Wärmeabfluss
im Kochgefäß in Richtung eines unbeheizten Abstandsbereichs zwischen zwei Induktionsheizspulen
wirksam kompensiert werden.
[0021] In Ausgestaltung der Erfindung ist es möglich, dass eine eingangs beschriebene Differenz
zwischen den Frequenzen, mit denen einerseits die Induktionsheizspulen des Verbunds
als gemeinsame Frequenz betrieben werden und andererseits die eine, zwei oder drei
Induktionsheizspulen mit der geringsten Überdeckung mit einer anderen Frequenz betrieben
werden, noch höher liegt. Sie kann mindestens 17kHz betragen. Durch das Überschreiten
der allgemeinen Hörschwelle können bei einer solchen Frequenzdifferenz mögliche Störgeräusche
in den nicht mehr hörbaren Bereich verschoben werden. So kann eine störende Geräuschentwicklung
beim ersten Betriebsfall und auch beim zweiten Betriebsfall vermieden werden.
[0022] Eine Steuerung des Induktionskochfelds ist also dazu ausgebildet, das vorbeschriebene
Verfahren gemäß der Erfindung sowie in seinen verschiedenen Ausgestaltungen durchzuführen.
In Leistungssteuerungsmitteln des Induktionskochfeldes für die einzelnen Induktionsheizspulen
können die vorgenannten Parameter ausgewertet werden, die in der vorgenannten
EP 2330866 A2 oder der
EP 2574144 A2 entsprechend beschrieben sind.
[0023] Bevorzugt sind die Leistungssteuerungsmittel als Halbbrücken-Umrichter angeordnet
bzw. ausgebildet, wodurch eine gewünschte Leistungsdichte vorteilhaft und ohne größere
Verluste erzeugt werden kann.
[0024] Vorteilhaft weist jede Induktionsheizspule einen eigenen Umrichter in Serienschwingkreistechnologie
auf für eine Ansteuerung mit einer eigenen Frequenz und individuellem Duty Cycle.
Ein Duty Cycle von 50% bedeutet, dass ein oberer und ein unterer IGBT einer Halbbrücke
des genannten Halbbrücken-Umrichters jeweils 50% einer Periodendauer für gleiche Zeit
eingeschaltet sind, wobei der maximale Strom bei der gewählten Periodendauer in der
Induktionsheizspule fließt. Ein Duty Cycle von 10% bedeutet, dass der erste IGBT nur
für 10% der Periodendauer eingeschaltet ist und der zweite IGBT für eine Restdauer,
also 90% der Periodendauer. Dabei gilt üblicherweise, dass, je kleiner der Duty Cycle
bei gegebener Periodendauer bzw. Frequenz ist, desto kleiner der Strom in der Induktionsheizspule
wird und desto weniger Leistung in das aufgestellte Kochgefäß induziert bzw. eingebracht
wird. Dieses Schaltungskonzept ermöglicht es, dass mehrere Induktionsheizspulen mit
der gleichen Frequenz oder mit einer zweiten, höheren Frequenz angesteuert werden.
Diese zweite höhere Frequenz sollte eben mehr als die vorgenannten 17kHz über der
ersten Frequenz liegen, um hörbare Interferenzgeräusche zu vermeiden.
[0025] Bei der genannten höheren Frequenz kann nur eine begrenzte Leistung übertragen werden,
wobei dies aber aufgrund der höheren Frequenz und des verringerten Stroms mit einer
besseren Effizienz erfolgt. Des Weiteren fallen weniger Verluste im Umrichter an,
wenn eine bestimmte vorgegebene Leistung mit einer höheren Frequenz und einem Duty
Cycle von 50% erreicht werden kann im Vergleich zu einer niedrigeren Frequenz und
einem geringeren Duty Cycle.
