[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen eines Zink-Magnesium-Galvannealed-Schmelztauchüberzugs
auf einem Stahlsubstrat, wobei es sich bei dem Stahlsubstrat typischerweise um ein
Stahlflachprodukt handelt. Als "Stahlflachprodukt" werden dabei gewalzte Stahlerzeugnisse,
wie Bänder, Bleche, daraus gewonnene Zuschnitte und Platinen, bezeichnet.
[0002] Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Stahlflachprodukt, das mit einem Zink-Magnesium-Galvannealed-Schmelztauchüberzug
beschichtet ist.
[0003] Ein Verfahren und ein entsprechend beschaffenes Stahlflachprodukt sind aus der
WO 2009/059950 A2 bekannt. Bei dem bekannten Verfahren wird das Stahlflachprodukt bei einer 500 - 900
°C betragenden Glühtemperatur geglüht, anschließend auf eine im Bereich von 360 -
710 °C liegende Badeintrittstemperatur abgekühlt und anschließend durch ein auf eine
Schmelzenbadtemperatur von 350 - 650 °C erwärmtes Zn-Mg-Schmelzenbad geleitet, das
neben Zink und unvermeidbaren Verunreinigungen (in Gew.-%) 4 - 8 % Mg und 0,5 - 1,8
% Al enthält sowie optional eines oder mehrere der folgenden Elemente mit einem unterhalb
der zu jedem dieser Elemente jeweils angegebenen Obergrenze liegenden Gehalt aufweisen
kann: Si: < 2 %, Pb: < 0,1 %, Ti: < 0,2 %, Ni: < 1 %, Cu: < 1 %, Co: < 0,3 %, Mn:
< 0,5 %, Cr: < 0,2 %, Sr: < 0,5 %, Fe: < 3 %, B: < 0,1 %, Bi: < 0,1 %, Cd: < 0,1 %.
Bei dem aus dem Schmelzenbad austretenden Stahlflachprodukt wird die Schichtdicke
des metallischen Überzugs durch Entfernen von überschüssiger Zn-Mg-Schmelze eingestellt.
Das so erhaltene Stahlflachprodukt weist einen Zn-Mg-Al-Überzug auf, der neben Zink
und unvermeidbaren Verunreinigungen (in Gew.-%) Mg: 4 - 8 % und Al 0,5 - 1,8 % sowie
optional eines oder mehrere der folgenden Elemente mit einem unterhalb der zu jedem
dieser Elemente jeweils angegebenen Obergrenze liegenden Gehalte enthält: Si: < 2
%, Pb: < 0,1 %, Ti: < 0,2 %, Ni: < 1 %, Cu: < 1 %, Co: < 0,3 %, Mn: < 0,5 %, Cr: <
0,2 %, Sr: < 0,5 %, Fe: < 3 %, B: < 0,1 %, Bi: < 0,1 %, Cd: < 0,1 %, REM < 0,2 %,
Sn < 0,5 %. Das so beschichtete Stahlflachprodukt ist hervorragend gegen Korrosion
geschützt und weist eine gute Schweißeignung auf.
[0004] JP H03 97840 offenbart ein Verfahren zum Erzeugen eines Zink-Magnesium-Galvannealed-Schmelztauchüberzugs
auf einem aluminiumberuhigten Stahlsubstrat, wobei der Überzug 0,4-0,8 Gew.-% Mn aufweist.
[0005] JP 2001 279412 A offenbart ein Verfahren zum Erzeugen eines ZnMg-Galvannealed-Schmelztauchüberzugs
auf einem hoch-Si Stahlsubstrat.
[0006] JP H06 256925 A offenbart ein mit Zn-Al-Mg beschichtetes Stahlsubstrat mit ultraniedrigem C-Ti-Nb-Gehalt.
[0007] JP 2000 119832 A offenbart ein mit Zn-Al-Mg beschichtetes Stahlsubstrat mit ultraniedrigem C aber
mit hohem Si Gehalt.
[0008] US 2008/142125 A1 offenbart einen mit Zn-Mg-Fe beschichteter IF-Stahl, welches aber nicht Galvannealed
ist.
[0009] Praktische Erfahrungen zeigen, dass es bei einem Galvannealed-Schmelztauchüberzugsystem
auf Grund des in Folge der Galvannealingbehandlung erhöhten Fe-Gehalts im Überzug
zu einem frühzeitigen Auftreten von Eisenkorrosionsprodukten kommt, die die Korrosionsschutzwirkung
beeinträchtigen.
[0010] Vor dem Hintergrund des Standes der Technik bestand die Aufgabe darin, ein Verfahren
zu nennen, dass die Beschichtung von Stahlsubstraten mit einem Galvannealed-Schmelztauchüberzug
erlaubt, der einen verbesserten Korrosionsschutz bietet. Ebenso sollte ein entsprechend
mit einem optimierten Galvannealed-Überzug versehenes Stahlflachprodukt genannt werden.
[0011] In Bezug auf das Verfahren hat die Erfindung diese Aufgabe dadurch gelöst, dass bei
einem solchen Verfahren die in Anspruch 1 angegebenen Arbeitsschritte durchlaufen
werden.
[0012] Ein die voranstehend genannte Aufgabe erfindungsgemäß lösendes Stahlflachprodukt
ist in Anspruch 10 angegeben.
[0013] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben
und werden nachfolgend wie der allgemeine Erfindungsgedanke im Einzelnen erläutert.
[0014] Die Erfindung stellt ein Verfahren zur Herstellung von Stahlprodukten, insbesondere
Stahlflachprodukten, zur Verfügung, die mit einem Schmelztauchüberzug auf Zinkbasis
versehen sind und dabei verbesserte Korrosionsschutzeigenschaften besitzen. Hierzu
wird Magnesium in den Überzug eingebracht. Zur Erhaltung der Verarbeitungseigenschaften
des Galvannealed-Schmelztauchüberzugs ist der maximal zulegierbare Magnesiumgehalt
hierbei limitiert, um das Durchlegierungsverhalten des Galvannealed-Schmelztauchüberzugs
weiterhin sicherzustellen.
[0015] Die bei einem Verfahren zum Schmelztauchbeschichten eines Stahlflachprodukts mit
einem Zn-Mg-Al-Überzug üblicherweise absolvierten, hier nicht im Einzelnen erwähnten
Arbeitsschritte sind in der oben bereits erwähnten
WO 2009/059950 A2 erläutert, deren Inhalt zur Vervollständigung der Offenbarung hiermit durch Bezugnahme
in die vorliegende Anmeldung einbezogen wird.
