(19)
(11) EP 3 309 460 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
28.04.2021  Patentblatt  2021/17

(21) Anmeldenummer: 17191870.9

(22) Anmeldetag:  19.09.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F24C 7/08(2006.01)

(54)

AUTOMATISCHES VERFAHREN ZUM GAREN VON GARGUT MITTELS EINES GARGERÄTES

AUTOMATIC METHOD FOR COOKING FOODS BY MEANS OF A COOKING DEVICE

PROCÉDÉ AUTOMATIQUE DE CUISSON DES ALIMENTS AU MOYEN D'UN APPAREIL DE CUISSON


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 12.10.2016 DE 102016119420

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
18.04.2018  Patentblatt  2018/16

(73) Patentinhaber: Miele & Cie. KG
33332 Gütersloh (DE)

(72) Erfinder:
  • Hoffmeister-Paul, Astrid
    32052 Herford (DE)
  • Metz, Thomas
    32257 Bünde (DE)
  • Lückebergfeld, Stephan
    33775 Versmold (DE)
  • Peters, Andre
    32051 Herford (DE)
  • Homburg, Stefan
    32257 Bünde (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A2- 1 837 600
DE-A1-102007 040 316
EP-A2- 2 098 788
DE-B3-102005 057 585
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein automatisches Verfahren zum Garen von Gargut mittels eines Gargerätes gemäß dem Anspruchs 1 sowie ein Gargerät zur Durchführung eines derartigen automatischen Verfahrens gemäß dem Anspruch 9.

    [0002] Bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln ist die Anwendung von Automatikprogrammen bekannt, um dem Benutzer die Zubereitung zumindest zu einem Teil abzunehmen und/oder das Ergebnis der Zubereitung zu optimieren. Hierzu gehört auch das Garen von Nahrungsmitteln wie insbesondere Fleisch in einem Backofen, in einem Dampfgarer sowie in einem Kombigerät aus Backofen und Dampfgarer. Derartige Garprogramme können beispielsweise derart ablaufen, dass in einem ersten Schritt das Fleisch gegrillt wird und sich danach abkühlen kann, bevor weitere Garschritte vorgenommen werden. Es ist beispielsweise aus der Druckschrift EP 1837600 A2 bekannt, zur Steuerung eines Garverfahrens einen Temperatursensor im Garraum einzusetzen, welcher die Garraumtemperatur erfasst.

    [0003] Beim Garen von Fleisch ist dabei zu beachten, dass die gewünschte Gartemperatur üblicherweise bis in den Kern des Fleischstücks hinein erreicht werden soll, um das gewünschte Garergebnis zu erhalten. Somit ist das Fleischstück von außen derart zu erwärmen, dass die Erwärmung sich bis in das Innere des Fleischstücks ausbreiten und dort die gewünschte Kerntemperatur bewirken kann. Aus diesem Grund stellt die Kerntemperatur des Fleischstücks beim Garen einen wesentlichen Parameter dar, um den Garprozess beziehungsweise das Garverfahren wie gewünscht durchführen zu können, d.h. den gewünschten Gargrad des Gargutes automatisiert zu erreichen. Dabei ist als Kern des Gargutes der Punkt beziehungsweise Bereich im Inneren des Gargutes anzusehen, welcher dem Masseschwerpunkt des Gargutes entspricht.

    [0004] Um die Kerntemperatur des Gargutes zu erfassen ist es bekannt, ein Speisethermometer in Form eines Kernspießes zu verwenden, welches vom Benutzer vor dem Garen in das Gargut wie z.B. das Fleischstück gesteckt wird. Hierdurch kann von außerhalb des Fleischstücks die Temperatur im Inneren des Fleischstücks vom Benutzer abgelesen werden.

    [0005] Die Druckschrift DE 10 2005 057585 B3 zeigt zusätzlich zur Verwendung eines Speisenthermometers einen Erwärmungsprozess mit zwei Soll-Garraum-Temperaturen, welche nacheinander angefahren werden. Mehrphasige kerntemperaturgesteuerte Garvorgänge sind auch in der Druckschrift DE 102007040316 A1 beschrieben.

    [0006] Nachteilig ist hierbei jedoch zum einen, dass das Ablesen der aktuellen Temperatur durch den Benutzer erfolgen muss. Somit ist diese Art der Temperaturerfassung nicht für automatisierte Garverfahren geeignet, weil sowohl das Erfassen der Temperatur als auch die Reaktion hierauf wie z.B. das Starten eines folgenden Garschrittes manuell erfolgen muss.

    [0007] Nachteilig ist ferner, dass es zum Ablesen des Speisethermometers erforderlich sein kann, dass das Gargerät geöffnet werden muss, weil die Skala des Speisethermometers für den Benutzer nicht durch die Scheibe des Gargerätes ablesbar ist. Dies kann den Garprozess durch die hierbei entweichende Wärme stören und verlängern.

    [0008] Nachteilig ist des Weiteren, dass die durch das Speisethermometer erfasste Temperatur gar nicht der Kerntemperatur entsprechen kann, weil der Kernspieß durch den Benutzer nicht derart in das Gargut gesteckt wurde, dass die Kerntemperatur erfasst werden kann. Dies kann dadurch geschehen, dass der Messfühler des Kernspießes nicht im Kern des Gargutes sondern an einer anderen Stelle im Gargut positioniert ist. Ebenso kann der Fall eintreten, dass der Messfühler in einer Fettlinse oder nahe an einem Knochen positioniert wurde, so dass es durch das Fett beziehungsweise das Knochenmaterial zu einer zumindest teilweisen thermischen Abschirmung des Messfühlers kommen kann. Hierdurch kann verhindert werden, dass trotz der Verwendung eines Speisethermometers und der richtigen manuellen Durchführung des Garverfahrens trotzdem nicht das gewünschte Garergebnis erreicht werden kann.

    [0009] Aus diesem Grund ist es aus der EP 2 537 418 A1 bekannt, die Temperatur des Gargutes mittels einer Temperatur-Messsonde zu erfassen und über einen Regelkreis zur Regelung der Temperatur des Gargerätes zu verwenden, bis die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist. Auf diese Weise kann auch eine Überwachung erfolgen, dass die Kerntemperatur nicht überschritten wird. Die Temperatur-Messsonde ist hierzu ebenfalls durch den Benutzer in das Gargut zu stecken, jedoch wird die Kerntemperatur dann durch das Gargerät selbsttätig erfasst und verarbeitet.

    [0010] Nachteilig bleibt hierbei, dass auch in diesem Fall die Temperatur-Messsonde durch den Benutzer in das Gargut zu stecken ist, so dass die zuvor beschriebenen Nachteile wie z.B. eine unzulängliche Positionierung der Messsonde des Kernspießes gegenüber dem Kern des Gargutes durch die EP 2 537 418 A1 nicht überwunden werden können.

    [0011] Aus der Druckschrift DE 10 2007 040 318 A1 einen Parameter des Gargutes vorzugeben und diesen zur Steuerung eines automatischen, mehrphasiges Garprogramms zu verwenden.

