[0001] Die Erfindung betrifft die Ausrüstung von Aminoplastharzfilmen mit einer abriebfesten,
einer easy clean und hydrophoben Oberfläche für die Beschichtung von Holzwerkstoffplatten,
die zur Herstellung von Fußbodenplatten eingesetzt werden oder im Möbelbau Anwendung
finden.
[0002] Unter Aminoplastharzfilmen versteht man Melamin-, Formaldehydkondensationsharze oder
Mischharze aus Harnstoff und Melamin, die unter Druck und Temperatur endkondensiert
bzw. räumlich vernetzt werden.
[0003] Melaminharzfilme werden bei der Beschichtung von HDF-Platten (High Density Fibreboards)
eingesetzt, die anschließend zu Fußbodenpaneelen verarbeitet werden. Dabei benutzt
man bedruckte Dekorpapiere aus Edelzellstoff mit Melaminharz imprägniert, die anschließend
in der Trocknungszone eines Imprägnierkanals vorkondensiert werden. In der Regel verpresst
man die Dekorpapiere zusammen mit imprägnierten Overlaypapieren von 20 bis 45 g/m2
in einer hydraulischen Heizpresse. Das Overlay dient zur Vergütung der Dekorfilme
und anderen hochbeanspruchten Oberflächen. Es besteht aus hochwertigen Edelzellstoffpapieren,
welches mit Melaminharz getränkt wird und zusätzlich definierte Mengen an mineralischen
Füllstoffen, wie zum Beispiel Korund, enthält.
[0004] Fußbodenplatten müssen relativ abriebfest sein, daher verstärkt man deren Oberflächen
mit diesen Füllstoffen. Hier hat sich als Hartstoff aufgrund seiner Härte Transparenz
und Inertheit Al
2O
3 in Form von Elektrokorund, Sinterkorund, Einkristallkorund und/oder kalzinierte oder
gesinterte Tonerdeprodukte bewährt.
[0005] Der Auftrag derartiger Hartstoffe wird nach Stand der Technik in unterschiedlicher
Weise durchgeführt. So können dem Melamintränkharz für die Papieroberflächenbeschichtung
direkt diese Hartstoffe beigemischt werden. In einem anderen Fall wurde dem Overlaypapier
direkt bei der Papierherstellung eine bestimmte Menge Korund der Rohpapiermasse beigefügt,
dadurch entfällt bei der Harzimprägnierung die Korundbeimischung.
[0006] In der
EP 0732449 A1 wird ein Verfahren zur Herstellung von Dekorpapier zur Verwendung bei der Herstellung
von abriebfesten Laminaten beschrieben. Hier werden dem Harz abriebfeste Mineralbestandteile
wie Korund beigemischt.
[0007] Die
DE 195 29 987 A1 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung hochabriebfester Lackschichten auf festem
Trägermaterial. Diese Lackschicht wird mittels Kunstharzlacken wie Acrylharz-, Polyesterharz-
oder Polyurethanharzlack erzeugt, wobei ein verschleißhemmendes Mittel auf die Lackschichten
vor der Aushärtung gestreut wird. In einer weiteren Druckschrift
EP 1070688 A1 wird ein oberflächenbeschichteter Hartstoff mit einer bestimmten Härte beschrieben.
Dieser Hartstoff wird als verschleißhemmendes Mittel in die Lackschichten gegeben.
[0008] Die Herstellung von synthetischem Korund erfolgt üblicherweise im Lichtbogenofen,
wobei der Ausgangsstoff Tonerde oder Bauxit bei ca. 2000°C geschmolzen wird. Das Produkt
fällt bei diesem Prozess in Blöcken an, die nach dem Abkühlen zerkleinert und anschließend
zu einer Körnung aufbereitet werden.
[0009] Bei der Zerkleinerung des Korunds entsteht aufgrund seines Sprödbruchverhaltens eine
stark zerklüftete Oberfläche mit vielen Stufenversetzungen, Mikrokanten und Rissen.
[0010] Diese Korundteilchen verursachen bei dem späteren Pressvorgang in der Heizpresse
erhebliche Probleme auf den Oberflächen der eingesetzten Pressbleche.
