[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Fluidverteilerkörper und auf eine mit einem
Fluidverteilerkörper ausrüstbare Sanitärbrause, die einen Brauseeinlassbereich mit
einem Brauseeinlass, einen Brauseauslass und eine Wasserführung vom Brauseeinlass
zum Brauseauslass aufweist.
[0002] Es ist beispielsweise bei wasserführenden Sanitäreinrichtungen, wie Brausen und diesen
vorgelagerten Armaturen sowie Badewannen- und Waschtischarmaturen, bekannt, dass merkliche
Strömungsgeräusche auftreten können, wenn im Betrieb Wasser durch diese Einrichtungen
hindurchströmt. Besonders stark und dadurch eventuell störend kann das Wasserströmungsgeräusch
insbesondere in Bereichen entstehen, in denen das hindurchgeführte Wasser relativ
stark umgelenkt wird, z.B. von einer axialen Hauptströmungsrichtung in eine dazu senkrechte,
transversale Hauptströmungsrichtung innerhalb eines Brausekopfs oder dergleichen oder
aufgrund einer entsprechend starken Krümmung einer wasserführenden Leitung.
[0003] Es ist bekannt, am Auslaufende von sanitären Auslaufarmaturen Durchflussregler- bzw.
Strahlregler-Bauteile einzusetzen, die typischerweise eine oder mehrere Lochplatten-,
Gitter- oder Netzstrukturen aus einem formstabilen Metall- oder Kunststoffmaterial
beinhalten, siehe z.B. die Gebrauchsmusterschrift
DE 93 14 990 U1. Bei einem in der Offenlegungsschrift
DE 102 46 334 A1 offenbarten derartigen Strahlregler ist zusätzlich ein austrittsseitiges Gehäuseteil
aus Elastomermaterial vorgesehen, um das Ablösen angelagerter Verkalkungen zu erleichtern.
Bei einem in der Gebrauchsmusterschrift
DE 20 2011 105 376 U1 offenbarten weiteren derartigen Strahlregler ist im Gehäuseinneren ein plattenförmiges
Funktionsteil aus elastischem Material mit wasserdruckabhängig formveränderbaren Durchflusslöchern
an einem formstabilen Trägerteil gehalten, um den Wasserdurchfluss auf eine festlegbare
Maximalrate einregeln zu können. Zur Reduzierung von Strömungsgeräuschen in Sanitärarmaturen
sind diese Strahlregler weder bestimmt noch geeignet.
[0004] Der Erfindung liegt als technisches Problem die Bereitstellung eines Fluidverteilerkörpers,
der sich zur Reduzierung solcher Strömungsgeräusche eignet, sowie einer damit ausgerüsteten
Sanitärbrause zugrunde.
[0005] Die Erfindung löst dieses Problem durch die Bereitstellung eines Fluidverteilerkörpers
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und einer Sanitärbrause mit den Merkmalen des Anspruchs
8.
[0006] Der erfindungsgemäße Fluidverteilerkörper beinhaltet eine zylindrische Berandung,
die an einer axialen Eintrittsseite einen Fluideinlass bildet, und eine stromabwärts
des Fluideinlasses angeordnete Verteilerstruktur zur fluidverteilenden Strömungsleitung
eines über den Fluideinlass zugeführten Fluids. Die Verteilerstruktur ist durch wenigstens
eine an der Berandung gehaltene, perforierte Verteilerplatte aus einem Elastomermaterial
mit einer Mehrzahl von sich in Strömungsrichtung konisch verjüngenden Durchtrittsöffnungen
gebildet. Es zeigt sich, dass die derart realisierte Verteilerplatte sehr gute geräuschmindernde
Eigenschaften besitzt. Die Durchtrittsöffnungen bilden vorzugsweise reine Perforationen
der Verteilerplatte, d.h. sie erstrecken sich vorzugsweise innerhalb der Plattendicke,
ohne über diese vorzustehen. Durch Einsatz dieses Fluidverteilerkörpers kann am Einsatzort
des Fluidverteilerkörpers einer strömungsbedingten Geräuschentwicklung entgegengewirkt
werden. Dadurch lassen sich unerwünscht hohe Strömungsgeräuschpegel vermeiden, insbesondere
auch bei relativ hohem Fluiddruck. Die sich konisch verjüngende Form der Durchtrittsöffnungen
kann zudem fertigungstechnische Vorteile bieten, beispielsweise kann sie eine Fertigung
der Verteilerstruktur oder des Verteilerkörpers insgesamt mit relativ geringem Aufwand
als Kunststoffspritzgießteil ermöglichen. Der Fluidverteilerkörper eignet sich beispielsweise
für den Einsatz als sanitärer Fluidverteilerkörper im Zulaufbereich einer Sanitärarmatur,
insbesondere in einem Bereich einer relativ starken bzw. abrupten Umlenkung einer
dortigen Wasserführung bzw. Wasserströmung.
