TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Vorrichtung zur
Behandlung von Prozessgut mit einer rotierbaren Trommel für das Prozessgut, insbesondere
kann die Vorrichtung eine Waschmaschine sein. Die Erfindung betrifft auch eine solche
Vorrichtung.
STAND DER TECHNIK
[0002] Behandlungsvorrichtungen mit rotierenden Trommeln zur Behandlung von Prozessgut,
bspw. Waschmaschinen zur Behandlung von Textilien, sind bekannt. Bei herkömmlichen
Behandlungsvorrichtung tritt nach wie vor das Problem auf, dass - je nach Beladung
der Trommel und Verteilung des Prozessguts - unerwünschte Nebeneffekte im Betrieb
auftreten können. Solche Effekte können etwa ein Anschlagen von Maschinenteilen an
anderen Maschinenteilen oder starke Vibrationen, insbesondere ein Wandern oder Hüpfen
der Behandlungsvorrichtung aufgrund der Drehbewegung der befüllten Trommel sein.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0003] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Verfahren zum Betrieb
einer Vorrichtung zur Behandlung von Prozessgut anzugeben, wobei die Vorrichtung eine
rotierbare Trommel zur Behandlung des Prozessguts aufweist. Die Vorrichtung kann insbesondere
eine wasserführende Haushaltsmaschine wie etwa eine Waschmaschine sein.
[0004] Diese Aufgabe wird durch das Verfahren nach Anspruch 1 gelöst. Demgemäss wird ein
Verfahren zum Betrieb einer Vorrichtung zur Behandlung von Prozessgut vorgeschlagen,
wobei die Vorrichtung eine rotierbare Trommel für das Prozessgut umfasst. Die Vorrichtung
kann insbesondere eine wasserführende Haushaltsmaschine, etwa eine Waschmaschine sein,
aber auch Tumbler oder andere Vorrichtungen mit rotierbaren Trommeln können erfindungsgemäss
betrieben werden.
[0005] Die Vorrichtung umfasst eine Steuervorrichtung zur Durchführung eines Behandlungsvorganges,
mindestens eine Kameravorrichtung zur Erfassung von Kameradaten, insbesondere von
Videodaten, und eine Auswerteeinheit zur Auswertung der Kameradaten. Die Auswerteeinheit
steht in Kommunikation mit der Steuervorrichtung, sodass Resultate der Auswertung
an die Steuervorrichtung kommunizierbar und für das Steuern der Vorrichtung verwendbar
sind. Die Auswerteeinheit kann auch direkt in die Steuervorrichtung integriert oder
eine externe Einheit wie ein PC oder ein Smartphone sein. Auch die Kameravorrichtung
könnte extern, also in einer Umgebung der Vorrichtung angebracht sein.
[0006] Das Verfahren umfasst hierbei folgende Schritte:
- a) Erfassen der Kameradaten mit der mindestens einen Kameravorrichtung, derart, dass
die Kameradaten mindestens einen sich aufgrund der Rotation der mit dem Prozessgut
befüllten Trommel bewegenden Teil der Vorrichtung und/oder mindestens einen Fixpunkt
einer Umgebung der Vorrichtung umfassen;
- b) Bestimmung einer Verschiebung des sich bewegenden Teils der Vorrichtung und/oder
eines Unwuchtparameters der mit dem Prozessgut befüllten rotierenden Trommel aus den
Kameradaten mittels der Auswerteeinheit; und
- c) Verwenden der bestimmten Verschiebung und/oder des bestimmten Unwuchtparameters
zur Steuerung der Vorrichtung mittels der Steuervorrichtung zwecks Behandlung des
Prozessguts.
[0007] Die Rotationsbewegung (d.h. die Drehbewegung) der Trommel ist Teil des Behandlungsvorganges.
Die Kameradaten umfassen daher Information zum Behandlungsvorgang. Die Rotationsbewegung
kann durch direkte Aufnahme des mindestens einen bewegenden Teils der Vorrichtung
oder durch indirekte Aufnahme des mindestens einen bewegenden Teils der Vorrichtung
(z.B. Teil eines Spiegelbildes) in den Kameradaten umfasst sein. Wie hierin beschrieben,
kann alternativ oder zusätzlich der mindestens eine Fixpunkt von der Kameravorrichtung
überwacht und die Kameradaten dann erfindungsgemäss genutzt werden.
[0008] Es können auch mehrere Kameravorrichtungen vorgesehen sein, welche einen unterschiedlichen
oder den gleichen Kamerawinkel aufweisen. Durch Mittelung der Resultate kann die Genauigkeit
der Messungen erhöht werden oder es kann so auf unterschiedliche Situationen reagiert
werden und die optional positionierte Kameravorrichtung bevorzugt werden.
[0009] Im Kontext der vorliegenden Erfindung bedeutet der Begriff
"Unwuchtparameter": ein Mass der massenmässigen Ungleichmässigkeit der Prozessgutverteilung am Trommelumfang
während einer Rotation. Als Messgrösse der Unwucht kann bspw. eine Auslenkung oder
Verschiebung des sich bewegenden Teils der Vorrichtung genommen werden, welche dann
über eine unabhängig, vorzugsweise vorgängig erstellte Beziehung zwischen dieser Grösse
und bekannten Unwuchten dann auf den Unwuchtparameter führt.
[0010] Es ist auch denkbar, eine Schwankungsbreite eines Korrelationsparameters (auch Korrelationskoeffizienten)
zwischen einem Standbild des beobachteten Teils bei ruhender Trommel und den Bilddaten
des sich bewegenden Teiles als Mass für die Unwucht zu nehmen, wobei wieder unabhängig,
vorzugsweise vorgängig die Abhängigkeit dieser Schwankungsbreite von der Unwucht der
Trommel im Labor mit bekannten Unwuchten ermittelt ist und über Vergleich der Unwuchtparameter
bestimmt werden kann.
[0011] Der Begriff
"Kameradaten" meint die Bilddaten der Kameravorrichtung, also Video- und/oder Fotodaten. Im Wesentlichen
ist die Kameravorrichtung eine Sensorvorrichtung zur flächenmässigen Detektion von
vorzugsweise elektromagnetischer Strahlung, vorzugsweise wird sichtbares Licht verwendet.
Andere Spektralbereiche und Bildgebungsverfahren sind jedoch auch denkbar.
[0012] Die Verarbeitung und Auswertung der Kameradaten kann mittels Bildverarbeitungssoftware
in der Auswerteeinheit geschehen. So können bspw. mechanische Bewegungen der Maschinenteile,
insbesondere der Trommel oder des Türbalgs, relativ zu anderen Maschinenteilen oder
zu einem Standbild (als demselben Maschinenteil bei ruhender Trommel) oder zur Umgebung
oder der Fixpunkte bezüglich ihrer Ruheposition erfasst und ausgewertet werden. Insbesondere
mittels bekannter Mustererkennung können diese Kameradaten ausgewertet werden.
[0013] Im Kontext der vorliegenden Erfindung bedeutet der Begriff
"Steuern", dass die Resultate der Auswertung der Kameradaten verwendet werden können, um Steuerbefehle,
bspw. zur Regulierung der Drehzahl oder zur Einleitung von Gegenmassnahmen, zu erzeugen
und umzusetzen. Insbesondere kann der aktuell mittels der Kameravorrichtung gemessene
und mit der Auswerteeinheit ermittelte Unwuchtparameter oder die bestimmte Verschiebung
mit einem Grenzwert verglichen werden. Dieser Grenzwertvergleich kann insbesondere
im Falle des Unwuchtparameters drehzahlabhängig durchgeführt werden; also Grenzwerte
angepasst auf die Drehzahl. Sobald der Grenzwert überschritten ist, kann eine Gegenmassnahme
(wie unten beschrieben) eingeleitet werden.
[0014] Die Verschiebung hängt von der Drehzahl und der Massenverteilung der befüllten Trommel,
also insbesondere der Unwucht der Trommel ab. Es kann also direkt die Verschiebung
des sich bewegenden Teils gemessen werden und diese als Steuergrösse benutzt werden.
Überschreitet die Verschiebung den vorbestimmten und der Vorrichtung vorgegebenen
Grenzwert, ist bspw., aus rein geometrischen Gründen, ein Anschlagen der Trommel oder
des Laugenpakets im Falle eine Waschmaschine zu befürchten, weshalb eine Gegenmassnahme
einzuleiten ist. Im unteren Drehzahlbereich wird die Verschiebung bei gleicher Unwucht
mit steigender Drehzahl bis zur Resonanzdrehzahl grösser (siehe Fig. 5). Ist die Drehzahl
klein, so ist auch die Verschiebung klein. Liegt der Grenzwert zur Verschiebung der
Vorrichtung drehzahlabhängig vor und sieht der Behandlungsvorgang höhere Drehzahlen
vor, so kann die Gegenmassnahme aufgrund der bei tieferen Drehzahlen gemessenen Verschiebung
eingeleitet werden, also im Rahmen einer Trenderkennung gesteuert werden.
[0015] Die Unwucht, also der Unwuchtparameter, selbst kann hingegen bspw. durch die gemessene
Verschiebung unter Kenntnis der Abhängigkeit der Verschiebung von bekannten Unwuchten
durch einfachen Vergleich über den unabhängig bestimmten Zusammenhang zwischen Verschiebung
und bekannten Unwuchten bestimmt werden. Alternativ kann auch die Schwankungsbreite
des Korrelationsparameters, wie hierin beschrieben, oder eine andere Auswertemethode
genutzt werden.
[0016] Ist der Unwuchtparameter der bewegenden Trommel ermittelt, so kann dieser mit einem
drehzahlabhängigen Grenzwert verglichen werden. Wird der Grenzwert überschritten oder
ist im Laufe des Behandlungsvorganges aufgrund der gewählten Drehzahlen zu befürchten,
dass der Grenzwert überschritten wird, kann die Gegenmassnahme frühzeitig eingeleitet
und Schaden vermieden werden.
[0017] Man kann die Steuerung also direkt über die Verschiebung und durch Vergleich mit
einem absoluten oder einem drehzahlabhängigen Grenzwert der Verschiebung oder noch
allgemeiner über einen Bewegungsparameter (s. unten) vornehmen oder indirekt über
den ermittelten Unwuchtparameter vornehmen.
[0018] Nach einer Weiterbildung des Verfahrens ist der besagte mindestens eine bewegende
Teil der Vorrichtung zumindest ein Abschnitt der mit dem Prozessgut befüllten rotierenden
Trommel, z.B. deren türbalgseitiger Rand im Falle einer Waschmaschine, oder alternativ
mindestens ein Abschnitt des Türbalgs, eines Laugenpakets oder allgemeiner ein Abschnitt
eines Gehäuses der Vorrichtung, welcher durch die Trommelrotation bewegt ist.
[0019] Der besagte bewegende Teil steht mit der rotierenden Trommel also in Verbindung und
bewegt sich im Takt der Drehbewegung der Trommel. Dabei kann sich der bewegende Teil,
je nach Ausgestaltung, entlang der Richtung einer Drehachse der Trommel bewegen, verschieben
oder verdrehen, und/oder quer dazu. Diese Bewegung des bewegenden Teils kann über
die Kameravorrichtung aufgenommen und mit der Auswerteeinheit analysiert werden.
[0020] Insbesondere der Türbalg, das Gehäuse und/oder weitere Maschinenteile der Vorrichtung
können durch die Drehbewegung der Trommel bewegt und in ihrer Bewegung von der Kameravorrichtung
erfasst und dann weiter analysiert für die Bestimmung der Verschiebung bzw. des Unwuchtparameters
verwendet werden.
[0021] Nach einer Weiterbildung des Verfahrens umfassen die Kameradaten eine Vielzahl von
Abschnitten des besagten mindestens einen bewegenden Teils der Vorrichtung (oder von
mehreren solchen Teilen), insbesondere der Trommel und/oder des Türbalgs, Laugenpakets
und/oder des Gehäuses. Es werden also eine Vielzahl von Abschnitten von der Kameravorrichtung
erfasst und Kameradaten dazu bereitgestellt und mittels der Auswerteeinheit zur Steuerung
verwendet.