[0011] Die Melaminharzfilme werden zusammen mit den Overlayfilmen in sogenannten hydraulischen
Heizpressen mit entsprechenden Pressblechen, die strukturiert, mattiert oder auch
glänzend sein können, unter Druck und Temperatur verpresst. Die Melaminharzfilme werden
dabei endkondensiert und bilden irreversible, harte Oberflächen aus. Die Korundteilchen
befinden sich nach der Verpressung an den Oberflächen der beschichteten Holzwerkstoffplatten.
[0012] Die eingesetzten Pressbleche bestehen in der Regel aus harten Chromstählen der Provenienz
AISI 410, AISI 630 mit einer Härte von 38–42 HRC. Es können aber auch Messingbleche
MS 64 mit einer Härte von 130 HB zur Anwendung kommen. Um die Trenneigenschaften der
metallischen Oberflächen gegenüber den Melaminharzen zu verbessern und die Oberflächen
gegen Kratzer zu schützen, werden die Blechoberflächen mit einem Chromüberzug versehen,
welches elektrochemisch in einem Chromsäurebad mit Cr(VI) Verbindungen durchgeführt
wird. Die Chromüberzüge sollten funktionelle Eigenschaften aufweisen, daher werden
Hartchromschichten, die über 20 µm liegen, angestrebt.
[0013] Obwohl die verchromten Blechoberflächen Härten von 1000 bis max. 1200 HV aufweisen,
entsteht trotzdem ein vorzeitiger Verschleiß der Blechoberfläche, wobei der Glanzgrad
der Chromschicht verändert wird. Dieses geschieht aufgrund der großen Härteunterschiede,
Korund besitzt eine Härte nach Vickers von 1800 bis 2000 HV. Während des Pressvorgangs
entstehen Bewegungen, bedingt durch die Blechausdehnung nach dem Zufahren der Heizplatten.
Die Pressbleche erfahren einen Temperatursprung da sie engen Kontakt mit der Heizplatte
bekommen. Auf der anderen Seite führt die fortschreitende Kondensation der Melaminharze
zu einer Schrumpfung der Oberfläche, dadurch entsteht unter dem hohen Druck eine starke
Reibung, die den vorzeitigen Verschleiß der Blechoberflächen auslöst. Die Blechoberflächen
müssen daher relativ schnell wieder aufgearbeitet und neu verchromt werden.
[0014] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Aminoplastharz imprägnierte Dekorpapiere
und Overlays so auszurüsten, dass ein vorzeitiger Verschleiß der verchromten Pressblechoberflächen
verhindert, die endkondensierten Aminoplastharzoberflächen abriebfest sind und eine
zuzügliche easy clean und hydrophobe Oberfläche gebildet wird.
[0015] Diese Aufgabe wird nach dem Vorschlag der Erfindung dadurch gelöst, dass die Dekor-
und/oder Overlaypapiere nach der erfolgten Imprägnierung mit einem Aminoplastharz
eine zuzügliche Sol-Gel Beschichtung erhält, die mit nanostrukturiertem Wolfram- oder
Molybdändisulfid angereichert ist, wobei die Nanostrukturen der Metalldisulfide in
Form von fullerenartigen Nanopartikeln und Nanoröhren ausgebildet sind.
[0016] Die zuzügliche Anreicherung der fullerenartigen Nanopartikeln von z. B. Wolframdisulfid
in der Sol-Gel Mischung, ergeben Oberflächen mit zuzüglich hoher Trenn- und Gleitwirkung
nach der Aushärtung der Filme. Somit wird ein Abrieb an den Pressblechoberflächen
verhindert und die tribologischen Eigenschaften der Kompositschichten verbessert.
Die aus dem Sol-Gel-Verfahren entstehenden Oberflächenschichten aus zum Beispiel Al
2O
3, TiO
2 oder SiO
2 erzeugen die Härte der Oberflächen der späteren beschichteten Holzwerkstoffplatten,
wobei zuzüglich eine easy clean und hydrophobe Oberfläche entsteht.
