[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Container sowie die Verwendung desselben.
[0002] Trotz ihres prinzipiell großen Einsatzpotentials werden geotextile Container im Wasserbau
bislang nur in geringem Umfang eingesetzt. Dies kann insbesondere auf die geringe
Oberfächenrauigkeit der im Stand der Technik verwendeten geosynthetischen Materialien
zurückgeführt werden. Der Einsatz der geotextilen Container geht mit dem Aufeinanderstapeln
mehrerer Container, etwas zur Herstellung einer Stützkonstruktion, einher. Hierbei
treten horizontale Spreizkräfte auf, die allerdings von den Containern nicht ausreichend
aufgenommen werden können. Die Folge ist ein Systemversagen. Dies führt dazu, dass
bisher die Stapelfähigkeit geotextiler Container stark durch die glatte Oberfläche
der Container begrenzt ist. Dies führt zu einer ungenügenden Lagestabilität, da die
Container untereinander nicht ausreichend verbunden sind.
[0003] Im Stand der Technik wird als Lösung dieses Problems vorgeschlagen, nachträglich
konventionelle Klettverschlüsse an den Containern anzubringen. Hierdurch soll eine
Erhöhung des Reibungs- bzw. Haftverbunds erreicht werden. Diese Lösung ist allerdings
kostenintensiv und mit hohem Aufwand verbunden.
[0004] Geotextile Container des Stands der Technik umfassen eine Hülle, die im Wesentlichen
aus synthetische Polymeren gefertigt ist. Insbesondere Polyesterfasern, Polyacrylfasern
oder Polypropylenfasern kommen zur Fertigung dieser Container zum Einsatz. Durch alterungs-
und beschädigungsbedingte Ablösung kleiner Plastikteile können bei der Verwendung
derartiger Materialien im Wasserbau allerdings große Mengen Plastik in Flüsse und
Meere gelangen. Dies führt zu signifikanten Umweltproblemen.
[0005] Vor diesem Hintergrund ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, geotextile
Container bereitzustellen, die Nachteile des Stands der Technik überwinden, insbesondere
eine verbesserte Stapelfähigkeit aufweisen und zur Vermeidung von Umweltproblemen
beitragen.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Container umfassend: a) eine Umhüllung, im
Wesentlichen bestehend aus zumindest einem Geotextil; und b) eine Füllung, die von
der Umhüllung vollständig umschlossen ist; wobei das Geotextil aus Naturfasern, Basaltfasern,
Glasfasern oder Mischungen derselben besteht.
[0007] Container im erfmdungsgemäßen Sinne sind insbesondere Vielzweckelemente, die aus
einer geotextilen Umhüllung und einer, vorzugsweise festen, Füllung bestehen. Ihre
potentiellen Anwendungsmöglichkeiten sind bei jeweils geeigneter Konstruktion (Form/Größe,
Material und Eigenschaften von Hülle und Füllung etc.) nahezu unbegrenzt. Insbesondere
kann durch eine geeignete Wahl von Form und Größe des erfindungsgemäßen Containers
der Container auf die gewünschte Anwendung angepasst werden. Beispielsweise kann der
Container in Form einer dünnen Matte oder Bahn vorliegen. Ebenfalls kann erfindungsgemäß
eine Matratzenform mit einer Dicke von bis zu 80 cm vorgesehen sein. In dieser Ausgestaltung
kann der erfindungsgemäße Container zum Schutz gegen mechanische Einwirkungen oder
Erosion und für undurchlässige Auskleidungen verwendet werden. Ebenso kann erfindungsgemäß
vorgesehen sein, dass der Container in Form eines horizontalen Schlauchs vorliegt.
In dieser Ausführungsform kann der erfindungsgemäße Container als Speicherbehälter,
als Sperre, zum Deponieren von Schlämmen oder als Damm- bzw. Deichkern verwendet werden.
