[0001] Die vorliegende Anmeldung beansprucht die Priorität der Deutschen Patentanmeldung
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2016 123 147.9 "Haltestruktur zum gleichzeitigen Halten einer Mehrzahl von Vials, Verwendung hiervon
sowie Verfahren zur Behandlung solcher Vials", angemeldet am 30. November 2016, deren
gesamter Inhalt hiermit im Wege der Bezugnahme mit beinhaltet sei.
GEBIET DER ERFINDUNG
[0002] Die vorliegende Erfindung betrifft allgemein die Behandlung von Behältern für Substanzen
für pharmazeutische, medizinische oder kosmetische Anwendungen, und betrifft insbesondere
eine Haltestruktur zum gleichzeitigen Halten einer Mehrzahl von Vials, Verwendungen
hiervon sowie ein Verfahren zur Behandlung solcher Vials, insbesondere zum Lyophilisieren
von Substanzen für pharmazeutische oder medizinische Anwendungen.
STAND DER TECHNIK
[0003] Als Behälter (Container) zur Aufbewahrung von und Lagerung von medizinischen, pharmazeutischen
oder kosmetischen Präparaten mit Verabreichung in flüssiger Form, insbesondere in
vordosierten Mengen, werden in großem Umfang Vials (auch als Fläschchen oder Injektionsfläschchen
bezeichnet) eingesetzt. Diese weisen generell eine zylindrische Form auf, können aus
Kunststoffen oder aus Glas hergestellt werden und sind kostengünstig in großen Mengen
erhältlich. Für eine möglichst wirtschaftliche Befüllung von Vials unter sterilen
Bedingungen für eine langfristige Lagerung werden in zunehmendem Maße Lyophilisierungsprozesse
nach dem Abfüllen eingesetzt. Zu diesem Zweck müssen die Vials beim Abfüller oder
einem Pharmaunternehmen unter sterilen Bedingungen ausgepackt und dann weiter verarbeitet
werden. Es existieren allerdings kaum Verpackungslösungen von Vials, die in einem
Nest und/oder innerhalb der Verpackung lyophilisiert werden können.
[0005] Wichtig für einen optimierten und schnellen Lyophilisierungsprozess ist ein direkter
Kontakt zwischen Kälteplatte und Vialboden, was eine einfache Zugänglichkeit der Böden
der Vials erfordert.
[0006] WO/2014/009037 A1 (entsprechend der
US 2015/0166212 A1) der Anmelderin offenbart eine Haltestruktur gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch
1, bei der die Haltemittel zumindest zwei Haltezungen umfassen, die am Rand einer
jeweiligen Öffnung oder Aufnahme vorgesehen sind und so ausgelegt sind, dass diese
beim Einführen der Behälter in die Öffnungen oder Aufnahmen elastisch weggeschwenkt
oder weggeklappt werden, und die so auf die Vials abgestimmt sind, dass die Vials
mit radialem Spiel von den Haltezungen gehalten sind. Die Böden der Vials sind von
der Unterseite der Haltestruktur frei zugänglich, was die Durchführung eines Lyophilisierungsprozesses
ermöglicht, während die Vials an der Haltestruktur gehalten sind.
[0007] Die Haltezungen der Haltestruktur sind allerdings insbesondere zum Halten von großen
und schweren Vials nicht immer ausreichend stabil. Beim Einführen der Vials zwischen
die Haltezungen tritt außerdem ein gewisser Materialabrieb auf, was unerwünscht ist.
Die Haltezungen müssen präzise und mit relativ engen Toleranzen ausgebildet sein,
damit die Vials wie beabsichtigt mit Spiel gehalten werden können. Allerdings kann
der Träger bei Verwendung sich verziehen, aufgrund von Prozessparametern, wie beispielsweise
Temperatur oder Luftfeuchtigkeit, schwinden, sodass es passieren kann, dass die relativ
engen Toleranzen nicht eingehalten werden können und somit doch ein vergleichsweise
großer, unerwünschter Materialabrieb auftritt.
[0008] In der Haltestruktur ist der Flaschenhals nicht frei zugänglich. Für viele Prozessschritte,
wie beispielsweise ein Wiegen, Füllen, Setzen von Stopfen oder ein Crimpen von Metalldeckeln,
müssen die Vials deshalb angehoben werden, was entsprechende Anlagen voraussetzt.
[0009] Die Vials werden nach dem Stand der Technik zur weiteren Verarbeitung mit Hilfe von
Robotern oder Greifeinrichtungen automatisiert aus der Haltestruktur entnommen oder
in diese eingesetzt. Da jedoch eine gewisse Reibung zwischen den Vials und den Haltemitteln
der Haltestruktur besteht, ist es schwierig, sämtliche Vials gleichzeitig zu entnehmen
oder einzusetzen, da dann vergleichsweise große Kräfte auf die Haltestruktur einwirken,
die z.B. zu einer unkontrollierten Verbiegung der Haltestruktur oder gar zu einem
versehentlichen Herausfallen der Vials aus der Haltestruktur führen können. Deshalb
wird nach dem Stand der Technik üblicherweise lediglich eine Teilmenge der Vials mit
einem Roboter oder einer Greifeinrichtung herausgenommen oder eingesetzt, wobei sich
die Gesamtzahl der Vials dieser Teilmenge danach richtet, welche Kräfte die Haltestruktur
ohne allzu starke Verformung aufnehmen kann. Dies führt zu Verzögerungen und einem
höheren Aufwand bei der weiteren Verarbeitung der Vials.
[0010] DE102012103899 A1 der Anmelderin offenbart eine weitere Haltestruktur für Pharmabehälter, bei der sämtliche
Seitenwände der Aufnahmen der Haltestruktur zwischen einer ersten Stellung und einer
zweiten Stellung koordiniert verstellbar sind, wobei die Behälter in der ersten Stellung
mit geringem Kraftaufwand in die Öffnungen oder Aufnahmen einführbar oder in diesen
verschiebbar sind und die Behälter in der zweiten Stellung reibschlüssig in den Aufnahmen
fixiert werden. Um ein Durchrutschen der Behälter beim Einführen in die Aufnahmen
zu verhindern, müssen die Behälter auf einer zusätzlichen Abstützfläche abgestützt
sein, solange die Haltestruktur nicht in die zweite Stellung überführt ist. Die Behälter
können einen Lyophilisierungsprozess durchlaufen, während diese an der Haltestruktur
gehalten sind.
[0011] US 2001/0052476 A1 der Anmelderin offenbart eine Halteplatte aus einem elastischen Material, in deren
Öffnungen die Behälter bei freier Zugänglichkeit der Böden von der Unterseite der
Halteplatte geklemmt gehalten sind. Es ist jedoch schwierig sicherzustellen, dass
die Böden von sämtlichen Behältern exakt unter dem gleichen Abstand zur Halteplatte
gehalten sind, was einen gleichmäßigen thermischen Kontakt zu einer Kühlfläche unmöglich
macht. Hierfür müssten alle Behälter individuell in den Öffnungen geeignet gegen die
Klemmkraft axial verstellt werden.
[0012] WO 2016/07564 A1 offenbart einen Lyophilisierungsprozess, bei dem die Böden der Behälter gerade nicht
in einem unmittelbaren Kontakt zu einer Kühlfläche stehen.
[0013] WO 2016/ 166 769 A1 offenbart eine Haltestruktur zum Halten von vorgecrimpten Karpulen.Wie in der Fig.
6a gezeigt, sind am unteren Ende der Aufnahmen ringförmige Vorsprünge ausgebildet,
auf denen die Schultern der Karpulen abgestützt sind, ohne dass die Bördelkappen in
diesem Bereich aufliegen. Die Enden der Karpulen ragen aus den Aufnahmen hinaus, während
die Karpulen so abgestützt sind. Die Halterung von Vials ist nicht offenbart.
[0014] WO 2010/ 062 602 A1 offenbart die Halterung einer Mehrzahl von Verschlussstopfen. Die Halterung von Vials
ist nicht offenbart.
[0015] EP 2 183 166 B1 offenbart die Halterung von Vials in der Art, dass die Böden der an der Haltestruktur
gehaltenen Vials von der Unterseite eines Trägers her frei zugänglich sind. Stets
werden die Vials jedoch an ihren oberen Enden gehalten, also im Bereich des Halses
oder Nackens der Vials.
[0016] US 2013/ 0 048 531 A1 offenbart eine Haltestruktur für Vials, bei der radiale Haltevorsprünge an den unteren
Enden der Aufnahmen die Böden der Vials abstützen. Die Böden der an dem Träger gehaltenen
Vials sind nicht im Sinne der vorliegenden Anmeldung frei zugänglich.
[0017] US 8 561 828 B2 offenbart eine weitere Haltestruktur für Vials, bei der radiale Haltevorsprünge an
den unteren Enden der Aufnahmen die Böden der Vials abstützen. Die Böden der an dem
Träger gehaltenen Vials sind nicht im Sinne der vorliegenden Anmeldung frei zugänglich.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0018] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Haltestruktur zum gleichzeitigen
Halten einer Mehrzahl von Vials bereitzustellen, die ein einfaches Prozessieren der
Vials ermöglicht, insbesondere einen Lyophilisierungsprozess, während die Vials an
einer Haltestruktur gehalten sind. Weiter sollen ein entsprechender Transport- oder
Verpackungsbehälter mit einer solchen Haltestruktur, eine entsprechende Verwendung
einer solchen Haltestruktur und ein Verfahren zum Lyophilisieren einer Substanz für
pharmazeutische oder medizinische Anwendungen in Vials bereitgestellt werden.
[0019] Diese Aufgaben werden durch eine Haltestruktur nach Anspruch 1 bzw. 9, einen Transport-oder
Verpackungsbehälter, eine Verwendung nach Anspruch 11 und ein Verfahren nach Anspruch
12 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der rückbezogenen
Unteransprüche.
[0020] Gemäß der vorliegenden Erfindung wird eine Haltestruktur zum gleichzeitigen Halten
einer Mehrzahl von Vials bereitgestellt, mit einem Träger, der eine Oberseite, eine
Unterseite, die der Oberseite gegenüberliegt, und eine Mehrzahl von Öffnungen oder
Aufnahmen aufweist, in welche die Vials zumindest abschnittsweise einführbar sind,
um darin an dem Träger abgestützt zu werden, wobei die Vials einen Boden, der eine
Standfläche ausbildet, eine zylindrische Seitenwand und einen ringförmigen Übergangsbereich
zwischen der Standfläche und der zylindrischen Seitenwand aufweisen. Erfindungsgemäß
ragt am unteren Ende einer jeweiligen Öffnung oder Aufnahme zumindest ein Haltevorsprung
radial einwärts in die jeweilige Öffnung oder Aufnahme hinein, um das zugeordnete
Vial im Zusammenwirken mit dem Übergangsbereich und außerhalb der Standfläche des
Vials so abzustützen, dass Böden oder Standflächen der Vials aus den Öffnungen oder
Aufnahmen des Trägers heraus ragen und von der Unterseite des Trägers frei zugänglich
sind.
[0021] Vials im Sinne der vorliegenden Erfindung dienen als bevorzugtes Ausführungsbeispiel
für vergleichbare Behälter zur Aufnahme und Aufbewahrung für Substanzen für pharmazeutische
oder medizinische Anwendungen. Bei dem Übergangsbereich der Vials handelt es sich
bevorzugt um einen gekrümmten Randabschnitt in einem Übergangsabschnitt zwischen dem
jeweiligen Boden bzw. der Standfläche zu der zylindrischen Seitenwand eines Vials,
der sich außerhalb der Standfläche des Vials befindet. Die Standfläche eines Vials
ist dabei als die Kontaktfläche des Vials beim Abstellen auf einer ebenen Unterlage
definiert. Im Falle, dass der Boden eines Vials eben ausgebildet ist, ist diese Kontaktfläche
kreisförmig und stellt den tiefsten Abschnitt eines Vials dar, wenn man dieses in
einem axialen Längsschnitt betrachtet. Im Falle, dass der Boden eines Vials konkav
gewölbt ausgebildet ist, ist diese Kontaktfläche ringförmig und wird von unteren Scheitelpunkten
des Vials ausgebildet, die ringförmig verteilt angeordnet sind, wenn man das Vial
in einer Draufsicht von unten betrachtet.
[0022] Weil die Haltevorsprünge nur mit diesen Übergangsbereichen zusammenwirken, sind die
Böden oder Standflächen der Vials erfindungsgemäß frei zugänglich, was insbesondere
die Durchführung eines Lyophilisierungsprozesses ermöglicht, während die Vials an
der Haltestruktur gehalten sind.