[0016] Dabei wird erfindungsgemäß in Abweichung zum aus der
WO 2009/059950 A2 bekannten Stand der Technik erfindungsgemäß die Zusammensetzung des Schmelzenbads
so gewählt, dass sich bei der anschließenden Galvannealing-Behandlung ein Galvannealing-Überzug
mit optimalen Gebrauchs- und Korrosionsschutzverhalten einstellt. Ziel der erfindungsgemäßen
Vorgehensweise ist dabei die Erzeugung eines Schmelztauchüberzuges mit einem Galvannealed-Überzug
typischen Fe-Gehalt von 5 - 15 Gew.-%, insbesondere 7 - 15 Gew.-%.
[0017] Demgemäß werden bei einem erfindungsgemäßen Verfahren zum Erzeugen eines Zink-Magnesium-Galvannealed-Schmelztauchüberzugs
auf einem Stahlsubstrat zumindest die folgenden Arbeitsschritte absolviert:
- a) Bereitstellen eines Stahlsubstrats aus einem IF-Stahl,
- b) Schmelztauchbeschichten des Stahlsubstrats in einem an Fe gesättigten, auf eine
Badtemperatur von 350 - 650 °C erwärmten Schmelzenbad, das aus (in Gew.-%) 0,1 - 0,16
% Al, 0,1 - 0,6 % Mg und 0,01 - 0,5 % sowie jeweils optional < 2 % Si, < 0,1 % Pb,
< 0,2 % Ti, < 1 % Ni, < 0,3 % Co, < 0,0001 % Mn, < 0,2 % Cr, < 0,5 % Sr, < 0,1 % Bi,
< 0,1 % Cd oder < 0,5 % Sn und als Rest aus Zink und herstellungsbedingt unvermeidbaren
Verunreinigungen besteht,
- c) Durchführen einer Galvannealing-Behandlung, bei der das schmelztauchbeschichtete
Stahlsubstrat über eine Galvannealingzeit von 10 - 25 s auf einer Galvannealingtemperatur
von 540 800 °C gehalten wird, um auf dem Stahlsubstrat einen Zink-Magnesium-Galvannealed-Schmelztauchüberzug
zu erzeugen, der neben Zink und unvermeidbaren Verunreinigungen (in Gew.-%) 0,10 -
0,5 % Al, 5,0 - 15,0 Fe, 0,10 - 0,8 % Mg sowie optional eines oder mehrere der folgenden
Elemente gemäß folgender Maßgabe hinsichtlich ihrer Gehalte enthält: Si: < 2 %, Pb:
< 0,1 %, Ti: < 0,2 %, Ni: < 1 %, Co: < 0,3 %, Mn: < 0,0001 %, Cr: < 0,2 %, Sr: < 0,5
%, Bi: < 0,1 %, Cd: < 0,1 %, Sn < 0,01 %.
[0018] Die Auswahl der Parameter des erfindungsgemäßen Verfahrens ist wie folgt begründet:
- Al-Gehalt im Schmelzenbad:
Der Al-Gehalt im Schmelzbad beträgt 0,10 - 0,16 Gew.-%, um eine gute Haftung des erfindungsgemäß
erzeugten Überzugs auf dem Stahlsubstrat zu gewährleisten. Die Zugabe von Aluminium
zum Schmelzenbad bewirkt die Bildung einer Fe2A15-Inhibitionsschicht zwischen dem
Grundwerkstoff und dem Überzug. Durch diese Fe2Al5-Inhibitionsschicht wird zum einen
die Haftung des Überzugs am Stahlsubstrat sichergestellt. Zum anderen wird durch die
Fe2A15-Inhibitionsschicht die Diffusion des Eisens aus dem Grundwerkstoff in den Überzug
gehemmt. Die Fe2Al5-Schicht darf nicht zu schwach ausgeprägt sein, weil ansonsten
die Haftung zwischen Substrat und Überzug beeinträchtigt ist. Sie darf aber auch nicht
zu stark ausgeprägt sein, weil ansonsten die Diffusion des Eisens in den Überzug zu
stark behindert wird. Dieser Mechanismus gilt sowohl für die Begrenzung des Al-Gehalts
im Schmelzenbad als auch für die Begrenzung des Al-Gehalts im Überzug. Da Al im Überzug
stärker angelagert wird, als es im Schmelzenbad vorhanden ist, gelten für Bad und
Überzug unterschiedliche Obergrenzen. Die erfindungsgemäß vorgesehenen Al-Gehalte
des Schmelzenbads sind so eingestellt, dass sich ein für die Haftung des Überzugs
optimaler Schichtaufbau ergibt. Übersteigt der Aluminiumgehalt im Schmelzenbad den
oberen Grenzwert von 0,16 Gew.-%, so bildet sich eine deckende Fe2Al5-Inhibitionsschicht zwischen dem Grundwerkstoff und dem Überzug, die so dick ist,
dass kein ordnungsgemäßer Galvannealed-Überzug ausgebildet werden kann. Beträgt der
Aluminiumgehalt weniger als 0,10 Gew.-%, ist keine ausreichende Überzugshaftung gegeben.
Schädliche Einflüsse des Al-Gehalts auf die Ausbildung eines optimalen Galvanealed-Überzugs
können dadurch sicher vermieden werden, dass der Al-Gehalt des Schmelzenbads auf höchstens
0,15 Gew.-% beschränkt wird, wobei die positive Wirkung der Anwesenheit von Al im
Schmelzenbad dann besonders sicher eintritt, wenn der Al-Gehalt mehr als 0,1 Gew.-%
beträgt, also im fachmännischen Sinne eindeutig mehr als 0,1 Gew.-% Al im Schmelzenbad
vorhanden ist.
- Fe-Gehalt im Schmelzenbad:
Das Schmelzenbad sollte an Fe gesättigt sein, damit die Triebkraft für eine Diffusion
von Eisen aus dem Stahlgrundwerkstoff in das Schmelzenbad behindert wird. Die Maßgabe,
dass das Schmelzenbad an Fe gesättigt sein soll, entspricht unter den hier im Übrigen
geltenden Vorgaben in der Praxis einem Fe-Gehalt im Schmelzenbad von 0,01 - 0,5 Gew.-%.
Beträgt der Eisengehalt im Schmelzbad weniger als 0,01 %, kann Eisen aus dem Stahlgrundwerkstoff
in das Schmelzenbad diffundieren. Dies schädigt die Struktur des Grundwerkstoffes.
