[0001] Die Erfindung betrifft einen Anschlagkörper für eine Betätigungshandhabe für eine
Tür oder ein Fenster, eine Betätigungsbaugruppe sowie eine Tür mit einer solchen Betätigungshandhabe.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Türen mit einer Betätigungshandhabe zum Öffnen und
Schließen der Tür bekannt. Häufig ist eine zusätzliche Verriegelungsfunktion für die
Tür vorgesehen, die nur von einer Seite der Tür aus zu bedienen ist, beispielsweise
bei Türen im Sanitärbereich. Ein Bedienkonzept besteht darin, neben einem Griff ein
zusätzliches Bedienelement, beispielsweise ein Drehelement oder einen Schlüssel, an
der Tür vorzusehen, mit dem der Verrieglungsmechanismus betätigt wird.
[0003] Neben diesen Bedienungskonzepten sind Verriegelungsmechanismen bekannt, bei denen
die Bedienung des Verriegelungsmechanismus ausschließlich über den Griff erfolgt.
Der Griff kann zum Öffnen der Tür, also zum Zurückziehen einer federbeaufschlagt aus
dem Verriegelungsmechanismus ragenden Falle in eine Betätigungsrichtung verschwenkt
werden. Üblicherweise ist der Griff in einer Grundstellung im Wesentlichen waagrecht
angeordnet und wird in Betätigungsrichtung nach unten gedrückt. Zum Betätigen des
Verriegelungsmechanismus wird der Griff entgegen der Betätigungsrichtung nach oben
verschwenkt, wodurch die Falle in der Schließposition, in der die Falle aus dem Verriegelungsmechanismus
ragt, arretiert ist und/oder ein zusätzlicher Schließriegel aus dem Verriegelungsmechanismus
heraus bewegt wird. Zum Aufheben der Verriegelung wird der Griff in Betätigungsrichtung
in die Grundstellung verschwenkt. Das Entriegeln und Öffnen der Tür kann also mit
einer Hand, insbesondere in einer fließenden Handbewegung erfolgen.
[0004] Um den Griff in der Verriegelungsstellung bzw. der Grundstellung zu halten, sind
Anschlagkörper bekannt, die für die Verriegelungsstellung eine Verrastung aufweisen,
so dass der Griff nicht unbeabsichtigt in die Grundstellung gelangen und die Verriegelung
aufgehoben werden kann. Des Weiteren soll der Anschlagkörper den Griff, beispielsweise
nach dem Öffnen der Tür, von der Öffnungsstellung zurück in die Grundstellung beaufschlagen.
[0005] Die Betätigungsrichtung wechselt in Abhängigkeit von der Montage der Betätigungshandhabe
bzw. des Griffes auf der linken oder der rechten Seite einer Tür. Die bisher bekannten
Anschlagkörper haben den Nachteil, dass sich diese nur für eine Seite der Tür eignen.
Die Federkräfte und die Rastpositionen sind jeweils nur für einen Anschlag der Betätigungshandhabe
bzw. des Griffs auf der linken oder der rechten Seite einer Tür, also nur für eine
Betätigungsrichtung, ausgelegt. Es müssen also immer zwei verschiedene Arten von Anschlagkörpern
vorrätig gehalten werden, wodurch der Lager- und auch der Herstellungsaufwand steigt.
Zudem besteht die Gefahr einer Fehlmontage, wodurch der Montageaufwand aufgrund des
dann notwendigen Austausches des Anschlagkörpers zusätzlich ansteigen kann.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Anschlagkörper für eine Betätigungshandhabe für
eine Tür oder ein Fenster sowie eine Betätigungshandhabe mit einem solchen Anschlagkörper
und einem Griff für eine Tür oder ein Fenster bereitzustellen, die beidseitig an einer
Tür oder einem Fenster montiert werden können und eine einfache und flexible Montage
des Anschlagkörpers sowie der Betätigungshandhabe ermöglichen. Aufgabe der Erfindung
ist es des Weiteren, eine Tür mit einer solchen Betätigungshandhabe bereitzustellen,
die flexibel montiert werden kann.
[0007] Hauptmerkmale der Erfindung sind in den Ansprüchen 1, 13 und 14 angegeben. Ausgestaltungen
sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 12.
[0008] Zur Lösung der Aufgabe ist ein Anschlagkörper für eine Betätigungshandhabe für eine
Tür oder ein Fenster vorgesehen, mit einem Gehäuse, einem Federgegenlager, das im
Gehäuse um eine Drehachse zwischen zwei bezüglich der Drehachse um einen Rastwinkel
versetzt angeordneten Rastpositionen drehbar gelagert ist, einer Buchse, die um die
Drehachse drehbar im Gehäuse gelagert ist, und eine zentrisch angeordnete Aufnahme
für einen Griff aufweist, und einem Federelement, das mit dem Federgegenlager und
der Buchse gekoppelt ist und bei einem Verdrehen der Buchse relativ zum Federgegenlager
um die Drehachse um einen Drehwinkel aus einer Ruhestellung heraus vorgespannt wird
und die Buchse in die Ruhestellung zurück drängt.
[0009] Grundgedanke der Erfindung ist es, einen Anschlagkörper bereitzustellen, der unabhängig
von der Montage der Betätigungshandhabe bzw. des Griffs auf der rechten oder der linken
Seite einer Tür für den Griff eine Rückstellkraft von der Öffnungsstellung in die
Grundstellung sowie zumindest eine Rastposition in der Verriegelungsstellung bereitstellen
kann.
[0010] Der Griff ist über die Buchse drehbar im Gehäuse gelagert. Über das Federgegenlager,
das mit der Buchse über das Federelement gekoppelt ist, sind zwei Rastpositionen für
den Griff bereitgestellt. Diese Rastpositionen sind so angeordnet, dass der Griff
jeweils in einer Rastposition in der Grundstellung und in der jeweils anderen Rastposition
in der Verriegelungsstellung gehalten wird. Die in der jeweiligen Betätigungsrichtung
vordere Rastposition bildet jeweils die Rastposition für die Grundstellung, die jeweils
in Betätigungsrichtung hintere Rastposition bildet die Rastposition für die Verriegelungsstellung.