[0026] Des Weiteren steigt der in die Induktionsheizspule eingekoppelte Topfwiderstand mit
der verwendeten Frequenz an. Unterhalb einer Mindestüberdeckung sollte eine Induktionsheizspule
nicht betrieben werden, da dann die übertragbare Leistung unverhältnismäßig niedrig
ist im Vergleich zu den elektrischen Verlusten. Bei der Erfindung soll es also auch
möglich sein, bei hohen Leistungsdichten bzw. bei sehr hohen Leistungsdichten für
eine Kochstelle alle Induktionsheizspulen zu betreiben, die ein gewisses Mindestmaß
an Überdeckung aufweisen. Dieses Mindestmaß sollte mindestens 10% Überdeckung sein,
vorteilhaft mindestens 20% oder sogar 30%. Falls somit eine insgesamt geforderte Gesamtleistung
noch nicht erreicht werden kann, wird die Induktionsheizspule mit der zweitgrößten
Flächenüberdeckung ebenfalls mit der ersten, niedrigeren Frequenz betrieben, wobei
diese Induktionsheizspule und die Induktionsheizspule mit der größten Flächenüberdeckung
mit einer höheren Leistung betrieben werden. Dann kann für diese beiden der Duty Cycle
50% oder nahezu 50% betragen.
[0027] Liegt ein Bedeckungsunterschied zwischen den Induktionsheizspule mit der größten
Flächenüberdeckung nicht in erheblichem Maß vor, beträgt er beispielsweise weniger
als 20%, dann sollten diese Induktionsheizspulen alle mit derselben Frequenz und mit
demselben Duty Cycle von 50% betrieben werden.
[0028] Die Erhöhung der Leistungsdichte für gering überdeckte Induktionsheizspulen kommt
daher, dass bei deren kleiner Bedeckung ein überdeckter Randbereich der Induktionsheizspule,
in dem diese also nicht wirksam ist, im Verhältnis zur bedeckten Fläche der Induktionsheizspule
besonders groß ist. Somit muss eine größere unbeheizte Fläche, die sich durch den
Abstand bzw. durch Abstandsflächen oder Zwischenflächen zwischen den Induktoren ergibt,
ausgeglichen werden.
[0029] Diese und weitere Merkmale gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung
und den Zeichnungen hervor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder
zu mehreren in Form von Unterkombinationen bei einer Ausführungsform der Erfindung
und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige
Ausführungen darstellen können, für die hier Schutz beansprucht wird. Die Unterteilung
der Anmeldung in einzelne Abschnitte sowie Zwischen-Überschriften beschränken die
unter diesen gemachten Aussagen nicht in ihrer Allgemeingültigkeit.
Kurzbeschreibung der Zeichnung
[0030] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung schematisch dargestellt
und werden im Folgenden näher erläutert. Dabei zeigt die Fig. 1 eine Draufsicht auf
eine Anzahl von Induktionsheizspulen in dichter Anordnung nebeneinander, die unter
einem Induktionskochfeld angeordnet sind. Ein Kochgefäß ist aufgestellt und definiert
mit seiner Standfläche eine Kochfläche.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0031] In der einfach gehaltenen Darstellung der Fig. 1 wird schematisch erläutert, wie
bei einer Anordnung von mehreren bzw. vielen Induktionsheizspulen 13 in engem Verbund,
hier als runde Induktionsheizspulen ausgeführt, ein aufgestelltes Kochgefäß 15 beheizt
werden kann. Diese Anordnung von Induktionsheizspulen 13 könnte in einem Induktionskochfeld
11 eingebaut sein, also unter einer Kochfeldplatte angeordnet sein. Hierfür wird beispielsweise
auf die eingangs genannte
WO 2010/084096 A2 verwiesen. Es könnten natürlich auch weniger oder sogar deutlich weniger Induktionsheizspulen
vorgesehen sein, beispielsweise in etwa doppelt so groß. Dann könnten je nach genauer
Position des Kochgefäßes 15 nur zwei bis vier Induktionsheizspulen davon bedeckt oder
teilweise überdeckt sein. Sie könnten auch andere Formen aufweisen, beispielsweise
angenähert rechteckig bzw. quadratisch oder sogar trapezförmig entsprechend der
DE 102011083125 A1.
[0032] Ein Kochgefäß 15, beispielsweise ein Kochtopf oder eine Pfanne, ist oberhalb der
Induktionsheizspulen 13 platziert bzw. aufgestellt. Seine durch den Kreisring angedeutete
Standfläche definiert eine Kochstelle 17, also den Bereich, in dem eine Leistungserzeugung
erfolgen soll, um Wärme in den Boden des Kochgefäßes 15 und somit in dessen Inhalt
zu übertragen. Dies ist dem Fachmann bekannt.