Die Obergrenze des Fe-Gehaltes im Schmelzenbad ist durch die Löslichkeitsgrenze des
Eisens im Schmelzenbad bestimmt. Wird dieser Gehalt überschritten, kann es zur vermehrten
Schlackebildung durch ausfallende Eisenphasen kommen.
- Mg-Gehalt im Schmelzenbad:
Der Mg-Gehalt im Schmelzenbad beträgt 0,10 - 0,6 Gew.-%. Die Obergrenze von 0,6 Gew.-%
gilt dabei, um ein Durchlegieren des Überzugs bei technisch und wirtschaftlich günstigen
Galvannealingtemperaturen von bis zu 800 °C zu erzielen. Besonders praxisgerecht erweist
es sich in dieser Hinsicht, wenn der Mg-Gehalt des Schmelzenbads auf bis zu 0,4 Gew.-%
beschränkt ist. Bei Gehalten von weniger als 0,1 Gew.-% tritt jedoch die durch die
Mg-Zugabe zum Schmelzenbad angestrebte Verbesserung des Korrosionsschutzes nur unzureichend
ein. Deshalb kann es vorteilhaft sein, dem Schmelzenbad im fachmännischen Sinne eindeutig
mehr als 0,1 Gew.-% zuzugeben.
- Übrige im Schmelzenbad vorhandene Elemente:
Der beim erfindungsgemäß vorgesehenen Schmelzenbad nicht von den Gehalten an Al, Fe
und Mg eingenommene Rest besteht aus Zink, wobei im Schmelzenbad jeweils optional
(in Gew.-%) weniger als 2 % Si, weniger als 0,1 % Pb, weniger als 0,2 % Ti, weniger
als 1 % Ni, weniger als 1 % Cu, weniger als 0,3 % Co, weniger als 0,0001 % Mn, weniger
als 0,2 % Cr, weniger als 0,5 % Sr, weniger als 0,1 % B, weniger als 0,1 % Bi, weniger
als 0,1 % Cd, weniger als 0,2 % REM und weniger als 0,5 % Sn vorhanden sein können.
Diese optional vorhandenen Elemente sind in Form von herstellungsbedingt unvermeidbaren,
jedoch im Hinblick auf das Verhalten des Schmelzenbads und den aus ihm zu erzeugenden
Überzug unwirksamen Verunreinigungen anwesend oder können zur Einstellung bestimmter
Eigenschaften des Überzugs gezielt zugegeben werden. Bemerkenswert ist dabei, dass
der Mn-Gehalt des Schmelzenbads in jedem Fall auf einen Höchstwert beschränkt ist,
bei dem Mn im technischen Sinne nicht im Schmelzenbad vorhanden ist und als solches
keinerlei Wirkung entfaltet.
- Schmelzenbadtemperatur TB:
Die Schmelzenbadtemperatur TB sollte 350 - 650 °C betragen. Bei Temperaturen unter
350 °C beginnt das Schmelzenbad zu erstarren und das Stahlsubstrat kann nicht mehr
beschichtet werden. Bei Temperaturen größer als 650 °C kommt es verstärkt zur Verdampfung
von Zink. Dies ist gesundheitsgefährdend und führt zur Verschmutzung der Beschichtungsanlagen.
Als besonders praxisgerecht haben sich Schmelzenbadtemperaturen von mindestens 430
°C erwiesen. Ab einer Schmelzenbadtemperatur von mindestens 430 °C kann ein optimal
flüssiges Schmelzenbad garantiert werden, mit dem sich auf dem jeweiligen Stahlsubstrat
Überzüge mit optimierten Ablaufeigenschaften und ebenso optimierter Oberflächenqualität
sowie Gleichmäßigkeit der Überzugsdicke erzielen lassen. Indem die Schmelzenbadtemperatur
auf 490 °C begrenzt wird, lassen sich zudem der Zinkverlust durch Verdampfen, die
Umweltgefährdung und die Verschmutzung auf ein Minimum reduzieren. Optimale Schmelzenbadtemperaturen
des erfindungsgemäß vorgesehenen Zn-Mg-Al-Fe-Schmelzenbades liegen dementsprechend
im Bereich von 430 - 490 °C.
- Galvannealingtemperatur TG:
Die Galvannealingtemperatur TG soll beim erfindungsgemäßen Verfahren 540 - 800 °C
betragen. Um die Eisendiffusion aus dem Stahlsubstrat in den Schmelztauchüberzug zu
aktivieren, soll die Galvannealingtemperatur TG auf mindestens 540 °C eingestellt
werden. Bei Temperaturen über 800 °C besteht dagegen die Gefahr eines verstärkten
Abdampfens der Zinkschicht. Diese unerwünschte Wirkung kann dadurch besonders sicher
vermieden werden, dass die Galvannealingtemperatur TG auf höchstens 720 °C beschränkt
wird. Versuche haben gezeigt, dass bei den erfindungsgemäß im Schmelzenbad vorgesehenen
Mg-Gehalten die Temperaturspanne von 540 - 720 °C optimal ist, wenn die Galvannealingzeiten
entsprechend der hier anschließend erläuterten Weise gewählt werden. Es hat sich herausgestellt,
dass sich mit Galvannealing-Temperaturen von 540 - 720 °C besonders sicher Zeta-Phasen-freie
Überzüge erzeugen lassen.
- Galvannealingzeit:
Die Galvannealingzeit, also die Zeit, über die das mit der Schmelztauchbeschichtung
versehene Stahlflachprodukt bei der Galvannealingtemperatur gehalten wird, beträgt
10 - 25 s. Die Galvannealingzeit muss mindestens 10 s betragen, um den erfindungsgemäß
vorgesehenen Mindestgehalt an Fe im Überzug und die damit einhergehende Ausbildung
der charakteristischen Galvannealingüberzugsphasen zu erreichen. Um dies betriebssicher
zu gewährleisten, kann eine Galvannealingzeit von mindestens 12 s vorgesehen werden.
Gleichzeitig soll erfindungsgemäß die Galvannealingzeit 25 s nicht überschreiten,
um ein Überlegieren des Überzuges, d.h. einen Anstieg der Fe-Gehalte des Überzugs
auf Werte von mehr als 15 Gew.-%, zu vermeiden. Die Galvannealingzeit ist innerhalb
der erfindungsgemäß vorgegebenen Grenzen prinzipiell variabel und kann durch die Geschwindigkeit
beeinflusst werden, mit der das jeweils beschichtete Stahlsubstrat durch die Galvannealing-Behandlung
geleitet wird.
