[0001] Die Erfindung betrifft ein Applikationsgerät, insbesondere einen Rotationszerstäuber,
zur Applikation eines Beschichtungsmittels.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Zweikomponentenlacke (2K-Lacke) bekannt, die aus zwei
Komponenten bestehen, nämlich einem Härter (z. B. Isocyanat) und einem Stammlack.
Bei der Förderung derartiger 2K-Lacke in einer Lackieranlage kommen als Absperrventile
üblicherweise Nadelventile zum Einsatz, die eine verschiebbare Ventilnadel aufweisen.
Die Ventilnadel verläuft hierbei durch einen Ventilraum, der im Betrieb mit dem 2K-Lack
gefüllt ist, wobei der Ventilraum gegenüber dem auf die Ventilnadel wirkenden Ventilantrieb
durch einen Dichtungsring abgedichtet ist. Der Dichtungsring schleift dabei mit seiner
Innenseite auf der äußeren Mantelfläche der Ventilnadel und liegt mit seinem äußeren
Umfang an der Innenwand des Ventilraums an.
[0003] Problematisch hierbei ist die Tatsache, dass der Härter (z. B. Isocyanat) in der
Regel mit Wasser reagiert und dann aushärtet. Hierbei reichen bereits geringste Mengen
Wasser aus, um den Aushärtungsprozess zu starten, sodass beispielsweise die normale
Luftfeuchtigkeit bereits zum Aushärten führt. Dies ist problematisch, weil der 2K-Lack
oder der verwendete Härter sehr kriechfähig und niederviskos ist und deshalb den Dichtring
um die Ventilnadel unterwandern kann, sodass der 2K-Lack bzw. der Härter aus dem lackgefüllten
Ventilraum in den Bereich des Ventilantriebs austreten kann.
[0004] Dies kann insbesondere bei längeren Stillstandszeiten (z. B. an Wochenenden) zu einem
unerwünschten Aushärten des 2K-Lacks bzw. des Härters führen. Beispielsweise kann
der ausgehärtete 2K-Lack die Ventilnadel im Ventilsitz festkleben. Darüber hinaus
kann der 2K-Lack an der Ventilnadel anhaften und dann im ausgehärteten Zustand den
umgebenden Dichtring beschädigen, was zu einer Undichtigkeit führt. Weiterhin können
ausgehärtete Ablagerungen im Ventilsitz dazu führen, dass das Ventil nicht mehr schließt.
Ferner können Aushärtungen dazu führen, dass das Ventil langsamer schließt.
[0005] Besonders problematisch ist ein Ventilversagen, wenn das Ventil nicht mehr öffnen
kann, da es dann stromaufwärts vor dem Ventil zu einer Überdruckstörung kommen kann,
die im Extremfall zu einem Bersten der Zuleitungsschläuche führen kann, wodurch 2K-Lack
bzw. Härter austreten kann, was dann erhebliche Stillstandszeiten für Reinigungs-
und Reparaturarbeiten nach sich zieht.
[0006] Schließlich kann es im Bereich der Nadelspitze zu einer chemischen Reaktion zwischen
dem Medium (2K-Lack bzw. Härter) einerseits und dem Werkstoff der Nadelspitze bzw.
des Ventilsitzes kommen, was ebenfalls zu einer Verklebung führen kann, wodurch das
Ventil nicht mehr öffnen kann.
[0007] Zum allgemeinen technischen Hintergrund der Erfindung ist auch hinzuweisen auf
DE 297 19 535 U1.
[0008] Ferner offenbart die ältere, nachveröffentlichte europäische Patentanmeldung
EP 2 990 124 A1 ein druckluftbetätigtes Beschichtungsmittelventil, das den Beschichtungsmittelstrom
zu einem Applikationsgerät steuert.
[0009] Die Betätigung des Beschichtungsmittelventils erfolgt hierbei ausschließlich durch
Druckluft und das Beschichtungsmittelventil ist baulich getrennt von dem Applikationsgerät.
[0010] Schließlich offenbart
DE 27 47 707 A1 ein Applikationsgerät gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1. Hierbei sind jedoch zur
Steuerung des Beschichtungsmittelstroms und zum Überdruckschutz separate Ventile erforderlich.
[0011] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein entsprechend verbessertes Applikationsgerät
zu schaffen, das bei einem Ventilversagen (d. h. einem Verkleben eines Ventils) verhindert,
dass Zuleitungen bersten können. Darüber hinaus kann es wünschenswert sein, auch grundsätzlich
ein Versagen eines Ventils zu verhindern, was auch bei 1K-Zerstäubern vorteilhaft
ist.
[0012] Diese Aufgabe wird durch ein erfindungsgemäßes Applikationsgerät gemäß dem Hauptanspruch
gelöst.
[0013] Das erfindungsgemäße Applikationsgerät (z. B. Rotationszerstäuber) weist zunächst
in Übereinstimmung mit dem Stand der Technik einen ersten Beschichtungsmittelanschluss
auf, über den ein erstes Beschichtungsmittel zugeführt werden kann, wie beispielsweise
ein Stammlack eines Zweikomponentenlacks (2K-Lack).
[0014] Hierbei ist zu erwähnen, dass der im Rahmen der Erfindung verwendete Begriff eines
Applikationsgeräts nicht beschränkt ist auf das bevorzugte Ausführungsbeispiel eines
Rotationszerstäubers, wobei derartige Rotationszerstäuber als Absprühelement einen
rotierenden Glockenteller oder eine rotierende Scheibe haben können. Andere mögliche
Ausführungsbeispiele für erfindungsgemäße Applikationsgeräte sind Luftzerstäuber,
Streifenzerstäuber (z. B. gemäß
DE 10 2013 002 412 A1), Handpistolen, Scheibenzerstäuber, Airless-Zerstäuber, Airmix-Zerstäuber und Ultraschallzerstäuber,
um nur einige Beispiele zu nennen.
[0015] Ferner ist zu erwähnen, dass die Erfindung hinsichtlich des applizierten Beschichtungsmittels
nicht auf Lacke oder Lackbestandteile beschränkt ist. Vielmehr kann es sich bei dem
Beschichtungsmittel auch um andere Fluide handeln, wie beispielsweise Dichtmittel,
Dämmstoff oder Klebstoff, um nur einige Beispiele zu nennen.
[0016] In diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass die Erfindung nicht beschränkt
ist auf Einkomponenten-Beschichtungsmittel oder Zweikomponenten-Beschichtungsmittel,
sondern auch bei Mehrkomponenten-Beschichtungsmitteln anwendbar ist, die beispielsweise
drei Komponenten aufweisen können.
[0017] Darüber hinaus weist das erfindungsgemäße Applikationsgerät in Übereinstimmung mit
dem Stand der Technik einen ersten Beschichtungsmittelstrang auf, der in dem Applikationsgerät
von dem ersten Beschichtungsmittelanschluss ausgeht und das erste Beschichtungsmittel
führt.
[0018] In diesem ersten Beschichtungsmittelstrang ist in Übereinstimmung mit dem Stand der
Technik ein steuerbares erstes Ventil angeordnet, das den Strom des ersten Beschichtungsmittels
durch den ersten Beschichtungsmittelstrang steuert, wobei dieses erste Ventil durch
ein erstes Steuersignal steuerbar ist.
[0019] Bei dem Steuersignal kann es sich beispielsweise um ein elektrisches Steuersignal
oder um ein pneumatisches Steuersignal handeln, jedoch ist die Erfindung hinsichtlich
der Steuerung der Ventile nicht auf diese Beispiele beschränkt.
[0020] Das erfindungsgemäße Applikationsgerät zeichnet sich nun gegenüber dem Stand der
Technik dadurch aus, dass in dem ersten Beschichtungsmittelstrang ein eigenmediumbetätigtes
erstes Überdruckventil angeordnet ist, das zur Vermeidung einer Überdruckstörung automatisch
öffnet, wenn der Druck stromaufwärts vor dem ersten Überdruckventil einen bestimmten
Maximaldruck überschreitet. Falls es also in dem ersten Beschichtungsmittelstrang
zu einer Überdruckstörung kommt, weil ein Ventil in dem ersten Beschichtungsmittelstrang
versagt und nicht mehr öffnet, so wird ein Bersten der Zuleitungen verhindert, weil
das erste Überdruckventil dann automatisch öffnet. Bei dem ersten Überdruckventil
handelt es sich also um ein eigenmediumbetätigtes Überdruckventil, das in Abhängigkeit
von dem eingangsseitig anliegenden Fluiddruck öffnet bzw. schließt.
[0021] Vorzugsweise sind alle überdruckgefährdeten Fluidstränge in dem Applikationsgerät
durch derartige Überdruckventile abgesichert, um bei Überdruckstörungen einen Druckabbau
zu ermöglichen. Dies kann alle Fluidstränge in dem Applikationsgerät umfassen, beispielsweise
für Stammlack, Härter, fertig gemischten Zweikomponentenlack, Einkomponentenlack,
Lösemittel (Spülmittel).
[0022] Gemäß der Erfindung wird das erste Überdruckventil durch das steuerbare erste Ventil
gebildet. Dies bedeutet, dass das erste Ventil zwei Funktionen erfüllt. Zum einen
ermöglicht das erste Ventil eine Steuerung des Fluidstroms durch den ersten Beschichtungsmittelstrang.
Zum anderen funktioniert das erste Ventil aber auch als Überdruckventil und öffnet
automatisch (eigenmediumbetätigt), wenn der eingangsseitig anliegende Druck einen
bestimmten Maximaldruck überschreitet.
[0023] In dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung führt der erste Beschichtungsmittelstrang
zu einem Applikationselement, welches das erste Beschichtungsmittel appliziert. Beispielsweise
kann es sich bei diesem Applikationselement um einen Glockenteller bzw. um eine Farbdüse
in einem Glockenteller handeln, jedoch ist die Erfindung hinsichtlich des Typs des
Applikationselements nicht auf dieses Beispiel beschränkt.
[0024] Hierbei ist in dem ersten Beschichtungsmittelstrang zwischen dem ersten Überdruckventil
und dem Applikationselement ein erstes Hauptventil angeordnet, welches den Fluidstrom
in dem ersten Beschichtungsmittelstrang entweder absperrt oder freigibt. Vorzugsweise
ist das erste Hauptventil als Hauptnadelventil ausgebildet und weist eine verschiebbare
Ventilnadel auf, die einen Ventilsitz wahlweise freigibt oder versperrt.
[0025] Derartige Nadelventile sind an sich aus dem Stand der Technik bekannt und müssen
deshalb nicht näher beschrieben werden.
[0026] In dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung weist das Applikationsgerät
einen zweiten Beschichtungsmittelanschluss auf, um ein zweites Beschichtungsmittel
zuzuführen, wie beispielsweise einen Härter des 2K-Lacks. Von diesem zweiten Beschichtungsmittelanschluss
geht dann ein zweiter Beschichtungsmittelstrang aus, wobei in dem zweiten Beschichtungsmittelstrang
ein zweites Überdruckventil angeordnet ist, das ebenfalls eigenmediumbetätigt ist
und automatisch öffnet, wenn der Druck stromaufwärts vor dem ersten Überdruckventil
einen bestimmten Maximaldruck überschreitet. Der zweite Beschichtungsmittelstrang
mündet vorzugsweise stromaufwärts vor dem ersten Hauptventil in den ersten Beschichtungsmittelstrang,
was eine Mischung des Stammlacks mit dem Härter ermöglicht.
[0027] In dem ersten Beschichtungsmittelstrang ist deshalb vorzugsweise zwischen der Einmündungsstelle
des zweiten Beschichtungsmittelstrangs und dem ersten Hauptventil ein Mischer angeordnet,
der den Stammlack mit dem Härter zu dem 2K-Lack mischt.
[0028] Der Mischer ist vorzugsweise als statischer Mischer ausgebildet, beispielsweise als
Gittermischer oder als Wendelmischer. Derartige Mischer sind beispielsweise aus
DE 10 2010 019 771 A1 bekannt, so dass der Inhalt dieser Druckschrift der vorliegenden Beschreibung hinsichtlich
des Aufbaus und der Funktionsweise des Mischers in vollem Umfang zuzurechnen ist.