    [0012] Ein Parameter des Gargutes ist beispielsweise, die Masse des Gargutes. Hierzu ist die Masse des Gargutes durch den Benutzer am Gargerät einzugeben. Die Garzeit als Ganzes beziehungsweise einzelner Garschritte des Garverfahrens werden dann durch das Gargerät aufgrund der Masse berechnet und entsprechend gesteuert durchgeführt. Auf diese Weise kann auf ein Speisethermometer verzichtet und die damit verbundenen Nachteile wie zuvor beschrieben vermieden werden.

    [0013] Dabei liegt dieser Art der Garprozessführung die Erkenntnis zugrunde, dass der Gargrad eines Gargutes wie z.B. von Fleisch bei vorgegebenen Garbedingungen wie z.B. Temperatur, Zeit und Feuchtigkeit insbesondere von der Masse des Gargutes abhängig ist. Ein schwereres Fleischstück benötigt bei gleichen Garbedingungen eine längere Zeit als ein leichteres Fleischstück, um den gewünschten gleichen Gargrad zu erreichen. Dies ist dadurch begründet, dass eine größere zu erwärmende Masse eines Gargutes dem Anstieg beziehungsweise dem Abfall der Temperatur im Garraum stärker entgegenwirkt als eine geringere Masse. Somit dauert es bei gleichen Garbedingungen länger, die größere Masse bis zum gewünschten Gargrad zu erwärmen als die leichtere Masse. Ist somit die Masse des aktuell zu garenden Gargutes z.B. durch Eingabe des Benutzers bekannt, kann die Dauer der einzelnen Garschritte vom Gargerät entsprechend länger oder kürzer ausgeführt werden.

    [0014] Nachteilig ist hierbei jedoch, dass die Durchführung des Garprogramms und die Erreichung des gewünschten Garergebnisses entscheidend von der Einstellung der Masse des Gargutes abhängen. Kommt es somit zu falschen oder ungenauen Eingaben des Benutzers, z.B. durch Tippfehler bei der Eingabe oder durch Ablesefehler vom Etikett des abgepackten Gargutes, so kann sich dies schon bei geringen Abweichungen von der tatsächlichen Masse des Grillgutes negativ auf das Garergebnis auswirken. Ist die Masse des Gargutes gar nicht bekannt beziehungsweise ist das Etikett des Gargutes nicht mehr vorhanden beziehungsweise nicht lesbar, so muss die Masse des Gargutes durch den Benutzer z.B. mittels einer Waage bestimmt werden, was einen zusätzlichen Aufwand darstellen kann, jedoch zwingend zur Nutzung eines derartigen Gargerätes erforderlich ist. Wird die Masse des Gargutes stattdessen geschätzt, kann es bei unzutreffender Schätzung zu sehr starken Abweichungen vom gewünschten Garergebnis kommen.

    [0015] Nachteilig ist weiterhin, dass diese Art der Garprozesssteuerung lediglich die Masse betrachtet, um auf das Erreichen der gewünschten Kerntemperatur zu schließen. Die Ausbreitung der durch den Garprozess bewirkten Erwärmung des Gargutes hängt jedoch nicht alleine von der Masse sondern auch von der Form des Gargutes ab, da sich aus der Form des Gargutes der Abstand zwischen Oberfläche und Kern des Gargutes ergibt. Somit wird bei gleicher Masse des Gargutes die gewünschte Kerntemperatur bei einem z.B. flacheren Fleischstück schneller erreicht als bei einem dickeren Fleischstück. Werden jedoch zwei unterschiedlich hohe Fleischstücke aufgrund der gleichen Masse mit dem gleichen Garprozess gegart, so werden unterschiedliche Kerntemperaturen und damit unterschiedliche Garergebnisse erreicht, so dass wenigstens eines der beiden erreichten Garergebnisse vom gewünschten Garergebnis abweicht. Auch können hierdurch längere Garzeiten als eigentlich erforderlich verursacht werden.

    [0016] Die Druckschrift EP 2 098 788 A2 zeigt ein Verfahren zum Führen eines Garprozesses in Abhängigkeit des ermittelten Energieeintrages, jedoch ist auch bei diesem Verfahren die Ermittlung des Kalibers oder der Masse des Gargutes erforderlich.

    [0017] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein automatisches Verfahren zum Garen von Gargut mittels eines Gargerätes der eingangs beschriebenen Art bereit zu stellen, so dass das gewünschte Garergebnis automatisiert einfacher und beziehungsweise oder zuverlässiger und/oder schneller als bisher bekannt erreicht werden kann. Insbesondere soll dies für den Benutzer komfortabler erreicht werden können, insbesondere ohne dessen Mitwirkung z.B. durch Eingaben und/oder durch die Anwendung eines Speisethermometers, welches durch den Benutzer in das Gargut einzustecken und zu entfernen ist.

    [0018] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 sowie durch die Merkmale des Anspruchs 8 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.

    [0019] Die vorliegende Erfindung betrifft somit ein automatisches Verfahren zum Garen von Gargut wie z.B. von Fleisch mittels eines Gargerätes wie z.B. eines Backofens, eines Dampfgarers oder eines Kombigerätes aus Backofen und Dampfgarer mit wenigstens den Schritten des Anspruchs 1.

    [0020] Der vorliegenden Erfindung liegt dabei die Erkenntnis zugrunde, dass eine rein zeitabhängige Steuerung eines Garprozesses zu unterschiedlichen Garergebnissen führen kann, weil durch eine ausschließliche Zeitvorgabe nicht sichergestellt werden kann, dass die vorbestimmte Soll-Garraum-Temperatur des Garraums während eines Garschrittes überhaupt erreicht wird. Somit kann in einen weiteren Garschritt weitergeschaltet werden, obwohl die vorbestimmte Soll-Garraum-Temperatur des Garraums noch nicht erreicht wurde. Ferner kann es passieren, dass die vorbestimmte Soll-Garraum-Temperatur des Garraums zwar erreicht wurde, aber nicht lange genug gehalten wird, weil zu schnell in einen weiteren Garschritt weitergeschaltet wird.

    [0021] Ferner kann der Fall eintreten, dass, falls die vorbestimmte Soll-Garraum-Temperatur des Garraums genau erreicht und dann sofort in einen weiteren Garschritt weitergeschaltet werden soll, die vorbestimmte Soll-Garraum-Temperatur des Garraums zwar erreicht, der Garprozess jedoch weiter betrieben wird, weil die vorbestimmte Zeit des aktuellen Garschritts noch gar nicht abgelaufen ist. Dies kann ebenfalls zu einem unterschiedlichen und/oder ungewünschten Garergebnis führen. Ferner kann dies den Garprozess unnötig verlängern.

    [0022] Daher wird erfindungsgemäß der Garprozess beziehungsweise zumindest ein einzelner Garschritt eines Garprozesses nicht zeitabhängig sondern temperaturabhängig gesteuert oder geregelt, so dass bei Erreichen einer vorbestimmten Soll-Garraum-Temperatur des Garraums diese für eine vorbestimmte Zeitdauer automatisch gehalten werden kann. Dies kann sicherstellen, dass das Garen bei der vorbestimmten Garraumtemperatur für die vorbestimmte Zeitdauer durchgeführt werden kann.

    [0023] Alternativ kann bei Erreichen einer vorbestimmten Soll-Garraum-Temperatur des Garraums sofort automatisch in den nachfolgenden Garschritt umgeschaltet werden. Hierdurch kann sichergestellt werden, dass die vorbestimmte Garraumtemperatur wirklich erreicht jedoch nicht unnötig lange gehalten wird, um den Garprozess nicht zu verlängern.

