[0001] Die Erfindung beschreibt Verfahren zur Veränderung einer Kante eines tragbaren Datenträgers.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Verfahren zur Herstellung von tragbaren Datenträgern,
wie z.B. Chipkarten, Kreditkarten, Bankkarten, Ausweisen, Versicherungskarten, Führerscheinen,
etc., bekannt, welche eine farbige und/oder eine personalisierte Kante aufweisen,
die sich zwischen den zwei Außenseiten des tragbaren Datenträgers befindet.
[0003] Im Stand der Technik werden zur Herstellung eines tragbaren Datenträgers mit einer
farbigen Kante farbige Folien verwendet, die im Inneren des Datenträgers angeordnet
sind. Die farbigen Folien werden von beiden Seiten flächig mit einer weißen Farbe
bedruckt, was einen aufwändigen Druckprozess und einen hohen Verbrauch an Farbe bedeutet.
Ferner entstehen im Bereich des flächigen Drucks Verbundprobleme mit angrenzenden
Folien, die nur über entsprechende, zusätzliche Lackierungen und/oder eine Verwendung
von klebstoffbeschichteten Folien gelöst werden können.
[0004] US 2014 224 880 A1 offenbart eine Bedruckung der Kante. Dazu werden mehrere tragbare Datenträger gestapelt
und anschließend die außen liegenden Kanten bedruckt. Der Nachteil ist, dass es sich
hierbei um einen aufwändigen Prozess handelt, der nicht standardisiert ist. Darüber
hinaus besteht die Gefahr, dass durch den Druckprozess der gestapelten Datenträger
nicht nur die Kanten selbst bedruckt werden, sondern, dass Farbe zwischen die im Stapel
aneinanderliegenden Datenträger läuft und somit auch die Außenseiten der Datenträger
einfärbt.
[0005] Im Stand der Technik gibt es ferner zur Herstellung von tragbaren Datenträgern mit
einer personalisierten Kante den Ansatz, dass tragbare Datenträger verwendet werden,
die eine gerade gestanzte Kante aufweisen, wobei die Kante selbst eine ebene Oberfläche
aufweist. Die Kante schließt mit den Außenseiten des tragbaren Datenträgers jeweils
einen Winkel von ca. 90 Grad ein. Entsprechende Verfahren offenbaren die
DE 10 2008 033 461 A1 und die
EP 1970 211 A1. Der Nachteil gemäß Stand der Technik ist, dass es sich um sehr aufwändige und nicht
standardisierte Prozesse zum Druck und/oder zur Personalisierung der Kante handelt,
für die es keine standardisierten Fertigungsvorrichtungen gibt.
[0006] Aus der
WO2004/063977A2 ist es bekannt die Kanten eines kartenförmigen Datenträgers abzuschrägen.
[0007] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung eine Lösung für die oben genannten Probleme
zur Verfügung zu stellen.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung wird durch den unabhängigen Anspruch gelöst. Vorteilhafte
Ausführungen sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben. Zur Lösung der Aufgabe
offenbart die Erfindung ein Verfahren zur Veränderung einer Geometrie einer Kante
eines tragbaren Datenträgers, welches sich dadurch auszeichnet, dass die Geometrie
der Kante verändert wird, um die Kante und mindestens eine Außenseite des Datenträgers
von einer gemeinsamen Seite aus zu bearbeiten, ohne dass eine räumliche Lage des Datenträgers
verändert wird. Dies hat den Vorteil, dass standardisierte Verfahren und Vorrichtungen
für den Druck und die Personalisierung sowohl auf mindestens einer Außenseite als
auch auf der Kante des tragbaren Datenträgers verwendet werden können. Der tragbare
Datenträger kann erfindungsgemäß in einer räumlichen Lage so bearbeitet werden, dass
sowohl eine Außenseite des Datenträgers als auch die um die Außenseite laufende Kante
bearbeitet, z.B. bedruckt und/oder personalisiert und/oder markiert, werden kann,
ohne dass der Datenträger in seiner räumlichen Lage verändert werden muss, z.B. verschwenkt
oder gedreht werden muss, um die Kante zu bearbeiten. Dies hat den großen Vorteil,
dass die Herstellung von tragbaren Datenträgern mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
schneller und kostengünstiger möglich ist, als mit den Verfahren des Stands der Technik.