[0029] Darüber hinaus weist das erfindungsgemäße Applikationsgerät vorzugsweise einen ersten
Rückführanschluss auf, um Fluide (z. B. Reste des Stammlacks) in eine erste Rückführung
zurückzuführen. Hierbei zweigt von dem ersten Beschichtungsmittelstrang stromaufwärts
vor dem ersten Überdruckventil ein erster Rückführstrang ab, der in den ersten Rückführanschluss
mündet. In dem ersten Rückführstrang ist hierbei vorzugsweise ein drittes Überdruckventil
angeordnet, das ebenfalls eigenmediumbetätigt ist und automatisch öffnet, wenn der
Druck in dem ersten Rückführstrang stromaufwärts vor dem dritten Überdruckventil einen
bestimmten Maximalwert überschreitet.
[0030] Ferner weist das erfindungsgemäße Applikationsgerät vorzugswese einen ersten Lösemittelanschluss
auf, um ein erstes Lösemittel zuzuführen, wobei das erste Lösemittel vorzugsweise
für den Stammlack vorgesehen ist. Von diesem ersten Lösemittelanschluss geht vorzugsweise
ein erster Lösemittelstrang aus, wobei der erste Lösemittelstrang vorzugsweise in
den ersten Beschichtungsmittelstrang mündet und zwar zwischen dem ersten Überdruckventil
und dem ersten Hauptventil. Hierbei ist in dem ersten Lösemittelstrang vorzugsweise
ein erstes Lösemittelventil angeordnet, das steuerbar ist, und den Lösemittelstrom
freigibt oder sperrt.
[0031] Darüber hinaus weist das erfindungsgemäße Applikationsgerät vorzugsweise einen Pulsluftanschluss
auf, um zu Reinigungszwecken Pulsluft zuzuführen, was an sich aus dem Stand der Technik
bekannt ist. Von diesem Pulsluftanschluss geht vorzugsweise ein Pulsluftstrang aus,
der in den ersten Beschichtungsmittelstrang mündet und zwar vorzugsweise zwischen
dem ersten Überdruckventil und dem ersten Hauptventil, wobei in dem Pulsluftstrang
ein Pulsluftventil angeordnet sein kann, um die Pulsluft zu steuern.
[0032] Weiterhin umfasst das erfindungsgemäße Applikationsgerät vorzugsweise einen zweiten
Lösemittelanschluss zur Zuführung eines zweiten Lösemittels, das vorzugsweise für
den Härter vorgesehen ist. Von diesem zweiten Lösungsmittelanschluss geht dann vorzugsweise
ein zweiter Lösemittelstrang aus, der in den ersten Beschichtungsmittelstrang mündet
und zwar zwischen dem ersten Überdruckventil und dem ersten Hauptventil, wobei in
dem zweiten Lösemittelstrang vorzugsweise ein zweites Lösemittelventil angeordnet
ist. Dieses zweite Lösemittelventil ist vorzugsweise steuerbar, um den Lösemittelstrom
wahlweise freizugeben oder zu sperren.
[0033] In dem erfindungsgemäßen Applikationsgerät geht von dem ersten Beschichtungsmittelanschluss
vorzugsweise auch ein dritter Beschichtungsmittelstrang aus, wobei in dem dritten
Beschichtungsmittelstrang ein zweites Hauptventil angeordnet sein kann, insbesondere
in einer Bauweise als Hauptnadelventil, was an sich aus dem Stand der Technik bekannt
ist und deshalb nicht näher beschrieben werden muss. Das erste Hauptventil und das
zweite Hauptventil sind dann vorzugsweise ausgangsseitig zusammengeführt und führen
zu dem Applikationselement (z. B. Glockenteller). Bei dieser Bauweise kann das Applikationsgerät
also wahlweise zur Applikation eines Einkomponentenlackes oder zur Applikation eines
Zweikomponentenlackes eingesetzt werden.
[0034] Ferner weist das erfindungsgemäße Applikationsgerät vorzugsweise einen zweiten Rückführanschluss
auf, um Fluide (z. B. Pulsluft, Lackschaum) in eine zweite Rückführung zurückzuführen.
Von dem dritten Beschichtungsmittelstrang zweigt dann vorzugsweise stromaufwärts vor
dem zweiten Hauptventil ein zweiter Rückführstrang ab, der in den zweiten Rückführanschluss
mündet, wobei in diesem zweiten Rückführstrang vorzugsweise ein Rückventil angeordnet
ist. Dieses Rückführventil ist vorzugsweise eigenmediumbetätigt, wobei das Rückführventil
vorzugsweise konstruktionsbedingt zwischen flüssigem Beschichtungsmittel am Eingang
einerseits und Druckluft oder Schaum am Eingang andererseits unterscheidet. Das Rückführventil
öffnet dann selbsttätig, wenn am Eingang des Rückführventils Druckluft oder Schaum
anliegt. Das Rückführventil schließt dagegen, wenn am Eingang des Rückführventils
flüssiges Beschichtungsmittel anliegt. Das Rückführventil kann deshalb auch als Farbstoppventil
bezeichnet werden, da es automatisch schließt, wenn am Eingang des Rückführventils
anstelle von Druckluft oder Schaum flüssiger Lack anliegt. Der Aufbau und die Funktionsweise
eines solchen Farbstoppventils ist ausführlich in
DE 10 2009 020 064 A1 beschrieben, so dass der Inhalt dieser Druckschrift der vorliegenden Beschreibung
hinsichtlich des Aufbaus und der Funktionsweise des Rückführventils (Farbstoppventils)
in vollem Umfang zuzurechnen ist.
[0035] Darüber hinaus weist das erfindungsgemäße Applikationsgerät vorzugsweise mindestens
einen Kurzspülanschluss auf, um ein Spülmittel für eine Kurzspülung des Applikationsgeräts
zuzuführen. Von dem Kurzspülanschluss geht dann mindestens ein Kurzspülstrang aus,
der das Spülmittel unter Umgehung der Beschichtungsmittelstränge zu dem Applikationselement
leiten kann. Hierbei ist in dem Kurzspülstrang vorzugsweise ein steuerbares Kurzspülventil
angeordnet, das den Strom des Spülmittels wahlweise freigibt oder sperrt.
[0036] Weiterhin ist zu erwähnen, dass die Überdruckventile im geöffneten Zustand vorzugsweise
eine druckstoßdämpfende Funktion haben, so dass eingangsseitig eingehende Druckstöße
ausgangsseitig nur gedämpft weitergegeben werden. Dies kann beispielsweise dadurch
erreicht werden, dass die Überdruckventile als Membranventil ausgebildet sind, was
noch detailliert beschrieben wird.
[0037] Die Erfindung umfasst auch die technische Lehre, dass es sich bei dem Überdruckventil
um ein besonderes Nadelventil handelt. Das erfindungsgemäße Nadelventil weist zunächst
in Übereinstimmung mit dem Stand der Technik einen Ventilsitz und eine verschiebbare
Ventilnadel mit einem Nadelschaft und einem Nadelkopf auf. Die Ventilnadel ist hierbei
zwischen einer Schließstellung und einer Öffnungsstellung verschiebbar. In der Schließstellung
verschließt der Nadelkopf der Ventilnadel den Ventilsitz und sperrt dadurch den Fluidstrom.
In der Öffnungsstellung ist die Ventilnadel dagegen von dem Nadelkopf abgehoben und
gibt dadurch den Fluidstrom frei.
[0038] Zwischen der Öffnungsstellung und der Schließstellung können in einer Erfindungsvariante
verschiedene Zwischenstellungen der Ventilnadel kontinuierlich eingestellt werden,
um den Fluidstrom nicht nur qualitativ (auf/zu) zu steuern, sondern auch quantitativ,
d. h. mit einem einstellbaren Strömungswiderstand. In einer anderen Erfindungsvariante
steuert das Nadelventil den Fluidstrom dagegen nur qualitativ, indem der Fluidstrom
entweder freigegeben oder gesperrt wird.
[0039] Die Erfindung sieht nun vor, dass der die Ventilnadel umgebende und im Betrieb mediengefüllte
Ventilraum durch eine flexible Membran abgedichtet wird, welche die Ventilnadel stromaufwärts
vor dem Nadelkopf ringförmig und dichtend umgibt. Die flexible Membran verhindert
zuverlässig, dass Beschichtungsmittel (z. B. Härter) aus dem mediengefüllten Ventilraum
in Richtung des Ventilantriebs austritt und dort aushärtet.
[0040] In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die Ventilnadel in dem
Ventilraum verschiebbar angeordnet, wobei der Ventilraum zumindest abschnittsweise
zylindrisch ist. Die Membran liegt dann an ihrer Mitte vorzugsweise dichtend an dem
Nadelschaft der Ventilnadel an und ist an dem Nadelschaft der Ventilnadel befestigt.
Dies bedeutet, dass die Membran nicht an der Ventilnadel schleift, sondern die Verschiebebewegung
der Ventilnadel zwischen der Öffnungsstellung und der Schließstellung mitmacht. Dies
bedeutet, dass eine Verschiebung der Ventilnadel zu einer entsprechenden axialen Auslenkung
der Membran führt. Umgekehrt führt auch eine axiale Auslenkung der Membran, beispielsweise
aufgrund einer einseitigen Druckbeaufschlagung der Membran, zu einer entsprechenden
Verschiebung der Ventilnadel. An ihrem Umfangsrand ist die Membran dagegen dichtend
an der Innenwand des Ventilraums befestigt. Die Membran ermöglicht also mittig einen
axialen Hub, der mindestens so groß ist, wie der axiale Abstand zwischen der Schließstellung
und der Öffnungsstellung der Ventilnadel, damit die Membran die Bewegung der Ventilnadel
nicht behindert.
[0041] In dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung weist das Nadelventil einen
Ventilantrieb zum Verschieben der Ventilnadel auf, wobei der Ventilantrieb beispielsweise
als pneumatischer Ventilantrieb mit einem Kolben ausgebildet sein kann, was an sich
aus dem Stand der Technik bekannt ist und deshalb nicht näher beschrieben werden muss.
[0042] Darüber hinaus weist das erfindungsgemäße Nadelventil vorzugsweise einen Beschichtungsmitteleinlass
auf, um das Beschichtungsmittel (z. B. 2K-Lack oder Härter) zuzuführen, wobei der
Beschichtungsmitteleinlass vorzugsweise auf der dem Ventilantrieb abgewandten Seite
der Membran in den Ventilraum mündet, sodass die Membran den Ventilantrieb gegenüber
dem beschichtungsmittelgefüllten Ventilraum abdichtet.
[0043] Weiterhin enthält das erfindungsgemäße Nadelventil vorzugsweise einen Beschichtungsmittelauslass,
um das Beschichtungsmittel abzugeben, wobei der Beschichtungsmittelauslass vorzugsweise
in den Ventilsitz mündet, sodass das Beschichtungsmittel in der Öffnungsstellung der
Ventilnadel durch den Ventilsitz zu dem Beschichtungsmittelauslass strömen kann.
[0044] Es wurde bereits vorstehend erwähnt, dass das erfindungsgemäße Nadelventil einen
Ventilantrieb aufweisen kann, um die Ventilnadel zu verschieben. In dem bevorzugten
Ausführungsbeispiel der Erfindung umfasst dieser Ventilantrieb einen verschiebbaren
Kolben, der auf die Ventilnadel wirkt, um die Ventilnadel zu verschieben. Der Kolben
wird vorzugsweise pneumatisch angetrieben. Hierzu weist das Nadelventil vorzugsweise
einen Steuerlufteinlass auf, um Steuerluft zuzuführen, wobei die Steuerluft auf den
Kolben wirkt, um den Kolben und damit auch die Ventilnadel zu verschieben.
[0045] Ferner umfasst das erfindungsgemäße Nadelventil vorzugsweise eine Ventilfeder, die
mit einer Federkraft auf den Kolben oder die Ventilnadel wirkt. Die Ventilfeder einerseits
und die Steuerluft andererseits wirken hierbei vorzugsweise in entgegengesetzte Richtungen.