[0007] In Weiterbildung der Erfindung ist der Fluidverteilerkörper als einteiliges Bauteil
gebildet, was unter anderem fertigungstechnische Vorteile bietet. Die Verteilerstruktur
ist in diesem Fall einteilig mit der zylindrischen Berandung und braucht folglich
nicht als separates Bauteil gefertigt und an der zylindrischen Berandung angebracht
werden.
[0008] In Weiterbildung der Erfindung besteht die Berandung aus einem Elastomermaterial.
Eine aus Elastomermaterial bestehende Berandung kann bei Bedarf als Dichtung eingesetzt
werden, d.h. der Fluidverteilerkörper kann in diesem Fall eine Doppelfunktion als
Dichtungselement und als geräuschdämpfendes Element erfüllen. Vorteilhaft kann der
Fluid-verteilerkörper insgesamt als einteiliges Bauteil aus Elastomermaterial gefertigt
sein.
[0009] In Weiterbildung der Erfindung weist wenigstens ein Teil der Durchtrittsöffnungen
in Strömungsrichtung divergierende Öffnungslängsachsen auf. Durch diese Maßnahme kann
eine Umlenkung der Strömung von einer Richtung mit axialer Hauptkomponente in eine
Richtung mit dazu senkrechter, transversaler Hauptkomponente unterstützt werden, d.h.
eine Umlenkung einer Strömung, die eine zu einer Axialrichtung des Fluidverteilerkörpers
parallele Hauptrichtungskomponente aufweist, in eine Strömung, die eine zu dieser
Axialrichtung senkrechte Hauptrichtungskomponente aufweist.
[0010] In Weiterbildung der Erfindung besitzt die Verteilerplatte eine zur Plattenmitte
hin in Strömungsrichtung nach außen gewölbte Form. Auch dies unterstützt bei Bedarf
eine Strömungsumlenkung von einer überwiegend axialen Richtung in eine überwiegend
transversale Richtung. Außerdem können sich dadurch funktionelle und fertigungstechnische
Vorteile ergeben.
[0011] In Weiterbildung der Erfindung sind die Durchtrittsöffnungen über mehrere Radien
der Verteilerplatte hinweg verteilt angeordnet. Diese Anordnung der Durchtrittsöffnungen
kann ebenfalls einen vorteilhaften Einfluss auf die geräuschreduzierende Funktion
des Fluidverteilerkörpers haben und fertigungstechnische Vorteile bieten.
[0012] In Weiterbildung der Erfindung weist wenigstens ein Teil der Durchtrittsöffnungen
einen trapezförmigen Querschnitt auf, und die zugehörigen Durchtrittsöffnungen sind
durch Trennstege voneinander getrennt, wobei die Trennstege einen sich in Strömungsrichtung
dreieckförmig verbreiternden Querschnitt aufweisen. Diese Realisierung der Verteilerstruktur
fördert die geräuschreduzierende Wirkung des Verteilerkörpers und bietet fertigungstechnische
Vorteile. Beispielsweise kann die Verteilerplatte oder der Fluidverteilerkörper insgesamt
mit relativ geringem Aufwand durch eine Kunststoffspritzgießtechnik aus Elastomermaterial
oder einem anderen Kunststoffmaterial gefertigt werden.
