[0001] Die Erfindung betrifft ein Flurförderzeug, das mit einem Fahrwerk auf einer Fahrbahn
abgestützt ist, wobei das Fahrwerk ein lenkbares und mittels eines Fahrantriebs angetriebenes
Antriebsrad und zwei nicht-gelenkte Lasträder aufweist, wobei die beiden Lasträdern
von dem Antriebsrad in Fahrzeuglängsrichtung beabstandet sind und in Fahrzeugquerrichtung
seitlich beabstandet angeordnet sind, wobei mindestens ein Lastrad in vertikaler Richtung
verstellbar an einem Fahrzeugkörper des Flurförderzeugs angeordnet ist.
[0002] Bekannte gattungsgemäße Flurförderzeuge können ein Drei-Rad-Fahrwerk aufweisen, mit
dem das Flurförderzeug auf einer Fahrbahn abgestützt. Ein derartiges Drei-Rad-Fahrwerk
besteht aus einem lenkbaren und mittels eines Fahrantriebs angetriebenen Antriebsrad,
das in der Regel in Fahrzeugquerrichtung mittig angeordnet ist, und zwei voneinander
in Fahrzeugquerrichtung beabstandet angeordneten, nicht-gelenkten Lasträder, die von
dem Antriebsrad in Fahrzeuglängsrichtung beabstandet sind und eine Lastradachse bilden.
Bekannte gattungsgemäße Flurförderzeuge können alternativ ein Vier-Rad-Fahrwerk aufweisen,
mit dem das Flurförderzeug auf einer Fahrbahn abgestützt. Ein derartiges Vier-Rad-Fahrwerk
besteht aus einem lenkbaren und mittels eines Fahrantriebs angetriebenen Antriebsrad,
das an einer Fahrzeugseite angeordnet ist und einem an der gegenüberliegenden Fahrzeugseite
angeordneten Stützrad sowie zwei voneinander in Fahrzeugquerrichtung beabstandet angeordneten,
nicht-gelenkten Lasträder, die von dem Antriebsrad und dem Stützrad in Fahrzeuglängsrichtung
beabstandet sind und eine Lastradachse bilden.
[0003] Bei bekannten Flurförderzeugen sind das Antriebsrad und die Lasträder der Lastradachse
mit dem Fahrzeugkörper fest verbunden und in vertikaler Richtung nicht bewegbar am
Fahrzeugkörper angeordnet.
[0004] Derartige Flurförderzeuge können in einer Regalanlage innerhalb einer Lagerhalle
eingesetzt werden. Das Flurförderzeug bewegt sich hierbei im Betrieb längs einer Regalzeile
in einem entsprechenden Regalgang der Regalanlage. Verursacht durch Bodenunebenheiten
der Fahrbahn kann sich das Flurförderzeug in seitlicher Richtung neigen und in seitlicher
Richtung schwingen. Insbesondere bei Flurförderzeugen mit einem Hubgerüst und einem
an dem Hubgerüst anhebbaren und absenkbaren Fahrerarbeitsplatz können durch Bodenunebenheiten
über den Fahrzeugkörper in das Hubgerüst und den Fahrerarbeitsplatz im Wesentlichen
seitlich in Richtung zu dem Regal auftretende Schwingungen eingebracht werden. Diese
bei Bodenunebenheiten auftretenden seitlichen Schwingungen sind für einen auf dem
Fahrerarbeitsplatz befindlichen Fahrer unerwünscht, insbesondere bei angehobenem Fahrerarbeitsplatz,
und können zum Anstoßen des Flurförderzeugs an das Regal führen.
[0005] Um während der Fahrt des Flurförderzeugs Bodenunebenheiten der Fahrbahn ausgleichen
zu können und durch Bodenunebenheiten verursachte unerwünschte Schwingungen des Flurförderzeugs
zu eliminieren, ist es bereits bei gattungsgemäßen Flurförderzeugen bekannt, das Flurförderzeug
mit einem aktiven Fahrwerk zu versehen, bei dem ein Lastrad oder beide Lasträder in
vertikaler Richtung verstellbar an dem Fahrzeugkörper des Flurförderzeugs angeordnet
sind. Zum Ausgleich der Bodenunebenheiten während der Fahrt des Flurförderzeugs ist
hierbei eine dynamische Bewegungsmöglichkeit eines Lastrades oder beider Lasträder
in vertikaler Richtung vorzusehen. Hierzu ist es bekannt, ein beweglich gelagertes
Lastrad mittels eines Antriebs mechanisch in vertikaler Richtung zu verstellen, wenn
während einer Fahrt des Flurförderzeugs eine Bodenunebenheit mittels einer am Flurförderzeug
angeordneten Sensoreinrichtung erfasst wird. Auf das verstellbare Lastrad wirkt eine
durch die Masse des Flurförderzeugs hervorgerufene Radlastkraft. Diese Radlastkraft
muss von dem Antrieb bei der vertikalen Verstellung des Lastrades dynamisch überwunden
werden.