[0017] Das Sol-Gel-Verfahren ist ein naßchemisches Verfahren zur Herstellung keramischer
sowie hybrider organisch-anorganischer Materialien. Es können dünne Schichten aber
auch kleine Partikel und Fasern, Aerogele und Xerogele und auch monolithische Materialien
über den Sol-Gel- Prozess hergestellt werden. Im Grunde beschreibt das Sol-Gel-Verfahren
zwei typische Stufen, die jedes Produkt durchläuft. Zunächst wird ein Sol hergestellt,
dieses besteht aus fein dispergierten kolloidalen Partikeln von etwa 1 nm bis zu 100
nm Größe in einer Flüssigkeit oder aus dispergierten Oligomeren, welche aus verzweigten
Makromolekülen bestehen. Für die Erzeugung des Sols wird ein sogenannter Präkursor
verwendet, das sind Metallalkoxide oder Metallsalze, die in Wasser oder in einer anderen
Flüssigkeit gelöst sind. Werden zum Beispiel die aus einer alkoholischen Lösung hydrolsierbarer
Alkoholate mehrwertiger Metall-Ionen (M = Ti, Si, oder Al) auf eine Oberfläche aufgetragen,
so bildet sich in Gegenwart von H
2O bereits bei der Verdunstung des Lösungsmittels auch bei tiefen Temperaturen ein
Metallhydroxid-Netzwerk aus. Dieses enthält dann zahlreiche MOH-Gruppen und ist daher
hydrophil und antistatisch.
[0018] In Folge der Hydrolyse- und Kondensationsreaktionen kommt es zu einem Wachstum der
Partikel und zu einer verstärkten Polymerisierung, bis sich schließlich ein festes
Netzwerk innerhalb der flüssigen Phase gebildet hat, dieses bezeichnet man dann als
Gel. Durch die Verdampfung des Lösungsmittels entsteht aus dem Gel ein Xerogel, welches
durch weitere Temperaturzuführung in eine feste und kompakte Form übergeht. Es kommt
durch die H
2O Abspaltung zu Metalloxid-Gruppierungen und die Oberflächen werden hart und kratzfest.
[0019] Die Abscheidung oder der Auftrag dünner Schichten auf den imprägnierten Dekor- oder
Overlaypapieren, in der weiteren Beschreibung auch als Substrat bezeichnet, kann mit
Hilfe mehrerer Beschichtungsverfahren durchgeführt werden. So ist die Tauchbeschichtung
(dip-coating), Schleuderbeschichtung (spin-coating) anwendbar, als geeignet hat sich
aber für den einseitigen Oberflächenauftrag die Beschichtung mittels Rakel oder der
Antrag mit einer Verreibewalze erwiesen. Üblicherweise wird das Substrat mit dem flüssigen
Sol beschichtet. Nach dem Auftrag kommt es dann zu einer Verdunstung des Lösungsmittels,
dabei wird die Konzentration der Partikeln stark erhöht, dieses führt nun durch die
Bindung der Partikeln untereinander zu der Entstehung eines Gels und somit zu einer
festen aber noch porösen Schicht. Diese Schicht, auch Xerogel genannt, enthält noch
leichte Anteile des Lösungsmittels. Erst durch Temperung, die in der anschließenden
Trockenzone des Imprägnierkanals stattfindet, bildet sich bereits die feste Phase
des Metalloxid aus dem Sol-Gel Prozess und im weiteren Verlauf der Endkondensation
der Imprägnierharze in der Heizpresse unter Druck und Temperatur, wird die gesamte
harte Schicht der Metalloxide ausgebildet.
[0020] Je nach gewünschter Oberflächenhärte ist die Auswahl der Metalloxide zu treffen.
Als geeignete Metallverbindungen haben sich die Metalle Aluminium, Zirkonium, Titan
und Silizium erwiesen. Mit Hilfe ihrer oxidischen Verbindungen lassen sich sehr gute
Sol-Gel-Schichten erzielen. Im weiteren Verlauf werden zwei Sol-Gel-Schichten beschrieben,
die des Al
2O
3 und SiO
2.
[0021] Ausgangsmaterial für die Präparation von Al
2O
3 kann zum Beispiel ein Yoldas-Sol sein. Der erste Schritt des Verfahrens ist die Hydrolyse
von Aluminiumalkoxid, man nimmt z. B. Aluminium-tri-sec-butoxid Al(OCH(CH
3)C
2H
5)
3 und hydrolisiert in einem großen Überschuß von Wasser bei ca. 85°C. Dies ergibt eine
Aluminiumhydroxidaufschlämmung, die nachfolgend durch die Zugabe einer kleinen Menge
von Salpetersäure HNO
3 zu einem klaren Sol bzw. in eine kolloide Lösung überführt wird.