    [0024] Dabei wird zwar erfindungsgemäß nicht die Kerntemperatur des Gargutes selbst direkt gemessen sondern die Temperatur des Garraums des Gargerätes. Es liegt der vorliegenden Erfindung jedoch die Erkenntnis zugrunde, dass über bekannte Zusammenhänge zwischen der Temperatur des Garraums und der Kerntemperatur des Gargutes die Soll-Garraum-Temperatur des Garraums derart vorgegeben werden kann, dass eine gewünschte Kerntemperatur des Gargutes innerhalb einer bestimmten Zeit erreicht werden kann. Daher kann erfindungsgemäß über die Erfassung der Ist-Garraum-Temperatur des Garraums indirekt auf die Kerntemperatur des Gargutes geschlossen werden.

    [0025] Auf diese Weise können die einzelnen Garschritte des Garprozesses mit unterschiedlichen Gareinstellungen innerhalb gewisser Grenzen unabhängig von der Größe und/oder von der Form des Gargutes betrieben werden. Dies kann zuverlässiger als bisher bekannt zu den gewünschten Garergebnissen führen. Gleichzeitig kann dies reproduzierbar erreicht werden. Ferner kann dies die Dauer des Garprozsses verkürzen.

    [0026] Des Weiteren kann auf manuelle Vorgaben wie z.B. die Masse des Gargutes verzichtet werden. Auch sind keine Speisthermometer erforderlich, welche vom Benutzer gesetzt und entfernt werden müssten. Auf diese Weise kann das Garverfahren innerhalb gewisser Grenzen gewichtsunabhängig durchgeführt werden.

    [0027] Erfindungsgemäß weist das Verfahren ferner wenigstens den weiteren Schritt auf:
    • Bestimmen einer ersten Garcharakteristik des Gargutes aus der Zeitdauer der ersten Gareinstellung und/oder wenigstens zwei während der ersten Gareinstellung erfassten ersten Ist-Garraum-Temperaturen des Garraums.


    [0028] Unter einer Garcharakteristik wird eine Eigenschaft des Gargutes verstanden, welche dieses hinsichtlich seiner Gareigenschaften reproduzierbar und messbar beschreiben kann. Dies kann z.B. die Masse des vorliegenden Gargutes sein. Erfindungsgemäß erfolgt das Betreiben des Gargerätes mittels der zweiten und/oder der dritten Gareinstellung in Abhängigkeit der ersten Garcharakteristik des Gargutes, wobei die Feuchtigkeit der zweiten Gareinstellung und/oder die Feuchtigkeit der dritten Gareinstellung in Abhängigkeit der ersten Garcharakteristik des Gargutes eingestellt wird.

    [0029] Vorteilhaft ist bei der Charakterisierung der Gareigenschaften des Gargutes über seine Masse, dass die Garcharakteristik mittels eines einzelnen Parameters mit einem einzelnen Wert sehr einfach beschrieben werden kann. Ferner ist es aus dem Stand der Technik bekannt, wie die Masse eines Gargutes zur Steuerung eines Garprozesses verwendet werden kann, so dass die erfindungsgemäß bestimmte Masse einfach verwendet und weiterverarbeitet werden kann.

    [0030] Dabei muss die erfindungsgemäß bestimmte Masse des Garguts nicht dessen tatsächlicher Masse entsprechen, welche sich mittels Wiegen ergeben würde. Vielmehr kann die erfindungsgemäß bestimmte Masse in sich die Information der Form des Gargutes tragen, welches sich auf die Zeitdauer auswirkt, wann das Gargut die gewünschte Kerntemperatur erreicht hat. Da es beim Garen gerade hierauf viel mehr ankommt als auf die tatsächliche Masse des Gargutes, kann die erfindungsgemäß bestimmte Masse für die Steuerung und Regelung der folgenden Garschritte viel aussagekräftiger sein als die mittels Wiegen bestimmbare tatsächliche Masse des Gargutes.

    [0031] Beispielsweise kann die Masse als Multiplikator zur Berechnung z.B. einer zum Garen erforderlichen Zeitdauer eines folgenden Garschrittes verwendet werden. Alternativ kann auch eine hinterlegte Wertetabelle verwendet werden, um aus dem bestimmten Massewert des Gargutes z.B. eine erforderlichen Zeitdauer eines folgenden Garschrittes zu bestimmen.

    [0032] Alternativ kann z.B. die Steigung einer Temperaturanstiegskurve des Garraums als Garcharakteristik verwendet werden. Diese Information kann aufwendiger zu berechnen und/oder zu verarbeiten sein, jedoch kann diese komplexere Information für komplexere Steuerungen des Garprozesses verwendet werden, welche eine höhere Genauigkeit des Garprozesses und des gewünschten Garergebnisses bieten können. Beispielsweise kann der Temperaturanstieg aus zwei Ist-Garraum-Temperaturwerten und den jeweiligen Zeitpunkten während der ersten Gareinstellung beziehungsweise den sich hieraus ergebenden Temperatur- und Zeitdifferenzen bestimmt werden. Hierbei sollten die Ist-Garraum-Temperaturwerte beziehungsweise Zeitpunkte möglichst weit auseinander liegen, um den Einfluss von Messungenauigkeiten zu verringern.

    [0033] In jedem Fall können nachfolgende Garschritte in Abhängigkeit der Garcharakteristik des vorliegenden Gargutes gesteuert oder geregelt werden. Beispielsweise kann die Zeitdauer und/oder die Temperatur und/oder die Feuchtigkeit eines folgenden Garschrittes in Abhängigkeit der Garcharakteristik gesteuert oder geregelt werden. Beispielsweise kann ein schwereres Gargut bei einer höheren Temperatur und/oder mit einer höheren Feuchtigkeit gegart werden als ein Gargut mit geringerem Gewicht, um das gleiche gewünschte Garergebnis in derselben Zeitdauer zu erreichen.

    [0034] Vorteilhaft ist hierbei, dass mittels einer automatischen Bestimmung einer Garcharakteristik eine genauere und individuellere Vorgabe eines Parameters der folgenden Garschritte erfolgen kann als mittels einer manuellen Vorgabe durch den Benutzer. Insbesondere kann eine automatische Bestimmung z.B. der Masse des Gargutes genauer und/oder einfacher und/oder zuverlässiger erfolgen als durch manuelle Eingabe durch den Benutzer. Insbesondere kann eine automatische Erzeugung der Garcharakteristik des vorliegenden Gargutes für jeden Garvorgang und das jeweilige Gargut automatisch erneut und individuell durchgeführt werden, so dass stets die gültige Garcharakteristik verwendet werden kann.

    [0035] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung weist das Verfahren ferner wenigstens die weiteren Schritte auf:
    • Erfassen einer zweiten Ist-Garraum-Temperatur des Garraums des Gargerätes,
    • Vergleichen der zweiten Ist-Garraum-Temperatur mit der zweiten Soll-Garraum-Temperatur, und
    • im Falle des Erreichens der zweiten Soll-Garraum-Temperatur durch die zweite Ist-Garraum-Temperatur, zeitversetztes oder sofortiges Betreiben des Gargerätes mittels einer dritten Gareinstellung.


