[0001] Die Erfindung betrifft einen Kartuschenkolben mit Entlüfteventil. Die Erfindung ist
sowohl bei normalen Kolben als auch bei Ringkolben für pastöse Massen enthaltende
Kartuschen anwendbar, die nur eine Kammer oder zwei konzentrisch angeordnete Kammern
aufweisen können.
[0002] Das Entlüfteventil dient dazu, beim Einsetzen des Kolbens in das offene rückwärtige
Ende der mit dem Füllmaterial gefüllten Kartusche die zwischen der Kolbenvorderseite
und der Füllmasse eingeschlossene Luft entweichen zu lassen, gleichzeitig aber zu
verhindern, dass auch Füllmasse oder kriechölartige Bestandteile der Füllmasse durch
das Entlüfteventil austreten können, oder dass später Luft durch das Entlüfteventil
die Füllmasse erreichen kann. Letzteres setzt voraus, dass das Entlüfteventil auch
nach dem Setzen des Kolbens dicht bleibt, was wiederum erfordert, dass das Ventil
nicht durch Partikel der Füllmasse verschmutzt wird.
[0003] Ein Kartuschenkolben mit Entlüfteventil ist aus der
EP 1 207 969 A1 bekannt. Bei der dort dargestellten und beschriebenen Anordnung ist ein Ventilteil
in eine entsprechend angepasste Öffnung des Kolbens eingesetzt, das mit dem Kolben
zusammenwirkt und mit diesem zusammen ein Ventil bildet. Das Ventilteil hat einen
Zentralkörper, der eine Durchgangsöffnung des Kolbens durchdringt, und der einen konischen
Bereich hat, der mit einem am Kolben am kolbenrückseitigen Ende der Durchgangsbohrung
gebildeten Dichtrand zusammenwirkt.
[0004] Der Zentralkörper ist an seinem vorderen, von dem konischen Bereich entfernten Ende
über einen frontseitigen Wandbereich mit einem etwa zylindrischen Wandkörper verbunden,
der in eine entsprechend geformte Nut an der Kolbenvorderseite eintaucht und nahe
dem Nutgrund mit der radial äußeren Nutwand verrastet ist.
[0005] Der zylindrische Wandkörper des Ventilteils bildet mit der radial äußeren Nutwand
der Kolbennut einen Spalt, der den Eintritt von Luft ermöglicht, und die Verrastung
ist durch mehrere Luftkanäle unterbrochen, durch welche Luft hindurchtreten und zwischen
dem rückwärtigen Ende des zylindrischen Wandteils und dem Nutgrund hindurch treten
kann.
[0006] Zwischen der radial inneren Nutwand und dem zylindrischen Wandkörper des Ventilteils
ist eine Filterstrecke mit engen Kanälen gebildet, die dazu dient, durch die Luftkanäle
der Verrastung hindurch gelangendes Füllmaterial der Kartusche sowie kriechölartige
Bestandteile abzufangen und daran zu hindern, zu dem zwischen dem konischen Bereich
des Zentralkörpers und dem Dichtlippe des Kolbens gebildeten Ventil zu gelangen. Die
Filterstrecke schließt sich dabei an die Verrastung an.
[0007] Der Zentralkörper steht etwas über die Kolbenrückseite über, so dass bei rückseitig
auf den Kolben ausgeübtem Druck, wie er beim Setzen des Kolbens stattfindet, der Zentralkörper
etwas nach vorne gedrückt wird, und dadurch sich ein Entlüftungsspalt zwischen dem
konischen Bereich des Zentralkörpers und dem Dichtrand am rückwärtigen Ende der Kolbendurchgangsöffnung
öffnet, durch welchen Entlüftungsluft austreten kann. Bei Wegnehmen des rückseitig
auf den Kolben ausgeübten Drucks schließt das Ventil wieder, weil die frontseitige,
den Zentralkörper mit dem zylindrischen Wandkörper verbindende Wandbereich so ausgebildet
ist, dass er als Feder wirkt, welche den Zentralkörper in rückwärtiger Richtung vorspannt
und mit seinem konischen Bereich in Zusammenwirkung mit dem Dichtrand der Kolbendurchgangsöffnung
drückt und so das Ventil geschlossen hält.