Ein Container, der eine vertikale Schlauchform aufweist kann für die Bodenverbesserung
oder als Vertikaldräns verwendet werden. Ebenso kann erfindungsgemäß vorgesehen sein,
dass der Container allgemein in Form eines Sacks vorliegt. Derartige Säcke können
für den Hochwasserschutz, für Kolkschutz und -reparatur oder im Böschungsbau eingesetzt
werden. Ebenso wird ein Einsatz in Form von Gabionen oder in künstlichen Riffen ermöglicht.
[0008] Die Umhüllung des Containers umschließt die feste Füllung vollständig. Dies bedeutet,
dass die Umhüllung in dem erfindungsgemäßen Container keine Öffnung aufweist. Die
Umhüllung kann beispielsweise durch Vernähen eines einzelnen Geotextils oder Zusammennähen
von zwei verschiedenen Geotextilen erreicht werden. Hierbei ist bevorzugt vorgesehen,
dass die Nähte zumindest 80% der Festigkeit des Geotextils aufweisen. Ebenso kann
die Umhüllung des Containers durch Rundweben hergestellt werden, um so ein schlauchförmiges
Gebilde zu erhalten. Dies offenen Enden des Schlauches können dann vorzugsweise durch
Vernähen, Verkleben oder auf jede andere geeignete Art und Weise verschlossen werden.
[0009] Im erfindungsgemäßen Sinne ist ein Geotextil eine flächige oder dreidimensionale
Textilie, die als Baustoff im Bereich des Wasserbaus dienen kann. Das Geotextil kann
in Form eines Gewebes, eines Vliesstoffes, eines Verbundstoffes oder in anderen Strukturen
vorliegen.
[0010] Der Begriff "im Wesentlichen" ist im erfindungsgemäßen Zusammenhang derart zu verstehen,
dass die Eigenschaften der Umhüllung, insbesondere die Oberflächenbeschaffenheit,
die Durchlässigkeit, die mechanische Belastbarkeit etc. durch die Eigenschaften des
Geotextils geprägt werden. Die Umhüllung kann nichtsdestotrotz weitere Elemente, insbesondere
die zum oben erwähnten Vernähen, Verkleben etc. notwendigen Materialien, umfassen.
[0011] Als Füllung kommt prinzipiell jedes Material in Frage, das in die Umhüllung eingeführt
und in der Umhüllung dauerhaft eingeschlossen werden kann. Hierbei ist bevorzugt,
dass die Füllung eine feste Füllung ist. Eine feste Füllung in diesem Sinne ist jede
Füllung, die aus einem Material besteht, das im festen Aggregatszustand vorliegt,
also nicht flüssig oder gasförmig ist. Die Füllung kann hierbei in Form eines Festkörpers,
eines Granulats, in Form fein verteilter Partikel etc. vorliegen. Ferner ist bevorzugt,
dass die Füllung derart ausgestaltet ist, dass diese bei einer Verwendung des Containers
im Wasserbau im festen Zustand verbleibt und die Umhüllung nicht verlassen kann.
[0012] Naturfasern im erfindungsgemäßen Sinne sind alle Fasern, die von natürlichen Quellen
wie Pflanzen, Tieren oder Mineralien stammen. Naturfasern sind im erfindungsgemäßen
Sinne abzugrenzen von Chemiefasern, die synthetisch hergestellt werden. Chemiefasern
sind in diesem Zusammenhang insbesondere synthetische Polymere, wie Polyester, Polyacryl,
Polypropylen etc.. Erfindungsgemäß kann daher bevorzugt vorgesehen sein, dass der
Container keine Chemiefasern, insbesondere keine synthetischen Polymere, enthält.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die Umhüllung ferner
eine Beschichtung umfasst, die auf zumindest einer Seite des Geotextils angeordnet
ist.
[0014] In dieser Ausführungsform wird zur Herstellung der Umhüllung zunächst ein Geotextil
aus Naturfasern, Basaltfasern, den Glasfasern oder Mischungen derselben bereitgestellt.