[0023] Weil die Vials an den Übergangsbereichen abgestützt werden, tritt erfindungsgemäß
kein unerwünschter Materialabrieb auf, insbesondere nicht an den oberen Enden der
Vials, sodass ein Eindringen von Verunreinigungen über die Einfüllöffnungen an den
oberen Enden der Vials in das Innere der Vials erfindungsgemäß noch wirksamer verhindert
werden kann. Tritt dennoch ein Materialabrieb auf, so erfolgt dies im Bereich der
unteren Enden der Vials und kann dieser bei einem weiteren Prozessieren aufgrund der
Auslegung der Haltestruktur in vorteilhaft einfacher Weise wieder entfernt werden,
wie nachfolgend ausgeführt.
[0024] Die Vials ragen erfindungsgemäß im Wesentlichen nur über eine Distanz aus den Öffnungen
oder Aufnahmen heraus, die einer axialen Länge der Haltevorsprünge (in einer Richtung
senkrecht zu einer von dem Träger aufgespannten Ebene) entspricht. Diese Distanz kann
im Bereich von etwa 0,01 bis 5,0 mm liegen, bevorzugte in einem Bereich zwischen 0,01
und 2,0 mm, sodass nur geringe axiale Verstellwege erforderlich sind, um beispielsweise
für einen Lyophilisierungsprozess einen vollflächigen Kontakt der Böden bzw. Standflächen
der Vials mit einer Kühlfläche durch einfaches Absenken der Haltestruktur im Millimeter-
oder Submillimeterbereich zu gewährleisten, sodass die Vials währen des eigentlichen
Lyophilisierungsprozesses dann mit ihren Böden bzw. Standflächen frei auf der Kühlfläche
stehen. Dabei kann die Haltestruktur gar weiter beabstandet zur Kühlfläche gehalten
werden, was die thermische Masse während des Lyophilisierungsprozesses weiter reduziert.
Die Haltestruktur kann aber für den Lyophilisierungsprozess auch einfach auf die Kühlfläche
abgesenkt werden. Entsprechendes gilt auch für andere Prozesse, die eine freie Zugänglichkeit
der Böden bzw. Standflächen der Vials erfordern.
[0025] Aufgrund der Abstützung der Vials an ihren unteren Enden sind nicht nur die unteren
Enden der Vials, also insbesondere die Böden oder Standflächen, sondern auch die oberen
Enden der Behälter, insbesondere der verengte Halsabschnitt oder die Einfüllöffnung,
frei zugänglich, während die Vials an der Haltestruktur gehalten sind, da eine weitere
Abstützung in diesem Bereich erfindungsgemäß nicht erforderlich ist. Für viele Prozessschritte,
wie beispielsweise ein Wiegen, Füllen, ein Setzen von Stopfen oder ein Crimpen, müssen
die Vials deshalb erfindungsgemäß nicht angehoben werden, was den Aufwand bei der
Prozessierung der Vials reduzieren hilft.
[0026] Erfindungsgemäß treten an den Haltevorsprüngen nur geringe Kräfte auf, sodass die
Haltevorsprünge eine Selbstzentrierung der Vials in den Öffnungen oder Aufnahmen ermöglichen
können, insbesondere wenn die Haltevorsprünge als umlaufend ausgebildete Vorsprünge
oder als eine Mehrzahl von Vorsprüngen in geeigneter symmetrischer Anordnung entlang
den unteren Enden der Öffnungen oder Aufnahmen angeordnet sind.
[0027] Die Form der Haltevorsprünge unterliegt keinen besonderen Beschränkungen. Diese müssen
lediglich eine Abstützung der Vials an deren Randabschnitten ermöglichen. Denkbar
sind somit flache, sich exakt horizontal (parallel zu der von dem Träger der Haltestruktur
aufgespannten Ebene) und radial einwärts erstreckende Vorsprünge, aber auch abgeschrägte,
konkav oder konvex gekrümmte Haltevorsprünge oder Haltevorsprünge mit mehreren Haltestufen.
Wichtig ist dabei nur ein Eingriff in Randabschnitte bzw. Übergangsbereiche der Vials
"oberhalb" der Böden bzw. Standflächen der Vials, noch bevorzugter ausschließlich
innerhalb eines Übergangsbereichs zwischen den Böden bzw. Standflächen und zylindrischen
Seitenwänden der Vials, also beispielsweise innerhalb des gekrümmten Übergangsbereichs
dort. Dies bedingt auch, dass die zylindrischen Seitenwände der Vials automatisch
beabstandet zu den Seitenwänden der Öffnungen oder Aufnahmen der Haltestruktur angeordnet
sind, also im Bereich der zylindrischen Seitenwände ein radiales Spiel vorliegt, was
die vorgenannte Selbstzentrierung der Vials in den Öffnungen oder Aufnahmen weiter
begünstigt, jedoch auch ein reibungsfreies Einführen der Vials von der Oberseite des
Trägers her in die Öffnungen oder Aufnahmen der Haltestruktur ermöglicht, was den
vorgenannten Materialabrieb zuverlässig verhindert.
[0028] Gemäß einer bevorzugten weiteren Ausführungsform sind die Haltevorsprünge so auf
die Form und Abmessungen der Randabschnitte der Vials abgestimmt, dass die Randabschnitte
ausschließlich durch einen Formschluss abgestützt sind, nicht jedoch reibschlüssig.
Dies verhindert zuverlässig den vorgenannten unerwünschten Materialabrieb an den Haltevorsprüngen.
Ein geeigneter Formschluss setzt lediglich voraus, dass die Haltevorsprünge ausreichend
weit in radialer Richtung vorstehen, um in ausreichendem Maße mit den vorgenannten
Übergangsbereichen bzw. Randabschnitten der Vials in Eingriff zu gelangen. Eine Beschichtung
mit relativ hohem Reibungskoeffizienten, beispielsweise aus einem Kunststoff, der
auch in Zweikomponenten-(2K)-Spritzgusstechnik angespritzt sein kann, kann an den
Haltevorsprüngen vorgesehen sein, insbesondere an deren vorderen Enden, um ein versehentliches
Durchrutschen der Vials zu verhindern. Ein geeigneter Formschluss kann insbesondere
dadurch in einfacher Weise gewährleistet werden, dass die vorderen Enden der Haltevorsprünge
mit engen Toleranzen exakt an die Geometrie der Randabschnitte der Vials angepasst
sind.
[0029] Da die vorgenannten Übergangsbereiche von Vials mit einem vorbestimmten Krümmungsradius
gekrümmt ausgebildet sind, der relativ engen Toleranzen unterliegt, können die diesen
Randabschnitten zugewandten Flächen der Haltevorsprünge zumindest abschnittsweise
ebenfalls konkav gekrümmt ausgebildet sein, vorzugsweise mit einem Krümmungsradius,
der dem Krümmungsradius der vorgenannten Randabschnitte der Vials entspricht.
[0030] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die Flächen der Haltevorsprünge, die
einem jeweiligen Übergangsbereich eines Vials zugewandt sind, zumindest abschnittsweise
zur Unterseite des Trägers hin geneigt ausgebildet. Der Neigungswinkel entspricht
dabei zweckmäßig dem Neigungswinkel einer Tangentialen an die Übergangsbereich der
Vials etwa im Bereich der Mitte zwischen den Böden bzw. Standflächen und den zylindrischen
Seitenwänden, in einer Seitenansicht betrachtet. Insbesondere kann dieser Neigungswinkel
also im Bereich von etwa 45 Grad liegen.
[0031] Dieser Neigungswinkel hängt jedoch insbesondere von der Größe des Krümmungsradius
der Übergangsbereiche ab und unterliegt einem Kompromiss zwischen den beiden Anforderungen,
dass einerseits die Böden bzw. unteren Enden der Vials für eine einfache Zugänglichkeit
möglichst weit aus den Öffnungen oder Aufnahmen herausragen sollten, jedoch andererseits
eine zuverlässige Abstützung der Vials an den Übergangsbereichen bei allen denkbaren
Prozessbedingungen gewährleistet sein muss, insbesondere durch einen Formschluss,
wobei gleichzeitig ein ausreichendes radiales Spiel zwischen den Seitenwänden der
Vials und den Seitenwänden der Öffnungen oder Aufnahmen der Haltestrukturen beim Einführen
und Halten der Vials bestehen muss. Die hierzu optimalen Neigungswinkel können durch
einfache Berechnungen und numerische Optimierung in Entsprechung zu der jeweiligen
Geometrie der vorgenannten Randabschnitte berechnet werden. Somit ist die den Randabschnitten
zugewandte Fläche der Haltevorsprünge unter einem vorbestimmten Winkel zu einer Senkrechten
auf eine von dem Träger aufgespannte Ebene zur Unterseite des Trägers hin geneigt,
wobei dieser vorbestimmte Winkel bevorzugt im Bereich 10 bis 70 Grad, bevorzugter
im Bereich 20 bis 50 Grad liegt.
[0032] Gemäß einer bevorzugten weiteren Ausführungsform sind an vorderen Enden der Haltevorsprünge
zusätzlich gerade Abschnitte ausgebildet, die sich senkrecht zu einer von dem Träger
aufgespannten Ebene erstrecken. Diese sich axial erstreckenden Abschnitte sind somit
unterhalb der eigentlichen Haltevorsprünge angeordnet und dienen einer ausreichenden
Versteifung der Haltevorsprünge, um ein unerwünschtes Verbiegen der Haltevorsprünge
wirkungsvoll zu verhindern, was ein unerwünschtes Durchrutschen der Vials zur Folge
hätte. Diese axiale Länge hängt im Wesentlichen von der Steifigkeit des Materials
der Haltevorsprünge und des Trägers bzw. der Seitenwände des Trägers ab, sowie von
dem Gewicht und der exakten Geometrie der vorgenannten Übergangsbereich der zu haltenden
Vials und kann in einfacher Weise berechnet und optimiert werden. Zweckmäßig liegt
die axiale Länge der vorgenannten geraden Abschnitte der Haltevorsprünge in einer
Richtung senkrecht zu der von dem Träger aufgespannten Ebene im Bereich 0,1 bis 5,0
mm, bevorzugter im Bereich 0,1 bis 2,0 mm, was insbesondere von der Steifigkeit des
Materials der Haltevorsprünge und des Trägers bzw. der Seitenwände des Trägers abhängt.
[0033] Der vorbestimmte Krümmungsradius der Übergangsabschnitte der Vials unterliegt aufgrund
von Normen und allgemeinen Spezifikationen der Hersteller sehr engen Toleranzen und
liegt üblicherweise im Bereich 1,0 bis 10,0 mm, bevorzugter im Bereich 1,5 bis 4,0
mm. Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind hierzu die Haltevorsprünge so auf die
Form der Übergangsbereich der Vials abgestimmt, dass die Böden oder Standflächen der
Vials aus den Öffnungen oder Aufnahmen des Trägers um eine Distanz heraus ragen, die
im Bereich 0,01 bis 5,0 mm, bevorzugter im Bereich 0,01 bis 2,0 mm liegt. Dies ermöglicht
erfindungsgemäß vorteilhaft kurze Verstellwege der Behälter, wenn die Vials kraftfrei
zugänglich sein sollen, beispielsweise frei auf einer Kühlfläche stehen sollen. Somit
sind erfindungsgemäß noch kürzere Prozesszeiten möglich.
[0034] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist der Haltevorsprung am unteren Ende einer
jeweiligen Öffnung oder Aufnahme umlaufend ausgebildet ist. Gemäß einer weiteren alternativen
Ausführungsform sind an den unteren Enden der Öffnungen oder Aufnahmen zumindest zwei
Haltevorsprünge unter gleichmäßigen Winkelabständen zueinander ausgebildet, wobei
eine Umfangslänge von Unterbrechungen zwischen zwei benachbarten Haltevorsprüngen
einer Öffnung oder Aufnahme jeweils kleiner ist als eine Umfangslänge der jeweiligen
Haltevorsprünge. Die dadurch ermöglichte Symmetrie der Abstützung der Vials begünstigt
Selbstzentrierungseffekte beim Halten der Vials in den Öffnungen oder Aufnahmen der
Haltestruktur. Die Vials können somit noch präziser positioniert und ausgerichtet
werden, insbesondere so, dass die Böden sämtlicher Vials bei horizontaler Ausrichtung
des Trägers ebenfalls exakt horizontal ausgerichtet sind, also parallel zu einer ebenfalls
horizontalen Kühlfläche eines Gefriertrockners.
