[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Ein derartiges Verfahren und eine entsprechende Vorrichtung sind aus
US 5678427 bekannt.
[0003] Es gibt Bedarf an Luftzerlegungsanlagen, die neben einem unreinen Sauerstoffprodukt
(oftmals unter relativ geringem Druck) auch relativ viel gasförmiges Druckstickstoffprodukt
(Druck-GAN) erzeugen. Dabei ist der Stickstoffbedarf allerdings noch deutlich geringer
als bei den Spezialfällen mit extrem hohem Druck-GAN-Bedarf, zum Beispiel IGCC-Kraftwerken.
[0004] Für solche Anwendungen mit relativ hohem Druck-GAN-Bedarf wurden in den letzten Jahren
spezielle Lösungen ausgearbeitet, etwa Verfahren mit erhöhtem Betriebsdruck und mehr
als zwei Rektifikationskolonnen. Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf Gas-und-Dampf-Kraftwerke
(GuD), international meistens als IGCC (Integrated Gasification Combined Cycle) bezeichnet.
[0005] Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren, bei denen relativ viel Druck-GAN, nämlich
das 0.7,2- bis ca. 1,5-Fache der Sauerstoffproduktmenge. Bisher wurde diese Anforderung
zum Beispiel konventionell gelöst mit einem Doppelsäulen-Verfahren mit Entnahme des
Druck-GAN aus der Hochdrucksäule und Einblaseturbine, also der Einleitung von turbinenentspannter
Luft in die Niederdrucksäule, zur Erzeugung der Verfahrenskälte; hier erzielt man
nur eine relativ schlechte Sauerstoffausbeute und benötig viel Einsatzluft.
[0006] Alternativ wird - ebenfalls unter Einsatz eines Doppelsäulen-Verfahrens mit Entnahme
des Druck-GAN aus der Hochdrucksäule - Luft in einem Luft-Nachverdichter nachverdichtet
zwecks Kälteproduktion in einer Mitteldruckturbine, die in die Hochdrucksäule entspannt.
Hier wird eine zusätzliche Maschine benötigt.
[0007] Ein anderes Verfahren mit Einsatz eines Doppelsäulen-Verfahrens mit Entnahme des
Druck-GAN aus der Hochdrucksäule weist einen Niederdruck-GAN-Nachverdichter und eine
Einblaseturbine zwecks Kälteproduktion auf. Hier wird ebenfalls eine zusätzliche Maschine
eingesetzt.
[0008] Vor Kurzem wurden auch Verfahren entwickelt, bei denen Kälteproduktion □ Niederdruck-GAN-Verdichter
wird benötigt, bei denen drei Säulen und ein Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer
eingesetzt werden. Diese Verfahren sind zwar effizient, gleichwohl aber aufwendiger
durch die Verwendung zweier Luftdrücke.
[0009] Zusammengefasst weisen energieeffiziente Verfahren hohe Investitionskosten auf und
beim klassischen Doppelsäule-Verfahren tritt eine relativ niedrige Effizienz verbunden
mit ebenfalls relativ hohen Kosten auf.
[0010] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu finden, welches
die angestrebte Produktkombination nicht nur effizient erzeugt, sondern auch relativ
geringe Investitionskosten erfordert.
[0011] Diese Aufgabe wird durch die Kombination der Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0012] Im Rahmen der Erfindung hat sich herausgestellt, dass die erfindungsgemäße Rückführung
des Kondensats aus dem Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer in die Hochdrucksäule
mittels einer Pumpe entscheidend für die Kälte- und Mengenbilanz des Verfahrens ist.
Nur so ist es möglich, die gesamte Verfahrenskälte durch die Turbine bereitzustellen,
die zwischen dem Betriebsdruck der Hochdrucksäule und dem Druck in dem Verflüssigungsraum
des Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfers betrieben wird. Dadurch wird weder eine
Einblaseturbine noch eine Mitteldruckturbine benötigt. Das Destillationssäulen-System
zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung kommt mit den üblichen zwei Säulen aus.