[0011] Die Buchse ist gegen die Federkraft in beide Richtungen relativ zum Federgegenlager
verdrehbar. Unabhängig davon, welche der Rastpositionen als in Betätigungsrichtung
vordere Rastposition für die Grundstellung ausgewählt ist, kann die Buchse und somit
der Griff also gegen die Federkraft in die jeweils gewählte Betätigungsrichtung gegen
das in der jeweiligen Rastposition gehaltene Federgegenlager in die Öffnungsstellung
geschwenkt werden. Wird keine Kraft auf den Griff ausgeübt, kann die Buchse durch
die zwischen dem Federgegenlager und der Buchse wirkende Federkraft zurück in die
Ruhestellung und somit der Griff in die Grundstellung zurück bewegt werden.
[0012] Diese Funktionsweise funktioniert unabhängig davon, welche Drehrichtung um die Drehachse
als Betätigungsrichtung definiert wird. Es muss lediglich sichergestellt sein, dass
sich der Griff in der Grundstellung befindet, wenn sich das Federgegenlager in der
jeweils in Betätigungsrichtung vorderen Rastposition befindet. Das Federgegenlager
und somit die Buchse und der Griff können stets entgegen der Betätigungsrichtung in
die zweite Rastposition bzw. die Verriegelungsstellung bewegt und in dieser über Rastmittel
arretiert werden. Des Weiteren können die Buchse und der Griff stets aus der Ruhestellung
bzw. der Grundstellung in Betätigungsrichtung gegen die Federkraft relativ zum Federgegenlager
in die Öffnungsstellung bewegt werden, wenn sich das Federgegenlager in der bezüglich
der Betätigungsrichtung vorderen Rastposition befindet. Der Anschlagkörper kann also
sowohl auf der linken wie auch auf der rechten Seite der Tür montiert werden, Es ist
lediglich erforderlich, bei der Montage drauf zu achten, dass sich das Federgegenlager
bei der Montage des Griffs in der Grundstellung in der jeweils in Betätigungsrichtung
vorderen Rastposition befindet.
[0013] Der Drehwinkel entspricht jeweils im Wesentlichen dem Winkel des Griffes zwischen
der Grundstellung und der Öffnungsstellung. Der Rastwinkel entspricht jeweils im Wesentlichen
dem Winkel des Griffes zwischen der Grundstellung und der Verriegelungsstellung
[0014] Vorzugsweise wird die Buchse bei einem Verschwenken des Federgegenlagers zwischen
den Rastpositionen, also einen Bewegen des Griffes zwischen der Grundstellung und
der Verriegelungsstellung, nicht oder nur geringfügig aus der Ruhestellung relativ
zum Federgegenlager heraus bewegt. Dadurch ist zum Erreichen der jeweiligen Rastposition
kein oder nur ein geringes Überdrehen in bzw. entgegen der Betätigungsrichtung erforderlich,
sondern es erfolgt bei Erreichen der Grundstellung bzw. der Verriegelungsstellung
unmittelbar oder lediglich geringfügig verzögert ein Einrasten des Federgegenlagers
in der jeweiligen Rastposition. Der Bedienkomfort ist dadurch deutlich erhöht, da
die Grundstellung sowie die Verriegelungsstellung eindeutig durch die Rastpositionen
des Federgegenlagers definiert sind. Das Federelement ist dazu vorzugsweise vorgespannt,
so dass zum Verdrehen der Buchse relativ zum Federgegenlager aus der Ruhestellung
heraus eine definierte Drehkraft erforderlich ist. Diese Drehkraft ist größer als
die Lösekraft, um das Federgegenlager aus einer der Rastposition zu lösen.
[0015] Die Rastpositionen definieren den Rastwinkel des Federgegenlagers. Das heißt, das
Federgegenlager kann nicht über den Rastwinkel hinaus verschwenkt werden. Beispielsweise
sind am Gehäuse Anschläge für das Federgegenlager vorgesehen, die den Rastwinkel begrenzen.
Bei einem Verschwenken der Buchse aus der Ruhestellung heraus wird das Federgegenlager
jeweils gegen den in Betätigungsrichtung vorderen Anschlag gedrängt bzw. stützt sich
an diesem ab, so dass die Rastelemente entlastet werden.
[0016] Am Gehäuse können des Weiteren Anschläge für die Buchse vorgesehen sein, die einen
Schwenkwinkel begrenzen, um den die Buchse im Gehäuse um die Drehachse verdrehbar
ist. Die Anschläge für die Buchse sind so ausgelegt, dass die Buchse so weit in die
jeweils gewählte Betätigungsrichtung gedreht werden kann, dass der in der Buchse gehaltene
Griff in der Öffnungsstellung gelangt. Da für das Erreichen der Öffnungsstellung ein
Verdrehen der Buchse aus der Ruhestellung heraus erforderlich ist, muss der Schwenkwinkel
größer sein als der Rastwinkel.
[0017] Vorzugsweise sind die Rastpositionen, die Anschläge für das Federgegenlager sowie
die Anschläge für die Buchse bezüglich einer durch die Drehachse verlaufenden Symmetrieebene
spiegelbildlich angeordnet, das heißt, der Anschlagkörper hat einen bezüglich der
Symmetrieebene im Wesentlichen spiegelbildlichen Aufbau. Die Drehwinkel, also die
Winkeldifferenz, um die der Schwenkwinkel den Rastwinkel jeweils überragt, sind also
auf beiden Seiten bzw. in beide Betätigungsrichtungen betragsmäßig gleich groß, so
dass unabhängig von der Position an der linken oder der rechten Seite der Tür eine
identische Funktion, also auch betragsmäßig identische Winkel zwischen der Grundstellung
und der Öffnungsstellung bzw. der Verriegelungsstellung sichergestellt sind.
[0018] Vorzugsweise ist die Symmetrieebene in montiertem Zustand des Anschlagkörpers an
einer Tür senkrecht angeordnet. Dadurch ist die Montage des Anschlagkörpers erleichtert.
Der Anschlagkörper muss lediglich so montiert werden, dass die Symmetrieebene senkrecht
verläuft. Anschließend kann das Federgegenlager in die in Betätigungsrichtung vordere
Rastposition bewegt und in dieser Rastposition der Griff in der Grundstellung mit
der Buchse gekoppelt werden.
[0019] Vorzugsweise beträgt der Schwenkwinkel von 150° bis 190°, insbesondere von 160° bis
180°.
