Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft einen Fersenautomaten für eine Skibindung, insbesondere eine
Tourenskibindung. Der Fersenautomat umfasst eine Basiseinheit zur Befestigung auf
der Oberfläche eines Skis und einen Fersenhalter mit wenigstens einem Haltemittel
zum Halten eines Skischuhs in einem Fersenbereich des Skischuhs, wobei der Fersenautomat
eine Haltekonfiguration aufweist, in welcher sich der Fersenhalter in einer Haltestellung
befindet und das wenigstens eine Haltemittel mit dem Fersenbereich des in der Skibindung
gehaltenen Skischuhs derart zusammenwirken kann, dass der Fersenbereich des Skischuhs
in einer abgesenkten Position niedergehalten ist. Weiter umfasst der Fersenautomat
ein Radiallager, durch welches der Fersenhalter um eine im Wesentlichen vertikal ausgerichtete,
geometrische Schwenkachse relativ zur Basiseinheit schwenkbar an der Basiseinheit
gelagert ist und damit ausgehend von seiner Haltestellung entlang eines Verstellwegs
um die Schwenkachse von seiner Haltestellung weg schwenkbar ist, wobei das Radiallager
einen Zapfen aufweist, welcher an einer ersten der beiden Einheiten aus Basiseinheit
und Fersenhalter ausgebildet ist, und das Radiallager eine Aufnahme aufweist, welche
an einer zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter ausgebildet
ist, wobei der Zapfen drehbar in die Aufnahme eingesetzt ist, wodurch der Fersenhalter
um die Schwenkachse relativ zur Basiseinheit schwenkbar an der Basiseinheit gelagert
ist. Zudem umfasst der Fersenautomat eine Vorspanneinrichtung, durch welche der Fersenhalter
in einem ersten Bereich des Verstellwegs zu seiner Haltestellung hin vorspannbar ist,
wobei die Vorspanneinrichtung ein Stosselement mit einer Positionierstruktur und ein
elastisches Element umfasst, wobei das Stosselement durch eine vom elastischen Element
erzeugte Kraft gegen den Zapfen drückbar ist, wodurch die Positionierstruktur gegen
eine dem Zapfen zugeordnete Gegenstruktur drückbar ist, wenn sich der Fersenhalter
im ersten Bereich des Verstellwegs befindet, um den Fersenhalter im ersten Bereich
des Verstellwegs zu seiner Haltestellung hin vorzuspannen.
Stand der Technik
[0002] Fersenautomaten des eingangs genannten technischen Gebiets sind bekannt. Sie haben
die Aufgabe, in einer Haltekonfiguration eine zuverlässige Fixierung des Fersenbereichs
des Skischuhs auf dem Ski zu gewährleisten. Um die Sicherheit des Skifahrers zu erhöhen,
ermöglichen einige solche Fersenautomaten zudem ausgehend aus der Haltekonfiguration
eine Sicherheitsauslösung, bei welcher der Fersenbereich des Skischuhs freigegeben
wird. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Sicherheitsauslösung in Vorwärtsrichtung
oder um eine seitliche Sicherheitsauslösung handeln. In beiden Fällen bedeutet der
Begriff "Sicherheitsauslösung", dass der Fersenautomat den Fersenbereich des Skischuhs
freigibt, falls die Energie eines Stosses auf den Skischuh, die Skibindung oder den
Ski einen vorbestimmten Wert überschreitet. Dabei ist unerheblich, ob sich der Fersenautomat
nach der Freigabe des Skischuhs in der Haltekonfiguration oder in einer anderen Konfiguration
befindet. Bei Stössen, deren Energie diesen Wert nicht überschreiten, verbleibt der
Fersenautomat in der Haltekonfiguration und behält den Fersenbereich des Skischuhs
weiterhin in einer zum Ski hin abgesenkten Position arretiert.
[0003] Weiter hängt die Art der von einem Fersenautomaten zu übernehmenden Aufgaben in der
Regel davon ab, welche Funktion die Skibindung, zu welcher der Fersenautomat gehört,
erfüllen soll. Abfahrtsskibindungen beispielsweise werden nur zum Abfahren und Skifahren
an Skiliften verwendet. Dagegen werden Tourenskibindungen zusätzlich auch zum Gehen
auf Skiern, insbesondere zum Aufsteigen mit Hilfe von an den Skiern befestigten Steigfellen,
verwendet. Langlaufbindungen hingegen werden zum Langlaufen und Telemarkbindungen
zum Skifahren mit der Telemark-Technik verwendet. Von diesen Skibindungen haben Abfahrtsskibindungen
bloss eine zuverlässige Fixierung des Skischuhs auf dem Ski in einer sogenannten Halteposition
zu gewährleisten. Einige Fersenautomaten weisen zudem eine sogenannte Einstiegskonfiguration
oder Auslösekonfiguration auf, in welcher sie einen Einstieg in die Skibindung ermöglichen.
Diese Funktion kann aber auch von einem Frontautomaten übernommen werden. Demgegenüber
haben Langlauf- sowie Telemarkbindungen in der Regel den Skischuh bloss um eine in
Skiquerrichtung ausgerichtete Achse schwenkbar zu halten sowie den Einstieg in die
Skibindung zu ermöglichen. Dahingegen müssen Tourenskibindungen wie Abfahrtsskibindungen
eine zuverlässige Fixierung des Skischuhs auf dem Ski in der Halteposition gewährleisten
sowie einen Einstieg in die Skibindung ermöglichen. Zusätzlich müssen sie aber zum
Gehen auf Skiern beziehungsweise für den Aufstieg den Skischuh um eine in Skiquerrichtung
ausgerichtete Achse schwenkbar halten können. Hierzu weisen Tourenskibindungen eine
Gehposition auf, in welcher der Skischuh wie bei Langlauf- und Telemarkbindungen um
eine in Skiquerrichtung ausgerichtete Achse verschwenkbar und im Fersenbereich vom
Ski abhebbar ist, wodurch zum Gehen eine Gelenkbewegung zwischen dem Skischuh und
dem Ski ermöglicht wird. Da es verschiedene Konstruktionsweisen und Typen von Tourenskibindungen
gibt, kann sich der Fersenautomat in der Gehposition einer Tourenskibindung je nach
Konstruktion und Typ der Tourenskibindung in unterschiedlichen Konfigurationen befinden.
So kann er sich beispielsweise in seiner Haltekonfiguration, in einer Einstiegskonfiguration,
in einer Auslösekonfiguration oder in einer Gehkonfiguration befinden.
[0004] Falls bei einer Langlauf- und Telemarkbindung zusätzlich eine Halteposition gewünscht
ist, so ist bei einer solchen Langlauf- beziehungsweise Telemarkbindung zusätzlich
ein Fersenautomat erforderlich, mittels welchem der Skischuh in seinem Fersenbereich
zum Ski hin abgesenkt arretiert werden kann, und welcher den Fersenbereich des Skischuhs
zum Gehen in der Gehposition der Langlauf- beziehungsweise Telemarkbindung freigeben
kann.
[0005] Tourenskibindungen sind grundsätzlich in zwei Typen unterteilbar. Der eine Typ umfasst
einen gegenüber dem Ski verschwenkbaren Skischuhträger, an welchem der Skischuh durch
Bindungsbacken gehalten ist. Ein repräsentatives Mitglied dieses Typs von Tourenskibindungen
ist beispielsweise in der
EP 0 754 079 B1 (Fritschi AG) beschrieben. Der zweite Typ hingegen setzt auf Skischuhe mit steifen
Sohlen. Bei diesen Tourenskibindungen ist der Skischuh in seinem Zehenbereich in einem
skifest montierten Frontautomaten schwenkbar gelagert. Der Fersenautomat ist in diesem
Fall ebenfalls fest in einem an eine Skischuhsohlenlänge angepassten Abstand vom Frontautomaten
am Ski angebracht und hält in der Abfahrtsposition der Bindung den Skischuh im Fersenbereich
in einer abgesenkten Position nieder. In der Aufstiegsposition der Bindung ist der
Skischuh zwar immer noch im Frontautomaten und damit in der Skibindung gehalten und
kann um die Lagerung am Frontautomaten verschwenkt werden. Der Fersenbereich des Skischuhs
ist dann jedoch vom Fersenautomaten freigegeben und kann zum Ski hin abgesenkt werden,
bis der Fersenbereich des Skischuhs den Fersenautomaten oder den Ski berührt, und
wieder vom Ski weg abgehoben werden, ohne dabei vom Fersenautomaten in der abgesenkten
Position arretiert und niedergehalten zu werden. Für diesen Bindungstyp geeignete
Skischuhe weisen typischerweise im Zehenbereich zwei seitliche Ausnehmungen zur schwenkbaren
Halterung im Frontautomaten auf. Weiter weisen sie im Fersenbereich nach hinten offene
Ausnehmungen auf, in welche Haltemittel des Fersenautomaten eingreifen können.
[0006] Es versteht sich, dass bei diesem zweiten Typ von Tourenskibindungen der Abstand,
in welchem der Fersenautomat vom Frontautomaten am Ski montiert werden muss, durch
die Länge der Sohle des zu haltenden Skischuhs diktiert ist.
[0007] Für die Beschreibung von derartigen Bindungssystemen wird als Referenzsystem oft
ein (fiktiver) Ski verwendet, wobei angenommen wird, dass die Bindung auf diesem Ski
montiert sei. Diese Gewohnheit wird im vorliegenden Text übernommen. So bedeutet der
Begriff "Skilängsrichtung" entlang der Ausrichtung der Längsachse des Skis. Ähnlich
bedeutet "skiparallel" für ein längliches Objekt entlang der Längsachse des Skis ausgerichtet.
Für ein flächiges Objekt hingegen bedeutet der Begriff "skiparallel" parallel zur
Gleitfläche des Skis ausgerichtet. Weiter ist mit dem Begriff "Skiquerrichtung" eine
Richtung quer zur Skilängsrichtung gemeint, welche aber nicht genau rechtwinklig zur
Längsachse des Skis orientiert sein muss. Ihre Ausrichtung kann auch etwas von einem
rechten Winkel abweichen. Der Begriff "Skimitte" wiederum bedeutet in Skiquerrichtung
gesehen eine Mitte des Skis, während der Begriff "skifest" nicht beweglich gegenüber
dem Ski bedeutet. Zudem ist zu beachten, dass auch Begriffe, welche das Wort "Ski"
nicht enthalten, auf das Referenzsystem des (fiktiven) Skis Bezug nehmen. So beziehen
sich die Begriffe "vorne", "hinten", "oben", "unten" sowie "seitlich" auf "vorne",
"hinten", "oben", "unten" sowie "seitlich" des Skis. Genauso beziehen sich auch Begriffe
wie "horizontal" und "vertikal" auf den Ski, wobei "horizontal" in einer skiparallelen
Ebene liegend und "vertikal" senkrecht zu dieser Ebene ausgerichtet bedeutet.
[0008] Eine Tourenskibindung des oben eingeführten, zweiten Typs ist in der
EP 0 199 098 A2 (Barthel) beschrieben und wird unter dem Namen Dynafit vertrieben. Ein Frontautomat
dieses Systems weist zwei Spannteile mit je einem in Skiquerrichtung ausgerichteten
Zapfen auf, welche beim Einstieg in die Tourenskibindung von den Seiten her in Ausnehmungen
im Zehenbereich des Skischuhs eingreifen. Dadurch bilden die Zapfen ein Schwenklager
des Skischuhs, an welchem der Skischuh gegenüber dem Ski um eine horizontal in Skiquerrichtung
ausgerichtete Achse verschwenkt werden kann.
[0009] Ein vom Frontautomaten separater Fersenautomat dieses Systems weist ein Basiselement
zur Befestigung auf einem Ski sowie einen Fersenhalter zum Halten des Skischuhs im
Fersenbereich des Skischuhs auf. Der Fersenhalter ist auf einem am Basiselement angeordneten,
vertikal ausgerichteten Zapfen gelagert und dadurch um eine vertikal ausgerichtete,
geometrische Schwenkachse relativ zum Basiselement schwenkbar am Basiselement gelagert.
In der Haltekonfiguration des Fersenautomaten befindet sich der Fersenhalter in einer
Haltestellung. In dieser Haltestellung sind zwei am Fersenhalter angeordnete Stifte
nach vorne zum Frontautomaten hin ausgerichtet, wodurch sie in Ausnehmungen in der
Ferse des Skischuhs eingreifen und dadurch den Skischuh in einer zum Ski hin abgesenkten
Position arretieren können. Beim Einstieg in die Tourenskibindung wird der Skischuh
zuerst im Frontautomaten gelagert. Danach wird die Ferse des Skischuhs von oben her
auf die Stifte des Fersenhalters abgesenkt. Da die Ausnehmungen in der Ferse des Skischuhs
nach unten weitgehend offen sind, werden dadurch die Ausnehmungen über die Stifte
geführt, worauf die Stifte zur Verriegelung in Rastmulden in den Ausnehmungen einrasten.
[0010] Um eine Sicherheitsauslösung in Vorwärtsrichtung zu gewährleisten, können die beiden
Stifte gegen eine Federkraft auseinandergedrückt werden, wodurch sie aus den Rastmulden
und den Ausnehmungen gleiten und die Ferse des Skischuhs nach oben freigeben können.
Dazu sind beide Stifte je an einem Hebel angeordnet, wobei die Hebel je in einer horizontalen
Ebene schwenkbar am Fersenhalter gelagert sind. Beide Hebel sind mit einer Federkraft
vorgespannt, so dass die beiden Stifte zueinander hin gedrückt werden. Durch Verstellen
der Federkraft kann die Kraft vorgegeben werden, welche benötigt wird, um eine Auslösung
in Vorwärtsrichtung zu ermöglichen. Dadurch wird eine Sicherheitsauslösung in Vorwärtsrichtung
ermöglicht.