[0046] Weiterhin ist zu erwähnen, dass die Federkraft der Ventilfeder vorzugsweise mindestens
20 N, 40 N oder mindestens 80 N und/oder höchstens 400 N, 200 N oder 100 N beträgt,
was vorzugsweise sowohl für die Schließstellung als auch für die Öffnungsstellung
der Ventilfeder gilt.
[0047] In dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung drückt die Ventilfeder die Ventilnadel
in Richtung der Schließstellung, wohingegen die Steuerluft die Ventilnadel über den
Kolben in Richtung der Öffnungsstellung drückt. Die Ventilfeder und der Nadelkopf
sind dabei vorzugsweise auf gegenüberliegenden Seiten des Kolbens angeordnet.
[0048] Hierbei ist zu erwähnen, dass der Kolben vorzugsweise einen relativ großen Kolbendurchmesser
aufweist, um beim Bewegen der Ventilnadel in die Öffnungsstellung eine möglichst große
Öffnungskraft zu erzeugen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Öffnungskraft abhängt
von der effektiven Kolbenfläche und damit auch vom Kolbendurchmesser und von dem pneumatischen
Druck der Steuerluft. Der Kolben weist deshalb vorzugsweise einen Kolbendurchmesser
von mindestens 5 mm, 10 mm, 15 mm, 20 mm, 25mm oder sogar 32 mm auf. Vorzugsweise
ist der Kolbendurchmesser so groß, dass sich mit einem üblichen Steuerluftdruck von
weniger als 6 bar eine ausreichend große Öffnungskraft realisieren lässt. Dies ist
sinnvoll, weil in Lackieranlagen meist ohnehin übliche 6-bar-Druckluftnetze zur Verfügung
stehen, die dann auch zur Ansteuerung des erfindungsgemäßen Nadelventils verwendet
werden können. Auf diese Weise kann also auf ein separates Druckluftnetz zur Ansteuerung
des Nadelventils verzichtet werden.
[0049] Es wurde bereits vorstehend erwähnt, die Ventilfeder die Ventilnadel vorzugsweise
in Richtung der Schließstellung drückt und zwar mit einer bestimmten Schließkraft.
Der pneumatische Ventilantrieb drückt die Ventilnadel dagegen bei einer pneumatischen
Ansteuerung mit einer bestimmten Öffnungskraft in Richtung der Öffnungsstellung. Hierbei
sollte die Öffnungskraft des pneumatischen Ventilantriebs um einen bestimmten Öffnungskraftüberschuss
größer sein als die Schließkraft, um das Nadelventil sicher öffnen zu können, wenn
der Nadelkopf an dem Ventilsitz anhaftet. Das Nadelventil ist deshalb vorzugsweise
so ausgelegt, dass der Öffnungskraftüberschuss größer ist als 20 N, 40 N, 60 N, 80
N, 100 N, 120 N, 130 N oder sogar 180 N.
[0050] Bei der Beschreibung des Standes der Technik wurde eingangs bereits auf die Gefahr
hingewiesen, dass die Beschichtungsmittelschläuche stromaufwärts vor dem Nadelventil
bei einer Überdruckstörung auch durch Fehlbedienung oder Fehlinterpretation der Überdruckstörung
bersten können, wodurch 2K-Lack oder Härter austreten können, was dann zu längeren
Stillstandszeiten führt, da der ausgetretene 2K-Lack bzw. der ausgetretene Härter
aushärtet. Nach dem Bersten kommt es zu keiner weiteren Überdruckstörung. Wenn die
Bediener die Anlage wieder in Gang setzen, dann tritt ein Teil oder Großteil der Lackiermenge
aus dem geborstenen Schlauch aus und flutet z. B. den gesamten Handachsbereich. Meist
wird der Fehler dann erst entdeckt, wenn schon mehrere Liter ausgetreten sind und
es zu anderen weiteren Störungen kommt, z. B. Drehzahlstörung, da die Turbinenabluft
durch den Lack nicht mehr entweichen kann. Das erfindungsgemäße Nadelventil weist
deshalb eine Überdruckfunktion auf, die beim Überschreiten eines bestimmten Öffnungsdrucks
an dem Beschichtungsmitteleinlass zum automatischen Öffnen des Ventils führt. Hierzu
drückt das in dem Ventilraum befindliche Beschichtungsmittel gegen die Membran, wodurch
die Membran und damit auch die Ventilnadel aus der Schließstellung in die Öffnungsstellung
gedrückt wird, wenn der Beschichtungsmitteldruck ausreichend groß ist, um die entgegen
gerichtete Kraft der Ventilfeder zu überwinden. Die Membran weist deshalb vorzugsweise
einen Membrandurchmesser von mindestens 3 mm, 6 mm oder 9 mm und/oder höchstens 40
mm, 20 mm oder 11 mm auf. Der Öffnungsdruck des Beschichtungsmittels an dem Beschichtungsmitteleinlass
beträgt dann vorzugsweise mindestens 8 bar, 10 bar, 12 bar, 14 bar oder mindestens
38 bar und/oder höchstens 38 bar, 22 bar, 18 bar oder 16 bar. Die Schließkraft der
Feder muss also so an den gewünschten Öffnungsdruck und den effektiven Querschnitt
der Membran angepasst werden, dass der Beschichtungsmitteldruck in dem Ventilraum
beim Überschreiten des gewünschten Öffnungsdrucks die Membran und damit auch die Ventilnadel
aus der Schließstellung in die Öffnungsstellung drückt.
[0051] Weiterhin ist zu erwähnen, dass sich der Ventilsitz vorzugsweise mit einem bestimmten
Sitzwinkel in Strömungsrichtung verengt, wie sich auch der Nadelkopf vorzugsweise
mit einem bestimmten Kopfwinkel in Strömungsrichtung verengt. In dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
ist der Sitzwinkel im Wesentlichen gleich dem Kopfwinkel. Beispielsweise kann der
Sitzwinkel im Bereich von 35°-50° liegen, wie auch der Kopfwinkel vorzugsweise im
Bereich von 35°-50° liegt, was eine optimale Abdichtung gewährleistet. Ein größerer
Kopfwinkel verbessert hierbei den Durchfluss des Mediums bei den mit geringen Nadelhüben
(ca. 1,5 mm anstelle von 3 mm bei herkömmlichen Nadelventilen) ausgestatteten erfindungsgemäßen
Nadelventilen mit einer zusätzlichen Membran.
[0052] In dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Nadelkopf der Ventilnadel
ein zusätzliches Dichtelement eingesetzt, um den Ventilsitz in der Schließstellung
abzudichten. Dieses zusätzliche Dichtelement kann aus einem anderen Material bestehen
als der Nadelkopf der Ventilnadel, wobei vorzugsweise ein elastisches Material zum
Einsatz kommt, wie beispielsweise FFKM (Perfluorkautschuk). Beispielsweise kann das
zusätzliche Dichtelement an dem Nadelkopf anvulkanisiert sein. Es besteht jedoch auch
die Möglichkeit, dass das Dichtelement in den Nadelkopf eingesetzt ist, beispielsweise
in eine Ringnut in dem Nadelkopf. Der Nadelkopf selbst kann hierbei beispielsweise
aus Titan oder aus einer Titanlegierung bestehen, damit der Nadelkopf gegenüber chemisch
aggressiven Härtern von 2K-Lacken widerstandsfähig ist.
[0053] Es wurde bereits vorstehend kurz erwähnt, dass sich der Nadelkopf und der Ventilsitz
vorzugsweise in Strömungsrichtung im Wesentlichen konisch verjüngen. Hierbei kann
der Nadelkopf eine Ringnut aufweisen, in die das bereits vorstehend kurz erwähnte
Dichtungselement eingesetzt sein kann. Hierbei kann das Problem auftreten, dass die
auf die Ventilnadel wirkende Schließkraft vollständig von dem Dichtelement aufgenommen
wird, was dann zu einer mechanischen Überlastung und Beschädigung des Dichtelements
führen kann. Dies kann dadurch verhindert werden, dass der Nadelkopf einen starren
Anschlag aufweist und sich in der Schließstellung mit dem Anschlag an dem Ventilsitz
abstützt. Beim Schließen des Ventils wird das Dichtelement in dem Nadelkopf also nur
so weit auf Druck beansprucht, bis die Ventilnadel mit ihrem Anschlag an dem Ventilsitz
anliegt. Auf diese Weise wird die Kompression des Dichtelements in dem Nadelkopf beim
Schließen des Ventils begrenzt, was der Lebensdauer des Dichtelements zuträglich ist.
In dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung wird dieser Anschlag durch eine
ringförmig umlaufende Abstützfläche gebildet, die in der konischen Mantelfläche des
Nadelkopfs stromaufwärts vor dem Dichtelement liegt. Hierbei kann das Problem bestehen,
dass das Dichtelement den Bereich des Nadelkopfs stromabwärts hinter dem Dichtelement
abdichtet, sodass dieser Bereich bei einem Spülvorgang nicht von dem Spülmittel erreichbar
ist. Dieses Problem kann im Rahmen der Erfindung dadurch gelöst werden, dass die Abstützfläche
mindestens eine axial verlaufende Spülnut aufweist, durch die Spülmittel in axialer
Richtung aus dem Ventilraum in den Bereich stromabwärts hinter dem Dichtelement eintreten
kann. Beispielsweise kann eine solche Spülnut eine Nutbreite von 1 mm - 2 mm aufweisen.
[0054] Im Rahmen der Erfindung besteht die Möglichkeit, dass die den Ventilraum abdichtende
flexible Membran den Dichtring ersetzt, der bei herkömmlichen Nadelventilen vorhanden
ist. Es besteht jedoch im Rahmen der Erfindung auch die Möglichkeit, dass zusätzlich
zu der flexiblen Membran zur Abdichtung auch ein herkömmlicher Dichtring vorhanden
ist, der die Ventilnadel ringförmig umgibt und schleifend auf der Mantelfläche der
Ventilnadel anliegt.
[0055] Der Nadelschaft der Ventilnadel weist vorzugsweise einen Durchmesser auf, der im
Bereich von 2 mm - 10 mm, 3 mm - 6 mm oder 4 mm - 5 mm liegen kann. Der maximale Nadelhub
der Ventilnadel ist dagegen vorzugsweise kleiner als 3 mm, 2,5 mm, 2 mm oder sogar
kleiner als 1,6 mm.
[0056] Im Rahmen der Erfindung sind verschiedene Varianten möglich, die sich durch die Anzahl
der verschiedenen Beschichtungsmittelstränge innerhalb des Applikationsgerätes unterscheiden.
[0057] Vorstehend wurde bereits eine erste Erfindungsvariante beschrieben, bei der innerhalb
des Applikationsgerätes zwei Beschichtungsmittelstränge verlaufen. Der eine Beschichtungsmittelstrang
ist hierbei für einen Härter eines Zweikomponentenlackes reserviert. Der andere Beschichtungsmittelstrang
kann dagegen wahlweise für einen zugehörigen Stammlack des Zweikomponentenlackes oder
für einen Einkomponentenlack verwendet werden.
[0058] In einer anderen Erfindungsvariante verlaufen dagegen innerhalb des Applikationsgerätes
drei Beschichtungsmittelstränge. Zwei der Beschichtungsmittelstränge sind hierbei
für Stammlack bzw. Härter eines Zweikomponentenlackes reserviert. Der dritte Beschichtungsmittelstrang
ist dagegen hierbei für einen Einkomponentenlack reserviert. Diese Erfindungsvariante
unterscheidet sich also von der vorstehend beschriebenen Erfindungsvariante im Wesentlichen
dadurch, dass für den Einkomponentenlack ein separater Beschichtungsmittelstrang vorgesehen
ist, der weder vom Stammlack noch vom Härter durchströmt wird.
[0059] Eine dritte Erfindungsvariante ist gegenüber der eingangs beschriebenen Erfindungsvariante
vereinfacht und weist nur zwei Beschichtungsmittelstränge auf, nämlich einen Beschichtungsmittelstrang
für einen Stammlack eines Zweikomponentenlackes und einen zweiten Beschichtungsmittelstrang
für einen Härter des Zweikomponentenlackes. Im Gegensatz zu der eingangs beschriebenen
ersten Erfindungsvariante ist es hierbei also nicht vorgesehen, über den Beschichtungsmittelstrang
für den Stammlack alternativ auch einen Einkomponentenlack zuzuführen.