[0009] Ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist, dass die Kante bearbeitet
wird, indem die Kante mittels eines Druckverfahrens bedruckt wird. Für das Druckverfahren
kommt jedes geeignete Druckverfahren in Frage, wie z.B. ein Tampondruckverfahren.
Somit kann beispielsweise die Kante bedruckt werden, um einen farbigen Rahmen um mindestens
eine Außenseite des Datenträgers zu erzeugen, wobei die bedruckte Kante auch unter
dem Begriff Colored Egde bekannt ist.
[0010] Ein weiteres vorteilhaftes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist, dass die Kante
bearbeitet wird, indem die Kante mittels eines Laserverfahrens markiert wird. Das
Laserverfahren ist ein standardisiertes Verfahren z.B. zur Personalisierung, mittels
dem erfindungsgemäß einfach die Kante bearbeitet, z.B. markiert oder personalisiert,
werden kann, ohne dass z.B. die Kante in ihrer räumlichen Lage bewegt werden muss,
damit ein Laser die Kante z.B. markieren kann. Ferner eignet sich das Laserverfahren
besonders zur nachträglichen Bearbeitung der Kante, also nach Abschluß des Herstellungsverfahrens
des tragbaren Datenträgers.
[0011] Ein weiteres vorteilhaftes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist, dass die Geometrie
der Kante so verändert wird, dass sie schräg und/oder rund ist in Bezug auf mindestens
eine Außenseite des Datenträgers. Die schräge oder runde Geometrie der Kante sind
nur zwei beispielhafte Möglichkeiten für die mögliche Geometrie der Kante, um erfindungsgemäß
mindestens eine Außenseite und die Kante von einer Seite des tragbaren Datenträgers
bearbeiten zu können, ohne dass die räumliche Lage des tragbaren Datenträgers verändert
wird und ohne dass spezielle Vorrichtungen und Verfahren verwendet werden müssen,
sondern dass herkömliche Vorrichtungen und Verfahren weiter benutzt werden können.
Alternativ bietet sich z.B. eine Geometrie an, bei der im Verlauf der Kante um die
Außenseiten des tragbaren Datenträgers sich z.B. eine runde in eine schräge Geometrie
verändert. Desweiteren muss die Geometrie sich nicht über eine gesamte Höhe des tragbaren
Datenträgers erstrecken, sondern kann sich auch nur über einen Teil der Höhe erstrecken.
Die Kante selbst kann z.B. mittels eines Stanzverfahrens hergestellt werden. Alternativ
kann die Kante auch mittels eines Laserverfahrens oder eines mechanischen Fräsverfahrens
ausgebildet werden. Ferner kann die Kante während oder nach dem Herstellungsverfahren
des tragbaren Datenträgers hergestellt werden.
[0012] Ein weiteres vorteilhaftes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist, dass ein Datenträger
verwendet wird, der in seinem Inneren mindestens eine weiße Folie und als äußerste
Folie auf beiden Außenseiten jeweils eine Overlayfolie aufweist. Die Verwendung dieses
Aufbaus hat besonders vorteilhafte Eigenschaften insofern, als eine Kennzeichnung
der Kante, z.B. durch ein Bedrucken und/oder ein Markieren ein hoher Kontrast erzeugt
wird, wobei ein Betrachter die Kennzeichnung auf der Kante besonders gut und deutlich
erkennt.
[0013] Im Folgenden werden vorteilhafte Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben.
Figur 1 zeigt einen schematischen Aufbau eines kartenförmigen Datenträgers gemäß Stand
der Technik im Querschnitt.
Figuren 2, 3, 4 und 5 zeigen jeweils einen Aufbau eines erfindungsgemäßen Datenträgers
mit unterschiedlichen geometrischen Kantenformen im Querschnitt.