Das bereitgestellte Geotextil wird dann auf einer, vorzugsweise auf beiden Seiten
desselben, mit einer Beschichtung versehen. Das Beschichten des Geotextils kann mit
üblichen, aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren erreicht werden, etwa Eintauchen
des Geotextils in eine flüssige Beschichtungslösung und anschließendes Aushärten oder
Trocknen, Bestreichen des Geotextils mit einer flüssigen Beschichtungsmasse und anschließendes
Aushärten (oder Trocknen) und so weiter. Die Beschichtung auf dem Geotextil bewirkt,
dass ein frühzeitiger Verschleiß der Umhüllung, etwa durch Abrieb, während der Verwendung
des Containers, reduziert oder gänzlich vermieden werden kann. Durch das Bereitstellen
der Beschichtung auf dem Geotextil wird darüber hinaus eine sehr einfache und wenig
zeitintensive Herstellung des beschichteten Geotextils zur Herstellung der Umhüllung
ermöglicht.
[0015] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Geotextil
aus einem beschichteten Garn gefertigt ist, wobei das Garn aus den Naturfasern, den
Basaltfasern, den Glasfasern oder Mischungen derselben besteht, und wobei das beschichtete
Garn von einer Beschichtung im Wesentlichen vollständig umschlossen ist.
[0016] In dieser Ausführungsform wird die Beschichtung nicht erst nach der Herstellung des
Geotextils aufgebracht. Vielmehr wird zunächst aus den Naturfasern, Basaltfasern,
Glasfasern oder Mischungen derselben ein Garn hergestellt. Dieses Garn wird dann mit
einer Beschichtung versehen. Diese Beschichtung kann etwa durch Eintauchen des Garns
in eine flüssige Beschichtungsmasse, gefolgt durch Aushärten oder Trocknen der Beschichtungsmasse,
hergestellt werden. Hierbei ist vorgesehen, dass das Garn im Wesentlichen vollständig
von der Beschichtung umschlossen ist. Im Wesentlichen vollständig in diesem Zusammenhang
bedeutet, dass die Beschichtung, soweit technisch möglich, vollständig ausgebildet
ist und offene Stellen in der Beschichtung lediglich in einem Umfang vorhanden sind,
der durch übliche technische Mittel nicht verhindert werden kann. Im Folgenden wird
dann aus dem beschichteten Garn das Geotextil hergestellt, das in dieser bevorzugten
Ausführungsform also aus dem Garn, bestehend aus Naturfasern, Basaltfasern, Glasfasern
oder Beschichtungen derselben, sowie der Beschichtung selbst besteht. Durch die Beschichtung
des Garns selbst vor der Herstellung des Geotextils kann ein besonders effizienter
Verschleißschutz erreicht werden.
[0017] Es kann ebenfalls vorgesehen, dass die beiden im vorangehenden beschriebenen Ausführungsformen,
nämlich zum einen die Beschichtung des Geotextils und zum anderen die Beschichtung
eines Garns, aus dem anschließend ein Geotextil gefertigt wird, kombiniert werden.
[0018] Es kann vorgesehen sein, dass die Beschichtung ein natürliches Material, vorzugsweise
Wollastonit oder Naturkautschuk, insbesondere bevorzugt Naturkautschuk umfasst. In
diesem Zusammenhang kann ebenfalls vorgesehen sein, dass die Beschichtung aus einem
natürlichen Material, vorzugsweise Wollastonit oder Naturkautschuk, insbesondere bevorzugt
Naturkautschuk besteht. Natürliche Materialien in diesem Sinne sind Materialien, die
von natürlichen Quellen, wie Pflanzen, Tieren oder Mineralien, stammen. Hiervon abzugrenzen
sind synthetische Materialien.