[0022] Alternativ oder zusätzlich wird eine Vielzahl von Fixpunkten aufgenommen. Die Verschiebung
oder der Unwuchtparameter wird dann durch Mittelwertbildung aus dem mindestens einen
Teil der jeweiligen Bewegung der einzelnen Abschnitte bzw. der Bewegungen der einzelnen
Fixpunkte oder Gruppen von Fixpunkten bestimmt. Dies erhöht die Genauigkeit der Messung.
[0023] Es kann natürlich auch ein einzelner zusammenhängender Abschnitt eines die Bewegung
der Trommel zeigenden Abschnittes aufgenommen werden. Je grösser dieser Abschnitt
ist, desto genauer die Bildauswertung und damit die Ermittlung des Unwuchtparameters.
[0024] Nach einer Weiterbildung des Verfahrens umfassen die Kameradaten mindestens ein Standbild
des besagten mindestens einen bewegenden Teils der Vorrichtung bzw. mindestens eines
Fixpunktes der Umgebung der Vorrichtung bei ruhender Trommel. Dieses Standbild kann
vorzugsweise durch Mittelung von mehreren Standbildaufnahmen bestimmt werden, wobei
die Auswerteeinheit die Verschiebung bzw. den Unwuchtparameter relativ zum Standbild
bestimmt, indem ein Vergleich mit Kameradaten bei Trommelrotation mit dem Standbild
vorgenommen wird. Relativ zu diesem Standbild kann dann das Mass der Verschiebung,
der Verdrehung oder allgemein der Veränderung bestimmt werden. Vorgängig kann die
Veränderung drehzahlabhängig mit bekannten Unwuchten gemessen werden, damit eine Tabelle
oder ein Zusammenhang dieser beiden Grössen möglich ist. Zusätzlich oder alternativ
kann die Auswertung relativ zu anderen Maschinenteilen erfolgen.
[0025] Im Kontext der vorliegenden Erfindung ist unter dem Begriff
"Standbild" also ein Kameradatensatz zu verstehen, welcher unabhängig, vorzugsweise vorgängig,
also vor der aktuellen Messung, oder eben danach, aufgenommen wurde, während die Trommel
ruhte, vorzugweise im ungeladenen Zustand. Aus dem Vergleich mit Kameradatensätzen
bei bewegter Trommel kann dann die Verschiebung und/oder der Unwuchtparameter bestimmt
werden. Hierzu kann ein Datensatz oder ein Zusammenhang vorgesehen sein, welcher unabhängig,
vorzugsweise zuvor erzeugt wurde und bekannte Verschiebungen oder Unwuchten mit Bewegungen
der Trommel mit bekannter Unwucht korreliert, sodass aus einer gemessenen Bewegung
der Unwuchtparameter bestimmt werden kann.
[0026] Nach einer Weiterbildung des Verfahrens umfassen die Kameradaten mehrere Perioden
der Trommel, aus welchen durch Mittelwertbildung die Verschiebung und/oder der mindestens
eine Unwuchtparameter bestimmt werden. Durch eine solche Mittelwertbildung wird die
Messgenauigkeit weiter erhöht.
[0027] Nach einer Weiterbildung des Verfahrens wird eine Rate der Bestimmung der Verschiebung
oder des Unwuchtparameters im zeitlichen Verlauf des Behandlungsvorganges in Abhängigkeit
der Drehzahl der Trommel durchgeführt. Vorzugsweise gilt: Je höher die Drehzahl, desto
höher die Rate der Bestimmung des Unwuchtparameters. Dies ist vorteilhaft, da zum
einen die Unwucht bei höheren Drehzahlen stärkere Effekte zeigen kann und da die Effekte
auch in kürzeren Abständen auftreten oder verschwinden können.
[0028] Die Rotationsbewegung der Trommel kann bspw. über ein Treppenprofil gesteuert sein:
Zuerst beschleunigt die Trommel auf 50 Umdrehungen pro Minute (auch: rpm), hält 50
Umdrehungen pro Minute 10 Sekunden lang, steigt dann weiter auf 90 Umdrehungen pro
Minute, hält die Drehzahl 15 Sekunden konstant, und erhöht dann weiter auf 150, 400,
500, 700, 1000, 1300, 1500 und 1600 Umdrehungen pro Minute. Die erste Kameramessung
kann z.B. auf der 90 Umdrehungen pro Minute -Stufe stattfinden, indem ein Abschnitt
des bewegenden Teils, bspw. des Türbalgs, mehrere Perioden lang mit z.B. ca. 50 Bildern
pro Periode gefilmt wird. Aus diesen Bilddaten kann dann die Auslenkung also die Verschiebung
und/oder der Korrelationsparameter ausgewertet werden. Wenn die Unwucht nicht über
dem situationsgerecht vorgegebenen Grenzwert liegt, geht es weiter auf die nächste
Stufe 150 Umdrehungen pro Minute. Dort wird wieder gemessen. Es geht so weiter bis
die max. Drehzahl von bspw. 1600 Umdrehungen pro Minute erreicht ist. Aufgrund von
Resonanzphänomenen können kritische Drehzahlbereiche auftreten. Im kritischen Bereich,
um bspw. 250 Umdrehungen pro Minute, können während der Beschleunigung ebenfalls Aufnahmen
gemacht werden, vorzugsweise mit erhöhter Rate, um eine zu grosse Auslenkung sicher
und Gefahr frühzeitig zu erkennen.
[0029] Leistungsstarke Elektronik und hohe Rechenleistung erlauben es bspw., den ganzen
Schleudervorgang einer Waschmaschine ohne Pause zu überwachen.
[0030] Nach einer Weiterbildung des Verfahrens bestimmt die Auswerteeinheit die Verschiebung
oder den mindestens einen Unwuchtparameter der befüllten Trommel mittels Mustererkennung
aus den Kameradaten. Durch die bekannten Verfahren der Musterkennung kann der Unwuchtparameter
besonders genau bestimmt werden.
[0031] Anhand des Beispiels der Waschmaschine soll der Begriff
"Mustererkennung" noch veranschaulicht werden. Man weiss, dass ein Teil des Türbalgs als bewegender
Teil im Sinne der vorliegenden Erfindung sich periodisch mit der Trommelbewegung bewegt.
Dieser Teil wird nun von der Kameravorrichtung im Ruhezustand der Trommel aufgenommen
und die drin vorhandenen markanten Merkmale der Oberflächenstruktur werden über Mustererkennung
als Muster erkannt und gespeichert (z.B. eine Rille). Man kann auch künstlich Merkmale
anbringen, z.B. Ziermuster oder Marker in den Türbalg einprägen, was die Mustererkennung
erleichtern kann. Während des Rotierens, bspw. des Schleuderns, werden Bilder aufgenommen
und dann die Bereiche analysiert, in welchen dieses Muster sich insbesondere erfahrungsgemäss
hinbewegen kann. In diesen Bereichen sucht die Software das gespeicherte Muster und
findet es, wobei die Übereinstimmung nicht 100% sein muss, es genügt eine vorbestimmte
Wahrscheinlichkeit. Dann kennt die Software bzw. die Steuereinheit die neue Position
des Musters und kann die Verschiebung des Teilbildes berechnen. Hier ist dann die
geometrische Verschiebung des Teilbildes (ein ausgewählter Teil vom Türbalg) das Mass
der Unwucht.
[0032] Es kann aber auch eine Verzerrung oder andere Veränderung verwendet werden.
[0033] Die Abhängigkeit der Änderung von der Unwucht kann im Vorfeld mit bekannten Unwuchten
bestimmt und der Vorrichtung zur Verfügung gestellt werden.
[0034] Es ist auch denkbar mittels Korrelation das Mass der Verschiebung zu ermitteln. Dazu
schiebt man den zu betrachtenden Bildausschnitt sukzessiv immer weiter von der Ruheposition
weg. Ist der Referenzteil des Türbalgs bspw. nun physisch um bspw. 8 Millimeter aus
der Ruheposition verschoben, wird man bei 8 Millimeter den grössten Korrelationsparameter,
d.h. die grösste Ähnlichkeit mit dem Referenzbild finden. Dann ist die Verschiebung
8 Millimeter.
[0035] Nach einer Weiterbildung des Verfahrens wird mittels der Auswerteeinheit ein Bewegungsparameter
des mindestens einen beobachteten Abschnitts und/oder mindestens eines Fixpunktes
relativ zum Standbild bestimmt und zur Steuerung der Vorrichtung mittels der Steuervorrichtung
zur Behandlung des Prozessguts verwendet, wobei der Bewegungsparameter ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus
- i) Verschiebung des besagten mindestens einen bewegenden Teils der Vorrichtung oder
des mindestens einen Fixpunktes;
- ii) Twistbewegung des besagten mindestens einen bewegenden Teils der Vorrichtung;
und
- iii) Verzerrung des besagten mindestens einen bewegenden Teils der Vorrichtung.
[0036] Im Kontext der vorliegenden Erfindung ist mit dem Begriff
"Verschiebung" eine Auslenkung des überwachten Abschnitts weg von der Ruheposition bzw. einer mittleren
Position gemeint. In einigen bevorzugten Ausführungsformen ist die Trommel bspw. gedämpft
gelagert, lässt also eine gewisse Bewegung der Trommelachse weg von der Rotationsachse
zu. So können bspw. Stösse und Unwuchteffekte aufgefangen werden. Werden nun die Kräfte
gross, bspw. weil die Unwucht gross ist und/oder weil die Drehzahl hoch ist, so können
grosse Verschiebungen und gar Störungen auftreten (Vibrationen, Hüpfen, Wandern, Anschlagen,
...).
[0037] Unter dem Begriff
"Twistbewegung" ist eine Drehbewegung der Trommel um eine Drehachse gemeint, welche neben translatorischen
Verschiebungen ihren Neigungswinkel sowohl in der vertikalen als auch in der horizontalen
Richtung verändert. Diese Twistbewegungen können zu einer Drehbewegung auch translatorische
Verschiebungen aufweisen.
[0038] Unter dem Begriff
"Verzerrung des mindestens einen Abschnitts" ist ein geändertes optisches Erscheinungsbild aufgrund eines geänderten Blickwickels
der Kameravorrichtung und/oder aufgrund eines mechanischen, in der Regel reversiblen
Verziehens oder Deformierens des sich bewegenden Teils gemeint. Diese Deformation
ist also meistens elastisch und tritt bspw. unter Wirkung der Zentripetalkraft auf.
[0039] Nach einer Weiterbildung des Verfahrens wird ein Verlauf eines Korrelationsparameters
einer Korrelation der bei rotierender Trommel erfassten Kameradaten des besagten mindestens
einen bewegenden Teils der Vorrichtung relativ zum Standbild des besagten Teils in
Ruhe bestimmt und zur Steuerung der Vorrichtung mittels der Steuervorrichtung zur
Behandlung des Prozessguts verwendet. Die Schwankungsbreite des Korrelationsparameters
ist ein Mass für die Unwucht. Hierbei können wiederum einzelne Perioden ausgewertet
oder Mittelwerte über mehrere oder alle Perioden der Trommelbewegung gebildet werden.
[0040] Der Begriff
"Korrelation" wird nun anhand eines Beispiels erläutert: Die Kameravorrichtung und die Software
analysieren einen Kameradatensatz, in dem der sich bewegende Teil der Vorrichtung
stark bewegt und verzerrt wird (z.B. der Türbalg). Man macht nun Aufnahmen diesem
bewegenden Teil zeitlich hintereinander und korreliert die Aufnahmen mit dem Referenzbild
(dem Standbild des sich bewegenden Teils der Vorrichtung). Steht die Trommel, so ist
der Korrelationsparameter 1 (oder nahezu 1, wegen Ungenauigkeit und Sinken der Trommel
durch Beladung). Wird der sich bewegende Teil bewegt und verzerrt, sinkt die Korrelation
bzw. die Ähnlichkeit mit dem Standbild, aber gewisse Ähnlichkeit ist noch feststellbar.