[0033] Die Induktionsheizspulen 13 sind teilweise unterschiedlich bedeckt. Fünf Induktionsheizspulen
13a sind voll überdeckt, erkennbar durch die Kreuzschraffierung. Drei Induktionsheizspulen
13b sind zu deutlich mehr als 50% überdeckt. Wie sie hier angeordnet sind ist Zufall
gerade bei dieser gewählten Position für das Kochgefäß 15 und muss nicht immer so
sein, ebenso wie die Anordnung der fünf voll überdeckten Induktionsheizspulen 13a.
Zwei weitere Induktionsheizspulen 13b oben rechts und links in der Mitte sind zu etwa
50% überdeckt. Die Induktionsheizspulen 13b sind nur schräg und eng schraffiert.
[0034] Des Weiteren sind zwei Induktionsheizspulen 13c zu etwa 30% oder weniger ihrer Fläche
überdeckt, die Induktionsheizspule 13c ganz rechts in der Mitte nur zu etwa 10%. Auch
deren Anordnung ist zufällig. Die Induktionsheizspulen 13c sind nur schräg und weit
schraffiert.
[0035] Für die fünf voll überdeckten Induktionsheizspulen 13a wird es noch allermeistens
der Fall sein, dass sie nebeneinander oder sozusagen als eine Art flächiger Verbund
angeordnet sind. Die Induktionsheizspulen 13b und/oder 13c können aber auch durchaus
gegenüberliegend eines solchen vollüberdeckten Verbundes angeordnet sein.
[0036] Anhand des Ansteuerungsverhaltens der Induktionsheizspulen, insbesondere durch Beobachten
des hindurchfließenden Stroms, kann der Grad ihrer Überdeckung durch das Kochgefäß
15 in etwa festgestellt werden. Soll nun in einem eingangs genannten ersten Betriebsfall
das Kochgefäß 15 mit einer sehr hohen Leistungsdichte betrieben werden, die bei mehr
als 50% oder sogar mehr als 65% der Maximalleistungsdichte liegen kann, also mehr
als 6W/cm
2 oder 7W/cm
2 betragen kann und üblicherweise bei einem Induktionskochfeld der Leistungsstufe 9
oder einer darüber liegenden Boost-Leistungsstufe entspricht, soll als typischer Anwendungsfall
Wasser in dem Kochgefäß 15 möglichst schnell erhitzt werden. Eine nicht dargestellte
Steuerung des Induktionskochfeldes 11 für die Induktionsheizspulen 13 stellt dann
eben fest, dass die fünf Induktionsheizspulen 13a voll überdeckt sind. Sie werden
also mit der genannten sehr hohen Leistungsdichte betrieben.
[0037] Die fünf Induktionsheizspulen 13b, die nur teilweise, aber zu mindestens 50%, von
dem Kochgefäß 15 bzw. der Kochstelle 17 überdeckt sind, werden ebenfalls mit dieser
sehr hohen Leistungsdichte betrieben. Insbesondere werden sie entweder mit demselben
Strom betrieben wie die voll überdeckten Induktionsheizspulen 13a. Alternativ werden
sie mit derselben Leistungsdichte wie die voll überdeckten Induktionsheizspulen 13a
betrieben, aber auf die Fläche der Überdeckung durch das Kochgefäß 15 bzw. durch die
Kochstelle 17 bezogen. Dies liegt daran, dass, wenn eine solche Induktionsheizspule
13b gerade zu nur wenig mehr als 50% überdeckt ist, wie die rechte obere Induktionsheizspule
13b, die gesamte von ihr erzeugte Leistung in den über ihr liegenden Bereich des Bodens
des Kochgefäßes 15 eingekoppelt wird. Somit kann in diesem Fall die Leistungsdichte
auf die Fläche der Überdeckung zwischen Kochgefäß 15 bzw. Kochstelle 17 und Induktionsheizspule
13b bezogen werden. Wird die rechte obere Induktionsheizspule 13b mit etwa der halben
Leistungsdichte wie die Induktionsheizspulen 13a betrieben, und zwar auf ihre eigene
Fläche bezogen, und wird im Wesentlichen die gesamte Leistung in den über ihr liegenden
Bereich des Bodens des Kochgefäßes 15 eingekoppelt, so ergibt sich in diesem Boden
des Kochgefäßes 15 dieselbe Leistungsdichte der eingekoppelten Leistung wie über den
voll bedeckten Induktionsheizspulen 13a. In dem Fall, dass die Induktionsheizspulen
13b mit demselben Strom betrieben werden und bei der selben Frequenz wie die voll
überdeckten Induktionsheizspulen 13a, wäre in den darüber liegenden Bereichen des
Bodens des Kochgefäßes 15 die eingekoppelte Leistungsdichte doppelt so hoch. Die kann
zwar auch vorgesehen sein, es muss aber nicht so sein.
[0038] Die drei weniger als 30% überdeckten Induktionsheizspulen 13c werden als die erfindungsgemäßen
Induktionsheizspulen mit der geringsten Überdeckung durch die Kochstelle 17 bzw. durch
das Kochgefäß 15 angesehen. Es muss also nicht nur eine einzige Induktionsheizspule
sein, beispielsweise die Induktionsheizspule 13c rechts unten, die als diejenige mit
der geringsten Überdeckung angesehen wird und die dann mit der höheren Frequenz angesteuert
wird. Es liegt an der großen Anzahl an vorhandenen Induktionsheizspulen 13 und deren
geringer Größe, dass so viele von dem Kochgefäß 15 bzw. der Kochstelle 17 zumindest
teilweise überdeckt werden. Bei diesen drei Induktionsheizspulen 13c wird also erfindungsgemäß
die Frequenz der Ansteuerung erhöht, vorteilhaft um mindestens 17kHz, besonders vorteilhaft
um etwa 20kHz. Dementsprechend wird der Strom reduziert, mit dem sie angesteuert werden
bzw. der durch sie hindurchfließt.
[0039] Somit wird erreicht, dass die drei nur gering überdeckten Induktionsheizspulen 13c
mit geringerem Strom betrieben werden und somit auch geringere elektrische Verluste
aufweisen. Ihre Leistungseinkopplung in das Kochgefäß 15 ist ohnehin verringert, da
sie ja eben nur zu einem geringen Maß überdeckt sind.
[0040] Angesichts der Fig. 1 ist auch leicht vorstellbar, wie bei anderen Größenverhältnissen
von Induktionsheizspulen 13 und Kochgefäß 15 bzw. Kochstelle 17 Induktionsheizspulen
mit unterschiedlichen Überdeckungsgraden unterschiedlich betrieben werden entsprechend
dem erfinderischen Gedanken. So könnte es sein, dass ein Kochgefäß 15 mit einer von
ihm gebildeten Kochstelle 17 auch nur vier Induktionsheizspulen überhaupt bedeckt
oder über diesen zumindest teilweise verläuft. Dann wiederum könnte es sein, dass
nur eine einzige Induktionsheizspule als diejenige mit der geringsten Überdeckung
angesehen wird und mit entsprechend erhöhter Frequenz und Strom betrieben wird. Der
erfinderische Gedanke funktioniert also genauso mit einer geringeren Anzahl von Induktionsheizspulen
als gemäß dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1.
[0041] In einem zweiten eingangs erläuterten Betriebsfall kann vorgesehen sein, dass das
Kochgefäß 15 mit einer hohen Leistungsdichte beheizt werden soll. Diese hohe Leistungsdichte
kann 35% bis 50% der Maximalleistungsdichte betragen, also 4W/cm
2 bis 6W/cm
2 betragen. Dies entspricht üblicherweise bei einem Induktionskochfeld der Leistungsstufe
6 bis 8. Während also im vorgenannten ersten Betriebsfall eine sehr hohe Leistungsdichte
bzw. eine maximale Leistungsdichte gewünscht war, können in diesem zweiten Betriebsfall
beispielsweise ein Steak angebraten oder Pfannkuchen zubereitet werden. Vor allem
für ein Steak wird zwar eine sehr hohe Temperatur des Bodens des Kochgefäßes 15 gewünscht,
insbesondere im Fall einer Pfanne über 200°C. Die anschließend nötige Leistungszufuhr
entspricht dann aber nur noch einer hohen Leistungsdichte.
[0042] In diesem zweiten Betriebsfall ist eine Energieeinsparung bei denjenigen Induktionsheizspulen
13c, die nur gering überdeckt sind, nicht mehr so bedeutsam. Die absolute Leistung
ist ja deutlich reduziert, wenngleich es immer noch eine hohe Leistungsdichte ist.
Gerade bei einem solchen zweiten Betriebsfall kommt es aber, anders als beim vorbeschriebenen
ersten Betriebsfall, auf eine gleichmäßige Wärmeerzeugung an, damit ein Ergebnis des
Anbratens gleichmäßig und gut ist. Hier erfolgt also keine mögliche Leistungsreduzierung
bei den etwas mehr als hälftig überdeckten Induktionsheizspulen 13b und auch nicht
bei den gering überdeckten Induktionsheizspulen 13c entsprechend Fig. 1. Vielmehr
wird nun versucht, im gesamten Boden des Kochgefäßes 15 eine gleichmäßige Erwärmung
bzw. Einkopplung von Leistung zu erreichen. Entsprechend wird der Strom durch die
Induktionsheizspulen 13b so eingestellt, dass in dem von ihnen überdeckten Bereich
des Bodens des Kochgefäßes 15 derselbe Wärmeeintrag pro Fläche vorliegt wie über den
voll überdeckten Induktionsheizspulen 13a.
[0043] Bei den nur gering überdeckten Induktionsheizspulen 13c ist zusätzlich noch zu beachten,
dass in ihrem Bereich die Zwischenflächen zwischen den Induktionsheizspulen 13 relativ
zur überdeckten Fläche groß sind bzw. sich stärker auswirken. Insofern wird die Leistung
bei diesen gering überdeckten Induktionsheizspulen 13c sogar über eine für die anderen
Induktionsheizspulen geltende Leistungsdichte hinaus erhöht. Eine solche Erhöhung
kann um mindestens 30% erfolgen bei einer Überdeckung zwischen 10% und 20%. Dies ist
der Fall also bei der rechten Induktionsheizspule 13c. Die anderen beiden Induktionsheizspulen
13c weisen eine Überdeckung zwischen 20% und 30% durch das Kochgefäß 15 bzw. durch
die Kochstelle 17 auf. Hier wird die Leistungsdichte um etwa 10% erhöht, um sozusagen
die vorgenannten Zwischenflächen auszugleichen. Dadurch wird bei diesem zweiten Betriebsfall
eine möglichst gleiche Wärmeerzeugung in dem Boden des Kochgefäßes 15 erreicht.
[0044] Der Fall eines Kochens von Wasser mit sehr hoher bzw. maximaler Leistungsdichte des
Induktionskochfelds 11 als erster Betriebsfall kann zwar schnell, aber mit einer gewissen
Energieeinsparung betrieben werden, wie zuvor erläutert worden ist. Eine gleichmäßige
Wärmeeinkopplung ist hier nicht so sehr von Bedeutung. Durch den sehr hohen absoluten
Energieverbrauch können Maßnahmen zur Energieeinsparung deutliche Wirkung zeigen.
[0045] In dem zweiten Betriebsfall, beispielsweise Braten von Steak oder Pfannkuchen mit
hoher Leistungsdichte, ist eine Energieeinsparung weniger von Bedeutung. Hier kommt
es vielmehr auf einen gleichmäßigen Wärmeeintrag an. Deswegen wird hier die Ansteuerung
der Induktionsheizspulen 13 auf einen solchen gleichmäßigen Wärmeeintrag optimiert.
[0046] Bei noch kleineren Leistungsdichten bzw. Leistungsstufen, also unter 4W/cm
2 bzw. Leistungsstufen unterhalb der Stufe 5, sind Energiesparfunktionen ohnehin von
erheblich geringerer Bedeutung bzw. ist auch ein gleichmäßiger Wärmeeintrag nicht
so bedeutsam. Hier erfolgt eine Vergleichmäßigung des Wärmeeintrags vor allem auch
durch die mittlerweile sehr gebräuchlichen Kochgefäße mit dickem Boden für eine gute
Wärmeverteilung in Querrichtung.