    [0036] Auf diese Weise kann auch die Durchführung eines weiteren, vorzugsweise zweiten Garschrittes mit einer weiteren, vorzugsweise zweiten Gareinstellung mit den erfindungsgemäßen Vorteilen erfolgen. Ebenso kann auch das Weiterschalten in eine folgende, vorzugsweise dritte Gareinstellung wie zuvor beschrieben erfolgen. Ferner können durch die Verwendung des weiteren Garschrittes weitere Daten zur erfindungsgemäßen Erstellung einer weiteren, vorzugsweise zweiten Garcharakteristik erfasst werden.

    [0037] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung weist das Verfahren wenigstens den weiteren Schritt auf:
    • Bestimmen einer zweiten Garcharakteristik des Gargutes aus der Zeitdauer der zweiten Gareinstellung und/oder wenigstens zwei während der zweiten Gareinstellung erfassten zweiten Ist-Garraum-Temperaturen.


    [0038] Auf diese Art und Weise kann erfindungsgemäß eine zweite Garcharakteristik bestimmt werden.

    [0039] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung weist das Verfahren wenigstens den weiteren Schritt auf:
    • Bestimmen einer resultierenden Garcharakteristik des Gargutes aus der ersten Garcharakteristik der ersten Gareinstellung und der zweiten Garcharakteristik der zweiten Gareinstellung.


    [0040] Auf diese Weise können z.B. Messungenauigkeiten, die in die Bestimmung einer Garcharakteristik eingeflossen sind, durch den Vergleich mit der anderen Garcharakteristik als Referenzmessung ausgeglichen werden. Mit anderen Worten kann eine Validierung der ersten Garcharakteristik des vorliegenden Gargutes durch die zweite Garcharakteristik desselben Gargutes erfolgen.

    [0041] Vorteilhaft ist es dabei, wenn zwei unterschiedliche Garvorgänge durch die beiden Garcharakteristiken beschrieben werden. Beispielsweise kann von der ersten Garcharakteristik ein Aufheizvorgang des Gargerätes und von der zweiten Garcharakteristik ein Abkühlvorgang beschrieben werden, so dass über die resultierende Garcharakteristik beide Arten von Temperaturänderungen gleichermaßen beschrieben werden können. Auf diese Weise können folgende Garschritte ausgehend von einer einzigen resultierenden Garcharakteristik gesteuert oder geregelt werden, was die Verlässlichkeit der Garcharakteristik erhöhen und gleichzeitig ihre Verwendung einfach gestalten kann.

    [0042] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung erfolgt das Betreiben des Gargerätes mittels der zweiten und/oder der dritten Gareinstellung in Abhängigkeit der ersten Garcharakteristik des Gargutes, der zweiten Garcharakteristik des Gargutes und/oder der resultierenden Garcharakteristik des Gargutes. Auf diese Weise kann eine für das jeweilig zu garende Gargut individuell erstellte Garcharakteristik zu Steuerung des Garprozesses beziehungsweise einzelner Garschritte des Garprozesses herangezogen werden. Hierdurch kann eine automatische Einstellung des Gargerätes auf das jeweilig zu garende Gargut erfolgen, um ein optimales Garergebnis zu erzielen. Es können auch mehrere Garcharakteristik miteinander kombiniert oder alternativ zueinander verwendet werden.

    [0043] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird die Soll-Garraum-Temperatur der zweiten Gareinstellung und/oder der dritten Gareinstellung und/oder die Dauer der zweiten Gareinstellung und/oder der dritten Gareinstellung und/oder die Feuchtigkeit der zweiten Gareinstellung und/oder der dritten Gareinstellung in Abhängigkeit der ersten Garcharakteristik des Gargutes, der zweiten Garcharakteristik des Gargutes und/oder der resultierenden Garcharakteristik des Gargutes eingestellt. Auf diese Weise kann eine Steuerung des Garprozesses beziehungsweise einzelner Garschritte des Garprozesses umgesetzt werden, um den gewünschten Gargrad für das jeweilige Gargut mittels Höhe und/oder Dauer der Temperatureinwirkung automatisch und individuell zu erreichen.

    [0044] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die erste Garcharakteristik des Gargutes, die zweite Garcharakteristik des Gargutes und/oder die resultierende Garcharakteristik des Gargutes eine Masse des Gargutes. Diese Masse ist wie zuvor beschrieben für das jeweilig zu garende Gargut individuell bestimmt worden, wobei diese Masse nicht der gewogenen Masse des Gargutes entspricht sondern gleichzeitig eine Information in sich trägt, welche die Form des Gargutes charakterisiert. Hierdurch ist es möglich, mit der individuell bestimmten Masse des Gargutes als einzigen Parameter beziehungsweise mit einem einzigen Wert die Gargut ausreichend zu charakterisieren, um den Garprozess beziehungsweise einzelne Garschritte des Garprozesses erfindungsgemäß steuern zu können.

    [0045] Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Gargerät zur Durchführung eines automatischen Verfahrens zum Garen von Gargut wie zuvor beschrieben mit einem Garraum zur Aufnahme eines Gargutes, einem Temperatursensor, der ausgebildet und angeordnet ist, eine Ist-Garraum-Temperatur des Garraums zu erfassen, und einer Steuerungseinheit, welches ausgebildet ist, ein Verfahren zum Garen von Gargut wie zuvor beschrieben ausführen zu können. Auf diese Weise kann das erfindungsgemäße Verfahren in einem Gargerät wie z.B. einem Backofen, einem Dampfgarer oder einem Kombigerät aus Backofen und Dampfgarer zum Einsatz kommen.

    [0046] Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung ist der Temperatursensor ein Platin-Messwiderstand, insbesondere ein PT1000-Messwiderstand. Vorteilhaft ist hierbei, dass Platin-Messwiderstände nur geringe Grenzabweichungen aufweisen, so dass sie üblicherweise ohne Neukalibrierung austauschbar sind. Dies kann im Falle eines Defekts beziehungsweise Ausfalls des Temperatursensors seinen Austausch vereinfachen.

    [0047] Ein Ausführungsbeispiel und weitere Vorteile der Erfindung werden nachstehend im Zusammenhang mit den folgenden Figuren erläutert. Darin zeigt:
    Fig. 1
    eine schematische perspektivische Darstellung eines Gargerätes zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Garverfahrens;
    Fig. 2
    ein Ablaufdiagram eines erfindungsgemäßen Garverfahrens;
    Fig. 3
    die Verläufe der Garraumtemperatur von vier verschieden schweren Gargütern über der Zeit bei einem herkömmlichen zeitgesteuerten Garprozess; und
    Fig. 4
    die Verläufe der Garraumtemperatur von zwei verschieden schweren Gargütern über der Zeit bei einem erfindungsgemäßen temperaturgesteuerten Garprozess.


    [0048] Fig. 1 zeigt eine schematische perspektivische Darstellung eines Gargerätes 1 zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Garverfahrens. Das Gargerät 1 ist ein Kombigerät 1 aus Backofen und Dampfgarer. Das Kombigerät 1 weist ein Gehäuse 10 auf, an dessen Vorderseite mehrere Bedienelemente 11 in Form von Drehknöpfen vorgesehen sind, über welche z.B. die Temperatur und die Dauer eines Garprozesses eingestellt werden kann. Ferner kann über die Bedienelemente 11 ein automatisches Garprogramm eingestellt werden.