[0060] Eine weitere Erfindungsvariante sieht dagegen vor, dass in dem Applikationsgerät
vier Beschichtungsmittelstränge vorgesehen sind, nämlich zwei Beschichtungsmittelstränge
für Stammlack bzw. Härter eines ersten Zweikomponentenlackes und zwei weitere Beschichtungsmittelstränge
für Stammlack bzw. Härter eines zweiten Zweikomponentenlackes.
[0061] Andere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet
oder werden nachstehend zusammen mit der Beschreibung der bevorzugten Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein Fluidschaltbild eines erfindungsgemäßen Rotationszerstäubers an einem Lackierroboter,
- Figur 2
- eine Querschnittsansicht durch ein erfindungsgemäßes Überdruckventil in einer Schließstellung,
- Figur 3
- eine Querschnittsansicht durch einen Ventilantrieb des Überdruckventils gemäß Figur
2,
- Figur 4
- eine schematische Darstellung eines konischen Nadelkopfs mit einem konischen Ventilsitz,
- Figur 5
- eine Abwandlung von Figur 1, wobei in dem Applikationsgerät drei Beschichtungsmittelstränge
verlaufen, nämlich für Stammlack, Härter und alternativ einen Einkomponentenlack,
- Figur 6
- eine Abwandlung von Figur 1, wobei der Stammlackstrang in dem Applikationsgerät für
den Stammlack reserviert ist und nicht alternativ zur Zuführung eines Einkomponentenlacks
dient, sowie
- Figur 7
- eine Abwandlung von Figur 1 mit vier Beschichtungsmittelsträngen in dem Applikationsgerät
für Stammlack bzw. Zerstäuber von zwei verschieden Zweikomponentenlacken.
[0062] Figur 1 zeigt einen erfindungsgemäßen Rotationszerstäuber RZ, der von einem Lackierroboter
geführt wird und mittels einer herkömmlichen Roboterhandachse am Ende eines Roboterarms
RA montiert ist.
[0063] In dem Roboterarm RA befindet sich ein Linearfarbwechsel LCC (LCC: Linear Color Changer),
der beispielsweise aus
DE 10 2008 037 035 A1 bekannt ist. Ausgangsseitig ist der Linearfarbwechsler LCC über eine Dosierpumpe
PSL mit einem Stammlackanschluss SL des Rotationszerstäubers RZ verbunden. Die Dosierpumpe
PSL ist hierbei ebenfalls in dem Roboterarm RA angeordnet und kann durch eine Bypass-Leitung
By1 umgangen werden. Die Funktion der Dosierpumpe PSL besteht in der Dosierung und
Förderung eines Stammlacks eines Zweikomponentenlacks (2K-Lack) .
[0064] Darüber hinaus befindet sich in dem Roboterarm RA ein Lösemittelventil VSV1 zur Zuführung
eines Lösemittels für den Stammlack, wobei das Lösemittelventil VSV1 ausgangsseitig
mit einem Lösemittelanschluss VS1 für den Stammlack verbunden ist.
[0065] Ferner befindet sich in dem Roboterarm RA auch eine Dosierpumpe PH zur Zuführung
eines Härters für den Zweikomponentenlack, wobei die Dosierpumpe PH ausgangsseitig
mit einem Härter-Anschluss H des Rotationszerstäubers RZ verbunden ist. Weiterhin
befindet sich in dem Roboterarm RA ein Lösemittelventil VHV1 zur gesteuerten Zuführung
eines Lösemittels für den Härter, wobei das Lösemittelventil VHV1 ausgangsseitig mit
einem Lösemittelanschluss VH des Rotationszerstäubers RZ verbunden ist.
[0066] Weiterhin enthält der Rotationszerstäuber RZ einen Pulsluftanschluss PL zur Zuführung
von Pulsluft, einen Rückführanschluss RF1 zur Rückführung von Restmaterial, einen
Rückführanschluss RF2 zur Rückführung von Pulsluft und Lackschaum sowie Kurzspülanschlüsse
KS1, KS2 zur Zuführung eines Spülmittels zum Kurzspülen des Rotationszerstäubers.
[0067] Der Stammlack-Anschluss SL des Rotationszerstäubers RZ ist mit einem Stammlackstrang
verbunden, der aus Leitungsabschnitten L1-L4 besteht, die zu einem Mischer MIX und
schließlich zu einem Hauptnadelventil HN1 führen, wobei das Hauptnadelventil HN1 mit
einem Ausgang A2 verbunden ist, der zu einem Glockenteller führt.
[0068] In dem Stammlackstrang, bestehend aus den Leitungsabschnitten L1-L4, befindet sich
stromaufwärts vor dem Mischer MIX ein Membran-Überdruckventil SLV1, das in seinem
Aufbau noch detailliert beschrieben wird. Das Membran-Überdruckventil SLV1 öffnet
eigenmediumbetätigt selbstständig, wenn der Druck des Stammlacks stromaufwärts vor
dem Membran-Überdruckventil SLV1 einen bestimmten Maximalwert überschreitet. Beim
Öffnen des Membran-Überdruckventils SLV1 kann der Überdruck dann über den Mischer
MIX und das Hauptnadelventil HN1 abgeführt werden. Dadurch wird verhindert, dass es
in den Leitungsabschnitten L1, L2 stromaufwärts vor dem Membran-Überdruckventil SLV1
zu einer Überdruckstörung oder gar zu einem Bersten von Leitungen kommen kann.
[0069] Von dem Leitungsabschnitt L2 des Stammlackstrangs zweigt ein Rückführstrang ab, der
durch einen Leitungsabschnitt L5 gebildet wird und in den Rückführanschluss RF1 mündet.
In dem Leitungsabschnitt L5 des Rückführstrangs ist hierbei ebenfalls ein Membran-Überdruckventil
RFV1 angeordnet, das in gleicher Weise aufgebaut sein kann wie das Membran-Überdruckventil
SLV1. Das Membran-Überdruckventil RFV1 hat die Aufgabe, einen Druckabbau zu ermöglichen,
wenn das Hauptnadelventil HN1 defekt ist und nicht mehr öffnet. In diesem Fall kommt
es nämlich zu einem Druckanstieg in dem Beschichtungsmittelstrang, der aus den Leitungsabschnitten
L1-L4 besteht. Dieser Druckanstieg führt dann rechtzeitig vor einer Überdruckstörung
zu einem automatischen Öffnen des Membran-Überdruckventils RFV1, so dass sich ein
eventueller Überdruck in dem Stammlackstrang durch den Rückführstrang und den Rückführanschluss
RF1 abbauen kann.
[0070] Von dem Härter-Anschluss H geht ein Härterstrang aus, der aus Leitungsabschnitten
L6, L7 besteht. Der Härterstrang mündet stromaufwärts vor dem Mischer MIX und stromabwärts
hinter dem Membran-Überdruckventil SLV1 in den Stammlackstrang. Der Stammlack und
der Härter werden deshalb in dem Mischer MIX gemischt.
[0071] Von dem Lösemittelanschluss VH geht ein Lösemittelstrang aus, der durch einen Leitungsabschnitt
L8 gebildet wird. In dem Leitungsabschnitt L8 des Lösemittelstrangs ist ein Lösemittelventil
VHV2 angeordnet, das eine Steuerung des Lösemittelstroms ermöglicht.
[0072] Von dem Pulsluftanschluss PL geht ein Pulsluftstrang aus, der durch Leitungsabschnitte
L9, L10 gebildet wird. In dem Leitungsabschnitt L9 des Pulsluftstrangs ist ein steuerbares
Pulsluftventil PLV angeordnet, das den Pulsluftstrom steuert.
[0073] Von dem anderen Lösemittelanschluss VS1 geht ein weiterer Lösemittelstrang aus, der
aus einem Leitungsabschnitt L11 und dem Leitungsabschnitt L10 besteht. In dem Leitungsabschnitt
L11 des Lösemittelstrangs für den Stammlack ist ein Lösemittelventil VSV2 angeordnet,
das den Lösemittelstrom steuern kann.
[0074] Das Härterventil HV in dem Härterstrang ist ebenfalls als Membran-Überdruckventil
ausgebildet und öffnet deshalb ebenfalls eigenmediumbetätigt, wenn der Druck des Härters
stromaufwärts vor dem Härterventil HV einen bestimmten Maximalwert überschreitet.
Der Überdruck in dem Härterstrang kann dann über die Leitungsabschnitte L7, L4, L3,
das Membran-Überdruckventil SLV1, das Membran-Überdruckventil RFV1 und den Rückführanschluss
RF1 abgebaut werden.
[0075] Darüber hinaus weist der Rotationszerstäuber RZ noch einen weiteren Stammlackstrang
auf, der aus dem bereits erwähnten Leitungsabschnitt L1 und einem weiteren Leitungsabschnitt
L12 gebildet wird. In dem Leitungsabschnitt L12 des weiteren Stammlackstrangs ist
ein Stammlackventil SLV2 angeordnet, das zu einem Hauptnadelventil HN2 führt. Die
beiden Hauptnadelventile HN1, HN2 sind ausgangsseitig mit dem Ausgang A2 und damit
mit dem Glockenteller verbunden. Über das Hauptnadelventil HN2 kann hierbei ein Einkomponentenlack
appliziert werden. Über das Hauptnadelventil HN1 kann dagegen ein Zweikomponentenlack
appliziert werden, der zuvor in dem Mischer MIX gemischt wird.
[0076] Von dem Leitungsabschnitt L12 stromaufwärts vor dem zweiten Hauptnadelventil HN2
zweigt ein weiterer Rückführstrang ab, der aus einem Leitungsabschnitt L13 besteht,
der in den Rückführanschluss RF2 mündet. In dem Leitungsabschnitt L13 des zweiten
Rückführstrangs ist ein Rückführventil RFV2 angeordnet, das als Farbstoppventil ausgebildet
ist. Das Rückführventil RFV2 öffnet also eigenmediumbetätigt, wenn am Eingang des
Rückführventils RFV2 Druckluft oder Lackschaum anliegt. Das Rückführventil RFV2 schließt
dagegen selbstständig und eigenmediumbetätigt, wenn am Eingang des Rückführventils
RFV2 flüssiger Lack anliegt. Der Aufbau des Rückführventils RFV2 ist an sich aus dem
Stand der Technik bekannt und beispielsweise in
DE 10 2009 020 064 A1 beschrieben.
[0077] Von den beiden Kurzspülanschlüssen KS1, KS2 geht jeweils ein Kurzspülstrang aus,
der aus den Leitungsabschnitten L14 bzw. L15 besteht. In den beiden Leitungsabschnitten
L14, L15 ist jeweils ein steuerbares Kurzspülventil KSV1 bzw. KSV2 angeordnet, wobei
die beiden Kurzspülventile KSV1, KSV2 ausgangsseitig mit einem Ausgang A1 zum Kurzspülen
verbunden sind. Die beiden Kurzspülstränge umgehen also bei einem Spülvorgang sowohl
die beiden Stammlackstränge als auch den Härterstrang und ermöglichen somit ein Kurzspülen,
was an sich aus dem Stand der Technik bekannt ist. Zwischen dem Ausgang der beiden
Kurzspülventile KSV1, KSV2 einerseits und dem Ausgang der beiden Hauptnadelventile
HN1, HN2 andererseits ist hierbei ein Rückschlagventil RV angeordnet.
[0078] Zu der vorstehend beschriebenen Anordnung ist zu erwähnen, dass die Membran-Überdruckventile
SFV1, RFV1 und das ebenfalls als Membran-Überdruckventil ausgebildete Härterventil
HV durch eine schräge Schraffierung als solche gekennzeichnet sind. Das als Farbstoppventil
ausgebildete Rückführventil RFV2 ist dagegen durch eine vollständig schwarze Füllung
als Farbstoppventil gekennzeichnet. Die Hauptnadelventile HN1, HN2 sind dagegen durch
eine senkrechte Schraffur als Nadelventil gekennzeichnet. Die restlichen Ventile sind
durch eine weiße Füllung als herkömmliche Nadelventile gekennzeichnet.