[0013] Die Kälteproduktion wird weiter verbessert, indem die stickstoffangereicherte Zwischenfraktion
stromaufwärts der arbeitsleistenden Entspannung angewärmt wird. Insbesondere wird
sie im Hauptwärmetauscher auf eine Zwischentemperatur von beispielsweise 100 bis 120
K, vorzugsweise 100 bis 110 K erwärmt.
[0014] Bei der Erfindung ist es wichtig, dass der Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer eine
besonders effiziente Verdampfung aufweist. Dies wird insbesondere dadurch ermöglicht,
dass er entweder als Forced-Flow-Verdampfer oder als Fallfilmverdampfer ausgebildet
ist.
[0015] Besonders niedriger apparativer Aufwand wird im Rahmen der Erfindung erzielt, indem
die gesamte Einsatzluft in allen Stufen eines dreistufigen Hauptluftverdichters auf
dessen Enddruck verdichtet wird. Vorzugsweise stellt der dreistufige Hauptluftverdichter
die einzige Maschine dar, die mit externer Energie betrieben wird.
[0016] Grundsätzlich kann die Sauerstofffraktion unmittelbar gasförmig aus der Niederdrucksäule
abgezogen, im Hauptwärmetauscher angewärmt und als Produkt gewonnen werden. In vielen
Fällen ist es jedoch günstiger, wenn die Sauerstofffraktion in flüssigem Zustand aus
dem unteren Bereich der Niederdrucksäule abgezogen wird und der Anwärmung in dem Hauptwärmetauscher
in einem Nebenkondensator, der als Kondensator-Verdampfer ausgebildet ist, in indirektem
Wärmeaustausch mit einem Teilstrom der Einsatzluft verdampft wird. Der Nebenkondensator
bewirkt eine leichte Erhöhung des Abgabedrucks, beispielsweise um 0,2 bar und eine
leichte Erhöhung des Sauerstoffgehalts, ohne dass dabei zusätzlich Energie aufgewandt
werden müsste.
[0017] Im Rahmen der Erfindung kann auch Hochdrucksauerstoff durch Innenverdichtung der
Niederdrucksäulen-Sumpfflüssigkeit oder der Flüssigkeit aus dem Verdampfungsraum eines
Nebenkondensators gewonnen werden.
[0018] Die Erfindung betrifft außerdem eine Vorrichtung gemäß Patentanspruch 10. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung kann durch Vorrichtungsmerkmale ergänzt werden, die den Merkmalen einzelner,
mehrerer oder aller abhängigen Verfahrensansprüche entsprechen.
[0019] Die Erfindung sowie weitere Einzelheiten der Erfindung werden im Folgenden anhand
von in den Zeichnungen schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Hierbei zeigen:
- Figur 1
- ein erstes Ausführungsbespiel, bei dem das gesamte Unreinsauerstoffprodukt in einem
Nebenkondensator verdampft wird,
- Figuren 1a und 1b
- Abwandlungen des Verfahrens von Figur 1,
- Figur 2
- ein zweites Ausführungsbeispiel, bei dem ein Teil des Unreinsauerstoffprodukts mittels
Innenverdichtung unter höherem Druck gewonnen wird und
- Figuren 3 bis 6
- weitere Ausführungsbeispiele, die auf demjenigen von Figur 2 aufbauen.
[0020] In dem Verfahren von
Figur 1 wird atmosphärische Luft (AIR) 1 über ein Filter 2 von einem dreistufigen Hauptluftverdichter
3 mit Zwischenkühlung (nicht dargestellt) verdichtet. Die auf ca. 5,5 bar verdichtete
Einsatzluft 4 wird in einer Vorkühlung 5 und einer Reinigungseinrichtung 6 weiter
behandelt. Die verdichtete und gereinigte Einsatzluft 7 wird in einen Hauptwärmetauscher
8 eingeleitet und dort auf etwa Taupunkt abgekühlt. Ein erster Teil 10 der abgekühlten
Einsatzluft wird direkt in die Hochdrucksäule 11 eines Destillationssäulen-Systems
zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung eingeleitet.