[0035] Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind die Aufnahmen so ausgebildet, dass obere
Enden der Vials nicht über die Oberseite des Trägers hinausragen. Die Vials können
also in den Aufnahmen vollständig gegen mechanische Einwirkung geschützt aufgenommen
werden. Dabei können die oberen Enden der Vials dann, wenn die Übergangsbereiche an
den Haltevorsprüngen abgestützt sind, im Wesentlichen bündig zu der von der Oberseite
des Trägers aufgespannten Ebene angeordnet sein, oder unter einem sehr geringen Abstand
zu dieser, wobei dieser Abstand zweckmäßig kleiner sein kann also die vorgenannten
Distanz, um die die Böden oder Standflächen der Vials in der Haltestellung aus den
Öffnungen oder Aufnahmen herausragen. Nach der Behandlung der Vials kann so durch
einfache axiale Verstellung der Haltestruktur um diese Distanz, hin zu einer unterhalb
derselben angeordneten Abstützfläche erreicht werden, dass die oberen Enden der Vials
um diese Distanz aus den Aufnahmen der Haltestruktur hinausragen, was ein Greifen
der Vials mittels Robotern oder Greifeinrichtungen oder eine weitere Bearbeitung der
oberen Enden der Vials, beispielsweise ein Setzen von Stopfen und/oder ein Crimpen
eines Metalldeckels mit Septum, erleichtern kann.
[0036] Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind die Aufnahmen von umlaufend ausgebildeten
Seitenwänden ausgebildet, was einen noch besseren mechanischen Schutz der Seitenwände
der Vials ermöglicht. Wie weiter unten im Zusammenhang mit einem Verfahren nach der
Erfindung weiter ausgeführt, können zwischen den Seitenwänden von unmittelbar benachbarten
Aufnahmen weitere Zwischenräume ausgebildet sein, in die Kühlfinger hineinragen können.
Bevorzugt sind die Haltevorsprünge an den unteren Enden der Seitenwände einstückig
mit diesen ausgebildet, insbesondere mittels eines Kunststoff-Spritzgussverfahrens,
was die Herstellungskosten reduziert und die mechanische Zuverlässigkeit der Haltestruktur
erhöht, aber auch eine höhere Präzision bei der Herstellung der Haltestruktur ermöglicht,
insbesondere die Einhaltung sehr enger Toleranzen.
[0037] Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind an den unteren Enden und auf einander gegenüberliegenden
Seiten der Seitenwände der Aufnahmen Schlitze ausgebildet. In diese können beispielsweise
leistenartige Höhenverstelleinrichtungen eingreifen, die unterhalb der Böden der Vials
und fluchtend zu diesen Schlitzen angeordnet werden und die Vials durch Höhenverstellung
geeignet anheben können, um die Entnahme und das Einführen der Vials aus den und in
die Aufnahmen der Haltestruktur zu erleichtern. Oder die Schlitze ermöglichen ein
Verbiegen der Haltestruktur und dadurch ein Aufweiten der unteren Enden der Aufnahmen,
wodurch die Vials nach unten "freigegeben" werden können.
[0038] Gemäß einer alternativen weiteren Ausführungsform ist der Träger als flache, vergleichsweise
dünne Halteplatte ausgebildet, in der die Öffnungen unmittelbar ausgebildet sind,
wobei an unteren Enden der Öffnungen die Haltevorsprünge einstückig mit der Halteplatte
ausgebildet sind, insbesondere mittels eines Kunststoff-Spritzgussverfahrens. Die
Vials sind bei dieser Ausführungsform somit im Wesentlichen nicht seitlich geführt
und gesichert, wenn diese an der Haltestruktur gehalten sind. Je nach den Prozessbedingungen
kann dies jedoch ausreichend sein, insbesondere wenn davon auszugehen ist, dass auf
die Vials während deren Behandlung keine wesentlichen Kräfte radial einwirken. Bei
dieser alternativen Ausführungsform ist eine optimale Zugänglichkeit von praktisch
sämtlichen Abschnitten der Vials gewährleistet.
[0039] Wenn eine seitliche Abstützung der Vials beim Halten an der Haltestruktur und/oder
beim Einführen bzw. Entnehmen der Vials in die und aus den Öffnungen der Haltestruktur
erwünscht sein sollte, so können gemäß einer weiteren Ausführungsform auf der Oberseite
der Halteplatte entlang von Rändern der Öffnungen zumindest abschnittsweise Führungselemente
vorgesehen sind, die sich senkrecht zur Oberseite der Halteplatte erstrecken, um eine
Berührung von Vials, die in unmittelbar benachbarten Öffnungen abgestützt sind, zu
verhindern. Diese Führungselemente können beispielsweise als senkrechte Zapfen oder
Platten am Rand der Öffnungen auf der Oberseite des Trägers vorgesehen sein, zweckmäßig
unter gleichmäßigen Winkelabständen zueinander. Zwischenräume zwischen diesen Führungselementen
können dabei auch weiterhin einen Zugriff auf die Seitenwände der Vials ermöglichen,
während diese an der Haltestruktur gehalten sind.
[0040] Gemäß einer bevorzugten weiteren Ausführungsform sind die Öffnungen oder Aufnahmen
so auf einen Außendurchmesser der darin abgestützten Vials abgestimmt, dass oberhalb
der vorgenannten Randabschnitte der Vials ein radiales Spiel besteht, also zu Seitenwänden
der Öffnungen oder Aufnahmen. Dieses radiale Spiel ermöglicht erfindungsgemäß eine
kraftarme und vollständig reibungsfreie Verstellung der Vials in den Aufnahmen in
einer Richtung senkrecht zur Oberseite des Trägers, also in axialer Richtung der Vials,
wozu bevorzugt weiter die Abstützung der Vials ausschließlich aufgrund eines Formschluss
der vorgenannten Übergangsbereiche bzw. Randabschnitte der Vials mit den Haltevorsprüngen
beiträgt. Die Vials können somit bereits bei Einwirken von sehr geringen Kräften axial
verstellt werden, also in den Öffnungen oder Aufnahmen der Haltestruktur angehoben
und wieder abgesenkt werden. Hierzu können durch ein Fluid (Gas und/oder Flüssigkeit)
bewirkte Druckimpulse von geringer Stärke ausreichend sein. Durch Anordnen einer geeignet
ausgebildeten Düse unterhalb der Öffnungen oder Aufnahmen können somit die Vials kontrolliert
in den Öffnungen oder Aufnahmen angehoben und wieder abgesenkt werden.
[0041] Besonders vorteilhaft ist hierzu, wenn die Vials in Aufnahmen der Haltestruktur aufgenommen
sind, die von umlaufend oder im Wesentlichen umlaufend ausgebildeten Seitenwänden
ausgebildet sind, die sich über eine gewisse Länge der Vials, beispielsweise über
zumindest 50% der Länge der Vials, oder über die gesamte Länge der Vials erstrecken,
unter Ausbildung eines vergleichsweise schmalen Ringspalts zu den Seitenwänden der
Behälter. Da die Fluidströmung nur durch den vergleichsweise schmalen Ringspalt nach
oben hin aus den Aufnahmen entweichen kann, können bereits vergleichsweise geringe
Fluidströmungen auch schwere oder lange Vials axial verstellen.
[0042] Da die Vials in den Aufnahmen der Haltestruktur auch radial geführt und gesichert
sind, kann eine derartige Fluidströmung erfindungsgemäß nicht nur zum Anheben sondern
auch zur Reinigung der Außenoberfläche der Vials verwendet werden, während die Vials
in den Aufnahmen aufgenommen und gehalten sind. Der vorgenannte vergleichsweise schmale
Ringspalt zwischen den Seitenwänden der Aufnahmen und den Seitenwänden der Vials führt
zu einer Intensivierung der Reinigungseffekte, weil das reinigende Fluid (Flüssigkeit,
Gas oder versprühte Reinigungsflüssigkeit) nur im Ringspalt strömen kann, nicht aber
in die Umgebung unkontrolliert entweichen kann. Besonders vorteilhaft ist, wenn die
Vials vor einem solchen Reinigungsschritt an ihren oberen Enden verschlossen sind,
beispielsweise durch Aufsetzen eines Stopfens. Ein solcher Reinigungsschritt kann
beispielsweise aus Sicherheitsgründen nach dem Abfüllen von bestimmten Medikamenten
(z.B. Zytostatika) notwendig sein.
[0043] Derartige Gas-Druckimpulse, die von unterhalb der Haltestruktur einwirken, können
dabei auch zu einer Entnahme der Vials verwendet werden, indem die Vials in ausreichendem
Maße angehoben werden, bis deren oberen Enden dann von einem Roboter, einer Greifeinrichtung
oder dergleichen ergriffen und die Vials dann weiter entnommen werden können.
[0044] Vergleichbare Gas-Druckimpulse, die von oberhalb der Haltestruktur einwirken, können
jedoch auch zu einem Ausdrücken der Behälter aus den Aufnahmen nach unten hin verwendet
werden. Hierzu müssen die Gas-Druckimpulse ausreichend intensiv auf die oberen Enden
der Vials einwirken, dass die von den Haltevorsprüngen ausgeübte Haltekraft überdrückt
wird, ggf. unter elastischem Aufweiten bzw. Aufspreizen der Haltevorsprünge und/oder
der unteren Enden der Seitenwände der Aufnahmen der Haltestruktur. Für eine Intensivierung
von Gas-Druckimpulsen, die von oben auf die Vials einwirken, kann es dabei aus den
vorgenannten Gründen von Vorteil sein, wenn die axiale Länge der Aufnahmen größer
ist also die axiale Länge der Behälter.
[0045] Vergleichbare Fluid-Strömungen können auch zu Reinigungszwecken auf die Oberseiten
der Vials einwirken, während diese in den Aufnahmen aufgenommen und an der Haltestruktur
gehalten sind, um die Oberseiten aber auch die weiteren Außenoberflächen der Vials
zu reinigen. Hierzu ist es natürlich zweckmäßig, wenn die Vials vor einem solchen
Reinigungsschritt an ihren oberen Enden verschlossen sind, beispielsweise durch Aufsetzen
eines Stopfens.
[0046] Entsprechende Fluid-Strömungen oder Fluid-Druckimpulse können jedoch auch auf die
oberen und/oder unteren Enden der Vials einwirken, wenn die Einfüllöffnungen der Behälter
an ihren oberen Enden noch nicht verschlossen sind und während die Vials an der Haltestruktur
gehalten sind, etwa um auch die Innenoberfläche der Vials zu reinigen. Selbstverständlich
kann zum Zwecke einer Innenreinigung der Vials auch eine Düse oder ein Rohr über die
Einfüllöffnung ins Innere der Vials eingeführt werden, um ein Reinigungsfluid noch
wirkungsvoller ins Innere der Behälter einzubringen.
[0047] Ein weiterer Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung betrifft die Verwendung einer
Haltestruktur, wie in der vorliegenden Anmeldung offenbart, zum gleichzeitigen Halten
einer Mehrzahl von Behältern für Substanzen für pharmazeutische oder medizinische
Anwendungen, etwas während deren Behandlung in einer Prozessanlage, insbesondere einer
Gefriertrocknung (Lyophilisieren).
[0048] Ein weiterer Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung, der explizit auch mittels
eines unabhängigen Patentanspruchs als eigenständige Erfindung beansprucht werden
kann, betrifft eine computer- oder prozessorlesbare Datei, auch zur Übertragung über
Netzwerke, wie beispielsweise ein unternehmensinternes Computernetzwerk oder über
das Internet, umfassend Anweisungen bzw. Steuerbefehle, die, wenn diese von einem
Computer oder einem Prozessor geladen werden, bewirken, dass ein 3D-Drucker unter
Steuerung durch den Computer oder Prozessor eine Haltestruktur, wie in der vorliegenden
Anmeldung offenbart, aus einem geeigneten Material, insbesondere aus einem Kunststoffmaterial,
in dreidimensionaler Form ausdruckt.
[0049] Ein weiterer Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung betrifft einen Transport- oder
Verpackungsbehälter für eine Mehrzahl von Vials, wobei der Transport- oder Verpackungsbehälter
kastenförmig ausgebildet ist und wobei eine Haltestruktur, wie in der vorliegenden
Anmeldung offenbart, in dem kastenförmigen Transport- oder Verpackungsbehälter aufgenommen
ist, um die Mehrzahl von Vials in dem Transport- oder Verpackungsbehälter zu halten.