[0020] Um die Montage des Griffs zu vereinfachen, weist die Aufnahme beispielsweise zwei
Drehmomentübertragungsprofile zum Aufnehmen des Griffs auf, wobei die Drehmomentübertragungsprofile
bezüglich der Drehachse um den Betrag des Rastwinkel versetzt angeordnet sind. Die
Drehmomentübertragungsprofile sind so gewählt, dass ein Griff in der jeweils für die
Betätigungsrichtung ausgewählten vorderen Rastposition in einer gewünschten Position,
beispielsweise mit einem waagrechten Verlauf, montiert werden kann. Der Anschlagkörper
muss also lediglich bezüglich seiner Symmetrieebene senkrecht montiert werden und
das Federgegenlager in die bezüglich der jeweils gewählten Betätigungsrichtung vordere
Rastposition bewegt werden. Anschließend kann der Griff in das für die jeweilige Betätigungsrichtung
bestimmte der zwei Drehmomentübertragungsprofile eingesetzt werden.
[0021] Das Gehäuse ist beispielsweise topfartig ausgebildet und umschließt das Federgegenlager
und die Buchse bezüglich der Drehachse in Umfangsrichtung. Mit einer offenen Seite
kann das Gehäuse beispielsweise an einem Türblatt montiert werden, so dass das Federgegenlager,
die Buchse und das Federelement zwischen dem Türblatt und dem topfartigen Gehäuse
geschützt gelagert sind.
[0022] Am Federgegenlager und am Gehäuse sind vorzugsweise zusammenwirkende Rastelemente
vorgesehen, die die Rastpositionen definieren. Die Rastelemente sind beispielsweise
jeweils durch zumindest einen bezüglich der Drehachse radial vorstehenden Rastvorsatz
und zumindest eine bezüglich der Drehachse in radialer Richtung offene Rastaufnahme
gebildet.
[0023] Zur Lagerung der Buchse im Gehäuse kann die Buchse einen zylindrischen, konzentrisch
zur Drehachse angeordneten Fortsatz aufweisen, der in eine bezüglich der Drehachse
konzentrische Buchsenaufnahme im Gehäuse ragt. Vorzugsweise ist die Aufnahme für den
Griff in diesem Fortsatz ausgebildet, wodurch einerseits der Griff sicher in der Buchse
gehalten werden kann und andererseits eine gute Übertragung der bei der Bedienung
auf den Griff wirkenden Kräfte auf das Gehäuse erfolgen kann.
[0024] Das Federgegenlager weist vorzugsweise eine konzentrisch zur Drehachse angeordnete
Lageraufnahme auf, durch die sich der zylindrische Fortsatz der Buchse erstreckt,
so dass das Federgegenlager drehbar an der Buchse gelagert ist.
[0025] Das Federelement erstreckt sich vorzugsweise in Umfangsrichtung um die Drehachse
und weist an den Enden jeweils einen radial abstehenden Schenkel auf, wobei am Federgegenlager
und an der Buchse jeweils Federanschläge vorgesehen sind, an denen die Schenkel jeweils,
insbesondere vorgespannt, anliegen.
[0026] Der Rastwinkel beträgt vorzugsweise von 40° bis 80°, insbesondere von 50 bis 70°.
[0027] Zur Lösung der Aufgabe ist des Weiteren eine Betätigungshandhabe für eine Tür oder
ein Fenster mit einem vorstehend beschriebenen Anschlagkörper und mit einem Griff
vorgesehen, die drehfest mit der Buchse gekoppelt ist, insbesondere in der Aufnahme
der Buchse drehfest gehalten ist. Der Griff ist um die Drehachse zwischen einer Grundstellung,
einer Öffnungsstellung und einer Verriegelungsstellung verschwenkbar, wobei der Griff
von der Grundstellung in einer Betätigungsrichtung in die Öffnungsstellung verschwenkt
wird und von der Grundstellung entgegengesetzt zur Betätigungsrichtung in die Verriegelungsstellung
verschwenkt wird. In der Grundstellung des Griffs befinden sich das Federgegenlager
in der in Betätigungsrichtung vorderen Rastposition und die Buchse in der Ruhestellung
relativ zum Federgegenlager. In der Öffnungsstellung des Griffs befindet sich das
Federgegenlager in der in Betätigungsrichtung vorderen Rastposition und die Buchse
ist aus der Ruhestellung relativ zum Federgegenlager verschwenkt und wird vom Federelement
in die Ruhestellung zurück gedrängt. In der Verriegelungsstellung des Griffs befinden
sich das Federgegenlager in der in Betätigungsrichtung hinteren Rastposition und die
Buchse in der Ruhestellung relativ zum Federgegenlager.
[0028] Des Weiteren ist eine Tür mit einer solchen Betätigungshandhabe und mit einem Schließmechanismus
vorgesehen. Der Schließmechanismus ist derart mit der Betätigungshandhabe gekoppelt,
dass bei einem Verschwenken des Griffs von der Grundstellung in die Öffnungsstellung
eine in der Grundstellung des Griffs in einer Schließposition federbeaufschlagt aus
dem Schließmechanismus ragende Falle in eine Öffnungsposition in den Schließmechanismus
bewegt wird. Bei einem Verschwenken des Griffs in die Verriegelungsstellung wird die
Falle in der Schließposition fixiert und/oder ein Schließriegel aus dem Schließmechanismus
heraus bewegt.
[0029] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem Wortlaut
der Ansprüche sowie aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand
der Zeichnungen. Es zeigen:
- Fig. 1a
- Eine perspektivische Ansicht einer Tür mit einem Schließmechanismus und einer erfindungsgemäßen
Betätigungshandhabe in einer Grundstellung des Griffs der Betätigungshandhabe;
- Fig. 1b
- eine perspektivische Ansicht der Tür aus Figur 1a mit dem Griff der Betätigungshandhabe
in einer Verriegelungsstellung;
- Fig. 2
- eine Explosionsansicht der Betätigungshandhabe der Tür aus Fig. 1a und Fig. 1b;
- Fig. 3a
- eine erste Explosionsansicht des Anschlagkörpers der Betätigungshandhabe aus Fig.
2;
- Fig. 3b
- eine zweite Explosionsansicht des Anschlagkörpers der Betätigungshandhabe aus Fig.
2;
- Fig. 4a - 4d
- Darstellungen der Betätigungshandhabe aus Fig. 2 in einer Grundstellung des Griffes;
- Fig. 5a & 5b
- Darstellungen der Betätigungshandhabe aus Fig. 2 in einer Öffnungsstellung des Griffes;
und
- Fig. 6a - 6c
- Darstellungen der Betätigungshandhabe aus Fig. 2 in einer Verriegelungsstellung des
Griffes.
