[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Offenend-Spinnmaschine mit einer Vielzahl
nebeneinander angeordneter Arbeitsstellen mit Offenend-Spinnvorrichtungen, die jeweils
eine Faserbandauflöseeinrichtung mit einer Schmutzaustrittsöffnung aufweisen. Eine
sich in Maschinenlängsrichtung erstreckende Schmutzentsorgungseinrichtung ist unterhalb
der Schmutzaustrittsöffnungen angeordnet.
[0002] Bei einer Offenend-Spinnvorrichtung wird ein Faserband einer Faserbandauflöseeinrichtung
zugeführt, bevor die Einzelfasern in den Spinnrotor gelangen. Die Faserbandauflöseeinrichtung
ist nach unten hin offen. Die Öffnung dient als Schmutzaustrittsöffnung.
[0003] Aus der
DE 198 27 610 B4 oder der
DE 102 22 012 A1 ist bekannt, unterhalb der Schmutzaustrittsöffnungen eine sich in Maschinenlängsrichtung
erstreckende Schmutzentsorgungseinrichtung anzuordnen. Die Schmutzentsorgungseinrichtung
kann als in Maschinenlängsrichtung verlaufendes Förderband ausgebildet sein, welches
die bei der Faserbandauflösung auftretenden Schmutzpartikel aufnimmt und abtransportiert.
Die Schmutzpartikel fallen auf das Förderband und werden von diesem zu pneumatischen
Schmutzabsaugeinrichtungen im Bereich der Maschinenendgestelle befördert.
[0004] Um zu verhindern, dass sich im Laufe der Zeit im Bereich der Schmutzaustrittsöffnungen
durch Ansetzen von Verunreinigungen und Fasern ein Faserbart bilden kann, der in den
Bereich einer Auflösewalze der Faserbandauflöseeinrichtung zurückgesaugt werden könnte
und dann den Spinnbetrieb erheblich stören würde, ist auf dem Förderband ein bürstenartiges
Reinigungselement angeordnet, dessen Borsten sich bis in den Bereich der Schmutzaustrittsöffnung
erstrecken und damit ein Anwachsen des Faserbartes verhindern.
[0005] Anstelle des Förderbandes kann auch, wie in
DE 102 22 012 A1 gezeigt, ein sich in Maschinenlängsrichtung bewegender Schlitten mit Schiebeflächen
verwendet werden, der die Schmutzpartikel in einer Rinne zu den Maschinenendgestellen
transportiert. Dieser Schlitten kann gleichzeitig die bürstenartigen Reinigungselemente
aufnehmen.
[0006] Es wird vorgeschlagen, die Geschwindigkeit des Schlittens in Abhängigkeit von der
Menge der Schmutzpartikel oder der Position des Schlittens anzupassen, um eine sichere
Beseitigung der Schmutzpartikel von der Schmutzentsorgungseinrichtung zu gewährleisten.
[0007] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine zuverlässige Schmutzentsorgung
auch bei längeren Maschinen beziehungsweise größer werdender Anzahl von Arbeitsstellen
zu gewährleisten.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Offenend-Spinnmaschine mit einer Vielzahl
nebeneinander angeordneter Arbeitsstellen mit Offenend-Spinnvorrichtungen gelöst,
die jeweils eine Faserbandauflöseeinrichtung mit einer Schmutzaustrittsöffnung aufweisen.
Bei der vorliegenden Erfindung ist eine sich in Maschinenlängsrichtung erstreckende
Schmutzentsorgungseinrichtung unterhalb der Schmutzaustrittsöffnungen angeordnet und
die Schmutzentsorgungseinrichtung ist dazu ausgebildet, Schmutzpartikel zu pneumatischen
Schmutzabsaugeinrichtungen in den Bereich von Maschinenendgestellen zu befördern.
Erfindungsgemäß ist zwischen den Arbeitsstellen mindestens eine Zwischeneinheit angeordnet,
die eine weitere pneumatische Schmutzabsaugeinrichtung umfasst, die dazu ausgebildet
ist, Schmutzpartikel von der Schmutzentsorgungseinrichtung abzusaugen.
[0009] Durch die erfindungsgemäße zwischen den Arbeitsstellen angeordnete Zwischeneinheit
kann auf einfache Weise eine weitere Schmutzabsaugeinrichtung installiert werden.
Durch die weitere Schmutzabsaugeinrichtung im Bereich der Arbeitsstellen, werden die
Wege, die die Schmutzpartikel auf der Schmutzentsorgungseinrichtung transportiert
werden müssen, verkürzt, und es werden größere Anhäufungen von Schmutzpartikeln vermieden.
Die Schmutzpartikel können sicher und schnell entfernt werden.