    [0049] In dem Kombigerät 1 ist ein Garraum 12 vorgesehen, welcher eine Gargutaufnahme 13 in Form eines Rostes 13 aufweist. Auf dem Rost 13 ist ein Gargut 2 in Form eines Fleischstücks 2 angeordnet, welches zu garen ist. Innerhalb des Garraums 12 ist ferner ein Temperatursensor 14 in Form eines PT1000-Messwiderstands 14 derart angeordnet, dass der PT1000-Messwiderstand 14 die Temperatur im Garraum 14 erfassen kann. Das Kombigerät 1 weist ferner eine Steuerungseinheit 15 in seinem Inneren auf, welche das Kombigerät 1 allgemein steuert und hierzu u.a. mit den Bedienelementen 11 und dem PT1000-Messwiderstand 14 signalübertragend verbunden ist.

    [0050] Das Fleischstück 2 im Garraum 12 kann erfindungsgemäß grundsätzlich wie folgt gegart werden, siehe auch Ablaufdiagram eines erfindungsgemäßen automatischen Garverfahrens der Fig. 2:
    In einem ersten Schritt 100 wird das Kombigerät 1 in einer ersten Gareinstellung mit einer ersten Soll-Garraum-Temperatur Temp-Soll-1 als erster Garschritt eines Garprozesses betrieben. Die erste Soll-Garraum-Temperatur Temp-Soll-1 ist in diesem Ausführungsbeispiel eine Temperatur von 224°C, bei der das Fleischstück 2 im Garraum 12 gegrillt werden soll. Der erste Garschritt stellt ein Aufheizen des Garraums 12 dar.

    [0051] In einem zweiten Schritt 200 wird eine erste Ist-Garraum-Temperatur Temp-Ist-1 des Garraums 12 erfasst. In einem dritten Schritt 300 werden die erste Ist-Garraum-Temperatur Temp-Ist-1 und die erste Soll-Garraum-Temperatur Temp-Soll-1 miteinander verglichen. Dies geschieht fortlaufend, bis die erste Soll-Garraum-Temperatur Temp-Soll-1 durch die erste Ist-Garraum-Temperatur Temp-Ist-1 erreicht wird. Dann wird in einem vierten Schritt 400 sofort ein zweiter Garschritt des Garprozesses gestartet, indem das Kombigerät 1 mittels einer zweiten Gareinstellung mit einer zweiten Soll-Garraum-Temperatur Temp-Soll-2 betrieben wird. Die zweite Soll-Garraum-Temperatur Temp-Soll-2 liegt bei 118°C, so dass der zweite Garschritt ein Abkühlen des Garraums 12 darstellt.

    [0052] Somit wird erfindungsgemäß der erste Garschritt temperaturgesteuert durchgeführt, so dass nicht nach Ablauf einer vorbestimmten Zeitdauer sondern erfindungsgemäß bei Erreichen der ersten vorbestimmten Soll-Garraum-Temperatur Temp-Soll-1 das Ziel des ersten Garschritts erreicht ist und in den zweiten Garschritt übergegangen wird.

    [0053] Erfindungsgemäß wird zusätzlich in einem fünften Schritt 500 eine erste Garcharakteristik des Fleischstücks 2 aus der Zeitdauer des ersten Garschritts und/oder zwei während des ersten Garschritts erfassten ersten Ist-Garraum-Temperaturen Temp-Ist-1 bestimmt. Hierzu werden die Zeitpunkte und die ersten Ist-Garraum-Temperaturen Temp-Ist-1 zu Beginn des ersten Garschrittes und bei Erreichen der ersten Soll-Garraum-Temperatur Temp-Soll-2 verwendet, um die Einflüsse von Messungenauigkeiten möglichst gering zu halten. Als Garcharakteristik wird in diesem Ausführungsbeispiel die Masse des Fleischstücks 2 berechnet und zunächst zur späteren Verwendung gespeichert.

    [0054] In einem sechsten Schritt 600 wird während des zweiten Garschrittes eine zweite Ist-Garraum-Temperatur Temp-Ist-2 des Garraums 12 bestimmt und in einem siebten Schritt 700 mit der zweiten Soll-Garraum-Temperatur Temp-Soll-2 verglichen. Wird erkannt, dass die zweite Ist-Garraum-Temperatur Temp-lst-2 die zweite Soll-Garraum-Temperatur Temp-Soll-2 erreicht hat, so wird in einem achten Schritt 800 sofort eine dritte Gareinstellung gestartet.

    [0055] Der Betrieb der dritten Gareinstellung erfolgt erfindungsgemäß in Abhängigkeit der Masse des Fleischstücks 2 als erste Garcharakteristik des Fleischstücks 2, welche wie zuvor beschrieben während des ersten Garschrittes bestimmt wurde. Beispielsweise können für das weitere Garen des Fleischstücks 2 die Temperatur und die Feuchtigkeit des Garraums 12 in Abhängigkeit der Masse des Fleischstücks 2 vorgegeben werden. Ebenso könnte zusätzlich oder alternativ die Dauer des weiteren Garschritts in Abhängigkeit der Masse des Fleischstücks 2 vorgegeben werden. Dies gilt ebenso für den zweiten Garschritt.

    [0056] Um die Masse des Fleischstücks 2 möglichst verlässlich zu bestimmen, wird in einem neunten Schritt 900 eine zweite Garcharakteristik des Fleischstücks 2 in Form einer zweiten Masse aus der Zeitdauer des zweiten Garschritts und/oder zwei während des zweiten Garschritts erfassten zweiten Ist-Garraum-Temperaturen Temp-lst-2 wie zuvor beschrieben bestimmt. Anschließend wird in einem zehnten Schritt 1000 eine resultierende Garcharakteristik des Fleischstücks 2 aus der ersten Garcharakteristik der ersten Gareinstellung und der zweiten Garcharakteristik der zweiten Gareinstellung bestimmt. Hierdurch kann beispielsweise ein Mittelwert der beiden Garcharakteristiken beziehungsweise Massen bestimmt werden, der sowohl das Verhalten des zu garenden Fleischstücks 2 beim Aufheizen im ersten Garschritt als auch beim Abkühlen im zweiten Garschritt wiedergeben kann. Auf diese Weise kann mittels eines einzigen Wertes der Masse das Garverhalten des Fleischstücks 2 sowohl beim Aufheizen als auch beim Abkühlen beschrieben und für weitere Garschritte wie z.B. den dritten Garschritt verwendet werden.

    [0057] Fig. 3 zeigt die Verläufe der Garraumtemperatur GT1-GT4 von vier verschieden schweren Gargütern 2 über der Zeit bei einem herkömmlichen zeitgesteuerten Garprozess. Hierbei werden als tatsächlich gewogene Massen der Fleischstücke 2 500g, 1.000g, 1.500g und 2.000g verwendet. Es wird jeweils als erster Garschritt ein Grillschritt des Fleischstücks 2 durchgeführt. Hierbei wird das Kombigerät 1 zunächst 10 Minuten bis zu einem ersten Zeitpunkt T1 auf eine Temperatur von ca. 175°C vorgeheizt. Da sich jeweils kein Fleischstück 2 im Garraum 12 befindet, sind die Verläufe der Garraumtemperatur GT1-GT4 bis zum ersten Zeitpunkt T1 identisch.