[0013] Alternativ sind auch andere Querschnitte für die Durchtrittsöffnungen möglich und
für die gewünschte Funktion der Geräuschminderung tauglich, z.B. ein kreisrunder oder
ovaler oder ein honigwabenförmiger sechseckiger bzw. hexagonaler Querschnitt, wobei
die Trennstege ebenfalls einen sich in Strömungsrichtung dreieckförmig verbreiternden
Querschnitt oder alternativ einen anderen Querschnitt aufweisen können. Gerade für
eine Ausführungsform mit einem regelmäßigen Muster aus solchen Durchtrittsöffnungen
mit hexagonalem Querschnitt zeigt sich, dass der betreffende Fluidverteilerkörper
eine besonders gute Reduzierung von Strömungsgeräuschen ermöglicht.
[0014] In Weiterbildung der Erfindung ist ein minimaler Austrittsquerschnitt der Durchtrittsöffnungen
kleiner als eine Dicke der Verteilerplatte und somit auch kleiner als eine dieser
Dicke entsprechende Durchströmungslänge der Durchtrittsöffnungen. Es zeigt sich, dass
diese Maßnahme in hohem Maß zur gewünschten, geräuschreduzierenden Wirkung der Verteilerstruktur
und damit des Verteilerkörpers insgesamt beitragen kann.
[0015] Bei der erfindungsgemäßen Sanitärbrause ist der erfindungsgemäße Fluidverteilerkörper
in der Wasserführung vom Brauseeinlass zum Brauseauslass angeordnet. Dadurch lässt
sich die Geräuschentwicklung der Sanitärbrause reduzieren, und bei Bedarf kann der
Fluidverteilerkörper zudem eine Abdichtfunktion in der Sanitärbrause erfüllen.
[0016] In Weiterbildung der Erfindung ist der Fluidverteilerkörper in einem Brauseanschlusskörper
angrenzend an einen Brausehauptkörper oder im Brausehauptkörper angrenzend an den
Brauseanschlusskörper oder zwischen dem Brauseanschlusskörper und dem Brausehauptkörper
angeordnet, wobei der Brauseanschlusskörper den Brauseeinlassbereich beinhaltet und
dem Brauseanschlusskörper in Strömungsrichtung der mit dem Brauseanschlusskörper verbundene
Brausehauptkörper folgt, der den Brauseauslassbereich mit dem Brauseauslass beinhaltet,
über den ein zugehöriger Brausestrahl abgegeben wird. Beispielsweise kann es sich
bei dem Brausehauptkörper um einen Brausekopfkörper einer flachbauenden Kopfbrause
handeln, der schwenkbeweglich z.B. über ein Kugelgelenk an den z.B. rohranschlussförmigen
Brauseanschlusskörper angekoppelt ist. In diesem Fall kann der Fluidverteilerkörper
eine gewünschte Umlenkung des axial zuströmenden Wassers in die dazu senkrechte Querrichtung
unterstützen und gleichzeitig einer dadurch auftretenden Geräuschbildung entgegenwirken.
Bei Bedarf kann der Fluidverteilerkörper gleichzeitig als Abdichtelement zwischen
Brausehauptkörper und Brauseanschlusskörper fungieren.
[0017] In Weiterbildung der Erfindung ist stromaufwärts vor dem Verteilerkörper eine Strömungsdrossel
angeordnet. Diese kann eine zusätzliche Geräuschminderung und/oder Durchflussminderung
bereitstellen. Vorteilhaft kann es sich um eine Strömungsdrossel handeln, wie sie
in der deutschen Patentanmeldung
10 2016 218 917.4 der Anmelderin offenbart und beschrieben ist, deren Inhalt hiermit diesbezüglich
in vollem Umfang durch Verweis in die vorliegende Anmeldung aufgenommen ist.