[0050] Ein weiterer Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung betrifft ein Verfahren zum
Behandeln von Vials, die einen Boden, der eine Standfläche ausbildet, eine zylindrische
Seitenwand und einen ringförmigen Übergangsbereich zwischen der Standfläche und der
zylindrischen Seitenwand aufweisen, mit den folgenden Schritten: Bereitstellen einer
Haltestruktur, wie in der vorliegenden Anmeldung offenbart; Anordnen der Vials in
den Öffnungen oder Aufnahmen der Haltestruktur, sodass die Vials durch Zusammenwirken
der Übergangsbereiche mit den Haltevorsprüngen außerhalb der Standflächen so abgestützt
werden, dass die Böden oder Standflächen der Vials aus den Öffnungen oder Aufnahmen
des Trägers heraus ragen und von der Unterseite des Trägers frei zugänglich sind;
und Behandeln der Behälter, während diese an der Haltestruktur gehalten und in den
Öffnungen oder Aufnahmen aufgenommen sind
[0051] Bevorzugt umfasst der Schritt des Behandelns der Vials einen oder mehrere der folgenden
Schritte: Gefriertrocknen (Lyophilisieren) einer Substanz für pharmazeutische oder
medizinische Anwendungen in den Vials; axiales Verstellen der Vials in den Öffnungen
oder Aufnahmen durch Einwirken einer Fluidströmung, die auf die Böden oder obere Enden
der Vials einwirkt; Reinigen von Außenseiten der Vials mittels einer Fluidströmung,
die über ein unteres oder oberes Ende in die Aufnahmen der Haltestruktur einströmt;
Trocknen der Außenseiten der Vials mittels einer Gasströmung, die über ein unteres
oder oberes Ende in die Aufnahmen der Haltestruktur einströmt.
[0052] Aufgrund der vorteilhaften Abstützung der Vials kann ein unmittelbarer Kontakt der
Böden sämtlicher Vials, die an der Haltestruktur gehalten sind, mit einer Kühlfläche
realisiert werden, kann eine einfache axiale Verstellung und eine einfache Reinigung
von Außenseiten der Vials und eine einfache Trocknung von Außenseiten der Vials realisiert
werden, wie vorstehend ausgeführt.
[0053] Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind zwischen den Seitenwänden von unmittelbar
benachbarten Aufnahmen der Haltestruktur Zwischenräume ausgebildet ist, in die Kühlfinger
hineinragen, die die Aufnahmen der Haltestruktur zumindest abschnittsweise umgeben.
Somit kann die Kühlung der Vials noch effektiver erfolgen und eine Gefriertrocknung
der in den Vials befindlichen Substanz noch rascher und effizienter durchgeführt werden.
[0054] Wenn die Böden der Vials eben und flach ausgebildet sind, ist die Kühlfläche ebenfalls
eben und flach ausgebildet, sodass die Böden der Vials während des Lyophilisierens
auf der zumindest einen Kühlfläche vollflächig aufliegen können. Wenn die Böden der
Vials konkav gewölbt oder flach ausgebildet sind, kann während des Lyophilisierens
auch ein Zwischenraum zwischen der zumindest einen Kühlfläche und dem zugeordneten
Boden der Vials ausgebildet sein, was im letztgenannten Fall auch durch konkave Vertiefungen
auf der Oberseite der Kühlfläche realisiert werden kann. Wenn die Böden der Vials
konkav gewölbt ausgebildet sind, können jeweils auch konvexe Vorsprünge auf der Oberseite
der Kühlfläche ausgebildet sein, auf denen die konkav gewölbten Böden der Vials unmittelbar
aufliegen.
FIGURENÜBERSICHT
[0055] Nachfolgend wird die Erfindung in beispielhafter Weise und unter Bezugnahme auf die
beigefügten Zeichnungen beschrieben werden, woraus sich weitere Merkmale, Vorteile
und zu lösende Aufgaben ergeben werden. Es zeigen:
- Figuren 1a und 1b
- die typische Geometrie von Vials als bevorzugtes Beispiel für einen Pharmabehälter,
der bei einer Haltestruktur bzw. einem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
eingesetzt wird;
- Figuren 2a-2d
- die Abstützung eines unteren Randabschnitts eines Vials auf Haltevorsprüngen einer
Haltestruktur gemäß der vorliegenden Erfindung;
- Figuren 3a-3b
- zwei Beispiele für eine Haltestruktur gemäß der vorliegenden Erfindung in Draufsicht;
- Figuren 3c-3e
- drei Beispiele für die Form von Haltevorsprüngen einer Haltestruktur gemäß der vorliegenden
Erfindung in Draufsicht;
- Fig. 4a
- eine Haltestruktur gemäß einer ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung in
einer Seitenansicht;
- Fig. 4b
- die Haltestruktur gemäß der Fig. 4a, aufgenommen in einem Transport-und Verpackungsbehälter;
- Fig. 5
- eine Haltestruktur gemäß einer zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
in einer perspektivischen Draufsicht;
- Figuren 6a-6d
- Beispiele für die Verwendung einer Haltestruktur gemäß der vorliegenden Erfindung
beim Gefriertrocknen, jeweils in einer schematischen Seitenansicht;
- Fig. 7a
- ein Beispiel für die Verwendung einer Haltestruktur gemäß der vorliegenden Erfindung
bei einer Innenreinigung der Vials;
- Fig. 7b
- ein Beispiel für die Verwendung einer Haltestruktur gemäß der vorliegenden Erfindung
bei einer Reinigung der Außenseiten der Vials;
- Fig. 7c
- ein Beispiel für die Verwendung einer Haltestruktur gemäß der vorliegenden Erfindung
beim Anheben und Absenken der Vials in Aufnahmen der Haltestruktur und beim Trocknen
der Außenseiten der Vials;
- Fig. 7d
- ein Beispiel für die Verwendung einer Haltestruktur gemäß der vorliegenden Erfindung
bei einer Reinigung der Außenseiten der Vials, das mittels einer press-fit-Verschlusskappe
verschlossen ist;
- Fig. 7e
- ein Beispiel für die Verwendung einer Haltestruktur gemäß der vorliegenden Erfindung
beim Anheben und Absenken der Vials in Aufnahmen der Haltestruktur und beim Trocknen
der Außenseiten der Vials, die mittels einer press-fit-Verschlusskappe verschlossen
ist;
- Fig. 8
- ein weiteres Beispiel für die Verwendung einer Haltestruktur gemäß der vorliegenden
Erfindung zur Entnahme der Vials aus den Aufnahmen der Haltestruktur über die unteren
Enden der Aufnahmen; und
- Fig. 9
- ein schematisches Flussdiagramm für ein Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
zum Behandeln von Vials für Substanzen für pharmazeutische oder medizinische Anwendungen.
[0056] In den Figuren bezeichnen identische Bezugszeichen identische oder im Wesentlichen
gleichwirkende Elemente oder Elementgruppen.
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0057] Fig. 1a zeigt die Geometrie von typischen 2R-Vials bis 50R-Vials (mit Fassungsvermögen
4 ml bis 62 ml), die in der nachfolgenden Tabelle 1 zusammengefasst ist.
Tabelle 1: typische Geometrie von 2R-Vials bis 50R-Vials
Typ |
Volumen [ml] |
a [mm] |
d1 mm |
d2 mm |
d3 mm max. |
d4 mm |
h1 mm |
h2 mm min. |
h3 mm |
r1 mm ≈ |
r2 mm ≈ |
s1 mm |
s2 mm min. |
t mm max. |
|
|
Tol. |
|
Tol. |
|
Tol. |
|
Tol. |
|
Tol. |
2R |
4 |
|
|
|
|
|
|
|
35 |
|
22 |
|
|
|
|
|
|
|
|
4R |
6 |
±0.5 |
1 |
16 |
±0.15 |
13 |
10.5 |
7 |
45 |
±0.5 |
32 |
8 |
±0.5 |
2.5 |
1.5 |
1 |
±0.04 |
0.6 |
0.7 |
6R |
10 |
|
|
|
|
|
|
|
40 |
|
26 |
|
|
|
|
|
|
|
|
8R |
11.5 |
|
1.2 |
22 |
±0.2 |
20 |
16.5 |
12.6 |
45 |
|
31 |
8.5 |
|
3.5 |
2 |
|
|
0.7 |
|
10R |
13.5 |
|
|
|
|
|
|
|
45 |
|
30 |
|
|
|
|
|
|
|
|
15R |
19 |
±1 |
|
24 |
|
|
|
|
60 |
|
45 |
9 |
|
4 |
|
|
|
|
|
20R |
26 |
|
|
|
|
|
|
|
55 |
|
35 |
|
|
|
|
|
|
|
|
25R |
32.5 |
±1.5 |
1.5 |
30 |
±0.25 |
|
17.5 |
|
65 |
±0.7 |
45 |
10 |
±0.75 |
5.5 |
2.5 |
1.2 |
±0.05 |
|
1 |
30R |
37.5 |
|
|
|
|
|
|
|
75 |
|
55 |
|
|
|
|
|
|
|
|
50R |
62 |
±4 |
2.5 |
40 |
±0.44 |
|
|
|
73 |
±0.75 |
49 |
|
|
6 |
4 |
1.5 |
±0.07 |
0.9 |
1.5 |
[0058] Die geometrischen Verhältnisse am unteren Ende von Vials sind stark vergrößert in
den Figuren 1a und 2b dargestellt. Klar erkennbar ist, dass ein Übergangsbereich zwischen
der sich in axialer Richtung erstreckenden zylindrischen Seitenwand 2 und dem sich
senkrecht dazu, also in der Haltestellung horizontal, erstreckenden Boden 3 ausgebildet
ist. Im Sinne der vorliegenden Erfindung wird dieser Übergangsbereich 8 als Randabschnitt
betrachtet, der, in Längsrichtung der Vials, außerhalb der eigentlichen Standfläche
des Vials 1 liegt, wobei diese Standfläche als Kontaktfläche eines Vials 1 beim Abstellen
auf einer ebenen Unterlage definiert ist. Im Falle, dass der Boden 3 eines Vials 1
eben ausgebildet ist, wie in der Fig. 2a gezeigt, ist diese Kontaktfläche kreisförmig
und stellt den tiefsten Abschnitt eines Vials 1 dar, wenn man dieses in einem axialen
Längsschnitt betrachtet. Im Falle, dass der Boden eines Vials 1 konkav gewölbt ausgebildet
ist, wie in den Figuren 1a und 1b gezeigt, ist diese Kontaktfläche ringförmig und
wird von den Scheitelpunkten 9 des Bodens 3 des Vials 1 ausgebildet. Diese Scheitelpunkte
verlaufen ringförmig entlang dem Rand des Bodens 3, wenn man das Vial 1 in einer Ansicht
von unten betrachtet.
[0059] Wie man insbesondere der Fig. 2b entnehmen kann, liegt dieser Übergangsbereich 9
bzw. Randabschnitt zwischen dem Boden 3 bzw. der Standfläche und der zylindrischen
Seitenwand 2 des Vials 1 und ist somit deutlich zu beiden Abschnitten abgegrenzt.
Während bei dem Ausführungsbeispiel gemäß der Fig. 2a die zylindrische Seitenwand
2 und der Boden 3, jedenfalls am Rand des Vials, eben ausgebildet sind, ist der Übergangsbereich
bzw. Randabschnitt 8 mit einem gleichmäßigen Krümmungsradius r2 gleichmäßig gekrümmt
ausgebildet.
[0060] Aufgrund der einzuhaltenden sehr engen Toleranzen gerade am unteren Ende von Vials
verfügt dieser Übergangsbereich bzw. Randabschnitt 8 über eine exakt vorbestimmte
Geometrie, was erfindungsgemäß ausgenutzt wird, um die Geometrie von Haltevorsprüngen
15 am unteren Ende der Seitenwände 14 der Aufnahmen der Haltestruktur exakt auf die
Geometrie der Übergangsbereiche bzw. Randabschnitte 8 der Vials abzustimmen. Genauer
gesagt sind die Haltevorsprünge 15 so ausgebildet, dass diese ausschließlich mit den
Übergangsbereichen bzw. Randabschnitten 8 der Vials zusammenwirken, also nur innerhalb
des vorgenannten klar abgegrenzten Übergangsbereichs zwischen den zylindrischen Seitenwänden
2 und dem Boden 3. Mit anderen Worten, die Haltevorsprünge 15 wirken ausschließlich
mit Abschnitten der Vials außerhalb der jeweiligen Standfläche zusammen, wirken jedoch
nicht mit der zylindrischen Seitenwand 2 zusammen.
