[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Vergasen von Biomasse.
Unter Biomasse ist jede kohlenstoffhaltige biogene Masse wie etwa Holzabfälle, Ernteabfälle,
Grasschnitt, Gärreste, Klärschlamm oder dergleichen zu verstehen.
[0002] In der Praxis kommen vorrangig dezentrale kleine Anlagen mit einem Durchsatz von
unter 200 Kg Biomasse pro Stunde zum Einsatz, beispielsweise an Bauernhöfen oder im
kommunalen Bereich, um den Transport für die Biomasse und die Reststoffe zu vermeiden
und die Abwärme vor Ort nutzen zu können. Die Akzeptanz solcher Anlagen im Markt fehlt
bis heute. Ein wesentlicher Grund hierfür ist der Teer, der bei der Pyrolyse und Vergasung
von Biomasse entsteht. Der Teer muss bislang aufwendig entfernt werden und erfordert
in der Regel einen hohen Wartungsaufwand für die Anlagen. Wenn das bei der Vergasung
erzeugte Gas anschließend in einem Blockheizkraftwerk verwendet werden soll, ist es
sogar notwendig den Teer vollständig aus dem erzeugten Produktgas zu entfernen. Nicht
nur die Wartung sondern auch die Anschaffung solcher Anlagen ist bislang teuer.
[0003] Ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Vergasung von Biomasse unter Verwendung eines
Gleichstromvergasers ist aus
DE 10 2008 043 131 A1 bekannt. Zur Vermeidung der Teerbeladung des Produktgases wird dort ein einstufiges
Verfahren mit Hilfe des Gleichstromvergasers vorgeschlagen, wobei Brennstoff entgegen
der Schwerkraft dem Vergasungsraum zugeführt wird. In der Reduktionszone wird oberhalb
der Oxidationszone eine stationäre Wirbelschicht ausgebildet. Dadurch soll die bei
Festbettvergasern bekannte kritische Kanalbildung im Bereich der Reduktionszone vermieden
und auf diese Weise die Teerbeladung des Produktegases reduziert werden. Allerdings
erfordert die Erzeugung einer solchen Wirbelschicht das Beschränken der Vergasung
auf bestimmte biogene Reststoffe bzw. Partikelgrößen, da ansonsten eine stabile Wirbelschicht
nicht erreicht werden kann.
[0004] EP 1 436 364 B1 beschreibt eine Vorrichtung mit einer Reaktionskammer bei der die Zufuhr von Biomasse
seitlich erfolgt. In der Reaktionskammer können die Teer enthaltenden Gase an dem
geschlossenen Deckel kondensieren. Dies ermöglicht entweder das Entfernen des kondensierten
Teers aus der Reaktionskammer oder das Zurückführen des Teers in die Reaktionszonen
innerhalb der Reduktionskammer. Dadurch soll der Gesamtwirkungsgrad erhöht werden.
Eine ähnliche Einrichtung beschreibt auch
EP 2 522 707 A2. Dort ist zusätzlich eine Nachbehandlungseinheit vorhanden, mit der der Reststoff
möglichst vollständig mineralisiert und "weiße Asche" erzeugt werden soll.
[0005] Eine weitere Lösung zur Biomassevergasung ist in
DE 20 2009 008 671 U1 beschrieben. Dort wird ein Gleichstromvergaser mit einer Pyrolysekammer und einem
Vergaser vorgeschlagen. In der Oxidationszone des Vergasers wird das teerhaltige Pyrolysegas
bei 1200°C verbrannt. Demensprechend sind sehr hohe Temperaturen in der Oxidationszone
erforderlich.
[0006] EP 2 636 720 A1 beschreibt ein Verfahren, bei dem ein Synthesegas durch eine Dampfreformierung aus
Biomasse erzeugt wird. Dafür sind sehr große Heizflächen zur indirekten Beheizung
erforderlich. In Vergaserrohren bzw. Vergaserspiralen soll durch bewegte Paddel eine
Wirbelschicht erzeugt werden. Das Synthesegas wird anschließend in einem Kohlefilter
im Gegenstromverfahren gereinigt und kühlt dabei auch ab.
[0007] DE 198 46 805 A1 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Vergasung und Verbrennung von Biomasse.
In dem Verfahren wird in einem Entgasungsofen Pyrolysegas und Koks erzeugt, das in
einen Vergasungsreaktor gefördert wird, in dem der Koks teilweise vergast wird, wobei
Aktivkohle entsteht. Die Aktivkohle wird über eine Fördereinrichtung aus dem Brennraum
entfernt und in einen Filter außerhalb des Brennraums transportiert. Das aus dem Verfahren
entstehende Produktgas wird gesondert von der Aktivkohle aus dem Vergasungsreaktor
entfernt und in einem Wärmetauscher abgekühlt. Anschließend wird das abgekühlte Produktgas
durch den mit der Aktivkohle gefüllten Filter geleitet. Dabei sollen Schadstoffe in
der Aktivkohle zurückbleiben.
[0008] Ausgehend von diesem Stand der Technik kann es als Aufgabe der vorliegenden Erfindung
angesehen werden, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Vergasung von Biomasse zu
schaffen, das unterschiedlichste biogene Reststoffe unabhängig von der Partikelgröße
verarbeitet und ein teerarmes Produktgas wirtschaftlich erzeugen kann.
[0009] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 sowie
eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruches 13 gelöst.
[0010] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das Produktgas aus der Biomasse, die einer
Vorrichtung zum Vergasen von Biomasse, beispielsweise gemäß Patentanspruch 13, zugeführt
wird, in wenigstens drei Verfahrensstufen erzeugt. In einer ersten Verfahrensstufe
wird aus der zugeführten Biomasse ein Rohgas und ein kohlenstoffhaltiger Reststoff
erzeugt.
[0011] Dazu wird die Biomasse beispielsweise in einer Oxidationszone durch Zufuhr von einem
sauerstoffhaltigen Gas, insbesondere Luft, unterstöchiometrisch oxidiert. Das zuzuführende
sauerstoffhaltige Gas kann dafür vorgewärmt sein. Bei der unterstöchiometrischen Oxidation
entstehen das Rohgas und ein koksartiger, kohlenstoffhaltiger Reststoff.
[0012] In einer Abwandlung des Verfahrens wird in der ersten Verfahrensstufe die zugeführte
Biomasse in einer ersten Teilstufe in einer Erhitzungszone getrocknet und/oder derart
erhitzt, dass die flüchtigen Bestandteile aus der Biomasse entweichen, wobei ein Pyrolysegas
und der kohlenstoffhaltiger Reststoff entstehen. Trocknung und Pyrolyse können in
einer gemeinsamen Erhitzungszone durchgeführt werden. Alternativ können die Trocknung
der Biomasse und die Pyrolyse in voneinander getrennten Zonen durchgeführt werden.
In einer zweiten Teilstufe wird das Pyrolysegas aus der ersten Verfahrensstufe in
einer Oxidationszone durch Zufuhr des sauerstoffhaltigen Gases unterstöchiometrisch
oxidiert, wodurch das Rohgas entsteht.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren beinhaltet, dass kohlenstoffhaltiger Reststoff und
das Rohgas aus der ersten Verfahrensstufe in einer zweiten Verfahrensstufe teilweise
derart vergast werden, dass Aktivkohle entsteht. Dabei werden vorzugsweise bis zu
maximal 75% und weiter vorzugsweise bis zu maximal 60 bis 65% des kohlenstoffhaltigen
Reststoffes in der Vergasungszone vergast. Die Temperatur in der Vergasungszone kann
bei einem Ausführungsbeispiel mindestens 800°C und maximal 1000°C betragen. In der
Vergasungszone wird ein heißes Produktgas und Aktivkohle erzeugt.
[0014] In der dritten Verfahrensstufe werden in einer Kühlzone das heiße Produktgas und
wenigstens eine Teil der Aktivkohle gemeinsam abgekühlt. Dabei findet ein Adsorptionsprozess
statt, bei dem sich der Teer aus dem heißen Produktgas an der Aktivkohle anlagert.
Somit wird der Teer aus dem heißen Produktgas entfernt und das im Anschluss an die
dritte Verfahrensstufe bereitgestellte Produktgas ist teerarm bzw. im Wesentlichen
frei von Teerbestandteilen. Das erfindungsgemäße Verfahren beinhaltet, dass eine bestimmte
Menge der in der Vergasungszone erzeugten Aktivkohle und das heiße Produktgas, zu
denen die zugeführte Biomasse geführt hat, der Kühlzone zugeführt und in der Kühlzone
zusammen abgekühlt werden, so dass ein Adsorptionsprozess während des Abkühlens stattfindet,
bei dem die bestimmte Menge Aktivkohle während des Abkühlens durch Teer aus dem heißen
Produktgas angereichert wird.
[0015] Die bestimmte Menge Aktivkohle weist eine Masse mAK2 auf, die von minimal 2% bis
maximal 10% der Masse mBwaf der zugeführten Biomasse bezogen auf den Bezugsstand wasser-
und aschefrei (waf) beträgt. Beispielsweise werden je Kilogramm zugeführter Biomasse
bezogen auf den Bezugszustand wasser- und aschefrei 0,05 Kilogramm Aktivkohle in die
Kühlzone zum gemeinsamen Abkühlen mit dem anfallenden Produktgas gefördert. Wenn beispielsweise
ein Massenstrom von Biomasse mBroh der Vorrichtung zugeführt wird, so weist die Biomasse
in der Regel Wasser und Mineralstoffe auf. Der Massenstrom mBroh zugeführter Biomasse
entspricht daher einem Massenstrom mBwaf von Biomasse im Bezugszustand wasser- und
aschefrei, der in der Regel kleiner ist als der Massenstrom mBroh. Bei konstantem
Massenstrom zugeführter Biomasse wird ein bestimmter Massenstrom mAK2 Aktivkohle aus
der Vergasungszone in die Kühlzone gefördert, wobei der bestimmte Massenstrom mAK2
mindestens 2% und höchstens 10% des Massenstroms mBwaf der Biomasse bezogen auf den
Bezugszustand wasser- und aschefrei beträgt:

[0016] Um zu erreichen, dass nur eine bestimmte Menge Aktivkohle zusammen mit dem Produktgas
der Kühlzone zugeführt und dort zusammen mit dem Produktgas abgekühlt wird, kann der
Prozess zur Vergasung von Biomasse beispielsweise derart gesteuert oder geregelt werden,
dass nur die bestimmte Menge Aktivkohle in der Vergasungszone erzeugt wird. Alternativ
oder zusätzlich kann überschüssige Aktivkohle aus der Vergasungszone und/oder zwischen
der Vergasungszone und der Kühlzone abgezweigt werden.
