[0001] Die Erfindung betrifft ein Paneel und eine mechanische Paneelverbindung.
[0002] Paneele sind oft als dekorative Elemente wie Wand-, Decken- und Bodenbeläge ausgeführt.
Solche Beläge sind zum Beispiel Fertigparkett, Laminatfußböden, elastische Beläge
aus Kunststoffen (z.B. LVT, PUR, WPC, PET, PVC), mineralbasierte Beläge in quadratischer,
rechteckiger oder 6-eckiger Form. In der Regel besitzen solche Elemente auf einer
Längsseite und auf einer Querseite durchgehende Nuten und auf den jeweils gegenüberliegenden
Seiten durchgehende Federn. Die einzelnen Elemente, auch als Paneele bezeichnet, werden
durch Nut und Feder miteinander verbunden.
[0003] Bekannt sind mechanische Verriegelungsmittel zur leimlosen Verlegung von Elementen
bzw. Paneelen mit Einrastprofilen zu einer Fläche. In der Regel werden Längs- und
Querseite ineinander geschwenkt oder längsseitig geschwenkt und querseitig horizontal
verschoben, damit eine Verriegelung der Elemente bzw. Paneele stattfinden kann.
[0004] In den vergangenen Jahren sind mehrere neue Systeme für die Querverbindung auf den
Markt gekommen, welche als Side-Push- oder Fold-Down-Systeme bezeichnet werden. Beim
Side-Push-System wird erst beim Verlegen der nächsten Reihe die Verriegelung aktiviert.
Durch eine Schiebefeder über eine oder mehrere Schrägen wird die Verriegelungsfeder
in die benachbarte Nut verschoben, so dass damit die vertikale Verriegelung, also
Verriegelung senkrecht zur Verlegeebene, aktiviert wird. Das Verriegelungselement
ist in dem abgelegten Teil vormontiert. Bei einem Fold-Down-System ragt ein Teil der
Verriegelungsfeder über der Gut-Kante vor. Das Verriegelungselement kann sowohl im
bereits abgelegten Teil als auch in dem abzulegenden Teil vormontiert sein. Beim Ablegen
eines zweiten Teils wird das frei vorstehende Verriegelungselement gegen eine Federkraft
zurückgedrückt und gehalten, bis das Verriegelungselement beim Erreichen der Endposition
zurückfedert und in die benachbarte Nut des zweiten Teils einrastet und damit die
vertikale Verriegelung aktiviert. Ein solches elastisches Verriegelungselement, welches
teilweise aus einer Haltenut vor der Gut-Kante vorsteht, wird beim Ablegen eines Teils
zuerst zurückgedrückt und federt nach Erreichen der Endposition wieder in ihre Ausgangsposition
zurück und aktiviert dadurch eine vertikale Verriegelung.
[0005] Unter Gut-Kante wird der Bereich eines Paneels bezeichnet, der mit der entsprechenden
Gut-Kante eines mit dem Paneel zu verbindenden weiteren Paneels auf der sichtbaren
Seite, also der Oberseite der Paneele, zusammenstößt. Die Gut-Kante ist also eine
Bezeichnung für eine für den Betrachter sichtbare Kante des Paneels nach Verlegung
der Paneele. Diese befindet sich in der Regel auf der Oberseite der Paneele, welche
auch die dekorative Fläche darstellt.
[0006] Die bekannten Verriegelungssysteme sind eigenständige Profile und teilweise sehr
aufwändig sowohl in der Herstellung als auch bei der Verlegung. Viele der bekannten
Systeme benötigen in zumindest eine horizontale Richtung, welche auch als Verlegerichtung
bezeichnet werden kann, über den Rand des anderen damit zu verbindenden Paneels hinaus
einen gewissen Platz, um in das zu verbindende andere Paneel eingeschoben oder eingeklickt
werden zu können. Danach werden sie in ihre Endposition verschoben. Horizontale Richtung
bedeutet also parallel zur Ebene, in der die Paneele verlegt werden.
[0007] Auch sind Verlegemuster nur eingeschränkt realisierbar, da das Einklicken der Paneele
durch die Anordnung des entsprechenden Verriegelungselements an einer der Seiten des
Paneels vorgegeben ist.
[0008] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine mechanische Verbindung
für elastische oder plattenförmige Paneele, welche als dekorative Elemente ausgebildet
sein können, aufzuzeigen. Insbesondere sind diese Paneele zu einem Boden-, Wand- oder
Decken Belag miteinander verbindbar.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0010] Vorgeschlagen wird ein Paneel mit zumindest vier Seiten, wobei zumindest eine erste
Seite parallel zu einer dritten Seite angeordnet ist, und eine in einem vorgegebenen
Winkel zu der dritten Seite angeordnete zweite Seite parallel zu einer vierten Seite
angeordnet ist, wobei die ersten bis vierten Seiten Randbereiche des Paneels sind,
und wobei die erste und die zweite Seite ein Nutprofil aufweisen, und die dritte Seite
ein zu dem Nutprofil korrespondierendes Federprofil aufweist. Erfindungsgemäß weist
die vierte Seite ein Federprofil mit einer nach unten hin geöffneten Aufnahme auf,
umfassend einen ersten Bereich und einen zweiten Bereich, sowie ein in dem zweiten
Bereich angeordnetes und mit seinem Kopfteil mit dem zweiten Bereich in Eingriff gebrachtes
Einwinkelfederelement, wobei ein erster Abschnitt des Einwinkelfederelements derart
geformt ist, dass es in den ersten Bereich verlagerbar ist und nach Montage damit
eine erste Vertikalverriegelung in einem vorgegebenen ersten Winkel eingeht. Ferner
ist ein zweiter Abschnitt des Einwinkelfederelements derart geformt, dass das Einwinkelfederelement
nach Montage mit einer Anschlagkante eines horizontalen Verriegelungsvorsprungs der
ersten oder zweiten Seite des mit dem Paneel zu verbindenden weiteren gleichartigen
Paneels eine Horizontalverriegelung eingeht. In einer weiteren Ausführung ist ein
Abrollbereich des zweiten Bereichs derart gebildet, dass er nach Verbinden mit der
ersten oder zweiten Seite des weiteren gleichartigen Paneels mit dem Einwinkelfederelement
eine Vertikalverriegelung eingeht.