[0022] Will man nach dem Yoldas Prozeß mit einem geringeren stöchiometrischen Wassergehalt
arbeiten, so mischt man z. B. Aluminium-tri-sec-butoxid mit absolutem Äthanol und
Essigsäure in einem Verhältnis von Al-tri-sec-butoxid:C
2H
5OH:H
2O (DI) = 1:16:0,6 und erwärmt auf ca. 65°C unter ständigem Rühren von ca. 50 Minuten.
Die ursprünglich trübe Mischung wird nach einsetzender Hydrolyse langsam klar. Die
klare Sol-Mischung wird auf Raumtemperatur abgekühlt. Im zweiten Schritt wird ein
Gel durch Zusatz von Methanol CH
3 und H
2O erzeugt, wobei die Gewichtsverhältnisse in etwa Sol:CH
3:H
2O = 1 g:0,2 g:0,003 g betragen können, dazu wird noch eine geringe Menge Essigsäure
zugeführt.
[0023] Eine weiteres Sol könnte aus einem Böhmitpulver präpariert werden welches kommerziell
zur Verfügung steht.
[0024] Bei der Präparation von SiO
2 Gelen können Kieselsäureester zur Anwendung kommen, zum Beispiel wird als Präkursor
ein Tetraethylorthosilikat TEOS eingesetzt. Die Bezeichnung solcher hybriden organisch-anorganischen
Schichten aus organisch modifiziertem Siliziumoxid werden auch häufig als Ormosile
bezeichnet. Für die Präparation von Ormosilschichten können verschiedene Materialien
Anwendung finden, insbesondere geht man von verschiedenen Silanen aus. Das spätere
mechanische Verhalten der Sol-Gel-Schichten ist abhängig von der chemischen Struktur
und deren Konzentration im Sol. Beispielsweise kann man ein Silan der Formel (OC
2H
5)
3Si-(CH
2)
3-CH(O)CH
2 3-Glycidoxypropyltrimethoxysilan auch unter den Brand names Dynasylan® oder GLYMO
bekannt, einsetzen. Will man die Härte der Schichten erhöhen, so können zuzüglich
Nanopartkel aus SiO
2 oder Al
2O
3 eingebracht werden. Auf der Oberfläche der kolloidalen, amorphen SiO
2-Partikel befindlichen OH-Gruppen können dabei mit dem verwendeten Silan reagieren
und so die Partkel in die Schichtmatrix einbinden. Es können auch Schichten aus organisch
modifiziertem SiO
2 mit einer hydrophilen oder hydrophoben oder schmutzabweisenden Wirkung präpariert
werden.
[0025] Nach der Herstellung des Sols, welches für die Beschichtung vorgesehen ist, erfogt
anschliessend die Präparation für die anorganischen fullerenartigen Wolframdisulfidpartikeln,
beide Präparationen werden zusammengeführt.
[0026] Anorganische fullerenartige Nanopartikeln und Nanoröhren haben Teilchendurchmesser
von 10 bis 25 nm. Nanoröhren haben Durchmesser von 10 bis 25 nm und Längen von 200
bis 300 nm. Die ersten anorganische fullerenartigen Partikel aus Wolfram- oder Molybdändisulfid
wurden in dünnen Schichten beobachtet, die durch Sulfidierung von WO
3- bzw. MoO
3-Schichten unter reduzierender Atmosphäre entstanden waren. Anorganische Fullerene
wurden im Jahr 1990 in Israel erstmalig hergestellt, die verwendeten Materialien waren
Wolframdisulfid (WS
2) und Molybdändisulfid (MoS
2). Im weiteren Verlauf wurden zahlreiche andere anorganische fullerenartigen Materialien
hergestellt, wie zum Beispiel TiS
2, Selenide, Bromide und Chloride wie NiBr
2, NiCl
2, auch verschiedene Oxide wie z. B. V
2O
5 sowie Bornitrid. Für die erfindungsgemäße Anwendung wurde Wolframdisulfid und auch
Molybdändisulfid ausgewählt. Wolframdisulfid in Form von fullerenartigen Nanopartikeln
und Nanoröhren sind wegen ihrer physikalischen Eigenschaften und kristallographischen
Morphologie für verschiedene Verwendungszwecke ausgezeichnet geeignet. In der Sol-
Gel Präparation hat sich fullerenartiges Wolframdisulfid hervorragend erwiesen und
so den Abrieb auf den beschichteten Holzwerkstoffplatten beim späteren Einsatz vermieden.