[0011] Nebst der Sicherheitsauslösung in Vorwärtsrichtung ermöglicht der Fersenautomat auch
eine seitliche Sicherheitsauslösung. Hierzu kann der Fersenhalter um eine vertikal
ausgerichtete, geometrische Schwenkachse gegen eine Federkraft auf beide Seiten geschwenkt
werden, bis die beiden Stifte zur Seite weggeschwenkt sind und der Fersenbereich des
Skischuhs zur entsprechenden Seite freigegeben ist. Um eine solche seitliche Sicherheitsauslösung
zu ermöglichen, weist der Zapfen des Basiselements auf seiner hinteren Seite eine
ebene Fläche auf, welche mit ihrem Normalenvektor horizontal nach hinten ausgerichtet
ist. Ein im Fersenhalter gelagerter und mit einer Feder nach vorne vorgespannter Kolben
wird in der Haltestellung gegen diese Fläche des Zapfens gedrückt. Wenn den Fersenhalter
ausgehend von seiner Haltestellung um die Schwenkachse auf eine der beiden Seiten
weggeschwenkt wird, so wird der Kolben mitgeschwenkt und gegenüber der Fläche des
Zapfens verkippt. Dadurch wird der Kolben nach hinten gegen die Federkraft bewegt.
Somit ist der Fersenhalter aufgrund der Federkraft zu seiner Haltestellung hin vorgespannt.
Dabei kann durch Einstellung der Vorspannung der Feder der Wert vorgegeben werden,
welcher von der Energie eines Stosses auf den Ski, die Skibindung oder den Ski überschritten
werden muss, damit es zu einer seitlichen Sicherheitsauslösung kommt.
[0012] Ein Fersenautomat gemäss der
EP 0 199 098 A2 (Barthel) kann ausserdem in eine Aufstiegsstellung gebracht werden, indem der Fersenhalter
vom Skiläufer wie bei einer seitlichen Sicherheitsauslösung um die Schwenkachse gedreht
wird, bis die beiden Stifte zur Seite aus der Bewegungsbahn der Ferse des Skischuhs
geschwenkt sind. Dabei weist der Fersenhalter mehrere Rotationsstellungen auf, in
denen die Stifte aus der Bewegungsbahn der Ferse geschwenkt sind. Diese einzelnen
Rotationsstellungen sind jeweils durch eine Federrast zur Arretierung des Fersenhalters
vorgegeben. Wenn sich der Fersenhalter in einer bestimmten dieser Rotationsstellungen
befindet, so ist die Bewegungsbahn der Ferse des Skischuhs frei und der Skischuh kann
bis zum Ski hin abgesenkt werden. Wenn sich der Fersenhalter hingegen in einer der
weiteren Rotationsstellungen befindet, ist jeweils eine am Fersenhalter angeordnete
Auflage in einem bestimmten Abstand zum Ski in die Bewegungsbahn der Ferse des Skischuhs
geschwenkt. Jede solche Auflage hindert den Skischuh in einem anderen Abstand zum
Ski am Absenken zum Ski hin. Entsprechend sind durch Positionierung des Fersenhalters
in den verschiedenen Rotationsstellungen verschiedene Steighilfen einstellbar.
[0013] Der Fersenautomat gemäss der
EP 0 199 098 A2 (Barthel) ist zwar sehr kompakt konstruiert. Er hat jedoch den Nachteil, dass die
Lagerung des Fersenhalters auf dem Basiselement nicht sonderlich stabil ist.
Darstellung der Erfindung
[0014] Aufgabe der Erfindung ist es, ein dem eingangs genannten technischen Gebiet zugehörenden
Fersenautomaten zu schaffen, welcher kompakt konstruiert ist und eine stabile Lagerung
des Fersenhalters auf der Basiseinheit zu ermöglichen.
[0015] Die Lösung der Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 definiert. Gemäss der
Erfindung weist das Stosselement zwei Arme auf, wobei beidseitig von der Positionierstruktur
je einer der zwei Arme angeordnet ist und wobei die zwei Arme auf gegenüberliegenden
Seiten des Zapfens von der Positionierstruktur bis auf eine der Positionierstruktur
abgewandte Seite der Schwenkachse reichen.
[0016] Für die erfindungsgemässe Lösung ist unerheblich, wie die Basiseinheit genau ausgebildet
ist. So kann die Basiseinheit einstückig oder mehrstückig ausgebildet sein. Beispielsweise
kann sie wie beim Fersenautomaten der
EP 0 199 098 A2 (Barthel) einstückig als Basiselement ausgebildet sein. Falls die Basiseinheit mehrstückig
ausgebildet ist, kann sie beispielsweise wie bei den in der
WO 2012/024809 A1 (Fritschi AG - Swiss Bindings) beschriebenen Fersenautomaten eine Basisplatte zur
Befestigung auf der Oberfläche eines Skis sowie einen Schlitten umfassen, welcher
auf der Basisplatte in Skilängsrichtung verschiebbar gelagert ist und auf welchem
der Fersenhalter um die Schwenkachse schwenkbar gelagert ist. Dabei kann beispielsweise
die Position des Schlittens in Skilängsrichtung relativ zur Basisplatte mittels einer
Schraube einstellbar sein, um die Position des Fersenhalters in Skilängsrichtung relativ
zum Frontautomaten der Skibindung einstellen zu können, damit die Skibindung an verschieden
grosse Skischuhe angepasst werden kann. Ausserdem kann dabei der Schlitten mit einer
Feder zu einer vorderen Position relativ zur Basisplatte vorgespannt sein, wobei der
Fersenhalter zusammen mit dem Schlitten gegen die Vorspannung der Feder nach hinten
gedrückt werden kann, um Distanzänderungen zwischen Frontautomat und Fersenhalter,
welche bei einer Durchbiegung des Skis entstehen können, auszugleichen.
[0017] Für die erfindungsgemässe Lösung ist ausserdem unerheblich, wie der Fersenhalter
genau ausgebildet ist. Der Fersenhalter bildet eine Einheit und kann einstückig oder
mehrstückig ausgebildet sein. Beispielsweise kann er wie der in
EP 0 754 079 B1 (Fritschi AG) beschriebene Fersenhalter in der Form eines Backens ausgebildet sein,
welcher die Sohle des Skischuhs von hinten sowohl seitlich als auch oben nach etwas
vorne reichend umgreifen kann. Der Fersenhalter kann aber beispielsweise auch wie
in der
EP 0 199 098 A2 (Barthel) beschrieben als Einheit mit zwei nach vorne zeigenden Stiften ausgebildet
sein. Der Fersenhalter kann aber auch andersartig ausgebildet sein.
[0018] Weiter ist unerheblich, wie das Radiallager ausgebildet ist, solange das Radiallager
einen Zapfen und eine Aufnahme aufweist, wobei der Zapfen drehbar in die Aufnahme
eingesetzt ist, wodurch der Fersenhalter um die Schwenkachse relativ zur Basiseinheit
schwenkbar an der Basiseinheit gelagert ist. Vorzugsweise unterbindet das Radiallager
dabei eine Translationsbewegung des Fersenhalters relativ zur Basiseinheit in eine
Richtung senkrecht zur Schwenkachse. Damit ist aber nicht ausgeschlossen, dass die
Basiseinheit zwei Elemente aufweist, welche relativ zueinander senkrecht zur Schwenkachse
bewegbar sind, wobei das Radiallager an einem dieser zwei Elemente angeordnet ist.
In diesem Fall kann das andere der zwei Elemente der Basiseinheit zwar eine Translationsbewegung
relativ zum Fersenhalter senkrecht zur Schwenkachse ausführen. Dabei kann aber immer
noch eine Bewegung des Elements der Basiseinheit, an welchem das Radiallager angeordnet
ist, relativ zum Fersenhalter senkrecht zur Schwenkachse vom Radiallager unterbunden
sein. In diesem Fall trifft die Formulierung weiterhin zu, dass das Radiallager eine
Translationsbewegung des Fersenhalters relativ zur Basiseinheit senkrecht zur Schwenkachse
unterbindet.
[0019] Unabhängig davon, ob die Basiseinheit zwei Elemente aufweist, welche relativ zueinander
senkrecht zur Schwenkachse bewegbar sind, wobei das Radiallager an einem dieser zwei
Elemente angeordnet ist, besteht die Möglichkeit, dass bei einer Bewegung des Fersenhalters
entlang des Verstellwegs die Schwenkachse relativ zur Basiseinheit verschoben wird
oder dass die Schwenkachse relativ zur Basiseinheit bzw. relativ zum Element der Basiseinheit,
an welcher das Radiallager angeordnet ist, in einer unveränderten Position verbleibt.
[0020] Weiter ist unerheblich, wie das elastische Element der Vorspanneinrichtung ausgebildet
ist. So kann das elastische Element einstückig oder mehrstückig ausgebildet sein.
Beispielsweise kann es sich beim elastischen Element um eine Feder oder etwas spezifischer
um eine Spiralfeder handeln. Auch kann das elastische Element beispielsweise zwei
oder mehr ineinander angeordnete Spiralfedern umfassen.
[0021] Indem die zwei Arme auf gegenüberliegenden Seiten des Zapfens von der Positionierstruktur
bis auf eine der Positionierstruktur abgewandte Seite der Schwenkachse reichen, umgreifen
die zwei Arme die Schwenkachse beidseitig. Dabei ist unerheblich, ob die Arme ausgehend
von der Positionierstruktur nur gerade über die Schwenkachse hinaus bis auf die der
Positionierstruktur abgewandte Seite der Schwenkachse reichen oder ob die Arme noch
weiter reichen. In einer bevorzugten Variante verläuft die Schwenkachse durch den
Zapfen. In dieser Variante reichen die Arme vorzugsweise bis auf eine der Positionierstruktur
abgewandte Seite des Zapfens. Damit umgreifen die zwei Arme den Zapfen beidseitig.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Arme bis über die der Positionierstruktur
abgewandte Seite des Zapfens hinaus reichen. Dabei ist unerheblich, ob die zwei Arme
freie Enden aufweisen oder ob die zwei Arme auf der der Positionierstruktur abgewandten
Seite des Zapfens miteinander verbunden sind.
[0022] Unabhängig von den vorgehend beschriebenen Ausführungsmöglichkeiten hat die erfindungsgemässe
Lösung den Vorteil, dass aufgrund der zwei Arme des Stosselements das Stosselement
eng an den Zapfen anliegend ausgebildet werden kann. Entsprechend kann dadurch der
Fersenautomat kompakt konstruiert werden, wobei gleichzeitig eine stabile Lagerung
des Fersenhalters auf der Basiseinheit ermöglicht wird.
[0023] Vorteilhafterweise umfasst die Vorspanneinrichtung zwei elastische Elemente, wobei
im Bereich von jedem Arm des Stosselements jeweils eines der zwei elastischen Elemente
angeordnet ist und wobei das Stosselement durch die von den zwei elastischen Elementen
erzeugte Kraft gegen den Zapfen drückbar ist, wodurch die Positionierstruktur gegen
die dem Zapfen zugeordnete Gegenstruktur drückbar ist, wenn sich der Fersenhalter
im ersten Bereich des Verstellwegs befindet, um den Fersenhalter im ersten Bereich
des Verstellwegs zu seiner Haltestellung hin vorzuspannen. Dabei können die zwei elastischen
Elemente je einstückig oder mehrstückig ausgebildet sein. Beispielsweise kann es sich
bei den zwei elastischen Elementen je um eine Feder oder etwas spezifischer, je um
eine Spiralfeder handeln. Beispielsweise können die zwei elastischen Elemente aber
auch je zwei oder mehr ineinander angeordnete Spiralfedern aufweisen. Unabhängig von
der konkreten Ausbildung der zwei elastischen Elemente wird durch die zwei elastischen
Elemente der Vorteil erreicht, dass der Fersenautomat kompakt konstruiert werden kann,
wobei aber gleichzeitig durch die zwei elastischen Elemente im Vergleich zu nur einem
elastischen Element eine grössere Kraft erzeugt werden kann, mit welcher das Stosselement
gegen den Zapfen drückbar ist. Um diesen Vorteil zu erreichen, ist unerheblich, ob
die zwei elastischen Elemente eine Zugkraft oder eine Druckkraft auf das Stosselement
bewirken.
[0024] Unabhängig davon, ob die zwei elastischen Elemente eine Zugkraft oder eine Druckkraft
auf das Stosselement bewirken, sind die zwei elastischen Elemente der Vorspanneinrichtung
bevorzugt an der zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter abgestützt,
um die Kraft zu erzeugen, mit welcher das Stosselement gegen den Zapfen drückbar ist,
wodurch die Positionierstruktur gegen eine dem Zapfen zugeordnete Gegenstruktur drückbar
ist, wenn sich der Fersenhalter im ersten Bereich des Verstellwegs befindet, um den
Fersenhalter im ersten Bereich des Verstellwegs zu seiner Haltestellung hin vorzuspannen.
Dies hat den Vorteil, dass eine effektive Kraftübertragung vom Stosselement auf den
Zapfen ermöglicht wird, sodass der Fersenhalter optimal im ersten Bereich des Verstellwegs
zu seiner Haltestellung hin vorgespannt werden kann.
[0025] In einer Variante dazu besteht aber auch die Möglichkeit, dass die zwei elastischen
Elemente der Vorspanneinrichtung an einer anderen Einheit bzw. an einem anderen Element
des Fersenautomaten als am Fersenhalter abgestützt sind, um die Kraft zu erzeugen,
mit welcher das Stosselement gegen den Zapfen drückbar ist. So besteht beispielsweise
die Möglichkeit, dass die zwei elastischen Elemente der Vorspanneneinrichtung an der
ersten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter abgestützt sind, um
die Kraft zu erzeugen, mit welcher das Stosselement gegen den Zapfen drückbar ist.