[0011] Als Vertikalverriegelung und Horizontalverriegelung ist die Richtung der Verriegelung
mehrerer miteinander verbundener Paneele zueinander zu verstehen. Die Paneele werden
am Boden oder an der Decke in horizontaler Richtung verlegt, also parallel zum Boden
bzw. zur Decke. Die Paneele werden an der Wand in horizontaler Richtung verlegt, also
parallel zur Wand. Eine vertikale Verriegelung ist eine Verriegelung, die ein vertikales
Bewegen der verbundenen Paneele zueinander verhindert. Eine horizontale Verriegelung
ist eine Verriegelung, die eine horizontale Bewegung der Paneele zueinander verhindert,
d.h. z.B. ein Auseinanderrutschen der miteinander verbundenen Paneele. Das Einwinkelfederelement
ist an einer Seite eines Paneels als Federprofil gebildet und passt in das Nutprofil,
ist also korrespondierend zu dem Nutprofil gebildet, das an den beiden Nut-Seiten
des Paneels gebildet ist. Die Nutseiten weisen dasselbe Nutprofil auf. Insofern ist
im Vergleich zu bekannten Paneelverbindungen eine deutlich flexiblere Verlegung möglich.
Es kann also das Nutprofil längs mit dem Federprofil längs und quer oder das Federprofil
kann längs mit dem Nutprofil quer und längs problemlos verlegt werden.
[0012] In einer weiteren Ausführung ist das Einwinkelfederelement im Wesentlichen starr.
Durch die unten beschriebene starre Ausführung des Einwinkelfederelements kann es
Kräfte aufnehmen und so zu Verriegelung beitragen und diese sogar noch verbessern.
[0013] In einer weiteren Ausführung ist der Kopfteil des Einwinkelfederelements und/oder
der zweite Bereich der Aufnahme zumindest abschnittsweise kreisförmig oder annähernd
kreisförmig ist und/oder Kreissegmente, Mehr- bzw. Vielecke, Kurvenabschnitte und/oder
Kreisbogenabschnitte umfasst. Durch die entsprechende Form kann ein im Wesentlichen
widerstandloses Einklicken bzw. Einwinkeln und auch wieder Lösen des Einwinkelfederelements
erfolgen, ohne dabei das Einwinkelfederelement oder das Federprofil zu beschädigen
oder zu zerstören.
[0014] In einer weiteren Ausführung weist das Einwinkelfederelement zusätzlich eine Nase
an seinem dem Kopfteil abgewandten Ende auf und die vierte Seite weist eine Nasennut
zwischen der Oberseite des Paneels und einer Sperrausnehmung auf, wobei die Nasennut
derart gebildet ist, dass die Nase bei Montage zweier gleichartiger Paneele damit
in Eingriff bringbar ist und nach Einwinkeln eine Vertikalverriegelung in einem vorgegebenen
zweiten Winkel eingeht. Durch die Nase in der Nähe der Gutkante wird eine noch festere
Verbindung zweier Paneele geschaffen.
[0015] In einer Ausführung liegt der erste und/oder der zweite Winkel jeweils zwischen 0°
und 90° bzw. ist bevorzugt 10°.
[0016] In einer weiteren Ausführung weist das Nutprofil der ersten und/oder der zweiten
Seite eines ersten Paneels ein erstes Doppel-Nut-Feder-Profil auf, das eine Verriegelungsfeder
aufweist, die mit einer in einem zweiten korrespondierenden Doppel-Nut-Feder-Profil
der dritten Seite oder einem zweiten korrespondierenden Doppel-Nut-Feder-Profil der
vierten Seite angeordneten Sperrausnehmung eines mit dem ersten Paneel (100) zu verbindenden
zweiten gleichartigen Paneels (100) nach Verbindung der Paneele in Kontakt ist. In
einer weiteren Ausführung weist jede Verriegelungsfeder eine nach oben zugewandte
Federoberseite auf, auf der die Ablagefläche der Sperrausnehmung nach der Montage
abgelegt ist. Durch die Verriegelungsfederoberseite, auf der die Seite mit dem Federprofil
nach der Montage aufliegt, wird eine bessere Höhenpassung erreicht.
[0017] Ferner wird eine mechanische Paneelverbindung vorgeschlagen, umfassend zumindest
zwei miteinander zu verbindende vorher beschriebene Paneele, wobei die erste oder
die zweite Seite eines ersten Paneels mit der vierten Seite eines zweiten Paneels
durch eine im Wesentlichen vertikale Fügebewegung horizontal und vertikal miteinander
verriegelbar ist, wobei ein erster Abschnitt des Einwinkelfederelements der vierten
Seite des zweiten Paneels derart geformt ist, dass es bei Montage in den ersten Bereich
verlagerbar ist und damit eine Vertikalverriegelung eingeht. Ferner ist ein zweiter
Abschnitt des Einwinkelfederelements derart geformt, dass er bei Montage mit einer
Anschlagkante des horizontalen Verriegelungsvorsprungs der ersten oder zweiten Seite
des ersten Paneels in Kontakt gerät und eine Horizontalverriegelung eingeht.
[0018] In einer weiteren Ausführung weist das Einwinkelfederelement zusätzlich eine Nase
an seinem dem Kopfteil abgewandten Ende auf und die vierte Seite weist eine Nasennut
zwischen der Oberseite des Paneels und einer Sperrausnehmung auf, wobei die Nasennut
derart gebildet ist, dass die Nase der ersten Seite des ersten Paneels mit der vierten
Seite des zweiten Paneels damit nach Montage in Eingriff steht und eine zweite Vertikalverriegelung
in einem vorgegebenen zweiten Winkel eingeht.