Ebenfalls wurde der Abrieb auf den Pressblechen während des Pressvorgangs verhindert.
Die Schmierwirkung von Wolframdisulfid und Molybdändisulfid in einem tribologischen
Kontakt beruht hauptsächlich auf der Ausbildung eines dünnen Films aus WS
2 bzw. MoS
2, der sich in der Kontaktzone auf den Oberflächen der reibenden Körper formt. Dieser
sogenannte Tribofilm ermöglicht ein reibungsarmes gleiten der Oberflächen gegeneinander
und verringert so den Verschleiß der reibenden Körper. Daher gestaltet sich dieser
Effekt recht positv, gegenüber den Reibungskräften die auf den verchromten Pressblechoberflächen
wirken, aus.
[0027] Handelsüblich werden die meisten anorganischen fullerenartigen Wolframdisulfidpartikel
als trocknes Pulver geliefert. Die Partikel sind jedoch aufgrund des Produktionsprozesses
teilweise zusammengewachsen (aggregiert) und agglomeriert und bilden so Sekundärpartikel,
die einige Mikrometer Durchmesser haben. Gibt man das so ausgebildete Pulver direkt
in Wasser und Ethanol oder in ein wässeriges Sol, so fällt das Wolframdisulfid aufgrund
der hohen Masse direkt aus. Daher müssen die Wolframdisulfid-Partikel vor der Präparation
im Sol-Gel Prozess deagglomeriert werden und als Einzelpartikel im Sol stabilisiert
werden. Die Verwendung von Dispergatoren haben sich als vorteilhaft erwiesen. So wird
das WS
2-Pulver mit Cetyltrimethylammoniumbromid von der Fa. Sigma-Aldrich oder mit Pretoctol
(Fa. BASF) mittels der Ultraschalltechnologie dispergiert.
[0028] Der Anteil von fullerenartigem Wolframdisulfid WS
2 im Sol, richtet sich nach der gewünschten Oberflächenausführung der beschichteten
Holzwerkstoffplatten und den Entformungseigenschaften der verwendeten Pressbleche
und kann von 1 bis 50%, bezogen auf Festkörperanteil, betragen.
[0029] Die so gefertigen Sol-Gel-Präparationen mit den dispergierten WS2-Partikeln werden
anschliessend auf die Oberflächen der eingesetzten, harzimprägnierten Dekor- oder
Overlaypaieren, wie zuvor beschrieben, aufgetragen.
[0030] Die Sol-Gel-Beschichtung kann in den bekannten und nach dem Stand der Technik ausgerüsteten
Imprägnier-Trockenanlagen für Duroplastharzimprägnierungen erfolgen. Hierbei wird
zum Beispiel das Overlaypapier zunächst mit dem entsprechenden flüssigen, wässerigen
Aminoplastharz imprägniert und in der beheizten Trockenzone auf einen bestimmten Feuchtigkeitsgehalt
getrocknet wobei gleichzeitig eine Vorkondensation stattfindet. In einer zweiten Auftragszone
wird dann das präparierte Sol mit den fullerenartigen WS
2-Teilchen aufgetragen und anschließend in den beheizten Trockenkanal überführt. Die
Geschwindigkeit und Kanaltemperatur richtet sich nach den jeweiligen Harzparametern
die vom Anwender vorher festgelegt werden.
1. Ausrüstung von mit Aminoplastharz imprägnierten Dekor- und/oder OverlayPapieren, die
für die Beschichtung von Holzwerkstoffplatten eingesetzt werden und eine abriebfeste,
easy clean und hydrophobe Oberfläche ausbilden, dadurch gekennzeichnet, dass nach der erfolgten Harzimprägnierung in einem zweiten Auftragsschritt die imprägnierten
Papiere mit einer Sol-Gel Präparation, die gelöste Metallalkoxide sowie fullerenartige
Nanostrukturen und Nanoröhren aus Metalldisulfiden der Metalle Molybdän und/oder Wolfram
enthält, beschichtet und anschließend nach Trocknung und Endkondensation die Oberflächen
in einer hydraulischen Heizpresse ausgeformt werden.
2. Ausrüstung der Aminoplastharzfilme nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallalkoxide bevorzugt aus den Metallen Aluminium, Titan, Silizium oder Zirkon
bestehen.