Ein überlegierter Überzug würde keine ausreichende Korrosionsschutzwirkung mehr ergeben.
Um eine Überlegierung besonders sicher zu vermeiden, kann die Galvannealingzeit auf
höchstens 24 s beschränkt werden. Überzüge mit optimalen Eigenschaften lassen sich
zielsicher auf wirtschaftliche Weise erzeugen, wenn die Galvannealingzeit 12 - 24
s und die Galvannealingtemperatur 540 - 720 °C beträgt.
- Schichtdicke des erhaltenen Überzugs:
Die Schichtdicke des erfindungsgemäß erzeugten metallischen Überzuges beträgt typischerweise
3 - 20 µm. Bei in diesem Bereich liegenden Schichtdicken werden bei optimalen Gebrauchseigenschaften
und Verformungsverhalten des erfindungsgemäß beschichteten Stahlsubstrats ein ebenso
optimaler Korrosionsschutz erzielt.
- Durchlegierungsgrad des erhaltenen Überzugs:
Grundsätzlich gilt, dass der Durchlegierungsgrad über den Fe-Gehalt im Überzug definiert
ist. Der Überzug gilt als durchlegiert, wenn der Eisengehalt im Überzug 9 Gew.-% oder
mehr beträgt, wogegen er als "überlegiert" anzusehen ist, wenn der Fe-Gehalt im Überzug
größer als 15 Gew.-% ist.
- Al-Gehalt im Überzug:
Der Al-Gehalt im Überzug beträgt 0,10 - 0,5 Gew.-%. Derartige Al-Gehalte sind zur
Sicherstellung der Überzugshaftung notwendig und stellen sich in Folge des erfindungsgemäß
vorgesehenen Al-Gehalts des Schmelzenbades ein. Die im Überzug gebildete Fe2-Al5-Inhibitionsschicht sorgt für eine gute Haftung des Überzuges und verbessert das Umformverhalten.
Der höhere Gehalt im Überzug im Vergleich zum Schmelzenbad liegt ebenfalls in der
Fe2-Al5-Inhibitionsschicht begründet, da hier vermehrt Al aus dem Bad in Reaktion mit dem
Fe aus dem Stahl angelagert wird. Beträgt der Aluminium-Gehalt im Überzug weniger
als 0,10 Gew.-%, bildet sich eine nicht ausreichende Fe2Al5-Inhibitionsschicht aus,
die für eine ausreichende Haftung erforderlich ist. Ist der Aluminium-Gehalt im Überzug
größer als 0,5 Gew.-%, bildet sich eine Fe2Al5- Inhibitionsschicht aus, die so dick
ist, dass die Eisen-Diffusion in den Überzug so stark gehemmt ist, dass kein ordnungsgemäßer
Galvannealed-Überzug ausgebildet werden kann.
- Fe-Gehalt im erhaltenen Überzug:
Der Fe-Gehalt im Überzug beträgt 5,0 - 15,0 Gew.-%. Um als Galvannealed-Überzug zu
gelten, muss der Eisengehalt im Überzug bei üblicher Produktion mindestens 5,0 Gew.-%
betragen. Von einer "Durchlegierung" kann, wie voranstehend erläutert, ausgegangen
werden, wenn der Eisengehalt des Überzugs mindestens 9 Gew.-% beträgt. Vorteilhafterweise
liegt der Fe-Gehalt bei einem erfindungsgemäß mit einem Schmelztauchüberzug beschichteten
Stahlflachprodukt bei 9,0 - 13,0 Gew.-%.
- Mg-Gehalt im erhaltenen Überzug:
Der Mg-Gehalt im Überzug soll 0,10 - 0,8 Gew.-% betragen. Bei diesem Mg-Gehalt wird
ein im Vergleich zu einem Standard-Galvannealed-Überzug ohne Mg verbesserter Korrosionsschutz
erreicht werden. Beträgt der Mg-Gehalt im Überzug weniger als 0,10 Gew.-%, so ist
keine Verbesserung des Korrosionsschutzes feststellbar. Beträgt der Mg-Gehalt im Überzug
mehr als 0,8 %, müssen die notwendigen Galvannealing-Temperaturen soweit erhöht werden,
dass die Durchführung auf konventionell verfügbaren Produktionsanlagen technisch und
wirtschaftlich nicht mehr vernünftig darstellbar ist. Durch die Bildung von Zn-Mg-Phasen
wird Mg mit höheren Anteilen in den Überzug eingebaut als es im Schmelzenbad gelöst
ist. Dieser Effekt entspricht den oben bereits im Zusammenhang mit dem Al-Gehalt eines
erfindungsgemäß beschaffenen Überzugs erläuterten Vorgängen.
- Übrige im erhaltenen Überzug vorhandene Elemente:
Der Hauptbestandteil des erfindungsgemäß erzeugten Überzugs ist Zink. Zusätzlich können
neben den schon erwähnten Hauptlegierungselementen Al, Mg und Fe im Überzug die herstellungsbedingt
unvermeidbaren Verunreinigungen sowie optional eines oder mehrere der folgenden Elemente
mit einem jeweils unterhalb der zu jedem dieser Elemente jeweils angegebenen Obergrenze
liegenden Gehalt vorhanden sein (in Gew.-%): Si: < 2 %, Pb: < 0,1 %, Ti: < 0,2 %,
Ni: < 1 %, Co: < 0,3 %, Mn: < 0,0001 %, Cr: < 0,2 %, Sr: < 0,5 %, Bi: < 0,1 %, Cd:
< 0,1 %, Sn < 0,01 %. Entsprechend den Bemerkungen, die voranstehend schon zu den
übrigen im Schmelzenbad vorhandenen Elementen gemacht worden sind, können die betreffenden
Elemente im Sinne von Verunreinigungen in legierungstechnisch unwirksamen Gehalten
vorliegen oder bei erhöhten Gehalten gezielt zur Einstellung bestimmter Eigenschaften
des Überzugs zugegeben werden. Die Gehalte an Mn sind dabei jeweils so gering zu halten,
dass sie keine Wirkung entfalten. Auch Ca, Be oder Li sind in einem erfindungsgemäßen
Überzug lediglich als Verunreinigungen zugelassen, wobei die Gehalte an Ca, Be und
Li auf jeweils weniger als 0,0001 Gew.-% begrenzt sind.