[0026] In einer bevorzugten Variante sind die zwei elastischen Elemente der Vorspanneinrichtung
je entlang dem jeweiligen Arm ausgerichtet. Dies hat den Vorteil, dass der Fersenautomat
besonders kompakt konstruiert werden kann.
[0027] In einer Variante dazu können die zwei elastischen Elemente der Vorspanneinrichtung
aber auch anders ausgerichtet sein.
[0028] Bevorzugt weisen die zwei Arme des Stosselements je einen Hohlraum auf, in welchem
jeweils eines der zwei elastischen Elemente angeordnet ist. Dies hat den Vorteil,
dass die elastischen Elemente räumlich von weiteren Elementen des Fersenautomaten
separiert werden können. Dadurch kann verhindert werden, dass sich bei einer Schwenkbewegung
des Fersenhalters relativ zur Basiseinheit oder bei einer Bewegung von anderen Elementen
des Fersenautomaten die zwei elastischen Elemente mit weiteren Elementen des Fersenautomaten
verhaken können. Entsprechend wird dadurch eine zuverlässige Funktionalität des Fersenautomaten
gewährleistet.
[0029] In einer Variante dazu können die zwei elastischen Elemente aber auch andersartig
angeordnet sein. Zudem besteht die Möglichkeit, dass die zwei Arme des Stosselements
nicht je einen Hohlraum aufweisen.
[0030] Alternativ zu diesen Varianten besteht auch die Möglichkeit, dass der Fersenautomat
nur ein elastisches Element oder mehr als zwei elastische Elemente umfasst.
[0031] Unabhängig davon, ob die Vorspanneinrichtung ein elastisches Element, zwei elastische
Elemente oder mehr als zwei elastische Elemente aufweist, ist eine Vorspannung des
elastischen Elements bzw. der elastischen Elemente bevorzugt einstellbar, um die vom
elastischen Element bzw. den elastischen Elementen erzeugte Kraft einzustellen, mit
welcher das Stosselement gegen den Zapfen drückbar ist. Dies hat den Vorteil, dass
die Vorspannung, mit welcher der Fersenhalter im ersten Bereich des Verstellwegs zu
seiner Haltestellung hin vorgespannt ist, einstellbar ist.
[0032] Alternativ dazu besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Vorspannung des elastischen
Elements bzw. der elastischen Elemente nicht einstellbar ist. Eine solche Alternative
hat den Vorteil, dass der Fersenautomat einfacher konstruiert werden kann. Zudem kann
dadurch der Fersenautomat derart konstruiert werden, dass er weniger wiegt.
[0033] Vorzugsweise ist die Gegenstruktur fest am Zapfen angeordnet. Dies hat den Vorteil,
dass der Fersenhalter im ersten Bereich des Verstellwegs optimal zu seiner Haltestellung
hin vorgespannt werden kann. In einer bevorzugten Variante dazu ist jedoch die Gegenstruktur
in axialer Richtung relativ zum Zapfen bewegbar am Zapfen gelagert. Vorzugsweise ist
dabei die Gegenstruktur drehfest am Zapfen gehalten. Entsprechend dreht die Gegenstruktur
zusammen mit den Zapfen relativ zur Ausnehmung, wenn der Fersenhalter um die Schwenkachse
relativ zur Basiseinheit gedreht wird. Dies hat den Vorteil, dass der Fersenhalter
im ersten Bereich des Verstellwegs sehr gut zu seiner Haltestellung hin vorgespannt
werden kann, wobei aber zudem die Gegenstruktur entlang der Schwenkachse bewegt werden
kann. Entsprechend kann durch die Gegenstruktur zusätzlich auch eine weitere Funktionalität
des Fersenautomaten wie beispielsweise eine Sicherheitsauslösung in Vorwärtsrichtung
ermöglicht oder sogar gesteuert werden.
[0034] Vorzugsweise bildet das Radiallager zugleich ein Axiallager. Dies hat den Vorteil,
dass durch das Axiallager der Fersenhalter gegen eine Bewegung entlang der Schwenkachse
relativ zur Basiseinheit an der Basiseinheit abgestützt ist. Dabei ist unerheblich,
ob das Axiallager nur in eine Richtung oder in beide Richtungen entlang der Schwenkachse
wirkt bzw. ob der Fersenhalter durch das Axiallager gegen eine Bewegung in eine der
beiden Richtungen oder in beide Richtungen entlang der Schenkachse relativ zur Basiseinheit
an der Basiseinheit abgestützt ist.
[0035] Alternativ dazu besteht auch die Möglichkeit, dass das Radiallager nicht zugleich
ein Axiallager bildet. In diesem Fall kann beispielsweise ein separat vom Radiallager
ausgebildetes Axiallager vorgesehen sein.
[0036] Falls das Radiallager zugleich ein Axiallager bildet, so weist bevorzugt der Zapfen
auf einer um die Schwenkachse umlaufenden Aussenseite des Zapfens eine Ausnehmung
auf, in welche wenigstens einer der zwei Arme des Stosselements eingreift, wodurch
eine Bewegung des Stosselements relativ zum Zapfen in eine Richtung oder in beide
Richtungen entlang der Schwenkachse blockiert oder auf einen Bewegungsbereich limitiert
ist. Dies hat den Vorteil, dass das Radiallager, welches zugleich ein Axiallager bildet,
sehr kompakt konstruiert werden kann. Dadurch kann auch der Fersenautomat sehr kompakt
konstruiert werden.
[0037] In einer bevorzugten Variante davon greifen die zwei Arme des Stosselements in die
auf der um die Schwenkachse umlaufenden Aussenseite des Zapfens angeordnete Ausnehmung
ein, wodurch eine Bewegung des Stosselements relativ zum Zapfen in eine Richtung oder
in beide Richtungen entlang der Schwenkachse blockiert oder auf einen Bewegungsbereich
limitiert ist. Dies hat den Vorteil, dass das Stosselement beidseitig am Zapfen in
eine entlang der Schwenkachse ausgerichtete Richtung abgestützt werden kann. Entsprechend
kann dadurch der Fersenautomat sehr kompakt konstruiert und stabil ausgebildet werden.
In einer alternativen Variante dazu greift jedoch nur einer der zwei Arme des Stosselements
in die auf der um die Schwenkachse umlaufenden Aussenseite des Zapfens angeordnete
Ausnehmung ein.
[0038] Falls der Zapfen auf der um die Schwenkachse umlaufenden Aussenseite des Zapfens
eine Ausnehmung aufweist, in welche wenigstens einer der zwei Arme des Stosselements
eingreift, und falls dadurch eine Bewegung des Stosselements relativ zum Zapfen in
beide Richtungen entlang der Schwenkachse auf einen Bewegungsbereich limitiert ist,
so weist der Bewegungsbereich entlang der Schwenkachse gemessen bevorzugt eine Länge
von 4mm oder weniger, 2mm oder weniger, besonders bevorzugt von 1 mm oder weniger
und ganz besonders bevorzugt von 0.5mm oder weniger auf. Es besteht aber auch die
Möglichkeit, dass eine Bewegung des Stosselements relativ zum Zapfen in beide Richtungen
entlang der Schwenkachse auf einen Bewegungsbereich limitiert ist, welcher entlang
der Schwenkachse gemessen eine Länge von mehr als 4mm aufweist.
[0039] Vorzugsweise bildet die auf der um die Schwenkachse umlaufenden Aussenseite des Zapfens
angeordnete Ausnehmung eine geschlossen um den Zapfen umlaufende Kurve. Dies hat den
Vorteil, dass der Fersenautomat derart ausgebildet werden kann, dass der Fersenhalter
um 360° um die Schwenkachse schwenkbar ist. Dadurch kann die Bedienbarkeit des Fersenautomaten
erleichtert werden. Falls der Fersenautomat in einer Tourenskibindung des eingangs
genannten zweiten Typs eingesetzt wird, besteht zudem die Möglichkeit, beispielsweise
auf dem Fersenhalter Steighilfen vorzusehen, welche je nach Orientierung des Fersenhalters
in die Bewegungsbahn des Skischuhs geschwenkt sind und dadurch den Skischuh in unterschiedlichen
Höhen oberhalb des Skis abstützen können. In diesem Fall hat die Schwenkbarkeit des
Fersenhalters um 360° um die Schwenkachse den Vorteil, dass mehrere Steighilfen ermöglicht
werden und dass dadurch der Komfort für den Skifahrer erhöht wird.
[0040] In einer bevorzugten Variante jedoch bildet die auf der um die Schwenkachse umlaufenden
Aussenseite des Zapfens angeordnete Ausnehmung hingegen einen Teilabschnitt einer
geschlossen um den Zapfen umlaufenden Kurve. Damit bildet in dieser Variante die Ausnehmung
keine geschlossen um den Zapfen umlaufende Kurve. Dies hat den Vorteil, dass der Fersenautomat
einfacher konstruiert werden kann.
[0041] In einer Alternative zu diesen Varianten mit der auf der um die Schwenkachse umlaufenden
Aussenseite des Zapfens angeordneten Ausnehmung besteht auch die Möglichkeit, dass
der Zapfen keine auf der um die Schwenkachse umlaufenden Aussenseite des Zapfens angeordnete
Ausnehmung aufweist, in welche wenigstens einer der zwei Arme des Stosselements eingreift.
[0042] Vorteilhafterweise ist das Stosselement an der zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit
und Fersenhalter gelagert und dadurch an einer axialen Bewegung in eine Richtung entlang
der Schwenkachse relativ zum zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter
gehindert. Dies hat den Vorteil, dass das Radiallager, welches zugleich ein Axiallager
bildet, sehr kompakt konstruiert werden kann. Dadurch kann auch der Fersenautomat
sehr kompakt und leicht konstruiert werden.
[0043] Falls zudem der Zapfen auf der um die Schwenkachse umlaufenden Aussenseite des Zapfens
eine Ausnehmung aufweist, in welche wenigstens einer der zwei Arme des Stosselements
eingreift, wodurch eine Bewegung des Stosselements relativ zum Zapfen in eine Richtung
oder in beide Richtungen entlang der Schwenkachse blockiert oder auf einen Bewegungsbereich
limitiert ist, so hat dies ausserdem den Vorteil, dass durch die Lagerung des Stosselements
an der zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter und durch das
Eingreifen wenigstens eines der zwei Arme des Stosselements in die Ausnehmung das
Radiallager zugleich auf einfache Art und Weise als Axiallager ausgebildet werden
kann.
[0044] Alternativ dazu besteht aber auch die Möglichkeit, dass das Stosselement nicht an
der zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter gelagert und dadurch
an einer axialen Bewegung in eine Richtung entlang der Schwenkachse relativ zum zweiten
der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter gehindert ist.
[0045] Vorzugsweise ist das Stosselement zusammen mit der zweiten der beiden Einheiten aus
Basiseinheit und Fersenhalter um die Schwenkachse relativ zur ersten der beiden Einheiten
aus Basiseinheit und Fersenhalter schwenkbar. Dies hat den Vorteil, dass das Stosselement
auf einfache Art und Weise relativ zum Zapfen um die Schwenkachse schwenkbar ausgebildet
werden kann. Somit kann auf einfache Art und Weise erreicht werden, dass die Positionierstruktur
gegen die dem Zapfen zugeordnete Gegenstruktur drückbar ist, wenn sich der Fersenhalter
im ersten Bereich des Verstellwegs befindet, um den Fersenhalter im ersten Bereich
des Verstellwegs zu seiner Haltestellung hin vorzuspannen.
[0046] Alternativ dazu besteht aber auch die Möglichkeit, dass das Stosselement nicht zusammen
mit der zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter um die Schwenkachse
relativ zur ersten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter schwenkbar
ist.
[0047] Bevorzugt ist das Stosselement in der zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit
und Fersenhalter angeordnet. Dies hat den Vorteil, dass das Stosselement optimal gegen
äussere Einflüsse geschützt werden kann. Zudem kann dadurch das Stosselement auf einfache
Art und Weise zusammen mit der zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter
um die Schwenkachse relativ zur ersten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter
schwenkbar ausgebildet werden. Ausserdem kann dadurch das Stosselement auf einfache
Art und Weise an der zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter
gelagert werden und dadurch an einer axialen Bewegung in eine Richtung entlang der
Schwenkachse relativ zur zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter
gehindert werden.
[0048] Alternativ dazu besteht aber auch die Möglichkeit, dass das Stosselement nicht in
der zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter angeordnet ist.
So kann das Stosselement beispielsweise auch ausserhalb der zweiten der beiden Einheiten
aus Basiseinheit und Fersenhalter angeordnet sein.
[0049] Unabhängig davon, ob die Vorspanneinrichtung ein elastisches Element, zwei elastische
Elemente oder mehr als zwei elastische Elemente umfasst, ist das elastische Element
der Vorspanneinrichtung bzw. sind die elastischen Elemente der Vorspanneinrichtung
bevorzugt zusammen mit der zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter
um die Schwenkachse relativ zur ersten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter
schwenkbar. Dies hat den Vorteil, dass das Stosselement und damit die Positionierstruktur
auf einfache Art und Weise gegen die dem Zapfen zugeordnete Gegenstruktur drückbar
ausgebildet werden kann, um den Fersenhalter im ersten Bereich des Verstellwegs zu
seiner Haltestellung hin vorzuspannen, wenn sich der Fersenhalter im ersten Bereich
des Verstellwegs befindet.