[0021] Das Destillationssäulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung umfasst außerdem
eine Niederdrucksäule 12, einen Hauptkondensator 13 und einen Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer
14. Die beiden Kondensatoren 13, 14 sind jeweils als Kondensator-Verdampfer ausgebildet.
[0022] Ein zweiter Teil 15 der abgekühlten Einsatzluft 9 strömt durch den Verflüssigungsraum
eines Nebenkondensators 16, der ebenfalls als Kondensator-Verdampfer ausgebildet ist
und als Badverdampfer funktioniert. Die vollständig oder teilweise verflüssigte Luft
17 wird der Hochdrucksäule 11 an einer Zwischenstelle zugeleitet. Mindestens ein Teil
18 der flüssigen Luft wird gleich wieder entnommen, in einem Unterkühlungs-Gegenströmer
19 abgekühlt und über Leitung 20 der Niederdrucksäule 12 zugeleitet.
[0023] Flüssiger Rohsauerstoff 21 der Hochdrucksäule 11 wird ebenfalls im Unterkühlungs-Gegenströmer
19 unterkühlt und strömt anschließend über Leitung 22 zur Niederdrucksäule 12. Gasförmiger
Kopfstickstoff 23 der Hochdrucksäule 11 wird zu einem ersten Teil 24 im Hauptkondensator
vollständig oder fast vollständig verflüssigt.
[0024] Der dabei gewonnene flüssige Stickstoff 25 wird vollständig als Rücklauf auf die
Hochdrucksäule 11 aufgegeben.
[0025] Ein zweiter Teil 35 des gasförmigen Kopfstickstoffs 23 der Hochdrucksäule 11 wird
im Hauptwärmetauscher 8 angewärmt und über Leitung 36 als gasförmiges Druckstickstoffprodukt
(PGAN) gewonnen.
[0026] Eine stickstoffangereicherte Zwischenfraktion 26 der Hochdrucksäule 11 weist in dem
Beispiel einen Stickstoffgehalt von 99 mol-% auf. Man kann sie auch als Unreinstickstoff
bezeichnen. Sie wird dem kalten Ende des Hauptwärmetauschers 8 zugeleitet und dort
auf eine Zwischentemperatur von beispielsweise104 K angewärmt. Die angewärmte Zwischenfraktion
27 wird in einer Expansionsturbine 28 arbeitsleistend entspannt und anschließend über
Leitung 29 in den Verflüssigungsraum des Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfers 14
eingeleitet. Die Turbine 28 wird von einem elektrischen Generator gebremst. Alternativ
könnte auch eine dissipative Bremse wie zum Beispiel eine Ölbremse eingesetzt werden.
[0027] Der teilweise oder vollständig verflüssigte Unreinstickstoff 30 wird erfindungsgemäß
mittels einer Pumpe 31 über Leitung 32 in die Hochdrucksäule 11 zurückgeleitet. Die
Einleitung erfolgt in dieser Darstellung im unterkühlten Zustand; alternativ kann
der Strom 32 vor seiner Einleitung in die Hochdrucksäule 11 im Unterkühlungs-Gegenströmer
19 oder in einem separaten Unterkühlungs-Gegenströmer angewärmt werden. Ein Teil der
in die Hochdrucksäule 11 eingespeisten Flüssigkeit wird über Leitung 33 wieder aus
der Hochdrucksäule 11 entnommen, im Unterkühlungs-Gegenströmer 19 abgekühlt und über
Leitung 34 der Niederdrucksäule 12 als Kopfrücklauf zugeführt.
[0028] Der Verdampfungsraum des Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfers 14 ist als Forced-Flow-Verdampfer
ausgebildet. In diesen wird die gesamte Rücklaufflüssigkeit der Niederdrucksäule 12
eingeleitet. Der Flüssig verbliebene Anteil (L) fließt weiter die Niederdrucksäule
12 hinab, der verdampfte Anteil (V) strömt zurück in den oberen Teil der Niederdrucksäule
12.
[0029] Aus der Niederdrucksäule 12, genauer aus dem Verdampfungsraum des Hauptkondensators
13, wird eine Sauerstofffraktion 37 mit einem Sauerstoffgehalt von 92,2 mol-% flüssig
abgezogen, in den einige Meter tiefer angeordneten Nebenkondensator 16 geleitet und
dort zum größten Teil unter einem Druck und mit einem Sauerstoffgehalt von 95 mol-%
zum größten Teil verdampft. Der verdampfte Sauerstoff 38 wird im Hauptwärmetauscher
8 auf etwa Umgebungstemperatur angewärmt und über Leitung 39 als gasförmiges Unreinsauerstoffprodukt
(GOX) gewonnen wird. Eine kleine Spülmenge wird kontinuierlich oder von Zeit zu Zeit
über die Spülleitung 40 flüssig aus dem Verdampfungsraum des Nebenkondensators 16
entnommen und in den warmen Sauerstoffstrom 39 eingeführt. Alternativ kann dieser
Strom in einer Pumpe auf überkritischen Druck gebracht, im Wärmetauscher angewärmt
und dem Sauerstoffstrom 39 zugeführt werden.
[0030] Vom Kopf der der Niederdrucksäule 12 wird unreiner Stickstoff 41 als Restgas entnommen
und nach Anwärmung in Unterkühlungs-Gegenströmer 19 und Hauptwärmetauscher 8 über
Leitung 42 entweder als Regeneriergas für die Reinigungseinrichtung 6 genutzt, als
trockenes Gas in einem Verdunstungskühler eingesetzt oder verworfen.
[0031] Figur 1a unterscheidet sich nur dadurch von Figur 1, dass nur ein Teil 30a des Flüssigstickstoffs
30 aus dem Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer 14 in Pumpe 31 auf etwas über Hochdrucksäulendruck
gebracht wird. Der Rest 30b bildet die Rücklaufflüssigkeit für die Niederdrucksäule
12 und wird wie gehabt im Unterkühlungs-Gegenströmer 19 abgekühlt und über Leitung
34 auf den Kopf der Niederdrucksäule 12 aufgegeben.
[0032] Der Unterschied in
Figur 1 b gegenüber Figur 1 besteht in einem zusätzlichen Stoffaustauschabschnitt am Kopf der
Niederdrucksäule 12, dem Reinstickstoffabschnitt 112. Dieser ermöglicht es, vom Kopf
der Niederdrucksäule 12 ein reines Niederdruckstickstoffprodukt 141 abzuziehen, das
nach Anwärmung im Hauptwärmetauscher 8 als Gasprodukt (LPGAN) gewonnen wird.
[0033] Figur 2 entspricht weitgehend Figur 1, ermöglicht aber die Gewinnung weiterer Produkte:
- Hochdruck-Sauerstoffprodukt
- Flüssigsauerstoffprodukt
- Flüssigstickstoffprodukt
[0034] Hier wird über Leitung 240 eine größere Menge Flüssigkeit als bei Figur 1 aus dem
Verdampfungsraum des Nebenkondensators 16 abgezogen. Ein erster Teil 243 wird in einer
Sauerstoffpumpe 244 auf einen erhöhten Produktdruck gebracht, der überkritisch oder
unterkritisch sein kann. der Hochdruck-Sauerstoff 245 wird zum Hauptwärmetauscher
8 geführt und dort verdampfet (oder - bei überkritischen Druck - pseudo-verdampft)
und auf Umgebungstemperatur angewärmt. Über Leitung 246 wird schließlich das Hochdruck-Sauerstoffprodukt
(GOXIV1) gewonnen.
[0035] Ein zweiter Teil 241 der Flüssigkeit 240 wird - gegebenenfalls nach Unterkühlung
im Unterkühlungs-Gegenströmer 19 über Leitung 242 als Flüssigstickstoffprodukt (LOX)
gewonnen.
[0036] Über Leitung 226 wird ferner ein Flüssigstickstoffprodukt (LIN) aus einem Teil des
im Hauptkondensator 13 kondensierten Stickstoffs 225 gewonnen.
[0037] Im Vergleich zu Figur 2 erlaubt das Ausführungsbeispiel von
Figur 3 höhere Produktdrücke beziehungsweise größere Mengen im innenverdichteten Produkt
243, 244, 245, 246 (GOXIV1); dazu wird ein mit externer Energie angetriebener Luftnachverdichter
(BAC - Booster Air Compressor) 303 eingesetzt, der einen Teil 307 der verdichteten
und gereinigten Luft auf einen Druck bringt, der deutlich höher als der Betriebsdruck
der Hochdrucksäule 11 ist.
[0038] Der Kaltverdichter403 wird durch eine zweite Entspannungsmaschine, nämlich eine Luftturbine
450 angetrieben, die einen Teil 451 der Einsatzluft in die Niederdrucksäule 12 einbläst
(Leitung 452).
[0039] Etwas Ähnliches wird in
Figur 4 erreicht, allerdings ohne den Verbrauch externer Energie. Hierzu wird ein Teil 407
der Einsetzluft in einem Kaltverdichter 403 nachverdichtet. Die nachverdichtete Luft
wird nach Abkühlung über Leitung 315 in den Verflüssigungsraum des Nebenkondensators
16 eingeleitet. Dieser wird insgesamt auf erhöhtem Druck betrieben, indem der Druck
der Sauerstoffs 37 für die Verdampfungsseite in einer Pumpe 444 erhöht wird.
[0040] In
Figur 5 wird die Gesamtluft im Hauptluftverdichter 3 auf einen Druck verdichtete, der mindestens
3 bar über dem Betriebsdruck der Hochdrucksäule 11 liegt. Das Ausführungsbeispiel
ähnelt Figur 3, allerdings wird die Nachverdichtung wie in Figur 1 durch turbinengetriebene
Maschinen vorgenommen, nämlich durch zwei seriell verbundene Kaltverdichter 555, 556.
Der zweite Kaltverdichter 556 wird wiederum von einer Einblaseturbine 551 angetrieben,
also von einer Luftturbine, die in die Niederdrucksäule 12 entspannt. Der erste Kaltverdichter
555 ist mit einer Mitteldruckturbine 552 gekoppelt, also mit einer Luftturbine, die
in die Hochdrucksäule 11 entspannt.
[0041] Bei dem Ausführungsbeispiel der
Figur 6 wird im Gegensatz zu den vorangehenden Ausführungsbeispielen die Entspannungsmaschine
28 nicht mit einer Zwischenfraktion, sondern mit gasförmigem Stickstoff vom Kopf der
Hochdrucksäule 11 betrieben; die übrigen Merkmale des Patentanspruchs 1 sind jedoch
auch hier erfüllt.
1. Verfahren zur Erzeugung von gasförmigem unreinen Sauerstoff und gasförmigem Druckstickstoff
durch Tieftemperaturzerlegung von Luft in einem Destillationssäulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung,
das eine Hochdrucksäule (11), eine Niederdrucksäule (12) sowie einen Hauptkondensator
(13) und eine Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer (14) aufweist, die beide als Kondensator-Verdampfer
ausgebildet sind, bei dem
- verdichtete und gereinigte Einsatzluft (7) in einem Hauptwärmetauscher (8) abgekühlt
wird,
- eine Sauerstofffraktion (37, 38) aus dem unteren Bereich der Niederdrucksäule (12)
abgezogen, in dem Hauptwärmetauscher (8) angewärmt und als gasförmiges Unreinsauerstoffprodukt
(39) gewonnen wird,
- eine Stickstofffraktion (35) vom Kopf der Hochdrucksäule (11) abgezogen, in dem
Hauptwärmetauscher (8) angewärmt und als gasförmiges Druckstickstoffprodukt (36) gewonnen
wird,
- eine stickstoffangereicherte Zwischenfraktion (26, 27) aus der Hochdrucksäule (11)
arbeitsleistend entspannt (28) wird und
- die arbeitsleistend entspannte stickstoffangereicherte Zwischenfraktion (29) in
den Verflüssigungsraum des Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfers (14) eingeleitet
und dort mindestens teilweise verflüssigt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
- mindestens ein Teil der im Verflüssigungsraum des Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfers
(14) gebildeten Flüssigkeit (30) in die Hochdrucksäule (11) eingeleitet (32) wird,
wobei
- der Druck der Flüssigkeit (30; 30a) stromaufwärts der Einleitung (32) in die Hochdrucksäule
(11) mittels einer Pumpe (31) erhöht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die stickstoffangereicherte Zwischenfraktion (26) stromaufwärts der arbeitsleistenden
Entspannung (28) angewärmt (8) wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anwärmung der stickstoffangereicherter Zwischenfraktion in dem Hauptwärmetauscher
(8) durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer (14) als Forced-Flow-Verdampfer ausgebildet
ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer (14) als Fallfilmverdampfer ausgebildet
ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die gesamte Einsatzluft in allen Stufen eines dreistufigen Hauptluftverdichters (3)
auf dessen Enddruck verdichtet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der dreistufige Hauptluftverdichter (3) die einzige Maschine darstellt, die mit externer
Energie betrieben wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Sauerstofffraktion (37) in flüssigem Zustand aus dem unteren Bereich der Niederdrucksäule
(12) abgezogen wird und stromaufwärts der Anwärmung in dem Hauptwärmetauscher (8)
in einem Nebenkondensator (16), der als Kondensator-Verdampfer ausgebildet ist, in
indirektem Wärmeaustausch mit einem Teilstrom (15) der Einsatzluft verdampft wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil der Sauerstofffraktion aus dem unteren Bereich der Niederdrucksäule
in flüssigem Zustand auf einen erhöhten Produktdruck gebracht und unter diesem erhöhten
Produktdruck in dem Hauptwärmetauscher (8) verdampft oder pseudo-verdampft und angewärmt
wird und die angewärmte Sauerstofffraktion als gasförmiges Hochdruck-Sauerstoffprodukt
gewonnen wird.
10. Vorrichtung zur Erzeugung von gasförmigem unreinen Sauerstoff und gasförmigem Druckstickstoff
durch Tieftemperaturzerlegung von Luft mit
- einem Destillationssäulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung, das eine Hochdrucksäule
(11), eine Niederdrucksäule (12) sowie einen Hauptkondensator (13) und eine Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer
(14) aufweist, die beide als Kondensator-Verdampfer ausgebildet sind,
- einem Hauptwärmetauscher (8) zum Abkühlen verdichteter und gereinigter Einsatzluft
(7),
- mit Mitteln zum Einleiten einer Sauerstofffraktion (37, 38) aus dem unteren Bereich
der Niederdrucksäule (12) in den Hauptwärmetauscher (8) und zum Gewinnen der angewärmten
Sauerstofffraktion aus dem HWE (6) gasförmiges Unreinsauerstoffprodukt (39),
- Mitteln zum Abziehen einer Stickstofffraktion (35) vom Kopf der Hochdrucksäule (11)
und zu deren Anwärmung im Hauptwärmetauscher (8) und zum Gewinnen der angewärmten
Stickstofffraktion als gasförmiges Druckstickstoffprodukt (36),
- Mitteln zum Einleiten einer stickstoffangereicherten Zwischenfraktion (26, 27) aus
der Hochdrucksäule (11) in eine Entspannungsmaschine (28) wird und mit
- Mitteln zum Einleiten der arbeitsleistend entspannten stickstoffangereicherten Zwischenfraktion
(29) in den Verflüssigungsraum des Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfers (14),
gekennzeichnet durch
- Mitteln zum Einleiten von im Verflüssigungsraum des Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfers
(14) gebildeter Flüssigkeit (30) in die Hochdrucksäule (11),wobei
- diese Mittel eine Pumpe (31) zur Erhöhung des Drucks der Flüssigkeit (30; 30a) stromaufwärts
der Einleitung (32) in die Hochdrucksäule (11) aufweisen.