[0019] Grundsätzlich kann es sich bei dem erfindungsgemäß verarbeiteten Stahlsubstrat um
ein beliebiges Stahlbauteil, wie beispielsweise ein Stahlprofil oder desgleichen,
handeln. Besonders gut eignet sich die Erfindung jedoch für die Verarbeitung von Stahlflachprodukten
als Stahlsubstrat, da solche Stahlflachprodukte auf in der Praxis etablierten Anlagen
mit hoher Wirtschaftlichkeit in erfindungsgemäßer Weise prozessiert werden können.
Insbesondere eignen sich hierzu Anlagen, die vom jeweiligen Stahlflachprodukt in grundsätzlich
bekannter Weise im kontinuierlichen Durchlauf absolviert werden.
[0020] Die Anwendung der Erfindung ist auf Stahlprodukte beschränkt, die aus einem IF-Stahl
bestehen, die sich mit einem Zn-Mg-Al-Galvannealed-Überzug der erfindungsgemäß zu
erzeugenden Art beschichten lassen. Eine Auswahl von für diese Stähle beispielhaften
Legierungsvorschriften u.a. in Tabelle 6 zusammengefasst.
[0021] Den voranstehenden Erläuterungen entsprechend weist ein erfindungsgemäßes Stahlflachprodukt
einen Zink-Magnesium-Galvannealed-Schmelztauchüberzug auf, der aus (in Gew.-%)
Al: 0,10 - 0,5 %
Fe: 5,0 - 15,0 %
Mg: 0,10 - 0,8 %
optional aus einem oder mehreren der folgenden Elemente gemäß folgender Maßgabe hinsichtlich
ihrer Gehalte
Si: < 2 %,
Pb: < 0,1 %,
Ti: < 0,2 %,
Ni: < 1 %,
Co: < 0,3 %,
Mn: < 0,0001 %,
Cr: < 0,2 %,
Sr: < 0,5 %,
Bi: < 0,1 %,
Cd: < 0,1 %,
Sn: < 0,01 %,
und als Rest aus Zink und unvermeidbaren sonstigen Verunreinigungen besteht, wobei
der Überzug frei von Zeta-Phase ist und wobei das Stahlflachprodukt aus einem IF-Stahl
besteht.
[0022] Als besonderes Produktmerkmal hervorzuheben ist, dass sich auf erfindungsgemäße Weise
in der voranstehend definierten erfindungsgemäßen Art beschaffene Überzüge erzeugen
lassen, die frei von Zeta-Phasen sind und daher beim Umformen geringeren Abrieb zeigen.
[0023] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Die Figuren zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines von erfindungsgemäßen Stahlflachprodukt-Proben
durchlaufenen Glühzyklus;
- Fig. 2
- ein Diagramm, in dem beispielhaft die Verschiebung der Stromdichtepotentialkurve von
aus einem IF-Stahl der in Tabelle 1 angegebenen Variante 2 bestehenden Stahlflachprodukt-Proben
dargestellt ist, die in erfindungsgemäßer Weise mit Galvannealed-Überzügen mit ansteigendem
Mg-Gehalt versehen sind.
[0024] Es sind aus IF-Stählen der in Tabelle 1 angegebenen Varianten 1 und 2 bestehende,
kaltgewalzte Stahlflachprodukt-Proben bereitgestellt worden.
[0025] Die entsprechend zusammengesetzten Stahlflachprodukt-Proben sind in an sich bekannter,
in der
WO 2009/059950 A2 näher beschriebenen Weise für die Schmelztauchbeschichtung vorbereitet worden.
[0026] Wie in Fig. 1 schematisch dargestellt, haben die Proben dabei nach einer Entfettung
im kontinuierlichen Durchlauf zunächst eine Wärmebehandlung durchlaufen, bei der sie
rekristallisierend geglüht worden sind, um anschließend mit einer bestimmten Einlauftemperatur
TE ein Schmelzenbad zu durchlaufen. Dabei sind in unterschiedlichen Versuchen verschiedene
Schmelzenbäder zum Einsatz gekommen, deren Zusammensetzung in Tabelle 2 angegeben
ist. Die Schmelzenbadtemperatur betrug jeweils 460 °C.
[0027] Beim Austritt aus dem Schmelzenbad ist die Dicke des auf der jeweiligen Probe nun
vorhandenen Schmelztauchüberzugs in an sich ebenfalls bekannter Weise (
WO 2009/059950 A2) auf jeweils 7 µm eingestellt worden.
[0028] Anschließend haben die Proben eine Galvannealing-Behandlung absolviert, bei der sie
über eine Galvannealingzeit tG bei einer Galvannealingtemperatur TG gehalten worden
sind.
[0029] Nach dem Abkühlen sind die Al-, Mg- und Fe-Gehalte der auf den Proben nach der Galvannealing-Behandlung
vorhandenen Galvannealing-Überzüge bestimmt worden. Die Ergebnisse dieser Untersuchung
und die Galvannealing-Parameter "Galvannealingzeit tG" und "Galvannealingtemperatur
TG" sind in Tabelle 3 angegeben
[0030] Es zeigt sich, dass sich im Rahmen der Erfindung bei Auswahl einer geeigneten Galvannealing-Temperatur
TG in Abhängigkeit vom Mg-Gehalt Galvannealed-Schmelztauchüberzüge erzeugen lassen,
die erfindungsgemäße Fe-Gehalte von 8 - 15 Gew.-% bei Mg-Gehalten von 0,1 - 0,5 Gew.-%
besitzen.
[0031] Die Analytik zur Untersuchung der metallischen Beschichtungen wurde mittels ICP-OES
nach DIN-EN-Iso-11885 durchgeführt.
[0032] In weiteren Versuchen wurde der Einfluss des Magnesiumgehaltes des jeweils verwendeten
Schmelzenbades auf die Legierungsbildung und die Korrosionsschutzeigenschaften an
den Proben untersucht, die aus dem IF-Stahl Variante 1 und dem IF-Stahl Variante 2
bestanden. Die Gehalte Al
Bad und Mg
Bad an Al und Mg des jeweils eingesetzten Schmelzenbades, die Galvannealingtemperatur
TG und das Vorhandensein von Zeta-Phasen (ζ) sind für die aus dem IF-Stahl Variante
1 bestehenden Proben in Tabelle 4 und für die aus dem IF-Stahl Variante 2 bestehenden
Proben in Tabelle 5 angegeben. Zusätzlich ist in den Tabellen 4 und 5 noch vermerkt,
ob es jeweils zu einer Durchlegierung des Überzugs und zu einer Verbesserung des Korrosionsschutzverhaltens
gekommen ist.