[0019] ist ein Endbereich des Einwinkelfederelements nach Verbindung einer ersten oder zweiten
Seite des ersten Paneels mit der vierten Seite des zweiten Paneels in einer Sperrnut
der ersten oder zweiten Seite des ersten Paneels zwischen einer Verriegelungsfederunterseite
und einem Abschnitt des horizontalen Verriegelungsvorsprungs eingedrückt. Somit entsteht
eine feste Verbindung zweier Paneele.
[0020] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung, die erfindungsgemäße
Einzelheiten zeigt, und aus den Ansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln
für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination bei einer Variante der Erfindung
verwirklicht sein. Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend anhand
der beigefügten Zeichnung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf die Ober- bzw. Sichtseite O eines rechteckigen Paneels.
Fig.en 2a und 2b zeigen einen Schnitt durch eine Längsseite 1-3 für zwei zu verbindende Paneele.
Fig. 2c zeigt einen Vertikalschnitt durch eine Längsseite 1-3 von zwei verbundenen Paneelen.
Fig.en 3a und 3b zeigen einen Vertikalschnitt durch eine Querseite 1-4 für zwei zu verbindende Paneele
gemäß einer Ausführung der vorliegenden Erfindung.
Fig. 3c zeigt einen Vertikalschnitt durch eine Querseite 1-4 von zwei verbundenen Paneelen
gemäß einer Ausführung der vorliegenden Erfindung.
Fig.en 4a und 4b zeigen einen Vertikalschnitt durch eine Querseite 1-4 für zwei zu verbindende Paneele
gemäß einer weiteren Ausführung der vorliegenden Erfindung.
Fig. 4c zeigt einen Vertikalschnitt durch eine Querseite 1-4 von zwei verbundenen Paneelen
gemäß einer weiteren Ausführung der vorliegenden Erfindung.
Fig.en 5a und 5b zeigen einen Vertikalschnitt durch eine Querseite 1-4 für zwei zu verbindende Paneele
gemäß einer weiteren Ausführung der vorliegenden Erfindung.
Fig.en 6 und 7 zeigen einen Vertikalschnitt eines Ablaufs des Verbindens bzw. Lösens der Verbindung
von zwei zu verbindenden Paneelen gemäß einer Ausführung der vorliegenden Erfindung.
Fig.en 8a, 9a, 10a, 11a, 12a, 13a zeigen jeweils Vertikalschnitt durch eine Längsseite 1-3 von zwei verbundenen Paneelen
mit unterschiedlichen Nut- und Federprofilen.
Fig.en 8b, 9b, 10b, 11b, 12b, 13b zeigen jeweils einen Vertikalschnitt durch eine Querseite 1-4 von zwei verbundenen
Paneelen mit unterschiedlichen Nut- und Federprofilen gemäß einer weiteren Ausführung
der vorliegenden Erfindung.
[0021] In den nachfolgenden Figurenbeschreibungen sind gleiche Elemente bzw. Funktionen
mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0022] Erfindungsgemäß werden die oben genannten Probleme durch eine Verriegelungsfeder
zum Einwinkeln bzw. ein Einwinkelfederelement 10, auch als angling tongue bezeichnet,
gelöst, wodurch ein variables Verlegen mit geringen Änderungen lediglich eines der
Profile des Paneels erreicht wird.
[0023] In Figur 1 ist eine Draufsicht auf eine Oberseite bzw. eine Sichtseite O eines rechteckig
ausgebildeten Paneels 100 mit zwei Längsseiten, der ersten Seite 1 und der dritten
Seite 3, und zwei Querseiten, der zweiten Seite 1 und der vierten Seite 4, gezeigt.
Zwei zueinander benachbarte Seiten, d.h. eine Längs- und eine Querseite, weisen hierbei
ein Nutprofil auf. In den nachfolgenden Figuren sind jeweils Vertikalschnitte entweder
durch die Längsseite 1-3 oder durch die Querseite 1-4 gezeigt. Bei einem quadratisch
ausgebildeten Paneel gilt die nachfolgende Beschreibung ebenfalls, auch wenn in diesem
Sonderfall eines Rechtecks alle Seiten gleich lang sind.
[0024] Grundsätzlich können zwei gleichartig gebildete Paneele 100 zu einem Belag miteinander
verbunden werden. Der Belag kann ein Wand-, Decken- und Bodenbelag sein. Die Paneele
100 werden parallel zu einer in den Figuren mit VE bezeichneten Verlegerichtung verlegt.
Dabei verlaufen die Oberseite O, d.h. die Sichtseite bzw. Dekorseite, jedes der Paneele,
und die Unterseite U jedes der Paneele 100 im Wesentlichen parallel zueinander. Die
Unterseite U weist vorzugsweise in Richtung des Untergrunds U, ist also nach dem Verlegen
nicht mehr sichtbar.
[0025] Figuren 2a bis 2c zeigen einen Vertikalschnitt durch die Längsseite 1-3 eines Paneels
100. Diese Längsseite kann eine Standard-Längsseite mit bekanntem Nut-Federprofil
sein, wie sie bei vielen Herstellern üblich ist.
[0026] In
Figur 2a ist das Nutprofil der ersten Seite der Längsseite 1 bzw. der zweiten Seite der Querseite
1 im Schnitt zu sehen. Die erste Seite bzw. Längsseite 1 weist dasselbe Nutprofil
auf wie die zweite Seite bzw. Querseite 1, z.B. ein von vielen Herstellern verwendetes
Nutprofil. An diesem Profil wird erfindungsgemäß nichts verändert. Im Gegenteil, vorhandene
Nutprofile 1 können ohne Änderungen beibehalten werden. Bei bisher bekannten Verriegelungskonzepten
ist es bisher ansonsten immer nötig gewesen, auch das Nutprofil anzupassen, damit
das Einwinkelfederelement, wie später genauer erläutert, einen entsprechenden verriegelnden
Eingriff erreichen kann.