[0017] Im Falle einer Änderung der Nachfrage nach reinem Produktgas, beispielsweise bei
einer Laständerung eines damit gespeisten Motors, muss die Zeitverzögerung berücksichtigt
werden, mit der eine Erhöhung oder Verminderung der Zufuhr an Biomasse am Eingang
der Vorrichtung zur Anpassung des Bedarfs an Produktgas zu einer erhöhten oder verminderten
Erzeugung von Aktivkohle in dem Vergasungsreaktor führt. Deshalb wird die Menge Aktivkohle,
die abzuzweigen ist, an Hand der Menge der Biomasse bestimmt, aus der die momentan
anfallende Aktivkohle und das momentan anfallende heiße Produktgas entstanden sind.
[0018] Mit Hilfe dieses Verfahrens bzw. einer entsprechenden Vorrichtung, die die Verfahrensstufen
bereitstellt, kann wirtschaftlich und einfach ein teerarmes Produktgas bei der Biomassevergasung
erzeugt werden. Durch das gemeinsame Abkühlen wenigstens eines Teils der Aktivkohle
und des heißen teerbehafteten Produktgases schlägt sich der Teer nicht oder nur in
unwesentlichen Mengen an der Wand der Kammer ab, in der das teerbehaftete heiße Produktgas
und der Teil der Aktivkohle gemeinsam abgekühlt werden. Vielmehr nimmt die bestimmte
Menge Aktivkohle den Teer aus dem heißen Produktgas während des Abkühlens auf. Eine
aufwendige Reinigung der Kammer von dem Teer ist daher nur selten bis gar nicht erforderlich.
[0019] Die Temperatur auf die das Produktgas in der Kühlzone abgekühlt wird beträgt beispielsweise
höchstens 50°C. Die Reinigung wird besonders effizient, wenn das Produktgas und die
bestimmte Menge der Aktivkohle in der dritten Verfahrensstufe für den Adsorptionsprozess
in der Kühlzone zusammen nicht unter eine Grenztemperatur abgekühlt werden, die größer
ist als die Taupunkttemperatur des Produktgases. Auf diese Weise bleibt eine hohe
Beladekapazität der Aktivkohle nutzbar. Vorzugsweise ist die untere Grenztemperatur
von minimal 10 bis maximal 20 Kelvin größer als die Taupunkttemperatur des Produktgases.
[0020] Das durch den Adsorptionsprozess gereinigte Produktgas kann einer Vorrichtung, beispielsweise
einer Gasturbine oder einem Gasmotor, als Brennstoff zugeführt werden. Vorzugsweise
wird der Massenstrom zugeführter Biomasse proportional an die Leistungsanforderung
der mit gereinigtem Produktgas zu speisenden Vorrichtung angepasst. Der aus der Vergasungszone
der Kühlzone zugeführte bestimmte Massenstrom Aktivkohle, die aus der proportional
erhöhten oder verminderten Menge zugeführter Biomasse entstanden ist, wird vorzugsweise
entsprechend proportional angepasst.
[0021] Es ist außerdem von Vorteil, wenn die Vergasung unter einem gegenüber Umgebungsdruck
erhöhten Druck ausgeführt wird. Beispielsweise bei einem Druck in einem Bereich von
etwa 5 Bar. Das erzeugte abgekühlte Produktgas kann dann ohne Zwischenverdichtung
in Gasturbinen oder druckaufgeladenen Motoren verwendet werden. Um dies zu erreichen,
kann die wenigstens eine Reaktionskammer unter einen entsprechenden Druck gesetzt
werden. Beispielsweise kann das sauerstoffhaltige Gas (zum Beispiel Luft) über einen
Kompressor oder eine andere geeignete Verdichtungseinheit unter Druck in die wenigstens
eine Reaktionskammer eingeleitet werden. Durch die Durchführung des Verfahrens bei
erhöhtem Druck kann außerdem die Beladekapazität der Aktivkohle erhöht werden.
[0022] Bevorzugt wird die Vergasung der Biomasse in einem gestuften Verfahren durchgeführt.
Beispielsweise wird ein wenigstens zweigestuftes Verfahren erhalten, wenn die Erhitzung
zur Trocknung und Pyrolyse einerseits und die Verarbeitung des daraus entstehenden
Pyrolysegases und des kohlenstoffhaltigen Reststoffs mittels Oxidation und/oder Vergasung
andererseits in separaten Kammern durchgeführt werden. Besonders bevorzugt ist es
beispielsweise, wenn die Erhitzungszone für die Trocknung und/oder Pyrolyse einerseits
und die Oxidationszone andererseits in separaten Kammern angeordnet sind. Wenn die
Erhitzung der Biomasse und/ oder die Freisetzung der flüchtigen Bestandteile aus der
Biomasse zur Erzeugung des Pyrolysegases einerseits und die unterstöchiometrische
Oxidation andererseits in einem gestuften Verfahren in voneinander getrennten Zonen
durchgeführt werden, kann die gewünschte Temperatur in der Oxidationszone weitgehend
unabhängig von der Stückgröße der Biomasse und der Feuchtigkeit der Biomasse erreicht
und eingestellt werden. Ein dreigestuftes Verfahren wird erhalten, wenn zusätzlich
die unterstöchiometrische Oxidation einerseits und die Vergasung des kohlenstoffhaltigen
Reststoffs andererseits in getrennten Zonen in voneinander gesonderten Kammern durchgeführt
werden.
[0023] Es ist bevorzugt, wenn die Temperatur in der Oxidationszone kleiner ist als der Ascherweichungspunkt
oder der Ascheschmelzpunkt der Asche des kohlenstoffhaltigen Reststoffes. Dabei ist
es vorteilhaft, wenn die Temperatur in der Oxidationszone möglichst nahe an dem Ascherweichungspunkt
bzw. dem Ascheschmelzpunkt liegt. Beispielsweise wird die unterstöchiometrische Oxidation
bei einer Temperatur von minimal 1000°C bis maximal 1200°C durchgeführt.
[0024] Bei einigen Ausführungsbeispielen beträgt der Heizwert des Produktgases zwischen
1,5 und 2 kWh pro Kubikmeter. Der Kaltgaswirkungsgrad des Verfahrens kann mehr als
80% betragen.
[0025] Mit diesem Verfahren können alle Arten und Größen von biogenen Reststoffen als Biomasse
vergast werden. Die Ausbildung einer Wirbelschicht entfällt. Es entsteht kein belastetes
Abwasser. Die Teerentfernung ist aus dem Produktgas ist auch bei kleinen Anlagen wirtschaftlich
möglich, da weder hohe Investitionskosten in die Teerentfernung erforderlich sind
und auch der Betrieb keinen hohen Wartungsaufwand mit sich bringt.
[0026] Das erfindungsgemäße Verfahren kann mit einer Mischform aus autothermer und allothermer
Vergasung arbeiten. Die Temperatur in der Oxidationszone wird bei einem Ausführungsbeispiel
durch die Menge und vorzugsweise auch durch die Temperatur des zugeführten sauerstoffhaltigen
Gases eingestellt. Dadurch lässt sich die Gasproduktion an den Bedarf anpassen, ohne
die Temperatur in der Vergasungszone zu beeinflussen. Die Temperatur in der Vergasungszone
kann durch indirektes Beheizen mit einer Heizeinrichtung eingestellt werden. Alternativ
oder zusätzlich wird die Wärme für die Vergasungszone durch Wärmeeintrag von der Oxidationszone,
beispielsweise durch dort teiloxidierten kohlenstoffhaltigen Reststoff und/oder Pyrolysegas,
bereitgestellt.
[0027] Für ein indirektes Heizen der Vergasungszone werden bei einem Ausführungsbeispiel
weniger als 10% des Energiegehalts der zugeführten Biomasse benötigt. Gegenüber einer
rein allothermen Vergasung können daher kleinere Heizflächen in der Vergasungszone
bereitgestellt werden.
[0028] Die Aktivkohle und das heiße Produktgas werden in der Kühlzone vorzugsweise durch
indirektes Kühlen abgekühlt. Das abgekühlte Produktgas, das auch als Reingas bezeichnet
werden kann, kann im Anschluss an die Kühlzone einer Filter- und/oder Staubabscheidereinheit
zugeführt werden, um die Staubbelastung des Produktgases zu verringern. Der Filter
kann mit Aktivkohle gespeist werden, die vor der Kühlzone als überschüssige Aktivkohle
abgezweigt und daher nicht zusammen mit dem teerbehafteten Produktgas abgekühlt wurde.
Für die Feinreinigung kann eine Reinigungseinrichtung mit Wechselbehältern für die
Aktivkohle verwendet werden, wie sie an sich bekannt ist.
[0029] Es ist bevorzugt, wenn aus dem Verfahren entstehende Aktivkohle, zumindest der Teil
mit dem daran adsorbierten Teer aus der dritten Verfahrensstufe, in einem Reaktor
mit der Luft verbrannt wird, die in der dritten Verfahrensstufe zuvor zur Abkühlung
des Produktgases und der Aktivkohle verwendet wurde. Bevorzugt wird das Abgas der
Verbrennung zur Beheizung der Erhitzungszone verwendet. Der Gesamtwirkungsgrad wird
dadurch erhöht. Der Brennstoff für einen Reaktor zur Erzeugung der Wärme zur Trocknung
oder Freisetzung der flüchtigen Bestandteile der Biomasse bei der Pyrolyse muss nicht
gesondert zugeführt werden, sondern fällt automatisch an.