[0033] Proben 5 und 6 sind keine erfinderische Beispiele, weil die Galvannealingtemperatur
unter 540 °C liegt. Demzufolge sind die Überzüge dieser Proben nicht frei von Zeta-Phase(n).
[0034] Das Vorliegen von Zeta-Phasen (ζ) wurde mittels XRD-Messungen (Röntgendiffraktometrie)
untersucht.
Tabelle 1
| Stahl |
C |
Si |
Mn |
P |
S |
Al |
N |
Ti |
| IF-Stahl Variante 1 |
0,0016 |
0,019 |
0,14 |
0,008 |
0,007 |
0,029 |
0,0025 |
0,075 |
| IF- Stahl Variante 2 |
0,0024 |
0,076 |
0,13 |
0,010 |
0,008 |
0,022 |
0,0025 |
0,068 |
| Gehaltsangaben in Gew.-%, Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen |
Tabelle 2
| |
Al |
Fe |
Mg |
Erfindungsgemäß |
| ZF |
0,129 |
0,031 |
- |
NEIN |
| ZF-Mg0,057% |
0,144 |
0,028 |
0,057 |
NEIN |
| ZF-Mg0,100% |
0,125 |
0,029 |
0,100 |
JA |
| ZF-Mg0,189% |
0,140 |
0,029 |
0,189 |
JA |
| ZF-Mg0,449% |
0,136 |
0,019 |
0,449 |
JA |
| Gehaltsangaben in Gew.-%, Rest Zink und unvermeidbare Verunreinigungen |
Tabelle 3
| Probennr. |
Stahl |
tG [s] |
TG [°C] |
Schmelzenbad |
Überzug |
Erfindungsgemäß? |
| Al |
Fe |
Mg |
| 1 |
IF-Stahl Variante 1 |
15 |
540 |
ZF (Referenz) |
0,22 |
9,09 |
<0,01 |
NEIN |
| 2 |
IF-Stahl Variante 2 |
15 |
540 |
ZF (Referenz) |
0,26 |
11,58 |
<0,01 |
NEIN |
| 3 |
IF-Stahl Variante 1 |
10 |
540 |
ZF-Mg0,057% |
0,18 |
7,88 |
0,04 |
NEIN |
| 4 |
IF-Stahl Variante 2 |
10 |
540 |
ZF-Mg0,057% |
0,28 |
12,57 |
0,04 |
NEIN |
| 5 |
IF-Stahl Variante 1 |
10 |
500 |
ZF-Mg0,100% |
0,31 |
8,18 |
0,10 |
|
| 6 |
IF-Stahl Variante 2 |
10 |
500 |
ZF-Mg0,100% |
0,29 |
11,17 |
0,11 |
|
| 7 |
IF-Stahl Variante 1 |
15 |
560 |
ZF-Mg0,100% |
0,30 |
11,13 |
0,12 |
JA |
| 8 |
IF-Stahl Variante 2 |
15 |
560 |
ZF-Mg0,100% |
0,29 |
13,35 |
0,10 |
JA |
| 9 |
IF-Stahl Variante 1 |
20 |
600 |
ZF-Mg0, 100% |
0,30 |
14,23 |
0,13 |
JA |
| 10 |
IF-Stahl Variante 2 |
20 |
600 |
ZF-Mg0,100% |
0,26 |
14,08 |
0,12 |
JA |
| 11 |
IF-Stahl Variante 1 |
15 |
580 |
ZF-Mg0,189% |
0,47 |
9,65 |
0,19 |
JA |
| 12 |
IF-Stahl Variante 2 |
15 |
580 |
ZF-Mg0,189% |
0,42 |
13,07 |
0,17 |
JA |
| 13 |
IF-Stahl Variante 1 |
15 |
620 |
ZF-Mg0,189% |
0,44 |
11,98 |
0,18 |
JA |
| 14 |
IF-Stahl Variante 2 |
30 |
620 |
ZF-Mg0,189% |
0,48 |
16,73 |
0,17 |
NEIN |
| 15 |
IF-Stahl Variante 1 |
15 |
650 |
ZF-Mg0, 189% |
0,47 |
13,78 |
0,17 |
JA |
| 16 |
IF-Stahl Variante 2 |
30 |
650 |
ZF-Mg0,189% |
0,43 |
16,93 |
0,17 |
NEIN |
| 17 |
IF-Stahl Variante 1 |
15 |
660 |
ZF-Mg0,449% |
0,30 |
14,61 |
0,40 |
JA |
| 18 |
IF-Stahl Variante 2 |
15 |
660 |
ZF-Mg0,449% |
0,21 |
10,95 |
0,39 |
JA |
| 19 |
IF-Stahl Variante 1 |
20 |
680 |
ZF-Mg0,449% |
0,23 |
13,20 |
0,38 |
JA |
| 20 |
IF-Stahl Variante 2 |
20 |
680 |
ZF-Mg0,449% |
0,22 |
12,25 |
0,39 |
JA |
| 21 |
IF-Stahl Variante 1 |
30 |
720 |
ZF-Mg0,449% |
0,32 |
21,33 |
0,48 |
NEIN |
| 22 |
IF-Stahl Variante 2 |
15 |
720 |
ZF-Mg0,449% |
0,24 |
15,00 |
0,38 |
JA |
Tabelle 4 - Probenmaterial: IF-Stahl Variante 1
| Probe |
AlBad [Gew.-%] |
MgBad [Gew.-%] |
TGalvannealing [°C] |
ζ |
Überzugsdurchlegierung |
Verbessertes Korrosionsschutzverhalten |
| 1 |
0,129 |
- |
540 |
+ |
Ja |
Referenz |
| 3 |
0,144 |
0,057 |
540 |
+ |
Unvollständig |
Nein |
| 5 |
0,125 |
0,100 |
500 |
+ |
Unvollständig |
Ja |
| 7 |
0,125 |
0,100 |
560 |
- |
Ja |
Ja |
| 9 |
0,125 |
0,100 |
600 |
- |
Ja |
Ja |
| 11 |
0,140 |
0,189 |
580 |
- |
Ja |
Ja |
| 13 |
0,140 |
0,189 |
620 |
- |
Ja |
Ja |
| 15 |
0,140 |
0,189 |
650 |
- |
Ja |
Ja |
| 17 |
0,136 |
0,449 |
660 |
- |
Ja |
Ja |
| 19 |
0,136 |
0,449 |
680 |
- |
Ja |
Ja |
| 21 |
0,136 |
0,449 |
720 |
- |
Überlegiert |
Nein |
Tabelle 5 - Probenmaterial: IF-Stahl Variante 2
| Probe |
AlBad [Gew.-%] |
MgBad [Gew.-%] |
TGalvannealing [°C] |
ζ |
Überzugsdurchlegierung |
Verbessertes Korrosionsschutzverhalten |
| 2 |
0,129 |
- |
540 |
+ |
Ja |
Referenz |
| 4 |
0,144 |
0,057 |
540 |
+ |
Ja |
Nein |
| 6 |
0,125 |
0,100 |
500 |
+ |
Ja |
Ja |
| 8 |
0,125 |
0,100 |
560 |
- |
Ja |
Ja |
| 10 |
0,125 |
0,100 |
600 |
- |
Ja |
Ja |
| 12 |
0,140 |
0,189 |
580 |
- |
Ja |
Ja |
| 14 |
0,140 |
0,189 |
620 |
- |
Überlegiert |