[0050] Alternativ dazu besteht aber auch die Möglichkeit, dass das elastische Element der
Vorspanneinrichtung bzw. die elastischen Elemente der Vorspanneinrichtung nicht zusammen
mit der zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter um die Schwenkachse
relativ zur ersten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter schwenkbar
sind.
[0051] Unabhängig davon, ob die Vorspanneinrichtung ein elastisches Element, zwei elastische
Elemente oder mehr als zwei elastische Elemente umfasst, ist das elastische Element
der Vorspanneinrichtung bzw. sind die elastischen Elemente der Vorspanneinrichtung
bevorzugt in der zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter angeordnet.
Dies hat den Vorteil, dass das elastische Element bzw. die elastischen Elemente der
Vorspanneinrichtung optimal gegen äussere Einflüsse geschützt werden können.
[0052] Alternativ dazu besteht aber auch die Möglichkeit, dass das elastische Element der
Vorspanneinrichtung bzw. die elastischen Elemente der Vorspanneinrichtung nicht in
der zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter angeordnet sind.
So kann das elastische Element der Vorspanneinrichtung bzw. können die elastischen
Elemente der Vorspanneinrichtung beispielsweise auch ausserhalb der zweiten der beiden
Einheiten aus Basiseinheit und Fersenhalter angeordnet sein.
[0053] Vorteilhafterweise befindet sich der Fersenhalter in seiner Haltestellung im ersten
Bereich des Verstellwegs. Dies hat den Vorteil, dass der Fersenhalter im ersten Bereich
des Verstellwegs optimal zu seiner Haltestellung hin vorgespannt werden kann.
[0054] Alternativ dazu besteht auch die Möglichkeit, dass sich der Fersenhalter in seiner
Haltestellung nicht im ersten Bereich des Verstellwegs befindet.
[0055] Falls sich der Fersenhalter in seiner Haltestellung im ersten Bereich des Verstellwegs
befindet, so ist, wenn sich der Fersenhalter im ersten Bereich des Verstellwegs befindet,
vorzugsweise ein Abstand zwischen der Positionierstruktur und der Schwenkachse abhängig
von der Position des Fersenhalters auf dem Verstellweg, wobei der Abstand grösser
ist, je weiter der Fersenhalter auf dem Verstellweg von seiner Haltestellung entfernt
ist. Dies hat den Vorteil, dass der Fersenhalter im ersten Bereich des Verstellwegs
optimal zu seiner Haltestellung hin vorgespannt werden kann.
[0056] Alternativ dazu besteht aber auch die Möglichkeit, dass, wenn sich der Fersenhalter
im ersten Bereich des Verstellwegs befindet, ein Abstand zwischen der Positionierstruktur
und der Schwenkachse nicht abhängig von der Position des Fersenhalters auf dem Verstellweg
ist, oder dass, wenn sich der Fersenhalter im ersten Bereich des Verstellwegs befindet,
der Abstand nicht grösser ist, je weiter der Fersenhalter auf dem Verstellweg von
seiner Haltestellung entfernt ist.
[0057] Bevorzugt ist der Fersenhalter ausgehend von seiner Haltestellung entlang des Verstellwegs
in beide Richtungen um die Schwenkachse von seiner Haltestellung weg schwenkbar. Dies
hat den Vorteil, dass eine einfachere Handhabung des Fersenautomaten ermöglicht wird.
Zudem kann dadurch eine seitliche Sicherheitsauslösung ermöglicht werden, wodurch
die Sicherheit für den Skifahrer erhöht wird.
[0058] Alternativ dazu besteht aber auch die Möglichkeit, dass der Fersenhalter ausgehend
von seiner Haltestellung entlang des Verstellwegs nur in eine Richtung um die Schwenkachse
von seiner Haltestellung wegschwenkbar ist.
[0059] Vorzugsweise weist der Fersenautomat eine Gehkonfiguration auf, in welcher sich der
Fersenhalter in einer Gehstellung befindet und der Fersenbereich des in der Skibindung
gehaltenen Skischuhs vom Fersenhalter freigegeben ist und zum Ski hin abgesenkt werden
kann, bis der Fersenbereich des Skischuhs den Fersenautomaten oder den Ski berührt,
und wieder vom Ski weg abgehoben werden kann, ohne dabei vom Fersenhalter in der abgesenkten
Position arretiert zu werden. Dies hat den Vorteil, dass sich der Fersenautomat besonders
für eine Tourenskibindung, eine Telemarkskibindung oder eine Langlaufskibindung eignet.
[0060] Falls der Fersenautomat eine Gehkonfiguration aufweist, dann ist vorzugsweise der
Fersenhalter entlang des Verstellwegs von seiner Haltestellung in seine Gehstellung
und zurück verstellbar. Dies hat den Vorteil, dass die Bedienung des Fersenautomaten
vereinfacht ist.
[0061] Als Variante dazu besteht aber auch die Möglichkeit, dass der Fersenhalter nicht
entlang des Verstellwegs von seiner Haltestellung in seine Gehstellung und zurück
verstellbar ist.
[0062] Alternativ zu diesen Varianten besteht auch die Möglichkeit, dass der Fersenautomat
keine Gehkonfiguration aufweist, in welcher sich der Fersenhalter in einer Gehstellung
befindet.
[0063] Vorteilhafterweise ermöglicht der Fersenautomat eine Sicherheitsauslösung. Dies hat
den Vorteil, dass für den Skifahrer die Sicherheit erhöht wird.
[0064] In einer bevorzugten Variante davon ermöglicht der Fersenautomat eine Sicherheitsauslösung
in Vorwärtsrichtung. In einer anderen bevorzugten Variante davon ermöglicht der Fersenautomat
eine seitliche Sicherheitsauslösung. In einer weiteren bevorzugten Variante davon
ermöglicht der Fersenautomat sowohl eine Sicherheitsauslösung in Vorwärtsrichtung
als auch eine seitliche Sicherheitsauslösung.
[0065] Falls der Fersenautomat eine seitliche Sicherheitsauslösung ermöglicht, so wird die
seitliche Sicherheitsauslösung vorzugsweise durch eine Bewegung des Fersenhalters
entlang des Verstellwegs von seiner Haltestellung weg ermöglicht. Dies hat den Vorteil,
dass der Fersenautomat so konstruiert werden kann, dass er wenig Gewicht aufweist.
[0066] Als Alternative besteht aber auch die Möglichkeit, dass der Fersenautomat keine Sicherheitsauslösung
ermöglicht.
[0067] Vorzugsweise handelt es sich beim wenigstens einen Haltemittel zum Halten eines Skischuhs
in einem Fersenbereich des Skischuhs um zwei Haltemittel mit je einem Halteelement
zum Halten des Skischuhs im Fersenbereich des Skischuhs. Vorzugsweise sind dabei die
zwei Halteelementen je durch einen Stift gebildet, welcher mit seinem freien Ende
nach vorne zeigt, um zum Halten des Skischuhs im Fersenbereich des Skischuhs in eine
Ausnehmung im Fersenbereich des Skischuhs einzugreifen. Die zwei Halteelemente können
aber auch andersartig ausgebildet sein. Unabhängig von der Formgebung der Halteelemente
sind die zwei Haltemittel vorzugsweise relativ zueinander bewegbar, wodurch ein Abstand
zwischen den zwei Halteelementen veränderbar ist. Vorzugsweise befinden sich die zwei
Halteelemente dabei in einer Haltestellung in einem Halteabstand zueinander. Dabei
sind die zwei Halteelemente bevorzugt durch ein vorspannbares elastisches Vorspannelement,
durch dessen Vorspannung im vorgespannten Zustand eine Kraft erzeugbar ist, zu ihrem
Halteabstand vorspannbar.
[0068] In einer bevorzugten Variante dazu handelt es sich beim wenigstens einen Haltemittel
zum Halten eines Skischuhs in einem Fersenbereich des Skischuhs um einen Fersenbacken.
[0069] Alternativ dazu besteht aber auch die Möglichkeit, dass das wenigstens eine Haltemittel
zum Halten eines Skischuhs in einem Fersenbereich des Skischuhs andersartig ausgebildet
ist.
[0070] Bevorzugt umfasst eine Skibindung einen erfindungsgemässen Fersenautomaten. In einer
bevorzugten Variante davon handelt es sich dabei um eine Tourenskibindung. Es kann
sich aber auch um eine andere Art von Skibindung handeln.
[0071] Vorteilhafterweise umfasst ein Ski eine Skibindung mit einem erfindungsgemässen Fersenautomaten.
[0072] Aus der nachfolgenden Detailbeschreibung und der Gesamtheit der Patentansprüche ergeben
sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen der Erfindung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0073] Die zur Erläuterung des Ausführungsbeispiels verwendeten Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine Schrägansicht eines erfindungsgemässen Fersenautomaten in einer Haltekonfiguration,
- Fig. 2
- eine Schrägansicht einer Explosionsdarstellung des erfindungsgemässen Fersenautomaten,
- Fig. 3
- eine Schrägansicht des erfindungsgemässen Fersenautomaten in einer Gehkonfiguration,
- Fig. 4a, b
- je eine Aufsicht auf einen horizontal durch den erfindungsgemässen Fersenautomaten
verlaufenden Querschnitt des Fersenautomaten, wobei ein Fersenhalter des Fersenautomaten
im Vergleich zu seiner Haltestellung einmal um 90° nach rechts gedreht und einmal
in seiner Haltestellung gezeigt ist,
- Fig. 5a, b
- je einen vertikal ausgerichteten, in Skilängsrichtung durch den erfindungsgemässen
Fersenautomaten verlaufenden Querschnitt, wobei der Fersenautomat einmal in der Haltekonfiguration
und einmal in der Gehkonfiguration gezeigt ist, und
- Fig. 6
- eine vereinfachte schematische Darstellung eines vertikal ausgerichteten, in Skilängsrichtung
durch einen weiteren erfindungsgemässen Fersenautomaten verlaufenden Querschnitt.
[0074] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0075] Figur 1 zeigt eine Schrägansicht eines erfindungsgemässen Fersenautomaten 1 in einer
Haltekonfiguration. Dabei ist der Fersenautomat 1 von schräg hinten gezeigt. Daher
entspricht oben links in der Darstellung beim Fersenautomaten 1 vorne und unten rechts
in der Darstellung beim Fersenautomaten 1 hinten.
[0076] Der Fersenautomat 1 ist Bestandteil einer Skibindung. Diese Skibindung kann zudem
einen hier nicht gezeigten Frontautomaten aufweisen, mit welchem ein hier nicht gezeigter
Skischuh im Zehenbereich des Skischuhs gehalten werden kann. Wie in der nachfolgenden
Beschreibung des Fersenautomaten 1 erläutert, ermöglicht der Fersenautomat 1 Funktionen,
welche für eine Tourenskibindung benötigt werden. Entsprechend kann der Fersenautomat
1 auch Bestandteil einer Tourenskibindung, einer Telemarkbindung oder einer Langlaufbindung
sein. Er kann aber auch Bestandteil einer Abfahrtsbindung sein.
[0077] Der Fersenautomat 1 umfasst eine Basiseinheit 2 zur Befestigung des Fersenautomaten
1 auf der Oberfläche eines hier nicht gezeigten Skis. Weiter umfasst der Fersenautomat
1 einen Fersenhalter 3, eine Skibremse 4 und einen Absatzträger 5. Der Fersenhalter
3 seinerseits umfasst zwei Haltemittel 31.1, 31.2 zum Halten eines hier nicht gezeigten
Skischuhs im Fersenbereich des Skischuhs. Da sich der Fersenhalter 3 in der Haltekonfiguration
des Fersenautomaten 1 in einer Haltestellung befindet und der Fersenautomat 1 in Figur
1 in der Haltekonfiguration gezeigt ist, ist in Figur 1 der Fersenhalter 3 in seiner
Haltestellung gezeigt. In dieser Haltestellung des Fersenhalters 3 zeigen die zwei
Haltemittel 31.1, 31.2 in Skilängsrichtung nach vorne und können daher mit dem Fersenbereich
des in der Skibindung gehaltenen Skischuhs derart zusammenwirken, dass der Fersenbereich
des Skischuhs in einer abgesenkten Position niedergehalten ist.
[0078] Der Fersenhalter 3 ist durch ein Radiallager um eine im Wesentlichen vertikal ausgerichtete,
geometrische Schwenkachse 7 relativ zur Basiseinheit 2 schwenkbar an der Basiseinheit
2 gelagert. In Figur 1 ist diese Schwenkachse 7 schematisch als eine vertikal durch
den Fersenautomaten 1 verlaufende, gestrichelte Linie dargestellt. Ausgehend von seiner
Haltestellung kann der Fersenhalter 3 entlang eines Verstellwegs um die Schwenkachse
7 von seiner Haltestellung weg geschwenkt werden.
[0079] Figur 2 zeigt eine Schrägansicht einer Explosionsdarstellung des Fersenautomaten
1. Wie bereits bei Figur 1 entspricht in der Darstellung oben links beim Fersenautomaten
1 vorne, während unten rechts in der in der Darstellung beim Fersenautomaten 1 hinten
entspricht.
[0080] In der Explosionsdarstellung der Figur 2 sind wie bereits in Figur 1 die Basiseinheit
2, der Fersenhalter 3, die Skibremse 4 und der Absatzträger 5 zu erkennen. In Figur
2 ist zusätzlich zu erkennen, dass der Fersenhalter 3 ein Gehäuse mit zwei Gehäuseteilen
38.1, 38.2 aufweist. Weiter ist in Figur 2 zu erkennen, dass die Basiseinheit 2 eine
Basisplatte 21 umfasst, welche mittels Schrauben auf dem Ski befestigt werden kann.