Bei maximaler Unähnlichkeit des sich bewegenden Teils mit seinem Standbild ist die
Korrelation minimal, der Korrelationsparameter also minimal. Wenn der sich bewegende
Teil sich wieder in Richtung Ruheposition oder mittlere Position bewegt, steigt die
Ähnlichkeit wieder. Wenn er gerade die Ruheposition passiert, ist die Korrelation
wieder 1 bzw. maximal (aber kleiner 1, sollten dort noch Verzerrungseffekte auftreten).
So ist die Schwankungsbreite des Korrelationsparameters, also der Anstand zwischen
Maxima und Minima des zeitlichen Verlaufs, ein Mass für die Unwucht bzw. den Unwuchtparameter.
Aus der Periode kann man auch die Drehzahl berechnen.
[0041] Nach einer Weiterbildung des Verfahrens wird der Unwuchtparameter aus dem Bewegungsparamater
bzw. dem Korrelationsparameter bestimmt und zwar durch Vergleich mit vorbestimmten
Standardwerten, also Vergleichsgrössen, welche vorgängig bestimmt wurden. Es kann
also im Labor mit bekannter Unwucht der Bewegungsparameter bzw. der Verlauf des Korrelationsparameters
bzw. die Schwankungsbreite des Korrelationsparameters vorzugsweise drehzahlabhängig
bestimmt werden. Die Schwankungsbreite kann dann als Mass für die Unwucht dienen.
Der Bewegungsparameter ist hier bspw. die Amplitude der bspw. oszillierenden Verschiebung
und kann als Mass für die Unwucht dienen. Der Zusammenhang des Unwuchtparameters mit
diesem Mass (Schwankungsbreite und/oder Amplitude) kann dann vorgängig in Laborversuchen
mit bekannten Unwuchten und in Abhängigkeit der Drehzahl bestimmt werden und die Standardwerte
liefern, über welche durch Vergleich aus der Messgrösse dann auf die Unwucht zurückgeschlossen
werden kann. Es ist auch denkbar, dass beide Parameter gleichzeitig verwendet werden,
um die Genauigkeit zu erhöhen.
[0042] Manche Maschinenteile werden durch zunehmende Unwucht also nicht nur stärker verschoben,
sondern gleichzeitig auch stärker verzerrt und verdreht. Der Bildausschnitt mit einem
solchen Maschinenteil hat dann eine immer geringere Ähnlichkeit mit seinem Ruhezustand-Bild,
also seinem Standbild, auch: Referenzbild, je weiter er sich von der Ruheposition
entfernt und je stärker er verzerrt wird. Der Korrelationsparameter des Standbildes
und des Bewegungsbildes sinkt. Nähert sich der Maschinenteil aufgrund der periodischen
Bewegung wieder der Ruheposition, steigt der Korrelationsparameter wieder. So schwankt
der Korrelationsparameter periodisch mit der Zeit, entsprechend der periodischen Bewegung
des Maschinenteils. Die Schwankungsbreite des Korrelationsparameters kann als Mass
für den Unwuchtparameter dienen.
[0043] Ermittelt man vorher im Labor die Schwankungsbreite des Korrelationsparameters in
Anhängigkeit von Unwuchten mit bekannten Grössen , so kann die Vorrichtung in der
Praxis vom gemessenen Korrelationsparameter auf die aktuelle Unwuchtgrösse schliessen
und entsprechend reagieren, z.B. bei zu grosser Schwankungsbreite eine Gegenmassnahme
einleiten, bspw. das Schleudern abbrechen, um ein Anschlagen oder Wandern der Maschine
zu vermeiden.
[0044] Aus dem schwankenden Verlauf des Korrelationsparameters kann ebenfalls die aktuelle
Periode respektive die Drehzahl gemessen werden. Zur Erhöhung der Messungssicherheit
können für mehrere solche beweglichen Maschinenteile die Ähnlichkeit ihrer Standbilder
und Bewegungsbilder betrachtet und analysiert werden. Als Entscheidungskriterium kann
dann ein Mittelwert, bspw. ein gewichteter Mittelwert, dienen.
[0045] Nach einer Weiterbildung des Verfahrens wird die Vorrichtung mittels der Steuervorrichtung
zur Behandlung des Prozessguts so gesteuert, dass ein aktueller (also ein gemessener,
d.h. ein bestimmter) Unwuchtparameter mit einem vorbestimmten Unwuchtgrenzwert verglichen
wird, und
dass, wenn der aktuelle Unwuchtparameter den mindestens einen vorbestimmten Unwuchtgrenzwert
überschreitet, mindestens eine Gegenmassnahme eingeleitet wird, wobei die Gegenmassnahme
vorzugweise ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus:
- i) Begrenzung der Drehzahl der Trommel;
- ii) Neuverteilung des Prozessguts in der Trommel und vorzugsweise Fortsetzung des
Behandlungsvorganges;
- iii) Abbruch des Behandlungsvorganges; und
- iv) Ausgabe einer Warnung für den Benutzer.
[0046] Der Vergleich zwischen bestimmtem Unwuchtparameter und Unwuchtgrenzwert kann von
der Drehzahl abhängen. Der Unwuchtgrenzwert, der die Grenze wiedergibt, ab welcher
Störungen wahrscheinlich werden, kann also in Abhängigkeit der Drehzahl vorbestimmt
sein, sich also mit der Drehzahl ändern, und bspw. durch vorgängige Experimente im
Labor mit bekannten Unwuchten und bekannten Drehzahlen ermittelt werden.
[0047] Nach einer Weiterbildung des Verfahrens wird die Vorrichtung mittels der Steuervorrichtung
zur Behandlung des Prozessguts weiter so gesteuert, dass der bestimmte Bewegungsparameter
bzw. der bestimmte Korrelationsparameter mit mindestens einem vorbestimmten vorzugsweise
drehzahlunabhängigen Grenzwert verglichen wird, und
dass, wenn der Grenzwert überschritten ist, mindestens eine Gegenmassnahme eingeleitet
wird, wobei die Gegenmassnahme vorzugweise ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend
aus:
- i) Begrenzung der Drehzahl der Trommel;
- ii) Neuverteilung des Prozessguts in der Trommel und vorzugsweise Fortsetzung des
Behandlungsvorganges;
- iii) Abbruch des Behandlungsvorganges; und
- iv) Ausgabe einer Warnung an einen Benutzer.
[0048] Aus dem Bewegungsparameter bzw. dem Korrelationsparameter kann der Unwuchtparameter
bestimmt werden, gleichzeitig kann dieser oder ein äquivalenter Parameter genutzt
werden um direkt Störungen wie bspw. Anschlagen zu verhindern, ohne über den Unwuchtparameter
zu gehen. Es kann bspw. sein, dass der Unwuchtparameter aus der Verschiebung des Messobjekts,
bspw. der Trommel oder des mindestens eines Fixpunktes, bestimmt wird und unterhalb
des entsprechenden vorbestimmten Grenzwertes liegt und trotzdem ein Anschlagen des
Laugenpakets an einem anderen Maschinenteil auftritt. Wenn nun gleichzeitig ein Grenzwert
für die Verschiebung vorgegeben und überwacht ist, und bei dessen Überschreiten mindestens
eine der genannten Gegenmassnahmen eingeleitet wird, kann dieses Anschlagen noch besser
verhindert werden.
[0049] Nach einer Weiterbildung des Verfahrens wird der Unwuchtparameter, der Bewegungsparameter
und/oder der Korrelationsparameter in einer Trenderkennung verfolgt und die mindestens
eine Gegenmassnahme bereits vor Erreichen des Grenzwerts eingeleitet.
[0050] Nach einer Weiterbildung des Verfahrens ist der vorbestimmte Unwuchtgrenzwert bzw.
der vorbestimmte Grenzwert derart vorbestimmt, dass unterhalb des Unwuchtgrenzwerts
bzw. des vorbestimmten Grenzwerts mindestens eine Störung der Gruppe von Störungen
bestehend aus:
- i) Wandern insbesondere bei 1 cm/s bis 4 cm/s und/oder 2°/s bis 5 °/s;
- ii) Hüpfen, insbesondere bei Drehzahlen der Trommel zwischen 100 Umdrehungen pro Minute
bis 400 Umdrehungen pro Minute, bevorzugt bei 200 Umdrehungen pro Minute bis 300 Umdrehungen
pro Minute; und
- iii) Anschlagen der Trommel oder des Laugenpakets an anderen Maschinenteilen;
vermieden ist. Unter Punkt iii) kann im Falle einer Waschmaschine insbesondere auch
das Anschlagen des Laugenpakets vermieden werden. Das Laugenpaket umfasst insbesondere
einen Laugenbehälter und die Trommel.
[0051] Unter dem Begriff
"Wandern" ist eine im Wesentlichen horizontale allmähliche Bewegung der Vorrichtung im Raum,
also quer zur Schwerkraftwirkung, gemeint. Der Begriff
"Hüpfen" bezeichnet eine starke ruckartige Vertikal- oder auch Horizontalbewegung, sozusagen
ein Wegspringen der Vorrichtung. Beide Störungen werden durch die Trommelbewegung
verursacht.
[0052] Unter dem Begriff
"Anschlagen" ist das Anschlagen von sich bewegenden Maschinenteilen, also bspw. von der rotierenden
Trommel oder vom Laugenpaket, an anderen Maschinenteilen, bspw. am Gehäuse, am Glas
gemeint. Eine Verschiebung, also eine Trommelbewegung bei grosser Unwucht, kann somit
zum Anschlagen führen.
[0053] Nach einer Weiterbildung umfasst das Verfahren zusätzlich den Schritt der Verwendung
eines vorbestimmten ersten Fixpunktes in einer Umgebung der Vorrichtung oder eines
ersten Fixpunktmusters in der Umgebung der Vorrichtung zur Detektion einer Bewegung
der Vorrichtung relativ zum ersten Fixpunkt bzw. zu mindestens einem Fixpunkt des
Fixpunktmusters. Diese Bewegung der Vorrichtung kann ein Hüpfen oder ein Wandern der
Vorrichtung im Raum sein. Die Umgebung kann aus dem Boden vor der Vorrichtung, Wänden,
Möbeln usw. bestehen. Diese Objekte können als Fixpunkte während des Behandlungsvorganges
angesehen werden. Aus der Bewegung der Vorrichtung relativ zum Fixpunkt oder zu den
Fixpunkten kann der Unwuchtparameter ermittelt werden.
[0054] Aufgrund der geometrischen Anordnung und der Kameraeinstellung kann die Vorrichtung
aufgenommene Bildabschnitte der Umgebung, bspw. dem Boden, der Decke, der Wand oder
einem Objekt vor der Vorrichtung zuordnen. Typische feststehende Muster wie Plattenfugen
oder auch Sockelkanten, Muster des Bodenbelags, Muster oder Defekte wie "Risse" im
Betonboden, Lackränder, Möbel, Installationen im Raum und an den Wänden können als
Fixpunkte dienen. Es kann zu verschiedenen Zeitpunkten - bei der Inbetriebnahme und
später - das Umgebungsbild mehrmals aufgenommen werden, um immer wiederkehrende Muster
als unbeweglich zu erkennen und zu speichern, wobei die Maschine vorzugweise ruhend
und die Tür geschlossen sein soll.
[0055] Vorzugsweise sind die Fixpunktmuster möglichst weiträumig über die ganze sichtbare
Umgebung verteilt. Dies erlaubt es, Störgegenstände, wie bspw. ein beweglicher Gegenstand
(z.B. die Waschmittelflasche, die vor der Maschine steht und einige Fixpunkte verdeckt),
zu identifizieren. Ausserhalb der Störgegenstände sind bei weiträumiger Aufnahme der
Umgebung noch andere Fixpunkte sichtbar für die Kameravorrichtung.