[0014] Figur 1 zeigt einen kartenförmigen Datenträger 2 gemäß Stand der Technik. Der Datenträger
2 umfasst im Inneren des Datenträgers 2 z.B. zwei weisse Folien 4. Die weisse Folie
4 ist eine eingefärbte Folie, wie sie käuflich erwerblich ist. Auf den beiden äußeren
Seiten des Verbunds, bestehend aus den beiden weissen Folien 4, ist jeweils eine Overlayfolie
6 und 8 als äußerste Folienschicht angeordnet. Um die umlaufende Kante z.B. zu bedrucken
oder zu markieren, ist es notwendig, dass der tragbare Datenträger so bewegt wird,
dass z.B. mittels eines Druck- oder Laserverfahrens die Kante bearbeitet werden kann.
Dies ist sehr aufwändig und stellt einen Nachteil des Stands der Technik dar, welcher
durch die vorliegende Erfindung überwunden wird.
[0015] Die Figuren 2, 3, 4 und 5 offenbaren jeweils ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
kartenförmigen Datenträgers 12 mit unterschiedlicher geometrischer Form einer Kante
24. Der erfindungsgemäße Datenträger 12 weist in seinem Inneren zwei weisse Folien
14 auf. Auf einer Oberseite der oberen weissen Folie 14 ist eine erste Overlayfolie
16 angeordnet. Auf einer Unterseite der unteren weissen Folie 14 ist eine zweite Overlayfolie
18 angeordnet. Die geometrische Form der Kante 24 ist in einer gestrichelten Linie
dargestellt. Die geometrische Form der Kante 24 kann während und/oder nach der Herstellung
des tragbaren Datenträgers 12 ausgebildet werden. Dazu eignen sich beispielsweise
mechanische Verfahren, z.B. ein Fräsverfahren, oder ein Laserverfahren oder jedes
andere geeignete Verfahren, um die geometrische Form der Kante 24 zu erzeugen. Die
Kante 24 kann z.B. bedruckt werden, um einen farbigen Rand des tragbaren Datenträgers
zu erzeugen. Als weitere Alternative kann die Kante 24 z.B. mittels eines Lasers markiert
oder personalisiert werden, um z.B. benutzerspezifische Daten auf die Kante 24 des
tragbaren Datenträgers 12 zu schreiben. Der erfindungswesentliche Effekt ist, dass
durch die geometrische Form der Kante 24 sowohl mindestens eine Außenseite 26, 28
als auch die Kante 24 selbst z.B. bedruckt und/oder mittels eines Lasers markiert
werden können, ohne dass die räumliche Lage des tragbaren Datenträgers verändert werden
muss. Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist, dass die Kante 24 auch nach der Herstellung
des tragbaren Datenträgers 12 hergestellt und bearbeitet, z.B. bedruckt und/oder mittels
eines Lasers markiert oder personalisiert werden kann.
[0016] Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist, dass die geometrische Form der Kante 24 des
Datenträgers 12 einen optischen Eindruck beim Betrachten des Datenträgers 12 hinterläßt,
dass wenn ein Betrachter eine Außenseite 26, 28 des Datenträgers 12 betrachtet, dann
sieht der Betrachter gleichzeitig die Kante 24 und erhält damit zudem einen optischen
Eindruck einer z.B. farbigen und/oder personalisierten Kante 24 des Datenträgers 12.
Für die geometrische Form der Kante 24 gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Beispielhaft
sind in den Figuren 2 und 3 eine einseitig abgeschrägte Form, in Figur 4 eine beidseitig
abgeschrägte Form und in Figur 5 eine abgerundete Form angegeben. Figur 2 zeigt, wie
sich die Kante 24 über die gesamte Höhe des tragbaren Datenträgers 12 und alle Folien
des Datenträgers 12 erstreckt und Figur 3 zeigt, wie sich die Kante 24 nur über einen
Teil der Folien bzw. der Höhe des Datenträgers 12 erstreckt. Es sind alle anderen
geeigneten geometrischen Formen für die Kante 24 ebenfalls möglich. Ferner ist es
möglich, dass die Kante 24 in ihrem Verlauf um die erste und zweite Außenseite 26
und 28 die geometrische Form behält oder verändert, dass z.B. eine runde in eine abgeschrägte
Form übergeht.