[0019] Durch die Verwendung eines natürlichen Materials zur Beschichtung des Geotextils
(oder des Garns zur Herstellung derselben) ist es möglich, Container bereitzustellen,
die auch strengen Umweltschutzauflagen entsprechen. Dies ist insbesondere dann von
Bedeutung, wenn die Container für den Einsatz im Küstenschutz, den Tiefbau oder in
anderen Bereichen, in denen ein Kontakt mit Wasser oder Grundwasser vorgesehen ist,
eingesetzt werden sollen.
[0020] Insbesondere zur Umsetzung der Erfordernisse der Richtlinien 2008/56/EG (Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie)
und 2000/60/EG (Wasserrahmenrichtlinie) kann durch die erfindungsgemäß vorgesehene
Lösung, insbesondere die Tatsache, dass in dem erfindungsgemäßen Container, sowohl
zur Herstellung des Geotextils als auch zur Herstellung der Umhüllung desselben, nur
und ausschließlich natürliche Materialien eingesetzt werden, einen signifikanten Beitrag
leisten.
[0021] Naturkautschuk, NR (Abk. von engl. natural rubber), wird aus dem Latex (Milchsaft) einiger tropischer
und nichttropischer Gewächse gewonnen. Die wichtigste kautschukliefernde Pflanze ist
der in Plantagen angebaute Kautschukbaum (
Hevea brasiliensis). Die durchschnittliche Zusammensetzung des aus dem Kautschukbaum gewonnenen Latex
liegt bei 50 bis 75 % Wasser, 25 bis 40 % Kautschuk-Trockensubstanz, 1,5 bis 2 % Protein,
1,5 bis 2 % Harzen, 1,5 % Kohlenhydraten und geringen Mengen Fettsäuren. Die Kautschukanteile
sind im Latex in Form feinster Tröpfchen verteilt.
[0022] Struktur und Eigenschaften. Die Naturkautschukarten stellen chemisch Polyisopren von fast 100 %iger
cis-1,4-Konfiguration dar (Abb. 1a), während die dem Naturkautschuk nahestehenden harzhaltigen
Naturprodukte Guttapercha und Balata
trans-Konfiguration zeigen (Abb. 1b). Die relative Molekülmasse des mechanisch nicht bearbeiteten
Naturkautschuks ist nicht einheitlich und liegt zwischen 500000 und 1000000.

[0023] Die Isoprenmoleküle des Naturkautschuks sind in kettenförmigen Knäueln miteinander
verbunden. Durch Dehnen werden die kettenförmigen Makromoleküle gestreckt und dadurch
parallel ausgerichtet. Durch die Vulkanisation, die einen Einbau von Schwefel in die
noch vorhandenen Doppelbindungen unter Bildung von Schwefelbrücken zwischen den Ketten
darstellt, wird die Beweglichkeit der Kette durch intermolekulare Brückenbildung herabgesetzt,
so daß eine Verformung nun mehr Kraft erfordert, begrenzt und nach Aufhören der Krafteinwirkung
reversibel ist.
[0024] Naturkautschuk ist empfindlich gegenüber Oxidationsmitteln. Bei längerem Abkühlen
verliert Naturkautschuk seine elastischen Eigenschaften durch teilweise Kristallisation.
Naturkautschuk hat eine Dichte von 0,934 g cm
-3 (bei 20 °C) und eine Bruchdehnung von 800 bis 1000 %. Nicht vulkanisierter Naturkautschuk
ist in Benzin, chlorierten Kohlenwasserstoffen und Ölen löslich. Vulkanisierten Naturkautschuk
greifen diese Lösungsmittel nicht an, sie bewirken lediglich eine Quellung. Ferner
weist vulkanisierter Naturkautschuk außer hoher Elastizität große mechanische Widerstandsfähigkeit
und hohe Zerreißfestigkeit auf.
[0025] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die Beschichtung
eine Schichtdicke in einem Bereich von 2 µm bis 3,000 µm hat. In diesem Schichtdickenbereich
konnte ein effizienter Verschleißschutz erreicht werden, ohne die Flexibilität des
Geotextils oder des zur Herstellung des Geotextils verwendeten Garns zu beeinträchtigen.