Ausserdem ist zu erkennen, dass die Basiseinheit 2 einen Schlitten 22 umfasst, welcher
auf der Basisplatte 21 in Skilängsrichtung verschiebbar gelagert ist und auf welchem
der Fersenhalter 3 um die Schwenkachse 7 relativ zur Basiseinheit 2 schwenkbar gelagert
ist. Ähnlich wie der Schlitten 22 ist auch der Absatzträger 5 auf der Basisplatte
21 in Skilängsrichtung verschiebbar gelagert. Dabei ist der Absatzträger 5 jedoch
in Skilängsrichtung gesehen vor dem Schlitten 22 auf der Basisplatte 21 angeordnet.
[0081] Die Basisplatte 21 weist auf ihrer Oberseite einen in Skilängsrichtung verlaufenden
Kanal auf, in dessen vorderen Bereich ein Gewinde 23 angeordnet ist. Im zusammengesetzten
Zustand des Fersenautomaten 1 ist in diesem Gewinde 23 eine Schnecke 24 platziert,
welche nach oben aus dem Gewinde 23 reicht und in eine auf einer Unterseite des Absatzträgers
5 angeordnete Ausnehmung im Absatzträger 5 eingreift. Diese Schnecke 24 ist mit einem
nach hinten zeigenden Schraubenbolzen 25 versehen. Das hintere Ende dieses Schraubenbolzens
25 ist von ausserhalb des Fersenautomaten 1 zugänglich. Daher kann durch Drehen des
Schraubenbolzens 25 die Schnecke 24 im Gewinde 23 nach vorne und nach hinten geschraubt
werden. Da die Schnecke 24 wie bereits erwähnt in die Ausnehmung im Absatzträger 5
eingreift, wird bei einer derartigen Bewegung der Schnecke 24 nach vorne bzw. nach
hinten auch der Absatzträger 5 gegenüber der Basisplatte 21 nach vorne bzw. hinten
bewegt.
[0082] Hinter der Schnecke 24 ist unterhalb des Schlittens 22 im Kanal auf der Oberseite
der Basisplatte 21 eine spiralförmige, in Skilängsrichtung ausgerichtete Stahlfeder
26 angeordnet. In der Mittelöffnung dieser Stahlfeder 26 ist der Schraubenbolzen 25
geführt. Dabei ist die Stahlfeder 26 im zusammengesetzten Zustand des Fersenautomaten
1 mit ihrem hinteren Ende gegen einen Kopf des Schraubenbolzens 25 abgestützt. Mit
ihrem vorderen Ende ist die Stahlfeder 26 hingegen gegen einen auf der Unterseite
des Schlittens 22 angeordneten Absatz abgestützt. Damit wird der Schlitten 22 durch
die Vorspannung der Stahlfeder 26 gegen vorne gegen den Absatzträger 5 gedrückt und
gegen den Absatzträger 5 gedrückt gehalten. Deshalb kann durch Drehen des Schraubenbolzens
25 nicht nur der Absatzträger 5, sondern auch der Schlitten 22 in Skilängsrichtung
gegenüber der Basisplatte 21 verschoben werden. Dabei kann der Schlitten 22 aber auch
gegen die Kraft der Stahlfeder 26 relativ zur Basisplatte 21 nach hinten vom Absatzträger
5 weg bewegt werden. Sobald eine solche Krafteinwirkung nach hinten endet bzw. schwächer
als die nach vorne wirkende Kraft der Stahlfeder 26 wird, wird der Schlitten 22 aber
durch die Stahlfeder 26 wieder nach vorne bewegt und gegen den Absatzträger 5 gedrückt
gehalten.
[0083] Da der Fersenhalter 3 wie bereits erwähnt auf dem Schlitten 22 gelagert ist, wird
durch Drehen des Schraubenbolzens 25 auch die Position des Fersenhalters 3 in Skilängsrichtung
verstellt. Entsprechend kann bei auf dem Ski befestigtem Fersenautomaten 1 der Fersenhalter
3 durch Drehen des Schraubenbolzens 25 in Skilängsrichtung gesehen in unterschiedliche
Positionen verstellt werden, um den Fersenautomaten 1 an verschieden grosse Skischuhe
anzupassen. Nebst dieser Einstellbarkeit kann der Fersenhalter 3 aber auch zusammen
mit dem Schlitten 22 gegen die Kraft der Stahlfeder 26 relativ zur Basisplatte 21
nach hinten bewegt werden. Dadurch wird ermöglicht, dass bei einer Durchbiegung des
Skis auftretende Distanzänderungen zwischen dem Frontautomaten und dem Fersenautomaten
1 der Skibindung kompensiert werden können.
[0084] Um den Fersenhalter 3 relativ zur Basiseinheit 2 um die Schwenkachse 7 schwenkbar
auf dem Schlitten 22 zu lagern, weist der Schlitten 22 auf seiner Oberseite einen
entlang der Schwenkachse 7 nach oben zeigenden Zapfen 27 auf, während der Fersenhalter
3 auf seiner Unterseite eine Aufnahme aufweist. Im zusammengesetzten Zustand des Fersenautomaten
1 ist dieser Zapfen 27 drehbar in die Aufnahme eingesetzt, wodurch ein Radiallager
gebildet wird, durch welches der Fersenhalter 3 um die Schwenkachse 7 relativ zur
Basiseinheit 2 schwenkbar an der Basiseinheit 2 gelagert ist.
[0085] Wie bereits im Zusammenhang mit Figur 1 erwähnt, ist der Fersenhalter 3 ausgehend
von seiner Haltestellung entlang eines Verstellwegs um die Schwenkachse 7 von seiner
Haltestellung weg schwenkbar. Dabei ist der Fersenhalter 3 durch eine Vorspanneinrichtung
6 in einem ersten Bereich des Verstellwegs zu seiner Haltestellung hin vorgespannt.
Wie in Figur 2 ersichtlich, umfasst diese Vorspanneinrichtung 6 zwei Spiralfedern
62.1, 62.2, welche je ein elastisches Element bilden, sowie ein Stosselement 61 und
ein Abstützelement 65. Das Stosselement 61 weist eine Positionierstruktur 63 sowie
zwei Arme 64.1, 64.2 auf, wobei beidseitig von der Positionierstruktur 63 je einer
der zwei Arme 64.1, 64.2 angeordnet ist. Dabei weisen die zwei Arme 64.1, 64.2 des
Stosselements 61 je einen Hohlraum auf, in welchem jeweils eine der zwei Spiralfedern
62.1, 62.2 angeordnet ist. Entsprechend ist je eine der zwei Spiralfedern 62.1, 62.2
im Bereich eines der zwei Arme 64.1, 64.2 angeordnet.
[0086] Im zusammengesetzten Zustand des Fersenautomaten 1 ist das Stosselement 61 mit seinen
Armen 64.1, 64.2 horizontal ausgerichtet im Fersenhalter 3 entlang einer Ausrichtung
der Arme 64.1, 64.2 des Stosselements 61 horizontal verschiebbar gelagert. Dabei ist
das Stosselement 61 an einer axialen Bewegung in eine Richtung entlang der Schwenkachse
7 relativ zum Fersenhalter 3 gehindert. Das Stosselement 61 ist somit entlang der
Ausrichtung seiner Arme 64.1, 64.2 relativ zum Fersenhalter 3 und relativ zum Zapfen
27 verschiebbar im Fersenhalter 3 gelagert. Dabei ist der Zapfen 27 zwischen den zwei
Armen 64.1, 64.2 des Stosselements 61 angeordnet, wobei die zwei Arme 64.1, 64.2 des
Stosselements 61 auf gegenüberliegenden Seiten des Zapfens 27 von der Positionierstruktur
63 bis auf eine der Positionierstruktur 63 gegenüberliegende Seite der Schwenkachse
7 reichen. Dabei wird, wenn der Fersenhalter 3 um den Zapfen 27 und damit um die Schwenkachse
7 relativ zur Basiseinheit 2 verschwenkt wird, zusammen mit dem Fersenhalter 3 auch
das Stosselement 61 um die Schwenkachse 7 relativ zur Basiseinheit 2 mitgeschwenkt.
[0087] Im zusammengesetzten Zustand des Fersenautomaten 1 sind die zwei Spiralfedern 62.1,
62.2 wie bereits erwähnt je im Hohlraum im jeweiligen Arm 64.1, 64.2 des Stosselements
61 angeordnet. Dabei sind die beiden Spiralfedern 62.1, 62.2 je entlang dem jeweiligen
Arm 64.1, 64.2 ausgerichtet und je mit ihrem ersten Ende innen im jeweiligen Arm 64.1,
64.2 gegen das freie Ende des jeweiligen Arms 64.1, 64.2 abgestützt. Mit ihren zweiten
Enden hingegen sind die zwei Spiralfedern 62.1, 62.2 gegen das Abstützelement 65 abgestützt,
welches sich vom Zapfen 27 her gesehen hinter der Positionierstruktur 63 befindet.
Dabei ist das Abstützelement 65 auf seiner dem Stosselement 61 und den zwei Spiralfedern
62.1, 62.2 abgewandten Seite über eine Mutter 67 und eine Schraube 66 am Gehäuse des
Fersenhalters 3 abgestützt. Aufgrund dieser Anordnung wird das Stosselement 61 im
zusammengesetzten Zustand des Fersenautomaten 1 durch eine von den zwei Spiralfedern
62.1, 62.2 erzeugte Kraft mit der Positionierstruktur 63 gegen den Zapfen 27 gedrückt.
Dabei kann durch Drehen der Schraube 66 ein Abstand des Abstützelements 65 vom Zapfen
27 eingestellt werden, wodurch eine Vorspannung der zwei Spiralfedern 62.1, 62.2 eingestellt
werden kann. Entsprechend kann durch Drehen der Schraube 66 die Kraft eingestellt
werden, mit welcher das Stosselement 61 gegen den Zapfen 27 gedrückt wird.
[0088] Wenn sich der Fersenhalter 3 im ersten Bereich des Verstellwegs befindet, befindet
sich die Positionierstruktur 63 im Bereich einer fest am Zapfen 27 angeordneten Gegenstruktur
28 und wird durch die zwei Spiralfedern 62.1, 62.2 gegen diese Gegenstruktur 28 gedrückt.
Aufgrund der Formgebung der Positionierstruktur 63 und der Gegenstruktur 28 ist dabei
ein Abstand zwischen der Positionierstruktur 63 und der Schwenkachse 7 abhängig von
der Position des Fersenhalters 3 auf dem Verstellweg. Je weiter der Fersenhalter 3
dabei im ersten Bereich des Verstellwegs von seiner Haltestellung entfernt ist, desto
grösser ist dieser Abstand. Da das Stosselement 61 wie bereits erwähnt durch die zwei
Spiralfedern 62.1, 62.2 mit seiner Positionierstruktur 63 gegen den Zapfen 27 gedrückt
wird und bei einer Schwenkbewegung des Fersenhalters 3 um den Zapfen 27 und um die
Schwenkachse 7 zusammen mit dem Fersenhalter 3 um den Zapfen 27 und die Schwenkachse
7 geschwenkt wird, wird dadurch erreicht, dass der Fersenhalter 3 im ersten Bereich
des Verstellwegs zu seiner Haltestellung hin vorgespannt ist.
[0089] Wie in der Figur 2 zu erkennen ist, weist der Zapfen 27 auf einer um die Schwenkachse
7 umlaufenden Aussenseite des Zapfens 27 eine Ausnehmung auf. Diese Ausnehmung bildet
eine geschlossen um den Zapfen 27 umlaufende Kurve. Im zusammengesetzten Zustand des
Fersenautomaten 1 greifen die zwei Arme 64.1, 64.2 des Stosselements 61 in die Ausnehmung
ein. Dadurch ist eine Bewegung des Stosselements 61 relativ zum Zapfen 27 in die beiden
Richtungen entlang der Schwenkachse 7 blockiert. Da zudem wie bereits erwähnt das
Stosselement 61 mit seinen Armen 64.1, 64.2 horizontal ausgerichtet im Fersenhalter
3 entlang einer Ausrichtung der Arme 64.1, 64.2 des Stosselements 61 horizontal verschiebbar
gelagert ist, wobei das Stosselement 61 aber an einer axialen Bewegung in eine Richtung
entlang der Schwenkachse 7 relativ zum Fersenhalter 3 gehindert ist, bildet dadurch
das Radiallager zugleich auch ein Axiallager. Dabei bildet auch das Stosselement 61
einen Bestandteil des Radiallagers bzw. Axiallagers.
[0090] Wie bereits erwähnt, kann der Fersenhalter 3 ausgehend von seiner Haltestellung entlang
des Verstellwegs um die Schwenkachse 7 von seiner Haltestellung weg geschwenkt werden.
Dabei kann der Fersenhalter 3 um 360° um die Schwenkachse 7 geschwenkt werden. Dies
ist in Figur 3 illustriert. In dieser Figur ist wie in Figur 1 eine Schrägansicht
des Fersenautomaten 1 von schräg hinten gesehen gezeigt. Daher entspricht oben links
in der Darstellung beim Fersenautomaten 1 vorne und unten rechts in der Darstellung
beim Fersenautomaten 1 hinten. Im Gegensatz zur Figur 1 ist in Figur 3 der Fersenhalter
3 im Vergleich zu seiner Haltestellung um 180° gedreht gezeigt. Damit zeigen die beiden
Haltemittel 31.1, 31.2 nach hinten bzw. in der Figur nach rechts unten.