[0006] Ein Flurförderzeug mit in vertikaler Richtung verstellbaren Lasträdern, mit dem seitliche
Schwingungen während der Fahrt bei auftretenden Bodenunebenheiten verringert werden
können, ist aus der
WO 2013/121022 A1 bekannt. Bei der
WO 2013/121022 A1 ist das Lastrad für die vertikale Verstellbarkeit in einer verschwenkbaren Schwinge
gelagert, die mittels eines Linearaktuator betätigbar ist. Die Schwinge in Verbindung
mit dem Linearaktuator weist einen großen Bauraumbedarf und hohen Bauaufwand auf.
Sofern bei der
WO 2013/121022 A1 beide Lasträder in vertikaler Richtung verstellbar sind, sind entsprechend zwei Linearaktuatoren
erforderlich, was den Bauaufwand noch weiter erhöht.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Flurförderzeug der eingangs
genannten Gattung zur Verfügung zu stellen, bei dem das Lastrad bei geringem Bauraumbedarf
und mit geringem Bauaufwand in vertikaler Richtung verstellbar ist.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das in vertikaler Richtung
verstellbare Lastrad um eine Raddrehachse drehbar an mindestens einer Exzenterscheibe
angeordnet ist, die an dem Fahrzeugkörper um eine Drehachse gelagert ist, wobei die
Raddrehachse des Lastrades zu der Drehachse der Exzenterscheibe einen Versatz aufweist.
Erfindungsgemäß ist das Lastrad auf einer Exzenterscheibe drehbar gelagert und weist
mit der Raddrehachse einen Exzenter-Versatz zu der Drehachse der Exzenterscheibe auf.
Durch Drehen der Exzenterscheibe um die Drehachse kann somit aufgrund des Versatzes
der Raddrehachse des Lastrades zur Drehachse der Exzenterscheibe eine vertikale Bewegung
des Lastrades bei geringem Bauraumbedarf und mit geringem Bauaufwand erzielt werden.
[0009] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung steht die Exzenterscheibe mit
einem Drehantrieb in Wirkverbindung. Mit einem entsprechenden Antrieb kann auf einfache
Weise die Exzenterscheibe um die Drehachse gedreht werden und somit eine vertikale
Bewegung des Lastrades erzielt werden.
[0010] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltungsform
der Erfindung ist der Drehantrieb als Elektromotor ausgebildet, der die Exzenterscheibe
oder eine mit der Exzenterscheibe in Wirkverbindung stehende und koaxial zur Drehachse
der Exzenterscheibe angeordnete Antriebswelle antreibt. Die Drehbewegung des Elektromotors
kann hierbei direkt in eine Drehbewegung der Exzenterscheibe oder über die Antriebswelle
in eine Drehbewegung der Exzenterscheibe umgesetzt werden. Ein als Elektromotor ausgebildeter
Drehantrieb weist gegenüber einem Linearaktuator einen geringeren Bauaufwand auf und
ermöglicht es, die vertikale Bewegung des Lastrades genauer und einfacher zu steuern.
[0011] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn beide Lasträder jeweils mittels mindestens
einer Exzenterscheibe in vertikaler Richtung verstellbar am Fahrzeugkörper angeordnet
sind, wobei die Exzenterscheiben einen gleichgroßen Versatz der Raddrehachse des Lastrades
zu der Drehachse der Exzenterscheibe aufweisen und die Exzenterscheiben derart am
Fahrzeugkörper um die Drehachse drehbar gelagert sind, dass der Versatz an dem ersten
Lastrad entgegengesetzt angeordnet zu dem Versatz an dem zweiten Lastrad angeordnet
ist. Dies ermöglicht es auf einfache Weise, dass beide Lasträder einer Lastradachse
des Flurförderzeugs in vertikaler Richtung verstellt werden können.
[0012] Hinsichtlich eines geringen Bauaufwandes ergeben sich hierbei Vorteile, wenn gemäß
einer Weiterbildung der Erfindung für beide in vertikaler Richtung verstellbare Lasträder
ein gemeinsamer Drehantrieb vorgesehen ist. Die beiden Lasträder der Lastradachse
können somit mit einem einzigen Drehantrieb gleichzeitig in vertikaler Richtung verstellt
werden.
