(19)
(11) EP 3 344 510 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
25.12.2019  Patentblatt  2019/52

(21) Anmeldenummer: 16795294.4

(22) Anmeldetag:  10.11.2016
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B61D 23/00(2006.01)
B61F 5/26(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2016/077240
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2017/097529 (15.06.2017 Gazette  2017/24)

(54)

FAHRWERK FÜR EIN SCHIENENFAHRZEUG

BOGIE FOR A RAIL VEHICLE

TRAIN DE ROULEMENT DE VÉHICULE FERROVIAIRE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 10.12.2015 AT 510552015

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
11.07.2018  Patentblatt  2018/28

(73) Patentinhaber: Siemens Mobility GmbH
1210 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • WEIDENFELDER, Thomas
    8103 Eisbach (AT)
  • BRANDSTETTER, Jochen
    8010 Graz (AT)
  • GROBBAUER, Michael
    8141 Premstätten (AT)

(74) Vertreter: Deffner, Rolf 
Siemens Mobility GmbH Postfach 22 16 34
80506 München
80506 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
US-A- 981 465
US-A- 1 505 015
   
  • lorirocks777: "New Siemens Vectron locomotives in Liège, Belgium [14.04.12]", , 20. August 2012 (2012-08-20), Seite 1 pp., XP054977102, Gefunden im Internet: URL:https://www.youtube.com/watch?v=1Uh3Cu W7P-Y [gefunden am 2017-01-25]
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Fahrwerk für ein Schienenfahrzeug mit einer Primärfederung, mit einer nicht gefederten Ebene, die ein Rad, eine Radsatzwelle und eine Radsatzlagerung umfasst sowie mit zumindest einer Trittleiter zum Einstieg in einen Führerstand.

[0002] Trittleitern oder Trittstufen an Schienenfahrzeugen dienen dem Einstieg in einen Führerstand bzw. in ein Fahrzeug oder zur Erreichung von Bereichen an Fahrzeugen, in denen Wartungsaktivitäten durchzuführen sind.

[0003] Nach dem Stand der Technik ist z.B. die Siemens-Lokomotive vom Typ Vectron bekannt. Bei diesem Fahrzeug ist auf dem Wagenkasten, unterhalb der Tür in den Führerstand eine Trittstufe angeordnet. Unterhalb der Trittstufe, am unteren Ende und in Verlängerung des Wagenkastens ist eine Trittleiter angeordnet.
Dieser Ansatz besitzt in seiner bekannten Form die nachteilige Eigenschaft eines reduzierten Bauraumangebots für die Trittleiter, da sich z.B. nach der Indischen Norm "Indian Railways - Schedule of Dimensions - 1676 mm Gauge (Broad Gauge, BG), Revision 2004" das Lichtraumprofil in Querrichtung des Fahrzeugs eng an den Wagenkasten schmiegt und nach unten hin verjüngt.
Im Betriebseinsatz des Fahrzeugs ergibt sich außerdem ein erhöhtes Risiko von Überschreitungen des vorgeschriebenen Lichtraumprofils durch die Trittleiter, da die Trittleiter, auf dem Wagenkasten angeordnet und vertikal nach unten in die Ebene des Fahrwerks ragend, mit dem Wagenkasten Querverschiebungen und Ausdrehbewegungen relativ zu Fahrwerk und Schiene ausführt.
Ferner besteht die Gefahr von Kollisionen zwischen der Trittleiter und dem Fahrwerk.

[0004] Weiterhin sind die Lokomotiven der Baureihe 142 der Deutschen Reichsbahn der Deutschen Demokratischen Republik bekannt, bei denen auf den Fahrwerksrahmen Trittstufen angeordnet sind. Auch dieser Ansatz besitzt in seiner bekannten Form die Nachteile eines reduzierten Bauraumangebots für die Trittstufen und eines erhöhten Risikos von Überschreitungen des vorgeschriebenen Lichtraumprofils durch die Trittstufen, da diese mit dem Fahrwerksrahmen Bewegungen relativ zur nicht gefederten Ebene des Fahrwerks sowie zur Schiene ausführen.

[0005] Insbesondere aus "Tfz-Reihe 1016/1116 Taurus" der ÖBB-Produktion GmbH (http://www.oebb-produktion.at/Systemsteuerung/Druckversion.jsp?oid=178&lang=d e, abgerufen am 03.11.2016) ist der Begriff einer Federungsebene bekannt. Im Unterschied zu einer primär gefederten Ebene, die beispielsweise einen Fahrwerksrahmen umfasst, sind auf der nicht gefederten Ebene beispielsweise Räder, Radsatzwellen und Radsatzlagergehäuse angeordnet.

[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Fahrwerk anzugeben.

[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst mit einem Fahrwerk der eingangs genannten Art, bei dem die Trittleiter auf der nicht gefederten Ebene des Fahrwerks angeordnet ist.