Nein |
| 16 |
0,140 |
0,189 |
650 |
- |
Überlegiert |
Nein |
| 18 |
0,136 |
0,449 |
660 |
- |
Ja |
Ja |
| 20 |
0,136 |
0,449 |
680 |
- |
Ja |
Ja |
| 22 |
0,136 |
0,449 |
720 |
- |
Ja |
Ja |
Tabelle 6
| |
C |
Si |
Mn |
P |
S |
Al |
N |
Cu |
Cr |
Ni |
Mo |
Ti |
Nb |
B |
Sn |
| Weiche IF-Stähle |
min |
0,001 |
0,01 |
0,05 |
0 |
0 |
0,005 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0,03 |
0 |
0 |
0 |
| max |
0,006 |
0,12 |
0,15 |
0,018 |
0,018 |
0,06 |
0,006 |
0,11 |
0,1 |
0,1 |
0,02 |
0,11 |
0,02 |
0,0008 |
0,03 |
| Höherfeste IF-Stähle |
min |
0 |
0,04 |
0,15 |
0,025 |
0 |
0,02 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0,03 |
0 |
0 |
0 |
| max |
0,004 |
0,14 |
0,9 |
0,075 |
0,012 |
0,045 |
0,004 |
0,08 |
0,06 |
0,02 |
0,02 |
0,065 |
0,035 |
0,0013 |
0,02 |
| Bake-Hardening-Stähle |
min |
0 |
0 |
0,15 |
0,012 |
0 |
0,015 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
| max |
0,08 |
0,17 |
0,45 |
0,051 |
0,012 |
0,075 |
0,004 |
0,09 |
0,06 |
0,06 |
0,02 |
0,017 |
0,012 |
0,0035 |
0,015 |
| Mikrolegierte Stähle |
min |
0,055 |
0,03 |
0,1 |
0 |
0 |
0,02 |
0 |
- |
- |
- |
- |
0 |
0,0005 |
0 |
0 |
| max |
0,18 |
0,48 |
1,6 |
0,025 |
0,012 |
0,07 |
0,0085 |
- |
- |
- |
- |
0,033 |
0,055 |
0,0005 |
0,03 |
| Mehrphasenstähle |
min |
0,02 |
0 |
1,2 |
0 |
0 |
0,02 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
| max |
0,165 |
1,6 |
2,65 |
0,02 |
0,003 |
1,55 |
0,008 |
0,12 |
0,75 |
0,1 |
0,28 |
0,13 |
0,043 |
0,002 |
0,03 |
1. Verfahren zum Erzeugen eines Zink-Magnesium-Galvannealed-Schmelztauchüberzugs auf
einem Stahlsubstrat, umfassend folgende Arbeitsschritte:
a) Bereitstellen eines Stahlsubstrats bestehend aus einem IF-Stahl,
b) Schmelztauchbeschichten des Stahlsubstrats in einem an Fe gesättigten, auf eine
Badtemperatur von 350 - 650 °C erwärmten Schmelzenbad, das aus (in Gew.-%) 0,10 -
0,16 % Al, 0,1 - 0,6 % Mg und 0,01 - 0,5 % Fe sowie jeweils optional < 2 % Si, < 0,1
% Pb, < 0,2 % Ti, < 1 % Ni, < 0,3 % Co, < 0,0001 % Mn, < 0,2 % Cr, < 0,5 % Sr, < 0,1
% Bi, < 0,1 % Cd, < 0,5 % Sn und als Rest aus Zink und herstellungsbedingt unvermeidbaren
Verunreinigungen besteht,
c) Durchführen einer Galvannealing-Behandlung, bei der das schmelztauchbeschichtete
Stahlsubstrat über eine Galvannealingzeit von 10 - 25 s auf einer Galvannealingtemperatur
von 540 - 800 °C gehalten wird, um auf dem Stahlsubstrat einen Zink-Magnesium-Galvannealed-Schmelztauchüberzug
zu erzeugen, der neben Zink und unvermeidbaren Verunreinigungen (in Gew.-%) 0,10 -
0,5 % Al, 5,0 - 15,0 % Fe, 0,10 - 0,8 % Mg sowie optional eines oder mehrere der folgenden
Elemente gemäß folgender Maßgabe hinsichtlich ihrer Gehalte enthält: Si: < 2 %, Pb:
< 0,1 %, Ti: < 0,2 %, Ni: < 1 %, Co: < 0,3 %, Mn: < 0,0001 %, Cr: < 0,2 %, Sr: < 0,5
%, Bi: < 0,1 %, Cd: < 0,1 %, Sn < 0,01 %.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Al-Gehalt des Schmelzenbads höchstens 0,15 Gew.-% beträgt.
3. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Mg-Gehalt des Schmelzenbades höchstens 0,4 Gew.-% beträgt.
4. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Badtemperatur des Schmelzenbades 430 - 490 °C beträgt.
5. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Galvannealingtemperatur 540 - 720 °C beträgt.
6. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Galvannealingzeit 12 - 24 s beträgt.
7. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlsubstrat ein Stahlflachprodukt ist.
8. Stahlflachprodukt, das einen Zink-Magnesium-Galvannealed-Schmelztauchüberzug aufweist,
der aus (in Gew.-%)
Al: 0,10 - 0,5 %
Fe: 5,0 - 15,0 %
Mg: 0,10 - 0,8 %
optional aus einem oder mehreren der folgenden Elemente gemäß folgender Maßgabe hinsichtlich
ihrer Gehalte
Si: < 2 %,
Pb: < 0,1 %,
Ti: < 0,2 %,
Ni: < 1 %,
Co: < 0,3 %,
Mn: < 0,0001 %,
Cr: < 0,2 %,
Sr: < 0,5 %,
Bi: < 0,1 %,
Cd: < 0,1 %,
Sn: < 0,01 %,
und als Rest aus Zink und unvermeidbaren sonstigen Verunreinigungen besteht, wobei
der Überzug frei von Zeta-Phase ist und wobei das Stahlflachprodukt aus einem IF-Stahl
besteht.