[0013] Besondere Vorteile sind erzielbar, wenn gemäß einer Weiterbildung der Erfindung die
Exzenterscheiben der beiden Lasträder mit einer Antriebswelle gekoppelt sind. Die
Antriebswelle bildet eine Kraftkopplung für die beiden in vertikaler Richtung verstellbaren
Lasträder, so dass bei einer Betätigung des Drehantriebs beide Lasträder gleichzeitig
verstellt werden. Durch die entgegengesetzt angeordneten Versatze der beiden Lasträder
wird hierbei erzielt, dass bei einer Betätigung des Drehantriebs die beiden Lasträder
in entgegengesetzte Richtungen verstellt werden. Dies führt zu weiteren Vorteilen,
da eine derartige beidseitige vertikale Verstellung von zwei Lasträdern einer Lastradachse,
die gleichzeitig in entgegensetzte Richtungen vertikal verstellt werden, zu einer
Halbierung des benötigten Verstellweges führt im Vergleich zu einer einseitigen vertikalen
Verstellung eines Lastrades einer Lastradachse.
[0014] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltungsform der Erfindung ist das Lastrad auf einer
Radwelle um die Raddrehachse drehbar gelagert, wobei die Radwelle an der Exzenterscheibe
befestigt ist. Dies ermöglicht es auf einfache Weise, das Lastrad um die Raddrehachse
drehbar an der Exzenterscheibe anzuordnen.
[0015] Die Radwelle kann hierbei einseitig und somit fliegend an einer Exzenterschiebe angeordnet
sein. Vorteile ergeben sich, wenn die Radwelle an zwei Exzenterscheiben befestigt
ist, zwischen denen das Lastrad angeordnet ist. Die Radwelle ist somit beidseitig
an zwei Exzenterscheiben befestigt, wodurch eine hohe Stabilität bei geringen Abmessungen
für die Radwelle erzielt wird.
[0016] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist die Exzenterscheibe jeweils
mittels einer Lagereinrichtung an dem Fahrzeugkörper drehbar gelagert. Hierdurch können
geringe Kräfte und Momente zum Drehen der Exzenterscheiben und somit zum Verstellen
des Lastrades bzw. der Lasträder in vertikaler Richtung erzielt werden.
[0017] Das Flurförderzeug ist mit einem an einem Hubgerüst anhebbaren und absenkbaren Fahrerstand
ausgebildet. Bei einem derartigen Flurförderzeug können mit einer Vertikalverstellung
eines Lastrades oder beider Lasträder einer Lastradachse auf einfache Weise seitliche
Schwingungen des Flurförderzeugs, die unangenehm für die auf dem Fahrerstand befindliche
Bedienperson sind, eliminiert werden.
[0018] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist das Flurförderzeug mit
einer Sensoreinrichtung versehen, die Bodenunebenheiten der Fahrbahn erfasst, und
weist das Flurförderzeug eine elektronische Steuereinrichtung auf, die mit der Sensoreinrichtung
eingangsseitig in Verbindung steht und den Drehantrieb ansteuert, wobei die Steuereinrichtung
derart ausgebildet ist, dass bei mittels der Sensoreinrichtung erfassten Bodenunebenheiten
der Drehantrieb derart angesteuert wird, dass durch eine vertikale Verstellung des
mindestens einen Lastrades die erfassten Bodenunebenheiten teilweise oder vollständig
ausgeglichen werden. Die vertikale Verstellung eines Lastrades oder beider Lasträder
der Lastradachse bildet somit ein aktives Fahrwerk, um Bodenunebenheiten der Fahrbahn
zu kompensieren. Mit der erfindungsgemäßen Vertikalverstellung eines Lastrades oder
beider Lasträder werden somit Bodenunebenheiten der Fahrbahn kompensiert, so dass
seitliche Schwingungen des Flurförderzeugs aufgrund von Bodenunebenheiten verhindert
werden. Die Gefahr eines Anstoßens des Hubgerüstes bzw. des Fahrerstandes an ein Regal
kann hierdurch verringert. Zudem wird die in dem Fahrerarbeitsplatz befindliche Bedienperson
nicht durch unangenehme seitlichen Schwingungen bei der Tätigkeit beeinträchtigt.
Durch die Kompensation der Bodenunebenheiten kann das Flurförderzeug zudem mit höheren
Fahrgeschwindigkeiten betrieben werden, so dass eine höhere Umschlagsleitung des Flurförderzeugs
erzielt werden kann.