[0079] Die Figuren 2-4 zeigen verschieden Ansichten eines möglichen Aufbaus der Membran-Überdruckventile
SLV1, RFV1 und des ebenfalls als Membran-Überdruckventil ausgebildeten Härterventils
HV.
[0080] Das Überdruckventil weist zur Zuführung eines Fluids (z. B. Härter, Stammlack) einen
Einlass 1 und zur Abgabe des Beschichtungsmittels einen Auslass 3 auf.
[0081] Die Strömung des Beschichtungsmittels von dem Einlass 1 zu dem Auslass 3 wird hierbei
durch ein Nadelventil gesteuert. Das Nadelventil weist eine verschiebbare Ventilnadel
4 auf, wobei ein Nadelkopf 5 auf das distale Ende der Ventilnadel 4 aufgeschraubt
ist. Der Nadelkopf 5 besteht hierbei aus Titan und verjüngt sich zu seinem Ende hin
konisch, wobei in der konisch zulaufenden Mantelfläche des Nadelkopfs 5 eine Ringnut
angeordnet ist, in die ein Dichtring 6 aus FFKM (Perfluorkautschuk) eingesetzt ist.
[0082] In der Schließstellung gemäß Figur 2 liegt der Nadelkopf 5 mit dem Dichtring 6 an
einem Ventilsitz 7 dichtend an, wobei sich der Ventilsitz 7 ebenfalls konisch verjüngt
und in den Auslass 3 mündet.
[0083] In der Öffnungsstellung (nicht dargestellt) ist der Nadelkopf 5 dagegen von dem Ventilsitz
7 abgehoben und gibt dadurch die Strömung durch den Ventilsitz 7 zu dem Auslass 3
frei.
[0084] Die Einstellung der Schließstellung bzw. der Öffnungsstellung erfolgt hierbei durch
einen Ventilantrieb 8, der in Figur 3 detailliert dargestellt ist und pneumatisch
arbeitet.
[0085] So weist der pneumatische Ventilantrieb einen äußeren Gehäuseeinsatz 9 auf, der in
einen Gehäusekörper 10 des Zweikomponentenabsperrventils eingeschraubt ist.
[0086] In den äußeren Gehäuseeinsatz 9 ist wiederum ein innerer Gehäuseeinsatz 11 eingeschraubt.
[0087] In dem pneumatischen Ventilantrieb 8 ist ein Kolben 12 verschiebbar angeordnet, wobei
der Kolben 12 von einer Ventilfeder 13 in Richtung der Schließstellung gemäß Figur
1A vorgespannt wird. Die Ventilfeder 13 stützt sich hierbei an dem äußeren Gehäuseeinsatz
9 ab und drückt an ihrem gegenüberliegenden Ende gegen den Kolben 12, um diesen in
die Schließstellung zu drücken. Der Kolben 12 ist hierbei über einen Kolbeneinsatz
14 mit der Ventilnadel 4 verbunden, sodass der Kolben 12 auf die Ventilnadel 4 und
damit auch auf den Nadelkopf wirkt.
[0088] Der Kolben 12 ist hierbei von einem Dichtring 15 umgeben, der in dem Ringspalt zwischen
dem Kolben 12 einerseits und der Innenwand des inneren Gehäuseeinsatzes 11 angeordnet
ist und bei einer Bewegung des Kolbens 12 an der Innenwand des inneren Gehäuseeinsatzes
11 schleift.
[0089] Darüber hinaus ist ein weiterer Dichtring 16 vorgesehen, der schleifend auf der Mantelfläche
der verschiebbaren Ventilnadel 4 anliegt und dadurch eine weitere Abdichtung bewirkt.
Die Ventilnadel 4 verläuft hierbei teilweise durch einen Ventilraum 17, der im Betrieb
mit dem jeweiligen Fluid (z. B. Härter, Stammlack) gefüllt ist.
[0090] Zwischen dem Ventilantrieb 8 und dem mediengefüllten Ventilraum 17 ist hierbei eine
flexible Membran 18 als Dichtelement vorgesehen, um den Ventilraum 17 gegenüber dem
Ventilantrieb 8 abzudichten. Die flexible Membran 18 ist mit ihrem äußeren Umfangsrand
an dem unteren Ende der inneren Gehäuseeinsatzes 11 dichtend befestigt und weist mittig
eine Bohrung auf, durch die die Ventilnadel 4 hindurchgeführt ist. Die Membran 18
ist hierbei fluiddicht und fest mit der Ventilnadel 4 verbunden. Zum einen macht die
Membran 18 also die Verschiebebewegung der Ventilnadel 4 zwischen der Schließstellung
und der Öffnungsstellung mit. Zum anderen dichtet die Membran 4 aber auch den mediengefüllten
Ventilraum 17 gegenüber dem Ventilantrieb 8 ab, wobei keine Schleifbewegung wie bei
einem Dichtring erforderlich ist, sodass auch nicht die Gefahr besteht, dass der niederviskose
und kriechfähige Härter H in den Ventilantrieb 8 eindringen kann.
[0091] Der eigentliche Antrieb erfolgt hierbei durch Steuerluft, die in einen Steuerluftraum
19 unterhalb des Kolbens 12 eingeleitet werden kann, wobei die Steuerluft in dem Steuerluftraum
19 dann den Kolben 12 nach oben drückt. Die Zuführung der Steuerluft in den Steuerluftraum
19 erfolgt hierbei über einen Steuerluftanschluss 20.
[0092] Die Steuerluft kann hierbei aus einem herkömmlichen 6-bar-Druckluftnetz bereitgestellt
werden, das in Lackieranlagen meist ohnehin zur Verfügung steht. Dies bietet den Vorteil,
dass auf eine separate Druckluftversorgung verzichtet werden kann. Der Kolben 12 weist
hierbei einen relativ großen effektiven Durchmesser auf, sodass die auf den Kolben
wirkende Steuerluft eine relativ große Öffnungskraft erzeugt. Diese Öffnungskraft
ist bei einer Druckluftbeaufschlagung durch die Steuerluft um einen bestimmten Öffnungskraftüberschuss
größer als die Schließkraft, die die Ventilfeder 13 auf den Kolben 12 ausübt. Dieser
Öffnungskraftüberschuss liegt in diesem konkreten Ausführungsbeispiel im Bereich von
57,4 N bis 136 N im Vergleich zu einem Öffnungskraftüberschuss von nur 15 N bei einem
herkömmlichen Nadelventil. Dies ermöglicht ein "Losreißen" des Nadelkopfs 5 von dem
Ventilsitz 7 auch dann, wenn der Nadelkopf 5 an dem Ventilsitz 7 anhaftet.
[0093] Aus Figur 4 ist weiterhin ersichtlich, dass sich der Nadelkopf 5 mit einem Kopfwinkel
λ=35°-50° in Strömungsrichtung verjüngt, wie sich auch der Ventilsitz 7 mit einem
Sitzwinkel β=35°-50° in Strömungsrichtung konisch verjüngt.
[0094] Die konische Mantelfläche des Nadelkopfs 5 stromaufwärts vor dem Dichtring 6 bildet
hierbei eine Abstützfläche 21, die sich in der Schließstellung gemäß Figur 2 an dem
Ventilsitz 7 abstützt. Die Abstützfläche 21 bildet hierbei einen Anschlag für die
Axialbewegung des Nadelkopfes 5 in die Schließstellung. Dadurch wird eine übermäßige
Kompression des Dichtrings 6 verhindert, was der Lebensdauer des Dichtrings 6 zuträglich
ist.
[0095] Die Abstützfläche 21 ist hierbei durch mehrere axial verlaufende Spülnuten 22 unterbrochen,
die über den Umfang des Nadelkopfs 5 verteilt angeordnet sind. Die Spülnuten 22 ermöglichen
in der Schließstellung gemäß Figur 2, dass Spülmittel von dem Einlass 1 auch den Bereich
stromabwärts hinter der Abstützfläche 21 erreichen kann.
[0096] Figur 5 zeigt eine Abwandlung von Figur 1, so dass zur Vermeidung von Wiederholungen
auf die vorstehende Beschreibung verwiesen wird, wobei für entsprechende Einzelheiten
dieselben Bezugszeichen verwendet werden.
[0097] Eine Besonderheit dieses Ausführungsbeispiels besteht darin, dass in dem Rotationszerstäuber
RZ drei Beschichtungsmittelstränge verlaufen, nämlich ein Beschichtungsmittelstrang
für einen Härter, ein Beschichtungsmittelstrang für einen Stammlack und ein Beschichtungsmittelstrang
für einen Einkomponentenlack. Der Beschichtungsmittelstrang für den Härter besteht
hierbei aus den Leitungsabschnitten L8 und L7. Der Beschichtungsmittelstrang für den
Stammlack besteht dagegen aus den Leitungsabschnitten L1, L3 und L4. Der separate
Beschichtungsmittelstrang für den Einkomponentenlack besteht dagegen aus dem Leitungsabschnitt
L12. Der Unterschied gegenüber dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 besteht im Wesentlichen
darin, dass für den Einkomponentenlack ein separater Beschichtungsmittelstrang vorgesehen
ist, wohingegen bei Figur 1 der Beschichtungsmittelstrang bestehend aus den Leitungsabschnitten
L1, L12 wahlweise zur Zuführung des Stammlacks oder zur Zuführung des Einkomponentenlacks
dient.
[0098] Figur 6 zeigt eine Vereinfachung von Figur 1, so dass zur Vermeidung von Wiederholungen
auf die vorstehende Beschreibung verwiesen wird, wobei für entsprechende Einzelheiten
dieselben Bezugszeichen verwendet werden.
[0099] Eine Besonderheit dieses Ausführungsbeispiels besteht darin, dass nur die Möglichkeit
besteht, einen Zweikomponentenlack zu applizieren, so dass auch nur zwei Beschichtungsmittelstränge
vorgesehen sind, um Stammlack bzw. Härter zu applizieren. Der Beschichtungsmittelstrang
für den Härter besteht hierbei aus den Leitungsabschnitten L6, L10 und L4. Der Beschichtungsmittelstrang
für den Stammlack besteht dagegen aus den Leitungsabschnitten L1, L2, L3 und L4. Es
ist dagegen bei diesem Ausführungsbeispiel nicht möglich, alternativ einen Einkomponentenlack
zu applizieren, wie es Figur 1 ermöglicht.
[0100] Schließlich zeigt Figur 7 eine weitere Abwandlung von Figur 6, so dass zur Vermeidung
von Wiederholungen auf die vorstehende Beschreibung verwiesen wird.
[0101] Eine Besonderheit dieses Ausführungsbeispiels besteht hierbei darin, dass in dem
Rotationszerstäuber insgesamt vier Beschichtungsmittelstränge verlaufen, und zwar
für Stammlack 1 und Härter 1 eines ersten Zweikomponentenlacks und für Stammlack 2
und Härter 2 eines zweiten Zweikomponentenlacks. Im Wesentlichen ist also der Fluidschaltplan
gemäß Figur 4 parallelisiert und verdoppelt. Die Bauteile für den ersten Zweikomponentenlack
sind hierbei gegenüber Figur 6 mit dem Zusatz ".1" versehen. Die Bauteile für den
zweiten Zweikomponentenlack sind dagegen gegenüber Figur 6 mit dem Zusatz ".2" versehen.
Ansonsten kann diesbezüglich auf die vorstehende Beschreibung verwiesen werden.
[0102] Die Erfindung ist nicht beschränkt auf die vorstehend beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiele.
Vielmehr ermöglicht die Erfindung eine Vielzahl von Varianten und Abwandlungen, die
ebenfalls in den Schutzbereich fallen.