[0026] Der Durchmesser des Garns (bzw. des Filaments) kann erfindungsgemäß in einem Bereich
von 9 bis 48 µm liegen. Andere Durchmesser sind erfindungsgemäß allerdings nicht ausgeschlossen.
[0027] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann ebenso vorgesehen sein, dass die
Naturfasern seewasserbeständig sind.
[0028] Im Sinne der vorliegenden Erfindung soll der Begriff "seewasserbeständig" dahingehend
verstanden werden, dass ein seewasserbeständiges Material (meist eine seewasserbeständige
Naturfaser) nicht oder nur in geringem Umfang durch Seewasser angegriffen wird. Dies
soll selbst bei dauerhafter Exposition gegenüber Seewasser gelten. Gemäß der vorliegenden
Erfindung kann die Seewasserbeständigkeit nach den DIN-Normen DIN53739 oder DIN53521
quantifiziert werden. Im Rahmen dieser Quantifizierung werden die erfindungsgemäßen
Materialien anstelle der in den DIN-Normen genannten Materialien eingesetzt. Die übrigen
in den DIN-Normen festgelegten Prüfungsbedingungen bleiben gleich. Vorzugsweise ist
vorgesehen, dass eine erfindungsgemäße Seewasserbeständigkeit dann erreicht wird,
wenn die in den DIN-Normen angegebenen Ziele erfüllt sind.
[0029] Ebenso kann bevorzugt vorgesehen sein, dass die Naturfasern Kokosfasern sind. Durch
die Verwendung von Kokosfasern zur Herstellung des Geotextils kann eine hervorragende
Verkrallung verschiedener erfindungsgemäßer Container untereinander erreicht werden.
Hierdurch ergibt sich eine hohe Lagestabilität der Container.
[0030] In Ihrem Aufbau gleicht die Kokosfaser einer winzigen Röhre. Diesem Umstand verdankt
sie ihr spezifisch geringes Gewicht, ihre stets gleichbleibende Elastizität, und besonders
ihre hohe schall- und wärmedämmende Wirkung. Ein weiterer, sehr wichtiger Vorteil
für die Verwendung von Kokosfasern in einem Geotextil, liegt in ihrer Unempfindlichkeit
gegen Feuchtigkeit - selbst bei anhaltender Nässe fault sie nicht -, in ihrer großen
Scheuerfestigkeit und der hohen Reißfestigkeit. Gegen Mottenfraß ist sie unempfindlich.
[0031] Ebenso kann bevorzugt vorgesehen sein, dass der Container ein Gesamtgewicht von mindestens
100 kg hat. Durch dieses bevorzugte Gewicht kann ein Verdriften der erfindungsgemäßen
Container verhindert werden. Besonders bevorzugt vorgesehen ist in diesem Zusammenhang
dass das Gewicht des Containers mindestens 1,5 Tonnen beträgt.
[0032] Allgemein richten sich die Größe und das Gewicht des erfindungsgemäßen Containers
nach dem angestrebten Verwendungszweck, etwa nach der Art eines mittels des Containers
zu errichtenden Bauwerks.
[0033] Ebenso bevorzugt kann vorgesehen sein, dass die Umhüllung eine Dicke von zumindest
4,5 mm und/oder ein Flächengewicht von mindestens 500 g/m
2 hat. Durch die beschriebene bevorzugte Dicke der Umhüllung und das bevorzugte Flächengewicht
derselben kann eine besonders gute Robustheit und Filterstabilität des erfindungsgemäßen
Containers erreicht werden. Insbesondere kann so eine an die an Küsten vorherrschenden
hydrodynamischen Belastungen angepasste Robustheit erreicht werden.
[0034] Als erfindungsgemäße Füllung kann vorzugsweise Sand und/oder Beton, besonders bevorzugt
Sand, vorgesehen sein. Durch die Verwendung von Sand als Füllung kann ein flexibler,
anpassungsfähiger Container erhalten werden.