[0019] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand des in den schematischen
Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Hierbei zeigt
- Figur 1
- ein erfindungsgemäßes Flurförderzeug in einer Seitenansicht,
- Figur 2
- eine perspektivische Ansicht auf die Lasträder eines erfindungsgemäßen Flurförderzeugs
und
- Figur 3
- einen Schnitt entlang der Linie A-A der Figur 2.
[0020] In den Figuren 1 und 2 ist ein erfindungsgemäßes Flurförderzeug 1 dargestellt. Das
Flurförderzeug 1 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel als Regalstapler bzw. Kommissionierstapler
bzw. Vertikalkommissionierer ausgebildet.
[0021] Das Flurförderzeug 1 weist einen Fahrzeugkörper 2 mit einem Fahrzeugrahmen auf, in
dem ein Batteriefach zur Aufnahme einer Traktionsbatterie 3 eines batterieelektrischen
Antriebssystems des Flurförderzeugs 1 ausgebildet ist. Das Flurförderzeug 1 weist
ein von einem Hubgerüst 4 gebildetes Hubwerk auf, an dem ein als Fahrkorb bzw. Fahrerkabine
ausgebildeter Fahrerstand 5, der einen Fahrerarbeitsplatz F für eine Bedienperson
bildet, mittels eines nicht näher dargestellten Hubantriebs auf- und abbewegbar angeordnet
ist. An dem anhebbaren und absenkbaren Fahrerstand 5 ist bei dem dargestellten Flurförderzeug
1 ein Lastaufnahmemittel 6 zum Bedienen von seitlich des Flurförderzeugs 1 befindlichen
Regalen angeordnet.
[0022] Das Lastaufnahmemittel 6 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel als Schwenkschubgabel
ausgebildet, die an einem am Fahrerstand 5 angeordneten Zusatzhubmast 7 anhebbar und
absenkbar angeordnet ist. Alternativ kann das Lastaufnahmemittel von einer in Fahrzeugquerrichtung
Q verschiebbar angeordneten Teleskopgabel gebildet werden, die an dem Fahrerstand
5 angeordnet ist. Alternativ kann das Lastaufnahmemittel von einer in Fahrzeuglängsrichtung
L angeordneten Lastgabel gebildet sein.
[0023] Das Flurförderzeug 1 weist ein Drei-Rad-Fahrwerk auf und stützt sich mittels zwei
nicht-gelenkten und nicht angetriebenen Lasträdern 8a, 8b, die an einem lastteilseitigen
Ende des Fahrzeugkörpers 2 angeordnet sind und eine Lastradachse bilden, und einem
lenkbaren und mittels eines nicht näher dargestellten Fahrantriebs, beispielsweise
eines elektrischen Fahrmotors, angetriebenen Antriebsrad 9, das an einem antriebsteilseitigen
Ende des Fahrzeugkörpers 2 angeordnet ist, auf einer Fahrbahn FB ab. Die Lasträder
8a, 8b sind somit in Fahrzeuglängsrichtung L von dem Antriebsrad 9 beabstandet. Das
Antriebsrad 9 ist bevorzugt in Fahrzeugquerrichtung Q gesehen mittig angeordnet. Die
beiden Lasträder 8a, 8b sind jeweils von dem mittig angeordneten Antriebsrad 9 - wie
in Verbindung mit der Figur 2 ersichtlich ist - in Fahrzeugquerrichtung Q beabstandet
und befinden sich an den entsprechenden Fahrzeugaußenseiten.
[0024] Im antriebsteilseitigen Ende des Fahrzeugkörpers 2 ist weiterhin ein nicht näher
dargestelltes elektrisches Antriebssystem angeordnet, das den elektrischen Fahrmotor
und einen Lenkantrieb, beispielsweise einen elektrischen Lenkmotor, für das lenkbare
Antriebsrad 9 sowie ein elektrisch betriebenes Hydraulikpumpenaggregat umfasst, das
zur Versorgung der Arbeitshydraulik vorgesehen ist, die von dem Hubantrieb des Hubwerkes
4 sowie einem Hubantrieb des Zusatzhubmastes 7 sowie Antrieben für die im dargestellten
Ausführungsbeispiel vorgesehene Schwenkschubgabel als Lastaufnahmemittel 6 gebildet
sind.