[0027] In
Figur 2b ist das Federprofil der dritten Seite 3 des Paneels 100 gezeigt, also der Seite,
die keine Nut aufweist, sondern ein zu dem Nutprofil der ersten Seite 1 in Eingriff
bringbares Federprofil. Diese erste Seite 1 ist bei einem rechteckigen Paneel 100
bevorzugt die längere Seite. Das heißt, dass jedes Paneel 100 mit einem anderen gleich
aufgebauten Paneel 100 eine Nut-Feder-Verbindung zwischen den Seiten 1 und 3 eingehen
kann, d.h. dass eine Horizontalverriegelung durch die Klicknase am Nutprofil erfolgt,
wie in
Figur 2c im Vertikalschnitt gezeigt.
[0028] Wie in Figuren 2a bis 2c beispielhaft gezeigt und für alle nachfolgenden Figuren
ebenfalls geltend, weisen die Nutprofile der ersten Seite bzw. der Längsseite 1 bzw.
die gleichartig gebildeten Nutprofile der zweiten Seite bzw. der Querseite 1 jeweils
eine Gutkante 101 auf, die mit einer entsprechenden auf der Längsseite 3 und der Querseite
4, also dem jeweiligen Federprofil, vorhandenen Gutkante 101 nach dem Verlegen aneinanderstoßen,
so dass die Oberseite O, also die Sichtseite oder Dekorseite, eine möglichst geschlossene
Ebene darstellt.
[0029] Das Nutprofil 1 weist unterhalb der Gutkante in einigen Ausführungen eine Verriegelungsfeder
104 mit einer Federoberseite 103 und einer Verriegelungsfederunterseite 104a auf,
mit der eine Auflagefläche 103a einer Führungsnut 107 im Standard-Federprofil 3 in
Eingriff bringbar ist.
[0030] Ferner weist das Nutprofil 1 eine Sperrnut 105 auf, mit der eine Federzunge 106 des
Standard-Federprofils 3 in Eingriff bringbar ist.
[0031] Das Nutprofil 1 weist ferner einen über die Gutkante 101 hinausragenden horizontalen
Verriegelungsvorsprung 102 mit einer Anschlagkante zur Horizontalverriegelung 102a
auf, die mit einem Verriegelungskanal 108 des Standard-Federprofils 3 in Eingriff
bringbar ist. Die Verriegelung erfolgt über das Verrasten bzw. Einklicken des Verriegelungsvorsprungs
102 in den Verriegelungskanal 108, indem die Anschlagkante zur Horizontalverriegelung
102a der Nutseite eines Paneels 100 mit einer entsprechenden Fläche des Verriegelungskanals
108, d.h. dem Übergang zwischen Federzunge 106 und Verriegelungskanal 108, der Federseite
des damit zu verbindenden Paneels 100 beim Absenken in Kontakt gebracht wird.
[0032] Figuren 3a bis 3c und 4a bis 4c zeigen Vertikalschnitte durch die Querseite 1-4 eines Paneels 100, wobei Figuren
3a bis 3c ein zu dem in Figuren 4a bis 4c leicht unterschiedliches Profil in Teilen
des Verriegelungsprofils zeigen, wie nachfolgend beschrieben.
[0033] Figur 3a zeigt ein Federprofil einer vierten Seite 4 eines Paneels 100 gemäß einer bevorzugten
Ausführung der Erfindung, wobei hier kein erfindungsgemäßes Einwinkelfederelement
10 gezeigt ist, um das Profil der Aufnahme 11 zu verdeutlichen. Das Einwinkelfederelement
10 ist in
Figur 3b zu sehen. Die Aufnahme 11 ist nach unten hin offen, also zu der Unterseite U hin,
und umfasst einen ersten Bereich 12 und einen zweiten Bereich 13, die ebenfalls nach
unten hin offen sind.
[0034] Der zweite Bereich 13 der Aufnahme 11 ist derart gebildet, dass der Kopfteil 10a
des nachher beschriebenen Einwinkelfederelements 10 darin befestigt und zum Einwinkeln
gedreht werden kann, ohne an Kanten oder Vorsprüngen hängen zu bleiben oder die Dreh-
bzw. Einwinkelbewegung zu erschweren oder zu behindern.
[0035] Dazu ist die Form des zweiten Bereichs 13 zumindest in dem Bereich, in den der Kopfteil
10a des Einwinkelfederelements 10 eingedreht bzw. eingewinkelt wird, vorteilhafterweise
zumindest abschnittsweise oder annähernd kreisförmig, umfasst also beispielsweise
Kreissegmente, Mehr- bzw. Vielecke, Kurvenabschnitte, Kreisbogenabschnitte, wobei
der Übergang zwischen benachbarten Kurvenabschnitten glatt sein kann, so dass die
Kurvenabschnitte tangential aneinander anschließen. Der Übergang kann aber auch in
Sprüngen erfolgen, d.h. dass am Übergang sind Knickpunkte bzw. Sprünge vorhanden.
Ferner können sich gerade Abschnitte mit bogenförmigen Abschnitten, also Kurvenabschnitten
oder Kreissegmenten, abwechseln. Wichtig ist, dass ein annähernd runder Verlauf des
zweiten Bereichs der Aufnahme 13 zumindest in dem Bereich, in den der Kopfteil 10a
des Einwinkelfederelements 10 eingedreht bzw. eingewinkelt wird, vorhanden ist.
[0036] Figuren 3a bis 3c zeigen eine Ausführung des zweiten Bereichs, die annähernd kreisförmig
ausgebildet ist. Figuren 4a bis 4c zeigen eine Ausführung des zweiten Bereichs, die
abschnittsweise gerade Flächen aufweist. In allen Abbildungen ist zu erkennen, dass
der zweite Abschnitt 13 derart gebildet ist, dass er das Drehen des Kopfteils 10a
des Einwinkelfederelements 10 nicht behindert.