Bezugszeichenliste
[0017]
- 2
- kartenförmiger Datenträger gemäß Stand der Technik
- 4
- weisse Folie
- 6
- Overlayfolie
- 8
- Overlayfolie
- 12
- erfindungsgemäßer kartenförmiger Datenträger
- 14
- weisse Folie
- 16
- Overlayfolie
- 18
- Overlayfolie
- 24
- geometrische Form der Kante
- 26
- erste Außenseite
- 28
- zweite Außenseite
1. Verfahren zur Veränderung einer Geometrie einer Kante (24) eines tragbaren, kartenförmigen
Datenträgers (12) und zu deren Bearbeitung, wobei der Datenträger eine erste Außenseite
(26) und eine zweite Außenseite (28) aufweist, wobei die Geometrie der Kante (24)
verändert wird, dadurch gekennzeichnet, dass die geometrisch veränderte Kante (24) und eine Außenseite (26, 28) des Datenträgers
(12) von einer gemeinsamen Seite aus bearbeitet werden, ohne dass eine räumliche Lage
des Datenträgers (12) verändert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kante (24) bearbeitet wird, indem die Kante (24) mittels eines Druckverfahrens
bedruckt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kante (24) bearbeitet wird, indem die Kante (24) mittels eines Laserverfahrens
markiert wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Geometrie der Kante (24) so verändert wird, dass sie schräg und/oder rund ist
in Bezug auf die Außenseite (26, 28) des Datenträgers (12).
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Datenträger (12) verwendet wird, der in seinem Inneren mindestens eine weiße
Folie (14) und als äußerste Folie eine Overlayfolie (16,18) aufweist.
1. A method for changing a geometry of an edge (24) of a portable, card-shaped data carrier
(12) and for its processing, wherein the data carrier has a first outer side (26)
and a second outer side (28), wherein the geometry of the edge (24) is changed, characterized in that the geometrically changed edge (24) and an outer side (26, 28) of the data carrier
(12) are processed from a common side, without changing a location in space of the
data carrier (12).
2. The method according to claim 1, characterized in that the edge (24) is processed by imprinting the edge (24) by means of a printing method.
3. The method according to claim 1 or 2, characterized in that the edge (24) is processed by marking the edge (24) by means of a laser process.
4. The method according to any of the preceding claims 1 to 3, characterized in that the geometry of the edge (24) is changed such that it is diagonal and/or circular
with respect to the outer side (26, 28) of the data carrier (12).
5. The method according to any of the preceding claims 1 to 4, characterized in that a data carrier (12) is employed which in its interior has at least one white foil
(14) and an overlay foil (16,18) as an outermost foil.
1. Procédé de modification d'une géométrie d'un bord (24) d'un support de données (12)
portable en forme de carte et de son traitement, cependant que le support de données
comporte une première face extérieure (26) et une deuxième face extérieure (28), cependant
que la géométrie du bord (24) est modifiée, caractérisé en ce que le bord (24) géométriquement modifié et une face extérieure (26, 28) du support de
données (12) sont traités à partir d'un côté commun sans qu'une position spatiale
du support de données (12) ne soit modifiée.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le bord (24) est traité, ce qui a lieu en ce que le bord (24) est imprimé au moyen d'un procédé d'impression.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le bord (24) est traité, ce qui a lieu en ce que le bord (24) est marqué au moyen d'un procédé laser.
4. Procédé selon une des revendications précédentes de 1 à 3, caractérisé en ce que la géométrie du bord (24) est modifiée de telle façon qu'elle est oblique et/ou ronde
par rapport aux faces extérieures (26, 28) du support de données (12).
5. Procédé selon une des revendications précédentes de 1 à 4, caractérisé en ce qu'un support de données (12) comportant en son intérieur au moins une feuille blanche
(14) et comme feuille la plus extérieure une feuille (16, 18) de recouvrement est
utilisé.