[0030] Die Vergasungszone kann durch die Wärme eines Reaktors beheizt werden. Dies kann
insbesondere durch das indirekte Beheizen einer die Vergasungszone aufweisenden Reaktionskammer
bzw. des Reaktionskammerabschnitts erfolgen, in dem die Vergasungszone vorhanden ist.
Als Brennstoff für den Reaktor kann bei einem Ausführungsbeispiel die nach dem Abkühlen
aus der Kühlzone entnommene Aktivkohle verwendet werden.
[0031] Bei der Verbrennung der Aktivkohle in dem Reaktor kann es vorteilhaft sein, die Oberfläche
der Aktivkohle vor dem Zuführen zu dem Brenner zu vergrößern, beispielsweise indem
die Aktivkohle nach der Entnahme aus der Kühlzone gemahlen bzw. feingemahlen wird.
Durch ein oder mehrere der genannten Maßnahmen kann die Effizienz des Verfahrens bzw.
der Vorrichtung weiter erhöht werden.
[0032] Es ist weiter vorteilhaft, ein bei der Verbrennung in dem Reaktor entstehendes Abgas
zur Vorwärmung des sauerstoffhaltigen Gases vor dessen Zufuhr in die Oxidationszone
zu verwenden.
[0033] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Vergasen von Biomasse mit der ein Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Verfahrens durchgeführt werden kann, weist wenigstens eine erste
Kammer auf, in der eine Erhitzungszone für die Biomasse bereitgestellt wird. In der
Erhitzungszone kann die Biomasse getrocknet und/oder pyrolisiert werden. Die Vorrichtung
kann eine Erhitzungszone mit separaten Teilzonen für die Trocknung und die Pyrolyse
bereitstellen. Die Teilzonen können beispielsweise in voneinander gesonderten ersten
Kammern der Vorrichtung angeordnet sein. Die Vorrichtung weist eine Zuführeinrichtung
auf, die dazu eingerichtet ist, die Biomasse der Erhitzungszone zuzuführen, um Pyrolysegas
und kohlenstoffhaltigen Reststoff zu erzeugen. Die Vorrichtung weist ferner wenigstens
eine zweite Kammer auf, die eine Oxidationszone für die Oxidation des Pyrolysegases
und eine Vergasungszone für die Vergasung des kohlenstoffhaltigen Reststoffs bereitstellt.
Die Vorrichtung kann voneinander gesonderte zweite Kammern aufweisen, so dass die
Oxidationszone und die Vergasungszone in getrennten Kammern bereitgestellt werden.
Die zweite Kammer bzw. zweiten Kammern mit der Oxidationszone und der Vergasungszone
sind vorzugsweise gesondert von der ersten Kammer mit der Erhitzungszone, so dass
die Erhitzungszone einerseits und die Oxidationszone sowie die Vergasungszone andererseits
voneinander getrennt sind. Die Vorrichtung weist eine Gaszufuhreinrichtung auf, die
dazu eingerichtet ist, der Oxidationszone ein sauerstoffhaltiges Gas, beispielsweise
Luft, in einer Menge zuzuführen, so dass das in der Oxidationszone vorhandene Pyrolysegas
unterstöchiometrisch oxidiert, wodurch ein Rohgas entsteht. Über die Menge des zugeführten
sauerstoffhaltigen Gases und der zugeführten Biomasse lässt sich die Produktion des
Produktgases an den Bedarf anpassen. Die Vorrichtung weist ein Fördermittel auf, das
dazu eingerichtet ist, das Pyrolesegas aus der Erhitzungszone in die Oxidationszone
und das Rohgas aus der Oxidationszone in die Vergasungszone zu fördern und die dazu
eingerichtet ist, den kohlenstoffhaltigen Reststoff aus der Erhitzungszone in die
Vergasungszone zu fördern. Das Fördermittel arbeitet beispielsweise mit wenigstens
einer Fördereinrichtung und/oder mittels der herrschenden Gewichtskraft. Die Vorrichtung
weist weiter ein Heizmittel auf, das dazu eingerichtet ist, die Temperatur in der
Vergasungszone derart einzustellen, dass der kohlenstoffhaltige Reststoff, gegebenenfalls
mit Gasbestandteilen des Rohgases, die dazu in die Vergasungszone gefördert werden,
teilweise vergast wird, wodurch Aktivkohle und ein heißes Produktgas entstehen. Das
Heizmittel kann eine Heizeinrichtung zum, beispielsweise indirekten, Beheizen der
Vergasungszone sein. Alternativ oder zusätzlich kommt als Heizmittel beispielsweise
Wärmeeintrag von der Oxidationszone in Frage. Die durch die exotherme unterstöchiometrische
Oxidation von Pyrolysegas und gegebenenfalls auch von kohlenstoffhaltigem Reststoff
in der Oxidationszone entstehende Wärme kann aus der Oxidationszone in die Vergasungszone
beispielsweise durch Wärmestrahlung und/oder durch das heiße Rohgas oder den erhitzten
kohlenstoffhaltigen Reststoff, eingetragen werden.
[0034] Das durch die Vergasung erzeugte Produktgas ist noch teerbehaftet. Die Vorrichtung
ist deshalb dazu eingerichtet, eine bestimmte Menge - beispielsweise einen bestimmten
Massenfluss - der Aktivkohle aus der Vergasungszone und das Produktgas aus der Vergasungszone
in einer Kühlzone der Vorrichtung bereitzustellen. Beispielsweise ist die Vorrichtung
dazu eingerichtet, eine bestimmte Menge der Aktivkohle und das heiße Produktgas mit
einem Fördermittel aus der Vergasungszone in eine Kühlzone zu fördern. Das Fördermittel
weist beispielsweise eine Fördereinrichtung auf und/oder arbeitet mittels der herrschenden
Gewichtskraft. Die bestimmte Menge Aktivkohle weist eine Masse von minimal 2% bis
maximal 10% der zugeführten Masse der Biomasse (mwaf) bezogen auf den Bezugszustand
wasser- und aschefrei auf, aus der die Aktivkohle und das heiße Produktgas entstanden
sind. Die bestimmte Menge weist beispielsweise eine Masse von 5% der Masse mwaf der
zugeführten Biomasse bezogen auf den Bezugszustand wasser- und aschefrei auf.
[0035] Wenn der Vorrichtung beispielsweise ein Massestrom mBroh an Biomasse zugeführt wird,
entsprich dies einem Massestrom mBwaf an Biomasse bezogen auf den Bezugszustand wasser-
und aschefrei, der in der Regel kleiner ist als mBroh, da die der Vorrichtung zugeführte
Biomasse in der Regel Wasser und Asche (Mineralstoffe) enthält. In der Vorrichtung
entsteht aus dem Massestrom mBroh ein Massestrom an Aktivkohle mAK in der Vergasungszone.
Die Vorrichtung ist dazu eingerichtet, eine bestimmte Menge Aktivkohle in Form eines
bestimmten Massenstroms mAK2 der Kühlzone zuzuführen. Und zwar wird eine bestimmte
Menge Aktivkohle mit einem Massenstrom mAK2 von minimal 2% bis maximal 10% des Massenstroms
an Biomasse bezogen auf den wasser- und aschefreien Bezugszustand der Kühlzone zugeführt.
Die Vorrichtung ist für den Fall einer geänderten Nachfrage nach reinem Produktgas,
beispielsweise bei einer Laständerung des damit gespeisten Gasmotors, dazu eingerichtet,
die in die Kühlzone zu fördernde Menge Aktivkohle nach der Menge der Biomasse (waf)
zu bestimmen, die zu der erzeugten Aktivkohle geführt hat, wie auch im Rahmen der
Beschreibung des Verfahrens erläutert.
[0036] Die Vorrichtung kann beispielsweise dadurch zur Förderung nur einer bestimmten Menge,
beispielsweise eines bestimmten Massenstroms, in die Kühlzone eingerichtet sein, dass
die Vorrichtung, beispielsweise mittels einer Prozesssteuerungseinrichtung, den Prozess
derart steuert, dass nur ein bestimmter Massenstrom mAK2 Aktivkohle aus dem Bereich
zwischen minimal 2% mBwaf bis maximal 10% mBwaf in der Vergasungszone erzeugt wird.
Alternativ oder zusätzlich kann die Vorrichtung beispielsweise eine Abzweigeinrichtung
aufweisen, die dazu eingerichtet ist, überschüssige Aktivkohle vor der Kühlzone abzuzweigen,
so dass die überschüssige Aktivkohle nicht in die Kühlzone gefördert wird.
[0037] Die Vorrichtung weist außerdem eine Kühleinrichtung auf, die eine Kühlkammer zum
gemeinsamen Abkühlen der abgezweigten bestimmten Menge Aktivkohle und des Produktgases
aufweist. Die Kühleinrichtung ist dazu eingerichtet, die bestimmte abgezweigte Menge
Aktivkohle und das heiße Produktgas in der Kühlzone, die die Kühlkammer bereitstellt,
gemeinsam derart abzukühlen, dass ein Adsorptionsprozess während des Abkühlens in
der Kühlzone stattfindet, bei dem die Aktivkohle während des Abkühlens durch Teer
aus dem heißen Produktgas angereichert wird.
[0038] Da die bestimmte Menge Aktivkohle und das heiße Produktgas in der Kühlkammer zusammen
abgekühlt werden und es während der Abkühlung zu einer Adsorption des in dem Produktgas
enthaltenen Teers an die Aktivkohle kommt, setzt sich der Teer überhaupt nicht oder
nur zu einem vernachlässigbaren Anteil an der Wand der Kühlkammer der Kühleinrichtung
ab. Folglich muss die Kühlkammer nicht aufwendig gereinigt werden. Es ist damit sogar
ein mannloser Betrieb der Vorrichtung möglich.