[0030] In den Figuren 1a und 1b ist eine Tür 10 mit einem Türblatt 12, einem Schließmechanismus
14 und einer Betätigungshandhabe 16 gezeigt. Die Tür 10 ist um eine Achse A schwenkbar
angeschlagen, wobei die Achse A an einem Rand der Tür 10 angeordnet ist, der dem Rand,
an dem der Schließmechanismus 14 und die Betätigungshandhabe 16 vorgesehen sind, entgegengesetzt
ist.
[0031] Der Schließmechanismus 14 hat einen Grundkörper 18, in dem eine Falle 20 sowie ein
Schließriegel 22 vorgesehen sind. Die Falle 20 wird federbeaufschlagt aus dem Grundkörper
18 gedrängt und weißt eine schräge Führungsfläche 24 auf, die beim Schließen der Tür
10 mit einem Rahmen in Anlage gelangen kann, wodurch die Falle 20 in den Grundkörper
18 gedrängt wird. Nach dem vollständigen Schließen der Tür 10 kann die Falle 20 in
eine Ausnehmung am Rahmen einfedern und die Tür 10 so in einer geschlossenen Position
halten. Zum Öffnen der Tür 10 kann die Falle 20 in den Grundkörper 18 zurückgezogen
werden, so dass die Tür 10 wieder freigegeben ist.
[0032] Der Schließriegel 22 kann aus der in Figur 1a gezeigten Position im Grundkörper 18
in eine in Figur 1b gezeigte Verriegelungsposition bewegt werden, in der der Schließriegel
22 aus dem Grundkörper und vorzugsweise in eine Ausnehmung am Rahmen der Tür 10 ragt.
[0033] Die Betätigung der Schließmechanismus 14 erfolgt über die Betätigungshandhabe 16.
Die Betätigungshandhabe 16 hat einen nachfolgend im Detail erläuterten Anschlagkörper
26 sowie einen Griff 28, der über einen Bolzen 30 (siehe Figur 2) mit dem Anschlagkörper
26 und dem Schließmechanismus 14 gekoppelt ist. Der Bolzen 30 kann auch Teil des Griffs
28 sein oder vorab drehfest mit diesem verbunden werden. Die übrigen Bauteile der
Betätigungshandhabe sind allgemein bekannt und werden daher nicht im Detail erläutert.
[0034] Der Griff 28 ist um die Längsachse L des Bolzens 30 zwischen der in Figur 1a gezeigten
Grundstellung in einer Betätigungsrichtung B in eine in den Figuren 5a und 5b gezeigte
Öffnungsstellung und entgegen der Betätigungsrichtung B in eine in Figur 1b sowie
in den Figuren 6a bis 6c gezeigte Verriegelungsstellung verschwenkbar.
[0035] In der Öffnungsstellung wird über den Bolzen 30 und den Schließmechanismus 14 die
Falle 20 in den Grundkörper 18 des Schließmechanismus gezogen. Wirkt keine Kraft auf
den Griff 28, federt diese aus der Öffnungsstellung in die Grundstellung zurück, so
dass die Falle 20 aus dem Grundkörper 18 heraus federt.
[0036] Wird der Griff 28 in die Verriegelungsstellung bewegt, wird der Schließriegel 22
aus dem Grundkörper 18 des Schließmechanismus 14 heraus bewegt. Wird der Griff 28
in die Grundstellung zurück geschwenkt, wird der Schließriegel 22 zurück in den Grundkörper
18 bewegt. In der Verriegelungsstellung wird der Griff 28, wie nachfolgend erläutert
wird, durch den Anschlagkörper 26 arretiert, so dass der Griff 28 nicht unbeabsichtigt
aus der Verriegelungsstellung in die Grundstellung gelangen kann.
[0037] Auf der dem Griff 28 entgegengesetzten Seite der Tür 10 ist vorzugsweise ein zweiter
Griff 32 vorgesehen, der lediglich mit der Falle 20 gekoppelt ist und nur zwischen
einer Grundstellung und einer Öffnungsstellung bewegbar ist. Eine solche Tür 10 wird
im Sanitärbereich, beispielsweise bei WC-Anlagen, verwendet. Von einer Innenseite,
auf der der Griff 28 und der Anschlagkörper 26 angeordnet sind, kann die Tür 10 über
den Griff 28 geöffnet, geschlossen und verriegelt werden. Von der Außenseite kann
die Tür 10 über den zweiten Griff 32 lediglich geöffnet und geschlossen werden, wenn
diese nicht über den Griff 28 verriegelt ist.
[0038] Der Anschlagkörper 26 definiert die Stellungen des Griffs 28, also eine Grundstellung,
eine in Betätigungsrichtung vor der Grundstellung liegende Öffnungsstellung und eine
in Betätigungsrichtung hinter der Grundstellung liegende Verriegelungsstellung. Das
heißt, der Griff 28 muss in der Verriegelungsstellung so arretiert sein, dass der
Griff 28 nicht unbeabsichtigt aus der Verriegelungsstellung in die Grundstellung gelangen
kann. Des Weiteren soll der Griff 28 aus der Öffnungsstellung in die Grundstellung
federn, so dass die Tür 10 geschlossen werden kann.
[0039] Abhängig von dem Rand der Tür 10, an dem die Tür 10 angeschlagen ist bzw. an dem
der Schließmechanismus 14 und die Betätigungshandhabe 16 vorgesehen sind, variiert
die Betätigungsrichtung B. Ist die Tür 10, wie in den Figuren 1a und 1b, in einer
Draufsicht auf das Türblatt vom Innenraum aus betrachtet, am rechten Rand angeschlagen
bzw. befinden sich der Schließmechanismus 14 und die Betätigungshandhabe 16 am linken
Rand, verläuft die Betätigungsrichtung B im Uhrzeigersinn. Bei einem Anschlag der
Tür 10 am linken Rand würde die Betätigungsrichtung B entgegen des Uhrzeigersinns
verlaufen.
[0040] Der nachfolgend im Detail erläuterte Anschlagkörper 26 kann sowohl für einen Anschlag
der Tür am rechten wie auch am linken Rand der Tür bzw. eine Montage des Schließmechanismus
14 und der Betätigungshandhabe 16 am linken oder am rechten Rand an der Tür 10 verwendet
werden und ermöglicht eine Anpassung der drei für die Bedienung des Schließmechanismus
benötigten Stellungen des Griffs 28 an die jeweils gewählte Betätigungsrichtung B.
[0041] Wie in den Figuren 3a und 3b zu sehen ist, weist der Anschlagkörper 26 ein Gehäuse
34, ein Federgegenlager 36, eine Buchse 38 sowie ein Federelement 40 auf.