1. Process for producing a galvannealed zinc-magnesium hot dip coating on a steel substrate,
comprising the following work steps:
a) providing a steel substrate comprising an IF steel,
b) hot dip coating of the steel substrate in an Fe-saturated melt bath heated to a
bath temperature of 350-650°C, consisting of (in wt.-%) 0.10-0.16 % Al, 0.1-0.6% Mg
and 0.01-0.5% Fe and in each case optionally < 2% Si, < 0.1% Pb, < 0.2% Ti, < 1 %
Ni, 0.3% Co, < 0.0001% Mn, < 0.2% Cr, < 0.5% Sr, < 0.1 % Bi, < 0.1% Cd and < 0.5%
Sn, the remainder being zinc and unavoidable impurities from the production, and
c) performing a galvannealing treatment in which the hot dip-coated steel substrate
is kept at a galvannealing temperature of 540-800°C for a galvannealing time of 10-25
s in order to produce a galvannealed zinc-magnesium hot dip coating on the steel substrate,
comprising in addition to zinc and unavoidable impurities (in wt.-%) 0.10-0.5% Al,
5.0-15.0% Fe, 0.10-0.8% Mg and optionally one or more of the following elements with
the following proviso regarding their contents: Si: < 2%, Pb: < 0.1%, Ti: < 0.2%,
Ni: < 1%, Co: < 0.3%, Mn: < 0.0001%, Cr: < 0.2%, Sr: < 0.5%, Bi: < 0.1%, Cd:< 0.1%,
Sn < 0.01%.
2. Process according to claim 1, characterised in that the Al content of the melt bath is not more than 0.15 wt.-%.
3. Process according to either of the preceding claims, characterised in that the Mg content of the melt bath is not more than 0.4 wt.-%.
4. Process according to any one of the preceding claims, characterised in that the bath temperature of the melt bath is 430 - 490°C.
5. Process according to any one of the preceding claims, characterised in that the galvannealing temperature is 540-720°C.
6. Process according to any one of the preceding claims, characterised in that the galvannealing time is 12-24 s.
7. Process according to any one of the preceding claims, characterised in that the steel substrate is a flat steel product.
8. Flat steel product having a galvannealed zinc-magnesium hot dip coating, consisting
of (in wt.-%)
Al: 0.10-0.5%,
Fe: 5.0-15.0%,
Mg: 0.10-0.8%,
and optionally of one or more of the following elements with the following proviso
regarding their contents:
Si: < 2%,
Pb: < 0.1%,
Ti: < 0.2%,
Ni: < 1%,
Co: < 0.3%,
Mn: < 0.0001 %,
Cr: < 0.2%,
Sr: < 0.5%,
Bi: < 0.1%,
Cd: < 0.1%,
Sn: < 0.01%,
the remainder being zinc and unavoidable other impurities, wherein the coating is
free of zeta phase and wherein the flat steel product comprises an IF steel.
1. Procédé de production d'un revêtement par immersion à chaud, galvanisé à base de zinc-magnésium,
sur un substrat en acier, comportant les étapes de travail suivantes :
a) Mise à disposition d'un substrat en acier étant composé d'un acier IF,
b) Revêtement par immersion à chaud du substrat en acier dans un bain fondu saturé
en Fe, chauffé à une température d'immersion de 350 - 650 °C, constitué de (en % massique)
0,10 - 0,16 % de Al, 0,1 - 0,6 % de Mg et 0,01 - 0,5 % de Fe, ainsi que de, chacun
optionnellement, < 2 % de Si, < 0,1 % de Pb, < 0,2 % de Ti, < 1 % de Ni, < 0,3 % de
Co, < 0,0001 % de Mn, < 0,2 % de Cr, < 0,5 % de Sr, < 0,1 % de Bi, < 0,1 % de Cd,
< 0,5 % de Sn, et le reste étant constitué de zinc et d'impuretés inévitables,
c) Réalisation d'un traitement de galvanisation, lors duquel le substrat en acier
revêtu par immersion à chaud est maintenu pendant un temps de galvanisation de 10
à 25 s à une température de galvanisation de 540 à 800 °C pour produire sur le substrat
en acier un revêtement par immersion à chaud galvanisé à base de zinc - magnésium,
qui comprend, en plus du zinc et des impuretés inévitables, (en % massique) 0,10 -
0,5 % de Al, 5,0 - 15,0 % de Fe, 0,10 - 0,8 % de Mg ainsi qu'optionnellement un ou
plusieurs des éléments suivants conformément aux critères suivants en termes de teneurs
Si : < 2 %, Pb : < 0,1 %, Ti < 0,2 %, Ni : < 1 %, Co : < 0,3 %, Mn : < 0,0001 %, Cr
: < 0,2 %, Sr : < 0,5 %, Bi : < 0,1 %, Cd : < 0,1 %, Sn : < 0,01 %.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la teneur en Al du bain fondu est au plus de 0,15 % massique.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la teneur en Mg du bain fondu est au plus de 0,4 % massique.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la température d'immersion du bain fondu est de 430 - 490 °C.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la température de galvanisation est de 540 - 720 °C.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le temps de galvanisation est de 12 - 24 s.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le substrat en acier est un produit plat en acier.
8. Produit plat en acier présentant un revêtement par immersion à chaud galvanisé à base
de zinc-magnésium, qui se compose de (en % massique)
Al : 0, 10 - 0,5 %,
Fe : 5,0 - 15,0 %
Mg: 0,10 - 0,8 %
optionnellement d'un ou plusieurs des éléments suivants conformément aux critères
suivants en termes de teneurs
Si : < 2 %,
Pb : < 0,1 %,
Ti : < 0,2 %,
Ni : < 1 %,
Co : < 0,3 %,
Mn : < 0,0001 %,
Cr : < 0,2 %,
Sr : < 0,5 %,
Bi : < 0,1 %,
Cd : < 0,1 %,
Sn : < 0,01 %,
et le reste étant du zinc et des impuretés inévitables, le revêtement étant exempt
de phase Zeta et le produit plat en acier étant composé d'un acier IF.