[0018] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden nachfolgend beschrieben. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine Längsschnittansicht eines Teils einer Sanitärbrause,
- Fig. 2
- eine Perspektivansicht eines in der Sanitärbrause von Fig. 1 eingesetzten Fluidverteilerkörpers
mit vorgewölbter Verteilerplatte mit im Querschnitt trapezförmigen Durchtrittsöffnungen,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf den Fluidverteilerkörper von Fig. 2,
- Fig. 4
- eine Längsschnittansicht längs einer Linie IV-IV von Fig. 3,
- Fig. 5
- eine Ansicht entsprechend Fig. 2 für eine Ausführungsvariante des Fluidverteilerkörpers
mit im Querschnitt kreisrunden Durchtrittsöffnungen,
- Fig. 6
- eine Draufsicht auf den Fluidverteilerkörper von Fig. 5,
- Fig. 7
- eine Längsschnittansicht längs einer Linie VII-VII von Fig. 6,
- Fig. 8
- eine Ansicht entsprechend Fig. 6 für eine Ausführungsvariante des Fluidverteilerkörpers
mit ebener Verteilerplatte und
- Fig. 9
- eine Längsschnittansicht längs eine Linie IX-IX von Fig. 8.
[0019] Die Sanitärbrause von Fig. 1 umfasst einen Brauseeinlassbereich 1 mit einem Brauseeinlass
2 sowie einen Brauseauslassbereich 3 mit einem Brauseauslass 4. Eine Wasserführung
5 führt vom Brauseeinlass 2 zum Brauseauslass 4. Die exemplarisch gezeigte Sanitärbrause
kann z.B. als flachbauende Kopfbrause eines Duschsystems eingesetzt werden.
[0020] Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Brauseeinlassbereich 1 von einem Brauseanschlusskörper
6 gebildet, mit dem ein Brausehauptkörper 7 verbunden ist, der den Brauseauslassbereich
3 umfasst. Die Verbindung ist im gezeigten Beispiel durch ein Kugelgelenk 8 realisiert,
wodurch der Brausehauptkörper 7 allseits schwenkbeweglich am Brauseanschlusskörper
6 gehalten ist, der in diesem Fall rohranschlussförmig ist und seinerseits über ein
Anschlussgewinde 6a an einen üblichen, nicht gezeigten Wasserversorgungsanschluss
angekoppelt werden kann. Der Brauseauslassbereich 3 kann z.B. durch eine übliche einteilige
oder wie gezeigt mehrteilige Strahlscheibe 9 mit einer Mehrzahl von Strahlaustrittsöffnungen
10 gebildet sein, die einen entsprechenden Brausestrahl des Brauseauslasses 4 bereitstellen.
[0021] Ein Fluidverteilerkörper 12 ist in der Wasserführung 5 und im gezeigten Beispiel
speziell im Verbindungsbereich von Brauseanschlusskörper 6 und Brausehauptkörper 7
angeordnet, je nach Ausführung im Brausehauptkörper 7 angrenzend an den Brauseanschlusskörper
6 oder im Brauseanschlusskörper 6 angrenzend an den Brausehauptkörper 7 oder zwischen
denselben. Optional kann dem Fluidverteilerkörper 12, wie gezeigt, eine Strömungsdrossel
11 vorgeschaltet sein. Im gezeigten Fall ist die Strömungsdrossel 11 strömungsaufwärts
des Fluidverteilerkörpers 12 angrenzend an diesen im Brauseanschlusskörper 6 angeordnet.
Die optionale Strömungsdrossel 11 kann insbesondere eine solche sein, wie sie in der
oben erwähnten Patentanmeldung
DE 10 2016 218 917.4 der Anmelderin im Einzelnen offenbart und beschrieben ist, worauf hier für weitere
Details verwiesen werden kann.