[0042] Das Gehäuse 34 ist im Wesentlichen topfartig ausgebildet, mit einer ebenen, im Wesentlichen
kreisrunden Platte 42 und einer zylindrischen Umfangswand 44, die gemeinsam einen
Aufnahmeraum 46 definieren. Die Platte 42 wird von einer konzentrisch angeordneten
Buchsenaufnahme 48 durchbrochen.
[0043] Im Aufnahmeraum 46 sind jeweils zwei Anschläge 50, 52 für das Federgegenlager 36
und die Buchse 38 vorgesehen. Des Weiteren sind in der Umfangswand 44 zwei radial
federnde Abschnitte 54 vorgesehen, an deren Innenumfang jeweils ein radial nach innen
ragender Rastvorsprung 56 vorgesehen ist. Die Rastvorsprünge 56 sind bezüglich einer
Drehachse D um einen Rastwinkel R versetzt. Der Rastwinkel liegt in einem Bereich
von 40° bis 80°, insbesondere von 50° bis 70°, insbesondere bei ca. 60°.
[0044] Das Gehäuse 34 weist des Weiteren Bohrungen 55 für Befestigungsmittel 57 (siehe Figur
2) zum Befestigen des Anschlagkörpers 26 am Türblatt 12 auf.
[0045] Die Buchse 38 weist einen zylindrischen Fortsatz 58 auf, über den die Buchse 38 um
die Drehachse D drehbar in der Buchsenaufnahme 48 des Gehäuses 34 gelagert ist, und
in dem ein konzentrisch angeordnete Aufnahme 60 für den Griff 28 bzw. für den mit
dem Griff 28 gekoppelten Bolzen 30 vorgesehen ist. Die Aufnahme 60 weist zwei, bezüglich
der Drehachse D um den Rastwinkel R versetzte Drehmomentaufnahmen auf, die in der
hier gezeigten Ausführungsform jeweils durch ein Vierkantprofil zum Aufnehmen des
Bolzens 30 gebildet sind.
[0046] Am Fortsatz 58 ist des Weiteren ein radial abstehender Kragen 62 vorgesehen, mit
einem sich radial weg erstreckenden und in Richtung der Drehachse D und in Richtung
zur Platte 42 des Gehäuses 34 abgeknickten Federanschlag 64.
[0047] Das Federgegenlager 36 hat eine zylindrische Lageraufnahme 66, durch die sich der
Fortsatz 58 der Buchse 38 erstreckt. Über die Lageraufnahme 66 ist das Federgegenlager
36 um die Drehachse D drehbar im Gehäuse 34 gelagert. Am Außenumfang der Lageraufnahme
66 sind zwei, sich in Umfangsrichtung gegenüberliegende Stege 68, 70 vorgesehen. An
der radialen Außenseite des Steges 68 ist eine Rastaufnahme 72 vorgesehen, in die
die am Gehäuse 34 vorgesehenen Rastvorsprünge 56 eingreifen können. Am gegenüberliegenden
Steg 70 ist ein in Richtung der Drehachse D, von der Platte 42 des Gehäuse weg weisender
Federanschlag 74 vorgesehen.
[0048] Zwischen dem Federgegenlager 36 und der Buchse 38 ist ein radial umlaufender Aufnahmespalt
76 für das Federelement 40 gebildet. Das Federelement 40 erstreckt sich mit einem
Federabschnitt 78 in Umfangsrichtung um die Drehachse D, wobei der Innendurchmesser
des Federabschnitts 78 größer ist als der Außendurchmesser der Lageraufnahme 66 des
Federgegenlagers 36. Der Federabschnitt 78 umschließt die Lageraufnahme 66 in Umfangsrichtung.
An den Enden des Federabschnitts 78 ist jeweils ein radial abstehender Schenkel 80,
82 vorgesehen. Mit den Schenkeln 80, 82 liegt das Federelement 40 jeweils beidseitig
an den Federanschlägen 64, 74 an.
[0049] Die Schenkel 80, 82 liegen vorzugsweise vorgespannt an den Federanschlägen 64, 74
und drängen so das Federgegenlager 36 und die Buchse 38 in eine Ruhestellung relativ
zueinander, in der sich die Federanschläge 64, 74 in Richtung der Drehachse D überdecken.
Werden das Federgegenlager 36 und die Buchse 38 relativ zueinander um die Drehachse
D verdreht, wird jeweils ein Schenkel 80, 82 vom Federanschlag 74 des Federgegenlagers
36 mitgenommen, während der jeweils andere Schenkel 82, 80 am Federanschlag 64 der
Buchse 38 anliegt und zurück gehalten wird. Durch das Verschwenken der Schenkel 80,
82 wird das Federelement 40 zusätzlich vorgespannt und drängt so über die Federanschläge
64, 74 das Federgegenlager 36 und die Buchse 38 zurück in die Ruhestellung, in der
die sich die Federanschläge 64, 74 überdecken.
[0050] Da die Schenkel 80, 82 jeweils beidseitig an den Federanschlagen 64, 74 anliegen,
erfolgt dieses Zurückdrängen des Federgegenlagers 36 und der Buchse 38 unabhängig
von der Drehrichtung, in der das Federgegenlager 36 relativ zur Buchse 38 verdreht
wird.
[0051] Das Federgegenlager 36 ist im Gehäuse 34 zwischen zwei Rastpositionen, in denen jeweils
einer der Rastvorsprünge 56 in die Rastaufnahme 72 eingreift, um den Rastwinkel R
verdrehbar. Der Drehbereich des Federgegenlagers 36 wird zusätzlich durch die Anschläge
50 für das Federgegenlager 36 begrenzt, an denen der Steg 68 jeweils anliegt, wenn
einer der Rastvorsprünge 56 in die Rastaufnahme 72 eingreift.
[0052] Der Schwenkbereich der Buchse 38 wird durch die Anschlage 52 begrenzt, an denen jeweils
der Federanschlag 64 bzw. ein vom Federanschlag 64 mitgenommene Schenkel 80, 82 zur
Anlage gelangt.
[0053] Der Schwenkwinkel S der Buchse 38, der durch die Anschläge 52 begrenzt wird, ist
größer als der Rastwinkel R des Federgegenlagers 36.