[0025] Das Antriebsteil des Flurförderzeugs 1 befindet sich in Fahrzeuglängsrichtung L vor
dem Batteriefach. Das Antriebsteil ist von einer Haube 10 abgedeckt. Das Laststeil
des Flurförderzeugs 1 befindet sich in Fahrzeuglängsrichtung L hinter dem Batteriefach
und umfasst das Lastaufnahmemittel 6.
[0026] In dem Fahrerstand 5 sind die für die Bedienung des Flurförderzeugs 1 erforderlichen
Steuer- und Bedienelemente angeordnet, beispielsweise in Form einer als Bedienpult
B ausgebildeten Bedieneinrichtung. Das Bedienpult B ist zur Steuerung des Fahrantriebs
und der Lasthandhabungsfunktionen des Flurförderzeugs 1 mit entsprechende Bedienelementen
sowie einem Lenkbetätigungselement zur Steuerung der Lenkung versehen.
[0027] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die beiden Lasträder 8a, 8b der Lastradachse
jeweils in vertikaler Richtung verstellbar an dem Fahrzeugkörper 2 angeordnet.
[0028] Das Lastrad 8a ist - wie in der Figur 3 näher dargestellt ist - um eine Raddrehachse
D1 drehbar an mindestens einer Exzenterscheibe 20a, 21a angeordnet, die an dem Fahrzeugkörper
2 um eine Drehachse D2 gelagert ist. Die Raddrehachse D1 des Lastrades 8a weist zu
der Drehachse D2 der Exzenterscheiben 20a, 21a einen Versatz V1 auf.
[0029] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Lastrad 8a auf einer Radwelle 22a um
die Raddrehachse D1 drehbar gelagert. Hierzu kann eine entsprechende Lagereinrichtung
23a vorgesehen sein. Die Radwelle 22a ist an den Exzenterscheiben 20a, 21a befestigt,
bevorzugt drehfest befestigt.
[0030] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Radwelle 22a an zwei Exzenterscheiben
20a, 21a befestigt, zwischen denen das Lastrad 8a angeordnet ist.
[0031] Die Exzenterscheibe 20a ist an einer Seitenplatte 24a des Fahrzeugkörpers 2 um die
Drehachse D2 drehbar gelagert, bevorzugt mittels einer Lagereinrichtung 25a. Die Exzenterscheibe
21a ist entsprechend an einer Seitenplatte 26a des Fahrzeugkörpers 2 um die Drehachse
D2 drehbar gelagert, bevorzugt mittels einer Lagereinrichtung 27a.
[0032] Die Seitenplatten 24a, 26a bilden somit ein Radhaus für die Lastrolle 8a.
[0033] Die Exzenterscheibe 20a steht zur Drehung um die Drehachse D2 mit einem Drehantrieb
30 in Wirkverbindung steht. Der Drehantrieb 30 ist am Fahrzeugkörper 2 befestigt.
[0034] Der Drehantrieb 30 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel als Elektromotor 31 ausgebildet,
der direkt die Exzenterscheibe 20a oder eine mit der Exzenterscheibe 20a in Wirkverbindung
stehende Antriebswelle 32 antreibt, die koaxial zur Drehachse D2 der Exzenterscheibe
20a angeordnet ist. Der Elektromotor 31 kann hierbei beispielsweise mittels eines
Ritzels 33 mit einer an der Exzenterscheibe 20a oder der Antriebswelle 32 angeordneten
Verzahnung 34 in Eingriff stehen, so dass bei einer Betätigung des Elektromotors 31
die Exzenterscheibe 20a bzw. die Antriebswelle 32 um die Drehachse D2 gedreht wird.
[0035] Das Lastrad 8b ist um eine Raddrehachse D3 drehbar an mindestens einer Exzenterscheibe
20b, 21b angeordnet, die an dem Fahrzeugkörper 2 um die Drehachse D2 gelagert ist.
Die Raddrehachse D3 des Lastrades 8b weist zu der Drehachse D2 der Exzenterscheiben
20b, 21b einen Versatz V2 auf.
[0036] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Lastrad 8b auf einer Radwelle 22b um
die Raddrehachse D3 drehbar gelagert. Hierzu kann eine entsprechende Lagereinrichtung
23b vorgesehen sein. Die Radwelle 22b ist an den Exzenterscheiben 20b, 21 b befestigt,
bevorzugt drehfest befestigt.
[0037] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Radwelle 22b an zwei Exzenterscheiben
20b, 21b befestigt, zwischen denen das Lastrad 8b angeordnet.