[0008] Nachteilig ist bei der bekannten Anordnung allerdings, dass durch den Spalt zwischen
dem zylindrischen Wandkörper und der radial äußeren Nutwand eindringendes Füllmaterial
der Kartusche die Luftkanäle der Verrastung verstopfen und damit die Entlüftung behindern
kann, oder dass durch die Verrastung hindurch dringendes Material dann die sich gleich
an die Verrastung anschließende Filterstrecke verstopft. Eine Entlüftung findet dann
nicht mehr statt, so dass Restluft zwischen Kolben und Füllmasse zurückbleibt, was
generell unerwünscht ist, da chemische Reaktionen oder Beeinträchtigungen des Füllmaterials
stattfinden können.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Kartuschenkolben mit einem Entlüftungsventil
zu schaffen, dessen Entlüftungsfunktion verbessert ist und eine größere Sicherheit
der vollständigen Entlüftung bietet.
[0010] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die im Anspruch 1 angegebene Anordnung
gelöst.
[0011] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0012] Gemäß der Erfindung findet die Entlüftung nicht mehr über die Verrastung des zylindrischen
Wandkörpers im Kolben statt, und die Entlüftung erfolgt auch nicht mehr über den Ringspalt
zwischen dem zylindrischen Wandkörper und der radial äußeren Nutwand. Vielmehr ist
der zylindrische Wandkörper radial verdickt und doppelwandig ausgebildet, wobei die
beiden Wände zwischen sich einen relativ großen Zwischenraum bilden, der rückwärtig
offen ausmündet und vorderseitig geschlossen ist.
[0013] Jedoch sind kleine Luftdurchtrittsöffnungen in dem den Zwischenraum vorderseitig
verschließenden Wandbereich des Wandkörpers vorgesehen, durch welche zu entlüftende
Luft in den Zwischenraum zwischen den beiden Wänden des zylindrischen Wandkörpers
eintreten kann. Zwischen der radial inneren Wand des zylindrischen Wandkörpers und
der radial inneren Nutwand ist eine Filterstrecke mit feinen Kanälen gebildet, die
etwa durch die Luftdurchtrittsöffnungen eintretendes Material abfangen kann.
[0014] Aus dem Zwischenraum zwischen den beiden Wänden des zylindrischen Wandkörpers gelangt
zu entlüftende Luft also wieder nach vorne strömend zwischen der inneren Wand des
Wandkörpers und der radial inneren Nutwand durch die dazwischen gebildete Filterstrecke
hindurch, und strömt sodann wieder nach rückwärts umgelenkt durch einen Ringspalt
zwischen dem Zentralkörper und der Kolbenöffnungswand hindurch und tritt schließlich
durch den geöffneten Ventilspalt zwischen dem konischen Bereich des Zentralkörpers
und dem Dichtrand der Kolbendurchgangsöffnung aus.
[0015] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die anliegende
Zeichnung mehr im einzelnen beschrieben, die einen erfindungsgemäßen Kolben mit einem
Entlüfteventil im Axialschnitt zeigt.
[0016] Die anliegende Zeichnung zeigt im Axialschnitt einen Kolben mit Entlüfteventil nach
der Erfindung. In den Kolben 1 ist ein Ventilteil 2 in eine entsprechende Aussparung
des Kolbens von dessen Vorderseite her eingesetzt.
[0017] Die Aussparung des Kolbens 1, die zur Aufnahme des Ventilteils 2 dient, besteht aus
einer Durchgangsöffnung 11 sowie einer diese konzentrisch umgebenden Ringnut 12.
[0018] Die Kolbenvorderseite ist in der Zeichnung oben und die Kolbenrückseite ist in der
Zeichnung unten. Darauf sind alle Richtungsangaben in der folgenden Beschreibung bezogen.
[0019] Das Ventilteil 2 besteht aus einem Zentralkörper 21, der die Durchgangsöffnung 11
des Kolbens durchsetzt, einem etwa zylindrischen Wandkörper 22, der den Zentralkörper
21 konzentrisch umgibt und in die Ringnut 12 eintaucht, und einem den Zentralkörper
21 mit dem zylindrischen Wandkörper 22 an der Kolbenvorderseite verbindenden Wandbereich
23.