[0008] Damit wird der Vorteil erzielt, dass in Querrichtung des Fahrzeugs mehr Platz für die Trittleiter zur Verfügung steht als auf der primär und sekundär gefederten Ebene und die Trittleiter nur die im Vergleich zur primär und sekundär gefederten Ebene für gewöhnlich geringeren Bewegungen der nicht gefederten Ebene des Fahrwerks ausführt. Dadurch sinkt die Gefahr von Verletzungen des Lichtraumprofils. Außerdem bewirkt das Vorhandensein der erfindungsgemäßen Trittleiter am Fahrwerk, dass am Wagenkasten keine ausfahrbare Trittleiter oder ausklappbare Trittstufen angeordnet werden müssen.

[0009] Günstig ist es, wenn das Fahrwerk eine Außenlagerung aufweist und die Trittleiter auf der Radsatzlagerung angeordnet ist. Diese Maßnahme ergibt eine in Bezug auf die konstruktiven Begebenheiten des Fahrwerks vorteilhafte Umsetzung der erfindungsgemäßen Trittleiter für Fahrwerke mit Außenlagerung, da die Radsatzlagerung auf der nicht gefederten Ebene des Fahrwerks angeordnet ist.

[0010] Eine vorteilhafte Ausgestaltung erhält man, wenn das Fahrwerk eine Innenlagerung aufweist und die Trittleiter auf einer gegen die Radsatzwelle gelagerten Konsole, die mittels einer Drehmomentenstütze gegen Verdrehung um die Längsachse der Radsatzwelle gesichert ist, angeordnet ist.
Diese Maßnahme ergibt die in Bezug auf die konstruktiven Begebenheiten des Fahrwerks vorteilhafte Umsetzung der erfindungsgemäßen Trittleiter für Fahrwerke mit Innenlagerung, da die Konsole auf der nicht gefederten Ebene des Fahrwerks angeordnet ist.

[0011] Eine bevorzugte Lösung ergibt sich, wenn sich die lichte Weite der Trittleiter mit der lichten Weite einer Wagenkasten-Trittleiter oder von Wagenkasten-Trittstufen in Längsrichtung des auf der Geraden befindlichen Schienenfahrzeugs überschneidet.
Durch diese Maßnahme wird eine durchgängige und damit ergonomisch vorteilhafte Besteigbarkeit der erfindungsgemäßen Trittleiter am Fahrwerk und einer Wagenkasten-Trittleiter oder von Wagenkasten-Trittstufen erzielt.

[0012] Günstig ist es, wenn zwischen der Trittleiter und dem Ort ihrer Anbringung auf dem Fahrwerk zumindest ein erstes elastisches Lager und ein zweites elastisches Lager angeordnet sind.
Dadurch ergibt sich eine mechanische Entkopplung der Trittleiter und dem Ort ihrer Anbringung.

[0013] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.

[0014] Es zeigen beispielhaft:
Fig. 1:
Einen Aufriss eines Seitenteils eines außengelagerten Fahrwerks mit einem Teil eines Wagenkastens, wobei eine erfindungsgemäße Trittleiter dargestellt ist, und
Fig. 2:
Einen Aufriss eines Seitenteils eines innengelagerten Fahrwerks mit einem Teil eines Wagenkastens, wobei eine erfindungsgemäße Trittleiter dargestellt ist.


[0015] Fig. 1 zeigt eine erste Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Trittleiter für Fahrwerke mit Außenlagerung. Die Trittleiter 3 ist auf einer Radsatzlagerung 4 so angeordnet, dass eine Berührung von sich relativ zur Trittleiter 3 bewegenden Bereichen bzw. Komponenten des Fahrwerks und eines Wagenkastens 1 mit der Trittleiter 3 ausgeschlossen ist.
Die Radsatzlagerung 4 ist einer nicht gefederten Ebene des Fahrwerks zugehörig, auf der weiterhin auch ein Rad 7 und eine Radsatzwelle 10 angeordnet sind.
Zwischen der Trittleiter 3 und der Radsatzlagerung 4 sind zumindest ein erstes elastisches Lager 11 sowie ein zweites elastisches Lager 11 angeordnet, die zu einer mechanischen Entkopplung der Radsatzlagerung 4 von der Trittleiter 3 führen.

[0016] Fig. 2 zeigt eine zweite Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Trittleiter für Fahrwerke mit Innenlagerung. Es werden grundsätzlich die gleichen Bezugszeichen wie in Fig. 1 verwendet. Die Trittleiter 3 ist auf einer Konsole 8 so angeordnet, dass eine Berührung von sich relativ zur Trittleiter 3 bewegenden Bereichen bzw. Komponenten des Fahrwerks und eines Wagenkastens 1 mit der Trittleiter 3 ausgeschlossen ist.
Die Konsole 8 ist einer nicht gefederten Ebene des Fahrwerks zugehörig, auf der weiterhin ein Rad 7 und eine Radsatzwelle 10 angeordnet sind.
Zwischen der Trittleiter 3 und der Konsole 8 sind zumindest ein erstes elastisches Lager 11 und ein zweites elastisches Lager 11 angeordnet, die zu einer mechanischen Entkopplung der Konsole 8 von der Trittleiter 3 führen.
Die Konsole 8 ist über ein Lager 5 mit der Radsatzwelle 10 verbunden und mittels einer Drehmomentenstütze 9 gegen Verdrehung um die Längsachse der Radsatzwelle 10 gesichert. Die erfindungsgemäße Trittleiter 3 ist in diesem Ausführungsbeispiel in der Weise angeordnet, dass sie sich für das auf der Geraden befindliche Fahrzeug in Längsrichtung in einer Flucht mit einer Wagenkasten-Trittleiter 2 befindet. Diese Maßnahme ergibt einen durchgängigen und deshalb ergonomisch vorteilhaften Aufstieg zum Wagenkasten 1.