[0039] Bei einem Ausführungsbeispiel hat die Vorrichtung eine gemeinsame Reaktionskammer
für die Oxidation und die Vergasung. Die Förderung des Rohgases und des kohlenstoffhaltigen
Reststoffes von der Oxidationszone in die Vergasungszone findet zumindest unterstützt
durch die Gewichtskraft im Wesentlichen in vertikaler Richtung statt. Gleichermaßen
kann der Transport des heißen Produktgases und der Aktivkohle von der Vergasungszone
in die Kühlzone zumindest unterstützt durch die Gewichtskraft erfolgen. Es ist bevorzugt
die Oxidationszone und die Vergasungszone in einer Kammer und die Kühlzone in einer
davon gesonderten weiteren Kammer anzuordnen. Zur Förderung der Stoffe zwischen den
Kammern und/oder innerhalb der Kammern können entsprechende Fördermittel wie etwa
Förderschnecken oder dergleichen vorhanden sein.
[0040] Bevorzugt sind die Oxidations- und Vergasungszonen einerseits und die Kühlzone andererseits
voneinander getrennt. Durch die Anordnung der Zonen in separaten Kammern ist die Vorrichtung
zur Durchführung eines gestuften Verfahrens eingerichtet.
[0041] Es bevorzugt, wenn die Vorrichtung dazu eingerichtet ist, die Vergasung der Biomasse
bei gegenüber Umgebungsdruck erhöhtem Druck durchführen zu können. Beispielsweise
sind dazu an einem Eingang der Vorrichtung zum Zuführen von Biomasse, einem Auslass
der Vorrichtung zum Ableiten des gereinigten Produktgases und/oder einem Ausgang der
Vorrichtung zum Abführen von Asche jeweils Schleusen angeordnet, die derart eingerichtet
sind, die Vorrichtung zwischen Eingang und Ausgang bzw. Auslass bei gegenüber Umgebungsdruck
erhöhtem Druck betreiben zu können.
[0042] Vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens bzw. der Vorrichtung ergeben sich aus
den abhängigen Patentansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen. Nachfolgend
werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der beigefügten Zeichnung
im Einzelnen erläutert. Es zeigen:
Figur 1 ein Blockschaltbild eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens
bzw. der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Figur 2 ein Blockschaltbild eines weiteren Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Verfahrens bzw. der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Figur 3 ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung mit einer gesonderten Erhitzungskammer
zur Trocknung und Pyrolyse und einer gemeinsamen Reaktionskammer für eine Oxidationszone
und eine Vergasungszone sowie einer separaten Kühlzone in einer gesonderten Kühlkammer.
[0043] Der Figur 1 ist schematisch ein Blockschaltbild eines Ausführungsbeispiels der Erfindung
veranschaulicht. Das Blockschaltbild zeigt ein Verfahren 10 bzw. eine Vorrichtung
11 zum Vergasen einer Biomasse B. Das Verfahren weist im Wesentlichen drei aufeinanderfolgende
Verfahrensstufen 12, 13, 14 auf. In einer ersten Verfahrensstufe 12 wird die Biomasse
B gemeinsam mit einem sauerstoffhaltigen Gas, einer Oxidationszone ZO zugeführt. Als
sauerstoffhaltiges Gas wird beim Ausführungsbeispiel Luft L verwendet. Die Menge an
zugeführter Luft L wird abhängig vom Bedarf an einem zu erzeugenden Produktgas eingestellt.
Außerdem kann über die Menge an Luft L eine Temperatur TO in der Oxidationszone ZO
eingestellt werden.
[0044] In dieser ersten Verfahrensstufe 12 oxidiert die Biomasse B in der Oxidationszone
ZO unterstöchiometrisch. Dabei entsteht ein Rohgas R und ein kohlenstoffhaltiger Reststoff
RK. Die Temperatur TO in der Oxidationszone wird unterhalb, aber möglichst nahe am
Ascheschmelzpunkt oder am Ascherweichungspunkt der Asche des kohlenstoffhaltigen Reststoffes
RK eingestellt. Dadurch wird vermieden, dass die Asche des kohlenstoffhaltigen Reststoffes
in der Oxidationszone ZO schmilzt bzw. erweicht und ist zur Verklebung und im Bereich
der Oxidationszone ZO kommt. Andererseits wird durch eine sehr hohe Temperatur TO
in der Oxidationszone ZO bereits eine Reduzierung des Teergehalts im Rohgas R erreicht.
Das Rohgas R und der kohlenstoffhaltige Reststoff RK werden anschließend in einer
zweiten Verfahrensstufe 13 in einer Vergasungszone ZV teilweise vergast. Vergasungszone
ZV kann mit Hilfe einer Heizeinrichtung 15 indirekt beheizt werden. Andernfalls kann
die Temperatur TV in der Vergasungszone ZV beispielsweise durch Eintrag von Wärme
aus der Oxidationszone ZO, insbesondere durch den Eintrag von heißem kohlenstoffhaltigem
Reststoff RK sowie heißem Rohgas R eingestellt werden. Die Heizeinrichtung 15 kann
bei dem bevorzugten Ausführungsbeispielen wenigstens einen Brenner 16 aufweisen.
[0045] Die Temperatur TV in der Vergasungszone ZV kann über die Heizeinrichtung 15 unabhängig
von der Temperatur in der Oxidationszone ZO eingestellt werden. Die Temperatur TV
in der Vergasungszone ZV beträgt beim Ausführungsbeispiel wenigstens 800°C und maximal
1000°C. Der kohlenstoffhaltige Reststoff RK wird in der Vergasungszone ZV mit Gasbestandteilen
des Rohgases teilweise vergast, wobei beim Ausführungsbeispiel bis zu etwa 75% des
kohlenstoffhaltigen Reststoffes RK vergast werden. Die Gasbestandteile, die zu der
Vergasung des kohlenstoffhaltigen Reststoffes RK verwendet werden, sind hauptsächlich
Wasserdampf und Kohlendioxid.
[0046] Unter diesen Bedingungen entsteht in der Vergasungszone ZV ein heißes Produktgas
PH, das noch einen unerwünscht hohen Anteil Teer aufweist, sowie Aktivkohle AK. Das
heiße Produktgas PH und eine bestimmte Menge Aktivkohle MAK2 werden daraufhin der
Kühlzone ZK zugeführt, um das Produktgas PH und die bestimmte Menge Aktivkohle MAK2
gemeinsam abzukühlen, so dass der Teer aus dem heißen Produktgas PH auf die Menge
Aktivkohle MAK2 während des gemeinsamen Abkühlens auf die bestimmte Menge Aktivkohle
MAK2 übertragen wird. Auf diese Weise kann ein Niederschlag des Teers auf der Wand
der Kammer, die die Kühlzone ZK bereitstellt, verhindert werden, da die bestimmte
Menge Aktivkohle MAK2 den Teer aufnimmt. Andererseits wir die Aktivkohle AK effizient
genutzt.
[0047] Die Menge Aktivkohle MAK2, die gemeinsam mit dem Produktglas PH abgekühlt wird, bestimmt
sich nach der Menge zugeführter Biomasse MB, die zu der Aktivkohle AK sowie dem Produktglas
PH geführt haben. Die zugeführte Menge Biomasse MB enthält in der Regel Wasser und
Asche und weist eine Masse mBroh auf. Dies entspricht einer Masse mBwaf bei einem
Bezugszustand wasser- und aschefrei (waf). Die Menge Aktivkohle MAK2, die der Kühlzone
zugeführt wird, weist eine Masse mAK2 auf, die minimal 2% bis maximal 10% der Masse
mWAF der zugeführten Biomasse B bezogen auf einen wasser-und aschefreien Bezugszustand
der zugeführten Biomasse B entspricht.
[0048] In einer dritten Verfahrensstufe 14 wird das heiße Produktgas PH und die bestimmte
Menge Aktivkohle MAK2 und die im Vergaser entstehende Asche mit Hilfe einer Kühleinrichtung
17 indirekt abgekühlt. Dabei findet in der Kühlzone ZK ein Adsorptionsprozess statt,
bei dem sich der Teer aus dem Produktgas PH während des gemeinsamen Abkühlens mit
der bestimmten Menge Aktivkohle MAK2 bindet. Die Menge Aktivkohle MAK2 wird durch
den Teer aus dem Produktgas PH während des Abkühlens in einer gemeinsamen Kammer angereichert.
[0049] Das heiße Produktgas PH kann innerhalb der Kühlzone ZK beispielsweise auf eine Temperatur
von unter 50°C abgekühlt werden. Das Produktgas PH und die bestimmte Menge Aktivkohle
MAK2 werden in der dritten Verfahrensstufe für den Adsorptionsprozess vorzugsweise
zusammen nicht unter eine untere Grenztemperatur abgekühlt, die größer ist als die
Taupunktemperatur des Produktgases PH. Auf diese Weise kann ein hoher Nutzen aus der
Beladekapazität der Aktivkohle gezogen werden. Durch das Anreichern der Aktivkohle
MAK2 durch den Teer aus dem Produktgas PH entsteht am Ende der Kühlzone ZK ein abgekühltes
Produktgas PA, das auch als Reingas PR bezeichnet werden kann. Das Reingas PR ist
vollständig teerfrei oder enthält lediglich noch einen vernachlässigbaren Teeranteil.
Das Reingas PR kann zur Energiegewinnung verwendet werden und bedarf insbesondere
keiner weiteren aufwendigen Nachbehandlung zur Teerentfernung. Insbesondere kann das
Reingas PR unmittelbar in Heizkraftwerken eingesetzt werden.
[0050] Neben der bestimmten Menge Aktivkohle MAK2 zum gemeinsamen Abkühlen bleibt möglicherweise
eine überschüssige Menge Aktivkohle MAK1 aus der Vergaserzone ZV übrig. Diese kann,
wie durch den Pfeil P in Figur 1 angedeutet, vor der Kühlzone ZK abgezweigt bzw. entnommen
werden. Die überschüssige Teilmenge MAK1 mit einem Massenstrom mAK1 kann zur weiteren
Feinreinigung des Reingases PR einer Reinigungsbehälteranordnung zugeführt werden,
um den Restteergehalt des Reingases PR nach dem gemeinsamen Abkühlen noch weiter zu
reduzieren. Solche Reinigungsbehälteranordnung zur Gasreinigung sind an sich bekannt,
so dass auf eine detaillierte Beschreibung verzichtet werden kann.