[0035] Als besonders bevorzugt hat sich hierbei eine Dichte des Sands von 1,4 bis 2,0 g/cm
3 erwiesen. Durch die bevorzugte Dichte des Sandes kann eine besonders gute Stabilität
der Containerstruktur erreicht werden.
[0036] Ebenso ist bevorzugt vorgesehen, dass die Umhüllung eine Zugfestigkeit von mindestens
30 kN/m hat. Durch die bevorzugte Zugfestigkeit weist das die Umhüllung bildende Geotextil
eine ausreichende Festigkeit/Robustheit auf, um für einen maschinellen Transport geeignet
zu sein.
[0037] Ebenso kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass das erfindungsgemäße Geotextil
ein UV-beständiges Material ist.
[0038] Darüber hinaus ist bevorzugt vorgesehen, dass das Geotextil ein Vlies, Gewebe, Gelege,
Gewirke, Netz oder Gestricke ist. Durch die Verwendung eines Vlieses kann eine gute
Dehnbarkeit und Schmiegsamkeit erreicht werden. Insbesondere kann vorgesehen sein,
dass eine Dehnung von 60 bis 70% erreicht werden kann. Hierdurch kann eine schnelle
Durchfeuchtung des Containers im Wasserbau erreicht werden.
[0039] Erfindungsgemäß kann ferner vorgesehen sein, dass der Container ein Fassungsvermögen
von 0,5 bis 1 m
3 hat. Ein entsprechendes Fassungsvermögen hat sich hinsichtlich Reißfestigkeit und
Robustheit des Containers als besonders vorteilhaft erwiesen. Der Einbau der erfindungsgemäßen
Container kann hierdurch etwa durch den Einsatz von Rundgreifern erfolgen.
[0040] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass die Umhüllung ein Netz ist und die Füllung
aus Steinen besteht, wobei die Steine einen Durchmesser haben, der größer ist als
die Öffnungen des Netzes. In dieser Ausführungsform kann ein Container erhalten werden,
dessen Oberflächeneigenschaften weniger von der Umhüllung als vielmehr durch die Eigenschaften
der Füllung geprägt sind.
[0041] Die Aufgabe wird ferner gelöst durch die Verwendung der erfindungsgemäßen Container
im Wasserbau und/oder im Küstenschutz, im Tiefbau, insbesondere im Straßenbau, oder
als Filter.
[0042] Als Wasserbau sind hierbei Maßnahmen, technische Eingriffe und Bauten im Bereich
des Grundwassers, der Oberflächengewässer und der Meeresküsten zu verstehen, wobei
ein Einsatz an den Meeresküsten bevorzugt ist. Der Küstenschutz umfasst hierbei insbesondere
den Hochwasserschutz.
[0043] Insbesondere kann erfindungsgemäß eine Verwendung der erfindungsgemäßen Container
im Hochwasserschutz, Deichbau, beim Schutz von Wasserstraßen, Kolkschutz, bei der
Fixierung von Leitungen (Kabel, Rohre, etc.), bei der Fixierung von Gas- bzw. Stromleitungen
und im Fundamentschutz vorgesehen sein.
[0044] Bei der Verwendung im Tiefbau ist insbesondere ein Einsatz der erfindungsgemäßen
Container zum Trennen, Drainagieren, Filtern, Bewehren oder zum Korrosionsschutz vorgesehen.
[0045] Die Aufgabe wird darüber hinaus gelöst durch eine Verwendung eines erfindungsgemäßen
Containers als Filter. Die erfindungsgemäße Verwendung als Filter beruht auf einer
Filterwirkung der Container.
[0046] In diesem Zusammenhang ist bevorzugt vorgesehen, dass der Container in Kontakt mit
einem Untergrund gebracht wird, wobei der Untergrund Partikel enthält, wobei die Öffnungsweite
O
90,W im Wesentlichen gleich der mittleren Partikelgröße d
50 des Untergrunds entspricht.