[0056] Wie stark ein Fixpunkt aus der Sicht der Kameravorrichtung absolut schwankt (also:
wie viele Millimeter der Auslenkung), hängt von der Distanz vom Fixpunkt zur Kameravorrichtung
ab. Ein fernerer Punkt schwankt optisch weniger (die Auslenkung scheint kleiner).
Diese Distanz ist im Labor bekannt, in der Praxis bspw. im Waschraum jedoch nicht
unbedingt. Mit der Distanzinformation kann die Vorrichtung die beobachtete Schwankung
in den Kameradaten in ihrer Heftigkeit also genauer bewerten.
[0057] Die Fixpunkte bzw. Fixmuster des Bodens eignen sich in vielen Fällen besonders gut,
da die Vorrichtung (also die Maschine) bei dann meist bekannter Höhe der Kameravorrichtung
zum Boden aus dem Blickwinkel bzw. der Position des Fixpunktes berechnen kann, wie
weit der Fixpunkt- oder das Fixpunktmuster von der Kameravorrichtung entfernt ist.
Aus dieser Distanzinformation kann dann die Schwankung des betreffenden Fixpunktes
um dessen Ruheposition genauer bestimmt werden.
[0058] Damit die Vorrichtung typische Bodenmuster erkennt, können ihr bspw. zahlreiche Bodenmuster
(oder Fotos davon) gezeigt werden. Z.B. werden verschiedene Fugen der Kameravorrichtung
gezeigt, damit die Software mit künstlicher Intelligenz lernt, wie eine Fuge aussieht
und in der Praxis eine Fuge erkennt.
[0059] Es ist auch denkbar, dass die Vorrichtung so ausgebildet ist, dass der Benutzer die
Distanzinformation zum Fixpunkt- bzw. Fixpunktmuster manuell eingibt, bspw. auf Aufforderung
der Vorrichtung hin. Bei Fixpunktmuster bspw. auf Wänden oder sonst in der höheren
Umgebung kann die Vorrichtung bspw. selbst die Fixmuster auswählen (bspw. bei oder
kurz nach der Inbetriebnahme), diese auf einem Display dem Benutzer zeigen und den
Benutzer auf fordern, jeweils die Distanzinformation zur Vorrichtung einzugeben.
[0060] Die Vorrichtung kann weiter so ausgebildet sein, dass ungeeignete Fixmuster (z.B.
solche die nicht lang fix bleiben) vom Benutzer verworfen werden können. Die Vorrichtung
kann dann weiter so ausgebildet sein, dass sie neue Vorschläge unterbreitet.
[0061] Für Bodenfixmuster kann eine Distanzeingabe also wegfallen, falls sie durch die bekannte
Höhe der Kameravorrichtung und den Winkel bzw. Position bestimmbar ist. Die Vorrichtung
sollte das Bodenmuster dann zuverlässig erkennen.
[0062] Geeignet kann auch ein Deckenmuster wie eine Lampe sein, das sich im bspw. verchromten
Türrahmen widerspiegelt und für die Kameravorrichtung sichtbar ist. Die Vorrichtung
kann also auch mit Spiegelbildern oder Reflektionen arbeiten. Ein Deckenmuster hat
den Vorteil, dass es selten verdeckt wird. Gibt der Benutzer, allenfalls auf Aufforderung
der Vorrichtung, die Distanzinformation des Fixpunktmusters ein, dann kann man es
also fast immer benutzen.
[0063] Es ist weiter denkbar, dass wenn keine Distanzinformation vorliegt, die Vorrichtung
selber eine ungefähr die Distanz abschätzt. Hierzu kann man bspw. benützen, dass die
Raumhöhe ziemlich konstant bei ca. 3 Meter liegt und über den Blickwinkel der Kameravorrichtung
(d.h. über die Position des Fixpunktmusters im Bild) kann die Vorrichtung ausgebildet
sein zu ermitteln, in welchem Winkel das Deckenmuster zur Vorrichtung steht, woraus
die Vorrichtung dann die Distanz zum Fixpunktmuster ermitteln kann.
[0064] Verdeckt ein Objekt, bspw. ein Wäschewagen, alle Fixpunkte, so ist er in der Regel
nahe an der Vorrichtung, denn es verdeckt auch den Boden unmittelbar vor der Vorrichtung.
Die Vorrichtung kann dann so ausgebildet sein, dass mit den bekannten Positionen der
Originalfixpunkte eine ungefähre Distanz des Objekts (des Störgegenstands) zur Kameravorrichtung
berechnet wird.
[0065] Verdeckt ein beweglicher Störgegenstand (z.B. ein Wäschekorb, Wäschewagen) ausnahmeweise
alle Fixpunkte, kann dessen Bild als provisorischer Fixpunkt oder provisorisches Fixpunktmuster
verwendet werden. Wird dieser Störgegenstand während des Behandlungsvorganges bewegt,
werden möglicherweise ein oder mehrere Originalfixpunkte freigegeben und für die Kamera
sichtbar, welche dann normal als Referenz dienen können.
[0066] Insbesondere bei hohen Drehzahlen (400 Umdrehungen pro Minute bis ca. 1800 Umdrehungen
pro Minute) vibriert das Maschinengehäuse mit zunehmender Unwucht immer stärker. Dadurch
bewegt sich die in Gehäuse eingebaute Kameravorrichtung auch immer stärker zum Boden
und zur der Umgebung. Aus der Sicht der Kameravorrichtung unterliegen die Fixpunkte
der Umgebung einer zunehmend grösseren periodischen Verschiebung, welche für jeden
Fixpunkt mit Berücksichtigung seiner jeweiligen Entfernung zur Kamera ausgewertet
wird. Daraus kann die Vorrichtung ebenfalls den Unwuchtparameter ermitteln.
[0067] In der Praxis kann man vorher im Labor die Abhängigkeit der Verschiebung von der
Grösse des Unwuchtparameters mittels bekannter Unwuchten ermitteln. Aus diesem Zusammenhang,
der in einer Tabelle oder in einer Korrelationsfunktion der Auswerteeinheit zur Verfügung
gestellt werden kann, kann die Vorrichtung die aktuelle Grösse des Unwuchtparameters
aus der detektierten Bewegung ableiten, und zwar im ganzen relevanten Drehzahlbereich
während des Behandlungsvorganges, insbesondere während des Schleudervorgangs. Dabei
wird die aktuell gemessene Verschiebung auf die Entfernung bei Laborversuchen umgerechnet,
damit eine Vergleichsbasis geschaffen.
[0068] Steht zufällig ein Störgegenstand, also ein beweglicher Gegenstand wie ein Wäschekorb,
-wagen, vor der Vorrichtung und verdeckt alle Fixpunkte, kann die Vorrichtung markante
Muster des Störgegenstandes als provisorische Fixpunkte verwenden. Dazu werden Standbilder
vor Beginn des Behandlungsvorganges, insbesondere des Schleudervorganges, und im ruhenden
Zustand (keine Trommelbewegung) aufgenommen. Wird der Störgegenstand während des Schleuderns
bewegt und Originalfixpunkte sichtbar, werden diese erkannt und ab da als Fixpunkte
verwendet. Verdeckt der Störgegenstand nach einer Bewegung immer noch alle Originalfixpunkte,
dient er mit seinen markanten Mustern weiter als Fixpunkt bzw. Referenz.
[0069] Besonders vorteilhaft ist es, wenn nur periodische Bewegungen ausgewertet werden.
So stört eine einmalige Bewegung des Störgegenstandes (z.B. durch manuelles Verrücken)
die Messung nicht, denn die Software wertet nur periodische Bewegungen aus. Besonders
bevorzugt werden lediglich jene periodischen Bewegungen ausgewertet, welche die Periodizität
der entsprechenden Drehzahl der Trommel aufweisen. Die Vorrichtung verwendet also
markante Fixpunkte oder Fixpunktmuster, die sich während der Auswertung periodisch
mit der Drehzahl um ihre jeweilige mittlere Position bewegen. Eine einmalige Verschiebung
des Störgegenstandes ist nicht periodisch und wird von der Auswerteeinheit entsprechend
nicht als Fixpunktschwingung ausgewertet.
[0070] Nach einer Weiterbildung umfasst das Verfahren also den Schritt des Abprüfens vor
dem Beginn des Behandlungsvorganges, ob der erste Fixpunkt oder zumindest ein erster
Fixpunkt des ersten Fixpunktmusters erfassbar ist;
und, falls der erste Fixpunkt bzw. der zumindest eine erste Fixpunkt des ersten Fixpunktmusters
nicht erfassbar ist, kann das Verfahren folgenden Schritt umfassen: Aufnahme, vor
Beginn des Behandlungsvorganges, eines zweiten Fixpunktes oder eines zweiten Fixpunktmusters,
und Auswertung der Bewegung der Vorrichtung relativ zum zweiten Fixpunkt bzw. zum
mindestens einen Fixpunkt des zweiten Fixpunktmusters.
[0071] Nach einer Weiterbildung des Verfahrens ist die Vorrichtung eine Waschmaschine und
der Behandlungsvorgang ist Teil eines Waschvorgangs von Textilien als Prozessgut,
wobei der Behandlungsvorgang:
ein Schleudervorgang bei Drehzahlen der Trommel von vorzugsweise 400 Umdrehungen pro
Minute bis 1800 Umdrehungen pro Minute ist; oder
ein Vorgang des Anschleuderns bei Drehzahlen der Trommel von 0 bis vorzugsweise bis
zu 400 Umdrehungen pro Minute ist; oder
eine Vorbereitung für das Schleudern, wie Prozessgut neu verteilen, bspw. mit Reversieren
der Trommel ist; oder
eine Nachbehandlung nach dem Schleudern, z.B. Lösen des Prozessguts, bspw. des Wäschekuchens,
und Auflockern nach dem Schleudern ist; oder
ein Waschen des Prozessguts ist, insbesondere, wenn die Vorrichtung eine Waschmaschine
ist.
[0072] Der Behandlungsvorgang kann also sämtliche Behandlungsschritte einer Waschmaschine
umfassen, vom Waschen, übers Schleudern zum Nachbehandeln.
[0073] Nach einer Weiterbildung des Verfahrens wird eine Beladung der Trommel mit Textilgut
mittels der Kameravorrichtung gemessen und zur Steuerung der Vorrichtung mittels der
Steuervorrichtung zur Behandlung des Prozessguts verwendet. Diese Messung kann bspw.
beinhalten, dass eine Verschiebung der stehenden und beladenen Trommel durch die Beladung
ausgewertet wird. Hierzu kann vorgängig ein Standbild der leeren Trommel aufgenommen
werden und mit einem Bild während und nach der Beladung verglichen werden. Aus der
Verschiebung kann auf das Gewicht der aktuellen Beladung geschlossen werden. Um diesen
Schluss zu ziehen, kann vorgängig die Abhängigkeit dieser Verschiebung vom Beladungsgewicht
bestimmt werden und in einer Speichereinheit der Steuervorrichtung zur Auswertung
abrufbar hinterlegt werden.
[0074] In einigen Ausführungsbeispielen kann man neben dem Sinken der Trommel bzw. des Laugenpakets
die Beladungsinformation auch gewinnen, indem man auswertet, wie viel Prozessgut die
Kameravorrichtung sieht. Sieht die Kameravorrichtung viel Prozessgut in der Trommel
bzw. sehr wenig Trommelrückwand, da diese durch das Prozessgut verdeckt ist, ist eine
grosse Beladung vorhanden. Diese optische Messung kann man mit dem Messen des Sinkens
kombinieren um eine erhöhte Genauigkeit zu erhalten.