Bezugszeichenliste:
[0103]
- A1, A2
- Ausgang zum Glockenteller
- By1
- Bypass-Leitung zur Umgehung der Dosierpumpe PSL.1 Stammlack
- By.1
- Bypass-Leitung zur Umgehung der Dosierpumpe PSL.1
- By.2
- Bypass-Leitung zur Umgehung der Dosierpumpe PSL.2
- H
- Härter-Anschluss
- H.1
- Härter-Anschluss für Härter 1
- H.2
- Härter-Anschluss für Härter 2
- HN1
- Hauptnadelventil 1
- HN2
- Hauptnadelventil 2
- HV
- Härterventil
- KS1
- Kurzspülanschluss
- KS2
- Kurzspülanschluss
- KSV1
- Kurzspülventil
- KSV2
- Kurzspülventil
- LCC
- Linearfarbwechsler
- MIX
- Mischer
- P1K
- Dosierpumpe für Einkomponentenlack
- PH
- Dosierpumpe für Härter
- PH.1
- Dosierpumpe für Härter 1
- PH.2
- Dosierpumpe für Härter 2
- PL
- Pulsluftanschluss
- PL.1
- Pulsluftanschluss
- PL.2
- Pulsluftanschluss
- PLV
- Pulsluftventil
- PLV.1
- Pulsluftventil
- PLV.2
- Pulsluftventil
- PSL
- Dosierpumpe für Stammlack
- PSL.1
- Dosierpumpe für Stammlack 1
- PSL.2
- Dosierpumpe für Stammlack 2
- RA
- Roboterarm
- RF1
- Rückführanschluss
- RF1.1
- Rückführanschluss für Zweikomponentenlack 1
- RF1.2
- Rückführanschluss für Zweikomponentenlack 2
- RF2
- Rückführanschluss
- RFV1
- Rückführventil als Membran-Überdruckventil
- RFV2
- Rückführventil als Farbstoppventil
- RV
- Rückschlagventil
- RZ
- Rotationszerstäuber
- SL
- Stammlack-Anschluss
- SL.1
- Stammlack-Anschluss für Stammlack 1
- SL.2
- Stammlack-Anschluss für Stammlack 2
- SLV1
- Stammlackventil als Membran-Überdruckventil
- SLV1.1
- Stammlackventil als Membran-Überdruckventil
- SLV1.2
- Stammlackventil als Membran-Überdruckventil
- SLV2
- Stammlackventil als Nadelventil
- VH
- Lösemittelanschluss für Härterstrang
- VHV1
- Lösemittelventil
- VHV2
- Lösemittelventil
- VS1
- Lösemittelanschluss für Stammlackstrang
- VS1.1
- Lösemittelanschluss für Stammlack 1
- VS1.2
- Lösemittelanschluss für Stammlack 2
- VSV1
- Lösemittelventil
- VSV1.1
- Lösemittelventil
- VSV1.2
- Lösemittelventil
- VSV2
- Lösemittelventil
- VSV2.1
- Lösemittelventil
- VSV2.2
- Lösemittelventil
- L1-L4
- Leitungsabschnitte des Stammlackstrangs
- L5
- Leitungsabschnitt des Rückführstrangs
- L6, L7
- Leitungsabschnitte des Härterstrangs
- L8
- Leitungsabschnitt des Lösemittelstrangs für den Härter
- L9, L10
- Leitungsabschnitte des Pulsluftstrangs
- L11
- Leitungsabschnitt des Lösemittelstrangs für den Stammlacks
- L12
- leitungsabschnitt des zweiten Stammlackstrangs
- L13
- Leitungsabschnitt des zweiten Rückführstrangs
- L14
- Leitungsabschnitt der Kurzspülstränge
- L15
- Leitungsabschnitt der Kurzspülstränge
- 1
- Einlass
- 3
- Auslass
- 4
- Ventilnadel
- 5
- Nadelkopf
- 6
- Dichtring
- 7
- Ventilsitz
- 8
- Ventilantrieb
- 9
- Äußerer Gehäuseeinsatz
- 10
- Gehäusekörper des Zweikomponentenabsperrventils
- 11
- Innerer Gehäuseeinsatz
- 12
- Kolben
- 13
- Ventilfeder
- 14
- Kolbeneinsatz
- 15
- Dichtring um den Kolben
- 16
- Dichtring um die Ventilnadel
- 17
- Ventilraum
- 18
- Membran
- 19
- Steuerluftraum
- 20
- Steuerluftanschluss
- 21
- Abstützfläche
- 22
- Spülnut
- λ
- Kopfwinkel
- β
- Sitzwinkel
1. Applikationsgerät (RZ), insbesondere Rotationszerstäuber, zur Applikation eines Beschichtungsmittels,
insbesondere eines Zweikomponentenlacks, mit
a) einem ersten Beschichtungsmittelanschluss (SL) zur Zuführung eines ersten Beschichtungsmittels,
insbesondere eines Stammlacks des Zweikomponentenlacks,
b) einem Applikationselement, welches das Beschichtungsmittel appliziert,
c) einem ersten Beschichtungsmittelstrang (L1-L4), der in dem Applikationsgerät (RZ)
von dem ersten Beschichtungsmittelanschluss (SL) ausgeht und das erste Beschichtungsmittel
zu dem Applikationselement führt, und
d) einem ersten Ventil (SLV1), das in dem ersten Beschichtungsmittelstrang (L1-L4)
angeordnet ist und den Strom des ersten Beschichtungsmittels durch den ersten Beschichtungsmittelstrang
(L1-L4) zu dem Applikationselement steuert, wobei das erste Ventil (SLV1) durch ein
erstes Steuersignal steuerbar ist,
e) wobei in dem ersten Beschichtungsmittelstrang (L1-L4) ein eigenmediumbetätigtes
erstes Überdruckventil (SLV1) angeordnet ist, das zur Vermeidung einer Überdruckstörung
automatisch öffnet, wenn der Druck stromaufwärts vor dem ersten Überdruckventil (SLV1)
einen bestimmten Maximaldruck überschreitet,
dadurch gekennzeichnet,
f) dass das erste Überdruckventil (SLV1) durch das steuerbare erste Ventil (SLV1) gebildet
wird.
2. Applikationsgerät (RZ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem ersten Beschichtungsmittelstrang (L1-L4) zwischen dem ersten Überdruckventil
(SLV1) und dem Applikationselement ein erstes Hauptventil (HN1) angeordnet ist, insbesondere
in einer Bauweise als Hauptnadelventil, das den Fluidstrom in dem ersten Beschichtungsmittelstrang
(L1-L4) entweder absperrt oder freigibt.
3. Applikationsgerät (RZ) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass das Applikationsgerät (RZ) einen zweiten Beschichtungsmittelanschluss (H) aufweist
zur Zuführung eines zweiten Beschichtungsmittels, insbesondere eines Härters des Zweikomponentenlacks,
b) dass von dem zweiten Beschichtungsmittelanschluss (H) ein zweiter Beschichtungsmittelstrang
(L6, L7) ausgeht,
c) dass in dem zweiten Beschichtungsmittelstrang (L6, L7) ein zweites Überdruckventil (HV)
angeordnet ist, das eigenmediumbetätigt ist und automatisch öffnet, wenn der Druck
stromaufwärts vor dem ersten Überdruckventil einen bestimmten Maximaldruck überschreitet,
und
d) dass der zweite Beschichtungsmittelstrang (L6, L7) stromaufwärts vor dem ersten Hauptventil
(HN1) in den ersten Beschichtungsmittelstrang (L1-L4) mündet,
e) dass in dem ersten Beschichtungsmittelstrang (L1-L4) zwischen der Einmündungsstelle des
zweiten Beschichtungsmittelstrangs (L6, L7) und dem ersten Hauptventil (HN1) vorzugsweise
ein erster Mischer (MIX) angeordnet ist, der den Stammlack mit dem Härter zu dem Zweikomponentenlack
mischt, und
f) dass der erste Mischer (MIX) vorzugsweise ein statischer Mischer ist, insbesondere eine
Gittermischer oder ein Wendelmischer.
4. Applikationsgerät (RZ) nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass das Applikationsgerät (RZ) einen ersten Rückführanschluss (RF1) aufweist zur Rückführung
von Fluiden in eine erste Rückführung,
b) dass aus dem ersten Beschichtungsmittelstrang (L1-L4) stromaufwärts vor dem ersten Überdruckventil
(SLV1) ein erster Rückführstrang abzweigt,
c) dass der erste Rückführstrang in den ersten Rückführanschluss (RF1) mündet, und
d) dass in dem ersten Rückführstrang ein drittes Überdruckventil (RFV1) angeordnet ist, das
eigenmediumbetätigt ist und automatisch öffnet, wenn der Druck in dem ersten Rückführstrang
stromaufwärts vor dem dritten Überdruckventil (RFV1) einen bestimmten Maximaldruck
überschreitet.
5. Applikationsgerät (RZ) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass das Applikationsgerät (RZ) einen ersten Lösemittelanschluss (VS1) aufweist zur Zuführung
eines ersten Lösemittels, insbesondere für den Stammlack,
b) dass von dem ersten Lösemittelanschluss (VS1) ein erster Lösemittelstrang (L11, L10) ausgeht,
c) dass der erste Lösemittelstrang (L11, L10) in den ersten Beschichtungsmittelstrang (L1-L4)
mündet und zwar zwischen dem ersten Überdruckventil (SLV1) und dem ersten Hauptventil
(HN1), und
d) dass in dem ersten Lösemittelstrang (L11, L10) ein erstes Lösemittelventil (VSV1) angeordnet
ist.
6. Applikationsgerät (RZ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass das Applikationsgerät (RZ) einen Pulsluftanschluss (PL) aufweist zur Zuführung von
Pulsluft,
b) dass von dem Pulsluftanschluss (PL) ein Pulsluftstrang (L9, L10) ausgeht,
c) dass der Pulsluftstrang (L9, L10) in den ersten Beschichtungsmittelstrang (L1-L4) mündet
und zwar zwischen dem ersten Überdruckventil (SLV1) und dem ersten Hauptventil (HN1),
und
d) dass in dem Pulsluftstrang (L9, L10) ein Pulsluftventil (PLV) angeordnet ist.
7. Applikationsgerät (RZ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass das Applikationsgerät (RZ) einen zweiten Lösemittelanschluss (VH) aufweist zur Zuführung
eines zweiten Lösemittels, insbesondere für den Härter,
b) dass von dem zweiten Lösemittelanschluss (VH) ein zweiter Lösemittelstrang (L8, L7) ausgeht,
c) dass der zweite Lösemittelstrang (L8, L7) in den ersten Beschichtungsmittelstrang (L1-L4)
mündet und zwar zwischen dem ersten Überdruckventil (SLV1) und dem ersten Hauptventil
(HN1), und
d) dass in dem zweiten Lösemittelstrang (L8, L7) ein zweites Lösemittelventil (VHV1) angeordnet
ist.
8. Applikationsgerät (RZ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass ein dritter Beschichtungsmittelstrang (L1, L12) vorgesehen ist, der vorzugsweise
von dem ersten Beschichtungsmittelanschluss (SL) ausgeht,
b) dass in dem dritten Beschichtungsmittelstrang (L1, L12) ein zweites Hauptventil (HN2)
angeordnet ist, insbesondere in einer Bauweise als Hauptnadelventil,
c) dass das erste Hauptventil (HN1) und das zweite Hauptventil (HN2) ausgangsseitig zusammengeführt
sind und zu dem Applikationselement führen.
9. Applikationsgerät (RZ) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass das Applikationsgerät (RZ) einen zweiten Rückführanschluss (RF2) aufweist zur Rückführung
von Fluiden in eine zweite Rückführung,
b) dass aus dem dritten Beschichtungsmittelstrang (L1, L12) stromaufwärts vor dem zweiten
Hauptventil (HN2) ein zweiter Rückführstrang (L13) abzweigt,
c) dass der zweite Rückführstrang (L13) in den zweiten Rückführanschluss (RF2) mündet, und
d) dass in dem zweiten Rückführstrang (L13) vorzugsweise ein Rückführventil (RFV2) angeordnet
ist,
e) dass das Rückführventil (RF2) vorzugsweise eigenmediumbetätigt ist,
f) dass das Rückführventil (RF2) vorzugsweise konstruktionsbedingt zwischen flüssigem Beschichtungsmittel
einerseits und Druckluft oder Schaum andererseits unterscheidet,
f1) wobei das Rückführventil (RF2) öffnet, wenn am Eingang des Rückführventils (RF2)
Druckluft oder Schaum anliegt,
f2) wohingegen das Rückführventil schließt, wenn am Eingang des Rückführventils (RF2)
flüssiges Beschichtungsmittel anliegt.