[0037] Der zweite Bereich 13 weist an seinem untersten Endbereich, d.h. auch am untersten
Endbereich der Aufnahme, ferner vorteilhafterweise einen Abrollbereich 131 auf. Der
unterste Endbereich 131 des zweiten Bereichs 13 der Aufnahme 11 dient als Abrollbereich
131 für das Kopfteil 10a des Einwinkelfederelements 10. Er ist bevorzugt möglichst
kreisförmig, d.h. nach außen abgerundet gebildet, um ein Abbrechen von Kanten beim
Einwinkeln des Einwinkelfederelements 10 zu verhindern, d.h. um ein möglichst widerstandsloses
Drehen des Einwinkelfederelements 10 zu ermöglichen. Dazu ist der unterste Endbereich
131 des zweiten Bereichs 13 der Aufnahme 11 vorteilhafterweise wie oben beschrieben
möglichst kreisförmig, d.h. abgerundet gebildet. Dabei zeigt die Rundung in Richtung
der Oberseite O, d.h. der Sichtseite des Paneels.
[0038] Nach fertigem Einwinkeln dient der mit 131 bezeichnete unterste Endbereich des zweiten
Bereichs 13 der Aufnahme als Vertikalverriegelung V.
[0039] Mit 102a ist eine Anschlagkante des horizontalen Verriegelungsvorsprungs 102 des
Nutprofils 1 bezeichnet, welche nach Einwinkeln des Einwinkelfederelements 10 als
Horizontalverriegelung H zwischen Nutprofil 1 und Federprofil 4 zweier miteinander
zu verbindender Paneele 100 wirkt. Die in allen Figuren mit H bezeichnete Kante des
Einwinkelfederelements 10 ist derart geformt, dass sie nach Einwinkeln mit der Anschlagkante
102a des entsprechenden Nutprofils einer Nut-Seite 1 eines Paneels 100 eine Horizontalverriegelung
H eingeht. Die genaue Form, d.h. vor allem der Winkel, in welchem die Kanten aufeinander
treffen, die Länge etc. hängt dabei von der Neigung und Länge etc. der Anschlagkante
102a des Verriegelungsvorsprungs 102 des verwendeten Nutprofils ab.
[0040] Wie in Figur 3c zu sehen ist die vierte Seite 4 des Paneels 100 derart gebildet,
dass ihre Gutkante 101 mit der Gutkante 101 einer Nutseite 1 eines damit zu verbindenden
Paneels 100 nach der Verbindung damit in Kontakt steht, wie bereits für Figuren 2a
bis 2c beschrieben.
[0041] Durch das Einwinkelfederelement 10 erfolgt eine Horizontalverriegelung H in der korrespondierenden
Nut eines zu verbindenden anderen Paneels 100 bei bzw. nach der Montage. Ferner ist
das Einwinkelfederelement 10 derart geformt, dass ein erster Abschnitt V1 davon in
dem ersten Bereich 12 der Aufnahme 11, welche durch eine Sperrausnehmung 14 nach oben
hin, also zur Gutkante 101 hin, begrenzt ist, bei der Montage einwinkelt und somit
eine Vertikalverriegelung V1 entsteht. Der Winkel W der Vertikalverriegelung V1, gemessen
ab der Vertikalverriegelung V1, welche die hintere Kante der Sperrausnehmung 14 ist,
ist dabei zwischen 0° und 90°, bevorzugt 10°, wie in Figuren 3a und 3b exemplarisch
für alle Ausführungen dieser Art gezeigt. Die Sperrausnehmung 14 dient dazu, Druck
auf die Gutkante 101 auszuüben. Die Vertikalverriegelung wird dadurch verstärkt, dass
ein Endbereich des Einwinkelfederelements 10 nach Verbindung der ersten oder zweiten
Seite 1 des ersten Paneels 100 mit der vierten Seite 4 des zweiten Paneels 100 in
einer Sperrnut 105 der ersten oder zweiten Seite 1 des ersten Paneels 100 zwischen
einer Verriegelungsfeder 104 und einem Abschnitt des horizontalen Verriegelungsvorsprungs
102 eingedrückt ist. Durch das Pressen des Endbereichs des Einwinkelfederelements
10 in die Sperrnut 105 wird das Einwinkelfederelement verriegelt. Durch den Vertikalverriegelungsabschnitt
V1 des Einwinkelfederelements 10 wird die Horizontal- und Vertikalverriegelung verstärkt.
[0042] Es erfolgt also eine Verriegelung des Einwinkelfederelements 10 im Federprofil 4
und im Nutprofil 1, d.h. beim Ablegen des Paneels 100 wird das Einwinkelfederelement
10 in eine passgenaue Aufnahme 11, welche nach unten geöffnet ist, eingedrückt, so
dass quasi ein Monolithen-Profil entsteht. Diese Aufnahme 11 kann als Nut für die
Fold-Down-Feder bzw. das Einwinkelfederelement 10 bezeichnet werden. Die Ausnehmung
11 kann unterschiedlichste Formen aufweisen, wichtig ist, dass sie nach unten hin
geöffnet ist, um dem Einwinkelfederelement 10 zu ermöglichen, von unten her in die
Ausnehmung einzuklicken bzw. einzurasten, bzw. eingeführt zu werden.
[0043] Bei einer rechteckigen Form des Paneels 100 ist die vierte Seite 4 mit dem Einwinkelfederelement
10 bevorzugt die Querseite 4.
[0044] Das Einwinkelfederelement 10 ist bevorzugt starr ausgebildet, d.h. es federt nicht
oder nicht wesentlich, wenn die benötigten Einwinkelkräfte zum Einwinkeln darauf wirken.
Wichtig ist, dass es beim Einwinkeln seine Form im Wesentlichen nicht verändert, so
dass es auch nach dem Einwinkeln eine feste Verbindung bzw. Verriegelung herstellt.
Durch die starre Ausführung wird also ermöglicht, dass das Einwinkelfederelement 10
Kräfte aufnimmt bzw. auf die entsprechenden Verriegelungspunkte oder -flächen der
Nutseite 1 und/oder der vierten Seite 4 des Paneels ausübt. Diese Flächen sind in
den Figuren mit den Bezugszeichen V, V1 und H versehen, welche die Verriegelungsrichtung,
V für vertikal und H für horizontal, angeben. Vorteilhafterweise ist das Einwinkelfederelement
10 einstückig hergestellt. Vorteilhafterweise ist es aus einem Material hergestellt,
das durch ein einfaches Verfahren, z.B. Extrudieren, hergestellt werden kann, z.B.