    [0058] Zum ersten Zeitpunkt T1 wird dann jeweils das Fleischstück 2 auf den Rost 13 gelegt. Hierbei geht jeweils der Verlauf der Garraumtemperatur GT1-GT4 signifikant nach unten, weil zum einen hierbei Wärme aus dem Garraum 12 nach außen entweichen kann. Zum anderen hat das Fleischstück 2 eine deutlich geringere Temperatur als der Garraum 12, so dass das Fleischstück 2 den Garraum 12 abkühlt beziehungsweise Wärme vom Garraum 12 aufnimmt.

    [0059] Nach einem kurzen Zeitraum steigt jeweils der Verlauf der Garraumtemperatur GT1-GT4 wieder an, wobei der Anstieg nun jeweils geringer ausfällt als zuvor, weil das Fleischstück 2 aufgeheizt werden muss. Hierbei wirken sich die unterschiedlichen Massen der vier Fleischstücke 2 auf die Verläufe der Garraumtemperatur GT1-GT4 aus. So erreichen die beiden Verläufe der Garraumtemperatur GT1, GT2 zum zweiten Zeitpunkt T2 nach 20 Minuten jeweils etwa eine Höchsttemperatur von ca. 225°C. Die beiden Verläufe der Garraumtemperatur GT3, GT4 erreichen zum gleichen Zeitpunkt T2 jedoch lediglich ca. 215°C.

    [0060] Zum zweiten Zeitpunkt T2 ist der Garschritt des Grillens der Fleischstücke 2 abgeschlossen und diese können nun abkühlen bis sie jeweils ca. 80°C erreichen. Die Verläufe der Garraumtemperatur GT1-GT4 sinken jeweils entsprechend. Hierbei zeigt sich sehr deutlich ein Unterschied in den Verläufen der Garraumtemperatur GT1-GT4, da das schwerste Fleischstück 2, welches am geringsten aufgeheizt wurde und somit noch am kältesten ist, diese Temperatur deutlich früher als die übrigen leichteren Fleischstücke 2 erreicht. Somit wirkt sich die Masse der Fleischstücke 2 auf die maximal zu erreichende Garraumtemperatur und damit auch entsprechend auf die maximal zu erreichende Kerntemperatur der Fleischstücke 2 aus. Genauer gesagt ist der Anstieg der Garraumtemperatur GT1-GT4 umgekehrt proportional zur Masse der Fleischstücke 2.

    [0061] Fig. 4 zeigt die Verläufe der Garraumtemperatur GT2, GT4 sowie der Kerntemperatur KT2, KT4 von zwei verschieden schweren Gargütern 2 über der Zeit bei einem erfindungsgemäßen temperaturgesteuerten automatischen Garprozess. In diesem Fall wird auf ein Vorheizen des Garraums 12 verzichtet. Die Garraumtemperaturen GT2, GT4 liegen daher anfänglich bei ca. 25°C (Garraumtemperatur GT4) beziehungsweise knapp unter 30°C (Garraumtemperatur GT2). Ferner beginnt der erste Garschritt des Grillens mit dem jeweiligen Fleischstück 2 im Garraum 12, so dass der Garraum 12 während des Garprozesses nicht geöffnet werden muss. Die anfänglichen Kerntemperaturen liegen bei ca. 10°C (Kerntemperatur KT2) beziehungsweise bei ca. 12°C (Kerntemperatur KT4).

    [0062] Es zeigen die beiden Verläufe der Garraumtemperatur GT2, GT4, dass auch in diesem Fall die Garraumtemperatur GT2 des leichteren Fleischstücks 2 schneller ansteigt als die Garraumtemperatur GT4 des schwereren Fleischstücks 2. Da in diesem Fall jedoch der Garschritt nicht bis zum ersten Zeitpunkt T1 zeitgesteuert abläuft, sondern temperaturabhängig gesteuert wird, steigt die Garraumtemperatur GT2, GT4 jeweils solange an, bis die erste Soll-Garraum-Temperatur Temp-Soll-1 von 224°C erreicht ist. Hierdurch tritt bei dem leichteren Fleischstück 2 der erste Zeitpunkt T1 nach ca. 20 Minuten früher ein als bei dem schwereren Fleischstück 2 nach ca. 25 Minuten.

    [0063] Ist die erste Soll-Garraum-Temperatur Temp-Soll-1 erreicht, wird jeweils der zweite Garschritt des Abkühlens gestartet. Hierbei verläuft die Garraumtemperatur GT2, GT4 umso steiler, je größer die Masse des Fleischstücks 2 ist. Dieser zweite Garschritt ist abgeschlossen, wenn jeweils die zweite Soll-Garraum-Temperatur Temp-Soll-2 des Garraums von 118°C erreicht ist. Dies ist jeweils zum zweiten Zeitpunkt T2 der Fall, wobei dieser zweite Zeitpunkt T2 für beide Verläufe der Garraumtemperatur GT2, GT4 ungefähr zusammenfällt.

    [0064] Danach können weitere Garschritte durchgeführt werden, bei denen das Garen unter Berücksichtigung der aus den gemessenen Verläufen der Garraumtemperatur GT2, GT4 bestimmten jeweiligen Masse des Fleischstücks 2 erfolgen kann. Hierbei können die Temperatur des Garraums 12 und/oder die Feuchtigkeit des Garraums 12 in Abhängigkeit der bestimmten Masse des Fleischstücks 2 eingestellt werden.

    [0065] Die Kerntemperatur KT2 des leichteren Fleischstücks 2 steigt dabei schneller an als die Kerntemperatur KT4 des schwereren Fleischstücks 2. Die Kerntemperaturen KT2, KT4 gleichen sich jedoch über die längere Dauer des Garprozesses beziehungsweise der folgenden Garschritte an.

    BEZUGSZEICHENLISTE (Teil der Beschreibung)



    [0066] 
    T1
    erste Zeitpunkt
    T2
    zweiter Zeitpunkt
    Zeit
    Zeitskala in Stunden, Minuten, Sekunden
    Temp
    Temperaturskala in Grad Celsius
    Temp-Ist-1
    erste Ist-Garraum-Temperatur
    Temp-lst-2
    zweite Ist-Garraum-Temperatur
    Temp-Soll-1
    erste Soll-Garraum-Temperatur
    Temp-Soll-2
    zweite Soll-Garraum-Temperatur
    GT1
    Verlauf der Garraumtemperatur eines ersten Garguts 2
    GT2
    Verlauf der Garraumtemperatur eines zweiten Garguts 2
    GT3
    Verlauf der Garraumtemperatur eines dritten Garguts 2
    GT4
    Verlauf der Garraumtemperatur eines vierten Garguts 2
    KT2
    Kerntemperatur des zweiten Garguts 2
    KT4
    Kerntemperatur des vierten Garguts 2
    1
    Gargerät, Backofen, Dampfgarer, Kombigerät aus Backofen und Dampfgarer
    10
    Gehäuse
    11
    Bedienelemente
    12
    Garraum
    13
    Gargutaufnahme, Rost
    14
    Temperatursensor
    15
    Steuerungseinheit
    2
    Gargut, Fleischstück
    100-1100
    erster bis elfter Verfahrensschritt