[0051] Wie in Figur 1 gestrichelt veranschaulicht, kann das abgekühlte Produktgas PA bzw.
das Reingas PR in einer geeigneten Staubabscheideeinheit 18 von Staub befreit werden,
beispielsweise durch Filter, elektrostatische Einrichtungen, Zyklone oder dergleichen.
[0052] Die Menge Aktivkohle MAK2 kann aus der Kühlzone ZK entnommen und mit Hilfe einer
Mahleinrichtung 19 gemahlen bzw. feingemahlen werden. Die gemahlene Aktivkohle, die
nachfolgend als Kohlenstaub SK bezeichnet wird, kann als Energieträger für eine Verbrennung
eingesetzt werden. Beispielsweise kann der Kohlestaub SK oder zumindest ein Teil davon
dem Brenner der Heizeinrichtung 15 zur indirekten Beheizung der Vergasungszone ZV
zugeführt werden.
[0053] In Figur 1 sind außerdem zwei Möglichkeiten zur Verwendung eines Abgases G des wenigstens
eines Brenners 16 der Heizeinrichtung veranschaulicht. Das Abgas G kann zum einen
in einer Trocknungseinrichtung 20 zur Trocknung der Biomasse B vor dem Zuführen in
die Oxidationszone ZO verwendet werden. Alternativ oder zusätzlich kann das Abgas
G in einer Vorwärmeinrichtung 21 zum Vorwärmen der Luft L bzw. des sauerstoffhaltigen
Gases vor dem Zuführen zur Oxidationszone ZO eingesetzt werden.
[0054] Das Verfahren kann als eine Mischform aus einer autothermen und allothermen Vergasung
durchgeführt werden. Für die optionale indirekte Beheizung der Vergasungszone ZV in
der zweiten Verfahrensstufe 13 werden in einem Beispiel höchstens 10% des Energiegehalts
der Biomasse benötigt. Das Reingas PR hat einen Heizwert zwischen 1,5 und 2 kWh/m
3. Es lassen sich Kaltwirkungsgrade von über 80% erreichen. Das Entnehmen des Teers
aus dem Produktgas PH durch die Adsorption beim gemeinsamen Abkühlen des Produktgases
PH und der bestimmten Menge Aktivkohle MAK2 in der dritten Verfahrensstufe 14 ist
äußerst wirtschaftlich und erfordert weder hohe Investitionskosten, noch einen hohen
Wartungsaufwand.
[0055] In Figur 2 wird ein weiteres Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens
bzw. der erfindungsgemäßen Vorrichtung veranschaulicht. Im Folgenden werden die Unterschiede
zu dem Ausführungsbeispiel in Figur 1 beschrieben. Ansonsten gilt die Beschreibung
zu dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1.
[0056] Die erste Verfahrensstufe 12 ist in dem Ausführungsbeispiel nach Figur 2 in eine
Erhitzungsstufe 12i und eine Oxidationsstufe 12ii unterteilt. In der Erhitzungsstufe
12i wird die Biomasse B einer Erhitzungszone ZE zugeführt. In der Erhitzungszone ZE
wird die Biomasse B getrocknet und derart erhitzt, dass die flüchtigen Bestandteile
aus der Biomasse B entweichen. Dabei entsteht ein Gas aus den flüchtigen Bestandteilen
PY (Pyrolysegas) und ein kohlenstoffhaltiger Reststoff RK. Wie veranschaulicht, kann
die Erhitzungszone ZE mit dem Abgas G des Brenners 16 der Heizeinrichtung 15 erhitzt
werden. Alternativ oder zusätzlich, jedoch nicht dargestellt, kann die Erhitzungszone
ZE mit Abgas eines Gasmotors beheizt werden, der mit dem Reingas PR aus dem Verfahren
gespeist wird. Die Temperatur TE in der Erhitzungszone beträgt beispielsweise etwa
500°C. Das Pyrolysegas PY wird der Oxidationszone ZO zugeführt. Der Oxidationszone
ZO wird außerdem ein sauerstoffhaltiges Gas, beispielsweise Luft L, in einer Menge
zugeführt, dass das Pyrolysegas PY in der Oxidationszone ZO unterstöchiometrisch oxidiert.
Die Luft L kann in einer mit dem Abgas des Brenners 16 wärmegespeisten Vorwärmeinrichtung
21 vorgewärmt werden.
[0057] Der kohlenstoffhaltige Reststoff RK kann zusammen mit dem Pyrolysegas PY der Oxidationszone
ZO geführt werden und/oder unter Umgehung der Oxidationszone ZO direkt der Vergasungszone
ZV zugeführt werden. Ein Teil des kohlenstoffhaltigen Reststoffs RK kann in der Oxidationszone
ZO unterstöchiometrisch oxidieren.
[0058] Das Abgas des Brenners 16 der Heizeinrichtung 15 kann optional zur Beheizung der
Vergasungszone ZV verwendet werden.
[0059] Durch eine räumliche Trennung von Erhitzung zur Trocknung und Pyrolyse einerseits
und Oxidation andererseits wird das Verfahren gestuft ausgeführt. Die gewünschte Temperatur
TO in der Oxidationszone ZO kann dadurch weitgehend unabhängig von der Stückgröße
der Biomasse B sowie der Feuchtigkeit der Biomasse erreicht und eingestellt werden.
[0060] In Figur 3 ist schematisch in einer teilgeschnittenen Seitenansicht ein Ausführungsbeispiel
einer Vorrichtung 11 zur Vergasung von Biomasse B veranschaulicht. Die Vorrichtung
11 weist einen im Wesentlichen vertikal angeordneten, beispielsweise zylindrischen
Reaktionsbehälter 22 auf, der eine gemeinsame Reaktionskammer 23 begrenzt. In einem
oberen Abschnitt der Reaktionskammer 23 bzw. des Reaktionsbehälters 22 ist die Oxidationszone
ZO und in einem sich daran anschließenden Abschnitt die Vergasungszone ZV gebildet.
Durch die vertikale Anordnung lässt sich ein vereinfachter Transport innerhalb der
Reaktionskammer 23 ohne aufwendige Fördereinrichtungen erreichen. Alternativ dazu
kann die wenigstens eine Reaktionskammer 23 horizontal oder schräg zu der Vertikalen
und Horizontalen geneigt ausgerichtet sein.
[0061] Die Oxidationszone ZO und die Vergasungszone ZV können alternativ auch in voneinander
gesonderten Reaktionskammern gebildet sein (in Figur 3 nicht dargestellt). Die gesonderten
Reaktionskammern können in voneinander gesonderten Reaktionsbehältern angeordnet sein.
[0062] Beim vertikal oberen Ende des Reaktionsbehälters 22 kann der Reaktionskammer 23 kohlenstoffhaltiger
Reststoff RK sowie Pyrolysegas PY zugeführt werden. Der kohlenstoffhaltige Reststoff
RK und das Pyrolysegas PY können in einer von der Reaktionskammer 23 gesonderten Erhitzungskammer
24 der Vorrichtung 11, die eine Erhitzungszone ZE in der Erhitzungskammer 24 zur Trocknung
und Pyrolyse der Biomasse B bereitstellt, erzeugt werden. Die Erhitzungskammer ist
über eine Leitung 25 für Pyrolysegas PY und kohlenstoffhaltigen Reststoff RK mit der
Reaktionskammer 23 verbunden.
[0063] Die Erhitzungskammer 24 wird aus einem Silo 26 oder einem Zwischenbehälter mit Biomasse
B gespeist. Dazu ist, dass Silo 26 bzw. der Zwischenbehälter mit dem Eingang 27 der
Erhitzungskammer 24 verbunden. Zwischen dem Silo 26 und der Erhitzungskammer 24 zur
Trocknung und Pyrolyse ist eine erste Schleuse 28 angeordnet. Beispielsweise kann
mit dieser ersten Schleuse 28 der Massenstrom mBroh an Biomasse B, der der Erhitzungskammer
24 zugeführt wird, eingestellt werden. In der Erhitzungskammer 24, die gegenüber der
Vertikalen bzw. Horizontalen schräg angestellt ist, ist eine Fördereinrichtung 29,
beispielsweise eine Förderschnecke angeordnet, um die Biomasse B von dem Eingang 27
der Erhitzungskammer 24 durch die Erhitzungskammer 24 zu fördern. Am Ausgang 30 der
Erhitzungskammer 24 ist diese über die Leitung 25 mit der Reaktionskammer 23 verbunden,
die die Oxidationszone ZO und die Vergasungszone ZV bereitstellt. Die Erhitzungskammer
ZE und die Reaktionskammer 23 sind voneinander gesonderte Kammern, so dass die Temperatur
in der Reaktionskammer 23 und der Erhitzungskammer 24 weitgehend unabhängig voneinander
eingestellt werden können. Im oberen Abschnitt des Reaktionsbehälters 22 ist außerdem
eine Gaszufuhreinrichtung 31 zum Zuführen des sauerstoffhaltigen Gases bzw. der Luft
L in die Oxidationszone ZO vorhanden. Die Luft wird beispielsweise mittels einer Leitung
32 der Gaszufuhreinrichtung 31 direkt in die Oxidationszone ZO geleitet. In der Reaktionskammer
23 ist ein Temperatursensor 33 zur Erfassung der Temperatur TO in der Oxidationszone
ZO vorhanden. Die erfasste Temperatur wird zur Regelung der Temperatur an eine nicht
näher dargestellte Prozesssteuereinrichtung übermittelt. Ebenso können in der Erhitzungszone
ZE sowie in der Vergasungszone ZV nicht näher dargestellte Temperatursensoren angeordnet
sein, die die Temperatur in der Erhitzungszone ZE bzw. in der Vergasungszone ZV erfassen
und an die Prozesssteuereinrichtung weiterleiten können.