Kunststoff.
[0045] Ferner kann das Einwinkelfederelement 10 aus anderen geeigneten Materialien hergestellt
sein, z.B. aus Metall, Legierungen, z.B. Aluminium- oder Eisenlegierungen, hier bevorzugt
Stahl, oder Holz oder Verbundstoffen, z.B. einem Holz- oder Kunststoffverbund. Auch
sind andere Materialien denkbar, die alleine oder in Kombination mit anderen Materialien
als Einwinkelfederelement 10 verwendet werden können. Beispielhaft sind hier Faserverbundstoffe
oder faserverstärke Kunststoffe genannt. Wichtig ist, dass das oder die verwendeten
Materialien die geforderten Eigenschaften erfüllen, also im Wesentlichen starr, d.h.
nicht federnd, und in der benötigten Form herstellbar sind. Das Einwinkelfederelement
10 bzw. dessen Oberfläche kann ferner auch beschichtet oder teilweise beschichtet
sein. Eine solche Beschichtung kann in bestimmten Bereichen, z.B. im zweiten Abschnitt
13 vorgesehen sein, um die Oberflächenrauhigkeit zu verringern und das Einwinkeln
zu erleichtern. Diese Materialeigenschaften können mit einer geeigneten Wahl der Form
der Ausnehmung 11 bzw. der entsprechenden Bereiche 12 oder 13 kombiniert werden und
somit ein noch leichteres Einwinkeln des Einwinkelfederelements 10 ermöglichen. Um
das Profil herzustellen kann aber auch ein Verfahren verwendet werden, durch welches
Material entsprechend abgetragen wird, so dass das Einwinkelfederelement 10 dadurch
gebildet wird, z.B. durch Abfräsen, spanende Bearbeitung oder andere geeignete Verfahren.
[0046] Der Verriegelungsvorsprung 102 des Nutprofils, also der Nut-Seite 1 eines Paneels
100 ist federnd, d.h. dass er beim Einwinkeln des starren, also nicht-federnden Einwinkelfederelements
10 bis zu einem gewissen Grad nachgibt, um das Einwinkeln des Einwinkelfederelements
10 sicherzustellen
[0047] Der Kopfteil 10a des Einwinkelfederelements 10 ist derart gebildet, dass es zum Einwinkeln
im zweiten Bereich der Aufnahme 13 gedreht werden kann, d.h. der Teil des Kopfteils
10a, der in dem zweiten Bereich der Aufnahme 13 gedreht wird, ist bevorzugt annähernd
rund bzw. ähnlich wie der zweite Bereich 13 ausgebildet.
[0048] Die oben aufgeführte Beschreibung kann auf unterschiedlichste Nutprofile angewendet
werden, wie in Figuren 8b, 9b, 10b und 11b gezeigt. Auch für dünner Profile kann der
Erfindungsgedanke entsprechend umgesetzt werden, wie in Figuren 12b und 13b gezeigt.
Hier muss lediglich das Einwinkelfederelement 10 dem Nutprofil angepasst werden, d.h.
beispielsweise muss das in den ersten Bereich 12 und/oder den zweiten Bereich 13 der
Aufnahme 11 einzubringende Profil des Einwinkelfederelements 10 angepasst werden,
z.B. auf der Seite in Richtung des Eingriffs des horizontalen Verriegelungsvorsprungs
102 abgeflacht. In den Figuren 8a, 9a, 10a, 11a, 12a und 13a sind jeweils die Längsseiten
1-3 mit dem Standard-Nut- bzw. Federprofil gezeigt, um zu verdeutlichen, dass bei
der Verwendung des erfindungsgemäßen Einwinkelfederelements 10 lediglich eine Seite
mit Profil, nämlich das Federprofil, welches das Einwinkelfederelement 10 aufnimmt,
angepasst werden muss und die anderen (zumindest) drei Seiten unverändert beibehalten
werden.
[0049] Wie in Figuren 5a, 5b und 8 bis 13 gezeigt, muss kein Doppel-Nut-Feder-Profil, wie
in Figuren 2 bis 4 gezeigt, verwendet werden. Das Doppel-Nut-Feder-Profil ist durch
die Verwendung von jeweils einer Nut bzw. Sperrnut 105 und einer Feder bzw. Verriegelungskante
104 am Nut-Profil 1 und einer Nut bzw. Führungsnut 107 und einer Feder bzw. Federzunge
106 am Federprofil 3 bzw. 4 gekennzeichnet.
[0050] Wenn kein Doppel-Nut-Feder-Profil verwendet wird, wie in Figur 5a oder 5b gezeigt,
kann das Einwinkelfederelement 10 zusätzlich eine Nase 15 aufweisen, die nach der
Montage bzw. dem Einwinkeln als Vertikalverriegelung V dient und in eine korrespondierende
Nasennut 151 in dem Federprofil 4 in Eingriff gebracht wird. Der Winkel W der Vertikalverriegelung
V2, gemessen ab der vorderen Kante der Sperrausnehmung 14, ist dabei zwischen 0° und
90°, bevorzugt 10°, wie in Figur 5a exemplarisch für alle Ausführungen dieser Art
gezeigt. In Figuren 5a und 5b ist ferner der Kopfteil 10a des Einwinkelfederelements
10 nicht rund gezeigt, um zu veranschaulichen, dass auch andere Formen, die ein Einwinkeln
des Kopfteils 10a in die Aufnahme 11 nicht behindern, verwendet werden können. Durch
die Nase 15 in der Nähe der Gutkante 101 wird eine noch stärkere vertikale Verriegelung
erreicht.
[0051] Grundsätzlich muss zur Anwendung des Erfindungsgedankens lediglich eine Seite des
Paneels 100, die ein Federprofil 4 aufweist, angepasst werden, um mit dem Einwinkelfederelement
10, wie oben beschrieben, kompatibel zu sein. Das Nutprofil 1 sowie das andere Federprofil
3 bleiben unverändert.