10. Applikationsgerät (RZ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass das Applikationsgerät (RZ) mindestens einen Kurzspülanschluss (KS1, KS2) aufweist
zum Zuführung eines Spülmittels für eine Kurzspülung des Applikationsgeräts,
b) dass von dem Kurzspülanschluss (KS1, KS2) ein Kurzspülstrang (L14, L15) ausgeht,
c) dass der Kurzspülstrang (L14, L15) das Spülmittel unter Umgehung der Beschichtungsmittelstränge
zu dem Applikationselement leitet,
d) dass in dem Kurzspülstrang (L14, L15) ein steuerbares Kurzspülventil (KSV1, KSV2) angeordnet
ist.
11. Applikationsgerät (RZ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Überdruckventil (SLV1), das zweite Überdruckventil (HV) und/oder das dritte
Überdruckventil (RFV1) im geöffneten Zustand ein druckstoßdämpfende Funktion haben,
so dass eingangsseitig eingehende Druckstöße ausgangsseitig nur gedämpft weitergegeben
werden.
12. Applikationsgerät (RZ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das erste Überdruckventil (SLV1), das zweite Überdruckventil (HV) und/oder das dritte
Überdruckventil (RFV1) ein Nadelventil ist mit
a) einem Ventilsitz (7),
b) einer verschiebbaren Ventilnadel (4) mit einem Nadelschaft und einem Nadelkopf
(5),
b1) wobei der Nadelkopf (5) den Ventilsitz (7) in einer Schließstellung der Ventilnadel
(4) verschließt,
b2) wohingegen der Nadelkopf (5) den Ventilsitz (7) in einer Öffnungsstellung der
Ventilnadel (4) freigibt,
c) einer flexiblen Membran (18), welche die Ventilnadel (4) stromaufwärts vor dem
Nadelkopf (5) ringförmig und dichtend umgibt.
13. Applikationsgerät (RZ) nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass die Ventilnadel (4) in einem Ventilraum (17) verschiebbar angeordnet ist, wobei der
Ventilraum (17) zumindest abschnittsweise zylindrisch ist,
b) dass die Membran (18) mittig dichtend an dem Nadelschaft der Ventilnadel (4) befestigt
ist, und
c) dass die Membran (18) mit ihrem Umfangsrand dichtend an der Innenwand des Ventilraums
(17) befestigt ist.
14. Applikationsgerät (RZ) nach Anspruch 13,
gekennzeichnet durch
a) einen Ventilantrieb zum Verschieben der Ventilnadel (4), insbesondere als pneumatischer
Ventilantrieb mit einem Kolben (12),
b) einen Beschichtungsmitteleinlass (1) zur Zuführung des Beschichtungsmittels, wobei
der Beschichtungsmitteleinlass (1) auf der dem Ventilantrieb abgewandten Seite der
Membran (18) in den Ventilraum (17) mündet, so dass die Membran (18) den Ventilantrieb
dem gegenüber beschichtungsmittelgefüllten Ventilraum (17) abdichtet, und
c) einen Beschichtungsmittelauslass (3) zur Abgabe des Beschichtungsmittels, wobei
der Beschichtungsmittelauslass (3) in den Ventilsitz (7) mündet, so dass das Beschichtungsmittel
in der Öffnungsstellung der Ventilnadel (4) durch den Ventilsitz (7) zu dem Beschichtungsmittelauslass
(3) strömen kann.
15. Applikationsgerät (RZ) nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilantrieb folgendes aufweist:
a) einen verschiebbaren Kolben (12), der auf die Ventilnadel (4) wirkt, um die Ventilnadel
(4) zu verschieben,
b) einen Steuerlufteinlass (20) zur Zuführung einer Steuerluft, wobei die Steuerluft
auf den Kolben (12) wirkt, um den Kolben (12) und damit auch die Ventilnadel (4) zu
verschieben,
c) eine Ventilfeder (13), die mit einer Federkraft auf den Kolben (12) oder die Ventilnadel
(4) wirkt,
d) wobei die Federkraft der Ventilfeder (13) in der Schließstellung und in der Öffnungsstellung
vorzugsweise mindestens 20 N, 40 N oder 80 N und/oder höchstens 400 N, 200 N oder
100 N beträgt.
1. Application device (RZ), in particular rotary atomiser, for applying a coating agent,
in particular a two-component paint, having
a) a first coating agent connection (SL) for supplying a first coating agent, in particular
a parent paint of the two-component paint,
b) an application element which applies the coating agent,
c) a first coating agent line (L1-L4) which leads in the application device (RZ) from
the first coating agent connection (SL) and guides the first coating agent to the
application element, and
d) a first valve (SLV1) which is arranged in the first coating agent line (L1-L4)
and controls the flow of the first coating agent through the first coating agent line
(L1-L4) to the application element, the first valve (SLV1) being controllable by a
first control signal,
e) wherein there is arranged in the first coating agent line (L1-L4) an own-medium-actuated
first overpressure valve (SLV1) which, in order to avoid an overpressure fault, opens
automatically when the pressure upstream of the first overpressure valve (SLV1) exceeds
a specific maximum pressure,
characterised in
f) that the first overpressure valve (SLV1) is formed by the controllable first valve (SLV1).
2. Application device (RZ) according to any one of the preceding claims, characterised in that there is arranged in the first coating agent line (L1-L4), between the first overpressure
valve (SLV1) and the application element, a first main valve (HN1), in particular
in the form of a main needle valve, which either blocks or enables the flow of fluid
in the first coating agent line (L1-L4).
3. Application device (RZ) according to claim 2,
characterised in that
a) the application device (RZ) has a second coating agent connection (H) for supplying
a second coating agent, in particular a curing agent of the two-component paint,
b) a second coating agent line (L6, L7) leads from the second coating agent connection
(H),
c) in the second coating agent line (L6, L7) there is arranged a second overpressure
valve (HV) which is own-medium-actuated and opens automatically when the pressure
upstream of the first overpressure valve exceeds a specific maximum pressure, and
d) the second coating agent line (L6, L7) joins the first coating agent line (L1-L4)
upstream of the first main valve (HN1),
e) in the first coating agent line (L1-L4), between the point at which the second
coating agent line (L6, L7) joins and the first main valve (HN1), there is preferably
arranged a first mixer (MIX) which mixes the parent paint with the curing agent to
form the two-component paint, and
f) the first mixer (MIX) is preferably a static mixer, in particular a lattice mixer
or a helical mixer.
4. Application device (RZ) according to claim 2 or 3,
characterised in that
a) the application device (RZ) has a first return connection (RF1) for returning fluids
into a first return system,
b) a first return line branches from the first coating agent line (L1-L4) upstream
of the first overpressure valve (SLV1),
c) the first return line opens into the first return connection (RF1), and
d) in the first return line there is arranged a third overpressure valve (RFV1) which
is own-medium-actuated and opens automatically when the pressure in the first return
line upstream of the third overpressure valve (RFV1) exceeds a specific maximum pressure.
5. Application device (RZ) according to claim 4,
characterised in that
a) the application device (RZ) has a first solvent connection (VS1) for supplying
a first solvent, in particular for the parent paint,
b) a first solvent line (L11, L10) branches from the first solvent connection (VS1),
c) the first solvent line (L11, L10) joins the first coating agent line (L1-L4) between
the first overpressure valve (SLV1) and the first main valve (HN1), and
d) in the first solvent line (L11, L10) there is arranged a first solvent valve (VSV1).
6. Application device (RZ) according to any one of the preceding claims,
characterised in that
a) the application device (RZ) has a pulsed air connection (PL) for supplying pulsed
air,
b) a pulsed air line (L9, L10) leads from the pulsed air connection (PL),
c) the pulsed air line (L9, L10) joins the first coating agent line (L1-L4) between
the first overpressure valve (SLV1) and the first main valve (HN1), and
d) there is arranged in the pulsed air line (L9, L10) a pulsed air valve (PLV).
7. Application device (RZ) according to any one of the preceding claims,
characterised in that
a) the application device (RZ) has a second solvent connection (VH) for supplying
a second solvent, in particular for the curing agent,
b) a second solvent line (L8, L7) leads from the second solvent connection (VH),
c) the second solvent line (L8, L7) opens into the first coating agent line (L1-L4)
between the first overpressure valve (SLV1) and the first main valve (HN1), and
d) there is arranged in the second solvent line (L8, L7) a second solvent valve (VHV1).
8. Application device (RZ) according to any one of the preceding claims,
characterised in that
a) there is provided a third coating agent line (L1, L12) which preferably leads from
the first coating agent connection (SL),
b) in the third coating agent line (L1, L12) there is arranged a second main valve
(HN2), in particular in the form of a main needle valve,
c) the first main valve (HN1) and the second main valve (HN2) are brought together
on the outlet side and lead to the application element.
9. Application device (RZ) according to claim 8,
characterised in that
a) the application device (RZ) has a second return connection (RF2) for returning
fluids into a second return system,
b) a second return line (L13) branches from the third coating agent line (L1, L12)
upstream of the second main valve (HN2),
c) the second return line (L13) opens into the second return connection (RF2), and
d) a return valve (RFV2) is preferably arranged in the second return line (L13),
e) the return valve (RFV2) is preferably own-medium-actuated,
f) the return valve (RFV2) preferably distinguishes, by virtue of its design, between
liquid coating agent, on the one hand, and compressed air or foam, on the other hand,
f1) wherein the return valve (RFV2) opens when compressed air or foam is present at
the inlet of the return valve (RFV2),
f2) whereas the return valve closes when liquid coating agent is present at the inlet
of the return valve (RFV2).
10. Application device (RZ) according to any one of the preceding claims,
characterised in that
a) the application device (RZ) has at least one short-flush connection (KS1, KS2)
for supplying a flushing medium for a short flushing of the application device,
b) a short-flush line (L14, L15) leads from the short-flush connection (KS1, KS2),
c) the short-flush line (L14, L15) guides the flushing medium to the application element,
bypassing the coating agent lines,
d) there is arranged in the short-flush line (L14, L15) a controllable short-flush
valve (KSV1, KSV2).
11. Application device (RZ) according to any one of the preceding claims, characterised in that the first overpressure valve (SLV1), the second overpressure valve (HV) and/or the
third overpressure valve (RFV1) in the open state have a pressure-surge-damping function,
so that pressure surges entering on the inlet side are transmitted on the outlet side
only in damped form.
12. Application device (RZ) according to any one of the preceding claims,
characterised in that the first overpressure valve (SLV1), the second overpressure valve (HV) and/or the
third overpressure valve (RFV1) is a needle valve having
a) a valve seat (7),
b) a displaceable valve needle (4) having a needle stem and a needle head (5),
b1) wherein the needle head (5) closes the valve seat (7) when the valve needle (4)
is in a closed position,
b2) whereas the needle head (5) frees the valve seat (7) when the valve needle (4)
is in an open position,
c) a flexible membrane (18) which surrounds the valve needle (4) upstream of the needle
head (5) in an annular and sealing manner.
13. Application device (RZ) according to claim 12,
characterised in that
a) the valve needle (4) is displaceably arranged in a valve chamber (17), wherein
the valve chamber (17) is cylindrical at least in part,
b) the membrane (18) is fixed in the middle to the needle stem of the valve needle
(4) in a sealing manner, and
c) the membrane (18) is fixed by its peripheral edge to the inside wall of the valve
chamber (17) in a sealing manner.
14. Application device (RZ) according to claim 13,
characterised by
a) a valve drive for displacing the valve needle (4), in particular in the form of
a pneumatic valve drive having a piston (12),
b) a coating agent inlet (1) for supplying the coating agent, wherein the coating
agent inlet (1) opens into the valve chamber (17) on the side of the membrane (18)
remote from the valve drive, so that the membrane (18) seals the valve drive with
respect to the valve chamber (17) filled with coating agent, and
c) a coating agent outlet (3) for discharging the coating agent, wherein the coating
agent outlet (3) opens into the valve seat (7) so that, when the valve needle (4)
is in the open position, the coating agent is able to flow through the valve seat
(7) to the coating agent outlet (3).