[0038] Die Exzenterscheibe 20b ist an einer Seitenplatte 24b des Fahrzeugkörpers 2 um die
Drehachse D2 drehbar gelagert, bevorzugt mittels einer Lagereinrichtung 25b. Die Exzenterscheibe
21b ist entsprechend an einer Seitenplatte 26b des Fahrzeugkörpers 2 um die Drehachse
D2 drehbar gelagert, bevorzugt mittels einer Lagereinrichtung 27b.
[0039] Die Seitenplatten 24b, 26b bilden somit ein Radhaus für die Lastrolle 8b.
[0040] Die Exzenterscheibe 20b steht zur Drehung um die Drehachse D2 mit dem Drehantrieb
30 in Wirkverbindung steht. Die Exzenterscheibe 20b steht hierzu mit der Antriebswelle
32 in Wirkverbindung. Die Antriebswelle 32 bildet eine Koppelwelle, die die beiden
Exzenterscheiben 20a, 20b drehfest miteinander koppelt.
[0041] Die Antriebswelle 32 steht somit mit der Exzenterscheibe 20a und der Exzenterscheibe
20b in Wirkverbindung. Die Antriebswelle 32 bildet eine Kraft-Kopplung der beiden
Lasträder 8a, 8b, so dass mittels Drehung der Antriebswelle 32 beide Lasträder 8a,
8b gleichzeitig in vertikaler Richtung verstellt werden. Der Drehantrieb 30 bildet
somit einen gemeinsamen Drehantrieb für beide Lasträder 8a, 8b, mit dem beide Lasträder
8a, 8b gleichzeitig in vertikaler Richtung verstellt werden können.
[0042] Die drehbar an den Seitenplatten 24a, 26a um die Drehachse D2 angeordneten Exzenterscheiben
20a, 21a, an denen die Lastrolle 8a exzentrisch mit dem Versatz V1 angeordnet ist,
und die drehbar an den Seitenplatten 24b, 26b um die Drehachse D2 angeordneten Exzenterscheiben
20b, 21b, an denen die Lastrolle 8b mit dem Versatz V2 exzentrisch angeordnet ist,
sowie die eine Koppelwelle bildende Antriebswelle 32 sind hierbei koaxial zu der Drehachse
D2 angeordnet.
[0043] Die Exzenterscheiben 20a, 21a, an denen das Lastrad 8a mit dem Versatz V1 angeordnet
und gelagert ist, und die Exzenterscheiben 20b, 21b, an denen das Lastrad 8b mit dem
Versatz V2 angeordnet und gelagert ist, weisen einen betragsmäßig gleichgroßen Versatz
V1, V2 der Raddrehachse D1 bzw. D3 des Lastrades 8a bzw. 8b zu der Drehachse D2 der
Exzenterscheiben 20a,21a, 20b, 21b auf. Die Exzenterscheiben 20a, 21a, 20b, 21b sind
- wie aus der Figur 3 ersichtlich ist - derart am Fahrzeugkörper 2 um die Drehachse
D2 drehbar gelagert, dass der Versatz V1 an dem ersten Lastrad 8a entgegengesetzt
(entgegengerichtet) angeordnet zu dem Versatz V2 an dem zweiten Lastrad 8b angeordnet
ist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist bezüglich der Drehachse D2 der Versatz
V1 in der Figur 3 nach unten (in Fahrzeuglängsrichtung L nach hinten) und der Versatz
V2 in der Figur 3 nach oben (in Fahrzeuglängsrichtung L nach vorne) angeordnet.
[0044] Bevorzugt sind die Exzenterscheiben 20a, 20b identisch aufgebaut und um 180° Grad
verdreht an den beiden gegenüberliegenden Fahrzeugseiten eingebaut, um die entgegengesetzte
Versätze V1, V2 zu erzielen. Bevorzugt sind die Exzenterscheiben 21a, 21b identisch
aufgebaut und um 180° Grad verdreht an den beiden Fahrzeugseiten eingebaut, um entgegengesetzte
Versätze V1, V2 zu erzielen.
[0045] Bei einer Betätigung des Drehantriebs 30 wird die Antriebswelle 32 in eine Richtung
gedreht, so dass die Exzenterscheiben 20a, 21a, 20b, 21b um die Drehachse D2 in die
gleiche Richtung drehen und beide Lasträder 8a, 8b gleichzeitig in vertikaler Richtung
verstellt werden. Durch die entgegengesetzt angeordneten Versätze V1, V2 bewegen sich
hierbei die beiden Lasträder 8a, 8b in entgegengesetzte und gegenläufige Richtungen,
beispielsweise das Lastrad 8a nach unten und das Lastrad 8b nach oben bzw. das Lastrad
8a nach oben und das Lastrad 8b nach unten.