[0022] In den Fig. 2 bis 4 ist der Fluidverteilerkörper 12 näher und einzeln in einer vorteilhaften
Realisierung dargestellt, wie sie in der gezeigten Brause von Fig. 1 verwendet ist.
Allgemein beinhaltet der Fluidverteilerkörper 12 eine zylindrische Berandung 14, die
an einer axialen Eintrittsseite 14a einen Fluideinlass 13 bildet, und eine stromabwärts
des Fluideinlasses 13 angeordnete Verteilerstruktur 15 zur fluidverteilenden Strömungsleitung
eines über den Fluideinlass 13 zugeführten Fluids. Die Verteilerstruktur 15 ist durch
wenigstens eine an der Berandung 14 gehaltene, perforierte Verteilerplatte 16 mit
einer Mehrzahl von sich in Strömungsrichtung konisch verjüngenden Durchtrittsöffnungen
17 gebildet.
[0023] Im gezeigten Beispiel ist der Fluidverteilerkörper 12 als einteiliges Bauteil gebildet,
vorteilhafterweise aus einem Elastomermaterial. Dieses Bauteil kann z.B. in Kunststoffspritzgießtechnik
gefertigt werden, alternativ durch ein anderes herkömmliches Fertigungsverfahren einschließlich
3D-Drucktechnik. In alternativen Ausführungen ist der Fluidverteilerkörper 12 mehrteilig
ausgeführt, beispielsweise dadurch, dass die Verteilerplatte 15 als ein von der Berandung
14 separates Bauteil gefertigt und an der Berandung 14 durch eine übliche Verbindungstechnik
angebracht wird, wobei in diesem Fall die Verteilerplatte 15 und die Berandung 14
aus einem gleichen Material, wie einem Elastomermaterial, oder aus unterschiedlichen
Materialien bestehen können, z.B. nur die Verteilerplatte 15 oder nur die Berandung
14 aus einem Elastomermaterial und das andere Bauteil aus einem davon verschiedenen
Material.
[0024] In der gezeigten Realisierung der Fig. 2 bis 4 besitzt die Verteilerplatte 15 eine
zur Plattenmitte hin in Strömungsrichtung nach außen gewölbte Form. Die Strömungsrichtung
verläuft hierbei von der axialen Eintrittsseite 14a zur gegenüberliegenden axialen
Stirnseite des Fluidverteilerkörpers 12 in seiner Axialrichtung, die durch seine Längsmittenachse
18 definiert ist. An dieser gegenüberliegenden Stirnseite befindet sich im gezeigten
Beispiel die Verteilerplatte 15.
[0025] Die Durchtrittsöffnungen 17 sind bei der Realisierung gemäß den Fig. 2 bis 4 über
mehrere Radien der Verteilerplatte 15 hinweg verteilt angeordnet, mit Ausnahme einer
zentrischen Auslassöffnung 17a. Konkret sind im gezeigten Beispiel die Durchtrittsöffnungen
17 über drei Radien verteilt um die zentrische Durchtrittsöffnung 17a herum angeordnet.
[0026] Wenigstens ein Teil und vorzugsweise alle Durchtrittsöffnungen 17 weisen in Strömungsrichtung
divergierende Öffnungslängsachsen 19 auf, d.h. letztere verlaufen um vorgegebene Divergenzwinkel
geneigt zur Axialrichtung bzw. Längsmittenachse 18 mit in Strömungsrichtung radial
nach außen weisender Komponente. Dies trägt zusammen mit der konischen Verjüngung
der Durchtrittsöffnungen 17 und der nach außen gewölbten Form der Verteilerplatte
16 zur gewünschten strömungsverteilenden Funktion des Fluidverteilerkörpers 12 bei,
durch welche axial zuströmendes Fluid mit radial nach außen weisender, transversaler
Strömungskomponente verteilt bzw. umlenkend weitergeleitet werden kann.
[0027] Des Weiteren ist aus den Fig. 2 bis 4 ersichtlich, dass in dieser Realisierung wenigstens
ein Teil und vorzugsweise alle Durchtrittsöffnungen 17 mit Ausnahme der einen kreisrunden
Querschnitt aufweisenden zentrischen Durchtrittsöffnung 17a einen trapezförmigen Querschnitt
aufweist. Dazu sind die Durchtrittsöffnungen 17 durch Trennstege 20 voneinander getrennt,
die einen sich in Strömungsrichtung dreieckförmig verbreiternden Querschnitt aufweisen.
[0028] Wie insbesondere aus Fig. 4 ersichtlich, ist die Verteilerstruktur 15 im gezeigten
Beispiel derart ausgeführt, dass ein minimaler Austrittsquerschnitt q der Durchtrittsöffnungen
17 kleiner als eine Dicke D der Verteilerplatte 16 ist. Dies unterstützt eine gewünschte,
gezielte Strömungsführung mit der gewünschten fluidverteilenden Funktion.
[0029] Wie aus Fig. 1 zu erkennen, kann beim dort gezeigten Einsatz des Fluidverteilerkörpers
12 die zylindrische Berandung 14 gleichzeitig als Dichtungselement fungieren, das
für eine nötige Abdichtung der Wasserführung 5 gegenüber dem Kugelgelenk 8 bzw. dem
Verbindungsbereich von Brauseanschlusskörper 6 und Brausehauptkörper 7 sorgt. Für
diesen Zweck ist dann die Berandung 14 aus einem geeigneten Dichtungsmaterial gefertigt,
z.B. wie erwähnt einem Elastomermaterial. Gleichzeitig unterstützt an diesem Einsatzort
des Fluidverteilerkörpers 12 die Verteilerstruktur 15 die geforderte Verteilung und
Umlenkung des axial bzw. parallel zu einer Längsmittenachse LA der Brause über den
Brauseeinlass 2 zugeführten Fluids in eine dazu im Wesentlichen senkrechte, transversale,
radial nach außen gerichtete Verteilströmung, durch die das Fluid weitestgehend gleichmäßig
zu allen Strahlaustrittsöffnungen 10 der Brause gelangt, um diese mit Fluid zu versorgen.
Dabei werden durch die strömungsleitende und strömungsverteilende Funktion des Fluidverteilerkörpers
12 ein direktes axiales Aufprallen des zugeführten Fluids auf eine dem Fluideintritt
gegenüberliegende, innere Strömungsführungskontur 7a des Brausehauptkörpers 7 und
eine damit einhergehende Geräuschentwicklung vermieden. Bei zusätzlichem Einsatz der
optionalen Schalldrossel 11 kann diese ergänzend zur Geräuschminderung und Strömungsdrosselung
beitragen.
[0030] Die Fig. 6 bis 9 veranschaulichen zwei weitere Realisierungsvarianten für den Fluidverteilerkörper
12, wobei zum leichteren Verständnis identische oder funktionell äquivalente Elemente
mit gleichen Bezugszeichen versehen sind und insoweit auch auf die obigen Ausführungen
zur Realisierung gemäß den Fig. 2 bis 4 verwiesen werden kann. Soweit im Folgenden
nichts anderes gesagt, gelten die oben zur Ausführungsform der Fig. 2 bis 4 genannten
Wirkungen und Vorteile in analoger Weise für die Ausführungsformen gemäß den Fig.
6 bis 9.
[0031] Bei der Ausführungsform gemäß den Fig. 5 bis 7 sind die Durchtrittsöffnungen 17 mit
kreisrundem statt trapezförmigem Querschnitt gebildet. Im Übrigen entspricht dieses
Ausführungsbeispiel demjenigen der Fig. 2 bis 4, so dass für alle weiteren Merkmale,
Eigenschaften und Vorteile auf dessen obige Erläuterungen verwiesen werden kann.