[0054] Die Rastvorsprünge 56 und somit die Rastpositionen, die Anschläge 50 für das Federgegenlager
36 und die Anschläge 52 für die Buchse 38 sind bezüglich einer durch die Drehachse
D verlaufenden, hier senkrecht stehenden Symmetrieebene jeweils spielbildlich angeordnet.
Der Schwenkbereich der Buchse 38 ragt somit in Umfangsrichtung beidseitig um den gleichen
Betrag, einen Drehwinkel W, über den Drehbereich des Federgegenlagers 36 hinaus.
[0055] Die Lösekraft, um das Federgegenlager 36 aus einer der Rastpositionen zu lösen und
in die jeweils andere Rastposition zu drehen, ist kleiner als die Drehkraft, die erforderlich
ist, um das Federgegenlager 36 und die Buchse 38 relativ zueinander aus der Ruhestellung
heraus zu verdrehen.
[0056] Wird also die Buchse 38, beispielsweise über den Griff 28, relativ zum Gehäuse gedreht,
wird zunächst das mit über das Federelement 40 mit der Buchse 38 gekoppelte Federgegenlager,
falls sich das Federgegenlager 36 nicht in der in Drehrichtung vorderen Rastposition
befindet, in die in Drehrichtung vordere Rastposition bewegt. Wird die Buchse 38 anschließend
weiter in die gleiche Drehrichtung gedreht, erfolgt ein Verdrehen des Federgegenlagers
36 und der Buchse 38 relativ zueinander aus der Ruhestellung heraus. Aufgrund der
Federspannung werden das Federgegenlager 36 und die Buchse 38 in die Ruhestellung
zurück beaufschlagt.
[0057] Da die Anschläge 50, 52 symmetrisch ausgebildet sind, und, wie bereits erläutert,
ein relatives Verdrehen der Federgegenlagers 36 und der Buchse 38 in beide Drehrichtungen
möglich ist, erfolgt unabhängig von der Drehrichtung bei einem Drehen der Buchse 38
zunächst eine Bewegung des Federgegenlagers 36 in die jeweils in Drehrichtung vordere
Rastposition und nachfolgend ein Verdrehen des Federgegenlagers 36 und der Buchse
38 unter Erhöhung der Vorspannung des Federelements 40.
[0058] Der Anschlagkörper 26 wird am Türblatt 12 montiert, wobei die Symmetrieebene des
Gehäuses 34 senkrecht verläuft, so dass sich die Rastpositionen auf gleicher Höhe
befinden und bezüglich der Vertikalen um den gleichen Winkelbetrag versetzt sind.
[0059] Anschließend wird das Federgegenlager 36 in die in Betätigungsrichtung B des Griffs
28 vordere Rastposition bewegt. In der hier gezeigten Ausführungsform, in der die
Tür 10 am in Draufsicht auf die Zeichenebene jeweils rechten Rand angeschlagen ist
bzw. der Schließmechanismus 14 und die Betätigungshandhabe 16 am linken Rand vorgesehen
sind, verläuft die Betätigungsrichtung B im Uhrzeigersinn. Bei einem Anschlag der
Tür 10 am linken Rand würde die Betätigungsrichtung B entgegen des Uhrzeigersinns
verlaufen.
[0060] Die nachfolgende Beschreibung gilt unabhängig von der Richtung der Betätigungsrichtung
B. Da der Anschlagkörper 26 symmetrisch aufgebaut ist, kann der Anschlagkörper 26
sowohl bei einer links angeschlagenen wie auch bei einer rechts angeschlagenen Tür
10 verwendet werden.
[0061] Die Erfindung bezieht sich somit auf jede mögliche gewählte Betätigungsrichtung und
ist nicht beschränkend auf in den Figuren beschriebene Ausführungsform mit der im
Uhrzeigersinn verlaufenden Betätigungsrichtung B.
[0062] Nach der Montage des Anschlagkörpers 26 am Türblatt 12 wird der Bolzen 30 in die
Aufnahme 60 eingeschoben und der Griff 28 mit dem Bolzen 30 drehfest verbunden. Der
Griff 28 befindet sich in der Grundstellung, in der die Tür 10 nicht verriegelt ist,
also der Schließriegel 22 sich im Grundkörper 18 befindet und die Falle 20 aus dem
Grundkörper 18 ragt (Figuren 4a bis 4d).
[0063] In Betätigungsrichtung B kann das Federgegenlager 36 nicht weiter gedreht werden,
da das Federgegenlager 36 in Betätigungsrichtung B an einem der Anschläge 50 anliegt.
Wird der Griff 28 in Betätigungsrichtung B in die Öffnungsstellung verschwenkt, um
die Falle 20 in den Grundkörper 18 zu ziehen und die Tür 10 zu öffnen, wird die Buchse
38 aus der Ruheposition relativ zum Federgegenlager 36 verdreht (Figuren 5a und 5b).
[0064] Durch das Federelement 40 werden das Federgegenlager 36 und die Buchse 38 in die
Ruhestellung beaufschlagt, so dass der Griff 28, sobald keine Kraft auf diese wirkt,
in die Grundstellung zurück gedrängt wird, in der der Schließmechanismus 14 die Falle
20 nicht in den Grundkörper 18 zieht und diese somit federbeaufschlagt wieder aus
dem Grundkörper 18 federt.
[0065] Da das Federgegenlager 36 und die Buchse 38 beidseitig relativ zueinander verdrehbar
sind und in beide Richtungen Anschläge 50 für das Federgegenlager vorgesehen sind,
wird der Griff 28 unabhängig von der Wahl der Betätigungsrichtung B in die jeweilige
Grundstellung gedrängt, wenn keine Kraft in Betätigungsrichtung B auf den Griff 28
wirkt.
[0066] Der Schwenkwinkel des Griffs 28 wird durch die Anschläge 52 für die Buchse 38 begrenzt.
Die Buchse 38 kann soweit relativ zum Federgegenlager 36 aus der Ruhelage gedreht
werden, bis der Federanschlag 64 bzw. der jeweils vom Federanschlag 64 mitgenommene
Schenkel 80, 82 des Federelements 40 an einem der Anschläge 52 zur Anlage gelangt.
Der Schwenkwinkel liegt in einem Bereich zwischen 150° und 190°, insbesondere von
160° und 180°.