[0075] In einer Weiterbildung des Verfahrens wird eine effektive Drehzahl der Trommel mittels
der Auswerteeinheit aus periodischen Schwankungen in den Kameradaten bestimmt. Es
können periodische Bewegungen von Trommelabschnitten und/oder von Fixpunkten oder
Fixpunktmuster ausgewertet werden. Zusätzlich kann die Kameravorrichtung vorzugsweise
direkt sehen bzw. die Steuerung feststellen, ob etwas eingeklemmt ist, (Z.B. Einklemmen
der Wäsche zwischen Trommelrand und Türbalg, in Rille des Türbalgs) und Gegenmassnahmen
einleiten, bspw. den Vorgang abbrechen oder das Prozessgut neu in der Trommel verteilen.
[0076] Die ermittelte aktuelle effektive Drehzahl wird mit der Soll-Drehzahl verglichen.
Stellt die Vorrichtung eine grössere Abweichung zwischen Ist-Drehzahl und Soll-Drehzahl
fest, kann dies auf eine Störung hindeuten, bspw. auf eine Bremsung der Trommel durch
eingeklemmte Gegenstände oder zu starker Schaumbildung, usw. Entsprechende Gegenmassnahmen
können eingeleitet werden.
[0077] Nach einer Weiterbildung des Verfahrens wird eine mechanische Beanspruchung des Prozessguts,
insbesondere dessen Fallhöhe oder dessen Anliegen an der Trommel oder dessen Lösen
oder Auflockern, während des Behandlungsvorgangs mittels der Kameravorrichtung erfasst,
mittels der Auswerteeinheit analysiert und nach der Massgabe der Kameradaten der Kameravorrichtung
gesteuert. Damit ist ein besonders effizienter Einsatz der Kameravorrichtung bereitgestellt.
Durch diesen optimierten Betrieb können der Behandlungsprozess weiter optimiert und
die Störungsfälle weiter reduziert werden.
[0078] In einer Weiterbildung ist die Auswerteeinheit weiter ausgebildet, die Kameradaten
auf mindestens einen weiteren Defekt zu analysieren, wobei der Defekt vorzugweise
ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus:
- i) Undichtigkeit;
- ii) Einklemmen von Prozessgut in beweglichen Maschinenteilen; und
im Fall eines Defekts über die Steuervorrichtung mindestens eine vorbestimmte Gegenmassnahme
eingeleitet wird, wobei die Gegenmassnahme vorzugweise ausgewählt ist aus der Gruppe
bestehend aus:
- i) Begrenzung der Drehzahl der Trommel;
- ii) Neuverteilung des Prozessguts in der Trommel und vorzugsweise Fortsetzung des
Behandlungsvorganges;
- iii) Abbruch des Behandlungsvorganges; und
- iv) Ausgabe einer Warnung an einen Benutzer.
[0079] Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zur Durchführung
des hierin beschriebenen Verfahrens bereitzustellen.
[0080] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 22 gelöst. Demgemäss wird eine
Vorrichtung zur Behandlung von Prozessgut, insbesondere eine Waschmaschine zur Behandlung
von Textilien, vorgeschlagen, welche zur Durchführung eines Verfahrens nach einem
der vorangehenden Ansprüche eingerichtet ist. Die Steuervorrichtung ist entsprechend
eingerichtet, die verschiedenen Verfahrensschritte situationsgerecht durchzuführen,
es ist also eine Kameravorrichtung zur Aufnahme der Kameradaten und eine Auswerteeinheit
zur Auswertung der Kameradaten, insbesondere zur Bestimmung des Unwuchtparameters,
zu Handen der Steuervorrichtung vorgesehen.
[0081] In einer Weiterbildung ist die Vorrichtung als Waschmaschine ausgebildet und weist
einen Türbalg auf, wobei die Kameravorrichtung vorzugsweise im Türbalg, besonders
bevorzugt in einem oberen Bereich des Türbalgs oder in einem Türrahmen, vorzugsweise
in einem oberen Bereich des Türrahmens, angeordnet ist. Es können natürlich auch an
mehreren Orten Kameravorrichtungen vorgesehen sein.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0082] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnungen
beschrieben, die lediglich zur Erläuterung dienen und nicht einschränkend auszulegen
sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- in schematischer Weise einen Querschnitt durch eine Waschmaschine mit einem Laugenpaket
mit einer befüllten Trommel in einer ersten Situation und einer Kameravorrichtung;
- Fig. 2
- das Laugenpaket nach Fig. 1 in einer zweiten Situation;
- Fig. 3
- das Laugenpaket nach Fig. 1 in einer dritten Situation;
- Fig. 4
- zeigt eine experimentelle Kurve zwischen der mit der Kameravorrichtung gemessenen
Ist-Drehzahl der Waschmaschine nach Fig. 1 in Abhängigkeit der eingestellten Soll-Drehzahl;
und
- Fig. 5
- eine Vielzahl von experimentellen Korrelationskurven zwischen einem gewichteten Mittelwert
der gemessenen Verschiebung der Trommel in Abhängigkeit der Schleuderdrehzahl, wobei
die verschiedenen Korrelationskurven für die Trommel in verschiedenen Unwuchtsituationen
aufgenommen wurden.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0083] Figur 1 zeigt einen Querschnitt durch eine Waschmaschine 1 mit einem Laugenpaket
2. Das Laugenpaket 2 umfasst eine zylindrische Trommel 3, welche mit Wäschestücken
7 als Prozessgut befüllt ist. Die Trommel 3 ist zylindrisch um eine Trommelachse geformt
und um eine im Laugenpaket gelagerte Rotationsachse rotierbar. In der Trommel 3 sind
Mitnehmer 4 vorgesehen, welche die Wäschestücke 7 jeweils nach oben mitnehmen. In
der Waschsituation nach Fig. 1 ist eine Drehzahl der Trommel 3 so gewählt, dass die
Wäschestücke 7 sich im oberen Bereich der Trommel 3 lösen und über eine Fallhöhe H
nach unten auf einen gegenüberliegenden Trommelabschnitt fallen. Die Fallrichtung
der Wäschestücke 7 und die Drehrichtung der Trommel 3 sind mit Pfeilen angedeutet.
Wasser wird zugeführt und mit Waschmittel aus einer Dosiervorrichtung 10 versetzt.
Über ein Ablaufsystem 11 kann das Prozesswasser wieder abgeführt werden. Das Waschprogramm,
d.h. der Behandlungsvorgang, wird über eine Steuervorrichtung 8 sichergestellt. Im
Gehäuse 5 ist überdies eine Kameravorrichtung 6 eingebaut, welche zumindest einen
Abschnitt der Trommel 3, eines Türbalgs 12, eines Gehäuses 5 und/oder mindestens einen
Fixpunkt P
1 bis P
6 nach Massgabe der Steuervorrichtung 8 aufnimmt und Kameradaten dazu bereitstellt.
[0084] Die Kameravorrichtung 6 kann auch extern angebracht sein.
[0085] Es können auch mehrere interne und/oder externe Kameravorrichtung 6 vorgesehen sein.
[0086] Diese Kameradaten können dann von einer Auswerteeinheit 9 ausgewertet werden, wobei
diese Auswertung die Bestimmung eines Unwuchtparameters U umfasst. Hierzu kann Bildverarbeitungssoftware
genutzt werden.
[0087] Der Unwuchtparameter U ist ein Parameter, welcher ein Mass für die Unwucht der Trommel
3 ist. Diese Unwucht der Trommel 3 hängt von der Beladung und der Verteilung der Beladung
ab. Der Unwuchtparameter U kann jeweils aus Vergleich mit Vergleichsdatensätzen umfassend
Kameradaten, welche für bekannte Unwuchten vorgängig aufgenommen wurden, bestimmt
werden. Hierzu kann dann die Software für die Bildverarbeitung verwendet werden.
[0088] Diese Vergleichsdatensätze korrelieren jeweils den Messparameter mit dem Unwuchtparameter.
Bspw. wird die Verschiebung und/oder Verdrehung (von Trommel oder Fixpunkt(en)), die
Twistbewegung oder Verzerrung des Messobjekts durch die Rotation der Trommel 3 gemessen
und dann über den Vergleichsdatensatz der Unwuchtparameter bestimmt. Da die Messung
von der Drehzahl abhängt, können jeweils Kurven, wie in
Figur 5 gezeigt, aufgenommen werden. Auch ist es möglich, die Auswertung direkt durch Mustererkennungssoftware
oder durch Auswertung der Korrelation zwischen Standbild (Bild des Messobjekts in
Ruhe) und Bewegungsbild (Bild des Messobjekts bei rotierender Trommel) und Bestimmung
des Korrelationsparameters K auszuwerten.
[0089] Der Unwuchtparameter U kann anhand der mittels der Kameravorrichtung 6 gemessenen
Verschiebung bestimmt werden. Nachfolgend ein Beispiel. Während des Anschleuderns
(typisch im Bereich von 0 bis 400 Umdrehungen pro Minute) gilt der folgende Zusammenhang:
Je grösser die Unwucht, desto stärker bewegen sich die Maschinenteile relativ zueinander
(wie bspw. der Türbalg 12 zum Trommelrand oder zum Gehäuse 5) und zu der Umgebung
(Boden, Wände), d.h. desto grösser ist die Verschiebung, welche aufgrund der Trommelrotation
periodisch um eine mittlere Position schwankt. Im Kamerabild wird eine grosse Anzahl
von Bildbereichen (viele kleine Zonen bzw. Ausschnitte) mit jeweils typischem Merkmal
ausgewählt, die für die Bewegung der Maschinenteile aussagekräftig sind (z.B. Trommelrand,
Gehäuse-Frontwand, Fugenmuster im Boden). Es wird zuerst in ruhendem Zustand und mit
geschlossener Tür ein Bild aufgenommen und als Referenz gespeichert. Um die Genauigkeit
zu erhöhen, kann mehrmals eine Bildaufnahme vorgenommen werden, um durch Vergleich
der Aufnahmen die als Referenz dienenden Bildteile festzustellen und dann zu speichern.
Während des Schleuderns werden pro Bewegungsperiode genügend Bilder aufgenommen und
abhängig von der aktuellen Drehzahl Bilder in entsprechenden Zeitabständen analysiert.
Dabei werden in dem zu analysierenden Bild die Teilbereiche mittels Mustererkennung
erkannt und deren neuen Positionen im Bild bestimmt. So dann kann die Verschiebung
der einzelnen Teilbereiche zu Referenzbild berechnet und ein Mass für die Verschiebung
gewonnen sowie eine eventuelle Twistbewegung erkannt werden.
[0090] Ermittelt man nun vorher im Labor die Abhängigkeit der Verschiebung bzw. der Twistbewegungsstärke
von der Unwuchtgrösse und der Drehzahl mittels bekannter Unwuchten, und stellte man
diesen Zusammenhang der Maschine 1 zur Verfügung, so kann die Maschine 1 in der Praxis
die aktuelle Unwuchtgrösse anhand der Verschiebung und Twistbewegung mittels des bekannten
Zusammenhangs ermitteln, und zwar im ganzen relevanten Drehzahlbereich des Behandlungsvorgangs,
bspw. des Schleudervorgangs.
[0091] Die Verschiebung kann auf verschiedene Arten gemessen werden. Man kann z.B. die Distanz
des Trommelrands zu seiner ursprünglichen Position im Referenzbild messen, oder seine
aktuelle Distanz zum feststehenden Gehäuse 5, oder zu einer feststehenden Fuge im
Boden.
[0092] Durch Vergleich mit voreingestellten und vorzugweise drehzahlabhängig vorliegenden
Unwuchtgrenzwerten G
U, bei deren Überschreiten Störungen und Schäden wie Anschlagen, Wandern und starke
Vibration drohen, kann die Maschine 1 eine nahende Gefahr erkennen (aktueller Unwuchtparameter
nähert sich oder überschreitet den Grenzwert G
U) und mit einer Gegenmassnahme, wie hierin beschrieben, bekämpfen.