[0061] Grundsätzlich können die Haltevorsprünge 15 diese Übergangsbereiche bzw. Randabschnitte
durch Formschluss oder Reibschluss abstützen bzw. halten. Bevorzugt wird jedoch eine
rein formschlüssige Abstützung der Übergangsbereiche bzw. Randabschnitte 8 durch die
Haltevorsprünge 15, wozu es ausreichend ist, dass die Haltevorsprünge 15 ausreichend
weit radial einwärts in die Öffnungen oder Aufnahmen der Haltestruktur hineinragen,
um ein Durchrutschen der Vials nach unten zu verhindern. Überraschenderweise hat eine
Auswertung der typischen geometrischen Verhältnisse an den unteren Enden von Vials,
aber auch von anderen Pharmabehältern, wie beispielsweise Karpulen, ergeben, dass
es möglich ist, Haltevorsprünge 15 aus geeigneten Materialien mit ausreichend engen
Toleranzen herzustellen, sodass eine solche Abstützung zuverlässig gewährleistet ist.
[0062] Wie in der Fig. 2b gezeigt, ragen die an den unteren Enden der Öffnungen oder Aufnahmen
der Haltestruktur vorgesehenen Haltevorsprünge 15 radial einwärts derart in die Öffnungen
oder Aufnahmen hinein, um die Vials im Zusammenwirken mit den Übergangsbereichen bzw.
Randabschnitten 8 der Vials so abzustützen, dass Böden, oder allgemeiner untere Enden,
der Vials aus den Öffnungen oder Aufnahmen heraus ragen und somit von der Unterseite
des Trägers frei zugänglich sind. Diese Abstützung ist in der Fig. 2a gesamthaft dargestellt.
Dargestellt ist eine insgesamt rohrförmige Aufnahme 12, die von einer umlaufenden
Seitenwand 14 der Haltestruktur (nicht gezeigt) ausgebildet ist. Die Seitenwand 14
kann sich senkrecht abwärts erstrecken (wie schematisch in der Fig. 2a dargestellt),
kann sich jedoch auch um einen relativ kleinen Winkel relativ zu einer Mittelsenkrechten
gleichmäßig geneigt, radial einwärts erstrecken. Dieser Winkel kann beispielsweise
im Bereich von etwa 1 Grad bis etwa 3 Grad, bevorzugter von etwa 1 Grad bis etwa 2
Grad liegen, insbesondere um eine Entformung der Haltestruktur aus einer Form im Falle
ihrer Herstellung mittels eines Spritzgußverfahrens zu ermöglichen. Am unteren Rand
der Seitenwand 14 ist zumindest ein Haltevorsprung 15 ausgebildet, wie in der Fig.
2b vergrößert dargestellt. Klar erkennbar ist, dass der Boden 3 des Vials 1 über den
unteren Rand der Seitenwand 14 vorsteht, wobei jedoch der Übergangsbereich bzw. Randabschnitt
8 des Vials 8 in ausreichendem Maße abgestützt ist, um das Gesamtgewicht des Vials
1, einschließlich des Inhalts und eines Verschlusses (jeweils nicht gezeigt), zu halten
und ein Durchrutschen des Vials 1 aus der Aufnahme 12 zu verhindern. Klar erkennbar
ist in der Fig. 2a auch, dass bei der erfindungsgemäßen Art der Abstützung gleichzeitig
ein Spalt zwischen der Innenseite der Seitenwand 14 und der Außenseite der zylindrischen
Seitenwand 2 des Vials 1 ausgebildet ist, was ein reibungsfreies Einführen des Vials
1 in die Aufnahme 12 von oben her und eine axiale Verstellung des Vials 1 innerhalb
der Aufnahme 12 mit sehr geringen Kräften ermöglicht.
[0063] Die geometrischen Verhältnisse der Abstützung des Übergangsbereichs bzw. Randabschnitts
8 auf dem zumindest einen Haltevorsprung sind in der Fig. 2c stark vergrößert für
ein Ausführungsbeispiel eines Vials mit einem planen Boden 3 abgebildet. Darin sind
auch Toleranzen und Abmessungen in Millimetern für 2R-Vials und 4R-Vials angegeben
und mathematische Formeln für die Abhängigkeit wichtiger Größen von Toleranzen und
geometrischen Parametern angegeben.
[0064] Entsprechende Toleranzbetrachtungen können auch für andere Vial-Größen vorgenommen
werden, was in der nachfolgenden Tabelle 2 zusammengefasst ist:
Tabelle 2: Ergebnis von Toleranzbetrachtungen für unterschiedliche Vial-Größen
|
Bauch (Maße in mm) |
|
Tray |
Vial |
Toleranzbetrachtung |
Produkt |
Nennmaß Innendurch messer Nest am Bund |
Toleranzen |
Maximaler Durchmess er Nest am Bund |
Minimaler Durchmess er Nest am Bund |
Nennmaß Vial Bunddurchmesser D1 |
Toleranzen |
maximaler Bunddurchmesser |
minimaler Bunddurchmesser |
max. Passung |
min. Passung |
Radius r2 |
2/4R |
16,5 |
+/-0,1 |
13,6 |
13,4 |
16 |
+0,15/0,15 |
13,15 |
12,85 |
+0,75 |
+0,25 |
1,5 |
6/8/10/15R |
22,5 |
+/-0,1 |
22,6 |
22,4 |
22 |
+0,2/0,2 |
22,2 |
21,8 |
+0,8 |
+0,2 |
2 |
10/15R |
24,5 |
+/-0,1 |
24,6 |
24,4 |
24 |
+0,2/0,2 |
24,2 |
23,8 |
+0,8 |
+0,2 |
2 |
20R |
30,5 |
+/-0,1 |
30,6 |
30,4 |
30 |
+0,251-0,25 |
30,25 |
29,75 |
+0,85 |
+0,15 |
2,5 |
30R |
30,5 |
+/-0,1 |
30,6 |
30,4 |
30 |
+0,25/0,25 |
30,25 |
29,75 |
+0,85 |
+0,15 |
2,5 |
[0065] Toleranzbetrachtungen wurden für verschiedene Behälter-Größen vorgenommen. Die Toleranzbetrachtungen
ergeben, dass die Distanz, um die die Haltevorsprünge radial in die Öffnungen oder
Aufnahmen hineinragen, mindestens > 50% vom r2-Wert (Rundungsradius) betragen sollte.
Die Haltevorsprünge sollten sich zum Ende hin verjüngen (was von Vorteil ist, jedoch
nicht unbedingt notwendig ist). Die Materialdicke sollte an vorderen Ende der Haltevorsprünge
< 50% vom r2-Wert betragen.
[0066] Betrachtet man die unterschiedlichen Geometrien von 2R-Vials bis 30R-Vials, so beobachtet
man dass der Bodenradius r2 typischerweise von r2=1,5 mm bis r2=2,5 mm variiert. Damit
ist er ca. 10 x so groß wie die Schwankung des Außendurchmessers (0,15 mm bis 0,25
mm). Eine Halterung und Zentrierung am Bodenradius ist damit technisch, da die Toleranzen
des Behälteraußendurchmessers viel kleiner sind als die Auflagefläche am Bodenrand.
Die max. Passung aus Tabelle 2 ist gleich oder kleiner als 50% vom Bodenradius r2.
[0067] Die Haltestruktur kann mit ausreichender Genauigkeit durch ein Spritzgussverfahren,
durch ein Tiefziehverfahren oder auch durch 3D-Drucken kostengünstig realisiert werden.
Der Träger kann aber auch aus einem faserverstärkten Kunststoff oder einem Kunststoff
ausgebildet sein, dem zur Erhöhung seiner Wärmeleitfähigkeit Keramiken oder Metalle
beigegeben sind. Bekanntermaßen haben faserverstärkte Kunststoffe eine höhere Wärmeleitfähigkeit
bis 0,9 W/(m*K) bei Zugabe von Kohlenstofffasern. Werden den Kunststoffen Keramiken
oder Metalle beigegeben, so wird die Wärmeleitfähigkeit weiter vergrößert. Es entstehen
die sogenannten wärmeleitenden Kunststoffe. So wird eine Wärmeleitfähigkeit des Materials
der Haltestruktur von bis zu 20 W/(m*K) erreicht.
[0068] Die Figuren 3a-3b zeigen zwei Beispiele für eine Haltestruktur 10 gemäß der vorliegenden
Erfindung in Draufsicht. Die einzelnen Öffnungen oder Aufnahmen 12 im Träger 11 sind
vorzugsweise in einer regelmäßigen Anordnung angeordnet, beispielsweise in einer Matrixanordnung
entlang von Reihen und sich rechtwinklig dazu erstreckenden Spalten (Fig. 3a) oder
entlang von sich unter einem spitzen Winkel kreuzenden Reihen (Fig. 3b). Dies hat
Vorteile bei der automatisierten Weiterverarbeitung der Vials, da die Vials an kontrollierten
Positionen und in vorgegebener Anordnung an Bearbeitungsstationen übergeben werden
können, beispielsweise an Prozessautomaten, Roboter oder dergleichen. Die Trennung
zwischen den Öffnungen oder Aufnahmen kann auch über einzelne Stegen realisiert werden.
[0069] Figuren 3c-3e zeigen drei Beispiele für die Form von Haltevorsprüngen 15 einer Haltestruktur
gemäß der vorliegenden Erfindung in Draufsicht. Gemäß der Fig. 3c ist ein einzelner
Haltevorsprung 15 als umlaufend ausgebildeter, radialer Vorsprung um unteren Rand
der Seitenwand 14 ausgebildet. Gemäß der Fig. 3d sind zwei Haltevorsprünge 15 unter
gleichmäßigen Winkelabständen zueinander und mit Zwischenräumen 16 zwischen diesen
entlang dem unteren Rand der Seitenwand 14 verteilt angeordnet. Gemäß der Fig. 3e
sind eine Vielzahl von Haltevorsprüngen 15 unter gleichmäßigen Winkelabständen zueinander
und mit Zwischenräumen 16 zwischen diesen entlang dem unteren Rand der Seitenwand
14 verteilt angeordnet, wodurch eine gewisse Flexibilität der Haltevorsprünge 15 in
einfacher Weise festgelegt werden kann.
[0070] Durch Material und Stärke der Haltevorsprünge 15 können diese ausreichend stabil
vorgegeben werden, um die Vials zuverlässig an deren Randabschnitten abzustützen und
dabei ein Durchrutschen der Vials zuverlässig zu verhindern. Die konkrete Formgestaltung
der Haltevorsprünge 15 hat jedoch ebenfalls einen Einfluss auf die erzielbare Haltekraft
der Haltevorsprünge.
[0071] Grundsätzlich kann die dem Übergangsbereich bzw. Randabschnitt 8 zugewandte Fläche
17 der Haltevorsprünge 15 unter einem vorbestimmten Winkel zu einer Senkrechten auf
eine von dem Träger aufgespannte Ebene zur Unterseite des Trägers hin geneigt sein,
wie in der Fig. 2c gezeigt, wobei der Winkel spezifisch auf die Geometrie des zu haltenden
Behälters an dessen unterem Ende abgestimmt ist, jedoch üblicherweise etwa 45 Grad
beträgt und zweckmäßig im Bereich 10 bis 70 Grad, bevorzugter im Bereich 20 bis 50
Grad liegt.
[0072] Grundsätzlich kann die dem Übergangsbereich bzw. Randabschnitt 8 zugewandte Fläche
17 der Haltevorsprünge 15 jedoch auch gewölbt ausgebildet sein, insbesondere konkav
gewölbt, mit einem Krümmungsradius, der dem vorgenannten Bodenradius r2 der zu haltenden
Vials im Wesentlichen entspricht.
[0073] Wie in der Fig. 2d gezeigt, können zur weiteren Versteifung der Haltevorsprünge 15
an vorderen Enden der Haltevorsprünge 15 zusätzlich gerade Abschnitte 18a ausgebildet
sind, die sich senkrecht zu einer von dem Träger aufgespannten Ebene erstrecken, also
in Längsrichtung der zu haltenden Vials, wobei die axiale Länge lz der geraden Abschnitte
18a in einer Richtung senkrecht zu der von dem Träger aufgespannten Ebene dann im
Wesentlichen die Biegesteifigkeit der Haltevorsprünge 15 festlegt. Zweckmäßig kann
diese axiale Länge lz im Bereich 0,1 bis 5,0 mm liegen, bevorzugter im Bereich 0,1
bis 2,0 mm.