Liste der Bezeichnungen



[0017] 
1
Wagenkasten
2
Wagenkasten-Trittleiter
3
Trittleiter
4
Radsatzlagerung
5
Lager
6
Primärfederung
7
Rad
8
Konsole
9
Drehmomentenstütze
10
Radsatzwelle
11
Elastisches Lager



Ansprüche

1. Fahrwerk für ein Schienenfahrzeug mit einer Primärfederung, mit einer nicht gefederten Ebene, die ein Rad, eine Radsatzwelle und eine Radsatzlagerung umfasst sowie mit zumindest einer Trittleiter zum Einstieg in einen Führerstand, dadurch gekennzeichnet, dass die Trittleiter (3) auf der nicht gefederten Ebene des Fahrwerks angeordnet ist.
 
2. Fahrwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrwerk eine Außenlagerung aufweist und die Trittleiter (3) auf der Radsatzlagerung (4) angeordnet ist.
 
3. Fahrwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrwerk eine Innenlagerung aufweist und die Trittleiter (3) auf einer gegen die Radsatzwelle (10) gelagerten Konsole (8), die mittels einer Drehmomentenstütze (9) gegen Verdrehung um die Längsachse der Radsatzwelle (10) gesichert ist, angeordnet ist.
 
4. Fahrwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die lichte Weite der Trittleiter (3) mit der lichten Weite einer Wagenkasten-Trittleiter (2) oder von Wagenkasten-Trittstufen in Längsrichtung des auf der Geraden befindlichen Schienenfahrzeugs überschneidet.
 
5. Fahrwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Trittleiter (3) und dem Ort ihrer Anbringung auf dem Fahrwerk zumindest ein erstes elastisches Lager (11) und ein zweites elastisches Lager (11) angeordnet sind.
 
6. Schienenfahrzeug mit zumindest einem Fahrwerk nach einem der Ansprüche 1, 2, 3, 4 oder 5.
 


Claims

1. Bogie for a rail vehicle with a primary suspension, with a non-suspended level which comprises a wheel, a wheelset shaft and a wheelset bearing, and also with at least one stepladder for climbing into a driver's cab, characterised in that the stepladder (3) is arranged on the non-suspended level of the bogie.
 
2. Bogie according to claim 1, characterised in that the bogie has an exterior bearing and the stepladder (3) is arranged on the wheelset bearing (4).
 
3. Bogie according to claim 1, characterised in that the bogie has an interior bearing and the stepladder (3) is arranged on a bracket (8) mounted against the wheelset shaft (10), which is secured against rotating about the longitudinal axis of the wheelset shaft (10) by means of a torque support (9) .
 
4. Bogie according to claim 1, characterised in that the clear span of the stepladder (3) overlaps with the clear span of a vehicle body stepladder (2) or of vehicle body footsteps in the longitudinal direction of the rail vehicle situated on the straight track.
 
5. Bogie according to claim 1, characterised in that at least one first resilient bearing (11) and one second resilient bearing (11) are arranged between the stepladder (3) and the location of its attachment to the bogie.
 
6. Rail vehicle with at least one bogie according to one of the claims 1, 2, 3, 4 or 5.
 


Revendications

1. Châssis destiné à un véhicule ferroviaire et comprenant une suspension primaire, avec un plan non suspendu qui comprend une roue, un arbre d'essieu et un palier d'essieu ainsi qu'avec au moins un marchepied permettant l'accès à une cabine de conduite, caractérisé en ce que le marchepied (3) est agencé dans le plan non suspendu du châssis.
 
2. Châssis selon la revendication 1, caractérisé en ce que le châssis présente un palier extérieur et le marchepied (3) est agencé sur le palier d'essieu (4).
 
3. Châssis selon la revendication 1, caractérisé en ce que le châssis présente un palier intérieur et le marchepied (3) est agencé sur une console (8) installée contre l'arbre d'essieu (10) et dont une rotation autour de l'axe longitudinal de l'arbre d'essieu (10) est empêchée au moyen d'un support de couple (9).
 
4. Châssis selon la revendication 1, caractérisé en ce que la largeur intérieure du marchepied (3) se superpose à la largeur intérieure d'un marchepied de caisse (2) ou de marches d'accès de caisse dans le sens longitudinal du véhicule ferroviaire lorsqu'il est rectiligne.
 
5. Châssis selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'au moins un premier palier élastique (11) et un deuxième palier élastique (11) sont agencés entre le marchepied (3) et le lieu de sa mise en place sur le châssis.
 
6. Véhicule ferroviaire comprenant au moins un châssis selon l'une quelconque des revendications 1, 2, 3, 4 ou 5.
 




Zeichnung