[0032] Zwischen den im Querschnitt kreisrunden Durchtrittsöffnungen 17 verbleiben Öffnungsrandbereiche
bzw. Öffnungszwischenraumabschnitte 21, die der Verteilerstruktur 15 in diesem Fall
eine wabenartige Kontur geben, wobei die Öffnungsrandbereiche 21 ebenso wie auch die
Trennstege 20 im Ausführungsbeispiel der Fig. 2 bis 4 miteinander zusammenhängen,
d.h. die Verteilerstruktur 15 bildet in beiden Fällen eine zusammenhängende Struktur,
in der die Durchtrittsöffnungen 17 getrennt voneinander ausgebildet sind. Wie die
Trennstege 20 besitzen auch die Öffnungsrandbereiche 21 einen sich in Strömungsrichtung
verbreiternden, dreieckförmigen Querschnitt korrespondierend zum sich in Strömungsrichtung
konisch verjüngenden Verlauf der Durchtrittsöffnungen 17.
[0033] Die in den Fig. 8 und 9 veranschaulichte Ausführungsform unterscheidet sich von derjenigen
der Fig. 5 bis 7 im Wesentlichen nur darin, dass die Verteilerplatte 16 in diesem
Fall als ebene Platte ausgebildet ist und hierbei die Durchtrittsöffnungen 17 mit
zueinander und zur Längsmittenachse 18 des Fluidverteilerkörpers 12 parallelen Öffnungslängsachsen
19 in der Verteilerplatte 16 ausgebildet sind. Zudem sind die Durchtrittsöffnungen
17 in diesem Fall über vier Radien der Verteilerplatte 16 hinweg um die mittige Durchtrittsöffnung
17a herum angeordnet. Auch hier verjüngen sich alle Durchtrittsöffnungen 17 konisch
in Strömungsrichtung und können auf diese Weise zu einer fluidverteilenden Strömungsleitung
und einer Strömungsdrosselung mit entsprechender Geräuschminderung beitragen, insbesondere
wenn wiederum wie gezeigt der minimale Austrittsquerschnitt q der Durchtrittsöffnungen
17 kleiner als die Dicke D der Verteilerplatte 16 ist und die Verteilerstruktur 15
bzw. Verteilerplatte 16 aus einem Elastomermaterial besteht.
[0034] In weiteren, nicht gezeigten Ausführungsformen der Erfindung besitzt die Verteilerplatte
keine ebene oder nach außen gewölbte, sondern eine andere Form, z.B. nach innen gewölbt,
und/oder die Durchtrittsöffnungen weisen keinen trapezförmigen oder kreisförmigen,
sondern einen anderen Querschnitt auf, z.B. einen ovalen oder mehreckigen, z.B. hexagonalen,
Querschnitt. Speziell entspricht eine derartige alternative Ausführungsform der Erfindung
derjenigen der Fig. 8 und 9 mit dem Unterschied, dass die Durchtrittsöffnungen einen
hexagonalen statt kreisrunden Querschnitt besitzen. Diese Ausführung kann fertigungstechnisch
und hinsichtlich Strömungsgeräuschreduzierung sehr vorteilhaft sein.
[0035] Wie die gezeigten und oben erläuterten Ausführungsbeispiele deutlich machen, stellt
die Erfindung einen Fluidverteilerkörper zur Verfügung, der sich bei Bedarf relativ
einfach herstellen lässt und mit dem sich eine fluidverteilende Strömungsleitung derart
erzielen lässt, dass sich andernfalls auftretende Strömungsgeräusche vermeiden oder
jedenfalls vermindern lassen. In weiteren, nicht gezeigten Ausführungsformen der Erfindung
sind andere als die in Fig. 1 gezeigte Sanitärbrausen, bei denen es sich z.B. um andersartige
Kopfbrausen oder um Hand- oder Seitenbrausen handeln kann, mit dem erfindungsgemäßen
Fluidverteilerkörper ausgerüstet, vorzugsweise wie erläutert im Brauseeintrittsbereich
der Sanitärbrause, alternativ aber auch an anderer Stelle. In weiteren alternativen
Ausführungsformen der Erfindung ist der erfindungsgemäße Fluidverteilerkörper in einer
der gezeigten Varianten oder in einer anderen Ausführungsvariante in eine andere Sanitäreinrichtung
statt in einer Sanitärbrause eingesetzt, z.B. in Mischarmaturen und anderen wasserführenden
Armaturen und Rohrleitungsabschnitten von Badewannen- und Waschtischsystemen oder
Duschsystemen. Nicht zuletzt ist auch ein Einsatz des erfindungsgemäßen Fluidverteilerkörpers
in nicht-sanitären, fluidführenden Systemen möglich.