[0010] Vorzugsweise ist die Zwischeneinheit so ausgebildet, dass sie anstelle einer Arbeitsstelle
montiert werden kann. Diese Ausbildung der Zwischeneinheit ist besonders vorteilhaft,
da die bestehende Konstruktion einer Offenend-Spinnmaschine, beziehungsweise ihr Maschinenrahmen,
nicht verändert werden muss. Außerdem können bereits ausgelieferte Maschinen leicht
nachgerüstet werden.
[0011] Vorzugsweise ist die Breite der Zwischeneinheit kleiner oder gleich der Breite einer
Arbeitsstelle. Diese Anforderungen stellt eine Mindestanforderung für die Austauschbarkeit
mit einer Arbeitsstelle dar. Für die Austauschbarkeit ist es jedoch am günstigsten,
wenn die Breite der Zwischeneinheit und der Arbeitsstellen gleich ist.
[0012] Eine Zwischeneinheit kleinerer Breite als die Arbeitsstellen wird vorzugsweise in
einer Zwischensektion untergebracht. Die Arbeitsstellen werden zu Gruppen zusammengefasst.
Diese Gruppen werden als Sektion bezeichnet. Die Zwischeneinheit kann dann in einer
eigenen Zwischensektion zwischen zwei Sektionen von Arbeitsstellen untergebracht werden.
Der Vorteil dabei ist, dass die Zwischensektion nur so breit sein muss, wie die Zwischeneinheit.
Man würde in diesem Fall die Zwischeneinheit so gestalten, dass sie eine möglichst
geringe Breite aufweist, um keine Nutzlänge der Maschinen zu verschwenden. Eine Anordnung
in einer Zwischensektion macht vor allem dann Sinn, wenn mehrere Zwischeneinheiten
über die Länge der Maschine verteilt werden, da dann die geringere Breite der Zwischeneinheiten
stärker ins Gewicht fällt.
[0013] Die Austauschbarkeit der Zwischeneinheit und der Arbeitsstellen wird vorzugsweise
dadurch unterstützt, dass die Zwischeneinheit und die Arbeitsstellen einander entsprechende
Befestigungselemente zur Befestigung an einem Maschinenrahmen aufweisen. Solche Befestigungselemente
können zum Beispiel Haken sein, die in eine korrespondierende Schiene am Maschinerahmen
eingehängt werden.
[0014] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist die weitere
pneumatische Schmutzabsaugeinrichtung an eine Unterdruckversorgung der Arbeitsstellen
angeschlossen. Durch eine solche Ausgestaltung ist keine zusätzliche Unterdruckversorgung
für die weitere pneumatische Schmutzabsaugeinrichtung erforderlich.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0016] Es zeigt:
- Fig. 1.
- eine Vorderansicht auf einige nebeneinander angeordnete Offenend-Spinnvorrichtungen
einer erfindungsgemäßen Offenend-Spinnmaschine mit einer unterhalb ihrer Faserbandauflöseeinrichtungen
angeordneten Schmutzentsorgungseinrichtung.
[0017] Die Fig. 1 zeigt eine Vorderansicht auf einige der in Reihe angeordneten Arbeitsstellen
20 einer Offenend-Spinnmaschine 1. Wie bekannt, sind bei modernen Offenend-Spinnmaschinen
1 pro Maschinenseite oft mehrere Hundert dieser Arbeitsstellen 20 nebeneinander angeordnet.
[0018] Die Arbeitsstellen 20 umfassen jeweils eine Offenend-Spinnvorrichtung 2.
Diese an sich bekannten und beispielsweise in der
DE 195 24 837 A1 beschriebenen Offenend-Spinnvorrichtungen 2 besitzen ein besaugtes Rotorgehäuse,
in dem mit hoher Drehzahl ein Spinnrotor umläuft. Das in Fig. 1 nicht dargestellte,
nach vorne hin offene Rotorgehäuse ist während des Spinnbetriebes durch ein Deckelelement,
einen sogenannten Schwenkdeckel 3 verschlossen. Der Schwenkdeckel 3 weist unter anderem
auch eine Faserbandauflöseeinrichtung 4 auf.
[0019] Die Faserbandauflöseeinrichtung 4, die ein vorgelegtes Faserband 9 in spinnbare Einzelfasern
zerlegt, besitzt dabei, wie üblich, eine in einem Auflösewalzengehäuse 5 rotierende
Auflösewalze 6, eine Einzugswalze 7 sowie eine Speisemulde mit vorgeschaltetem Faserbandverdichter
8. Die Auflösewalzengehäuse 5 dieser Faserbandauflöseeinrichtungen 4 verfügen außerdem
jeweils über eine Schmutzaustrittsöffnung 10 zum Abführen der bei der Faserbandauflösung
anfallenden Schmutzbestandteile.