    Ansprüche

    1. Automatisches Verfahren zum Garen von Gargut (2) mittels eines Gargerätes (1), mit wenigstens den Schritten:

    Betreiben (100) des Gargerätes (1) mittels einer ersten Gareinstellung mit wenigstens einer ersten Soll-Garraum-Temperatur (Temp-Soll-1),

    Erfassen (200) einer ersten Ist-Garraum-Temperatur (Temp-Ist-1) eines Garraums (12) des Gargerätes (1),

    Vergleichen (300) der ersten Ist-Garraum-Temperatur (Temp-lst-1) mit der ersten Soll-Garraum-Temperatur (Temp-Soll-1),

    und

    im Falle des Erreichens der ersten Soll-Garraum-Temperatur (Temp-Soll-1) durch die erste Ist-Garraum-Temperatur (Temp-Ist-1),

    ein zeitversetzt oder sofort Betreiben (400) des Gargerätes (1) mittels einer zweiten Gareinstellung mit wenigstens einer zweiten Soll-Garraum-Temperatur (Temp-Soll-2) erfolgt,

    gekennzeichnet durch

    wenigstens einen weiteren Schritt, dem Bestimmen (500) einer ersten Garcharakteristik des Gargutes (2) aus

    der Zeitdauer bis zum Erreichen der ersten Soll-Garraum-Temperatur (Temp-Soll-1)

    und/oder

    wenigstens zwei während der ersten Gareinstellung erfassten ersten Ist-Garraum-Temperaturen (Temp-lst-1)

    wobei das Betreiben (400; 800) des Gargerätes (1) mittels einer zweiten und/oder einer dritten Gareinstellung in Abhängigkeit der ersten Garcharakteristik des Gargutes (2) erfolgt,

    wobei die Feuchtigkeit der zweiten Gareinstellung und/oder die Feuchtigkeit der dritten Gareinstellung in Abhängigkeit der ersten Garcharakteristik des Gargutes (2) eingestellt wird.


     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, mit wenigstens den weiteren Schritten:

    Erfassen (600) einer zweiten Ist-Garraum-Temperatur (Temp-Ist-2) des Garraums (12) des Gargerätes (1),

    Vergleichen (700) der zweiten Ist-Garraum-Temperatur (Temp-lst-2) mit der zweiten Soll-Garraum-Temperatur (Temp-Soll-2), und

    im Falle des Erreichens der zweiten Soll-Garraum-Temperatur (Temp-Soll-2) durch die zweite Ist-Garraum-Temperatur (Temp-Ist-2), zeitversetztes oder sofortiges Betreiben (800) des Gargerätes (1) mittels einer dritten Gareinstellung.


     
    3. Verfahren nach Anspruch 2, mit wenigstens dem weiteren Schritt:
    Bestimmen (900) einer zweiten Garcharakteristik des Gargutes (2) aus der Zeitdauer der zweiten Gareinstellung und/oder wenigstens zwei während der zweiten Gareinstellung erfassten zweiten Ist-Garraum-Temperaturen (Temp-Ist-2).
     
    4. Verfahren nach Anspruch 3, mit wenigstens dem weiteren Schritt:
    Bestimmen (1000) einer resultierenden Garcharakteristik des Gargutes (2) aus der ersten Garcharakteristik der ersten Gareinstellung und der zweiten Garcharakteristik der zweiten Gareinstellung.
     
    5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
    wobei das Betreiben (400; 800) des Gargerätes (1) mittels der zweiten und/oder der dritten Gareinstellung in Abhängigkeit der zweiten Garcharakteristik des Gargutes (2) und/oder der resultierenden Garcharakteristik des Gargutes (2) erfolgt.
     
    6. Verfahren nach Anspruch 5,
    wobei die Soll-Garraum-Temperatur (Temp-SolI-2) der zweiten Gareinstellung und/oder der dritten Gareinstellung und/oder die Dauer der zweiten Gareinstellung und/oder der dritten Gareinstellung und/oder die Feuchtigkeit der zweiten Gareinstellung und/oder der dritten Gareinstellung in Abhängigkeit der ersten Garcharakteristik des Gargutes (2), der zweiten Garcharakteristik des Gargutes (2) und/oder der resultierenden Garcharakteristik des Gargutes (2) eingestellt wird.
     
    7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
    wobei die erste Garcharakteristik des Gargutes (2), die zweite Garcharakteristik des Gargutes (2) und/oder die resultierende Garcharakteristik des Gargutes (2) eine Masse des Gargutes (2) ist.
     
    8. Gargerät (1) zur Durchführung eines Verfahrens zum Garen von Gargut (2) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, mit
    einem Garraum (12) zur Aufnahme eines Gargutes (2),
    einem Temperatursensor (14), der ausgebildet und angeordnet ist, eine Ist-Garraum-Temperatur (Temp-Ist-1, Temp-Ist-2) des Garraums (12) zu erfassen, und
    einer Steuerungseinheit (15), welche ausgebildet ist, ein automatisches Verfahren zum Garen von Gargut (2) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7 ausführen zu können.
     
    9. Gargerät (1) nach Anspruch 8,
    wobei der Temperatursensor (14) ein Platin-Messwiderstand (14), insbesondere ein PT1000-Messwiderstand (14), ist.
     


    Claims

    1. Automatic method for cooking food (2) by means of a cooking appliance (1), comprising at least the steps of:

    operating (100) the cooking appliance (1) by means of a first cooking setting having at least one first target cooking chamber temperature (Temp-Soll-1); detecting (200) a first actual cooking chamber temperature (Temp-Ist-1) of a cooking chamber (12) of the cooking appliance (1); comparing (300) the first actual cooking chamber temperature (Temp-lst-1) with the first target cooking chamber temperature (Temp-Soll-1);

    and

    if the first actual cooking chamber temperature (Temp-lst-1) reaches the first target cooking chamber temperature (Temp-Soll-1),

    operating (400), in a time-delayed manner or immediately, the cooking appliance (1) by means of a second cooking setting having at least one second target cooking chamber temperature (Temp-Soll-2),

    characterised by

    at least one additional step of determining (500) a first cooking characteristic of the food (2) from

    the length of time until the first target cooking chamber temperature (Temp-Soll-1) is reached

    and/or

    at least two first actual cooking chamber temperatures (Temp-lst-1) detected during the first cooking setting,

    the cooking appliance (1) being operated (400; 800) by means of a second and/or a third cooking setting according to the first cooking characteristic of the food (2),

    the humidity of the second cooking setting and/or the humidity of the third cooking setting being set according to the first cooking characteristic of the food (2).


     
    2. Method according to claim 1, comprising at least the additional steps of:

    detecting (600) a second actual cooking chamber temperature (Temp-Ist-2) of the cooking chamber (12) of the cooking appliance (1);

    comparing (700) the second actual cooking chamber temperature (Temp-lst-2) with the second target cooking chamber temperature (Temp-Soll-2); and

    if the second actual cooking chamber temperature (Temp-lst-2) reaches the second target cooking chamber temperature (Temp-Soll-2), operating (800), in a time-delayed manner or immediately, the cooking appliance (1) by means of a third cooking setting.