1. Verfahren zur Steuerung eines Induktionskochfeldes, wobei das Induktionskochfeld eine
Kochfeldplatte und darunter eine Anzahl von Induktionsheizspulen aufweist, die jeweils
einzeln und im Verbund ansteuerbar sind,
wobei:
- ein aufgestelltes Kochgefäß mit seiner Standfläche eine Kochstelle definiert und
diejenigen Induktionsheizspulen, die zumindest teilweise von der Kochstelle überdeckt
sind, zum gemeinsamen Beheizen des Kochgefässes im Verbund angesteuert werden,
- in einem ersten Betriebsfall, der als Betrieb mit einer sehr hohen Leistungsdichte
definiert ist, zumindest bei derjenigen Induktionsheizspule des Verbundes, die die
geringste Überdeckung durch die Kochstelle aufweist, die Frequenz der Ansteuerung
erhöht wird, so dass diese Induktionsheizspule mit einer höheren Frequenz arbeitet
als andere Induktionsheizspulen bzw. als die restlichen Induktionsheizspulen unter
dieser Kochstelle.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Betriebsfall zumindest bei denjenigen zwei Induktionsheizspulen des Verbundes,
die die geringste und die zweitgeringste Überdeckung durch die Kochstelle aufweisen,
die Frequenz der Ansteuerung erhöht wird, so dass diese beiden Induktionsheizspulen
mit einer gemeinsamen, höheren Frequenz arbeiten als andere Induktionsheizspulen bzw.
als die restlichen Induktionsheizspulen unter dieser Kochstelle.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Betriebsfall vorliegt, wenn die Induktionsheizspulen als Verbund für eine
Kochstelle mit einer Leistungsdichte von mehr als 50% der Maximalleistungsdichte bzw.
mehr als 6W/cm2 arbeiten, vorzugsweise mehr als 65% der Maximalleistungsdichte bzw. mehr als 7W/cm2.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Betriebsfall bei einer sehr hohen Leistungsdichte die Frequenz derjenigen
Induktionsheizspulen erhöht wird, die zu weniger als 30% ihrer Fläche von der Kochstelle
überdeckt sind, vorzugsweise zu weniger als 20% ihrer Fläche.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Betriebsfall die am geringsten überdeckte Induktionsheizspule oder die
am geringsten überdeckten Induktionsheizspulen mit einer höheren Frequenz und mit
einer geringeren Leistungsdichte betrieben werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass alle restlichen Induktionsheizspulen der Kochstelle, die als Verbund arbeiten, mit
der gleichen Frequenz arbeiten.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem zweiten Betriebsfall, der als Betrieb mit einer hohen Leistungsdichte definiert
ist, alle Induktionsheizspulen des Verbundes unter der Kochstelle so angesteuert werden,
dass die Leistungsdichte, die an der Kochstelle erzeugt wird, gleichmäßig verteilt
ist bzw. die Leistungsdichte bei jeder Induktionsheizspule gleich ist, wobei vorzugsweise
dazu auch Induktionsheizspulen betrieben werden, die zu weniger als 40% von der Kochstelle
überdeckt sind, insbesondere zu weniger als 30% von der Kochstelle überdeckt sind.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zweiten Betriebsfall die hohe Leistungsdichte zwischen 35% der Maximalleistungsdichte
und derjenigen Leistungsdichte liegt, ab der der erste Betriebsfall vorliegt bzw.
die 50% der Maximalleistungsdichte beträgt, insbesondere zwischen 4W/cm2 und 6W/cm2.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zweiten Betriebsfall bei Induktionsheizspulen, die zwischen 10% und 20% Überdeckung
durch die Kochstelle aufweisen, die Leistungsdichte deutlich erhöht wird, vorzugsweise
um mindestens 30% erhöht wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zweiten Betriebsfall bei Induktionsheizspulen, die zwischen 20% und 30% Überdeckung
durch die Kochstelle aufweisen, die Leistungsdichte um etwa 10% erhöht wird,
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zweiten Betriebsfall bei Induktionsheizspulen, die mehr als 30% Überdeckung
durch die Kochstelle aufweisen, die Leistungsdichte nicht erhöht wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Differenz zwischen mindestens zwei Frequenzen, mit denen Induktionsheizspulen
als Verbund und unter einer Kochstelle gemeinsam betrieben werden, mindestens 17kHz
beträgt.
13. Induktionskochfeld mit einer Kochfeldplatte und mehreren darunter angeordneten Induktionsheizspulen,
gekennzeichnet durch Leistungssteuerungsmittel und eine damit verbundene Steuerung, wobei die Steuerung
dazu ausgebildet ist, das Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche durchzuführen.
14. Induktionskochfeld nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Leistungssteuerungsmittel als Halbbrücken-Umrichter angeordnet sind.