[0047] Für die an den Küsten vorherrschenden hydrodynamischen Belastungen und die typischerweise
vorkommenden Fein- und Mittelsande hat sich die bevorzugte Öffnungsweite des Geotextils
als besonders vorteilhaft erwiesen.
[0048] Die Öffnungsweite wird hierbei durch Siebung ermittelt, wobei das Geotextil als Sieb
dient. Der Wert O
90,W besagt in diesem Zusammenhang, das 90% der Poren gleich oder kleiner sind als der
mittlere Teilchendurchmesser d
50 der Partikel, die in dem Untergrund enthalten sind. Die Verwendung im Küstenschutz
umfasst insbesondere auch die Verwendung unter Tideeinfluss bzw. Seegangsbedingungen.
[0049] Überraschenderweise wurde durch die Erfinder festgestellt, dass die obengenannte
Aufgabe durch die Erfindung dadurch gelöst wird, dass ein gut stapelbarer Container
bereitgestellt werden kann, der nicht durch Zersetzung oder Zerstörung zu Plastikablagerungen
im Meerwasser führt.
[0050] Weitere Details, die zur Lösung der Aufgabe beitragen können, sollen im Folgenden
beschrieben werden.
[0051] Die Füllung des erfindungsgemäßen Containers sollte auf die Durchlässigkeit des Geotextils,
das die erfindungsgemäße Umhüllung bildet, abgestimmt sein. Im Wasserbau erhöht sich
die Stabilität einer Containerstruktur, je schneller das Wasser daraus drainieren
kann. Die Durchlässigkeit der Umhüllung ist vorzugsweise mindestens 10 Mal höher als
die der Füllung des Containers.
[0052] Ferner ist bekannt, dass Container im Küstenbereich einer ständigen Abrasion durch
Sand- und Kiespartikel unterliegen. Die Abrasion wird durch Wellen, Strömungs- und
Windbelastung und ähnliche Phänomene hervorgerufen. Es ist bevorzugt, dass der Abrasionswiderstand
des Geotextils nach 80.000 Umdrehungen in einem Wasser-Kiesgemisch derart ist, dass
das Geotextil eine verbleibende Zugfestigkeit von mindestens 75% aufweist.
[0053] Ebenso kann bevorzugt vorgesehen sein, dass der Container eine hohe Bruchdehnung
und Durchstoßfestigkeit gegenüber Treibholz und Bootsstößen besitzt. Ebenso sollte
ein Schutz gegen Vandalismus (z.B. Messerstiche) sichergestellt sein. Ebenso sollte,
insbesondere bei einem geplanten Einsatz kälteren Regionen, eine Widerstandsfähigkeit
gegen Treibeis sichergestellt sein.
[0054] Im Folgenden soll die Erfindung anhand konkreter Ausführungsformen unter Bezugnahme
auf die beigefügten Zeichnungen im Detail beschrieben werden, wobei
Fig. 1 eine schematische Darstellung der Herstellung eines Garns aus Naturfasern zur
Herstellung eines Geotextils zeigt; und
Fig. 2 eine schematische Darstellung der Beschichtung des Garns zeigt.
Ausführungsbeispiel
[0055] Zur Herstellung eines Garns, das zur Herstellung eines Geotextils vorgesehen ist,
wurden aus einer Steinschmelze (Basaltgestein) im Dünnziehverfahren einzelne Filamente
gesponnen und über eine Schichtwalze geführt. Auf diese Weise wurde ein Spinnkuchen
hergestellt. Dieser Prozess wird in Fig. 1 dargestellt. Unter Bezugnahme auf die Fig.