[0091] Die Figuren 4a und 4b zeigen je eine Aufsicht auf einen horizontal durch den Fersenautomaten
1 verlaufenden Querschnitt des Fersenautomaten 1. In Figur 4a ist der Fersenhalter
3 im Vergleich zu seiner Haltestellung um 90° nach rechts gedreht gezeigt. In Figur
4b hingegen ist der Fersenhalter 3 wie in Figur 1 in seiner Haltestellung gezeigt.
[0092] In den Querschnittsdarstellungen der Figuren 4a und 4b verläuft der jeweils gezeigte
Querschnitt durch das Stosselement 61 sowie durch die auf der um die Schwenkachse
7 umlaufenden Aussenseite des Zapfens 27 angeordnete Ausnehmung im Zapfen 27. Damit
ist sowohl die Positionierstruktur 63 des Stosselements 61 als auch die Gegenstruktur
28 des Zapfens 27 zu erkennen. So ist ersichtlich, dass es sich bei der Positionierstruktur
63 um eine zwischen den Armen 64.1, 64.2 des Stosselements 61 angeordnete, zum Zapfen
27 hin vorstehende Wölbung handelt. Zudem ist ersichtlich, dass es sich bei der Gegenstruktur
28 um eine in den Zapfen 27 hineinreichende Einbuchtung auf der hinteren Seite des
Zapfens 27 handelt. Wie in der Figur 4b gezeigt, greift die Positionierstruktur 63
in der Haltekonfiguration des Fersenautomaten 1, in welcher sich der Fersenhalter
3 in seiner Haltestellung befindet, in die Gegenstruktur 28 ein. Ausgehend von dieser
Stellung kann der Fersenhalter 3 in beide Richtungen um die Schwenkachse 7 von seiner
Haltestellung weg geschwenkt werden. Dabei wird die Positionierstruktur 63 aus der
Gegenstruktur 28 bewegt, wodurch das Stosselement 61 gegen die Kraft der zwei Spiralfedern
62.1, 62.2 vom Zapfen 27 weg gedrückt wird. Dies ist in Figur 4a illustriert, wo der
Fersenhalter 3 aus dem ersten Bereich des Verstellwegs weg bewegt und damit auch die
Positionierstruktur 63 von der Gegenstruktur 28 weg bewegt gezeigt ist.
[0093] Da bei einer derartigen Bewegung des Fersenhalters 3 weg von seiner Haltestellung
die beiden Haltemittel 31.1, 31.2 mit dem Fersenhalter 3 zur Seite geschwenkt werden,
kann dabei ein im Fersenautomaten 1 gehaltener Skischuh zur Seite hin freigegeben
werden. Entsprechend wird dadurch eine seitliche Sicherheitsauslösung ermöglicht.
Diese seitliche Sicherheitsauslösung ist einstellbar, indem durch Drehen der Schraube
66 die Vorspannung der beiden Spiralfedern 62.1, 62.2 eingestellt wird.
[0094] Wie in den Figuren 4a und 4b ersichtlich, weist der Zapfen 27 nicht nur die auf der
hinteren Seite des Zapfens 27 angeordnete Gegenstruktur 28, sondern auch eine entsprechende,
auf der vorderen Seite des Zapfens 27 angeordnete Struktur 29 auf. Wenn der Fersenhalter
3 ausgehend von seiner Haltestellung um 180° gedreht wird, so zeigen die beiden Haltemittel
31.1, 31.2 wie in Figur 3 gezeigt nach hinten. In dieser Stellung des Fersenhalters
3 greift die Positionierstruktur 63 des Stosselements 61 beim Zapfen 27 in die Struktur
29 ein. Dadurch wird der Fersenhalter 3 in dieser Stellung gehalten. Wenn sich der
Fersenhalter 3 in dieser Stellung befindet, so befindet sich der Fersenautomat 1 in
einer Gehkonfiguration. In dieser Gehkonfiguration befindet sich der Fersenhalter
3 in einer Gehstellung und der Fersenbereich eines in der Skibindung gehaltenen Skischuhs
ist vom Fersenhalter 3 freigegeben und kann zum Ski hin abgesenkt werden, bis der
Fersenbereich des Skischuhs den Fersenautomaten 1 berührt und auf dem Fersenautomaten
1 abgestützt ist. Ausgehend von dieser Position kann der Fersenbereich des Skischuhs
aber auch wieder vom Ski weg abgehoben werden, ohne dabei vom Fersenhalter 3 in der
abgesenkten Position arretiert zu werden.
[0095] Abgesehen von der vorgehend beschriebenen seitlichen Sicherheitsauslösung ermöglicht
der Fersenautomat 1 auch eine Sicherheitsauslösung in Vorwärtsrichtung. Dies ist nachfolgend
beschrieben:
Wie in Figur 2 ersichtlich, sind die zwei Haltemittel 31.1,31.2 des Fersenhalters
3 je durch einen länglichen Stab mit kreisförmigem Querschnitt gebildet. Dabei sind
die beiden Stäbe in der Haltekonfiguration des Fersenautomaten 1 im Wesentlichen in
Skilängsrichtung ausgerichtet ist. Jeder Stab bildet somit einen Arm 32.1, 32.2, dessen
vorderes Ende ein entsprechendes Halteelement 33.1, 33.2 bzw. einen Stift bildet,
welcher in der Haltestellung des Fersenautomaten 1 mit seinem freien Ende nach vorne
zeigt, um zum Halten des Skischuhs in den Fersenbereich des Skischuhs einzugreifen.
Somit entsprechen die Halteelemente 33.1, 33.2 mit den nach vorne zeigenden Stiften
den in der AT 402 020 B (Barthel) und WO 2012/024809 A1 (Fritschi AG) beschriebenen Fersenautomaten. Der Fersenautomat 1 kann daher wie die
in der AT 402 020 B (Barthel) und WO 2012/024809 A1 (Fritschi AG) beschriebenen Fersenautomaten zusammen mit kommerziell erhältlichen
Skischuhen mit entsprechenden Ausnehmungen im Fersenbereich verwendet werden.
[0096] Ein Abstand zwischen den beiden Halteelementen 33.1, 33.2 des vorliegenden Fersenautomaten
1 ist veränderbar. In der Figur 1 befinden sich die beiden Halteelemente 33.1, 33.2
in einer Halteposition. In dieser Halteposition befinden sich die beiden Halteelemente
33.1, 33.2 in einem Halteabstand. Wie nachfolgend im Detail erläutert ist, sind die
beiden Halteelemente 33.1, 33.2 durch ein elastisches Element zu ihrem Halteabstand
vorgespannt und können gegen diese Vorspannung auseinander bewegt werden. Dadurch
wird durch den Fersenautomaten 1 eine Sicherheitsauslösung in Vorwärtsrichtung ermöglicht.
[0097] Das Gehäuse des Fersenhalters 3, welches zugleich auch eine Lagerstruktur 34 bildet,
weist in seinem oberen Bereich zwei in Skilängsrichtung verlaufende, durchgehende
Ausnehmungen auf. In einer nach vorne gewandten Seite des Gehäuses weisen diese Ausnehmungen
in einer vertikal in Skiquerrichtung ausgerichteten Ebene je einen Querschnitt auf,
welcher einem horizontal ausgerichteten Langloch entspricht. Im zusammengebauten Zustand
des Fersenautomaten 1 befinden sich die zwei Arme 32.1, 32.2 in diesen Ausnehmungen
und reichen mit ihren vorderen Enden, welche die Halteelemente 33.1, 33.2 bilden,
nach vorne über die Ausnehmungen hinaus. Dabei sind die beiden Arme 32.1, 32.2 im
Bereich ihrer hinteren Enden von je einem Gummistück 35.1, 35.2 umfasst, damit die
hinteren Enden der Arme 32.1, 32.2 in den Ausnehmungen seitlich, horizontal in Skiquerrichtung
gehalten sind. Diese Gummistücke 35.1, 35.2 können aus Gummi oder auch aus einem anderen
flexiblen Kunststoff hergestellt sein. Dabei kann der flexible Kunststoff steifer
als Gummi sein.
[0098] Zusätzlich zu den Gummistücken 35.1, 35.2 sind die zwei Arme 32.1, 32.2 aber noch
je durch einen hier nicht gezeigten, vertikal ausgerichteten Bolzen gegen eine Bewegung
in Skilängsrichtung gesichert. Hierzu weisen die zwei Arme 32.1, 32.2 wie in Figur
2 ersichtlich je im Bereich ihres hinteren Endes eine umlaufende Nut auf. Im zusammengesetzten
Zustand des Fersenautomaten 1 greifen die Bolzen in diese Nut des jeweiligen Arms
32.1, 32.2 ein. Dadurch sind die zwei Arme 32.1, 32.2 in der Lagerstruktur 34 gehalten
und gegen eine Bewegung in Skilängsrichtung gesichert. Diese Lagerung ermöglicht aber
eine Schwenkbewegung der Arme 32.1, 32.2 um die Bolzen. Somit sind die beiden Arme
32.1, 32.2 in einer horizontal ausgerichteten, ersten Ebene angeordnet und in dieser
ersten Ebene relativ zueinander bewegbar. Dadurch wird ermöglicht, dass der Abstand
zwischen den beiden Halteelementen 33.1, 33.2 verändert werden kann. Die Lagerung
der Arme 32.1, 32.2 ermöglicht ausserdem eine Rotation der Arme 32.1, 32.2 und damit
der Halteelemente 33.1, 3.2 um die Längsachse der Arme 32.1, 32.2. Dadurch wird für
den Skifahrer der Einstieg in den Fersenautomaten 1 erleichtert. Zudem kann dadurch
der Skischuh bei einer Sicherheitsauslösung in Vorwärtsrichtung zuverlässiger vom
Fersenautomaten 1 gelöst werden.
[0099] Im zusammengesetzten Zustand des Fersenautomaten 1 ist im Gehäuse des Fersenhalters
3 ein Übertragungselement 36 gelagert. Dieses Übertragungselement 36 ist aus einem
Metallblech geformt. Es ist im Wesentlichen vertikal in Skiquerrichtung ausgerichtet
und in vertikaler Richtung an der Lagerstruktur 34 verschiebbar gelagert. Das Übertragungselement
36 weist seitlich zwei nach oben abstehende Arme auf, welche v-förmig von der Skimitte
weg auseinander gespreizt sind. Mit diesen beiden Armen umgreift das Übertragungselement
36 von unten her die zwei Arme 32.1, 32.2 der Haltemittel 31.1, 31.2. Damit bilden
die schräg nach oben zur Skimitte zeigenden Flanken der beiden Arme des Übertragungselements
36 einen Wirkbereich zum Zusammenwirken mit den zwei Armen 32.1, 32.2 der Haltemittel
31.1, 31.2. Wenn daher das Übertragungselement 36 nach oben bewegt wird, werden die
zwei Arme 32.1, 32.2 und damit die zwei Halteelemente 33.1, 33.2 aufeinander zu zu
ihrem Halteabstand bewegt. Wenn hingegen die zwei Halteelemente 33.1, 33.2 auseinander
gedrückt werden, wird das Übertragungselement 36 nach unten gedrückt.
[0100] Im zusammengesetzten Zustand des Fersenautomaten 1 befindet sich im Gehäuse des Fersenhalters
3 eine spiralförmige Frontalauslösefeder 37.1 mit einem Kolben 37.2. Die Frontalauslösefeder
37.1 ist ein elastisches Element. Sie ist in Skilängsrichtung ausgerichtet und vorgespannt.
Mit ihrem hinteren Ende ist die Frontalauslösefeder 37.1 gegen eine Schraube 39.1
mit einer Mutter 39.2 abgestützt. Die Schraube 39.1 ist von ausserhalb des Gehäuses
des Fersenhalters 3 zugänglich. Durch Drehen der Schraube 39.1 kann das hintere Ende
der Frontalauslösefeder 37.1 etwas nach hinten bzw. etwas nach vorne bewegt werden.
Dadurch lässt sich die Vorspannung der Frontalauslösefeder 37.1 einstellen. Mit ihrem
vorderen Ende drückt die Frontalauslösefeder 37.1 den Kolben 37.2 nach vorne gegen
einen abgeschrägten Bereich des Übertragungselements 36, welcher sich im unteren Bereich
des Übertragungselements 36 befindet. Damit erzeugt die Frontalauslösefeder 37.1 durch
ihre Vorspannung eine Kraft, welche in Skilängsrichtung nach vorne ausgerichtet ist.
Über den Kolben 37.2 wirkt die Frontalauslösefeder 37.1 mit dieser Kraft auf das Übertragungselement
36, welches dadurch aufgrund seines abgeschrägten Bereichs nach oben in eine erste
Richtung vorgespannt wird. Aufgrund des nach oben vorgespannten Übertragungselements
36 werden die zwei Arme 32.1, 32.2 und damit die zwei Halteelemente 33.1, 33.2 aufeinander
zu zu ihrem Halteabstand vorgespannt. Diese Anordnung der Elemente des Fersenautomaten
1 führt dazu, dass die von der Frontalauslösefeder 37.1 erzeugte Kraft und die erste
Richtung rechtwinklig zueinander ausgerichtet sind. Zudem ist die erste Richtung senkrecht
zur ersten Ebene ausgerichtet, während die von der Frontalauslösefeder 37.1 erzeugte
Kraft parallel zur ersten Ebene ausgerichtet ist. Dadurch kann die Frontalauslösefeder
37.1 unterhalb der beiden Haltemittel 31.1, 31.2 angeordnet werden, wodurch eine vergleichsweise
grosse Frontalauslösefeder 37.1 eingesetzt werden kann, ohne dass die Konstruktion
des Fersenautomaten 1 vergrössert werden müsste. Entsprechend erlaubt der Fersenautomat
1 eine Einstellung der Sicherheitsauslösung in Vorwärtsrichtung auch für eine besonders
sportliche Fahrweise.