[0052] Die Verriegelung wird auch dadurch erreicht, dass das Einwinkelfederelement 10 eine
Form aufweist, die zumindest teilweise in dem Federprofil selbst verriegelt, wie in
Figur 6 gezeigt. Hierzu wird das Federprofil 4 mit dem in dem zweiten Bereich 13 der
Aufnahme 11 angeordneten Einwinkelfederelement 10 von oben auf das Nutprofil 1 aufgebracht
und in dieses eingeklickt. Wie in der Abfolge von oben nach unten zu sehen ist, wird
das Einwinkelfederelement 10 unter die Verriegelungskante 104 in die Sperrnut 105
eingeschoben, wobei es gleichzeitig durch seine Form über den Abrollbereich 131 an
die Kante der Sperrausnehmung 14 und an die Anschlagkante 102a zur Horizontalverriegelung
H sowie in den ersten Bereich 12 an den ersten Abschnitt V1 zur Vertikalverriegelung
V1 gedrückt wird. Nach vollständigem Einklicken dient ferner der Abrollbereich 131
als Vertikalverriegelung V.
[0053] Das gezeigte Einwinkelfederelement 10 kann beliebig oft ein- und wieder ausgewinkelt
werden, d.h. die Verbindung ist zerstörungsfrei lösbar, wie in Figur 7 gezeigt.
[0054] Der Erfindungsgedanke, d.h. das Federprofil mit entsprechendem Einwinkelfederelement
10, kann, wie beschrieben und in den Figuren gezeigt, für jegliche Materialstärken
angepasst werden. In den Figuren sind abstrahierte bzw. vereinfacht dargestellte bzw.
einfache Paneele gezeigt. Aber es können auch beispielsweise Zwei-, Drei- oder Mehrschichtbeläge
realisiert werden. Auch können Paneele mit mehr als den vorher beschriebenen vier
Seiten verwendet werden, z.B. Paneele mit 6 Seiten.
[0055] Durch die Erfindung können Standard-Nut-Profile mindestens auf zwei Seiten eines
Paneels sowie ein Standard-Federprofil auf mindestens einer Seite des Paneels verwendet
werden, d.h. es müssen keine separaten Werkzeuge für zwei unterschiedliche Nutprofile
bereitgestellt werden. Dies führt zu erheblichen Kosteneinsparungen. Durch das Einwinkelfederelement
erfolgt eine Horizontalverriegelung an dem horizontalen Verriegelungsvorsprung in
der Nut des Nutprofils. Die Verriegelung des Einwinkelfederelements im Federprofil
erfolgt vertikal, indem beim Ablegen des Elements das Einwinkelfederelement in eine
passgenaue Aufnahme eingewinkelt wird, welche nach unten geöffnet ist, und am Federprofil
eingedrückt wird, so dass quasi ein Monolithen Profil entsteht. Ferner weist das Einwinkelfederelement
annähernd die gleiche Passgenauigkeit wie eine gefräste Feder auf und kann aus ABS,
PP, WPC oder anderen Kunststoffen sein. Ferner kann, wie oben beschrieben, das Einwinkelfederelement
für jedes existierende Klickprofil genutzt werden. Durch die Verwendung von zwei gleichartigen
Nuten kann eine hohe Anzahl an Verlege-Variationen realisiert werden, was bisher nicht
leicht realisierbar war. Es kann also das Nutprofil längs mit dem Federprofil längs
und quer oder das Federprofil kann längs mit dem Nutprofil quer und längs problemlos
verlegt werden.
[0056] Durch die Erfindung ist es nicht mehr nötig, miteinander zu verbindende Paneele von
der Seite her ineinander zu schieben. Die Verbindung kann vielmehr durch direktes
Übereinander anordnen und dann Einwinkeln von Nut-Feder-Profil erfolgen, d.h. durch
Anlegen des erfindungsgemäßen Federprofils mit dem Einwinkelfederelement von schräg
oben an das Nutprofil und danach nach unten drücken. Somit können auch schwer erreichbare
Stellen ohne zusätzlich benötigten Platz erreicht werden.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 100
- Paneel bzw. Element
- 1
- Nut-Seite mit Nutprofil (Quer- und Längsseite)
- 3
- dritte Seite mit Federprofil (Längsseite)
- 4
- vierte Seite mit Federprofil (Querseite)
- 101
- Gutkante Paneel
- 102
- horizontaler Verriegelungsvorsprung
- 102a
- Anschlagkante zur Horizontalverriegelung
- 103
- Federoberseite
- 103a
- Auflagefläche
- 104
- Verriegelungsfeder
- 104a
- Verriegelungsfederunterseite
- 105
- Sperrnut
- 106
- Federzunge
- 107
- Führungsnut
- 108
- Verriegelungskanal
- 10
- Einwinkelfederelement
- 10a
- Kopfteil des Einwinkelfederelements
- 11
- Aufnahme
- 12
- erster Bereich der Aufnahme
- 13
- zweiter Bereich der Aufnahme
- 131
- unterster Endbereich des zweiten Bereichs der Aufnahme, Abrollbereich
- 14
- Sperrausnehmung
- 15
- Nase
- 151
- Nasennut
- H
- zweiter Abschnitt des Einwinkelfederelements, Horizontalverriegelung
- V1
- erster Abschnitt des Einwinkelfederelements, Vertikalverriegelung
- V2
- Vertikalverriegelung der Nutnase
- V
- Abrollbereich, Vertikalverriegelung
- VE
- Verlegeebene
- O
- Oberseite, Sichtseite des Paneels
- U
- Unterseite, Bodenseite des Paneels
1. Paneel mit zumindest vier Seiten (1-4), wobei zumindest eine erste Seite (1) parallel
zu einer dritten Seite (3) angeordnet ist, und eine in einem vorgegebenen Winkel zu
der dritten Seite (1) angeordnete zweite Seite (1) parallel zu einer vierten Seite
(4) angeordnet ist, wobei
die ersten bis vierten Seiten (1-4) Randbereiche des Paneels (100) sind, und wobei
die erste und die zweite Seite (1) ein Nutprofil (1) aufweisen, und die dritte Seite
ein zu dem Nutprofil (1) korrespondierendes Federprofil (3) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass
die vierte Seite (4) ein Federprofil (4) mit einer nach unten hin geöffneten Aufnahme
(11), umfassend einen ersten Bereich (12) und einen zweiten Bereich (13), sowie ein
in dem zweiten Bereich (13) angeordnetes und mit seinem Kopfteil (10a) mit dem zweiten
Bereich (13) in Eingriff gebrachtes Einwinkelfederelement (10) aufweist,
wobei ein erster Abschnitt (V1) des Einwinkelfederelements (10) derart geformt ist,
dass es in den ersten Bereich (12) verlagerbar ist und nach Montage damit eine erste
Vertikalverriegelung (V1) in einem vorgegebenen ersten Winkel (W) eingeht und wobei
ein zweiter Abschnitt (H) des Einwinkelfederelements (10) derart geformt ist, dass
das Einwinkelfederelement (10) nach Montage mit einer Anschlagkante (102a) eines horizontalen
Verriegelungsvorsprungs (102) einer ersten oder zweiten Seite (1) eines mit dem Paneel
(100) zu verbindenden weiteren gleichartigen Paneels (100) eine Horizontalverriegelung
(H) eingeht.