[0064] An dem in Förderrichtung liegenden Ende 34 der Reaktionskammer 23 kann eine durch
den Pfeil in Figur 3 angedeutete Abzweigeinrichtung 35 angeordnet sein, die dazu eingerichtet
ist, überschüssige Aktivkohle AK, die nicht für die gemeinsame Kühlung von Aktivkohle
AK und Produktgas PH in der Kühlzone ZK verwendet werden soll, vor der Kühlzone ZK
abzuzweigen. An dem Ende 34 der Reaktionskammer 23 ist diese mit einer Kühlkammer
36 verbunden, die in einem Kühlkammerbehälter 37 enthalten ist. Die Kühlkammer 36
stellt eine Kühlzone ZK bereit. Die Kühlkammer 36 ist ebenfalls gegenüber der Vertikalen
und Horizontalen schräg angestellt. Alternativ kann diese beispielsweise vertikal
oder horizontal ausgerichtet sein. In der Kühlkammer 36 ist eine Fördereinrichtung
38, beispielsweise eine Förderschnecke, angeordnet, die dazu eingerichtet ist, eine
bestimmte Menge, beispielsweise einen bestimmten Massenfluss, der in der Reaktionskammer
23 erzeugten Aktivkohle AK durch die Kühlkammer 36 zu führen. Außerdem kann die Fördereinrichtung
38 zur Förderung des heißen Produktgases PH in die Kühlkammer 36 bzw. die Kühlzone
ZK beitragen. An dem in Förderrichtung der Aktivkohle AK bzw. des Produktgases PH
liegenden Ende 39 der Kühlkammer 36 ist diese mit einer Abscheidekammer 40 verbunden,
die einen Filter 18 sowie einen Auslass 41 für das Reingas PR aufweist. Der Filter
18 kann beispielsweise mit vor der Kühlzone ZK abgezweigter Aktivkohle AK gespeist
werden. An dem Auslass 41 ist ein Temperatursensor 42 angeordnet, der die Gasaustrittstemperatur
des gereinigten Produktgases PR erfasst und an die Prozesssteuereinrichtung übermittelt.
Die Abscheidekammer 40 weist außerdem an ihrem unteren Ende einen Auslass 43 für die
mit Teer beladene Aktivkohle AK auf. An dem Auslass 43 ist die Abscheidekammer 40
mit einem Reaktor 44 zur Verbrennung der mit Teer beladenen Aktivkohle AK verbunden.
Zwischen der Abscheidekammer 40 sowie dem Reaktor 44 ist eine zweite Schleuse 45 angeordnet,
durch die die teerbehaftete Aktivkohle AK in den Reaktor 44 zur Verbrennung der teerbeladenen
Aktivkohle befördert wird. Der Reaktor 44 kann in einem Ausführungsbeispiel außerdem
mit vor der Kühlzone ZK abgezweigter überschüssiger Aktivkohle AK gespeist werden,
wobei eine entsprechende Zuleitung in Figur 3 nicht dargestellt ist. Die zweite Schleuse
45 ist ebenso wie die erste Schleuse 28 am Eingang 27 der Erhitzungskammer 24 dazu
eingerichtet, dass die Vorrichtung 11 in der Erhitzungskammer 24, der Reaktionskammer
23 der Kühlkammer 36 sowie der Abscheidekammer 40 bei gegenüber Umgebungsdruck erhöhtem
Druck, beispielsweise bei 5 Bar, betrieben werden kann.
[0065] Der Reaktor 44 zur Verbrennung der mit der beladenen Aktivkohle AK weist einen Auslass
46 für die Asche auf, wobei die Asche beispielsweise mittels eines Drehtellers 47
zum Ausgang befördert werden kann. An dem Auslass 46 weist der Reaktor 44 eine dritte
Schleuse 48 auf, die wie die anderen Schleusen 28, 45 derart eingerichtet ist, so
dass die Vorrichtung 11 bei gegenüber Umgebungsdruck erhöhtem Druck betrieben werden
kann.
[0066] Die Erhitzungskammer 24, die die Erhitzungszone ZE bereitstellt, ist von einem Isolationsmantel
49 umschlossen. Zwischen der Isolationsmantel 49 und der Außenwand des Behälters 50
für die Erhitzungskammer 24 ist ein Heizraum 51 gebildet. Der Heizraum 51 ist beim
Ausführungsbeispiel mit dem Reaktor 44 zur Verbrennung der teerbeladenen Aktivkohle
über eine entsprechende Leitung 52 verbunden, über die der Heizraum 51 mit Abgas G
des Reaktors 44 gespeist werden kann. Alternativ oder zusätzlich kann der Heizraum
51, wie durch den Pfeil 52 angedeutet, mit Abgasen eines Gasmotors (nicht dargestellt)
zur Stromerzeugung beheizt werden, der beispielsweise mit dem gereinigten Produktgas
PA, PR als Brennstoff gespeist wird. Das Abgas G kann aus dem Heizraum 51 über einen
Auslass 53 in dem Isolationsmantel 49 abgeleitet werden.
[0067] Die Reaktionskammer 23 wird ebenfalls von einem Isolationsmantel 54 umgeben, der
sowohl die Oxidationszone ZO, als auch die Vergasungszone ZV umschließt. Zwischen
dem Isolationsmantel 54 und der Reaktionskammer 23 kann ein Heizraum zur indirekten
Heizung der Vergasungszone ZV und/oder der Oxidationszone ZO angeordnet sein (nicht
dargestellt), der ebenfalls mit Abgas G des Reaktors 44 gespeist werden kann.
[0068] Der Kühlkammerbehälter 37 ist von einem Mantel 56 umschlossen, wobei zwischen dem
Mantel 56 und dem Kühlkammerbehälter 37 ein Kühlraum 57 ausgebildet ist, der über
einen Eingang 58 mit einem Kühlmittel C, im Ausführungsbeispiel Luft, gespeist werden
kann. Der Kühlraum 57 weist einen Auslass 59 zum Auslassen der Luft C aus dem Kühlraum
57 auf. Die durch indirekte Kühlung der Kühlkammer 36 aufgewärmte Luft C kann über
eine zwischen dem Auslass 59 und dem Reaktor 44 angeordnete Leitung 60 dem Reaktor
44 zur Verbrennung von Aktivkohle AK zugeführt werden.
[0069] Der Auslass 41 zur Ableitung des Reingases PR kann beispielsweise mit einem Gasmotor
(nicht dargestellt) verbunden sein, der mit dem Reingas PR betrieben werden soll.
Zur Erzeugung des Reingases PR arbeitet die Vorrichtung 11 beispielsweise wie folgt:
[0070] Im stationären Zustand, wenn der Gasmotor eine konstante mechanische Leistung liefern
soll, wird in der Regel die kontinuierliche Erzeugung von Reingas PR durch die Vorrichtung
11 bzw. durch das Verfahren 10 nachgefragt. Zur Erzeugung des Reingases PR wird in
der Regel ein konstanter Massenstrom Biomasse mBroh (Bezugszustand roh) aus dem Silo
26 für die Biomasse B mit Hilfe der ersten Schleuse 28 und beispielsweise der Schwerkraft
sowie der Fördereinrichtung 29 der Erhitzungskammer 24 zur Trocknung und Pyrolyse
der Biomasse B zugeführt. Dem Biomassestrom mBrohr entspricht ein Biomassestrom mBwaf
(Bezugszustand wasser- und aschefrei). In der Erhitzungskammer 24 bzw. der Erhitzungszone
ZE wird die Biomasse B durch indirekte Beheizung der Erhitzungszone ZE durch das Abgas
G des Reaktors 44 und/oder des Gasmotors bei beispielsweise etwa 500°C getrocknet
und derart erhitzt, dass die flüchtigen Bestandteile aus der Biomasse B entweichen
(Pyrolyse). Dabei entsteht kohlenstoffhaltiger Reststoff RK sowie Pyrolysegas PY,
das einen Teeranteil von mehreren Gramm pro Kubikmeter aufweisen kann.
[0071] Der kohlenstoffhaltige Reststoff RK sowie das Pyrolysegas PY werden mit Hilfe der
Fördereinrichtung 29 in die Oxidationszone ZO gefördert. Dort wird das Pyrolysegas
PY unter Zufuhr eines sauerstoffhaltigen Gases, beispielsweise Luft L, bei etwa 1000
bis 1200°C unterstöchiometrisch oxidiert, wobei ein Rohgas R entsteht. Die Teerbestandteile
in dem Pyrolysegas PY werden dabei zum größten Teil gecrackt. Die Luft des sauerstoffhaltigen
Gases L wird zur Einstellung der Temperatur TO in der Oxidationszone ZO geregelt.
Es wird beispielsweise 1 Kubikmeter Luft je Kilogramm Biomasse (waf) benötigt. Durch
Vorwärmung kann die Luftmenge noch reduziert und der Heizwert des Reingases PR erhöht
werden. In der Oxidationszone ZO bzw. der Oxidationsstufe 12ii wird der Teeranteil
im Rohgas R auf deutlich unter 500 mg pro Kubikmeter abgesenkt.
[0072] Der Gastransport des Rohgases R in die unter der Oxidationszone ZO angeordnete Vergasungszone
ZV wird beispielsweise dadurch erreicht, dass das sauerstoffhaltige Gas L am vertikal
oberen Ende 61 der Reaktionskammer 23 zugeführt wird und das Gas L somit in der Reaktionskammer
23 vorhandene Gase vertikal nach unten drückt. Alternativ oder zusätzlich kann an
dem Ende 34 der Reaktionskammer 23 oder der Vorrichtung 11 eine nicht dargestellte
Absaugvorrichtung für das Produktgas PH angeschlossen sein, um den Gastransport innerhalb
der Reaktionskammer 23 herbeizuführen oder zu unterstützen.
[0073] In der Vergasungszone ZV, die auch als Reduktionszone bezeichnet werden kann, wird
der überwiegende Teil des kohlenstoffhaltigen Reststoffes RK endotherm vergast, wobei
die Gastemperatur entsprechend bis auf beispielsweise 700°C fällt. Dabei kann der
Anteil an kohlenstoffhaltigem Reststoff RK von ursprünglich 20% nach der Pyrolyse
auf beispielsweise 5% bezogen auf den zugeführten Biomassestrom mBwaf (Bezugsstand
wasser- und aschefrei) sinken. Es entsteht Kohle AK mit einer stark porösen Struktur
(Aktivkohle).