[0020] Unterhalb der Schmutzaustrittsöffnungen 10 ist eine maschinenlange Schmutzentsorgungseinrichtung
11 angeordnet, die ein in einer Kanalkonstruktion 13 geführtes Endlos-Schmutzabtransportband
12 aufweist. Die Kanalkonstruktion 13 besitzt dabei, wie üblich, einen nach oben hin
offenen Schmutzabtransportkanal 14 sowie einen darunterliegenden Rücklaufkanal 15.
Das Endlos-Schmutzabtransportband 12 ist über einen (nicht dargestellten) E-Motor
changierbar angetrieben.
[0021] Auf dem im Schmutzabtransportkanal 14 verlaufenden Abschnitt des Endlos-Schmutztransportbandes
12 ist ein Reinigungsschlitten 16 angeordnet, der während des Betriebes vom Schmutzabtransportband
12 über Reibschluss mitgenommen wird. Die Reinigungsschlitten verhindern die Ansammlung
von Schmutzpartikeln an der Schmutzaustrittsöffnung 10. Die aus der Schmutzaustrittsöffnung
austretenden und die von der Reinigungseinrichtung gelösten Schmutzpartikel fallen
auf das Schmutzabtransportband 12 und werden von diesem in Richtung der Maschineenden
abtransportiert.
[0022] Die Offenend-Spinnmaschine 1 weist an den Maschinenenden nicht dargestellte Maschinenendgestelle
auf, die in bekannter Weise pneumatische Schmutzabsaugeinrichtungen enthalten, die
die auf dem Schmutzabtransportband 12 angelieferten Schmutzpartikel absaugen.
[0023] Bei der in Fig. 1 dargestellten Offenend-Spinnmaschine 1 ist zwischen den Arbeitsstellen
20 eine Zwischeneinheit 17 angeordnet, die eine weitere pneumatische Schmutzabsaugeinrichtung
18 umfasst. Es können weitere Zwischeneinheiten 17 über die Maschinelänge verteilt
angeordnet sein. Die Schmutzabsaugeinrichtung 18 ist auf das Schmutzabtransportband
12 gerichtet und saugt auf dem Schmutzabtransportband 12 vorbeilaufende Schmutzpartikel
ab.
[0024] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Zwischeneinheit 17 so ausgebildet,
dass sie anstelle einer Arbeitsstelle 20 montiert werden kann. Die Zwischeneinheit
17 weist die gleiche Breite auf wie die Arbeitsstellen 20. Die Befestigung der Zwischeneinheit
17 an dem Maschinenrahmen erfolgt in gleicher Weise, wie die Befestigung der Arbeitsstellen.
Die Schmutzabsaugeinrichtung 18 ist an die Unterdruckversorgung der Arbeitsstellen
angeschlossen. Die Unterversorgung der Schmutzabsaugeinrichtung 18 kann dabei insbesondere
über die Unterdruckversorgung einer nicht dargestellten Saugdüse erfolgen. Die schwenkbare
Saugdüse dient an den Arbeitsstellen dazu, nach einer Fadenunterbrechung einen auf
die Auflaufspule aufgelaufenen Faden zu erfassen und zum Wiederanspinnen zu der Offenend-Spinnvorrichtung
2 zu transportieren.
1. Offenend-Spinnmaschine (1) mit einer Vielzahl nebeneinander angeordneter Arbeitsstellen
(20) mit Offenend-Spinnvorrichtungen (2), die jeweils eine Faserbandauflöseeinrichtung
(4) mit einer Schmutzaustrittsöffnung (10) aufweisen, wobei eine sich in Maschinenlängsrichtung
erstreckende Schmutzentsorgungseinrichtung (11) unterhalb der Schmutzaustrittsöffnungen
(10) angeordnet ist, wobei die Schmutzentsorgungseinrichtung (11) dazu ausgebildet
ist, Schmutzpartikel zu pneumatischen Schmutzabsaugeinrichtungen in den Bereich von
Maschinenendgestellen zu befördern, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Arbeitsstellen (20) mindestens eine Zwischeneinheit (17) angeordnet
ist, die eine weitere pneumatische Schmutzabsaugeinrichtung (18) umfasst, die dazu
ausgebildet ist, Schmutzpartikel von der Schmutzentsorgungseinrichtung (11) abzusaugen.
2. Offenend-Spinnmaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischeneinheit (17) so ausgebildet ist, dass sie anstelle einer Arbeitsstelle
(20) montiert werden kann.
3. Offenend-Spinnmaschine (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite der Zwischeneinheit (17) kleiner oder gleich der Breite einer Arbeitsstelle
(20) ist.
4. Offenend-Spinnmaschine (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischeneinheit (17) und die Arbeitsstellen (20) einander entsprechende Befestigungselemente
zur Befestigung an einem Maschinenrahmen aufweisen.
5. Offenend-Spinnmaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere pneumatische Schmutzabsaugeinrichtung (18) an eine Unterdruckversorgung
der Arbeitsstellen (20) angeschlossen ist.