[0067] Zum Verriegeln der Tür 10 wird der Griff 28 entgegen der Betätigungsrichtung B in
die in den Figuren 6a bis 6c gezeigte Verriegelungsstellung bewegt. Die Kraft zum
Lösen des Federgegenlagers 36 aus der in Betätigungsrichtung vorderen Rastposition
ist geringer ist als die Kraft zum Bewegen der Buchse 38 bzw. des Federgegenlagers
aus der Ruhestellung heraus. Deshalb wird das Federgegenlager 36 mit der Buchse 38,
die mit dem Griff 28 drehfest verbunden ist, entgegen der Betätigungsrichtung B gedreht
bis das Federgegenlager 36 in der in Betätigungsrichtung B hinteren Rastposition verrastet
und am in Betätigungsrichtung B hinteren Anschlag 50 anliegt.
[0068] Die hintere Rastposition ist so gewählt, dass durch den Bolzen 30 und den Schließmechanismus
14 der Schließriegel 22 aus dem Grundkörper 18 bewegt wird. Da das Federgegenlager
36 in der in Betätigungsrichtung B hinteren Rastposition verrastet, kann der über
das Federelement 40 und die Buchse 38 mit dem Federgegenlager 36 gekoppelte Griff
28 nicht versehentlich, beispielsweise durch Einwirkung der Schwerkraft, in die Grundstellung
gelangen, in der die Verriegelung der Tür 10 aufgehoben ist.
[0069] Durch den symmetrischen Aufbau des Anschlagkörpers 26 kann die Buchse 38 in dieser
Position des Federgegenlagers 36 entgegen der Betätigungsrichtung B aus der Ruhelage
relativ zum Federgegenlager 36 bewegt werden. Falls eine zu hohe, entgegen der Betätigungsrichtung
B wirkende Kraft auf den Griff 28 wirkt, kann der Griff 28 entgegen der Betätigungsrichtung
B über die Verriegelungsstellung hinaus bewegt werden, wobei der Griff 28 in die Verriegelungsstellung
federt, sobald keine oder nur eine geringe Kraft auf den Griff 28 wirkt. Eine Beschädigung
des Anschlagkörpers, beispielsweise ein Verschieben der Anschläge 50, 52 oder der
Rastpositionen, kann so verhindert werden.
[0070] Zum Lösen der Verriegelung wird der Griff 28 in Betätigungsrichtung B bewegt, wobei
die Verrastung des Federgegenlagers 36 in der in Betätigungsrichtung B hinteren Rastposition
aufgehoben wird und der Griff 28 mit der Buchse 38 und dem Federgegenlager 36 in Betätigungsrichtung
verschwenkt bzw. verdreht werden, bis das Federgegenlager 36 in der in Betätigungsrichtung
B vorderen Rastposition verrastet und der Schließriegel 22 in den Grundkörper 18 zurück
bewegt wird.
[0071] Wie bereits erläutert wurde, ist der Anschlagkörper 26 bezüglich einer sich durch
die Drehachse D erstreckenden und in eingebautem Zustand senkrecht stehenden Symmetrieebene
spiegelbildlich aufgebaut. Die vorstehend beschriebenen Funktionen ergeben sich somit
unabhängig von der Wahl der Betätigungsrichtung B. Es ist nicht erforderlich, verschiedene
Beschläge für Türen 10 mit einem linken oder einem rechten Anschlag vorzuhalten. Es
muss nur noch eine Art Anschlagkörper 26 vorgehalten werden. Dieser kann einheitlich
montiert werden, vorzugswiese so dass die Symmetrieebene senkrecht verläuft. Anschließend
muss lediglich vor der Montage des Griffs 28 bzw. vor der Koppelung des Anschlagkörpers
26 mit dem Schließmechanismus 14 das Federgegenlager in die in Betätigungsrichtung
B vordere Rastposition bewegt werden und vorzugsweise der Griff 28 bzw. ein den Anschlagkörper
26 mit dem Schließmechanismus koppelnder Bolzen 30 in das der jeweiligen Betätigungsrichtung
B zugeordnete Drehmomentübertragungsprofil der Aufnahme 60 montiert werden.
[0072] Die Erfindung ist nicht auf eine der vorbeschriebenen Ausführungsformen beschränkt,
sondern in vielfältiger Weise abwandelbar.
[0073] Beispielsweise kann das Federelement 40 auch nicht oder nur gering vorgespannt an
den Federanschlägen 64, 74 anliegen, so dass die zum Verdrehen des Federgegenlager
36 gegen die Buchse 38 benötigte Drehkraft geringer ist und ein geringes Verdrehen
des Federgegenlagers 36 und der Buchse relativ zueinander erfolgt, bevor das Federgegenlager
36 aus der jeweiligen Rastposition gelöst wird.
[0074] Optional kann auch auf die Anschläge 52 für die Buchse 38 verzichtet werden und der
Schwenkwinkel wird lediglich durch die ansteigenden Rückstellkräfte des Federelements
40 begrenzt.
[0075] Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung hervorgehenden Merkmale
und Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten, räumlicher Anordnungen und
Verfahrensschritten, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten Kombinationen
erfindungswesentlich sein.
Bezugszeichenliste
10 |
Tür |
56 |
Rastvorsprung |
12 |
Türblatt |
57 |
Befestigungsmittel |
14 |
Schließmechanismus |
58 |
Fortsatz |
16 |
Betätigungshandhabe |
60 |
Aufnahme |
18 |
Grundkörper |
62 |
Kragen |
20 |
Falle |
64 |
Federanschlag |
22 |
Schließriegel |
66 |
Lageraufnahme |
26 |
Anschlagkörper |
68 |
Stege |
28 |
Griff |
70 |
Steg |
30 |
Bolzen |
72 |
Rastaufnahme |
32 |
zweite Betätigungshandhabe |
74 |
Federanschlag |
34 |
Gehäuse |
76 |
Aufnahmespalt |
36 |
Federgegenlager |
78 |
Federabschnitts des Federelements |
38 |
Buchse |
80 |
Schenkel des Federelements |
40 |
Federelement |
82 |
Schenkel des Federelements |
42 |
Platte |
|
|
44 |
Umfangswand |
A |
Achse |
46 |
Aufnahmeraum |
B |
Betätigungsrichtung |
48 |
Buchsenaufnahme |
D |
Drehachse |
50 |
Anschlag |
L |
Längsrichtung des Bolzens |
52 |
Anschlag |
R |
Rastwinkel |
54 |
radial federnder Abschnitt der |
S |
Schwenkwinkel |
|
Umfangswand |
W |
Drehwinkel |
1. Anschlagkörper (26) für eine Betätigungshandhabe (16) für eine Tür (10) oder ein Fenster,
mit einem Gehäuse (34), einem Federgegenlager (36), das im Gehäuse (34) um eine Drehachse
(D) zwischen zwei bezüglich der Drehachse (D) um einen Rastwinkel (R) versetzt angeordneten
Rastpositionen drehbar gelagert ist, und einer Buchse (38), die um die Drehachse (D)
drehbar im Gehäuse (34) gelagert ist und eine zentrisch angeordnete Aufnahme (60)
für einen Griff (28) aufweist, und einem Federelement (40), das mit dem Federgegenlager
(36) und der Buchse (38) gekoppelt ist und bei einem Verdrehen der Buchse (38) relativ
zum Federgegenlager (36) um die Drehachse (D) um einen Drehwinkel (W) aus einer Ruhestellung
heraus vorgespannt wird und die Buchse (38) in die Ruhestellung zurück drängt.
2. Anschlagkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (40) in der Ruhestellung der Buchse (38) relativ zum Federgegenlager
(36) vorgespannt ist, wobei die Drehkraft zum Verdrehen der Buchse (38) relativ zum
Federgegenlager (36) aus der Ruhestellung heraus größer ist als die Lösekraft, um
das Federgegenlager (36) aus einer der Rastposition zu lösen.
3. Anschlagkörper nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass am Gehäuse (34) Anschläge (50) für das Federgegenlager (36) vorgesehen sind, die
den Rastwinkel (R) begrenzen, und dass am Gehäuse (34) Anschläge (52) für die Buchse
(38) vorgesehen sind, die einen Schwenkwinkel begrenzen, um den die Buchse (38) im
Gehäuse (34) um die Drehachse (D) verdrehbar ist, wobei der Schwenkwinkel größer ist
als der Rastwinkel (R).
4. Anschlagkörper nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastpositionen, die Anschläge (50) für das Federgegenlager (36) sowie die Anschläge
(52) für die Buchse (38) bezüglich einer durch die Drehachse (D) verlaufenden Symmetrieebene
spiegelbildlich angeordnet sind.
5. Anschlagkörper nach einem der Ansprüche 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkwinkel von 150° bis 190°, vorzugsweise von 160° bis 180° beträgt.
6. Anschlagkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (60) zwei Drehmomentübertragungsprofile zum Aufnehmen eines Griffes
(28) aufweist, wobei die Drehmomentübertragungsprofile bezüglich der Drehachse (D)
um den Betrag des Rastwinkels (R) versetzt angeordnet sind.
7. Anschlagkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (34) topfartig ausgebildet ist und das Federgegenlager (36) und die Buchse
(38) bezüglich der Drehachse (D) in Umfangsrichtung umschließt.
8. Anschlagkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Federgegenlager (36) und am Gehäuse (34) zusammenwirkende Rastelemente vorgesehen
sind, die die Rastpositionen definieren, wobei die Rastelemente jeweils durch zumindest
einen bezüglich der Drehachse (D) radial vorstehenden Rastvorsprung (56) und zumindest
eine bezüglich der Drehachse (D) in radialer Richtung offene Rastaufnahme (72) gebildet
sind.
9. Anschlagkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Buchse (38) einen zylindrischen, konzentrisch zur Drehachse (D) angeordneten
Fortsatz (58) aufweist, der in eine bezüglich der Drehachse (D) konzentrische Buchsenaufnahme
(48) im Gehäuse (34) ragt.
10. Anschlagkörper nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Federgegenlager (34) eine konzentrisch zur Drehachse (D) angeordnete Lageraufnahme
(66) aufweist, durch die sich der zylindrische Fortsatz (58) der Buchse (38) erstreckt.
11. Anschlagkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Federelement (40) in Umfangsrichtung um die Drehachse (D) erstreckt und
an den Enden jeweils einen radial abstehenden Schenkel (80, 82) aufweist, wobei am
Federgegenlager (36) und an der Buchse (38) jeweils Federanschläge (64, 74) vorgesehen
sind, an denen die Schenkel (80, 82) jeweils, insbesondere vorgespannt, anliegen.
12. Anschlagkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rastwinkel (R) von 40° bis 80°, vorzugsweise von 60 bis 70° beträgt.
13. Betätigungshandhabe (16) für eine Tür (10) oder ein Fenster, mit einem Anschlagkörper
(26) nach einem der vorhergehenden Ansprüche und mit einem Griff (28), die drehfest
mit der Buchse (38) gekoppelt ist, insbesondere in der Aufnahme (60) der Buchse (38)
drehfest gehalten ist, wobei der Griff (28) um die Drehachse (D) zwischen einer Grundstellung,
einer Öffnungsstellung und einer Verriegelungsstellung verschwenkbar ist, wobei der
Griff (28) von der Grundstellung in einer Betätigungsrichtung () in die Öffnungsstellung
verschwenkt wird und von der Grundstellung entgegengesetzt der Betätigungsrichtung
(B) in die Verriegelungsstellung verschwenkt wird,
wobei sich in der Grundstellung des Griffes (28) das Federgegenlager (36) in der in
Betätigungsrichtung (B) vorderen Rastposition und die Buchse (38) in der Ruhestellung
relativ zum Federgegenlager (36) befindet, wobei sich in der Öffnungsstellung des
Griffes (28) das Federgegenlager (36) in der in Betätigungsrichtung (B) vorderen Rastposition
befindet und die Buchse (38) aus der Ruhestellung relativ zum Federgegenlager (36)
verschwenkt ist und vom Federelement (40) in die Ruhestellung zurück gedrängt wird,
und wobei sich in der Verriegelungsstellung des Griffes (28) das Federgegenlager (36)
in der in Betätigungsrichtung (B) hinteren Rastposition und die Buchse (38) in der
Ruhestellung relativ zum Federgegenlager (36) befindet.
14. Tür (10) mit einer Betätigungshandhabe nach Anspruch 13 und mit einem Schließmechanismus
(14), wobei der Schließmechanismus (14) derart mit dem Griff (28) gekoppelt ist, dass
bei einem Verschwenken der Betätigungshandhabe (28) von der Grundstellung in die Öffnungsstellung
eine in der Grundstellung des Griffes (28) in einer Schließposition federbeaufschlagt
aus dem Schließmechanismus (14) ragende Falle (20) in eine Öffnungsposition in den
Schließmechanismus (14) bewegt wird, und bei einem Verschwenken des Griffes (28) in
die Verriegelungsstellung die Falle (20) in der Schließposition fixiert und/oder ein
Schließriegel (22) aus dem der Schließmechanismus (14) heraus bewegt wird.