1 wurde die Steinschmelze zunächst in einer Schmelzwanne 1 bereitgestellt. Über eine
Düsenwanne 2 wurden dann einzelne Basaltfilamente 3 gesponnen. Diese wurden mittels
eines Schlichteauftrags 4 und eines Kollektors 5 zu einem Garn 6 versponnen. Aus diesem
wurde ein Spinnkuchen 7 hergestellt.
[0056] Die so erhaltenen Spinnkuchen 7 erhaltenen Garne wurden entweder direkt zur Herstellung
eines Geotextils verwendet oder, in einem anderen Ausführungsbeispiel, zuvor mit einer
Beschichtung aus Naturkautschuk versehen. Ein entsprechender Herstellungsprozess wird
in der Fig. 2 schematisch dargestellt. Der Spinnkuchen 7 wird hierbei durch den Auftrag
einer Beschichtung von Naturkautschuk und anschließendes Aushärten in einen beschichteten
Spinnkuchen überführt. Der beschichtete Spinnkuchen wurde auf Spulenständer gestellt
und in der Beschichtungslinie optional mit einer zusätzlichen Beschichtung von Naturkautschuk
benetzt. Anschließend wurde eine Trocknung in einem Infrarottrockner kontinuierlich
durchgeführt. Aus den getrockneten einzelnen beschichteten Filamenten wurde anschließend
zunächst ein Geotextil hergestellt, das dann, entsprechend der gewünschten Containerform,
in eine Umhüllung überführt wurde.
[0057] Die in der vorstehenden Beschreibung sowie den Ansprüchen offenbarten Merkmale der
Erfindung können sowohl einzeln, als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung
der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.
1. Container, umfassend:
a) eine Umhüllung, im Wesentlichen bestehend aus zumindest einem Geotextil; und
b) eine Füllung, die von der Umhüllung vollständig umschlossen ist;
wobei das Geotextil aus Naturfasern, Basaltfasern, Glasfasern oder Mischungen derselben
besteht.
2. Container nach Anspruch 1, wobei die Umhüllung ferner eine Beschichtung umfasst, die
auf zumindest einer Seite des Geotextils angeordnet ist.
3. Container nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Geotextil aus einem beschichteten Garn
gefertigt ist, wobei das Garn aus den Naturfasern, den Basaltfasern, den Glasfasern
oder Mischungen derselben besteht, und wobei das beschichtete Garn von einer Beschichtung
im wesentlichen vollständig umschlossen ist.
4. Container nach Anspruch 2 oder 3, wobei die Beschichtung ein natürliches Material,
vorzugsweise ausgewählt aus Wollastonit oder Naturkautschuk, besonders bevorzugt Naturkautschuk,
umfasst.
5. Container nach einem der Ansprüche 2 bis 4, wobei die Beschichtung eine Schichtdicke
in einem Bereich von 2 µm bis 3,000 µm hat.
6. Container nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Naturfasern seewasserbeständig
sind.
7. Container nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Naturfasern Kokosfasern
sind.
8. Container nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Container ein Gesamtgewicht
von mindestens 100 kg hat.
9. Container nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Umhüllung eine Dicke von
zumindest 4,5 mm und/oder ein Flächengewicht von mindestens 500 g/m2 hat.
10. Container nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Füllung Sand und/oder
Beton, vorzugsweise Sand, umfasst.
11. Container nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Umhüllung eine Zugfestigkeit
von mindestens 30 kN/m hat.
12. Container nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Geotextil ein Vlies, Gewebe,
Gelege, Gewirke oder Gestricke ist.
13. Container nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Container ein Fassungsvermögen
von 0,5 bis 1 m3 hat.
14. Container nach einem der Ansprüche 1 bis 8 oder 13, wobei die Umhüllung ein Netz ist
und die Füllung aus Steinen besteht, wobei die Steine einen Durchmesser haben, der
größer ist als die Öffnungen des Netzes.
15. Verwendung eines Containers nach einem der vorangehenden Ansprüche im Wasserbau und/oder
Küstenschutz, im Tiefbau, insbesondere im Straßenbau, oder als Filter.