[0020] Die den zylindrischen Wandkörper 22 des Ventilteils 2 aufnehmende Ringnut 12 wird
radial außen durch eine äußere Nutwand 13 und radial innen durch einen etwa zylindrischen
Wandteil 14 des Kolbens 1 begrenzt, der die Ringnut 12 von der Durchgangsbohrung 11
trennt.
[0021] Der zylindrische Wandkörper 22 des Ventilteils 2 ist durch eine Verrastung in der
Ringnut 12 am Kolben formschlüssig fixiert, indem Rastelemente 24 am hinteren Ende
des Wandkörpers 22 in eine Hinterschneidung 15 der äußeren Ringnutwand 13 nahe dem
Nutgrund 16 einrasten.
[0022] Der zylindrische Wandkörper 22 des Ventilteils 2 ist doppelwandig ausgebildet und
hat eine äußere zylindrische Wand 25 und eine innere zylindrische Wand 26, die zwischen
sich einen zylinderringförmigen Zwischenraum 27 bilden, der am hinteren (in der Zeichnung
unteren) Ende des Ventilteils 2 offen ausmündet und am vorderen (in der Zeichnung
oberen) Ende des Ventilteils 2 durch den Wandbereich 23 verschlossen ist. Der Wandbereich
23 ist durch mehrere am Umfang verteilte kleine Luftdurchtrittsöffnungen 28 durchbrochen,
welche von der Vorderseite des Ventilteils in den Zwischenraum 27 führen.
[0023] Die innere Wand 26 des Wandkörpers 22 bildet zwischen sich und dem Ringwandteil 14
eine Filterstrecke 3, die durch dünne Kanäle gebildet ist, die zwar Luft, aber kein
Material hindurchtreten lassen. Der Ringwandteil 14 ist in seiner Länge so bemessen,
dass zwischen seinem vorderen Ende und dem Wandbereich 23 ein Zwischenraum verbleibt.
[0024] Der Zentralkörper 21 des Ventilteils 2 bildet zwischen seiner Umfangsfläche und der
Innenumfangsfläche der Kolbendurchgangsöffnung 11 einen Ringspalt 17, durch den zu
entlüftende Luft hindurch strömen kann.
[0025] Das eigentliche Ventil 4 ist durch einen konischen Mantelflächenbereich 41 des Zentralkörpers
und einen damit zusammenwirkenden Dichtrand 42 eines radial einwärts vorspringenden
Öffnungswandvorsprungs 18 am rückwärtigen Ende der Kolbendurchgangsöffnung 11 gebildet.
Das Ventilteil insgesamt ist dabei so konfiguriert, dass der Wandbereich 23 als Feder
wirkt, die den Zentralkörper 21 relativ zu der im Kolben verrasteten äußeren Wand
25 des zylindrischen Wandkörpers 22 zur Kolbenrückseite hin vorspannt, so dass der
Zentralkörper 21 mit seinem konischen Umfangsflächenbereich 41 gegen den Dichtrand
42 des Öffnungswandvorsprungs 18 gedrückt wird, um das Ventil 4 dicht zu schließen.
[0026] Der Zentralkörper 21 hat an seinen hinteren Ende einen zapfenartigen Vorsprung 29,
der über die Kolbenrückseite 19 übersteht. Wird beim Einsetzen des Kolbens in eine
Kartusche ein Druck gegen die Rückseite 19 des Kolbens ausgeübt, wird dabei der zapfenartige
Vorsprung 29 nach vorne gedrückt, wodurch sich ein Ventilspalt zwischen dem konischen
Umfangsflächenbereich 41 des Zentralkörpers 21 und dem Dichtrand 42 des Öffnungswandvorsprungs
öffnet, durch welchen zu entlüftende Luft entweichen kann. Beim Wegnehmen des rückwärtigen
Drucks auf den Kolben federt der Zentralkörper wieder nach rückwärts und schließt
im Zusammenwirken mit dem Dichtrand 42 den Ventilspalt.