     
    3. Method according to claim 2, comprising at least the additional step of:
    determining (900) a second cooking characteristic of the food (2) from the duration of the second cooking setting and/or at least two second actual cooking chamber temperatures (Temp-lst-2) detected during the second cooking setting.
     
    4. Method according to claim 3, comprising at least the additional step of:
    determining (1000) a resulting cooking characteristic of the food (2) from the first cooking characteristic of the first cooking setting and the second cooking characteristic of the second cooking setting.
     
    5. Method according to any of claims 1 to 4, wherein the cooking appliance (1) is operated (400; 800) by means of the second and/or the third cooking setting according to the second cooking characteristic of the food (2) and/or the resulting cooking characteristic of the food (2).
     
    6. Method according to claim 5, wherein the target cooking chamber temperature (Temp-Soll-2) of the second cooking setting and/or of the third cooking setting and/or the duration of the second cooking setting and/or of the third cooking setting and/or the humidity of the second cooking setting and/or of the third cooking setting is set according to the first cooking characteristic of the food (2), the second cooking characteristic of the food (2) and/or the resulting cooking characteristic of the food (2).
     
    7. Method according to any of claims 1 to 6, wherein the first cooking characteristic of the food (2), the second cooking characteristic of the food (2) and/or the resulting cooking characteristic of the food (2) is a weight of the food (2).
     
    8. Cooking appliance (1) for carrying out a method for cooking food (2) according to any of claims 1 to 7, comprising
    a cooking chamber (12) for receiving food (2),
    a temperature sensor (14) which is designed and arranged to detect an actual cooking chamber temperature (Temp-Ist-1, Temp-Ist-2) of the cooking chamber (12),
    and
    a control unit (15) which is designed to be able to carry out an automatic method for cooking food (2) according to any of claims 1 to 7.
     
    9. Cooking appliance (1) according to claim 8, wherein the temperature sensor (14) is a platinum measuring resistor (14), in particular a PT1000 measuring resistor (14).
     


    Revendications

    1. Procédé de cuisson automatique d'aliments à cuire (2) au moyen d'un appareil de cuisson (1), comportant au moins les étapes :

    de fonctionnement (100) de l'appareil de cuisson (1) au moyen d'un premier réglage de cuisson avec au moins une première température de consigne de chambre de cuisson (Temp-SolI-1), d'enregistrement (200) d'une première température réelle de chambre de cuisson (Temp-lst-1) d'une chambre de cuisson (12) de l'appareil de cuisson (1), de comparaison (300) de la première température réelle de chambre de cuisson (Temp-lst-1) avec la première température de consigne de chambre de cuisson (Temp-SolI-1),

    et

    dans le cas dans lequel la première température de consigne de chambre de cuisson (Temp-SolI-1) atteint la première température réelle de chambre de cuisson (Temp-Ist-1),

    un fonctionnement différé ou immédiat (400) de l'appareil de cuisson (1) a lieu au moyen d'un deuxième réglage de cuisson avec au moins une seconde température de consigne de chambre de cuisson (Temp-SolI-2),

    caractérisé par

    au moins une étape supplémentaire de détermination (500) d'une première caractéristique de cuisson de l'aliment à cuire (2) à partir de la durée nécessaire pour atteindre la première température de consigne de chambre de cuisson (Temp-SolI-1)

    et/ou

    au moins deux premières températures réelles de chambre de cuisson (Temp-Ist-1) enregistrées pendant le premier réglage de cuisson,

    le fonctionnement (400 ; 800) de l'appareil de cuisson (1) ayant lieu au moyen d'un deuxième et/ou d'un troisième réglage de cuisson en fonction de la première caractéristique de cuisson de l'aliment à cuire (2),

    l'humidité du deuxième réglage de cuisson et/ou l'humidité du troisième réglage de cuisson étant réglée en fonction de la première caractéristique de cuisson de l'aliment à cuire (2).


     
    2. Procédé selon la revendication 1, comportant au moins les étapes supplémentaires :

    d'enregistrement (600) d'une seconde température réelle de chambre de cuisson (Temp-Ist-2) de la chambre de cuisson (12) de l'appareil de cuisson (1),

    de comparaison (700) de la seconde température réelle de chambre de cuisson (Temp-Ist-2) avec la seconde température de consigne de chambre de cuisson (Temp-SolI-2), et, dans le cas dans lequel la seconde température de consigne de chambre de cuisson (Temp-Soll-2) atteint la seconde température réelle de chambre de cuisson (Temp-Ist-2), de fonctionnement différé ou immédiat (800) de l'appareil de cuisson (1) au moyen d'un troisième réglage de cuisson.


     
    3. Procédé selon la revendication 2, comportant au moins l'étape supplémentaire :
    de détermination (900) d'une seconde caractéristique de cuisson de l'aliment à cuire (2) à partir de la durée du deuxième réglage de cuisson et/ou d'au moins deux secondes températures réelles de chambre de cuisson (Temp-Ist-2) enregistrées pendant le deuxième réglage de cuisson.
     
    4. Procédé selon la revendication 3, comportant au moins l'étape supplémentaire :
    de détermination (1000) d'une caractéristique de cuisson de l'aliment à cuire (2) résultante à partir de la première caractéristique de cuisson du premier réglage de cuisson et de la seconde caractéristique de cuisson du deuxième réglage de cuisson.
     
    5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4,
    dans lequel le fonctionnement (400 ; 800) de l'appareil de cuisson (1) a lieu au moyen du deuxième et/ou du troisième réglage de cuisson en fonction de la seconde caractéristique de cuisson de l'aliment à cuire (2) et/ou de la caractéristique de cuisson de l'aliment à cuire (2) résultante.
     
    6. Procédé selon la revendication 5,
    dans lequel la température de consigne de chambre de cuisson (Temp-Soll-2) du deuxième réglage de cuisson et/ou du troisième réglage de cuisson et/ou la durée du deuxième réglage de cuisson et/ou du troisième réglage de cuisson et/ou l'humidité du deuxième réglage de cuisson et/ou du troisième réglage de cuisson est réglée en fonction de la première caractéristique de cuisson de l'aliment à cuire (2), de la seconde caractéristique de cuisson de l'aliment à cuire (2) et/ou de la caractéristique de cuisson de l'aliment à cuire (2) résultante.
     
    7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6,
    dans lequel la première caractéristique de cuisson de l'aliment à cuire (2), la seconde caractéristique de cuisson de l'aliment à cuire (2) et/ou la caractéristique de cuisson de l'aliment à cuire (2) résultante est le poids de l'aliment à cuire (2).
     
    8. Appareil de cuisson (1) permettant de mettre en œuvre un procédé de cuisson d'aliments à cuire (2) selon l'une des revendications 1 à 7, comportant
    une chambre de cuisson (12) pour recevoir un aliment à cuire (2),
    un capteur de température (14) qui est conçu et agencé pour enregistrer une température réelle de chambre de cuisson (Temp-Ist-1, Temp-Ist-2) de la chambre de cuisson (12), et une unité de commande (15) qui est conçue pour pouvoir exécuter un procédé de cuisson automatique d'aliments à cuire (2) selon l'une des revendications 1 à 7.
     
    9. Appareil de cuisson (1) selon la revendication 8,
    dans lequel le capteur de température (14) est une résistance de mesure en platine (14), en particulier une résistance de mesure PT1000 (14).
     




    Zeichnung

















    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente