[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Befestigen eines Kontaktelements
am Ende eines elektrischen Leiters gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Ein solches Verfahren geht beispielsweise aus der
DE 199 08 031 B4 hervor.
[0003] Die Hülse kann aus einem Metall auf Aluminiumbasis bestehen, und zwar entweder aus
Aluminium oder aus einer Aluminiumlegierung. Das gilt auch für die Einzeldrähte des
Leiters. Im Folgenden wird nur das Material "Aluminium" berücksichtigt.
[0004] Leiter aus Aluminium werden insbesondere aus Gewichts- und Kostengründen vermehrt
als Ersatz für Kupferleiter verwendet. Haupteinsatzgebiete derartiger Leiter sind
beispielsweise die Automobil- und die Flugzeugtechnik. Die geringere elektrische Leitfähigkeit
des Aluminiums gegenüber Kupfer spielt für die meisten Anwendungen keine Rolle, da
sie gegebenenfalls durch eine Querschnittsanpassung kompensiert werden kann. Probleme
ergeben sich aber beim Anbringen von Kontaktteilen an den Leitern, da Aluminiumleiter
von einer elektrisch sehr schlecht leitenden Oxidschicht umgeben sind. Dieser Mangel
macht sich besonders bei aus einer Vielzahl von Einzeldrähten bestehenden, auch als
Litzenleiter bezeichneten Leitern bemerkbar, von denen jeder von einer ohne Sonderbehandlung
nicht zu vermeidenden Oxidschicht umgeben ist. Diese Problematik ist seit langem bekannt
und in zahlreichen Druckschriften beschrieben, von denen im Folgenden drei Schriften
erwähnt sind.
[0005] Die
US 5,517,755 A betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Verbinders für einen Litzenleiter. Die
Einzeldrähte des Litzenleiters bestehen aus Kupfer. Der Litzenleiter soll fest mit
einem als leitende Oberfläche bezeichneten Bauteil verbunden werden. Dazu wird um
das Ende des Litzenleiters ein Ring herumgelegt, durch welchen der Verbund der Einzeldrähte
auf einen kleineren Durchmesser zusammengedrückt wird. Die Einzeldrähte, die am stirnseitigen
Ende des Rings aus demselben herausragen, werden in Höhe des Rings abgetrennt, so
dass sie mit demselben in einer Ebene liegen. Der Litzenleiter wird abschließend in
einen auf der Oberfläche vorhandenen Vorrat an Lötmaterial gesteckt und mit der Oberfläche
verlötet.
[0006] Aus der
DE 102 23 397 B4 geht ein Verfahren hervor, mit dem ein Kontaktelement elektrisch gut leitend an einem
Litzenleiter aus Aluminiumdrähten angebracht werden soll. Dazu wird auf das Ende des
Litzenleiters zunächst eine an der Innenseite verzinnte metallische Hülse aufgeschoben.
Die Einzeldrähte werden dann an ihren Stirnseiten untereinander und mit der Hülse
mittels Ultraschalls oder Schutzgasschweißens verzinnt oder verschweißt. Die die Einzelleiter
umgebenden Oxidschichten sollen dabei aufgebrochen werden. Es ergibt sich eine deckelartige
Verzinnung bzw. Verschweißung am Ende des Litzenleiters. Abschließend wird das Kontaktelement
aufgeschoben und mit dem Ende des Litzenleiters verpreßt. Die deckelartige Verzinnung
bzw. Verschweißung wird vom Verpressen ausgenommen.
[0007] Die
DE 103 46 160 B3 beschreibt ein Verfahren zur Kontaktierung eines als Litzenleiter ausgeführten Aluminiumleiters,
bei welchem auf das Ende des Aluminiumleiters eine an der Innenseite verzinnte, beispielsweise
aus Kupfer bestehende Kontaktklemme aufgeschoben wird. Die rohrförmig ausgeführte
Kontaktklemme wird an der Stirnseite des Aluminiumleiters mittels Ultraschall-Verzinnung
gemeinsam mit demselben verzinnt oder mittels eines bekannten Schweißverfahrens metallisch
mit demselben verschweißt.
[0008] Bei dem Verfahren nach der
DE 103 57 048 A1 wird auf das Ende eines aus Aluminium bestehenden Litzenleiters ein Vorrat eines
Kontaktierungsmittels aufgebracht und zumindest bis in den Bereich seiner Schmelztemperatur
erwärmt. Dabei soll über das Kontaktierungsmittel zur Ausbildung einer elektrischen
Kontaktierung eine stoffliche Verbindung zwischen dem Litzenleiter und einem gleichzeitig
oder anschließend aufgeschobenen, topfartigen Kontaktelement hergestellt werden. Zum
Aufbringen des Kontaktierungsmittels kann der Litzenleiter in ein Zinnbad eingetaucht
werden. Dabei kann ein Teil des Litzenleiters zur Bildung einer frischen Trenn- oder
Schneidfläche im Zinnbad abgetrennt oder abgeschnitten werden. Das Kontaktelement
wird mit zugentlastender Wirkung um den Litzenleiter herumgepreßt.
[0009] Auch aus der eingangs erwähnten
DE 199 08 031 B4 geht ein Verfahren hervor, mit dem ein Kontaktelement am Ende eines aus Einzeldrähten
aus Aluminium bestehenden elektrischen Leiters angebracht wird. Dazu wird zunächst
eine beispielsweise aus Kupfer bestehende Stützhülse um das Ende des Leiters herumgelegt
und mit demselben verpreßt. Danach wird ein Kontaktelement mit der Stirnseite des
Leiters so verschweißt, dass auch die Stützhülse mit erfaßt ist. Das Verschweißen
kann durch einen Reibschweißvorgang realisiert werden, in welchem das Kontaktelement
mit hoher Geschwindigkeit um seine Achse gedreht und gegen die Stirnseite des Leiters
gedrückt wird. Dieses Verfahren erfordert für das Verschweißen von Leiter und Kontaktelement
einen hohen apparativen Aufwand.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das eingangs geschilderte Verfahren zu
vereinfachen.
[0011] Diese Aufgabe wird entsprechend den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst.
[0012] Bei Einsatz dieses Verfahrens wird am Ende des Leiters nach der Festlegung des als
Hülse ausgeführten Kontaktelements in einem einfachen Arbeitsschritt zunächst eine
plane Fläche an der Stirnseite erzeugt, in welcher auch die Hülse erfaßt ist, welche
eine glatte, ebene Grundlage für das Aufbringen einer Schicht aus lötfähigem Material
darstellt. Als lötfähiges Material wird insbesondere und mit Vorteil Zinn verwendet.
Statt der Worte "lötfähiges Material" wird daher im Folgenden das Wort "Zinn" verwendet,
stellvertretend für alle verwendbaren lötfähigen Materialien. Durch die mechanische
Bearbeitung der Stirnfläche des Leiters werden dort vorhandene Oxidschichten abgetragen,
so dass das auf die Stirnfläche aufgebrachte Zinn mit dem leitfähigen Material aller
Einzeldrähte des Leiters verbunden wird. Ein an dem Kontaktelement und insbesondere
an der Schicht aus Zinn angebrachter elektrischer Kontakt, der mit dem Zinn durch
Wärmezufuhr verbunden wird, hat dementsprechend einen elektrisch leitfähigen Kontakt
zum Gesamtquerschnitt des Leiters.
Die mechanische Bearbeitung der Stirnfläche des Leiters, beispielsweise mittels eines
Fräsers, und die Beschichtung derselben mit dem Zinn werden unter Schutzgas durchgeführt.
Es kann sich dann vor dem Beschichten der Stirnfläche mit dem Zinn werden keine neue
Oxidschicht auf der Stirnfläche des Leiters bilden. Dabei kann das Zinn beispielsweise
durch Eintauchen des bearbeiteten Leiterendes in ein Zinnbad aufgebracht werden.
[0013] Durch den Tauchvorgang des Leiterendes in ein Zinnbad bleibt gleichzeitig an der
Umfangsfläche des Kontaktelements bzw. der Hülse ebenfalls Zinn haften. Durch die
so erweiterte Zinnschicht kann der Kontakt zu einem an dem Kontaktelement bzw. der
Hülse anzubringenden elektrischen Kontakt weiter verbessert werden.
[0014] Das Verfahren nach der Erfindung wird anhand der Zeichnungen in einem Ausführungsbeispiel
erläutert.
[0015] Es zeigen:
Fig. 1 das Ende einer elektrischen Leitung.
Fig. 2 die Leitung nach Fig. 1 mit auf deren Leiter angebrachtem Kontaktelement.
Fig. 3 schematisch eine Bearbeitung des Leiterendes.
Fig. 4 das Leiterende mit einer zusätzlichen Schicht.
Fig. 5 und 6 schematisch zwei Anordnungen zur Beschichtung des Leiterendes.
[0016] In Fig. 1 ist das Ende einer elektrischen Leitung 1 dargestellt, die einen von einer
Isolierung 2 umgebenen elektrischen Leiter 3 aufweist. Der Leiter 3 ist aus einer
Vielzahl von Einzeldrähten 4 aufgebaut, die aus Aluminium bestehen und vorzugsweise
miteinander verseilt sind. Ein solcher Leiter wird auch als Litzenleiter bezeichnet.
Die Isolierung 2 ist am Ende der Leitung 1 entfernt, so dass der Leiter 3 freiliegt.
[0017] Auf dem Ende des Leiters 3 ist eine als Kontaktelement vorgesehene Hülse 5 aus Aluminium
angebracht. Die Hülse 5 wird durch mechanische Bearbeitung um den Leiter 3 herumgepreßt,
so dass die Einzeldrähte 4 desselben fest zusammengedrückt werden und die Hülse 5
den Leiter 3 fest und lückenlos umgibt. Der Preßvorgang ist durch Pfeile 6 angedeutet.
Er wird so durchgeführt, dass die Umfangsfläche der Hülse 5 auch nach dem Verpressen
mit dem Leiter 3 zumindest annähernd zylindrisch ist.
[0018] Nach dem Verpressen der Hülse 5 mit dem Leiter 3 wird dessen Stirnfläche mechanisch
bearbeitet. Das ist in Fig. 3 durch Pfeile 7 angedeutet. Dabei wird beispielsweise
mittels eines Fräsers eine Schicht vom Leiterende und von der dasselbe umgebenden
Hülse 5 abgetragen, so dass sich eine plane Stirnfläche ergibt. Bei diesem Vorgang
werden auch Oxidschichten vom Leiterende entfernt, so dass das Aluminium der Einzeldrähte
4 metallisch blank vorliegt.
[0019] Die mechanische Behandlung des Leiterendes mit dem geschilderten Abtragen einer Schicht
wird unter Schutzgas durchgeführt, so dass sich auf der erzeugten planen Stirnfläche
keine neue Oxidschicht bilden kann. Das so behandelte Leiterende wird danach unter
Beibehalt der Schutzgasatmoshäre in ein Zinnbad 8 (Fig. 5 und 6) eingetaucht. Es wird
dadurch auf der planen Stirnfläche des Leiters 3 eine Zinnschicht 9 erzeugt, die sich
entsprechend der Darstellung in Fig. 4 bis über die Umfangsfläche der Hülse 5 erstreckt.
Die Zinnschicht 9 hat metallischen und damit elektrisch leitenden Kontakt zum Aluminium
aller Einzelleiter 4 des Leiters 3.
1. Verfahren zum Befestigen eines Kontaktelements (5) am Ende eines elektrischen Leiters
(3), der aus einer Vielzahl von miteinander verseilten Einzeldrähten (4) aus einem
Aluminium enthaltenden Material besteht, mit welchem um das Ende des Leiters eine
rohrförmige, als Kontaktelement dienende und aus einem Metall bestehende Hülse (5)
herumgelegt und mit dem Leiter (3) verpreßt wird,
dadurch gekennzeichnet,
- dass nach der Festlegung der aus einem Metall auf Aluminiumbasis bestehenden Hülse (5)
am Leiter (3) die Stirnseite desselben und das Ende der Hülse (5) mechanisch so bearbeitet
werden, dass sich eine durchgehende plane Fläche ergibt,
- dass auf die plane Fläche unmittelbar nach der mechanischen Bearbeitung eine geschlossene
Schicht (9) aus einem lötfähigen Material aufgetragen wird, an der ein elektrischer
Kontakt angebracht wird, der mit der Schicht (9) durch Wärmezufuhr derart verbunden
wird, dass er elektrisch leitfähigen Kontakt zum Gesamtquerschnitt des Leiters hat,
und
- dass die Erzeugung der planen Fläche und die Anbringung der Schicht (9) aus lötfähigem
Material unter Schutzgas durchgeführt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ende des Leiters nach der Erzeugung der planen Fläche in ein Bad (8) mit lötfähigem
Material getaucht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Ende des Leiters (3) in dem Bad (8) mit lötfähigem Material mittels Ultraschalls
behandelt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (9) aus dem lötfähigen Material bis über die Umfangsfläche der Hülse
(5) erstreckt wird.
1. A method for fixing a contact element (5) at the end of an electrical conductor (3),
which consists of a plurality of individual wires (4) stranded together made from
a material containing aluminum, with which a tubular sleeve (5) serving as a contact
element and consisting of a metal is wrapped around the end of the conductor and is
pressed with the conductor (3),
characterized in
- that after fixing the sleeve (5) consisting of an aluminum-based metal on the conductor
(3) the end face of the same and the end of the sleeve (5) are mechanically processed
such that a continuous plane surface arises,
- that immediately after the mechanical processing a closed layer (9) made of a material
capable of being soldered is applied to the plane surface, to which an electrical
contact is attached, which is connected with the layer (9) by supplying heat in such
a manner that it has electrically conductive contact to the overall cross section
of the conductor, and
- that the generation of the plane surface and the application of the layer (9) made of
material capable of being soldered are carried out under protective gas.
2. A method according to Claim 1, characterized in that after the generation of the plane surface the end of the conductor is immersed in
a bath (8) with material capable of being soldered.
3. A method according to Claim 2, characterized in that the end of the conductor (3) is treated by means of ultra-sound in the bath (8) with
material capable of being soldered.
4. A method according to Claim 1, characterized in that the layer (9) made of the material capable of being soldered is extended to over
the circumferential surface of the sleeve (5).
1. Procédé pour la fixation d'un élément de contact (5) à l'extrémité d'un conducteur
électrique (3), qui est constitué d'une pluralité de fils individuels (4) en matériau
contenant de l'aluminium câblés ensemble, avec lequel, autour de l'extrémité du conducteur,
un manchon tubulaire (5), servant d'élément de contact et constitué de métal, est
posé et comprimé avec le conducteur (3),
caractérisé en ce que
- après la fixation du manchon (5) en métal à base d'aluminium sur le conducteur (3),
la face frontale de celui-ci et l'extrémité du manchon (5) sont usinés mécaniquement
de façon à obtenir une surface plane continue,
- sur la surface plane, immédiatement après l'usinage mécanique, une couche fermée
(9) constituée d'un matériau brasable est appliquée, sur laquelle est monté un contact
électrique, qui est relié avec la couche (9) par un apport de chaleur de façon à avoir
un contact électro-conducteur avec l'ensemble de la section du conducteur et
- la réalisation de la surface plane et l'application de la couche (9) en matériau
brasable sont effectuées sous un gaz inerte.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'extrémité du conducteur est plongée, après la réalisation de la surface plane,
dans un bain (8) de matériau brasable.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'extrémité du conducteur (3) est traité avec des ultrasons dans le bain (8) de matériau
brasable.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la couche (9) en matériau brasable est étendue jusqu'au-dessus de la surface circonférentielle
du manchon (5).