[0093] Mit der Verschiebungs- und/oder Twistbewegungsmessung kann auch direkt ein Anschlagen
überwacht und vermieden werden, denn: Ausnahmeweise kann trotz zulässiger Unwucht
(d.h. kleiner als Grenzwerte G
U) das Laugenpaket anschlagen: am Gehäuse 5, am Türglas oder an anderen Maschinenteilen.
Diese Störung kann ebenfalls anhand der Verschiebung bzw. der Stärke von Twistbewegung
erkannt und vermieden werden. Die freien Distanzen der Maschinenteile zueinander sind
bekannt. Werden die Verschiebungen oder Twistbewegungen so gross, dass eine Distanz
zwischen zwei Maschinenteilen geometrisch gegen Null geht, können sich die beiden
berühren (Anschlagen). Nähert sich in der Praxis die Verschiebung oder Twistbewegung
diesem kritischen Wert an, kann die Maschine 1 rechtzeitig das nahende Anschlagen
erkennen und Gegenmassnahmen einleiten. D.h. neben der Unwuchtgrösse kann ein drohendes
Anschlagen zusätzlich durch die Verschiebungsmessung erkannt werden. Die benötigen
Grössen und Zusammenhänge können ebenfalls vorab im Labor ermittelt werden.
[0094] Hiermit ist eine doppelte Sicherheit gewährleistet, denn in der Unwuchtmessung und
-auswertung kann auch mal ein Fehler auftreten.
[0095] Aufgrund der geometrischen Anordnung und der Kameraeinstellung kann die Maschine
1 bspw. Abschnitte des Bodens vor der Maschine 1 oder der Wände (oder allgemein: der
Umgebung) aufnehmen. Typische feststehende Muster wie Plattenfugen (wie auch: Sockelkante,
Muster des Belags, Striche oder "Risse" im Betonboden, Lackränder, Möbel, Installationen
im Raum und an den Wänden) können als Fixpunkte dienen. Es kann zu verschiedenen Zeitpunkten
- bei der Inbetriebnahme und/oder später - das Umgebungsbild mit den Fixpunkten P
1 bis P
6 einmal oder mehrmals aufgenommen werden, um wiederkehrende Muster als unbewegliche
Muster zu erkennen und zu speichern, wobei die Maschine 1 dann vorzugweise ruhen und
die Tür geschlossen sein soll.
[0096] Vorteilhafterweise sind die Fixpunkt-Muster P
1 bis P
6 weiträumig über die ganze sichtbare Umgebung verteilt, damit wenn ein beweglicher
Gegenstand (z.B. eine Waschmittelflasche) vor der Maschine 1 steht und einige Fixpunkte
P
1 bis P
6 verdeckt, immer noch andere Muster sichtbar sind für die Kameravorrichtung 6 und
als Fixpunkte dienen können. Verdeckt ein beweglicher Gegenstand (z.B. ein Wäschekorb,
Wäschewagen) ausnahmeweise alle eigentlichen Fixpunkte, kann dessen Bild als provisorisches
Fixpunktmuster verwendet werden, insbesondere wenn der bewegliche Gegenstand während
des Behandlungsvorgangs, bspw. des Schleuderns, unbewegt bleibt. Wird der bewegliche
Gegenstand während des Behandlungsvorganges bewegt, werden möglicherweise ein oder
mehrere Originalfixpunkte P
1 bis P
6 freigegeben und für die Kameravorrichtung 6 sichtbar, welche dann normal als Referenz
fungieren können. Wird der bewegliche Gegenstand ganz aus dem Kamerablickfeld entfernt,
sind sogar alle Fixpunkte P
1 bis P
6 sichtbar und als Referenz für die Auswertung verfügbar.
[0097] Der Unwuchtparameter U kann mit dem relativ zur Kameravorrichtung 6 schwankenden
Fixpunkt oder -muster P
1 bis P
6 bei hohen Drehzahlen gemessen werden. Bei hohen Drehzahlen (400 bis ca. 1800 Umdrehungen
pro Minute) schwankt das Maschinengehäuse 5 mit zunehmender Unwucht immer stärker,
dadurch bewegt sich die im Gehäuse 5 eingebaute Kameravorrichtung 6 auch immer stärker
relativ zu den Fixpunkten P
1 bis P
6 der Umgebung. Aus der Sicht der Kameravorrichtung 6 machen die Fixpunkte P
1 bis P
6 der Umgebung immer grössere periodische Verschiebung. Daraus kann die Maschine 1
den Unwuchtparameter U ermitteln, unter Berücksichtigung der Entfernung von Kamera
zu Fixpunkten P
1 bis P6.
[0098] Hierzu ermittelt man also vorher im Labor die Abhängigkeit der Verschiebung des oder
der Fixpunkte P
1 bis P
6 von der tatsächlichen Unwuchtgrösse mittels bekannter Unwuchten abhängig von bekannten
Drehzahlen. Diesen Zusammenhang stellt man der Auswerteeinheit 9 zur Verfügung, welche
dann in der Praxis die aktuelle Unwuchtgrösse aus der Verschiebung ableiten kann,
und zwar im ganzen relevanten Drehzahlbereich während des Schleudervorgangs.
[0099] Steht zufällig ein beweglicher Gegenstand (Wäschekorb, -wagen) vor der Maschine 1
und verdeckt alle Fixpunkte P
1 bis P
6, kann die Maschine 1 markante Muster des Gegenstands als provisorische Fixpunkte
verwenden. Dazu werden Bilder vor Beginn des Schleuderns und in ruhenden Zustand aufgenommen.
Wird der Gegenstand während des Schleuderns bewegt und Originalfixpunkte sichtbar,
können diese ab da als Fixpunkte P
1 bis P
6 verwendet werden. Verdeckt der Gegenstand nach einer Bewegung immer noch alle Fixpunkte
P
1 bis P
6, dient er mit seinen markanten Mustern weiter als Referenz.
[0100] Damit die einmalige Bewegung des Gegenstands (z.B. manuell verrückt) die Messung
nicht stört, wertet die Software vorzugweise nur periodische Bewegungen aus, welche
der Drehzahl entsprechen. Die Maschine 1 verwendet also markante Muster, die sich
periodisch um ihre jeweilige mittlere Position schwingen.
[0101] Mit Korrelationsanalysen kann der Unwuchtparameter U auch direkt gemessen werden
(bspw. mit oder ohne Messung der Verschiebung). Manche Maschinenteile werden durch
zunehmende Unwucht nicht nur stärker verschoben, sondern gleichzeitig auch stärker
verzerrt und verdreht. Der Bildausschnitt mit einem solchen Maschinenteil hat dann
eine immer geringere Ähnlichkeit mit seinem Ruhezustand-Bild im Referenzbild, je weiter
er sich von der Ruheposition entfernt und je stärker er verzerrt wird. Der Korrelationsparameter
K der zwei Teilbilder sinkt. Nähert sich der Maschinenteil aufgrund der periodischen
Bewegung wieder der Ruheposition, steigt der Korrelationsparameter K. So schwankt
der Korrelationsparameter K (steigt und sinkt) periodisch mit der Zeit, entsprechend
der periodischen Bewegung des Maschinenteils. Die Schwankungsbreite des Korrelationsparameter
K ist somit ein Mass für die Unwuchtgrösse. Ermittelt man vorher im Labor die Schwankungsbreite
des Korrelationsparameters K in Anhängigkeit von Unwucht mit bekannten Unwuchtgrössen,
so kann die Maschine 1 in der Praxis vom gemessenen Korrelationsparameter K auf die
aktuelle Unwuchtgrösse schliessen und entsprechend reagieren, z.B. bei zu grosser
Schwankungsbreite den Behandlungsvorgang (z.B. Schleudern) abbrechen, um ein Anschlagen
oder Wandern der Maschine zu vermeiden.
[0102] Aus dem schwankenden Verlauf des Korrelationsparameters K kann ebenfalls die aktuelle
Periode respektive Drehzahl gemessen werden. Zur Erhöhung der Messungssicherheit können
für mehrere solche beweglichen Maschinenteile die Ähnlichkeit mit ihrem jeweiligen
Ruhezustand-Bild betrachtet und analysiert werden. Als Resultat kann dann ein gewichteter
Mittelwert verwendet werden.
[0103] Je nach Behandlungsvorgang können dann Grenzwerte G
U dieses Unwuchtparameters U in Abhängigkeit von der Drehzahl vorgegeben sein. Im Waschvorgang
nach Fig. 1 treten in der Regel kleinere Drehzahlen auf als in einem Vorschleudergang
nach Fig. 2, wo sich das Prozessgut 7 bereits vollständig umfangseitig an einer Innenwand,
d.h. am Mantel, der Trommel 3 anlegt. Im Waschgang können daher u.U. andere G
U-Werte toleriert werden als in der Situation nach
Figur 2. Dieser Grenzwert G
U bzw. diese Grenzwertkurven von G
U in Abhängigkeit der Drehzahl können dann auf bestimmte Störungen, etwa Wandern, Hüpfen
oder starkes Vibrieren der Waschmaschine 1 abgestimmt sein. Insbesondere so, dass
unterhalb des jeweiligen Grenzwerts G
U die Störung nicht auftritt.
[0104] Figur 5 zeigt den Zusammenhang zwischen einer gemessenen gemittelten Verschiebung und der
Drehzahl. Die Kurven 21 bis 24 entsprechen Situationen, in welchen die Trommel 3 unterschiedlich
beladen ist, sodass für 21 eine kleine Unwucht, für Kurve 22 eine mittlere Unwucht,
für Kurve 23 eine grosse Unwucht und für Kurve 24 keine Unwucht vorliegt. Im Falle
der grossen Unwucht kommt es bei zunehmender Drehzahl im Bereich des Maximums der
Kurve zu einer Störung, nämlich zum Anschlagen.
[0105] Mit der Überwachung vom Unwuchtparameter und Überwachung der maximal zulässigen Verschiebung
sollte das Hüpfen (ruckartiges Verrücken der Maschine 1 bei typischen niedrigen Drehzahlen
zwischen 200 Umdrehungen pro Minute und 300 Umdrehungen pro Minute) nicht mehr auftreten.
Sollte es aber ausnahmeweise trotzdem passieren, etwa wenn die Stellfüsse sich gelockert
haben oder die Maschine 1 schlecht ausgerichtet ist, kann das Hüpfen mittels Kameravorrichtung
6 bspw. wie folgt erkannt werden: Mit Beginn des Schleudervorgangs werden ständig
die Fixpunkte P
1 bis P
6 in der Umgebung der Maschine 1 mit der Kameravorrichtung 1 beobachtet. Verschieben
oder verdrehen sich die Fixpunkte P
1 bis P
6, wird Maschinenverrücken erkannt und eine Gegenmassnahme kann eingeleitet werden.
[0106] Steht ein beweglicher Gegenstand (z.B. Wäschewagen) im Blickfeld der Kamera, wird
zuerst versucht, im nicht abgedeckten Restbild bekannte Fixpunktmuster P
1 bis P
6 zu finden (durch Vergleich mit gespeichertem Referenzbild) und diese während Behandlungsvorgangs,
bspw. des Schleuderns, zu beobachten. Somit wird ein Fehlalarm vermieden, wenn man
den beweglichen Gegenstand während des Schleuderns bewegt oder entfernt. Deckt der
bewegliche Gegenstand die ganze Umgebung ab, sodass kein Fixpunkt P
1 bis P
6 zu sehen ist, kann das Bild des Gegenstands betrachtet werden. Da das Hüpfen meistens
eine Verschiebung mit Drehung ist, wird sich der bewegliche Gegenstand beim Hüpfen
gegenüber der Maschine 1 verschieben und verdrehen. Diese Bewegung kann im Kamerabild
detektiert und als Hüpfen festgestellt werden. Um den Fall eines Falschalarms zu vermeiden,
in dem jemand den Gegenstand bewegt, kann als zusätzliches Kriterium die Bewegungsgeschwindigkeit
analysiert werden (in cm/s und in °/s). Denn sowohl das Hüpfen (bei niedrigen Drehzahlen)
als auch das Wandern (bei hohen Drehzahlen) erfolgt mit einer Geschwindigkeit, die
in einem typischen Bereich liegt (etwa 1 bis 4cm/s, 2 bis 5°/s) und dauert mindestens
ein paar Sekunden. Ein einmaliges Verschieben des Gegenstands von Hand geschieht schneller
und dauert nur kurz. So kann man ein manuelles Verschieben des Gegenstands von einem
wirklichen Hüpfen unterscheiden.