[0101] Es versteht sich, dass gemäss der Erfindung die Elemente des Fersenautomaten auch
anders angeordnet sein können. So kann die von der Frontalauslösefeder 37.1 erzeugte
Kraft beispielsweise auch parallel zur ersten Richtung ausgerichtet sein. Sie kann
aber auch einem Winkel zur ersten Richtung ausgerichtet sein. Dieser Winkel kann beispielsweise
15°, 30°, 45°, 60° oder 75° betragen. Zudem kann die erste Richtung in einem anderen
Winkel zur ersten Ebene oder sogar in bzw. parallel zur ersten Ebene ausgerichtet
sein. So kann die erste Richtung beispielsweise in einem Winkel von 15°, 30°, 45°,
60° oder 75° zu einer Normalen der ersten Ebene ausgerichtet sein. Auch ist nicht
erforderlich, dass die Arme 32.1, 32.2 der Haltemittel 31.1, 31.2 in Skilängsrichtung
ausgerichtet sein müssen. Entsprechend können die Arme 32.1, 32.2 der Haltemittel
31.1, 31.2 beispielsweise auch vertikal ausgerichtet sein. In diesem Fall ist die
erste Ebene vertikal in Skiquerrichtung ausgerichtet. Die Arme 32.1, 32.2 und die
erste Ebene können aber auch andersartig ausgerichtet sein. So kann die erste Ebene
beispielsweise derart ausgerichtet sein, dass ihr Normalenvektor in einer vertikalen,
in Skilängsrichtung ausgerichteten Ebene ausgerichtet ist.
[0102] Wie bereits im Zusammenhang mit den Figuren 1 und 2 erwähnt, umfasst der Fersenautomat
1 eine Skibremse 4 und einen Absatzträger 5. Dabei ist der Absatzträger 5 auf der
Basisplatte 21 in Skilängsrichtung verschiebbar gelagert und kann durch Verstellen
der Schnecke 24 in Skilängsrichtung gegenüber der Basisplatte 21 verstellt werden.
Wenn sich der Fersenautomat 1 in der Gehkonfiguration befindet, kann der Skischuh
bis auf den Absatzträger 5 abgesenkt werden. Dieser Absatzträger 5 dient zudem als
Bremshalter 51 für die Skibremse 4.
[0103] Wie in Figur 2 ersichtlich, umfasst die Skibremse 4 einen Bremsbügel 41, welcher
aus gebogenem Draht besteht. Die beiden freien Enden dieses Bremsbügels 41 zeigen
nach hinten und bilden Bremsarme. In einer Bremsstellung der Skibremse 4 reichen diese
beiden Bremsarme beidseitig des Skis nach unten über die Gleitfläche des Skis hinaus.
Damit können die Bremsarme in der Bremsstellung mit dem Schnee zusammenwirken und
den Ski bremsen. In einer Fahrstellung der Skibremse 4 hingegen sind die beiden Bremsarme
über den Ski nach oben geschwenkt und haben keine solche Bremswirkung. Um die Bremsarme
zwischen diesen beiden Position hin und her zu bewegen, wenn die Skibremse 4 von der
Fahrstellung in die Haltestellung und zurück verstellt wird, ist der Bremsbügel 41
in seinem zentralen Bereich 42 um eine horizontal in Skiquerrichtung ausgerichtete
Achse schwenkbar in einem Bremslager 43 gelagert. Wenn die Bremsarme in der Bremsstellung
nach unten geschwenkt sind, so ist der vordere Bereich der Skibremse 4, an welchem
eine Trittplatte 44 angebracht ist, wie in Figur 1 gezeigt, nach oben vom Ski weg
geschwenkt. Wenn die Bremsarme in der Fahrstellung hingegen nach oben geschwenkt sind,
sodass sie horizontal nach hinten zeigen, ist der vordere Bereich der Skibremse 4,
wie in Figur 3 gezeigt, mit der Trittplatte 44 zum Ski hin abgesenkt.
[0104] Die Formgebung des Bremsbügels 41 und des Bremslagers 43 sind derart gewählt, dass
die beiden Bremsarme des Bremsbügels 41 im zusammengebauten Zustand des Fersenautomaten
1 etwas gegeneinander gespannt sind. Dabei sind sie in der Bremsstellung weniger gegeneinander
gespannt als in der Fahrstellung. Aufgrund dieser Vorspannung ist die Skibremse 4
zu ihrer Bremsstellung hin vorgespannt. Wenn sich die Skibremse 4 in der Bremsstellung
befindet, so kann sie jedoch in die Fahrstellung verstellt werden, wenn beispielsweise
ein Skischuh die Trittplatte 44 von oben nach unten drückt. Zudem kann sie auch durch
die Anwesenheit eines Skischuhs in der Fahrstellung gehalten werden.
[0105] Der Fersenautomat 1 ist nicht nur für eine Abfahrtsbindung, sondern auch für eine
Tourenskibindung geeignet. Er weist eine Haltekonfiguration auf, in welcher der Fersenhalter
4 mit dem Fersenbereich des Skischuhs zusammenwirken kann und den Skischuh in einer
abgesenkten Position arretieren kann. Weiter weist der Fersenautomat 1 aber wie bereits
erwähnt auch eine Gehkonfiguration auf, in welcher der Fersenbereich des Skischuhs
freigegeben ist und der Skischuh zum Ski bzw. Fersenautomaten 1 hin abgesenkt und
wieder nach oben abgehoben werden kann, ohne mit seinem Fersenbereich in der abgesenkten
Position arretiert zu werden. In der Haltekonfiguration ist die Skibremse 4 grundsätzlich
freigegeben und kann sich in ihre Bremsstellung bewegen, sobald ein Skischuh den Raum
oberhalb der Trittplatte 44 freigibt. In der Gehkonfiguration hingegen kann sich die
Skibremse 4 zwar in der Bremsstellung befinden. Sobald die Skibremse 4 aber einmal
in ihre Fahrstellung verstellt wird, indem beispielsweise ein Skischuh die Trittplatte
44 nach unten drückt, rastet der Bremsbügel 41 im Bremshalter 51 ein und wird fortan,
wie in Figur 3 gezeigt, durch den Bremshalter 51 in der Fahrstellung gehalten, solange
sich der Fersenautomat 1 in der Gehkonfiguration befindet. Erst wenn der Fersenautomat
1 in die Abfahrtskonfiguration verstellt wird, wird der Bremsbügel 41 vom Bremshalter
51 freigegeben und kann sich wieder in die Bremsstellung verstellen.
[0106] Die Mechanik, welche dies ermöglicht, ist folgendermassen aufgebaut: Der Bremsbügel
41 ist wie bereits erwähnt am Bremslager 43 gelagert, wobei die beiden Bremsarme des
Bremsbügels 41 im zusammengebauten Zustand des Fersenautomaten 1 etwas gegeneinander
gespannt sind. Dabei sind sie in der Bremsstellung weniger gegeneinander gespannt
als in der Fahrstellung. Aufgrund dieser Vorspannung ist die Skibremse 4 zu ihrer
Bremsstellung hin vorgespannt. Zudem ist das Bremslager 43 im Absatzträger 5 in Skilängsrichtung
verschiebbar gelagert. Wenn sich die Skibremse 4 in der Bremsstellung befindet, so
ist durch die Formgebung des Bremsbügels 41 und des Absatzträgers 5 der Bremsbügel
41 in der vorderen Position des Bremslagers 43 etwas mehr vorgespannt als in der hinteren
Position des Bremslagers 43. Dadurch ist das Bremslager 43 in der Bremsstellung der
Skibremse 4 nach hinten vorgespannt. Entsprechend werden das Bremslager 43 und der
Bremsbügel 41 nach hinten bewegt, sobald die Skibremse 4 freigegeben wird und sich
in die Bremsstellung verstellt.
[0107] Wenn der Fersenautomat 1 von seiner Haltekonfiguration in seine Gehkonfiguration
verstellt wird, so wird der Fersenhalter 3 um 180° um die Schwenkachse 7 geschwenkt.
Dabei wird der Bereich des Fersenhalters 3, welcher sich in der Haltestellung des
Fersenhalters 3 hinten befindet, nach vorne geschwenkt. Dabei drückt dieser Bereich
des Fersenhalters 3 das Bremslager 43 entgegen der durch den Bremsbügel 41 bewirkten
und nach hinten gerichteten Vorspannung nach vorne. Wenn der Fersenautomat 1 hingegen
von seiner Gehkonfiguration in seine Haltekonfiguration verstellt wird, so wird der
Fersenhalter 3 wiederum um die Schwenkachse 7 geschwenkt, sodass das Bremslager 43
freigegeben wird und nach hinten bewegt werden kann. Aufgrund der Vorspannung des
Bremsbügels 41 wird dadurch die Skibremse 4 von der Fahrstellung in die Bremsstellung
verstellt, sofern sich die Skibremse 4 nicht sowieso schon in der Bremsstellung befand.
Zudem wird das Bremslager 43 aufgrund der Vorspannung des Bremsbügels nach hinten
bewegt. Gegen Ende der Schwenkbewegung des Fersenhalters 3 um die Schwenkachse 7 hakt
ausserdem das Bremslager 43 mit einem in seinem hinteren Bereich angeordneten Haken
bei einem am Fersenhalter 3 unterhalb der Haltemittel 31.1, 31.2 angeordneten Gegenstück
ein. Durch dieses Einhaken wird das Bremslager 43 in der Haltekonfiguration des Fersenautomaten
1, in welcher sich der Fersenhalter 3 in seiner Haltestellung befindet, in der hinteren
Position gehalten und kann nicht unbeabsichtigt nach vorne bewegt werden. Erst wenn
der Fersenautomat 1 wieder in die Gehkonfiguration verstellt wird, wird dieses Einhaken
beim Schwenken des Fersenhalters 3 um die Schwenkachse 7 wieder gelöst.
[0108] Aus diesen Gründen befindet sich der Bremsbügel 41 in der Gehkonfiguration weiter
vorne als in der Haltekonfiguration. Damit befindet sich der Bremsbügel 41 in der
Gehkonfiguration in Reichweite des Bremshalters 51 und kann vom Bremshalter 51 in
der Fahrposition gehalten werden. In der Haltekonfiguration hingegen befindet sich
der Bremsbügel 41 ausser Reichweite des Bremshalters 51. Daher ist der Bremsbügel
41 in der Haltekonfiguration des Fersenautomaten 1 vom Bremshalter 51 freigegeben
und kann sich durch seine Vorspannung in die Bremsstellung bewegen, wenn die Trittplatte
44 nicht durch einen Skischuh nach unten zum Ski hin gedrückt wird.
[0109] In einer alternativen Variante können der Haken im hinteren Bereich des Bremslagers
43 sowie das Gegenstück am Fersenhalter 3 auch derart ausgebildet werden, dass das
Bremslager 43 beim Verstellen des Fersenautomaten 1 von der Gehkonfiguration in die
Haltekonfiguration durch das Einhaken des Hakens im Gegenstück nach hinten gezogen
wird. In diesem Fall ist es nicht erforderlich, dass das Bremslager 43 in der Bremsstellung
durch die Formgebung des Bremsbügels 41 und des Absatzträgers 5 sowie die Vorspannung
des Bremsbügels 41 nach hinten vorgespannt ist.
[0110] Die Figuren 5a und 5b zeigen je einen vertikal ausgerichteten, in Skilängsrichtung
durch den Fersenautomaten 1 verlaufenden Querschnitt. In Figur 5a ist der Fersenautomat
1 in der Haltekonfiguration gezeigt. In der Figur 5b hingegen ist der Fersenautomat
1 in der Gehkonfiguration gezeigt. In beiden Darstellungen ist links beim Fersenautomaten
1 vorne, während in beiden Darstellungen rechts beim Fersenautomaten 1 hinten ist.
[0111] In diesen Querschnittsdarstellungen ist der Aufbau der Mechanik, wie der Absatzträger
5 und der Schlitten 22 gegenüber der Basisplatte 21 in Skilängsrichtung verstellt
werden können, des Radiallagers und der Mechanik, welche die Auslösung in Vorwärtsrichtung
ermöglicht, zu erkennen.
[0112] Wie in den Figuren 1, 2, 3 sowie 5a und 5b zu erkennen ist, weist der Fersenautomat
1 zwei Steighilfen 71, 72 auf. Diese beiden Steighilfen 71, 72 sind je um eine separate
Achse schwenkbar oben auf dem Fersenhalter 3 gelagert. In der Gehkonfiguration des
Fersenautomaten 1 können die beiden Steighilfen 71, 72, wie in Figuren 3 und 5b, gezeigt
in eine deaktivierte Stellung geschwenkt werden. Sie können aber auch nacheinander
nach vorne in die Bewegungsbahn des Skischuhs geschwenkt werden, um den Skischuh je
in einem anderen Abstand vom Ski oberhalb des Skis abzustützen.
[0113] Die Erfindung ist nicht auf den vorgehend beschriebenen Fersenautomaten 1 beschränkt.
So können die einzelnen Elemente des Fersenautomaten 1 anders geformt und anders ausgebildet
sein. Zudem besteht beispielsweise die Möglichkeit, dass der Fersenautomat 1 keine
Skibremse umfasst. Auch besteht die Möglichkeit, dass der Fersenautomat keine, nur
eine, oder mehr als zwei Steighilfen umfasst. Ausserdem besteht die Möglichkeit, dass
der Fersenautomat nicht zwei Spiralfedern als elastische Elemente der Vorspanneinrichtung
umfasst. So können die elastischen Elemente beispielsweise andersartig ausgebildet
sein. Weiter besteht die Möglichkeit, dass die Vorspanneinrichtung nur ein elastisches
Element oder aber mehr als zwei elastische Elemente aufweist. Anstelle der mehrteiligen
Basiseinheit 2 des vorgehend beschriebenen Fersenautomaten 1 besteht zudem die Möglichkeit,
dass die Basiseinheit nur einstückig ausgebildet ist. Ausserdem besteht die Möglichkeit,
dass der Fersenautomat keine Gehstellung aufweist.