[0074] Fig. 4a zeigt eine Haltestruktur 10 gemäß einer ersten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung in einer Seitenansicht. Diese ist insgesamt als Nest mit einer Vielzahl
von rohrförmigen Aufnahmen zur Aufnahme der Vials, bevorzugt vollständig bzw. über
deren gesamter Länge, ausgebildet und weist einen oberen Halteflansch 20 auf, dem
sich eine obere Seitenwand 21 mit einer horizontalen Stufe 22 an dessen unterem Rand
anschließt. Die rohrförmigen Aufnahmen zum Aufnehmen der Vials erstrecken sich ausgehend
von dieser Stufe 22 vertikal nach unten. Der von der oberen Seitenwand 21 ausgebildete
Raum kann wannenförmig ausgebildet sein. Wenn die oberen Enden von in den Aufnahmen
aufgenommenen Vials in diesen Raum hineinragen, können die oberen Enden in einfacher
Weise gegriffen werden, beispielsweise von Robotern oder Greifeinrichtungen, um die
Vials aus den Aufnahmen nach oben hin zu entnehmen oder die Vials in die Aufnahmen
von oben her einzuführen.
[0075] Wie in der Fig. 4a gezeigt, können an den unteren Enden der Seitenwände 23 Schlitze
24 ausgebildet sein, die miteinander in vorbestimmten Richtungen fluchten, etwa entlang
einer Richtung senkrecht auf die Längsseite der Haltestruktur 10, wie in der Fig.
4a gezeigt. Auf diese Weise können beispielsweise leistenartige Höhenverstelleinrichtungen
in die Schlitze 24 eingreifen, die unterhalb der Böden der Vials und fluchtend zu
diesen Schlitzen 24 angeordnet sind, um die Vials durch Höhenverstellung geeignet
anzuheben und abzusenken. Oder die Schlitze 24 ermöglichen ein Verbiegen der Haltestruktur
10 und dadurch ein Aufweiten der unteren Enden der Aufnahmen, wodurch die Vials (vials)
nach unten "freigegeben" werden können.
[0076] Fig. 4b zeigt die Aufnahme einer solchen Haltestruktur 10 in einem wannenförmigen
Transport- und Verpackungsbehälter 50 (auch als sog. tub bezeichnet). Der Transport-
und Verpackungsbehälter 50 weist einen geschlossenen Boden 51, eine im Wesentlichen
senkrecht von diesem abragende, umlaufend ausgebildete untere Seitenwand 52, eine
sich dieser anschließende horizontale Stufe 53, auf der der obere Halteflansch 20
der Haltestruktur 10 abgestützt ist, eine obere, in Bezug zu einer Senkrechten auf
den Boden 51 geneigte obere Seitenwand 54 und einen Flansch 55 am oberen Rand auf.
Der Transport- und Verpackungsbehälter 50 kann mittels einer auf den oberen Rand 55
aufgeklebten Schutz- oder Verpackungsfolie verschlossen sein. Bei der Schutzfolie
kann es sich insbesondere um eine gasdurchlässige Kunststofffolie handeln, insbesondere
um ein Geflecht aus Kunststofffasern, beispielsweise aus Polypropylen-Fasern (PP),
oder auch um eine Tyvek®-Schutzfolie, die eine Sterilisation der in der Haltestruktur
10 aufgenommenen und verpackten Vials durch die Folie hindurch ermöglicht.
[0077] Die Fig. 5 zeigt eine Haltestruktur 10 gemäß einer zweiten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung in einer perspektivischen Draufsicht. Diese ist als flache Halteplatte 11
von vergleichsweise geringer Stärke ausgebildet, vorzugsweise aus einem Kunststoff,
wie vorstehend ausgeführt. In der Halteplatte 11 sind die Öffnungen 12 in als Durchgangsöffnungen
ausgebildet, an deren unteren Ende die Haltevorsprünge 15 in der vorstehend erläuterten
Form ausgebildet sind, bevorzugt einstückig mit der Halteplatte 11, um die Vials ausreichend
abzustützen. Sofern eine seitliche (radiale) Führung gewünscht ist und insbesondere
eine Kollision von Vials, die in unmittelbar benachbarten Öffnungen 12 abgestützt
sind, verhindert sein soll, können auf der Oberseite der Halteplatte 11 entlang von
Rändern der Öffnungen 12 zumindest abschnittsweise Führungselemente 28 in Gestalt
von Zapfen, Platten oder dergleichen vorgesehen sein, die sich senkrecht zur Oberseite
der Halteplatte 11 erstrecken.
[0078] Die Figuren 6a-6d zeigen Beispiele für die Verwendung einer Haltestruktur gemäß der
vorliegenden Erfindung beim Gefriertrocknen, jeweils in einer schematischen Seitenansicht.
[0079] Gemäß der Fig. 6a ist die Kühlfläche 30 eben ausgebildet. Die Böden der Vials 1 stehen
in unmittelbarem Kontakt zur Oberseite der Kühlfläche 30. Zweckmäßig liegt auch die
Haltestruktur 20 auf der Oberseite der Kühlfläche 30 auf, sodass die Vials 1 frei
auf der Kühlfläche 30 stehen. Selbstverständlich kann die Haltestruktur 20 auch um
eine geringe Distanz gegenüber der Kühlfläche 30 angehoben sein, solange der unmittelbarem
Kontakt der Böden der Vials 1 mit der Oberseite der Kühlfläche 30 gewährleistet ist.
[0080] Gemäß der Fig. 6b sind die Böden 3 der Vials 1 im Zentrum konkav gewölbt ausgebildet,
sodass ein ringförmiger, konvexer Spalt zwischen der Oberseite der Kühlfläche 30 und
den Böden 3 ausgebildet ist, was einen vorteilhaften Einfluss auf einen Gefriertrocknungsprozess
haben kann. Weiter sind zwischen den Seitenwänden 14 von unmittelbar benachbarten
Aufnahmen 12 der Haltestruktur Zwischenräume ausgebildet ist, in die Kühlfinger 31
hineinragen, die die Aufnahmen 12 der Haltestruktur zumindest abschnittsweise und
bevorzugt umlaufend umgeben. Dies kann für eine noch raschere und effektivere Kühlung
bei einem Gefriertrocknen sorgen.
[0081] Gemäß der Fig. 6c sind die Böden 3 der Vials 1 im Zentrum konkav gewölbt ausgebildet,
wobei auf der Oberseite der Kühlfläche konvexe Vorsprünge 33 ausgebildet sind, mit
einem Krümmungsradius, der auf den Krümmungsradius des Bodens 3 abgestimmt ist, um
einen unmittelbaren Kontakt zwischen Boden 3 und Oberseite der Kühlfläche 30 zu gewährleisten.
[0082] Gemäß der Fig. 6d sind die Böden 3 der Vials 1 im Zentrum konkav gewölbt ausgebildet,
wobei auf der Oberseite der Kühlfläche konkave Vertiefungen 34 ausgebildet sind, um
den thermischen Kontakt in diesem Bereich zu verringern, was einen vorteilhaften Einfluss
auf einen Gefriertrocknungsprozess haben kann.
[0083] Fig. 7a zeigt als Beispiel für die Verwendung einer Haltestruktur gemäß der vorliegenden
Erfindung eine Innenreinigung eines Vials 1, das in einer Aufnahme 12 der Haltestruktur
(nicht gezeigt) aufgenommen ist. Hierzu wird eine Düse oder ein Rohr 40 mittels einer
Höhenverstelleinrichtung 41 über die Einfüllöffnung 7 ins Innere des Vials 1 eingeführt
werden, um eine Reinigungsflüssigkeit (hier: Wasser) ins Innere des Vials 1 einzusprühen.
Im Anschluss an diesen Reinigungsschritt kann das Vial 1 getrocknet und anschließend
mit einer Substanz oder Flüssigkeit gefüllt werden.
[0084] Fig. 7b zeigt als weiteres Beispiel für die Verwendung einer Haltestruktur gemäß
der vorliegenden Erfindung die Reinigung der Außenseiten eines Vials 1, das in der
Aufnahme 12 aufgenommen und auf den Haltevorsprüngen 15 abgestützt ist. Mittels einer
unteren Sprüheinrichtung 43 wird ein Reinigungsfluid, bevorzugt eine Reinigungsflüssigkeit,
wie beispielsweise Wasser oder Wasserdampf, von unten her gegen den Boden des Vials
1 gesprüht. Erfolgt dies intensiv genug, so kann dadurch das Vial 1 von den Haltevorsprüngen
15 angehoben werden, sodass das Vial 1 frei in der Aufnahme 12 schwebt ("Levitationseffekt").
Dabei bildet sich vorübergehend in dem Ringspalt zwischen der Außenwand des Vials
1 und der Innenseite der Seitenwand 14 eine Strömung aus, die über die Außenseite
des Vials 1 strömt und diese dabei reinigt. Die Strömung tritt am oberen Ende der
Aufnahmen 12 wieder aus. Soll ein Eintritt von Reinigungsflüssigkeit in das Innere
des Vials 1 verhindert werden, so wird zuvor die Einfüllöffnung 7 des Vials 1 verschlossen,
beispielsweise mit Hilfe eines Stopfens. Alternativ oder zugleich kann mittels einer
oberen Sprüheinrichtung 42 ein Reinigungsfluid, bevorzugt eine Reinigungsflüssigkeit,
wie beispielsweise Wasser oder Wasserdampf, auch von oben her in die Aufnahme 12 eingesprüht
werden. Im Falle eines gleichzeitigen Einsprühens sowohl von unten als auch von oben
her sollte die Fluidströmung von unten jedenfalls in ausreichendem Maße stärker sein
als die Fluidströmung von oben her, bevorzugt dergestalt, dass der Boden des Vials
1 von den Haltevorsprüngen 15 angehoben wird, sodass das Vial 1 frei in der Aufnahme
12 schwebt ("Levitationseffekt").
[0085] Die Fig. 7c zeigt ein weiteres Beispiel für die Verwendung einer Haltestruktur gemäß
der vorliegenden Erfindung beim Anheben und Absenken der Vials in Aufnahmen der Haltestruktur
sowie zum Trocknen der Außenseiten der Behälter.
[0086] Mittels einer unteren Sprüheinrichtung 43 wird ein Gas, beispielsweise Stickstoff,
von unten her gegen den Boden des Vials 1 eingeblasen. Erfolgt dies intensiv genug,
so kann dadurch das Vial 1 von den Haltevorsprüngen 15 angehoben werden, sodass das
Vial 1 frei in der Aufnahme 12 schwebt ("Levitationseffekt"). Dabei bildet sich vorübergehend
in dem Ringspalt zwischen der Außenwand des Vials 1 und der Innenseite der Seitenwand
14 eine Gasströmung aus, die über die Außenseite des Vials 1 strömt und dieses dabei
trocknet. Die Gasströmung tritt am oberen Ende der Aufnahmen 12 wieder aus. Soll ein
Eintritt von Gas in das Innere des Vials 1 verhindert werden, so wird zuvor die Einfüllöffnung
7 des Vials 1 verschlossen, beispielsweise mit Hilfe eines Stopfens. Alternativ oder
zugleich kann mittels einer oberen Sprüheinrichtung 42 ein Gas, beispielsweise Stickstoff,
auch von oben her in die Aufnahme 12 eingeblasen werden. Im Falle eines gleichzeitigen
Einblasens von Gas sowohl von unten als auch von oben her sollte die Gasströmung von
unten jedenfalls in ausreichendem Maße stärker sein als die Gasströmung von oben her,
bevorzugt dergestalt, dass der Boden des Vials 1 von den Haltevorsprüngen 15 angehoben
wird, sodass das Vial 1 frei in der Aufnahme 12 schwebt ("Levitationseffekt") und
sämtliche Bereiche auf der Außenseite des Vials 1 getrocknet werden können.
[0087] Die Figuren 7d und 7e zeigen eine Behandlung von Vials entsprechend den Figuren 7b
und 7c, wobei jedoch auf die oberen Enden der Behälter 1 sog. press-fit-Verschlusskappen
aufgesetzt sind, die die Einfüllöffnungen zwar bedecken, die jedoch in einer ersten
Stellung auch weiterhin gewährleisten, dass das Innere der Vials 1 mit der Gasumgebung
in Verbindung steht, sodass während eines Gefriertrocknungsprozesses Feuchtigkeit
und Dämpfe über die Verschlusskappe in die Umgebung entweichen können. Erst wenn die
Verschlusskappen in eine zweite Stellung vollständig heruntergedrückt werden, ist
besteht diese Verbindung nicht mehr, sodass das Innere der Vials dann gasdicht gegen
die Umgebung abgedichtet ist. Die Verschlusskappen werden somit nach dem eigentlichen
Gefriertrocknungsprozess vollständig herabgedrückt. Während des Gefriertrocknungsprozesses
befinden sich die Verschlusskappen in der ersten Stellung.