[0107] Eine weitere Möglichkeit, das Hüpfen der Maschine 1 zu erkennen, ist die Betrachtung
der Spiegelbilder im Türbereich. Die Waschmaschinentür hat spiegelnde Teile (Glas,
Chromstahlrahmen), worin sich feststehende Gegenstände wie die Decke des Raumes, Lampen
und Leuchten spiegeln. Die Maschine 1 kann aus diesen Spiegelbildern Referenzmuster
gewinnen und deren Position verfolgen. Ändern sich diese Muster (Position verschoben
oder sich allmählich ganz aus dem Spiegelungsbereich entfernt), wird Verrücken der
Maschine 1 erkannt. Da diese Gegenstände im oberen Teil des Raumes sich befinden,
werden sie sicher nicht alle von einem Wäschewagen vor der Maschine 1 verdeckt.
[0108] Aus der Unwuchtüberwachung per Kameravorrichtung 6 und dem dazugehörigen Grenzwert
G
U oder Grenzwertverlauf kann das Wandern der Waschmaschine 1 vermieden werden. Wandern
tritt in der Regel bei hohen Drehzahlen auf. Sollte die Maschine 1 trotz Unwuchtüberwachung,
wie hierin beschrieben, wandern, kann dies aus der mittels der Kameravorrichtung 6
beobachteten Verschiebung und Verdrehung der Fixpunkte P
1 bis P
6 der Umgebung erkannt werden und eine Gegenmassnahme eingeleitet werden, bspw. die
Drehzahl verringert werden, die Wäschestücke 7 neu verteilt, ein Warnsignal ausgegeben
werden oder der Behandlungsvorgang, insbesondere das Schleudern, abgebrochen werden.
[0109] Deckt ein beweglicher Gegenstand die Umgebung und damit den Fixpunkt P
1 bis P
6 oder das Fixpunktmuster P
1 bis P
6 vollständig oder teileweise ab, kann wieder das Restbild und/oder das Bild des Gegenstandes
als Fixpunkt betrachtet werden (s. oben). Ein Falschalarm durch ein manuelles Verschieben
des beweglichen Gegenstands kann dadurch vermieden werden, indem auf die Periodizität
der Bewegung der Fixpunkte P
1 bis P
6 relativ zur Kameravorrichtung 6 abgestellt wird. Wandern und Hüpfen geschieht ebenfalls
mit einer Geschwindigkeit, die in einem begrenzten Wertebereich liegt.
[0110] Im Allgemeinen und insbesondere hier bietet sich die Betrachtung der Spiegelbilder
im Türbereich als eine Alternative an, bei verdeckter Umgebung trotzdem das Wandern
zu erkennen.
[0111] Die Auswerteeinheit 9 oder die Steuervorrichtung 8 ist ausgebildet, den aktuell ermittelten
Unwuchtparameter U mit einem Grenzwert G
U zu vergleichen. Alternativ können auch eine oder mehrere externe Einheit zugeschaltet
sein. Wird der Grenzwert G
U überschritten, kann eine Gegenmassnahme, wie oben beschrieben, eingeleitet werden.
[0112] Es kann auch eine Trendanalyse der Entwicklung des aktuellen Unwuchtparameters vorgenommen
werden, um eine Störung vorherzusehen und die Gegenmassnahme früh einzuleiten.
[0113] Es können hierbei die periodischen Bewegungen der Messobjekte (Abschnitte der Trommel
3 oder Fixpunkte P
1 bis P
6) analysiert werden, wobei dann die Periodizität direkt auf die Ist-Drehzahl schliessen
lässt. So kann die Drehzahl direkt mit der Kameravorrichtung 6 gemessen werden und
für die Bestimmung des Unwuchtparameters U genutzt werden.
Figur 4 zeigt Messresultate, welche die mit der Kameravorrichtung 6 gemessene Ist-Drehzahl
mit der Soll-Drehzahl korrelieren. Die Kameravorrichtung 6 und die Steuervorrichtung
8 ermitteln aus der periodischen Bewegung der Maschinenteile bspw. die aktuelle Ist-Drehzahl,
und zwar mit ausreichender Genauigkeit (s. Fig. 4).
[0114] Die aktuelle Ist-Drehzahl kann bei Störungen von der Soll-Drehzahl abweichen. Stellt
die Maschine 1 eine grössere Abweichung fest, welche auf eine Störung hindeutet (Bremsung
der Trommel durch eingeklemmte Gegenstände, zu starker Schaumbildung usw.), kann sie
Gegenmassnahmen einleiten (z.B. Abbrechen und Benutzer auffordern, die Maschine 1
zu kontrollieren). Die Information der aktuellen Ist-Drehzahl kann also verwendet
werden, um den Waschprozess zu steuern.
[0115] Vorzugsweise können auch Bewegungsparameter B wie etwa die Verschiebung, Twistbewegung
oder Verzerrung direkt über Mustererkennung aus den Kameradaten ausgewertet und mit
vorgegebenen Grenzwerten G
B verglichen werden, ohne den Unwuchtparameter U zu ermitteln. Auch der Korrelationsparameter
K kann direkt mit einem vorgegebenen Grenzwert G
K verglichen werden, ohne den Unwuchtparameter U zu ermitteln. Diese Grenzwerte G
B und G
K können drehzahlabhängig oder drehzahlunabhängig und in Vorversuchen bestimmt und
der Maschine 1 zur Verfügung gestellt sein.
[0116] Vorzugsweise kann die Kameravorrichtung 6 direkt optisch die Wäschestücke 7 oder
Spiegelbilder davon, welche durch das Türglas oder andere spiegelnde Oberflächen entstehen,
aufnehmen. Daraus ergibt sich eine Reihe von Vorteilen.
[0117] Vorteilhafterweise wird mittels der Kameravorrichtung 6 und der Auswerteeinheit 9
die Beladungsmenge bzw. das Füllgewicht der Trommel 3 bestimmt und bei der Auswertung
berücksichtigt. Die Kameravorrichtung 6 erfasst die Wäschestücke 7 und deren Lage
in der Trommel 3. Das Wäschebild während und nach der Beladung und vor der Benetzung
gibt Information über die Beladungsmenge. Dieses Bild (oder der Bildausschnitt) kann
von der Software ausgewertet und die daraus resultierende Wäschemengen-Information
zur Steuerung des Behandlungsvorganges verwendet werden. Z.B. kann die Verschiebung
durch Unwucht unter Einbezug der Beladungsmengen-Information beurteilt werden.
[0118] Anhand der Kameradaten der Wäschestücke 7 in der Trommel 3 kann die Maschine 1 beurteilen,
ob die gewünschte Stärke der mechanischen Beanspruchung erzielt wird. Erfordert z.B.
ein Waschprogramm eine grosse Fallhöhe H der Wäschestücke 7 während des Waschens,
so kann die Fallhöhe H mittels der Kameravorrichtung 6 gemessen und ausgewertet und
durch modifizierte Steuerung über die Steuervorrichtung 8 ggf. die Fallhöhe über Drehzahlregulierung
angepasst werden. Im Fall einer zu kleinen aktuellen Fallhöhe H wird die Waschdrehzahl
erhöht, bei zu grosser Höhe H (s. Fig. 1) kann die Drehzahl verringert werden.
[0119] Die Verteilung der Wäschestücke 7 bzw. deren Anliegen an der Innenwand der Trommel
3 kann ausgewertet und allenfalls, bei ungünstiger Lage (z.B. Prozessgut einseitig
verteilt, was eine erhöhte Unwucht mit sich bringt), eine Neuverteilung der Wäschestücke
7 eingeleitet werden, bevor der Behandlungsvorgang weitergeführt wird. Zu Beginn eines
Schleuderns kann mit der Kameravorrichtung 6 bspw. geprüft werden, ob alle Wäschestücke
7 fest an Trommelwand anliegen. Tänzelt ein Wäscheballen oder ein Zipfel eines Wäschestücks
noch frei im inneren Bereich der Trommel 3, kann die Maschine 1 den Anlegevorgang
eine Weile fortführen und das Anlegen begünstigen, z.B. durch graduelle Erhöhung der
Drehzahl. Sind alle Wäschestücke 7 fest angelegt, kann die Maschine 1 die Anlegephase
beenden (auch vorzeitig) und zum nächsten Schritt übergehen und so den Schleuderprozess
situationsgerecht steuern (s. Fig.2).
[0120] Die Kameravorrichtung 6 kann auch dazu verwendet werden, um sicherzustellen, dass
sich die Wäschestücke 7 lösen oder aufgelockert werden. Bspw. resultiert nach dem
Endschleudern (Programmende) in der Regel ein Wäschekuchen, der an der Trommelwand
klebt, und welcher gelöst und aufgelockert werden soll, indem die Trommel eine Zeitlang
gedreht wird. Mit der Kameravorrichtung 6 kann der Löse- und Lockerungsvorgang verfolgt
und gesteuert werden. Beginnt z.B. der Wäschekuchen sich an einer Stelle zu lösen,
kann dies mittels Kameravorrichtung und Software erkannt und die Trommeldrehung so
gestoppt werden, dass die angelöste Stelle im Stillstand (Reversierpause) sich oben
befindet und so das weitere Lösen durch maximale Nutzung der Schwerkraft begünstigt
wird (siehe Fig. 3). Ist der Wäschekuchen vollständig gelöst, kann die Waschmaschine
3 eine andere Drehmechanik anwenden, die geeignet ist, um Wäschestücke 7 weiter aufzulockern,
bestehende Knitter zu glätten und neue Liegeknitter (die sogenannten Liegefalten)
zu vermeiden.
[0121] Die Kameravorrichtung 6 kann auch dazu verwendet werden, um Störungen oder Defekt
wie das Einklemmen von Gegenständen (Wäsche, Münzen, Utensilien usw.) festzustellen.
Dazu erzeugt man z.B. künstlich eine Reihe von verschiedenen Einklemmsituationen (Einklemmen
von Wäsche und Utensilien zwischen Trommelrand und Türbalg, im Türbalg, zwischen Trommel
und Türglas usw.) und lässt diese von der Kameravorrichtung 6 aufnehmen und von der
Auswerteeinheit 9 bzw. Steuerung 8 verarbeiten. Die Software in der Auswerteeinheit
9 und Steuerung 8 besitzen die nötige künstliche Intelligenz, um aus den ihr gefütterten
Einklemmbildern die typischen Merkmale eines Einklemmens zu ermitteln und zu speichern,
um in einem reellen Waschbetrieb ein allfälliges Einklemmen mit hoher Trefferwahrscheinlichkeit
zu erkennen und dann Gegenmassnahme wie Abbrechen und Neuverteilung einzuleiten. Auf
diese Weise können Wäsche- und Maschinenschäden vermieden werden.
[0122] Überdies kann mittels der Kameravorrichtung eine mechanische Beanspruchung des Prozessguts
7, insbesondere dessen Fallhöhe H oder dessen Anliegen an der Trommel 3 oder dessen
Lösen oder Auflockern, während des Behandlungsvorgangs mittels der Kameravorrichtung
6 erfasst, mittels der Auswerteeinheit 9 analysiert und nach der Massgabe der Kameradaten
der Kameravorrichtung 6 mit der Steuerung 8 vorbestimmt gesteuert werden. Man kann
also die mechanische Beanspruchung optimieren, bspw. auf das Prozessgut abstimmen
und verschiedene Programme in der Steuerung einspeichern, welche der Benutzer wählen
kann.