[0074] Die Prozesssteuerungseinrichtung der Vorrichtung 11 ist dazu eingerichtet, durch
Steuerung der Prozessparameter, wie beispielsweise Temperatur und ggf. auch Druck,
und/oder mittels der Abzweigeinrichtung 35 und/oder der Fördereinrichtung 38 der Kühlkammer
36 einen bestimmten Massenstrom Aktivkohle MAK2 aus einem Bereich von minimal 0,02
Kilogramm bis maximal 0,1 Kilogramm je Kilogramm zugeführter Biomasse B (bezogen auf
den Bezugszustand wasserund aschefrei), aus der die Aktivkohle AK erzeugt wurden,
von der Vergasungszone ZV in die Kühlzone ZK der Kühlkammer 36 zu fördern und dort
gemeinsam mit dem bei der Vergasung aus der zugeführten Biomasse B erzeugten teerbehafteten
Produktgas PH bis in die Nähe der Umgebungstemperatur indirekt abzukühlen. Während
der gemeinsamen Abkühlung wird das Produktgas PH durch den Adsorptionsprozess vom
Teer gereinigt und daraufhin dem Gasmotor als Reingas PR zugeführt.
[0075] Bei Änderung der Nachfrage nach Reingas PR oder bei sich stark änderndem Heizwert
der momentan bereitgestellten Biomasse B wird der Massenstrom mBroh zugeführter Biomasse
B entsprechend geändert. Mit Zeitverzögerung wird dadurch ein geänderter Massenstrom
Aktivkohle mAK in der Vergasungszone erzeugt. Die Prozesssteuerungseinrichtung ist
dazu eingerichtet, zu berücksichtigen, dass die Änderung des Massenstroms mAK erzeugter
Aktivkohle AK verzögert zu der Änderung des Massenstroms zugeführter Biomasse mBroh
auftritt. Daher wird auch bei sich ändernder Nachfrage nach Reingas PR die Menge MAK2
bzw. der Massenstrom mAK2, der der Kühlzone ZK aus dem momentan in der Vergasungszone
ZV bereitgestellten Massestrom mAK Aktivkohle zuzuführen ist, an Hand der Menge bzw.
dem zugeführten Massenstrom Biomasse (Menge bzw. Massenstrom bezogen auf Bezugszustand
waf) bestimmt, aus der der momentan in der Vergasungszone ZV erzeugte Aktivkohlemassestrom
mAK erzeugt wurde.
[0076] Die Teerbestandteile und andere Schadstoffe aus dem Produktgas PH werden während
der gemeinsamen Abkühlung von der Aktivkohle MAK2 adsorbiert. Die Beladekapazität
(Adsorptionskapazität) der Aktivkohle AK ist derart hoch, dass bei einer Beladung
von nur 2 Gewichtsprozent je Kilogramm Biomasse B (waf) beispielsweise 1 Gramm Teerbestandteile
aus dem Produktgas PH entfernt werden können. Das Produktgas PH und die bestimmte
Menge Aktivkohle MAK2 werden bei der gemeinsamen Abkühlung vorzugsweise nicht unter
eine untere Grenztemperatur oberhalb des Taupunkts des Produktgases PH abgekühlt,
da die Beladekapazität der Aktivkohle AK hin zu einer relativen Feuchtigkeit des Produktgases
PH von 100% stark abfällt. Beim Ausführungsbeispiel wird für die indirekte Kühlung
der Kühlzone ZK Luft C verwendet, wobei die erhitzte Kühlluft C dem Reaktor zur Verbrennung
der teerbehafteten Aktivkohle MAK2 zugeführt wird.
[0077] Das Produktgas PA, PR wird in dem Ausführungsbeispiel nach der Kühlzone ZK mit einem
Staubfilter 18 von der mit Schadstoff beladenen Aktivkohle MAK2 abgetrennt. Die mit
Schadstoff beladene Aktivkohle MAK2 wird dem Reaktor 22 über die zweite Schleuse 45
zugeführt und mit der verbrauchten Kühlluft C verbrannt. Die Asche wird zum Beispiel
über den Drehteller 47 und die dritte Schleuse 48 abgeschieden.
[0078] Bei hoher Feuchtigkeit der Biomasse B kann es zweckmäßig sein, die Erhitzungszone
ZE durch indirekte Beheizung sowohl mit den Abgasen des Gasmotors als auch mit den
Abgases des Reaktors 44 zur Verbrennung der teerbehafteten Aktivkohle MAK2 zu beheizen.
[0079] Die Vergasung bei erhöhtem Druck mit entsprechenden Schleusen 28, 45, 48 am Ein-
und Ausgang des Vergasers 11 hat den Vorteil, dass das gereinigte Produktgas PR dem
Druck aufgeladenen Gasmotor ohne Kompressor zugeführt werden kann. Außerdem kann dadurch
die Beladekapazität der Aktivkohle AK erhöht werden.
[0080] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren 10 und erfindungsgemäßen Vorrichtung 11 zur Feinreinigung
kann motortaugliches Produktgas PR erzeugt werden, ohne dass eine nachgeschaltete
Reinigung (zum Beispiel mittels Nasswäscher, Elektrofilter oder dergleichen) erforderlich
wäre. Der Kaltgaswirkungsgrad des Vergasers liegt selbst bei sehr feuchter Biomasse
über 80%.
[0081] Die Erfindung betrifft ein Verfahren 10 zur Vergasung von Biomasse B sowie eine dazu
eingerichtete Vorrichtung 11. Das Verfahren erfolgt in mindestens drei Verfahrensstufen
12, 12i, 12ii, 13, 14. In einer ersten Verfahrensstufe 12 kann in einem Ausführungsbeispiel
biogener Reststoff Biomasse einer Erhitzungszone ZE zugeführt werden, um die Biomasse
B zu trocken und die flüchtigen Bestandteile entweichen zu lassen, um einen Pyrolysegas
PY daraus zu erzeugen. Das Pyrolysegas PY wird einer Oxidationszone ZO zugeführt und
dort unterstöchiometrisch oxidiert, wobei ein Rohgas R erzeugt wird. Der koksartige,
kohlenstoffhaltige Reststoff RK, der in der Erhitzungszone ZE erzeugt wird, wird zusammen
mit dem Rohgas R in einer zweiten Verfahrensstufe 13 in einer Vergasungszone ZV teilweise
vergast. Die Erhitzungszone ZE kann indirekt beheizt werden. Die Vergasungszone ZV
kann ebenso indirekt beheizt werden. Die Erhitzungszone ZE und die Oxidationszone
ZO sind vorzugsweise voneinander separate Zonen in separaten Kammern 23, 24. Durch
die Vergasung entsteht Aktivkohle AK sowie ein heißes Prozessgas PH. Das erfindungsgemäße
Verfahren 10 beinhaltet bzw. die Vorrichtung 11 ist dazu eingerichtet, eine bestimmte
Menge der Aktivkohle von minimal 0,02 Kilogramm bis maximale 0,1 Kilogramm je Kilogramm
zugeführter Biomasse (wasser- und aschefrei, waf), aus der die Aktivkohle in der Vergasungszone
ZV entstanden ist, sowie das heiße Produktgas PH in einer dritten Verfahrensstufe
14 in einer Kühlzone ZK, beispielsweise auf höchstens 50°C, abzukühlen. Vorzugsweise
ist die Vorrichtung derart eingerichtet bzw. beinhaltet das Verfahren, dass die Aktivkohle
AK sowie das heiße Prozessgas PH derart gemeinsam abgekühlt werden, dass die Temperatur
des Prozessgases PH in der Kühlzone ZK beim gemeinsamen Abkühlen mit der Aktivkohle
AK oberhalb einer unteren Grenztemperatur bleibt, die größer ist als die Taupunkttemperatur
des Produktgases PH. Der während der gemeinsamen Abkühlung von Aktivkohle AK und Produktgas
PH stattfindende Adsorptionsprozess führt dazu, dass sich Teer während der Abkühlung
aus dem heißen Prozessgas PH an der Aktivkohle AK in der Kühlzone anlagert. Dadurch
wird im Anschluss an die dritte Verfahrensstufe 14 ein Reingas PR, PA erhalten, das
im Wesentlichen teerfrei ist. Die teerangereichte Aktivkohle AK kann zumindest teilweise
zur Beheizung der Erhitzungszone ZE und/oder der Vergasungszone ZV verbrannt werden.