[0046] Die erfindungsgemäße Vertikalverstellung der Lasträder 8a, 8b weist einen geringen
Bauraumbedarf auf. Der Drehantrieb 30 mit der die beiden Exzenterscheiben 20a, 20b
koppelnden Antriebswelle 32 kann bevorzugt unterhalb des vollständig abgesenkten Fahrerstandes
5 zwischen den beiden Lasträdern 8a, 8b angeordnet werden. Zudem ist für die Vertikalverstellung
der beiden Lasträder 8a, 8b nur ein Drehantrieb 30 erforderlich, wodurch sich ein
geringer Bauaufwand Vertikalverstellung der beiden Lasträder 8a, 8b ergibt.
[0047] Das Flurförderzeug 1 ist mit einer nicht näher dargestellten Sensoreinrichtung versehen,
die Bodenunebenheiten der Fahrbahn FB erfasst. Eine nicht näher dargestellte elektronische
Steuereinrichtung des Flurförderzeugs 1, die mit der Sensoreinrichtung eingangsseitig
in Verbindung steht steuert den Drehantrieb 30 derart an, dass bei mittels der Sensoreinrichtung
erfassten Bodenunebenheiten der Fahrbahn FB durch eine vertikale Verstellung der Lasträder
8a, 8b die erfassten Bodenunebenheiten teilweise oder vollständig ausgeglichen und
somit kompensiert werden.
[0048] Die Erfindung ermöglicht es auf einfache Weise, eine mechanische Vertikalverstellung
der beiden Lasträder 8a, 8b in gegenläufige Richtungen während der Fahrt des Flurförderzeugs
1 zur Verfügung zu stellen.
[0049] Die Kopplung der beiden Lasträder 8a, 8b mittels der Antriebswelle 32 ergibt als
Vorteil, dass das von dem Drehantrieb 30 aufzubringende Drehmoment für die vertikale
Verstellung der beiden Lasträder 8a, 8b nur die Trägheitsmomente der bewegten Teile,
die Reibmomente der Lagereinrichtungen 25a, 27a, 25b, 27b und das Moment aus der Differenz
der Radkräfte überwinden muss.
[0050] Durch die Kopplung der beiden Lasträder 8a, 8b mittels der Antriebswelle 32 ergibt
sich als weiterer Vorteil, dass im Vergleich zu einer einseitigen Verstellung eines
Lastrades 8a bzw. 8b eine Halbierung des benötigten Verstellweges erzielt wird.
[0051] Mit der erfindungsgemäßen Vertikalverstellung der Lasträder 8a, 8b können Bodenunebenheiten
der Fahrbahn FB kompensiert werden, so dass seitliche Schwingungen des Flurförderzeugs
1 aufgrund von Bodenunebenheiten verhindert werden. Die Gefahr eines Anstoßens des
Hubgerüstes 4 bzw. des Fahrerstandes 5 an ein Regal wird somit verringert. Zudem wird
die in dem Fahrerarbeitsplatz F befindliche Bedienperson nicht durch unangenehme seitlichen
Schwingungen bei der Tätigkeit beeinträchtigt. Durch die Kompensation der Bodenunebenheiten
kann das Flurförderzeug 1 mit höheren Fahrgeschwindigkeiten betrieben werden, so dass
eine höhere Umschlagsleitung des Flurförderzeugs 1 erzielt werden kann.
[0052] Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt, bei
dem beide Lasträder 8a, 8b in vertikaler Richtung verstellbar sind (beidseitige Vertikalverstellung
beider Lasträder 8a, 8b). Es versteht sich, dass die erfindungsgemäße Vertikalverstellung
mittels mindestens einer Exzenterscheibe auch nur an einem der beiden Lasträder 8a
bzw. 8b vorgesehen sein kann und das gegenüberliegende Lastrad 8b bzw. 8a starr an
dem Fahrzeugkörper 2 angeordnet ist (einseitige Vertikalverstellung nur eines Lastrades
8a bzw. 8b).
[0053] Anstelle der Befestigung der Lastrollen 8a bzw. 8b jeweils zwischen zwei Exzenterscheiben
20a, 21a bzw. 20b, 21b kann die Lastrolle 8a bzw. 8b nur an einer Exzenterscheibe
befestigt sein.