[0088] Das Einblasen von Gas oder eines Fluides von oben her in die Aufnahmen 12 kann gemäß
der Fig. 8 auch dazu genutzt werden, um die Vials 1 nach unten hin aus den Aufnahmen
12 herauszudrücken, wobei dabei die von den Haltevorsprüngen 15 ausgeübte Haltekraft
überdrückt werden muss. Um diese zu mindern, kann der Träger der Haltestruktur geeignet
gebogen werden, um die unteren Enden der Aufnahmen 12 geeignet aufzuweiten. Diese
Aufweitung kann in einem solchen Ausmaß erfolgen, dass die Öffnungsweite der Haltevorsprünge
15 größer als eine maximale Außenabmessung der Vials 1 ist und die Vials 1 auch vollständig
reibungsfrei aus den Aufnahmen 12 nach unten entnommen werden können. Dabei können
Schlitze 24 (vgl. Fig. 4a) an den unteren Enden der Aufnahmen 12 ein Verbiegen der
Haltestruktur erleichtern, wie vorstehend ausgeführt.
[0089] Die Fig. 9 zeigt ein schematisches Flussdiagramm für ein Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung zum Behandeln von Vials für Substanzen für pharmazeutische oder medizinische
Anwendungen.
[0090] Im Schritt S1 wird ein Transport- und Verpackungsbehälter (vgl. Fig. 4b) zugeführt,
in eine sterile Prozessumgebung eingebracht und anschließend eine Schutzfolie von
dessen oberem Rand abgezogen. In dem Schritt S2 sind die Vials dann freigegeben. Bevor
diese mit einer Substanz oder Flüssigkeit gefüllt werden, können diese gewogen werden
(optionaler Verfahrensschritt). Anschließend werden in dem Schritt S3 die Vials gefüllt,
während diese an der Haltestruktur gehalten sind. Dabei kann die Haltestruktur noch
in dem Transport- und Verpackungsbehälter aufgenommen sein, wie in der Fig. 4b gezeigt.
In dem Schritt S4 sind die Vials dann erneut freigegeben. Nach dem Füllen der Behälter
mit einer Substanz oder Flüssigkeit können diese erneut gewogen werden (optionaler
Verfahrensschritt).
[0091] In dem Schritt S5 werden in die Einfüllöffnungen der Vials Stopfen oder spezielle
Verschlüsse (press-fit Verschlusskappen) eingebracht, um diese zu verschließen. Soll
im Anschluss daran noch ein Gefriertrocknungsprozess ausgeführt werden, so werden
press-fit Verschlusskappen in die Einfüllöffnungen eingesetzt, die die Einfüllöffnungen
zwar abdecken, um das Eindringen von Verunreinigungen zu verhindern, die jedoch zugleich
sicherstellen, dass das Innere der Vials über die aufgesetzte Verschlusskappe auch
weiterhin mit der Umgebung in Verbindung steht. Derartige Verschlusskappen sind in
den Figuren 7d und 7e gezeigt.
[0092] Ggf. können die Vials auch erst zu diesem Zeitpunkt in die Aufnahmen oder Öffnungen
der Haltestruktur eingesetzt werden, um daran weiter behandelt zu werden.
[0093] In dem Schritt S6 wird die Haltestruktur gemeinsam mit den daran gehaltenen Vials
in einen Gefriertrockner eingebracht. Anschließend erfolgt in dem Schritt S7 eine
Gefriertrocknung, was jedoch nicht zwingend ist. Die Vials werden jedenfalls nach
dem Gefriertrocknungsschritt S7 durch Herabdrücken der press-fit-Verschlusskappen
gegen die Umgebung gasdicht verschlossen.
[0094] Anschließend wird in den Schritt S8 die Haltestruktur wieder aus dem Gefriertrockner
entnommen. Dabei bleiben die Vials in den Aufnahmen der Haltestruktur aufgenommen.
[0095] In dem Schritt S9 werden Metallkappen auf die oberen Enden der Vials mit den aufgesetzten
Verschlussstopfen oder Kappen gebördelt / gecrimpt (optionaler Verfahrensschritt).
Dabei bleiben die Vials in den Aufnahmen der Haltestruktur aufgenommen.
[0096] In dem Schritt S10 erfolgt eine Reinigung der Außenseite der Vials. Dabei bleiben
die Vials in den Aufnahmen der Haltestruktur aufgenommen. Die Reinigung erfolgt so,
wie vorstehend anhand der Fig. 7b beschrieben.
[0097] In dem Schritt S11 erfolgt eine Trocknung der Außenseite der Vials. Dabei bleiben
die Vials in den Aufnahmen der Haltestruktur aufgenommen. Die Trocknung erfolgt so,
wie vorstehend anhand der Fig. 7c beschrieben, oder alternativ mittels Wärmeeinwirkung,
insbesondere mittels Infrarot-Strahlung.
[0098] Anschließend können die Vials in dem Schritt S12 beschriftet bzw. markiert werden.
Dabei können die Vials auch weiterhin in den Aufnahmen der Haltestruktur aufgenommen
bleiben. Oder die Vials wurden zuvor aus den Aufnahmen der Haltestruktur entnommen,
wie vorstehend beschrieben, insbesondere anhand der Fig. 7c.
[0099] Die vorliegende Erfindung ist weiter auf die folgenden Ausführungsformen gerichtet,
die zum Gegenstand von weiteren Unteransprüchen gemacht werden können:
Haltestruktur nach Anspruch 6, wobei die Aufnahmen von umlaufend ausgebildeten Seitenwänden
14 ausgebildet sind, an deren unteren Enden die Haltevorsprünge 15 einstückig mit
den Seitenwänden 14 ausgebildet sind, insbesondere mittels eines Kunststoff-Spritzgussverfahrens.
[0100] Haltestruktur nach dem vorhergehenden Absatz, wobei an den unteren Enden und auf
einander gegenüberliegenden Seiten der Seitenwände 14 Schlitze 24 ausgebildet sind.
[0101] Transport- oder Verpackungsbehälter für eine Mehrzahl von Vials 1, wobei der Transport-oder
Verpackungsbehälter kastenförmig ausgebildet ist,
gekennzeichnet durch eine Haltestruktur 10 nach einem der Ansprüche 1 bis 10, die in dem kastenförmigen
Transport-oder Verpackungsbehälter aufgenommen ist, um die Mehrzahl von Vials 1 in
dem Transport-oder Verpackungsbehälter 50 zu halten.
[0102] Transport- oder Verpackungsbehälter für eine Mehrzahl von Vials 1 nach dem vorherigen
Absatz, wobei an der Haltestruktur eine Mehrzahl von Vials 1 abgestützt oder gehalten
ist.
[0103] Verfahren nach Anspruch 13, wobei
die Böden 3 der Vials 1 flach ausgebildet sind und die Böden während des Lyophilisierens
auf der zumindest einen Kühlfläche 30 vollflächig aufliegen; oder
die Böden 3 der Vials 1 konkav gewölbt oder flach ausgebildet sind und während des
Lyophilisierens ein Zwischenraum zwischen der zumindest einen Kühlfläche 30 und dem
zugeordneten Boden der Vials ausgebildet ist; oder
die Böden 3 der Vials 1 konkav gewölbt ausgebildet sind und jeweils auf konvexen Vorsprüngen
33 auf der Oberseite der Kühlfläche 30 aufliegen.
[0104] Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 16, wobei die Vials 1 zum Anordnen in den
Öffnungen oder Aufnahmen 12 der Haltestruktur 10 von der Oberseite des Trägers her
vertikal in die Öffnungen oder Aufnahmen oder von der Unterseite des Trägers her unter
elastischer Verformung der Haltevorsprünge 15 und/oder von Seitenwänden der Aufnahmen
vertikal in die Öffnungen oder Aufnahmen eingeführt werden.
Bezugszeichenliste
[0105]
- 1
- Vial
- 2
- zylindrische Seitenwand
- 3
- Boden
- 4
- Nackenabschnitt
- 5
- verengter Halsabschnitt
- 6
- oberer Rand
- 7
- Einfüllöffnung
- 8
- Übergangsbereich, beispielsweise gekrümmter Abschnitt
- 9
- Scheitelpunkt der Standfläche eines Vials
- 10
- Haltestruktur
- 11
- Trägerplatte
- 12
- Öffnung / Aufnahme
- 13
- Zugriffsaussparung
- 14
- Seitenwand von Aufnahme 12
- 15
- Haltevorsprung
- 16
- Unterbrechung
- 17
- Schräge
- 18
- vorderes Ende
- 18a
- gerader Abschnitt
- 19
- Verbindungsabschnitt
- 20
- oberer Halteflansch
- 21
- obere Seitenwand
- 22
- Stufe
- 23
- untere Seitenwand
- 24
- Schlitz
- 28
- Zapfen
- 30
- Kühlfläche
- 31
- Kühlfinger auf Oberseite von Kühlfläche 30
- 32
- Spalt zu Boden 3 von Behälter 1
- 33
- Vorsprung auf Oberseite von Kühlfläche 30
- 34
- Vertiefung auf Oberseite von Kühlfläche 30
- 40
- Einspritzdüse
- 41
- Höhenverstelleinrichtung
- 42
- obere Sprüheinrichtung
- 43
- untere Sprüheinrichtung
- 50
- Transport- und Verpackungsbehälter
- 51
- Boden
- 52
- untere Seitenwand
- 53
- Stufe
- 54
- obere Seitenwand
- 55
- Flansch
- lz
- Länge von geradem Abschnitt 18a
1. Haltestruktur zum gleichzeitigen Halten einer Mehrzahl von Vials (1), mit einem Träger
(11), der eine Oberseite, eine Unterseite, die der Oberseite gegenüberliegt, und eine
Mehrzahl von Öffnungen oder Aufnahmen (12) aufweist, in welche die Vials zumindest
abschnittsweise einführbar sind, um darin an dem Träger (11) abgestützt zu werden,
wobei die Vials (1) einen Boden (3), der eine Standfläche ausbildet, eine zylindrische
Seitenwand (2) und einen ringförmigen Übergangsbereich (8) zwischen der Standfläche
und der zylindrischen Seitenwand (2) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass am unteren Ende einer jeweiligen Öffnung oder Aufnahme (12) zumindest ein Haltevorsprung
(15) radial einwärts in die jeweilige Öffnung oder Aufnahme (12) hineinragt, um das
zugeordnete Vial (1) im Zusammenwirken mit dem Übergangsbereich (8) außerhalb der
Standfläche so abzustützen, dass die Böden oder Standflächen (3) der Vials (1) aus
den Öffnungen oder Aufnahmen (12) des Trägers heraus ragen und von der Unterseite
des Trägers (11) frei zugänglich sind.
2. Haltestruktur nach Anspruch 1, wobei die Haltevorsprünge (15) so auf die Form und
Abmessungen der Übergangsbereiche (8) der Vials (1) abgestimmt sind, dass die Übergangsbereiche
(8) durch einen Formschluss abgestützt sind.
3. Haltestruktur nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Vials (1) nicht zusätzlich an ihren
verengten Halsabschnitten (5) abgestützt sind, wobei die Aufnahmen (12) bevorzugt
so ausgebildet sind, dass obere Enden (6) der Vials (1) nicht über die Oberseite des
Trägers hinausragen.
4. Haltestruktur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Übergangsbereiche
(8) der Vials einen vorbestimmten Krümmungsradius (r2) aufweisen, wobei Flächen (17)
der Haltevorsprünge (15), die einem jeweiligen Übergangsbereich zugewandt sind, zumindest
abschnittsweise zur Unterseite des Trägers hin geneigt oder gekrümmt ausgebildet sind,
wobei
die Flächen (17) der Haltevorsprünge (15), die einem jeweiligen Übergangsbereich zugewandt
sind, unter einem vorbestimmten Winkel zu einer Senkrechten auf eine von dem Träger
aufgespannte Ebene zur Unterseite des Trägers hin geneigt ist, wobei der Winkel im
Bereich 10 bis 70 Grad, bevorzugter im Bereich 20 bis 50 Grad liegt; oder wobei
die Flächen (17) der Haltevorsprünge (15), die einem jeweilige Übergangsbereich zugewandt
sind, konkav gewölbt ausgebildet ist.