Bezugszeichenliste:
| 10 |
Verfahren |
| 11 |
Vorrichtung |
| 12 |
erste Verfahrensstufe |
| 12i |
Erhitzungsstufe |
| 12ii |
Oxidationsstufe |
| 13 |
zweite Verfahrensstufe |
| 14 |
dritte Verfahrensstufe |
| 15 |
Heizeinrichtung |
| 16 |
Brenner |
| 17 |
Kühleinrichtung |
| 18 |
Staubabscheideeinheit |
| 19 |
Mahleinrichtung |
| 20 |
Trocknungseinrichtung |
| 21 |
Vorwärmeinrichtung |
| 22 |
Reaktionsbehälter |
| 23 |
Reaktionskammer |
| 24 |
Erhitzungskammer |
| 25 |
Leitung |
| 26 |
Silo |
| 27 |
Eingang |
| 28 |
erste Schleuse |
| 29 |
Fördereinrichtung |
| 30 |
Ausgang |
| 31 |
Gaszufuhreinrichtung |
| 32 |
Leitung |
| 33 |
Temperatursensor |
| 34 |
Ende |
| 35 |
Abzweigeinrichtung |
| 36 |
Kühlkammer |
| 37 |
Kühlkammerbehälter |
| 38 |
Fördereinrichtung |
| 39 |
Ende |
| 40 |
Abscheidekammer |
| 41 |
Auslass |
| 42 |
Temperatursensor |
| 43 |
Auslass |
| 44 |
Reaktor |
| 45 |
zweite Schleuse |
| 46 |
Auslass |
| 47 |
Drehteller |
| 48 |
Dritte Schleuse |
| 49 |
Isolationsmantel |
| 50 |
Behälter für die Erhitzungskammer |
| 51 |
Heizraum |
| 52 |
Pfeil |
| 53 |
Auslass |
| 54 |
Isolationsmantel |
| 56 |
Mantel |
| 57 |
Kühlraum |
| 58 |
Eingang |
| 59 |
Auslass |
| 60 |
Leitung |
| 61 |
oberes Ende |
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| B |
Biomasse |
| L |
Luft |
| R |
Rohgas |
| RK |
Kohlenstoffhaltiger Reststoff |
| PH |
Produktgas |
| AK |
Aktivkohle |
| PA, PR |
Abgekühltes Produktgas, Reingas |
| SK |
Kohlestaub |
| G |
Abgas |
| PY |
Pyrolysegas |
| MB |
Menge zugeführter Biomasse |
| MAK2 |
bestimmte Menge Aktivkohle |
| MAK1 |
überschüssige Menge Aktivkohle |
| mBroh |
Masse, Massenstrom Biomasse (Bezugszustand roh) |
| mBwaf |
Masse, Massenstrom Biomasse (Bezugszustand wasser- und aschefrei) |
| mAK |
Masse, Massenstrom in der Vergasungszone entstehender Aktivkohle |
| mAK2 |
Masse, Massenstrom der Aktivkohle für die gemeinsame Abkühlung |
| mAK1 |
Masse, Massestrom an überschüssiger Aktivkohle |
| |
|
| ZO |
Oxidationszone |
| TO |
Temperatur Oxidationszone |
| ZV |
Vergasungszone |
| TV |
Temperatur in Vergasungszone |
| ZK |
Kühlzone |
| ZE |
Erhitzungszone |
| TE |
Temperatur Erhitzungszone |
| P |
Pfeil |
| |
|
1. Verfahren (10) zum Vergasen von Biomasse (B),
wobei einer Vorrichtung (11) Biomasse (B) zum Vergasen zugeführt wird,
wobei aus der zugeführten Biomasse (B) in einer ersten Verfahrensstufe (12, 12i, 12ii)
ein Rohgas (R) und ein kohlenstoffhaltiger Reststoff (RK) erzeugt wird,
wobei der kohlenstoffhaltige Reststoff (RK) mit Gasbestandteilen des Rohgases (R)
in einer zweiten Verfahrensstufe (13) in einer Vergasungszone (ZV) teilweise vergast
wird, wodurch Aktivkohle (AK) und eine heißes Produktgas (PH) entstehen,
wobei je Masseeinheit zugeführter Biomasse (B) bezogen auf den Bezugszustand wasser-
und aschefrei (waf) zwischen minimal 0,02 Masseeinheit und maximal 0,1 Masseeinheit
Aktivkohle (AK) und das heiße Produktgas (PH), zu denen die zugeführte Biomasse (B)
geführt hat, aus der Vergasungszone (ZV) entnommen, einer Kühlzone (ZK) zugeführt
und in der Kühlzone (ZK) in einer dritten Verfahrensstufe (14) zusammen abgekühlt
werden, so dass ein Adsorptionsprozess stattfindet, bei dem die Aktivkohle (MAK2)
während des Abkühlens durch Teer aus dem heißen Produktgas (PH) angereichert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Produktgas (PH) und die Aktivkohle (MAK2) in
der dritten Verfahrenstufe (14) für den Adsorptionsprozess in der Kühlzone (ZK) zusammen
nicht unter eine untere Grenztemperatur abgekühlt werden, die größer ist als die Taupunkttemperatur
des Produktgases (PA, PR).
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei die untere Grenztemperatur zwischen minimal 10 K
und maximal 20 K größer ist als die Taupunkttemperatur des Produktgases (PA, PR).
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in der ersten Verfahrensstufe
(12, 12i, 12ii) die zugeführte Biomasse (B) in einer ersten Teilstufe (12i) in einer
Erhitzungszone (ZE) getrocknet und derart erwärmt wird, dass die flüchtigen Bestandteile
der Biomasse (B) entweichen, wobei ein Pyrolysegas (PY) und der kohlenstoffhaltige
Reststoff (RK) entstehen, und wobei zumindest das Pyrolysegas (PY) in einer darauffolgenden
zweiten Teilstufe (12ii) der ersten Verfahrensstufe (12) in einer Oxidationszone (ZO)
durch Zufuhr von einem sauerstoffhaltigem Gas (L) unterstöchiometrisch oxidiert wird,
wodurch das Rohgas (R) entsteht.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei die Erhitzungszone (ZE) einerseits und die Oxidationszone
(ZO) andererseits voneinander getrennte Zonen sind.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, wobei die unterstöchiometrische Oxidation der Pyrolysegase
(PY) und die Vergasung der des kohlenstoffhaltigen Reststoffs (RK) in voneinander
getrennten Zonen durchgeführt werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, wobei die unterstöchiometrische Oxidation
bei einer Temperatur (TO) von minimal 1000°C bis maximal 1200°C in der Oxidationszone
(ZO) durchgeführt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 7, wobei die Temperatur (TO) in der Oxidationszone
(ZO) durch die Menge des zugeführten sauerstoffhaltigen Gases (L) eingestellt wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verfahren bei gegenüber
Umgebungsdruck erhöhtem Druck ausgeführt wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das durch den Adsorptionsprozess
gereinigte Produktgas (PA, PR) einer Vorrichtung, z.B. einem Gasmotor, als Brennstoff
zugeführt wird, wobei die Menge der zugeführten Biomasse (MB) und die aus der Vergasungszone
(MAK2) entnommene Menge Aktivkohle (AK) proportional an die Leistungsanforderung der
Vorrichtung angepasst werden.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Rohgas (R) und der kohlenstoffhaltige
Reststoff (RK) in der Vergasungszone (ZV) durch indirektes Heizen erhitzt werden und/oder
wobei die Aktivkohle (AK) und das heiße Produktgas (PH) in der Kühlzone (ZK) durch
indirektes Kühlen abgekühlt werden.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Aktivkohle (AK) mit dem
daran adsorbierten Teer aus der dritten Verfahrensstufe (14) in einem Reaktor (44)
mit der Luft verbrannt wird, die in der dritten Verfahrensstufe (14) zur Abkühlung
des Produktgases (PH) und der Aktivkohle (AK) verwendet wurde, wobei das Abgas (G)
der Verbrennung vorzugsweise zur Beheizung der Erhitzungszone (ZE) verwendet wird.
13. Vorrichtung (11) zum Vergasen von Biomasse (B) mit wenigstens einer Kammer (24) mit
einer Erhitzungszone (ZE),
einer Zufuhreinrichtung (28, 29), die dazu eingerichtet ist, die Biomasse (B) der
Erhitzungszone (ZE) zuzuführen, um Pyrolysegas (PY) und kohlenstoffhaltigen Reststoff
(RK) zu erzeugen,
wenigstens einer Kammer (23) mit einer Oxidationszone (ZO) für die Oxidation des Pyrolysegases
(PY) und einer Vergasungszone (ZV) für die Vergasung des kohlenstoffhaltigen Reststoffs
(RK),
einem Fördermittel (29), das dazu eingerichtet ist, das Pyrolysegas (PY) aus der Erhitzungszone
(ZE) in die Oxidationszone (ZO) und ein Rohgas (R) aus der Oxidationszone (ZO) in
die Vergasungszone (ZV) zu fördern und dazu eingerichtet ist, den kohlenstoffhaltigen
Reststoff (RK) aus der Erhitzungszone (ZE) in die Vergasungszone (ZV) zu fördern,
einer Gaszufuhreinrichtung (31), die dazu eingerichtet ist, der Oxidationszone (ZO)
ein sauerstoffhaltiges Gas (L) in einer Menge zuzuführen, so dass das in der Oxidationszone
(ZO) vorhandene Pyrolysegas (PY) unterstöchiometrisch oxidiert, wodurch das Rohgas
(R) entsteht,
mit einem Heizmittel zum Heizen der Vergasungszone, das dazu eingerichtet ist, die
Temperatur (TV) in der Vergasungszone (ZV) derart einzustellen, dass der kohlenstoffhaltige
Reststoff (RK) mit Gasbestandteilen des Rohgases (R) teilweise vergast wird, wodurch
Aktivkohle (AK) und ein heißes Produktgas (PH) entstehen,
wobei die Vorrichtung (11) dazu eingerichtet ist, eine bestimmte Menge (MAK2) der
Aktivkohle (AK) und das Produktgas (PH) aus der Vergasungszone (ZV) in einer Kühlzone
(ZK) bereitzustellen,
wobei die bestimmte Menge (MAK2) Aktivkohle eine Masse von minimal 2 Prozent bis maximal
10 Prozent der Masse der zugeführten Menge Biomasse (B) bezogen auf den Bezugszustand
wasser- und aschefrei aufweist, aus der die Aktivkohle (AK) und das heiße Produktgas
(PH) entstanden sind,
mit einer Kühleinrichtung (ZK), die dazu eingerichtet ist, die bestimmte Menge (MAK2)
Aktivkohle und das heiße Produktgas (PH) in der Kühlzone (ZK) gemeinsam derart abzukühlen,
dass ein Adsorptionsprozess stattfindet, bei dem die Aktivkohle (MAK2) während des
Abkühlens durch Teer aus dem heißen Produktgas (PH) angereichert wird.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, wobei die Erhitzungszone (ZE) einerseits und die Oxidationszone
(ZO) andererseits in separaten Kammern (23, 24) angeordnet sind und/oder wobei die
Vergasungszone (ZV) einerseits und die Kühlzone (ZK) andererseits in separaten Kammern
(23, 36) angeordnet sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, wobei die Vorrichtung (11) dazu eingerichtet
ist, die Vergasung bei gegenüber Umgebungsdruck erhöhtem Druck durchführen zu können.