3. Ausrüstung der Aminoplastharzfilme nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sol-Gel Präparation mit den gelösten Metallalkoxiden zuzüglich zur Steigerung
der Kratzfestigkeit geringe Mengen von nanoskaligen Metalloxiden (SiO2, Al2O3, TiO2, ZrO2) zudispergiert wird.
4. Ausrüstung der Aminoplastharzfilme nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die fullerenartigen Wolframdisulfid- und/oder Molybdändisulfidpartikeln mit den kationischen
Tensiden Cetyltrimethylammoniumbromid oder Pretoctol KLC50 dispergiert werden.
5. Ausrüstung der Aminoplastharzfilme nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sol-Präparation aus einem Ormosil der Formulierung 3-Glycidoxypropytrimethoxysilan
besteht.
6. Ausrüstung der Aminoplastharzfilmen nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sol-Gel-Präparation aus einem Yoldas-Sol der Formulierung Al(OCH(CH3)C2H5)3 besteht.
1. Finishing of aminoplast resin impregnated decorative and/or overlay papers which are
used for coating composite wood panels and form an abrasion-resistant, easy clean
and hydrophobic surface, characterized in that after resin impregnation, the impregnated papers are coated in a second application
step with a sol-gel preparation comprising dissolved metal alkoxides and fullerene-like
nanostructures and nanotubes made of metal disulfides of the metals molybdenum and/or
tungsten and, after drying and final condensation, the surfaces are formed in a hydraulic
heating press.
2. Finishing of aminoplast resin films according to claim 1, characterized in that the metal alkoxides are preferably of the metals aluminum, titanium, silicon or zirconium.
3. Finishing of aminoplast resin films according to claim 1, characterized in that the sol-gel preparation comprising the dissolved metal alkoxides is additionally
dispersed with small quantities of nanoscale metal oxides (SiO2, Al2O3, TiO2, ZrO2) in order to increase scratch resistance.
4. Finishing of aminoplast resin films according to claims 1 to 3, characterized in that the fullerene-like tungsten disulfide particles and/or molybdenum disulfide particles
are dispersed with the cationic surfactants cetyltrimethylammonium bromide or Pretoctol
KLC50.
5. Finishing of aminoplast resin films according to claims 1 to 4, characterized in that the sol preparation is an ormosil of formula 3-glycidoxypropytrimethoxysilane.
6. Finishing of aminoplast resin films according to claims 1 to 4, characterized in that the sol-gel preparation is a Yoldas sol of formula Al(OCH(CH3)C2H5)3.
1. Finissage de papiers décoratifs et/ou overlay imprégnés d'une résine aminoplaste,
utilisés pour le revêtement de panneaux en matériaux à base de bois et réalisant une
surface résistante à l'abrasion, facile à nettoyer et hydrophobe, caractérisé en ce que, après le parachèvement de l'imprégnation par la résine, on applique dans une deuxième
étape d'application sur les papiers imprégnés une préparation sol-gel qui contient
des alcoxydes métalliques dissous ainsi que des nanostructures de type fullerène et
des nanotubes de disulfures métalliques des métaux molybdène et/ou tungstène, puis,
après séchage et condensation finale, on forme les surfaces dans une presse hydraulique
à plateaux chauffants.
2. Finissage des films de résine aminoplaste selon la revendication 1, caractérisé en ce que les alcoxydes métalliques sont de préférence constitués des métaux aluminium, titane,
silicium ou zirconium.
3. Finissage des films de résine aminoplaste selon la revendication 1, caractérisé en ce que, en plus d'une augmentation de la résistance à la rayure, on ajoute par dispersion
à la préparation sol-gel contenant les alcoxydes métalliques dissous de faibles quantités
d'oxydes métalliques nanométriques (SiO2, Al2O3, TiO2, ZrO2).
4. Finissage des films de résine aminoplaste selon les revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les particules de disulfure de tungstène et/ou de disulfure de molybdène de type
fullerène sont dispersées avec les tensioactifs cationiques bromure de cétyltriméthylammonium
ou Pretoctol KLC50.
5. Finissage des films de résine aminoplaste selon les revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la préparation de sol est constituée d'un Ormosil dont la formule est 3-glycidoxypropyltriméthoxysilane.
6. Finissage des films de résine aminoplaste selon les revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la préparation sol-gel est constituée d'un sol Yoldas ayant la formule Al(OCH(CH3)C2H5)3.