5. Haltestruktur nach Anspruch 4, wobei an vorderen Enden der Haltevorsprünge (15) gerade
Abschnitte (18a) ausgebildet sind, die sich senkrecht zu einer von dem Träger aufgespannten
Ebene erstrecken, wobei eine axiale Länge der geraden Abschnitte in einer Richtung
senkrecht zu der von dem Träger aufgespannten Ebene im Bereich 0,1 bis 5,0 mm, bevorzugter
im Bereich 0,1 bis 2,0 mm liegt.
6. Haltestruktur nach Anspruch 4 oder 5, wobei der vorbestimmte Krümmungsradius (r2)
der Übergangsbereiche (8) der Vials im Bereich 1,0 bis 10,0 mm, bevorzugter im Bereich
1,5 bis 4,0 mm liegt, und wobei die Haltevorsprünge (15) so auf die Form der Übergangsbereiche
(8) der Vials (1) abgestimmt sind, dass die Böden (3) oder Standflächen der Vials
(1) aus den Öffnungen oder Aufnahmen (12) des Trägers um eine Distanz heraus ragen,
die im Bereich 0,01 bis 5,0 mm, bevorzugter im Bereich 0,01 bis 2,0 mm liegt, wobei
der Haltevorsprung (15) am unteren Ende einer jeweiligen Öffnung oder Aufnahme (12)
bevorzugt umlaufend ausgebildet ist, oder wobei
am unteren Ende einer jeweiligen Öffnung oder Aufnahme (12) bevorzugt zumindest zwei
Haltevorsprünge (15) unter gleichmäßigen Winkelabständen zueinander ausgebildet sind,
wobei eine Umfangslänge von Unterbrechungen (16) zwischen zwei Haltevorsprüngen (15)
bevorzugt jeweils kleiner ist als eine Umfangslänge der jeweiligen Haltevorsprünge.
7. Haltestruktur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Träger als Halteplatte
(11) ausgebildet ist, in der die Öffnungen (12) ausgebildet sind, wobei an unteren
Enden der Öffnungen die Haltevorsprünge (15) einstückig mit der Halteplatte (11) ausgebildet
sind, insbesondere mittels eines Kunststoff-Spritzgussverfahrens, wobei
bevorzugt Führungselemente (28) auf der Oberseite der Halteplatte (11) entlang von
Rändern der Öffnungen (12) zumindest abschnittsweise vorgesehen sind, die sich senkrecht
zur Oberseite der Halteplatte erstrecken, um eine Berührung von Vials (1), die in
unmittelbar benachbarten Öffnungen abgestützt sind, zu verhindern.
8. Haltestruktur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Öffnungen oder Aufnahmen
(12) so auf einen Außendurchmesser der darin abgestützten Vials (1) abgestimmt sind,
dass oberhalb der Übergangsbereiche (8) der Vials ein radiales Spiel besteht.
9. Haltestruktur (10) mit einer Mehrzahl von Vials (1), die in Öffnungen oder Aufnahmen
(12) der Haltestruktur abgestützt sind, wobei die Vials (1) einen Boden (3), der eine
Standfläche ausbildet, eine zylindrische Seitenwand (2) und einen ringförmigen Übergangsbereich
(8) zwischen der Standfläche und der zylindrischen Seitenwand (2) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die Vials an den Übergangsbereichen (8) außerhalb der Standflächen so abgestützt
sind, dass die Böden oder Standflächen (3) der Vials (1) aus den Öffnungen oder Aufnahmen
(12) der Haltestruktur heraus ragen und von der Unterseite der Haltestruktur (10)
frei zugänglich sind.
10. Haltestruktur (10) mit einer Mehrzahl von Vials (1) nach Anspruch 9, wobei die Haltestruktur
einen Träger (11) aufweist, der eine Oberseite, eine Unterseite, die der Oberseite
gegenüberliegt, und eine Mehrzahl von Öffnungen oder Aufnahmen (12) aufweist, in welche
die Vials zumindest abschnittsweise eingeführt sind, sodass die Vials an dem Träger
(11) abgestützt sind, wobei am unteren Ende einer jeweiligen Öffnung oder Aufnahme
(12) zumindest ein Haltevorsprung (15) radial einwärts in die jeweilige Öffnung oder
Aufnahme (12) hineinragt, sodass die jeweils zugeordneten Vials (1) an den Übergangsbereichen
(8) außerhalb der Standfläche so abgestützt sind, dass die Böden oder Standflächen
(3) der Vials (1) aus den Öffnungen oder Aufnahmen (12) der Haltestruktur heraus ragen
und von der Unterseite der Haltestruktur (11) frei zugänglich sind.
11. Verwendung einer Haltestruktur zum gleichzeitigen Halten einer Mehrzahl von Vials
(1), wobei
die Haltestruktur einen Träger (11) aufweist, der eine Oberseite, eine Unterseite,
die der Oberseite gegenüberliegt, und eine Mehrzahl von Öffnungen oder Aufnahmen (12)
aufweist, zum gleichzeitigen Halten einer Mehrzahl von Vials (1), wobei
die Vials (1) einen Boden (3), der eine Standfläche ausbildet, eine zylindrische Seitenwand
(2) und einen ringförmigen Übergangsbereich (8) zwischen der Standfläche und der zylindrischen
Seitenwand (2) aufweisen, wobei
am unteren Ende einer jeweiligen Öffnung oder Aufnahme (12) zumindest ein Haltevorsprung
(15) radial einwärts in die jeweilige Öffnung oder Aufnahme (12) hineinragt,
bei welcher Verwendung die Vials (1) zumindest abschnittsweise in die Öffnungen oder
Aufnahmen (12) eingeführt werden und der zumindest eine Haltevorsprung (15) mit dem
Übergangsbereich des jeweils zugeordneten Vials (1) zusammenwirkt, sodass die Übergangsbereiche
(8) der Vials (1) außerhalb der Standflächen so abgestützt werden, dass die Böden
oder Standflächen (3) der Vials (1) aus den Öffnungen oder Aufnahmen (12) des Trägers
heraus ragen und von der Unterseite des Trägers (11) frei zugänglich sind.
12. Verfahren zum Behandeln von Vials (1), mit den folgenden Schritten:
Bereitstellen einer Haltestruktur (10) mit einem Träger (11), der eine Oberseite,
eine Unterseite, die der Oberseite gegenüberliegt, und eine Mehrzahl von Öffnungen
oder Aufnahmen (12) aufweist, wobei an unteren Enden der Öffnungen oder Aufnahmen
(12) Haltevorsprünge (15) radial einwärts in die Öffnungen oder Aufnahmen (12) hineinragen;
Bereitstellen einer Mehrzahl von Vials (1), wobei die Vials (1) einen Boden (3), der
eine Standfläche ausbildet, eine zylindrische Seitenwand (2) und einen ringförmigen
Übergangsbereich (8) zwischen der Standfläche und der zylindrischen Seitenwand (2)
aufweisen;
Anordnen der Vials (1) in den Öffnungen oder Aufnahmen (12) der Haltestruktur (10),
sodass die Vials (1) durch Zusammenwirken der Übergangsbereiche mit den Haltevorsprüngen
(15) außerhalb der Standflächen so abgestützt werden, dass die Böden oder Standflächen
(3) der Vials (1) aus den Öffnungen oder Aufnahmen (12) des Trägers heraus ragen und
von der Unterseite des Trägers (11) frei zugänglich sind; und
Behandeln der Vials (1), während diese an der Haltestruktur (10) gehalten und in den
Öffnungen oder Aufnahmen (12) aufgenommen sind; wobei
der Schritt des Behandelns der Vials einen oder mehrere der folgenden Schritte umfasst:
Gefriertrocknen (Lyophilisieren) einer Substanz für pharmazeutische oder medizinische
Anwendungen in den Vials (1); axiales Verstellen der Vials (1) in den Öffnungen oder
Aufnahmen durch Einwirken einer Fluidströmung, die auf die Böden oder obere Enden
der Vials einwirkt; Reinigen von Außenseiten der Vials (1) mittels einer Fluidströmung,
die über ein unteres oder oberes Ende in die Aufnahmen der Haltestruktur einströmt;
Trocknen der Außenseiten der Vials (1) mittels einer Gasströmung, die über ein unteres
oder oberes Ende in die Aufnahmen der Haltestruktur einströmt.
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei der Schritt des Gefriertrocknens (Lyophilisierens)
der Substanz für pharmazeutische oder medizinische Anwendungen in den Vials (1) weiter
umfasst:
Anordnen der Haltestruktur (10) mit den von dieser gehaltenen Vials (1) auf zumindest
einer Kühlfläche (30), sodass die Böden oder Standflächen (3) der Vials unmittelbar
auf der zumindest einen Kühlfläche (30) aufliegen; und
Lyophilisieren der Substanz für pharmazeutische oder medizinische Anwendungen in den
Vials (1);
wobei die Vials (1) während des Lyophilisierens weiterhin in den Öffnungen oder Aufnahmen
(12) aufgenommen sind und die Böden oder Standflächen (3) der Vials unmittelbar auf
der zumindest einen Kühlfläche (30) aufliegen, wobei
bevorzugt die Aufnahmen (12) der Haltestruktur (10) von umlaufend ausgebildeten Seitenwänden
ausgebildet sind, die Vials (1) vollständig in den Aufnahmen aufgenommen sind, wobei
zwischen den Seitenwänden von unmittelbar benachbarten Aufnahmen der Haltestruktur
bevorzugt Zwischenräume ausgebildet sind, in die Kühlfinger (31) hineinragen, die
die Aufnahmen der Haltestruktur zumindest abschnittsweise umgeben, oder wobei
der Träger bevorzugt als Halteplatte (11) ausgebildet ist, in der die Öffnungen (12)
ausgebildet sind, wobei an unteren Enden der Öffnungen die Haltevorsprünge (15) einstückig
mit der Halteplatte (11) ausgebildet sind, wobei die Unterseite der Halteplatte (11)
unmittelbar auf der zumindest einen Kühlfläche (30) aufliegt.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, wobei der Schritt des axialen Verstellens der
Vials (1) in den Aufnahmen durch Einwirken einer Fluidströmung weiter umfasst:
Ausstoßen des Fluides, insbesondere eines Gases, aus Düsen oder Rohren, die unterhalb
der Vials und zentriert mit der jeweiligen Aufnahme angeordnet sind, in einer Richtung
senkrecht zu einer von dem Träger aufgespannten Ebene, sodass das Fluid auf die Böden
oder Standflächen der Vials einwirkt, um diese in den Aufnahmen anzuheben, insbesondere
um eine Distanz, die deutlich kleiner ist als eine axiale Länge der Vials; oder
Ausstoßen des Fluides, insbesondere eines Gases, aus Düsen oder Rohren, die oberhalb
der Vials und zentriert mit der jeweiligen Aufnahme angeordnet sind, in einer Richtung
senkrecht zu einer von dem Träger aufgespannten Ebene, sodass das Fluid auf die oberen
Enden der Vials einwirkt, um diese in den Aufnahmen nach unten zu drücken, insbesondere
aus den Aufnahmen hinaus.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, wobei der Schritt des Reinigens der
Außenseite der Vials (1) mittels der Fluidströmung, weiter umfasst:
Einsprühen eines Fluides, insbesondere einer Reinigungsflüssigkeit, mittels einer
Sprühvorrichtung (43, 42), die unterhalb und/oder oberhalb der Aufnahmen des Trägers
und fluchtend zu diesen angeordnet ist, sodass Außenseiten der Vials (1) durch das
Fluid gereinigt werden, wobei
das Fluid als Flüssigkeit oder Flüssigkeitsnebel von der Unterseite der Haltestruktur
her in die Aufnahmen (12) eingesprüht wird, wobei
die Vials durch das Einsprühen der Flüssigkeit in den Aufnahmen bevorzugt angehoben
werden und bevorzugt vorübergehend nicht auf den Haltevorsprüngen (15) abgestützt
sind.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 15, wobei der Schritt des Trocknens der
Außenseiten der Vials weiter umfasst:
Einsprühen des Gases zumindest von der Unterseite der Haltestruktur her in die Aufnahmen
(12), um die Außenseiten der Vials (1) zu trocknen, wobei die Vials durch das Einsprühen
des Gases von der Unterseite der Haltestruktur in den Aufnahmen angehoben werden und
vorübergehend nicht auf den Haltevorsprüngen (15) abgestützt sind.