1. Flurförderzeug (1), das mit einem Fahrwerk auf einer Fahrbahn (FB) abgestützt ist,
wobei das Fahrwerk ein lenkbares und mittels eines Fahrantriebs angetriebenes Antriebsrad
(9) und zwei nicht-gelenkte Lasträder (8a, 8b) aufweist, wobei die beiden Lasträdern
(8a, 8b) von dem Antriebsrad (9) in Fahrzeuglängsrichtung (L) beabstandet sind und
in Fahrzeugquerrichtung (Q) seitlich beabstandet angeordnet sind, wobei mindestens
ein Lastrad (8a; 8b) in vertikaler Richtung verstellbar an einem Fahrzeugkörper (2)
des Flurförderzeugs (1) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das in vertikaler Richtung verstellbare Lastrad (8a; 8b) um eine Raddrehachse (D1;
D3) drehbar an mindestens einer Exzenterscheibe (20a, 21a; 20b, 21b) angeordnet ist,
die an dem Fahrzeugkörper (2) um eine Drehachse (D2) gelagert ist, wobei die Raddrehachse
(D1; D3) des Lastrades (8a; 8b) zu der Drehachse (D2) der Exzenterscheibe (20a, 21a;
20b, 21b) einen Versatz (V1; V2) aufweist.
2. Flurförderzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Exzenterscheibe (20a, 21a; 20b, 21b) mit einem Drehantrieb (30) in Wirkverbindung
steht.
3. Flurförderzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehantrieb (30) als Elektromotor (31) ausgebildet, der die Exzenterscheibe (20a,
21a; 20b; 21b) oder eine mit der Exzenterscheibe (20a, 21a; 20b, 21b) in Wirkverbindung
stehende und koaxial zur Drehachse (D2) der Exzenterscheibe (20a, 21a; 20b, 21b) angeordnete
Antriebswelle (32) antreibt.
4. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass beide Lasträder (8a, 8b) jeweils mittels mindestens einer Exzenterscheibe (20a, 21a;
20b, 21b) in vertikaler Richtung verstellbar am Fahrzeugkörper (2) angeordnet sind,
wobei die Exzenterscheiben (20a, 21a; 20b 21b) einen gleichgroßen Versatz (V1; V2)
der Raddrehachse (D1, D3) des Lastrades (8a, 8b) zu der Drehachse (D2) der Exzenterscheibe
(20a, 21a; 20b, 21b) aufweisen und die Exzenterscheiben (20a, 21a; 20b, 21b) derart
am Fahrzeugkörper (2) um die Drehachse (D2) drehbar gelagert sind, dass der Versatz
(V1) an dem ersten Lastrad (8a) entgegengesetzt angeordnet zu dem Versatz (V2) an
dem zweiten Lastrad (8b) angeordnet ist.
5. Flurförderzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass für beide Lasträder (8a, 8b) ein gemeinsamer Drehantrieb (30) vorgesehen ist.
6. Flurförderzeug nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Exzenterscheiben (20a, 21a; 20b, 21b) der beiden Lasträder (8a, 8b) mit einer
Antriebswelle (32) gekoppelt sind.
7. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Lastrad (8a; 8b) auf einer Radwelle (22a; 22b) um die Raddrehachse (D1; D3) drehbar
gelagert ist, wobei die Radwelle (22a; 22b) an der Exzenterscheibe (20a, 21a; 20b,
21b) befestigt ist.
8. Flurförderzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Radwelle (22a; 22b) an zwei Exzenterscheiben (20a, 21a; 20b, 21b) befestigt ist,
zwischen denen das Lastrad (8a; 8b) angeordnet ist.
9. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Exzenterscheibe (20a, 21a; 20b, 21b) jeweils mittels einer Lagereinrichtung (25a,
27a; 25b, 27b) an dem Fahrzeugkörper (2) drehbar gelagert ist.
10. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Flurförderzeug (1) mit einem an einem Hubgerüst (4) anhebbaren und absenkbaren
Fahrerstand (5) ausgebildet ist.
11. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Flurförderzeug (1) mit einer Sensoreinrichtung versehen ist, die Bodenunebenheiten
der Fahrbahn (FB) erfasst, und eine elektronische Steuereinrichtung aufweist, die
mit der Sensoreinrichtung eingangsseitig in Verbindung steht und den Drehantrieb (30)
ansteuert, wobei die Steuereinrichtung derart ausgebildet ist, dass bei mittels der
Sensoreinrichtung erfassten Bodenunebenheiten der Fahrbahn (FB) der Drehantrieb (30)
derart angesteuert wird, dass durch eine vertikale Verstellung des mindestens einen
Lastrades (8a, 8b) die erfassten Bodenunebenheiten teilweise oder vollständig ausgeglichen
werden.