1. Fluidverteilerkörper, insbesondere sanitärer Fluidverteilerkörper, mit
- einer zylindrischen Berandung (14), die an einer axialen Eintrittsseite (14a) einen
Fluideinlass (13) bildet, und
- einer stromabwärts des Fluideinlasses angeordneten Verteilerstruktur (15) zur fluidverteilenden
Strömungsleitung eines über den Fluideinlass zugeführten Fluids,
- wobei die Verteilerstruktur durch wenigstens eine an der Berandung gehaltene, perforierte
Verteilerplatte (16) aus einem Elastomermaterial mit einer Mehrzahl von sich in Strömungsrichtung
konisch verjüngenden Durchtrittsöffnungen (17) gebildet ist.
2. Fluidverteilerkörper nach Anspruch 1, wobei er als einteiliges Bauteil gebildet ist.
3. Fluidverteilerkörper nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Berandung aus einem Elastomermaterial
besteht.
4. Fluidverteilerkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei
- wenigstens ein Teil der Durchtrittsöffnungen in Strömungsrichtung divergierende
Öffnungslängsachsen aufweist und/oder
- die Verteilerplatte eine zur Plattenmitte hin in Strömungsrichtung nach außen gewölbte
Form besitzt.
5. Fluidverteilerkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Durchtrittsöffnungen
über mehrere Radien der Verteilerplatte hinweg verteilt angeordnet sind.
6. Fluidverteilerkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei wenigstens ein Teil der
Durchtrittsöffnungen einen trapezförmigen Querschnitt aufweist und die zugehörigen
Durchtrittsöffnungen durch Trennstege (20) voneinander getrennt sind, die einen sich
in Strömungsrichtung dreieckförmig verbreiternden Querschnitt aufweisen.
7. Fluidverteilerkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei ein minimaler Austrittsquerschnitt
(q) der Durchtrittsöffnungen kleiner als eine Dicke (D) der Verteilerplatte ist.
8. Sanitärbrause mit
- einem Brauseeinlassbereich (1) mit einem Brauseeinlass (2),
- einem Brauseauslassbereich (3) mit einem Brauseauslass (4) und
- einer Wasserführung (5) vom Brauseeinlass zum Brauseauslass, gekennzeichnet durch
- einen in der Wasserführung angeordneten Fluidverteilerkörper (12) nach einem der
Ansprüche 1 bis 7.
9. Sanitärbrause nach Anspruch 8, weiter
gekennzeichnet durch
- einen Brauseanschlusskörper (6), der den Brauseeinlassbereich beinhaltet, und
- einen Brausehauptkörper (7), der den Brauseauslassbereich beinhaltet und mit dem
Brauseeinlasskörper verbunden ist,
- wobei der Fluidverteilerkörper im Brauseanschlusskörper angrenzend an den Brausehauptkörper
oder im Brausehauptkörper angrenzend an den Brauseanschlusskörper oder zwischen dem
Brauseanschlusskörper und dem Brausehauptkörper angeordnet ist.
10. Sanitärbrause nach Anspruch 8 oder 9, weiter gekennzeichnet durch eine Strömungsdrossel (11), die stromaufwärts vor dem Verteilerkörper angeordnet
ist.