BEZUGSZEICHENLISTE
| 1 |
Vorrichtung, Waschmaschine |
|
gegen die Drehzahl bei befüllter Trommel mit mittlerer Unwucht |
| 2 |
Laugenbehälter bzw. - Laugenpaket |
| 3 |
Trommel |
23 |
Kurve der Verschiebung gegen die Drehzahl bei befüllter Trommel mit grosser Unwucht |
| 4 |
Mitnehmer |
| 5 |
Gehäuse |
| 6 |
Kameravorrichtung |
| 7 |
Prozessgut, Wäsche |
24 |
Kurve der Verschiebung gegen die Drehzahl bei befüllter Trommel ohne Unwucht |
| 8 |
Steuervorrichtung |
| 9 |
Auswerteeinheit |
| 10 |
Dosiersystem |
| 11 |
Abflusssystem |
|
|
| 12 |
Türbalg |
B |
Bewegungsparameter |
| 20 |
Kurve der mit der Kameravorrichtung gemessenen Drehzahl gegen die eingestellte Soll-Drehzahl |
K |
Korrelationsparameter |
| U |
Unwuchtparameter |
| GB |
Grenzwert von B |
| GK |
Grenzwert von K |
| 21 |
Kurve der Verschiebung gegen die Drehzahl bei befüllter Trommel mit kleiner Unwucht |
GU |
Grenzwert von U |
| H |
Fallhöhe von 7 |
| P1 bis P6 |
Fixpunkt in einer Umgebung von 1 |
| 22 |
Kurve der Verschiebung |
1. Verfahren zum Betrieb einer Vorrichtung (1) zur Behandlung von Prozessgut (7) mit
einer rotierbaren Trommel (3) für das Prozessgut (7), insbesondere zum Betrieb einer
Waschmaschine,
wobei die Vorrichtung (1) eine Steuervorrichtung (8) zur Durchführung eines Behandlungsvorganges,
mindestens eine Kameravorrichtung (6) zur Erfassung von Kameradaten, und eine Auswerteeinheit
(9) zur Auswertung der Kameradaten umfasst,
wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst:
a) Erfassen der Kameradaten mit der mindestens einen Kameravorrichtung (6), derart,
dass die Kameradaten mindestens einen sich aufgrund der Rotation der mit dem Prozessgut
(7) befüllten Trommel (3) bewegenden Teil der Vorrichtung (1) und/oder mindestens
einen Fixpunkt (P1-P6) einer Umgebung der Vorrichtung (1) umfassen;
b) Bestimmung einer Verschiebung des sich bewegenden Teils der Vorrichtung (1) und/oder
eines Unwuchtparameters (U) der mit dem Prozessgut (7) befüllten rotierenden Trommel
(3) aus den Kameradaten mittels der Auswerteeinheit (9); und
c) Verwenden der bestimmten Verschiebung und/oder des bestimmten Unwuchtparameters
(U) zur Steuerung der Vorrichtung (1) mittels der Steuervorrichtung (8) zwecks Behandlung
des Prozessguts (7).
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der besagte mindestens eine bewegende Teil der Vorrichtung
(1) zumindest ein Abschnitt der mit dem Prozessgut (7) befüllten und rotierenden Trommel
(3), mindestens ein Abschnitt eines Türbalgs (12) oder mindestens ein Abschnitt eines
Gehäuses (5) der Vorrichtung (1) ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Kameradaten eine Vielzahl von Abschnitten
des besagten mindestens einen bewegenden Teils der Vorrichtung (1) und/oder eine Vielzahl
von Fixpunkten (P1-P6) umfassen, wobei die Verschiebung oder der Unwuchtparameter (U) durch Mittelwertbildung
aus dem mindestens einen Teil der jeweiligen Bewegung der/des bewegenden Teile/Teils
der Vorrichtung (1), insbesondere des Türbalgs (12) bzw. der Vielzahl von Fixpunkten
(P1-P6) bestimmt wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Kameradaten mindestens
ein Standbild des mindestens eines Abschnitts des besagten mindestens einen bewegenden
Teils der Vorrichtung (1) bzw. des Fixpunktes (P1-P6) bei ruhender Trommel (3) umfassen, wobei dieses Standbild vorzugsweise durch Mittelung
von mehreren Standbildaufnahmen bestimmt wird, wobei die Auswerteeinheit (9) die Verschiebung
oder den Unwuchtparameter (U) relativ zum Standbild bestimmt.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Auswerteeinheit (9) die
Verschiebung bzw. den Unwuchtparameter (U) mittels Mustererkennung aus den Kameradaten
bestimmt.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche und nach Anspruch 4, wobei mittels
der Auswerteeinheit (9) ein Bewegungsparameter (B) des mindestens einen Abschnitts
des besagten mindestens einen bewegenden Teils der Vorrichtung (1) und/oder mindestens
eines Fixpunktes (P
1-P
6) relativ zum entsprechenden Standbild bestimmt und zur Steuerung der Vorrichtung
(1) mittels der Steuervorrichtung (8) zur Behandlung des Prozessguts (7) verwendet
wird, wobei der Bewegungsparameter (B) ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus
i) Verschiebung des besagten mindestens einen bewegenden Teils der Vorrichtung (1)
oder des mindestens einen Fixpunktes (P1-P6);
ii) Twistbewegung des besagten mindestens einen bewegenden Teils der Vorrichtung (1);
und
iii) Verzerrung des besagten mindestens einen bewegenden Teils der Vorrichtung (1).
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 4 bis 6, wobei ein zeitlicher Verlauf
eines Korrelationsparameters (K) einer Korrelation der bei rotierender Trommel (3)
erfassten Kameradaten des besagten mindestens einen bewegenden Teils der Vorrichtung
(1) relativ zum entsprechenden Standbild bestimmt wird und daraus der Unwuchtparameter
(U) bestimmt und zur Steuerung der Vorrichtung (1) mittels der Steuervorrichtung (8)
zur Behandlung des Prozessguts (7) verwendet wird.
8. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 6 oder 7, wobei der Unwuchtparameter
(U) aus dem Bewegungsparamater (B) und/oder dem Korrelationsparameter (K) durch Vergleich
mit vorbestimmten Standardwerten bestimmt wird, wobei dieser Vergleich vorzugweise
in Abhängigkeit der Drehzahl vorgenommen wird.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Vorrichtung (1) mittels
der Steuervorrichtung (8) zur Behandlung des Prozessguts (7) so gesteuert wird,
dass ein bestimmter Unwuchtparameter (U) mit einem vorbestimmten Unwuchtgrenzwert
(GU) verglichen wird, wobei dieser Vergleich vorzugweise in Abhängigkeit der Drehzahl
der Trommel (3) gemacht wird, und
dass, wenn der bestimmte Unwuchtparameter (U) den mindestens einen vorbestimmten Unwuchtgrenzwert
(GU) überschreitet, mindestens eine Gegenmassnahme eingeleitet wird, wobei die Gegenmassnahme
vorzugweise ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus:
i) Begrenzung der Drehzahl der Trommel (3);
ii) Neuverteilung des Prozessguts (7) in der Trommel (3) und vorzugsweise Fortsetzung
des Behandlungsvorganges;
iii) Abbruch des Behandlungsvorganges; und
iv) Ausgabe einer Warnung für den Benutzer.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche und nach Anspruch 6 oder 7, wobei
die Vorrichtung (1) mittels der Steuervorrichtung (8) zur Behandlung des Prozessguts
(7) weiter so gesteuert wird,
dass der bestimmte Bewegungsparameter (B) bzw. der bestimmte Korrelationsparameter
(K) mit mindestens einem vorbestimmten Grenzwert (G) verglichen wird, und
dass, wenn der Grenzwert (G) überschritten ist, mindestens eine Gegenmassnahme eingeleitet
wird, wobei die Gegenmassnahme vorzugweise ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend
aus:
i) Begrenzung der Drehzahl der Trommel (3);
ii) Neuverteilung des Prozessguts (7) in der Trommel (3) und vorzugsweise Fortsetzung
des Behandlungsvorganges;
iii) Abbruch des Behandlungsvorganges; und
iv) Ausgabe einer Warnung an einen Benutzer.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 10, wobei der vorbestimmte Unwuchtgrenzwert
(G
U) bzw. der vorbestimmte Grenzwert (G) derart vorbestimmt ist, dass unterhalb des Unwuchtgrenzwerts
(G
U) bzw. des vorbestimmten Grenzwerts (G) mindestens eine Störung der Gruppe von Störungen
bestehend aus:
i) Wandern, insbesondere bei 1 cm/s bis 4 cm/s und/oder 2 °/s bis 5 °/s;
ii) Hüpfen, insbesondere bei Drehzahlen der Trommel (3) zwischen 200 Umdrehungen pro
Minute bis 300 Umdrehungen pro Minute; und
iii) Anschlagen der Trommel (3) oder eines Laugenpakets an anderen Maschinenteilen;
vermieden ist.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, weiter umfassend den Schritt der
Verwendung eines vorbestimmten ersten Fixpunktes (P1;P2;P3) in der Umgebung der Vorrichtung (1) oder eines ersten Fixpunktmusters (P1-P3) in der Umgebung der Vorrichtung (1), und Detektion einer Bewegung der Vorrichtung
(1) relativ zum ersten Fixpunkt (P1;P2;P3) bzw. zu mindestens einem Fixpunkt (P1;P2;P3) des Fixpunktmusters (P1-P3), wobei der Unwuchtparameter (U) aus der Bewegung der Vorrichtung (1) relativ zum
ersten Fixpunkt (P1;P2;P3) bzw. zu mindestens einem Fixpunkt (P1;P2;P3) des Fixpunktmusters (P1-P3) ermittelt wird.
13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Vorrichtung (1) eine Waschmaschine
ist und der Behandlungsvorgang Teil eines Waschvorgangs von Textilien als Prozessgut
(7) ist, und wobei der Behandlungsvorgang:
ein Schleudervorgang bei Drehzahlen der Trommel (3) von vorzugsweise 400 Umdrehungen
pro Minute bis 1800 Umdrehungen pro Minute ist; oder
ein Vorgang des Anschlenderns bei Drehzahlen der Trommel (3) von vorzugsweise von
0 bis zu 400 Umdrehungen pro Minute ist; oder
eine Vorbereitung für das Schleudern ist; oder
eine Nachbehandlung nach dem Schleudern ist; oder
ein Waschen ist.
14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei eine effektive Drehzahl der
Trommel (3) mittels der Auswerteeinheit (9) aus periodischen Schwankungen in den Kameradaten
bestimmt wird.
15. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Auswerteeinheit (9) die
Kameradaten auf mindestens einen weiteren Defekt analysiert, wobei der Defekt vorzugweise
ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus:
i) Undichtigkeit;
ii) Einklemmen von Prozessgut (7) in beweglichen Maschinenteilen; und
im Fall eines Defekts über die Steuervorrichtung (8) mindestens eine vorbestimmte
Gegenmassnahme eingeleitet wird, wobei die Gegenmassnahme vorzugweise ausgewählt ist
aus der Gruppe bestehend aus:
i) Begrenzung der Drehzahl der Trommel (3);
ii) Neuverteilung des Prozessguts (7) in der Trommel (3) und vorzugsweise Fortsetzung
des Behandlungsvorganges;
iii) Abbruch des Behandlungsvorganges; und
iv) Ausgabe einer Warnung an einen Benutzer.
16. Vorrichtung (1) zur Behandlung von Prozessgut (7), insbesondere eine Waschmaschine,
welche zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche eingerichtet
ist, wobei, wenn die Vorrichtung als Waschmaschine ausgebildet ist, die Waschmaschine
einen Türbalg (12) aufweist, wobei die Kameravorrichtung (6) im Türbalg (12), vorzugsweise
in einem oberen Bereich des Türbalgs (12), oder in einem Türrahmen, vorzugsweise in
einem oberen Bereich des Türrahmens, angeordnet ist.