[0114] Abgesehen von diesen Variationen besteht die Möglichkeit, dass der Fersenautomat
keine Sicherheitsauslösung in Vorwärtsrichtung ermöglicht, dass der Fersenautomat
keine seitliche Sicherheitsauslösung oder dass der Fersenautomat überhaupt keine Sicherheitsauslösung
ermöglicht.
[0115] Figur 6 beispielsweise zeigt eine vereinfachte schematische Darstellung eines vertikal
ausgerichteten, in Skilängsrichtung durch einen weiteren erfindungsgemässen Fersenautomaten
101 verlaufenden Querschnitt. In dieser Darstellung ist links beim Fersenautomaten
101 vorne, während rechts beim Fersenautomaten 101 hinten ist. Der Fersenautomat 101
ist in Figur 6 in der Haltekonfiguration gezeigt. Er ist jedoch wie der vorhergehend
beschriebene Fersenautomat 1 auch in die Gehkonfiguration verstellbar.
[0116] Beim in Figur 6 gezeigten Fersenautomaten 101 ist die Basiseinheit 102 beispielsweise
einstückig ausgebildet. Sie könnte allerdings auch wie im vorhergehend beschriebenen
Fersenautomaten 1 mehrstückig ausgebildet sein. Weiter ist beim in Figur 6 gezeigten
Fersenautomaten 101 der Zapfen 127 des Radiallagers und Axiallagers nicht an der Basiseinheit
102, sondern am Fersenhalter 103 angeordnet. Dafür weist die Basiseinheit 102 die
Aufnahme auf, in welche der Zapfen 127 eingesetzt ist und um die vertikal ausgerichtete,
geometrische Schwenkachse 107 schwenkbar gelagert ist, wodurch der Fersenhalter 103
um die Schwenkachse 107 relativ zur Basiseinheit 102 schwenkbar an der Basiseinheit
102 gelagert ist.
[0117] Im Beispiel des Fersenautomaten 101 aus Figur 6 ist das Stosselement 161 in der Basiseinheit
102 in Skilängsrichtung verschiebbar gelagert und wird durch eine Spiralfeder 162,
welche ein elastisches Element bildet, von vorne nach hinten gegen den Zapfen 127
gedrückt, wodurch die Positionierstruktur des Stosselements 162 gegen eine dem Zapfen
127 zugeordnete Gegenstruktur drückbar ist, wenn sich der Fersenhalter 103 im ersten
Bereich des Verstellwegs befindet, um den Fersenhalter 103 im ersten Bereich des Verstellwegs
zu seiner Haltestellung hin vorzuspannen. Aufgrund der vereinfachten schematischen
Darstellung eines Querschnitts in Figur 6 sind die beiden Arme des Stosselements 161
nicht zu erkennen. Da im vorliegenden Beispiel die Spiralfeder 162 in Skilängsrichtung
gesehen vor dem Stosselement 101 angeordnet ist, weisen die Arme des Stosselements
161 keinen Hohlraum auf.
[0118] In einer Variante kann die Vorspanneinrichtung des Fersenautomaten 101 gemäss Figur
6 aber auch zwei elastische Elemente aufweisen, welche je im Bereich eines der Arme
des Stosselements 161 angeordnet sind. Beispielsweise können die elastischen Elemente
wie beim vorhergehend beschriebenen Fersenautomaten 1 je in einem Hohlraum eines der
Arme angeordnet sein.
[0119] Unabhängig von diesen Varianten weist auch der Zapfen 127 des in Figur 6 gezeigten
Fersenautomaten 1 eine auf der um die Schwenkachse 107 umlaufenden Aussenseite des
Zapfens 127 eine Ausnehmung auf, in welche die zwei Arme des Stosselements 161 eingreift,
wodurch eine Bewegung des Stosselements 161 relativ zum Zapfen 127 in beide Richtungen
entlang der Schwenkachse 127 blockiert sind. Aufgrund der Lagerung des Stosselements
161 in der Basiseinheit 102 bildet das Radiallager zudem wie beim vorhergehend beschriebenen
Fersenautomaten 1 zugleich ein Axiallager.
[0120] Bei beiden beschriebenen Fersenautomaten 1, 101 kann die Bewegung des Stosselements
161 relativ zum Zapfen 127auch auf einen Bewegungsbereich limitiert sein. Zudem besteht
bei beiden Frontautomaten 1, 101 die Möglichkeit, dass der Zapfen 27, 127 keine Ausnehmung
aufweist, in welche die Arme des Stosselements 61, 161 eingreifen können.
[0121] Unabhängig von diesen Varianten ermöglicht der in Figur 6 gezeigte Fersenautomat
101 ebenfalls eine seitliche Sicherheitsauslösung. Der in Figur 6 gezeigte Fersenautomat
101 weist ausserdem wie der bereits vorhergehend beschriebene Fersenautomat 1 zwei
Haltemittel 131.2 mit je einem Halteelement 133.2 auf. Dabei ermöglicht der Fersenautomat
101 ebenfalls eine Sicherheitsauslösung in Vorwärtsrichtung. Als Variante zu diesen
Haltemitteln 131.2 kann der Fersenautomat 101 aber auch ein anderes Haltemittel wie
beispielsweise einen Backen aufweisen.
[0122] Zusammenfassend ist festzustellen, dass ein Fersenautomat geschaffen wird, welcher
kompakt konstruiert ist und eine stabile Lagerung des Fersenhalters auf der Basiseinheit
ermöglicht.
1. Fersenautomat (1, 101) für eine Skibindung, insbesondere eine Tourenskibindung, umfassend
a. eine Basiseinheit (2, 102) zur Befestigung auf der Oberfläche eines Skis,
b. ein Fersenhalter (3, 103) mit wenigstens einem Haltemittel (31.1, 31.2, 131.2)
zum Halten eines Skischuhs in einem Fersenbereich des Skischuhs, wobei der Fersenautomat
(1, 101) eine Haltekonfiguration aufweist, in welcher sich der Fersenhalter (3, 103)
in einer Haltestellung befindet und das wenigstens eine Haltemittel (31.1, 31.2, 131.2)
mit dem Fersenbereich des in der Skibindung gehaltenen Skischuhs derart zusammenwirken
kann, dass der Fersenbereich des Skischuhs in einer abgesenkten Position niedergehalten
ist,
c. ein Radiallager, durch welches der Fersenhalter (3, 103) um eine im Wesentlichen
vertikal ausgerichtete, geometrische Schwenkachse (7, 107) relativ zur Basiseinheit
(2, 102) schwenkbar an der Basiseinheit (2, 102) gelagert ist und damit ausgehend
von seiner Haltestellung entlang eines Verstellwegs um die Schwenkachse (7, 107) von
seiner Haltestellung weg schwenkbar ist, wobei das Radiallager einen Zapfen (27, 127)
aufweist, welcher an einer ersten der beiden Einheiten aus Basiseinheit (2, 102) und
Fersenhalter (3, 103) ausgebildet ist, und das Radiallager eine Aufnahme aufweist,
welche an einer zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit (2, 102) und Fersenhalter
(3, 103) ausgebildet ist, wobei der Zapfen (27, 127) drehbar in die Aufnahme eingesetzt
ist, wodurch der Fersenhalter (3, 103) um die Schwenkachse (7, 107) relativ zur Basiseinheit
(3, 103) schwenkbar an der Basiseinheit (3, 103) gelagert ist, und
d. eine Vorspanneinrichtung (6), durch welche der Fersenhalter (3, 103) in einem ersten
Bereich des Verstellwegs zu seiner Haltestellung hin vorspannbar ist, wobei die Vorspanneinrichtung
(6) ein Stosselement (61, 161) mit einer Positionierstruktur (63) und ein elastisches
Element (62.1, 62.2, 162) umfasst, wobei das Stosselement (61, 161) durch eine vom
elastischen Element (62.1, 62.2, 162) erzeugte Kraft gegen den Zapfen (27, 127) drückbar
ist, wodurch die Positionierstruktur (63) gegen eine dem Zapfen (27, 127) zugeordnete
Gegenstruktur (28) drückbar ist, wenn sich der Fersenhalter (3, 103) im ersten Bereich
des Verstellwegs befindet, um den Fersenhalter (3, 103) im ersten Bereich des Verstellwegs
zu seiner Haltestellung hin vorzuspannen,
dadurch gekennzeichnet, dass das Stosselement (61, 161) zwei Arme (64.1, 64.2) aufweist, wobei beidseitig von
der Positionierstruktur (63) je einer der zwei Arme (64.1, 64.2) angeordnet ist und
wobei die zwei Arme (64.1, 64.2) auf gegenüberliegenden Seiten des Zapfens (27, 127)
von der Positionierstruktur (63) bis auf eine der Positionierstruktur (63) abgewandte
Seite der Schwenkachse (7, 107) reichen.
2. Fersenautomat (1, 101) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorspanneinrichtung (6) zwei elastische Elemente (62.1, 62.2) umfasst, wobei
im Bereich von jedem Arm (64.1, 64.2) des Stosselements (61, 161) jeweils eines der
zwei elastischen Elemente (62.1, 62.2) angeordnet ist und wobei das Stosselement (61,
161) durch die von den zwei elastischen Elementen (62.1, 62.1) erzeugte Kraft gegen
den Zapfen (27, 127) drückbar ist, wodurch die Positionierstruktur (63) gegen die
dem Zapfen (27, 127) zugeordnete Gegenstruktur (28) drückbar ist, wenn sich der Fersenhalter
(3, 103) im ersten Bereich des Verstellwegs befindet, um den Fersenhalter (3, 103)
im ersten Bereich des Verstellwegs zu seiner Haltestellung hin vorzuspannen.
3. Fersenautomat (1, 101) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Arme (64.1, 64.2) des Stosselements (61, 161) je einen Hohlraum aufweisen,
in welchem jeweils eines der zwei elastischen Elemente (62.1, 62.2) angeordnet ist.
4. Fersenautomat (1, 101) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Radiallager zugleich ein Axiallager bildet.
5. Fersenautomat (1, 101) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zapfen (27, 127) auf einer um die Schwenkachse (7, 107) umlaufenden Aussenseite
des Zapfens (27, 127) eine Ausnehmung aufweist, in welche wenigstens einer der zwei
Arme (64.1, 64.2) des Stosselements (61, 161) eingreift, wodurch eine Bewegung des
Stosselements (61, 161) relativ zum Zapfen (27, 127) in eine Richtung oder in beide
Richtungen entlang der Schwenkachse (7, 127) blockiert oder auf einen Bewegungsbereich
limitiert ist.
6. Fersenautomat (1, 101) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Stosselement (61, 161) an der zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit (2,
102) und Fersenhalter (3, 103) gelagert ist und dadurch an einer axialen Bewegung
in eine Richtung entlang der Schwenkachse (7, 107) relativ zum zweiten der beiden
Einheiten aus Basiseinheit (2, 102) und Fersenhalter (3, 103) gehindert ist.
7. Fersenautomat (1, 101) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Stosselement (61, 161) zusammen mit der zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit
(2, 102) und Fersenhalter (3, 103) um die Schwenkachse (7, 107) relativ zur ersten
der beiden Einheiten aus Basiseinheit (2, 102) und Fersenhalter (3, 103) schwenkbar
ist.
8. Fersenautomat (1, 101) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Stosselement (61, 161) in der zweiten der beiden Einheiten aus Basiseinheit (2,
102) und Fersenhalter (3, 103) angeordnet ist.
9. Fersenautomat (1, 101) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Fersenhalter (3, 103) in seiner Haltestellung im ersten Bereich des Verstellwegs
befindet.
10. Fersenautomat (1, 101) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass, wenn sich der Fersenhalter (3, 103) im ersten Bereich des Verstellwegs befindet,
ein Abstand zwischen der Positionierstruktur (63) und der Schwenkachse (7, 107) abhängig
von der Position des Fersenhalters (3, 103) auf dem Verstellweg ist, wobei der Abstand
grösser ist, je weiter der Fersenhalter (3, 103) auf dem Verstellweg von seiner Haltestellung
entfernt ist.
11. Fersenautomat (1, 101) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Fersenhalter (3, 103) ausgehend von seiner Haltestellung entlang des Verstellwegs
in beide Richtungen um die Schwenkachse (7, 107) von seiner Haltestellung weg schwenkbar
ist.
12. Fersenautomat (1, 101) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Fersenautomat (1, 101) eine Gehkonfiguration aufweist, in welcher sich der Fersenhalter
(3, 103) in einer Gehstellung befindet und der Fersenbereich des in der Skibindung
gehaltenen Skischuhs vom Fersenhalter (3, 103) freigegeben ist und zum Ski hin abgesenkt
werden kann, bis der Fersenbereich des Skischuhs den Fersenautomaten (1, 101) oder
den Ski berührt, und wieder vom Ski weg abgehoben werden kann, ohne dabei vom Fersenhalter
(3, 103) in der abgesenkten Position arretiert zu werden.
13. Fersenautomat (1, 101) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Fersenautomat (1, 101) eine Sicherheitsauslösung ermöglicht.
14. Skibindung mit einem Fersenautomaten (1, 101) nach einem der Ansprüche 1 bis 13.
15. Ski mit einer Skibindung nach Anspruch 14.