15. Application device (RZ) according to claim 14,
characterised in that the valve drive has the following:
a) a displaceable piston (12) which acts upon the valve needle (4) in order to displace
the valve needle (4),
b) a control air inlet (20) for supplying control air, wherein the control air acts
upon the piston (12) in order to displace the piston (12) and thus also the valve
needle (4),
c) a valve spring (13) which acts upon the piston (12) or the valve needle (4) with
a spring force,
d) wherein the spring force of the valve spring (13) in the closed position and in
the open position is preferably at least 20 N, 40 N or 80 N and/or not more than 400
N, 200 N or 100 N.
1. Appareil d'application (RZ), plus particulièrement pulvérisateur rotatif, pour l'application
d'un produit de revêtement, plus particulièrement d'une peinture bicomposant, avec
a) un premier raccord de produit de revêtement (SL) pour l'alimentation d'un premier
produit de revêtement, plus particulièrement d'une peinture de base de la peinture
bicomposant,
b) un élément d'application, qui applique le produit de revêtement,
c) une première canalisation de produit de revêtement (L1 - L4) qui, dans l'appareil
d'application (RZ), sort du premier raccord de produit de revêtement (SL) et conduit
le premier produit de revêtement vers l'élément d'application et
d) une première soupape (SLV1) qui est disposée dans la première canalisation de produit
de revêtement (L1 - L4) et qui contrôle le flux du premier produit de revêtement à
travers la première canalisation de produit de revêtement (L1 - L4) vers l'élément
d'application, dans lequel la première soupape (SLV1) peut être contrôlée par un premier
signal de commande,
e) dans lequel, dans la première canalisation de produit de revêtement (L1 - L4),
est disposée une première soupape de surpression (SLV1) actionnée par son propre fluide,
qui s'ouvre automatiquement pour éviter une perturbation de surpression lorsque la
pression en amont de la première soupape de surpression (SLV1) dépasse une pression
maximale déterminée,
caractérisé en ce que
f) la première soupape de surpression (SLV1) est constituée de la première soupape
contrôlable (SLV1).
2. Appareil d'application (RZ) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, dans la première canalisation de produit de revêtement (L1 - L4), entre la première
soupape de surpression (SLV1) et l'élément d'application, est disposée une première
soupape principale (HN1), plus particulièrement conçue comme une soupape principale
à pointeau, qui arrête ou libère le flux de fluide dans la première canalisation de
produit de revêtement (L1 - L4).
3. Appareil d'application (RZ) selon la revendication 2,
caractérisé en ce que
a) l'appareil d'application (RZ) comprend un deuxième raccord de produit de revêtement
(H) pour l'alimentation d'un deuxième produit de revêtement, plus particulièrement
d'un durcisseur de la peinture bicomposant,
b) du deuxième raccord de produit de revêtement (H) sort une deuxième canalisation
de produit de revêtement (L6, L7),
c) dans la deuxième canalisation de produit de revêtement (L6, L7), est disposée une
deuxième soupape de surpression (HV), qui est actionnée par son propre fluide et qui
s'ouvre automatiquement lorsque la pression en amont de la première soupape de surpression
dépasse une pression maximale déterminée et
d) la deuxième canalisation de produit de revêtement (L6, L7) débouche en amont de
la première soupape principale (HN1) dans la première canalisation de produit de revêtement
(L1 - L4),
e) dans la première canalisation de produit de revêtement (L1 - L4), entre le point
d'embouchure de la deuxième canalisation de produit de revêtement (L6, L7) et la première
soupape principale (HN1), est disposé de préférence un premier mélangeur (MIX) qui
mélange la peinture de base avec le durcisseur afin d'obtenir la peinture bicomposant
et
f) le premier mélangeur (MIX) est de préférence un mélangeur statique, plus particulièrement
un mélangeur à grille ou un mélangeur à spirale.
4. Appareil d'application (RZ) selon la revendication 2 ou 3,
caractérisé en ce que
a) l'appareil d'application (RZ) comprend un premier raccord de retour (RF1) pour
le retour des fluides vers un premier retour,
b) de la première canalisation de produit de revêtement (L1 - L4), en amont de la
première soupape de surpression (SLV1), bifurque une première canalisation de retour,
c) la première canalisation de retour débouche dans le premier raccord de retour (RF1)
et
d) dans la première canalisation de retour est disposée une troisième soupape de surpression
(RFV1) qui est actionnée par son propre fluide et qui s'ouvre automatiquement lorsque
la pression dans la première canalisation de retour, en amont de la troisième soupape
de surpression (RFV1) dépasse une pression maximale déterminée.
5. Appareil d'application (RZ) selon la revendication 4,
caractérisé en ce que
a) l'appareil d'application (RZ) comprend un premier raccord de solvant (VS1) pour
l'alimentation d'un premier solvant, plus particulièrement pour la peinture de base,
b) du raccord de solvant (VS1) sort une première canalisation de solvant (L11, L10),
c) la première canalisation de solvant (L11, L10) débouche dans la première canalisation
de produit de revêtement (L1 - L4), entre la première soupape de surpression (SLV1)
et la première soupape principale (HN1) et
d) dans la première canalisation de solvant (L11, L10), est disposée une première
soupape de solvant (VSV1).
6. Appareil d'application (RZ) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
a) l'appareil d'application (RZ) comprend un raccord d'air pulsé (PL) pour l'alimentation
en air pulsé,
b) du raccord d'air pulsé (PL) sort une canalisation d'air pulsé (L9, L10),
c) la canalisation d'air pulsé (L9, L10) débouche dans la première canalisation de
produit de revêtement (L1 - L4), entre la première soupape de surpression (SLV1) et
la première soupape principale (HN1) et
d) dans la canalisation d'air pulsé (L9, L10) est disposée une soupape d'air pulsé
(PLV).
7. Appareil d'application (RZ) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
a) l'appareil d'application (RZ) comprend un deuxième raccord de solvant (VH) pour
l'alimentation d'un deuxième solvant, plus particulièrement pour le durcisseur,
b) du deuxième raccord de solvant (VH) sort une deuxième canalisation de solvant (L8,
L7),
c) la deuxième canalisation de solvant (L8, L7) débouche dans la première canalisation
de produit de revêtement (L1 - L4), entre la première soupape de surpression (SLV1)
et la première soupape principale (HN1) et
d) dans la deuxième canalisation de solvant (L8, L7) est disposée une deuxième soupape
de solvant (VHV1).
8. Appareil d'application (RZ) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
a) une troisième canalisation de produit de revêtement (L1, L12) est prévue, qui sort
de préférence du premier raccord de produit de revêtement (SL),
b) dans la troisième canalisation de produit de revêtement (L1, L12) est disposée
une deuxième soupape principale (HN2), plus particulièrement conçue comme une soupape
principale à pointeau,
c) la première soupape principale (HN1) et la deuxième soupape principale (HN2) sont
fusionnées côté sortie et conduisent à l'élément d'application.
9. Appareil d'application (RZ) selon la revendication 8,
caractérisé en ce que
a) l'appareil d'application (RZ) comprend un deuxième raccord de retour (RF2) pour
le retour des fluides vers un deuxième etour,
b) de la troisième canalisation de produit de revêtement (L1, L12), en amont de la
deuxième soupape principale (HN2), bifurque une deuxième canalisation de retour (L13),
c) la deuxième canalisation de retour (L13) débouche dans le deuxième raccord de retour
(RF2) et
d) dans la deuxième canalisation de retour (L13) est disposée de préférence une soupape
de retour (RFV2),
e) la soupape de retour (RF2) est de préférence actionnée par son propre fluide,
f) la soupape de retour (RF2) différencie, de préférence du fait de sa conception,
le produit de revêtement liquide d'une part et l'air comprimé ou la mousse d'autre
part,
f1) dans lequel la soupape de retour (RF2) s'ouvre lorsque, à l'entrée de la soupape
de retour (RF2), se trouve de l'air comprimé ou de la mousse,
f2) en revanche, la soupape de retour se ferme lorsque, à l'entrée de la soupape de
retour (RF2) se trouve du produit de revêtement liquide.
10. Appareil d'application (RZ) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
a) l'appareil d'application (RZ) comprend au moins un raccord de rinçage rapide (KS1,
KS2) pour l'alimentation d'un produit de rinçage pour un rinçage rapide de l'appareil
d'application,
b) du raccord de rinçage rapide (KS1, KS2) sort une canalisation de rinçage rapide
(L14, L15),
c) la canalisation de rinçage rapide (L14, L15) conduit le produit de rinçage vers
l'élément d'application en contournant les canalisations de produit de revêtement,
d) dans la canalisation de rinçage rapide (L14, L15) est disposée une soupape de rinçage
rapide (KSV1, KSV2).
11. Appareil d'application (RZ) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la première soupape de surpression (SLV1), la deuxième soupape de surpression (HV)
et/ou la troisième soupape de surpression (RFV1) présentent, dans l'état ouvert, une
fonction d'amortissement des coups de bélier, de façon à ce que les coups de bélier
survenant du côté de l'entrée ne soient transmis que de manière amortie.
12. ppareil d'application (RZ) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la première soupape de surpression (SLV1), la deuxième soupape de surpression (HV)
et/ou la troisième soupape de surpression (RFV1) sont des soupapes à pointeaux avec
a) un siège de soupape (7),
b) un pointeau de soupape coulissant (4) avec une tige de pointeau et une tête de
pointeau (5),
b1) dans lequel la tête de pointeau (5) ferme le siège de soupape (7) dans une position
de fermeture du pointeau de soupape (4),
b2) en revanche, la tête de pointeau (5) libère le siège de soupape (7) dans une position
d'ouverture du pointeau de soupape (4),
c) une membrane flexible (18) qui entoure de manière annulaire et étanche le pointeau
de soupape (4) en amont de la tête de pointeau (5).
13. Appareil d'application (RZ) selon la revendication 12,
caractérisé en ce que
a) le pointeau de soupape (4) est disposé de manière coulissante dans un espace de
soupape (17), dans lequel l'espace de soupape (17) est cylindrique au moins à certains
endroits,
b) la membrane (18) est fixée au centre de manière étanche à la tige du pointeau de
soupape (4) et
c) la membrane (18) est fixée, avec son bord circonférentiel, de manière étanche à
la paroi interne de l'espace de soupape (17).
14. Appareil d'application (RZ) selon la revendication 13,
caractérisé par
a) un entraînement de soupape pour le coulissement du pointeau de soupape (4), plus
particulièrement sous la forme d'un entraînement de soupape pneumatique avec un piston
(12),
b) une entrée de produit de revêtement (1) pour l'alimentation du produit de revêtement,
dans lequel l'entrée de produit de revêtement (1) débouche dans l'espace de soupape
(17) sur le côté de la membrane (18) opposé à l'entraînement de soupape, de façon
à ce que la membrane (18) étanchéifie l'entraînement de soupape par rapport à l'espace
de soupape (17) rempli de produit de revêtement et
c) une sortie de produit de revêtement (3) pour la distribution du produit de revêtement,
dans lequel la sortie de produit de revêtement (3) débouche dans le siège de soupape
(7), de façon à ce que le produit de revêtement puisse s'écouler, dans la position
d'ouverture du pointeau de soupape (4), à travers le siège de soupape (7) vers la
sortie de produit de revêtement (3).
15. Appareil d'application (RZ) selon la revendication 14,
caractérisé en ce que l'entraînement de soupape comprend ce qui suit :
a) un piston coulissant (12), qui agit sur le pointeau de soupape (4), afin de faire
coulisser le pointeau de soupape (4),
b) une entrée d'air de commande (20) pour l'alimentation en air de commande, dans
lequel l'air de commande agit sur le piston (12) afin de faire coulisser le piston
(12) et donc également le pointeau de soupape (4),
c) un ressort de soupape (13) qui agit avec une force élastique sur le piston (12)
ou le pointeau de soupape (4),
d) la force élastique du ressort de soupape (13) est, dans la position de fermeture
et dans la position d'ouverture, de préférence d'au moins 20 N, 40 N ou 80 N et/ou
au maximum de 400 N, 200 N ou 100 N.