[0027] Beim Setzen des Kolbens tritt Luft aus dem rückwärtigen Bereich der Kartusche zwischen
der Füllmasse und der Kolbenvorderseite durch die Luftdurchtrittsöffnungen 28 in den
Zwischenraum 27 zwischen der äußeren Wand 25 und der inneren Wand 26 des Wandkörpers
22 ein. Der Strömungsverlauf der Luft beim Entlüftevorgang ist durch Pfeile kenntlich
gemacht. Die innere Wand 26 des Wandkörpers 22 ist gegenüber der äußeren, am Nutgrund
16 der Ringnut 12 aufsitzenden Wand 25 etwas kürzer, so dass in den Zwischenraum 27
eingetretene Luft um die rückwärtige Endkante der inneren Wand 26 herum in die Filterstrecke
3 zwischen der inneren Wand 26 und dem Ringwandteil 14 hinein und durch diese hindurch
strömen kann. Dann gelangt sie um den Vorderkantenbereich des Ringwandteils 14 herum
durch den Zwischenraum zwischen diesem und den Wandbereich 23 in den Ringspalt zwischen
dem Zentralkörper 21 und dem Ringwandteil 14, wo die Luft dann durch diesen Ringspalt
hindurch strömt und schließlich aus den geöffneten Ventilspalt austreten kann.
1. Kartuschenkolben mit Entlüfteventil, wobei
ein Ventilteil (2) in eine vorderseitige Aussparung des Kolbens (1) eingesetzt ist,
die eine Durchgangsöffnung (11) sowie eine diese umgebende Ringnut (12) umfasst,
das Ventilteil (2) aus einem Zentralkörper (21), der die Durchgangsöffnung (11) des
Kolbens (1) durchsetzt, und einem diesen mit Abstand umgebenden Wandkörper (22) besteht,
der in die Ringnut (12) eintaucht und an der Kolbenvorderseite durch einen Wandbereich
(23) mit dem Zentralkörper (21) verbunden ist,
der Zentralkörper (21) zwischen sich und einem die Durchgangsöffnung (11) von der
Ringnut (12) trennenden Ringwandteil (14) des Kolbens (1) durch einen Ringspalt (17)
beabstandet ist und einen sich nach hinten verjüngenden konischen Umfangsflächenbereich
(41) hat, der mit einem Dichtrand (42) eines in der Durchgangsöffnung (11) gebildeten
Öffnungswandvorsprungs (18) zusammenwirkt,
der Zentralkörper (21) an seinem hinteren Ende einen über die Kolbenrückseite (19)
überstehenden Vorsprung (29) aufweist, über welchen der Zentralkörper (21) bei einem
gegen die Rückseite (19) des Kolbens (1) ausgeübten Druck entgegen einer von dem als
Feder wirkenden Wandbereich (23) erzeugten Rückstellkraft nach vorne gedrückt werden
kann, um einen Ventilspalt zwischen dem konischen Umfangsflächenbereich (41) und dem
Dichtrand (42) zu öffnen,
eine Entlüftestrecke vorgesehen ist, die durch die Ringnut (12) und eine Filterstrecke
(3), die zwischen dem Wandkörper (22) und dem Ringwandteil (14) gebildet ist, sowie
durch den Ringspalt (17) führt,
dadurch gekennzeichnet, dass der Wandkörper (22) doppelwandig mit einer äußeren Wand (25) und einer inneren Wand
(26) ausgebildet ist, zwischen denen ein Zwischenraum (27) gebildet ist, der am vorderen
Ende durch den Wandbereich (23) verschlossen ist, der nur durch mindestens eine, von
der Kolbenvorderseite in den Zwischenraum (27) führende Luftdurchtrittsöffnung (28)
durchbrochen ist,
und dass zwischen der inneren Wand (26) und dem Ringwandteil (14) die Filterstrecke
(3) gebildet ist, in welche Luft aus dem Zwischenraum (27) um das rückwärtige Ende
der inneren Wand (26) herum eintreten und aus der Filterstrecke (3) um das vordere
Ende des Ringwandteils (14) herum in den Ringspalt (17) gelangen kann.
2. Kolben mit Entlüfteventil nach Anspruch 1, wobei das Ventilteil (2) durch eine Verrastung
(15, 24) zwischen dem Außenumfang der äußeren Wand (25) des Wandkörpers (22) und der
äußeren Ringnutwand (13) in der Ringnut (12) verrastet ist.