2. Paneel nach Anspruch 1, wobei ein Abrollbereich (131) des zweiten Bereichs (12) derart
gebildet, dass er nach Verbinden mit der ersten oder zweiten Seite (1) des weiteren
gleichartigen Paneels (100) mit dem Einwinkelfederelement (10) eine Vertikalverriegelung
(V) eingeht.
3. Paneel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Einwinkelfederelement (10)
im Wesentlichen starr ist.
4. Paneel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Kopfteil (10a) des Einwinkelfederelements
(10) und/oder der zweite Bereich (13) der Aufnahme (11) zumindest abschnittsweise
kreisförmig oder annähernd kreisförmig ist und/oder Kreissegmente, Mehr- bzw. Vielecke,
Kurvenabschnitte und/oder Kreisbogenabschnitte umfasst.
5. Paneel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Einwinkelfederelement (10)
zusätzlich eine Nase (15) an seinem dem Kopfteil (10a) abgewandten Ende aufweist und
die vierte Seite (4) eine Nasennut (151) zwischen der Oberseite des Paneels (100)
und einer Sperrausnehmung (14) aufweist, wobei die Nasennut (151) derart gebildet
ist, dass die Nase (15) bei Montage zweier gleichartiger Paneele damit in Eingriff
bringbar ist und nach Einwinkeln eine zweite Vertikalverriegelung (V2) in einem vorgegebenen
zweiten Winkel (W) eingeht.
6. Paneel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der erste und/oder der zweite
Winkel (W) jeweils zwischen 0° und 90° liegt, bevorzugt 10° ist.
7. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Nutprofil der ersten und/oder der
zweiten Seite (1) eines ersten Paneels (100) ein erstes Doppel-Nut-Feder-Profil ist,
das eine Verriegelungsfeder (104) aufweist, die mit einer in einem zweiten korrespondierenden
Doppel-Nut-Feder-Profil der dritten Seite (3) oder m zweiten korrespondierenden Doppel-Nut-Feder-Profil
der vierten Seite (4) angeordneten Sperrausnehmung (14) eines mit dem ersten Paneel
(100) zu verbindenden zweiten gleichartigen Paneels (100) nach Verbindung der Paneele
(100) in Kontakt ist.
8. Paneel nach Anspruch 7, wobei jede Verriegelungsfeder (104) eine nach oben (O) zugewandte
Federoberseite (103) aufweist, auf der die Ablagefläche (103a) der Sperrausnehmung
(14) nach Montage abgelegt ist.
9. Mechanische Paneelverbindung, umfassend zumindest zwei miteinander zu verbindende
Paneele (100), wobei jedes Paneel (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche gebildet
ist, wobei die erste oder die zweite Seite (1) eines ersten Paneels (100) mit der
vierten Seite (4) eines zweiten Paneels (100) durch eine im Wesentlichen vertikale
Fügebewegung horizontal und vertikal miteinander verriegelbar ist, wobei ein erster
Abschnitt (V1) des Einwinkelfederelements (10) der vierten Seite (1) des zweiten Paneels
(100) derart geformt ist, dass er bei Montage in den ersten Bereich (12) verlagerbar
ist und damit eine Vertikalverriegelung (V1) eingeht, und wobei ein zweiter Abschnitt
(H) des Einwinkelfederelements (10) derart geformt ist, dass es bei Montage mit einer
Anschlagkante (102a) des horizontalen Verriegelungsvorsprungs (102) der ersten oder
zweiten Seite (1) des ersten Paneels (100) in Kontakt gerät und eine Horizontalverriegelung
(H) eingeht.
10. Mechanische Paneelverbindung nach Anspruch 9, wobei das Einwinkelfederelement (10)
zusätzlich eine Nase (15) an seinem dem Kopfteil (10a) abgewandten Ende aufweist und
die vierte Seite (4) eine Nasennut (151) zwischen der Oberseite des Paneels (100)
und einer Sperrausnehmung (14) aufweist, wobei die Nasennut (151) derart gebildet
ist, dass die Nase (15) der ersten Seite (4) des ersten Paneels (100) mit der vierten
Seite (4) des zweiten Paneels (100) damit nach Montage in Eingriff steht und eine
zweite Vertikalverriegelung (V2) in einem vorgegebenen zweiten Winkel (W) eingeht.
11. Mechanische Paneelverbindung nach Anspruch 9 oder 10, wobei ein Endbereich des Einwinkelfederelements
(10) nach Verbindung einer ersten oder zweiten Seite (1) des ersten Paneels (100)
mit der vierten Seite (4) des zweiten Paneels (100) in einer Sperrnut (105) der ersten
oder zweiten Seite (1) des ersten Paneels (100) zwischen einer Verriegelungsfederunterseite
(104a) und einem Abschnitt des horizontalen Verriegelungsvorsprungs (102) eingedrückt
ist.